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TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Freitag, 09.06.17, 16:59

Wie kommt ein Psychiater zu seiner Einschätzung?

In diesem Zusammenhang fiel mir dann heute eine Studie auf, die sich auf das „Blue pyjama syndrome“ bezieht. Also dem Phänomen des blauen Schlafanzugs bei der Beurteilung des Schweregrads einer Depression durch Fachleute...... Die erwähnte Studie ermittelte jetzt, dass sich Psychiater leicht hinter das Licht führen lassen. Sie schätzen Probanden in einem blauen Pyjama als „kränker“ ein als in Straßenkleidung. Die Selbsteinschätzung der Patienten ist davon glücklicherweise nicht betroffen.

Das finde ich schon krass. Immerhin macht ja nun ein blauer Pyjama nicht depressiver und die Kollegen sollten eigentlich bessere Mittel haben, den Schweregrad einer psychiatrischen Erkrankung individuell einzuschätzen.


http://news.doccheck.com/de/blog/post/6 ... Donnerstag)-2017-06-08&user=4075d63ec602c5eb8960a4200d5f368f&n=3915&d=28&chk=25f130947c1711a9f0333e3898e544fa&nl=3915&block=26388
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Kevin05
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Halcion Spiegel 1992

Beitragvon Kevin05 » Samstag, 10.06.17, 20:12

Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung

carlotta
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Quetiapin als Schlafmittel

Beitragvon carlotta » Montag, 19.06.17, 16:42

Hallo,

hier ein interessanter Artikel einer kanadischen Zeitung über die häufige Verschreibung von Quetiapin (Seroquel) als Schlafmittel sowie die zahlreichen damit verbundenen Risiken:
"Sleeping with Seroquel: Drug safety expert urges doctors to stop prescribing antipsychotic for insomnia"
Link: http://news.nationalpost.com/health/ser ... r-insomnia

Auszüge:
[...] Seroquel and its generics aren’t approved as sleeping pills. Quetiapine, the active ingredient, has been officially approved in Canada for schizophrenia, bipolar disorder and major depression only. Yet drug safety experts are growing increasingly alarmed by the drug’s use as a doctor-prescribed nightcap for insomnia, with a 10-fold increase in quetiapine prescriptions for sleep problems in Canada between 2005 and 2012 alone.

[...] But it also comes with a multitude of potential side effects, experts say, including an odd sensation of tension and restlessness (akathisia), Parkinson’s-like tremors and movement abnormalities, weight-gain, high blood sugar, new or worsening diabetes and, in rare cases, heart arrhythmia that can cause sudden cardiac death. A recent Health Canada review linked quetiapine and other so-called “atypical” antipsychotics to an increased risk of sleep apnea —breaks in breathing during sleep.

Juurlink, a clinical toxicologist at Sunnybrook Health Sciences Centre in Toronto, said quetiapine could also cause a particularly nasty complication known as neuroleptic malignant syndrome, a rare but potentially life-threatening reaction to antipsychotics or major tranquilizers. [...]

“I’ve certainly seen people who have been diagnosed with Parkinson’s disease that I’m confident were from quetiapine,” he added.
[...]
“Seroquel is not benign,” Dr. David Gardner, a professor of psychiatry and pharmacology at Dalhousie University said in an email. “It may be more dangerous than our standard sleeping pills, but without research we cannot know or quantify its risks.”
[...]
In 2010, pharmaceutical giant AstraZeneca paid US$520 million to resolve allegations it illegally marketed Seroquel in the U.S. for uses never approved by the FDA (Food and Drug Administration), including aggression, dementia and sleeplessness.
[...]
Abuse of quetiapine is also a growing problem, with people inhaling or injecting crushed or dissolved tablets. Street names for quetiapine include “Suzy Q” and “baby heroin.”
[...]


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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Wort » Dienstag, 20.06.17, 17:48

Im Mai berichtete The Guardian kritisch über Antidepressiva. In dem Artikel wird auch erwähnt, dass die Nebenwirkungen wie z.B. sexuelle oder emotionale auch nach dem Absetzen bestehen bleiben können.
https://www.theguardian.com/society/201 ... g-term-use

Auch in diesem Artikel der Daily Mail vom März wird über das mögliche Bestehenbleiben der sexuellen Funktionsstörung berichtet.
http://www.dailymail.co.uk/health/artic ... -life.html

Und in diesem Daily Mail Artikel von Februar wird geschrieben, dass Antidepressiva zu tardive Dyskinesie führen können:
http://www.dailymail.co.uk/health/artic ... brain.html

carlotta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Mittwoch, 21.06.17, 17:26

Hi Ihr,

heute ist die sog. Transparenzoffensive der Pharma-Industrie - bzw. was davon noch übrig ist - in den Medien. (Es geht dabei natürlich nicht nur um den Bereich der Psychiatrie.) Hier ein Beitrag aus der "Wirtschaftswoche":

Regelmäßig veröffentlichen die Arzneimittelhersteller, die Namen der Ärzte, die im vergangenen Jahr Geld bekommen haben. Immer weniger sind bereit, Transparenz zu zeigen. Insgesamt wurden 562 Millionen Euro gezahlt.
[...]
Das meiste Geld (356 Millionen Euro) floss dabei als Honorar für die Durchführung von klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen (AWBs). 105 Millionen Euro bekamen Ärzte als Vortragshonorar und für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen. Mit weiteren 101 Millionen Euro sponserte die Industrie Veranstaltungen und Institutionen.

Link zum gesamten Beitrag:
http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstle ... 61122.html

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