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TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Kimeta » Montag, 07.08.17, 18:53

Ich habe den Artikel nur quergelesen und mich noch nicht gründlich damit befasst, trotzdem möchte ich ihn empfehlen:

ADHS und die Suche nach dem Heiligen Gral - Die Krise der molekularbiologischen Psychiatrie
von Stephan Schleim

Nachzulesen bei Telepolis (Achtung: geht über 5 Seiten): https://www.heise.de/tp/features/ADHS-u ... 92622.html
oder direkt in seinem Blog (dort auf einer Seite): https://scilogs.spektrum.de/menschen-bi ... igen-gral/

Zwischenüberschriften:
Sind es doch nicht Gehirn und Gene?
Wie wirken die Medikamente?
Seit 2013 wurden in den USA mehr als 100 Tonnen Amphetamin und Methylphenidat produziert
Situation in Deutschland
Wurzel der molekularbiologischen Psychiatrie
Suche nach Biomarkern
Einflussreiche Köpfe in Deutschland
Was bringt die Neuro-Forschung?
Kritik gegen den Mainstream
Systematische Probleme des herrschenden Ansatzes der Psychiatrie
Erfolge am laufenden Band
Auch Gesundheitsmarkt muss wachsen
Vom Zweiten Weltkrieg zum "War on Drugs"
Werturteile und Drogen
Stigmatisierende Diagnosen
Negative Folgen von Diagnosen
Gesellschaft und Gesundheitsmarketing
Die Suche geht weiter
Mehr als 65.000 Arten von ADHS
Natur und das DSM
Effektgrößen von Genstudien
Riesige Studien, mäßige Effekte
Immer mehr Daten statt Lösungen
Vergessene Umwelt
Einseitigkeit hat ihren Preis
Mensch an Umwelt anpassen oder andersherum?
Bilanz des "immer weiter so"
Statt Medikalisierung und Diagnosen
  • Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
  • Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
  • Derzeitiger Stand seit 23.10.2017: 2,5 mg
Hintergründe und Absetzverlauf:
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:schnecke: Mein Thread :schnecke:

Katharina
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Katharina » Mittwoch, 09.08.17, 23:17

Hallo!
Ich kann nicht verlinken.

Das sagt der doch:
"..... Dann wird schon mal aus einer Depression eine SCHWERE
Depression.."

NUR FÜR DIE KRANKENKASSE!!!

1502312766999.jpeg



Gut das wir hier sind.

Katharina
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Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Donnerstag, 10.08.17, 9:47

Antidepressiva
Teuer und null Wirkung
Bis für einen Patienten, der an Depressionen leidet, das geeignete Medikament gefunden wird, können Wochen vergehen. Schnelltests wollen den richtigen Wirkstoff dagegen in Windeseile ermitteln. Doch der Blick hinter die Kulissen ist entlarvend. Eine Glosse.


http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 41454.html
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Jamie
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Jamie » Donnerstag, 10.08.17, 11:16

Hallo Arian, :)

danke für den Link.

Über das hier bin ich gestolpert:

Nun ist es einerseits ein kompliziertes Geschäft mit den Antidepressiva, andererseits aber auch nicht. Denn eine Arbeit aus dem online schon vorab erschienenen Septemberheft der Fachzeitschrift „Archives of Neuropsychiatry“ sagt uns jetzt bereits einen Monat im Voraus, dass künftig die Wirksamkeit von Antidepressiva vergleichsweise simpel feststellbar sein wird. Wirken sie, dann wirken sie innerhalb der ersten Woche, sonst wirken sie vermutlich selbst dann nicht, wenn man sie viele Wochen gibt, so das Fazit der Veröffentlichung. Diese Erkenntnis kostet die Patienten keinen müden Cent. Und die Geduld der Ärzte wird obendrein auch nicht überstrapaziert.


Ich bin gespannt, was es dazu mehr an Ergebnissen gibt.

Ärzte sagen ja oft, man müsse ein paar Wochen durchhalten, ehe es wirken würde.
Meine Erfahrung ist, je schlechter man es verträgt, auch gerade am Beginn, desto weniger Sinn macht es sich weiterhin zur Einnahme zu zwingen und desto wahrscheinlicher sind Nebenwirkungen.
Der gesunde Menschenverstand sollte einem eigentlich das sagen, was zB auch ich beobachte, aber die Praxis sieht anders aus.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Katharina » Donnerstag, 10.08.17, 16:54

Hallo!

Heftig fand ich in der Sendung der Mediathek das die Kassen lieber eine schwere Depression haben möchten,mehr Geld kommt so für die raus.

Fazit : fresst gefälligst eure Ads !! Und die Psychofarmaka.

Einen Überschuss haben die Kassen,laut dieser Sendung.

Da so etwas gesendet wird.-

Gruß,
Katharina
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Kassiopeia
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Kassiopeia » Freitag, 11.08.17, 16:08

Hey liebe Foris,

Da tut sich was in UK...

http://cepuk.org/2017/08/10/cep-2017-pr ... al-survey/

offen für grundsätzlich alle, aber wichtig sind ihnen die Briten als Teilnehmende

Alles Liebe
Kassiopeia
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 16.08.17, 6:34

Kassiopeia hat geschrieben:Hey liebe Foris,

Da tut sich was in UK...

http://cepuk.org/2017/08/10/cep-2017-pr ... al-survey/

offen für grundsätzlich alle, aber wichtig sind ihnen die Briten als Teilnehmende

Alles Liebe
Kassiopeia


Es gibt schon 400 Teilnehmer, hab ich auf Twitter gesehen, davon 150 Briten. Man sieht, Entzug ist ein internationales Phänomen und jeder ist froh, wenn er seine Erfahrungen loswerden kann.
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 24.08.17, 17:29

Markterweiterung?

Antidepressiva für die Katze
Immer mehr Katzen werden wegen Verhaltensauffälligkeiten mit Psychopharmaka behandelt. Gegen den Einsatz von Medikamenten gibt es viele Vorurteile.

http://www.tierwelt.ch/?rub=4503&id=44832
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 24.08.17, 17:36

Bestimmte Antidepressiva könnten Tinnitus verschlimmern

Wie US-Forscher im Fachmagazin Cell Reports berichten, handelt es sich um Antidepressiva, die den Transport von Serotonin in die Nervenzellen blockieren. Dadurch sammelt sich der Botenstoff in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns an. Die Wissenschaftler befürchten, dass das Serotonin Nervenzellen im Hirnstamm hyperaktiv und besonders empfindlich macht, die an der Entstehung von Tinnitus beteiligt sind. Den Zusammenhang haben die Wissenschaftler im Experiment mit Mäusen beobachtet. Ob er auch für Menschen gilt, ist unklar.
http://www.deutschlandfunk.de/studie-be ... _id=784012
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 24.08.17, 17:40

Linke hinterfragt Zulassungen von Antidepressiva

In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung äußert die Linke-Bundestagsfraktion „erhebliche Zweifel“ an der Zulassung einiger Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Suizid-Risiken wurden nicht ausreichend beachtet, heißt es. Dabei zweifelt die Fraktion die Unabhängigkeit des BfArM-Chefs an.
https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:1
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Midlife » Samstag, 26.08.17, 8:50

Habe ich auch gerade gelesen!
Ich fürchte nur, dass das Ergebnis uns wieder mal sehr ernüchtern wird.
Aber dennoch...ein toller Schritt von den Linken!

Liebe Grüße
Björn
11/15- erstmals 20 mg Citalopram vom Hausarzt bekommen, ohne Diagnose
29.12/15- Tavor/Lorazepam 1,5 mg für ca 3 Wochen selbst genommen ohne ärztliche Verordnung
Seit Anfang März 2016 weg vom Tavor und auch Citalopram
Seit 1.4.16 Escitalopram 10 mg plus bei Bedarf 25 mg Atosil/Promethazin
Seit 28.4.16 7,5 mg Escitalopram plus 2x tgl 25 mg Atosil
Seit 14.5.16 5 mg Escitalopram plus b.Bed. Atosil
Seit 20.5.16 3,75 mg Escitalopram , Atosil nicht mehr gebraucht..am 24.5.16 Angst, Weinen, depr. Verstimmungen
Seit 25.5.16 wieder 5 mg Escitalopram
Seit 1.6.16 4 Trofen = 4 mg Escitalopram
Seit 7.6.16 3 Tropfen = 3 mg Escitalopram
Seit 12.6.16 2Tropefn =2 mg Escitalopram , Weinerlich, Unruhe, Zittern, Frust
Seit 15.6.16 3 Tropfen = 3 mg Escitalopram, nach 2 guten Tagen , 1 gaaanz schlechter...bleibe bei 3 mg
Seit 27.6.16 2,5 Tropfen=2,5 mg Escita
Seit 04.7.16 1,5 Tropfen=1,5 mg Escita
Seit 09.7.16 1 Tropfen =1 mg Escita...viel Weinen, rauschen im Kopf
Seit 10.07.16 1,5 Tropfen =1,5 mg Escit..
Seit 30.07.16 0mg!Stimmung wechselnd, aber nicht schlechter...Gedanken klarer...und manchmal auch positver!
Immer noch bei 0 mg...die psych. Ausfälle deutöich seltener und wenn auch nur noch sehr kurz!

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Jamie » Samstag, 26.08.17, 17:34

Artikel von http://www.doccheck.com

http://news.doccheck.com/de/183209/depr ... s-dem-off/

Thema: niedrigschwellige Hilfen für Depressive in Modellprojekten

Depression: Hilfe aus dem Off

Rund jeder zehnte Hausarztpatient zeigt Anzeichen einer Depression. Nur die wenigsten beginnen eine Therapie. Mit einem neuen Behandlungsverfahren soll der Fokus nun auf eine Online-Betreuung gesetzt werden, die Hilfe leistet, bevor eine schwere Depression entsteht.

Niedergeschlagenheit muss nicht immer in einer Depression münden – aber sie kann ein Vorbote sein. Unklar ist hierbei, an welcher Stelle eine schwere Depression beginnt und ob auch eine leichte Depression oder eine depressive Verstimmung schon behandlungsbedürftig ist.

Die Grenzen zwischen der subklinischen Depression und einer klassischen unipolaren Depression sind fließend und verändern sich entsprechend den gerade gültigen Leitlinien.

Vernachlässigte Depressions-Vorstufe?
Rund jeder zehnte Hausarztpatient zeigt Anzeichen einer Depression, aber nur die wenigsten gelangen konsequenterweise in die Obhut eines Spezialisten. Mehr als die Hälfte depressiver Menschen bekommen laut Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, keine angemessene Behandlung, weil die Krankheit von Ärzten und Patienten nicht ernst genommen wird. Aber auch wenn es zu einer Therapie kommt, können Probleme entstehen, besonders bei ernsten Fällen: Antidepressiva helfen dauerhaft weniger als einem Drittel dieser Patienten.

Die zum Einsatz kommenden Wirkstoffe oder ihre Derivate sind meist bereits seit über einem halben Jahrhundert in Gebrauch, wirken nicht spezifisch und helfen nur einem Teil der Erkrankten. Depression ist die Krankheit mit der längsten Dauer im Verlauf eines Lebens. Angesichts der unzureichenden Versorgung ist demnach die Prävention umso wichtiger. Die Behandlung auch schon geringgradiger Depressionssymptome sollte begonnen werden, bevor die Krankheit in eine ernsthafte Form übergeht.

Subklinische Depression, Subthreshold Depression oder Dysthymie – wer nach diesen Stichworten sucht, findet nur wenige Studien dazu. In den letzten zwei Jahren sind jedoch zwei größere Untersuchungen im Journal of the American Medical Assoviation (JAMA) erschienen, die jeweils die psychotherapeutische Behandlung der Krankheit beschreiben, noch bevor sie wirklich gefährlich wird: Während die britisch-amerikanische Studie dabei eher Patienten im Seniorenalter rekrutierte, sahen sich Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg Teilnehmer im Durchschnittsalter von circa 45 Jahre an.

Ermutigung durch wöchentlichen Telefonanruf
Wie in der ersten von beiden Studien deutlich wird, hat sich im angloamerikanischen Raum das „Collaborative Care“-Modell bewährt, in dem eine psychotherapeutische Versorgung in die Primärversorgung integriert ist. Ein „Care Manager“ überwacht dabei die Behandlung unter der Verantwortung eines Psychotherapeuten. In dieser Studie mit 705 Patienten mit mindergradiger Depression im Alter von über 65 Jahren verglichen Simon Gilbody von der University of York und seine Kollegen die normale hausärztliche Versorgung mit dem integrierten Versorgungsansatz. Der bestand in diesem Fall aus wöchentlichen Telefonanrufen durch den Care Manager.

In der ersten Einheit trafen sich dabei Fachkraft und Patient persönlich, danach wurde der Patient in einem halbstündigen fernmündlichen Gespräch ermutigt, mehr soziale Kontakte zu knüpfen und mit Hobbys und anderen Aktivitäten depressive Perioden zu vermindern. Nach vier Monaten sowie einem Jahr maßen die Wissenschaftler mittels Fragebogen den Effekt dieser Kurzzeit-Maßnahme.

Im Vergleich zur Kontrolle schnitten die so betreuten Patienten auf einer Neun-Punkte-Skala nach vier Monaten um 1,3 Punkte besser ab. Auch nach einem Jahr blieb dieser Unterschied stabil. Die Effektgröße von 0,3 entspricht dabei den Ergebnissen ähnlicher Studien bei Fällen von schwerer Depression. Das Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, sank dabei um ein Drittel. Die vergleichsweise unaufwändige Maßnahme verringerte jedoch nicht nur das Risiko, sondern half auch gegen Ängste und funktionelle Einschränkungen im Alltag als Folge der leichten Depression. In einem Kommentar zu dieser Studie lobt Kurt Kroenke vom Regenstief Institut in Indianapolis, dass diese kurze und ökonomische Maßnahme der Verhaltensaktivierung scheinbar gut dazu geeignet ist, den Übergang in eine schwerere Form der Krankheit zu verhindern.

Selbsthilfe-Programm online
Zu diesem Ergebnis kommt auch die zweite deutsche Studie mit über 400 Teilnehmern, die statt des Telefons ein interaktives Online-Programm verwendete. Auch hier verglichen die Studienleiter ein „normales“ webbasiertes psychotherapeutisches Selbsthilfeprogramm mit einer persönlichen Behandlung durch einen Online-Trainer, die Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie enthielt.

Die Teilnehmer bekamen Hausaufgaben, die der Betreuer individuell beurteilte und entsprechend darauf reagierte. Insgesamt sollten sechs 30-minütige Sitzungen den Patienten weiterhelfen, im Idealfall zwei pro Woche. Zwölf Monate später analysierten die Wissenschaftler die Ergebnisse anhand von strukturierten Telefoninterviews mit den Teilnehmern, um herauszufinden, ob aus der leichten eine schwere Depression geworden war.

Nicht alle wollen eine Therapie
Beim einfachen Selbsthilfeprogramm war das immerhin bei 41 von 100 der Fall. Wirkte der Online-Trainer aktiv an der Therapie mit, sank die Rate auf 27 Prozent. Die daraus errechnete Hazard-Ratio beträgt 0,59. Pro sechs Patienten kann das Intensiv-Programm also innerhalb eines Jahres eine schwere Depression verhindern.

Dennoch erscheinen 28 bzw. 41 Prozent als Risikoziffern für die Verschlimmerung einer leichten Depression eher hoch. Andere Studien berichten eher von rund 10 bis 20 Prozent. Möglicherweise liegt das aber auch an der Teilnehmerauswahl. Für die Studie kamen nur Personen mit funktionellen Einschränkungen im Alltag in Frage, ausgewählt aus den Akten einer großen gesetzlichen Krankenkasse. Schließlich gibt es auch keine Konsensusdefinition für eine subklinische Depression, sodass sich auch hier die Ausgangsbasis zwischen den Studien unterscheidet.

Nicht alle, die – wenn auch über längere Zeit – mit düsteren Gedanken zu kämpfen haben, wollen überhaupt eine Therapie. Nur bei entsprechender Entschlossenheit ist der Erfolg einer solchen Maßnahme wirklich spürbar.

Prävention rechnet sich
Die Frage, ob es sinnvoller ist, bei länger andauernden leichten Symptomen einer Depression erst abzuwarten oder gleich mit einer Therapie anzusetzen, lässt sich derzeit aufgrund mangelnder Daten nicht beantworten.Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Antidepressiva bei Patienten mit subklinischer Krankheit nicht besser als Placebo wirken. Insofern scheint die psychotherapeutische Methode der pharmakologischen überlegen. Ob die webbasierte Therapie auch ökonomischer als eine herkömmliche Behandlung ist, ist Gegenstand aktueller Studien.

In ihrem Artikel im Journal of Medical Internet Research betonen die Autoren den eindeutigen ökonomischen Vorteil einer webbasierten Behandlung: Sie kalkulierten ihre Mehrkosten für die 200 Teilnehmer der intensivierten und personalisierten Therapie pro Patient mit rund 136 Euro für die bereits erwähnten sechs Sitzungen. Der Großteil davon geht auf den Coach, der insgesamt rund drei Stunden Zeit pro Teilnehmer aufwendete. Auf der Gegenseite stehen die zusätzlichen depressionsfreien Jahre und die erhaltene Lebensqualität, errechnet aus den standardisierten Interviews mit den Teilnehmern.

Rund drei Monate muss ein Mensch mit Depression im Schnitt warten, bis er einen Therapieplatz bei einem Spezialisten bekommt. Dann dauert es noch einmal rund ein Vierteljahr, bis die eigentliche Behandlung beginnt. Um es gar nicht zu einem Fortschreiten der Anfangsphase einer Depression kommen zu lassen, sind also Frühmaßnahmen gefragt.

Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Samstag, 26.08.17, 17:43

Interessant, Jamie, fast alle scheinen zu wissen, dass AD nur bei ganz wenigen Patienten was bringen, Ärzte untereinander machen keinen Hehl daraus - und trotzdem wird das Zeug munter weiterverschrieben , sogar wie Murmeline verlinkt hat, für Katzen. ( Wenn es bei Menschen nix nützt, dann auch bei Katzen nicht, kann aber eine aggressive Katze eventuell "abschießen", was für mich an Tierquälerei grenzt. ). Danke euch heute allen für die interessanten Artikel.
liebe Grüße Arian
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Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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TV Bericht über Schwierigkeiten beim Absetzen

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 29.08.17, 21:48

Panorama SRF Schweizerfernsehen vom 29.08.2017
Schwieriger Ausstieg
Die Tücken der Antidepressiva

Zitat
Meist steht den Betroffenen somit ein mühsames Ausprobieren verschiedener Präparate bevor, bis endlich ein passendes Medikament gefunden ist. Vier Wochen kann es dauern, bis ein Antidepressivum wirkt. Zu Beginn der Therapie können zudem lästige Symptome auftreten wie Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel oder starkes Schwitzen.

Symptome, mit denen man sich beim Absetzen der Antidepressiva urplötzlich wieder konfrontiert sehen kann.

Wer dies unvorbereitet erlebt und vom Arzt allein gelassen ist, glaubt nicht an den Erfolg der eben abgeschlossenen Therapie. Stattdessen sieht man schon die überwunden geglaubte Depression mit voller Wucht zurückkehren und greift in der aufkommenden Panik schnell wieder zu den ungeliebten Medikamenten. Ein Teufelskreis.

Der Arzt muss auf mögliche Symptome und Nebenwirkungen aufmerksam machen, sollte Alternativen aufzeigen und mit dem Patienten besprechen, wie am besten weiter vorzugehen ist. Und zwar nicht nur zu Beginn der Therapie, sondern die ganze Behandlungszeit über. Wichtig ist auch die enge Begleitung während des langsamen «Ausschleichens» des Medikaments und darüber hinaus.

Stattdessen werden Patienten oft mit ihren Medikamenten, Sorgen und Nebenwirkungen alleine gelassen.

Wer sich als Betroffener schlecht betreut fühlt oder kein Vertrauen in den behandelnden Arzt hat, sollte sich nach jemand anderem umsehen. Und keinesfalls die Antidepressiva unregelmässig einnehmen oder gar von heute auf morgen absetzen.

https://m.srf.ch/news/panorama/die-tuec ... depressiva
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 30.08.17, 8:43

 ! Nachricht von: Murmeline
Ich hab den TV-Beitrag auch als eigenen Beitrag in den Forumsbereich Hintergrundinformationen eingestellt und bitte darum, Kommentare direkt dort im Thread zu hinterlassen, viewtopic.php?f=6&t=13594&p=205505#p205505

Weg, Dein Kommentar hab ich verschoben :)

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 05.09.17, 11:52

Murmeline hat geschrieben:Linke hinterfragt Zulassungen von Antidepressiva

In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung äußert die Linke-Bundestagsfraktion „erhebliche Zweifel“ an der Zulassung einiger Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Suizid-Risiken wurden nicht ausreichend beachtet, heißt es. Dabei zweifelt die Fraktion die Unabhängigkeit des BfArM-Chefs an.
https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:1


Zusammenfassung der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage

Psychopharmaka oft unverzichtbar
Die Bundesregierung verteidigt den Einsatz von Psychopharmaka bei psychischen Störungen trotz möglicher Nebenwirkungen.

Depressionen seien in Deutschland die mit Abstand häufigste Ursache für Suizide oder Suizidversuche. Eine erfolgreiche Behandlung der Depression senke das Suizidrisiko, heißt es in der Antwort (BT-Drs. 18/13452 – PDF, 244 KB) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 18/13316 – PDF, 145 KB) der Fraktion Die Linke.

Psychopharmaka könnten bei der Therapie ein wichtiger Baustein sein. Insbesondere bei einer schweren Erkrankung seien sie nicht selten unverzichtbar. Auch sog. SSRI-Antidepressiva, die zur Standardtherapie bei der Behandlung von Depressionen in Deutschland gehörten, würden auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft. Bei "Risikosignalen" werde über notwendige Änderungen der Packungsbeilage oder über weitergehende Maßnahmen zur Verringerung des Anwendungsrisikos entschieden.

Das Suizidrisiko unter SSRI sei mehrfach auf europäischer Ebene bewertet worden, heißt es in der Antwort weiter. Die Industrie sei in der Folge aufgefordert worden, die Produktinformationen anzupassen. Qualitativ ergäben sich derzeit aus dem Spontanmeldesystem zu Suiziden oder Suizidversuchen weder aus Deutschland, noch auf europäischer Ebene Hinweise auf einen Anstieg der Meldezahlen.

Für alle im Umlauf befindlichen SSRI-Arzneimittel sei das Nutzen-Risiko-Verhältnis weiter positiv. Anhaltspunkte für eine Rücknahme, Widerruf oder Ruhen der Zulassung waren oder seien derzeit nicht ersichtlich. Dies sei auch auf EU-Ebene nicht angeordnet worden.

https://www.juris.de/jportal/portal/pag ... hricht.jsp

Komplette Antwort:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/134/1813452.pdf
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Gwen
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Arte Doku "generationsübergreifende Traumafolgen"

Beitragvon Gwen » Dienstag, 05.09.17, 22:28

Hallo, auf Arte kam eine Doku zum Thema generationsübergreifende Traumafolgen. Hier der "Klappentext" (wie heißt das beim Film?)

Familiengeheimnisse, frühe Prägungen von Angst und Gewalt, körperliche und seelische Traumata, familiärer Stress oder Druck und zementierte Glaubenssätze – all das wirkt sich nicht nur auf diejenigen aus, die es selbst erleiden, es kann sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Diese entwickeln dann Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern selbst erlebt.


https://www.arte.tv/de/videos/071389-00 ... umafolgen/

Ich weiß nicht, inwieweit der Film Menschen mit Traumata triggert.

Ich fand ihn aber ganz interessant und einiges regt zum Nachdenken an, wenn ich auch nicht alles nachvollziehbar fand.

Viele Grüße Gwen

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Ululu 69 » Mittwoch, 06.09.17, 9:08

Hallo Gwen,

Ich finde dieses Thema sehr interessant. Ich habe auch schon darüber gelesen.
Traumata können unser Gehirn verändern. Man kann das auch messen.
Meine Mutter hat in ihrer Kindheit kriegsbedingt viele Traumata erleben müssen. Wir sind fünf Geschwister, drei davon haben psychische Probleme in Form von Schwermut, Angst und Depression. Meine Eltern haben/hatten die nicht, erlernt haben wir das nicht. Wir hatten auch eine schöne Kindheit.
Alles Zufall ?
Keine Ahnung, aber im Ansatz sind diese Thesen für mich nachvollziehbar.

LG Ute
Schwindel, Angst und Depression immer mal wieder auftretend aber nach ein paar Monaten immer wieder Besserung
Atenolol (Betablocker) 25 mg täglich
2011 Überweisung zum Psychiater, Versuche mit Sulpirid (6 Monate genommen), Amitryptillin (nicht vertragen) und Buspiron, 3 Monate genommen


2012 stationärer Aufenthalt in Psychiatrie nach einjährigem Dauerschwindel. Diagnose :generalisierte Angststörung und schwere Depression.
Alle Medikamente wurden sofort abgesetzt. Lorazepam 1mg 3 mal täglich, nach zwei Wochen ausgeschlichen, Gesamteinnahmedauer sechs Wochen

Seitdem Mirtazapin 30 mg zur Nacht.
Cymbalta 90 mg
Seroquel prolong abends 150 mg

Ein Jahr später Reduzierung Mirtazapin auf 15 mg ohne Probleme. Darunter schwere Schlafstörungen. Daher weiter 15 mg.

2014 zusätzliche Diagnose Schlaf Apnoe Syndrom. Behandlung mit Atemmaske.

Insgesamt über 30 kg Gewichtszunahme.
Gefühlsverflachung und Tagesmüdigkeit.

Ende 2016 Reduzierung Seroquel prolong auf 100 mg.
Am 30.04. Reduzierung Seroquel prolong auf 50 mg.
Seit Juni 2017 Mönchspfeffer gegen Zyklusstörungen
Und Jaborandi Globuli bei Bedarf gegen Schwitzen mit mäßigem Erfolg

21.08.2017 Duloxetin auf 75 mg
18.10.2017 Duloxetin auf 67.5 mg
13.11.2017 Duloxetin auf 60,0 mg

Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Donnerstag, 07.09.17, 19:41

Millionen Menschen leiden weltweit an ständigen Ohrgeräsuchen. Tinnitus ist für Betroffene sehr belastend und kann enormen Einfluss auf die psychische Gesundheit nehmen. Neurowissenschaftler haben nun einen möglichen Zusammenhang zwischen Antidepressiva und Tinnitus gefunden.


http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... 2787e77760

Endlich sprechen es Ärzte aus:
Keine Antidepressiva für Tinnituspatienten
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
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Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Kevin05
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Kevin05 » Freitag, 08.09.17, 11:19

Also liebe Leute, falls ihr euch mal "entscheidet" auf eine Intensivstation zu gehen (geplanter Herzinfarkt, Gehirnschlag oder Unfall... - weil das kann man ja alles planen) , von Mo. -Fr. Mittag ist eure Überlebenschance größer zumindest in Österreich, wobei ergänzend sei zusätzlich kritisch angemerkt, dass generell in den Krankenanstalten von Fr. Mittag bis Mo. früh ziemlich wenig passiert, da stehen zig-Millionen Diagnosegeräte wie MRTs, CTs, Strahlentherapie still, es gibt keine Untersuchungen, keinerlei Therapien und andererseits bei uns monatelange Wartezeiten auf OPs bzw. Untersuchungstermine - seltsam und das 2017- siehe Link:

http://science.orf.at/stories/2864853/
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
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