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TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Dane
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Dane » Montag, 09.10.17, 18:10

Hallo zusammen,

08.10.2017 | 50:13 Min

Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Das Feature: Pharmafirmen versprachen psychische Krankheiten mit Medikamenten zu heilen - und sind gescheitert. Jetzt steigen sie aus der Forschung aus. Studien zeigen: frühzeitiges Ausschleichen der Psychopharmaka hilft Patienten besser, als sie langfristig einzunehmen. Die Psychiatrie auf neuen Wegen? Von: Martin Hubert; Redaktion: Dorothea Runge; Produktion WDR 2017


http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5 ... e-100.html

Viele Grüße
Dane
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Mittwoch, 11.10.17, 11:42

Mein böser Kommentar zu der Idee "Lithium ins Trinkwasser "wurde leider von der DocCheck Redaktion gelöscht. :(

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Gwen
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Gwen » Donnerstag, 12.10.17, 11:44

Hallo, es gibt ein weiteres schönes Feature vom WDR, in dem es ums Stimme hören geht. Hier wird auch kurz auf die Behandlung mit Medikamenten eingegangen, die sehr kritisch dargestellt werden.

Ich fand den Beitrag sehr gut und informativ. (Das Feature ist schon ein paar ein Monate alt. Falls es den Link schon gibt, bitte löschen :wink: )

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5 ... n-100.html

WDR 5 Dok 5 - Das Feature: Mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland hören irgendwann einmal in ihrem Leben fremde Stimmen im eigenen Kopf. Reden tut kaum einer darüber. Die Angst, als schizophren stigmatisiert zu werden, ist groß.

Liebe Grüße Gwen

Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Freitag, 13.10.17, 13:42

ist zwar schon älter, aber immer wieder wichtig:

Die Reduktion oder das Absetzen der medikamentösen Therapie hat langfristig positive Effekte auf das Leben psychisch kranker Menschen - zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine eben veröffentlichte Studie.......Sowohl bei der funktionellen, als auch bei der symptomatischen Remission schnitt die Gruppe ohne medikamentöse Dauertherapie besser ab.
Rückfälle vermeiden - oder soziale Fähigkeiten steigern?
Für die Forscher stellt sich nun eine entscheidende Frage: Ist der bisher gepflegte Therapieansatz, Rückfälle um jeden Preis zu vermeiden, langfristig der richtige? Sollte nicht eigentlich die Fähigkeit des Patienten im Vordergrund stehen, im sozialen Leben und im Alltag zurechtzukommen? Medikamentöse Langzeittherapie wirkt nach einem Rückgang der Symptome in diesem Fall offenbar kontraproduktiv.


https://www.netdoktor.at/therapie/antip ... ehr-300201
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Samstag, 14.10.17, 19:54

Anstatt EKT........

Die Diagnose lautet: "therapieresistent". Für die Betroffenen ist das sehr schwer, nichts kann ihr Leid lindern. Nun hat ein Wissenschaftlerteam in einer neuen Studie möglicherweise erste Erfolge für diese Gruppe vorzuweisen – und zwar mit Hilfe von Magic Mushrooms.----
Die Vermutung der Wissenschaftler ist, dass der Drogentrip die für Depressionen typische Hirnaktivität kurzzeitig unterbrochen haben könnte. Danach könne das Gehirn womöglich besser als vorher wieder mit normalen Abläufen beginnen.

Das Psilocybin könnte also wie ein Reset auf ein überlastetes System wirken.


http://www.bento.de/today/depression-st ... ssortblock
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon padma » Samstag, 14.10.17, 23:15

hallo zusammen,

das passt zwar nicht ganz in diese Rubrik, aber ich setze es mal hier rein.

Auf Arte gibt es ein sehr berührendes und, wie ich finde, wunderschönes Porträt über David Helfgott, das ist der Pianist, dessen Geschichte in Shine verfilmt wurde.

Eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit, dessen Wunderkindkarriere in den 70er Jahren mit dem Auftreten von Symptomen einer schizoaffektiven Störung zu Ende schien. Doch nach einem schweren Nervenzusammenbruch und vielen Jahren in einer psychiatrischen Klinik gelang es ihm, sich durch die heilende Kraft der Musik und seine große Liebe zu seiner zweiten Frau, Gillian Murray, ins Leben und auf die Konzertbühne zurück zu kämpfen.
Auf David Helfgotts Europatournee mit den Stuttgarter Symphonikern war die Filmemacherin Cosima Lange mit der Kamera immer ganz nah und intim dabei und lässt miterleben, wie Davids "innere Musik" sich Bahn bricht und die Menschen um ihn herum fasziniert. "Das Porträt eines glücklichen Menschen in einem der schönsten Musikfilme seit Langem!

https://www.arte.tv/de/videos/068387-00 ... -am-david/

Verfügbar bis 22. Oktober.

lg padma

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Kevin05 » Freitag, 20.10.17, 15:25

Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung
15 mg Diazepam (konstant)

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Oliver » Freitag, 20.10.17, 15:32

Kevin05 hat geschrieben:http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/kritik-an-arzneimittelherstellern-die-pharmaindustrie-ist-schlimmer-als-die-mafia-1.2267631


Mir geht es darum, dass das ganze System mit seiner Art, wie Medikamente produziert, vermarktet und überwacht werden, gescheitert ist.


Jo, da hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Katharina » Freitag, 20.10.17, 16:17

Hallo, liebe Grüße,
Katharina


https://youtu.be/OZeSr3GdOW8
► Text zeigen

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Samstag, 21.10.17, 13:15

Hallo,

zwar nicht direkt zu PP, aber zu Ärztepfusch und deren Umgang damit i. A. und daher nicht uninteressant:

https://www.xing.com/news/klartext/wir- ... gehen-2172

Einleitung:
Ärztepfusch am Patienten: Warum passieren so viele Behandlungsfehler?
Jedes Jahr sterben mehr Menschen durch Fehler im Krankenhaus als durch Unfälle im Straßenverkehr, konstatiert die AOK. Einen eindeutigen Schuldigen dafür gibt es nicht. Oder doch?

Als Mediziner stört mich die überhebliche Haltung vieler KollegInnen
Fehler werden nicht eingestanden, der Patient wird nicht ernst genommen
Wir müssen uns stets kritisch hinterfragen – wie jeder Beschäftigte


Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Samstag, 21.10.17, 14:53

Ein Artikel über die verschiedenen Einsatzbereiche von ASS:

Depressive Mäuse mit Entzündungen......Genau diese Frage untersuchen Forscher jetzt im Rahmen mehrerer klinischer Studien. Sie setzen bei Depressionen ASS versus Placebo ein. Neben dem Salicylsäurederivat eignen sich auch andere Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken, etwa das Antibiotikum Minocyclin. Erste Resultate werden im kommenden Jahr erwartet.


http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... ment-70028

Es scheint sich herauszustellen, dass Depressionen auf entzündlichen Prozessen im Körper basieren. Sollte das richtig sein, wären Antidepressiva obsolet, und Depressionen eine körperliche Krankheit, die dementsprechend behandelt gehört. :)
Zumindest haben ASS - außer dass sie auf den Magen und Darm gehen können - nicht so viele Nebenwirkungen und sind wesentlich leichter wieder absetzbar.


liebe Grüße Arian
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Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

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Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Samstag, 21.10.17, 18:15

Hi,

Es scheint sich herauszustellen, dass Depressionen auf entzündlichen Prozessen im Körper basieren.

Oder die entzündlichen Prozesse entstehen im Zuge von seelischen Krisen. Was da Huhn und Ei ist, lässt sich kaum beantworten.

Die Theorie gibt es ja schon länger. Und selbst wenn es so ist, sind Entzündungen immer eine Immunantwort, etwa auf pathogene Keime. Da wird m. E. auch nur wieder irgendwo mittendrin in der Symptomkette herumgedoktert, ohne dass man die genauen Abhängigkeiten versteht.

Und dann am besten noch ständig AB. Damit Darm und Immunsystem so richtig schön kaputtgehen und chronische Entzündungen folgen, bis man gegen sämtliche AB resistent ist. Schön!!

Hauptsache mal wieder eine griffige, leicht zu verbreitende Theorie, die forciert, dass Menschen in seelischen Krisen mit einem schnellen Rezept abgespeist werden können.

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Samstag, 21.10.17, 20:43

Liebe Carlotta,


Meine ganz eigene These ist ja, dass unter "Depressionen" ein ganzer Bündel Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zusammengefasst wird.
- Genveränderungen. Ich habe eine Bekannte, in deren Familie ist das erblich und ihr helfen nur AD. Sie ist die einzige, die ich kenne, bei der das so scheint und bei der die Serotoninhypothese hinhaut. Vermutlich sind das 1% der Depressiven.
- Entzündungen im Körper (siehe oben)
- neurologische und hormonelle Veränderungen: MS, Parkinson, Gehirntumor, Schilddrüse , Nebennieren, Neuroborreliose etc.
- Infektionen ( Darmflora, Borreliose, Toxoplasmose etc.)
- reaktive Depression bei seelischen Problemen, erlernte Hilflosigkeit, Burn- Out etc.

ist ein bißchen so, als würde man beschließen, dass alles mit roten Flecken ab heute "Masern" heißt und danach behandelt wird - Röteln, Windpocken, Scharlach, Allergien, Insektenstiche etc. gibt es nicht, denn da sind ja rote Flecken, also MASERN.......

Ich habe wegen einer hartnäckigen Angina mal zwei Wochen AB bekommen und einen seltsamen Effekt:
- die Stimmung wurde besser UND
- die Rückenschmerzen wurden besser.
Keiner hat mir geglaubt, doch später habe ich einen Artikel gefunden, dass eine Infektion an der Wirbelsäule vorliegen kann, wenn man ständig Rüvckenschmerzen hat....

wie gesagt, ich bin dafür, jeden Einzelfall genau anzugucken, Und wenn jemand mit 2-4 Wochen AB quälende Schmerzen, schlimme Depressionen oder sonst was losbekommt, würde ich nicht einfach sagen: Das geht nicht.....

liebe Grüße Arian
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Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Samstag, 21.10.17, 22:20

Hi Arian,

ich glaube auch nicht an eine monokausale Ursache für Depressionen bzw. psychische Problematiken. Sicher spielen sowohl psychosoziale als auch körperliche Ursachen eine Rolle (letztere allerdings nicht so platt bspw. im Bezug auf ein "Neurotransmitterungleichgewicht", wie man uns das gerne glauben machen würde; ist m. E. schon etwas komplexer).

Jedoch glaube ich nicht an genetische Ursachen. M. W. ist das nie nachgewiesen worden. Zudem gibt es auch die Epigenetik, d. h. genetische Dispositionen sind nicht unbedingt ein unabänderliches Schicksal. Wie wurde das bei Deiner Bekannten nachgewiesen? Und ja, dass ganze Familien betroffen sind, kommt sicher häufiger vor. Das rührt m. E. aber vielmehr von erlerntem Verhalten, was gerade angesichts frühkindlicher Prägung bestimmt einen enormen Einfluss aufs gesamte Leben haben kann. Da rauszukommen, kann verd*mmt schwer sein.

Und hat Deine Bekannte überhaupt schon ALLES an Alternativen versucht? Das kann nämlich unglaublich viel sein. Und diesen harten Weg, der über viele Jahre dauern kann, sind sicher nicht viele bereit zu gehen. Noch dazu wenn einem die Gesellschaft ein einfaches, griffiges Modell suggeriert und gleichzeitig Druck aufbaut, schnell wieder zu "funktionieren". Zeit zum Suchen sowie intensive (auch längerfristige) Unterstützung, wenn aktuell die Kraft fehlt, gibt es da eher nicht.

Natürlich gibt es Menschen, die AD (oft auch nur phasenweise) als hilfreich empfinden. Das ist aber m. E. kein Beleg für eine zufällig in diesen Fällen zutreffende Serotoninhypothese, sondern dafür, dass Drogen (nichts anderes sind sie in meinen Augen) auch manchmal Effekte auslösen können, die jemand gerade ganz gut gebrauchen kann, z. B. Gefühlsabstumpfung (wenn die eigenen Gefühle gerade überborden) oder Hypomanie (wenn man gerade in Kraftlosigkeit und Lethargie festhängt). Aber mit einem Serotoninausgleich hat das nichts zu tun; man weiß ja auch, dass SSRI bspw. auf Dauer zu einem NeurotransmitterUNGLEICHGEWICHT führen und Depressionen begünstigen. Ich meine, es war Kelly Brogan, die mal in etwa gesagt hat, bezüglich AD gebe es "no free lunch". Also auch wenn sie erst mal wirken sollten (was laut Studienlage kaum gegeben ist), bezahlt man irgendwann dafür (in der Regel mit seiner Gesundheit).

Breggin hat übrigens mal die folgende Frage gestellt: Wenn es jemandem abgrundtief schlecht geht und er oder sie eine Pille nimmt und nach ca. 14 Tagen wieder fröhlich durch die Gegend springt, ist das wirklich ein gutes Zeichen? Er findet es sehr befremdlich und es spricht sehr für eine Drogenwirkung. Schließlich wurde unterdessen nichts an Problematiken aufgearbeitet, es wurde nur eine psychoaktive Substanz zugeführt. Und dann hat Breggin ja noch den Begriff des "Medication Spellbinding" eingeführt; d. h., man schreibt ihnen u. U. während der Einnahme auch Wirkungen zu, die sie gar nicht haben bzw. ist unter der Einmahme z. T. gar nicht fähig, die negativen Auswirkungen zu sehen.

Bei den anderen Punkten sehe ich es ähnlich wie Du, wobei sie sich (was die körperlichen Ursachen angeht), nicht unbedingt so trennen lassen. Die Schulmedizin hat div. Symptome zu eigenständigen Krankheiten erklärt, weil schlicht der ganzheitliche Blick fehlt. So kann eine SD-Problematik auch im Zuge einer Darmdysbiose entstehen. Entzündungen übrigens auch; wie in obigem Beitrag gesagt, lassen die sich m. E. auch nicht isoliert sehen. Und auch die psychosoziale Komponente lässt sich im Grunde nicht völlig abkoppeln. Denn Dauerstress bspw. kann eine Darmdysbalance begünstigen, damit vermehrte pathogene Keime und geschwächtes Immunsystem, schließlich Entzündungen. Usw.

Arianrhod hat geschrieben:ist ein bißchen so, als würde man beschließen, dass alles mit roten Flecken ab heute "Masern" heißt und danach behandelt wird - Röteln, Windpocken, Scharlach, Allergien, Insektenstiche etc. gibt es nicht, denn da sind ja rote Flecken, also MASERN.......

Genau. Da werden - besonders gerne im psychiatrischen Bereich - Symptome zu "Krankheiten" bzw. völlig undifferenziert "Diagnosen" erstellt. Was nicht passt, wird passend gemacht.

Natürlich glaube ich Dir das mit Deiner AB-Erfahrung sofort; die Frage ist nur, ob da wirklich Ursachen bekämpft wurden. Mit Schmerzmitteln kann man ja auch alle möglichen Schmerzen bekämpfen, die Ursache ist i. d. R. noch da. Auch wenn man das unter der Einnahme schon mal vergessen kann. War der Effekt denn bleibend bzw. länger anhaltend? Wenn eine Infektion damit ausgeräumt wurde, ist das ja in Ordnung.

Arianrhod hat geschrieben:wie gesagt, ich bin dafür, jeden Einzelfall genau anzugucken, Und wenn jemand mit 2-4 Wochen AB quälende Schmerzen, schlimme Depressionen oder sonst was losbekommt, würde ich nicht einfach sagen: Das geht nicht.....

Arian, ich rede keinem seine Mittel aus, jeder, wie er mag. Aber ich finde es wesentlich, dass die Leute auch wissen, worauf sie sich einlassen. Wenn man mit 2 Wochen AB anhaltend symptomfrei wird, OK. Allerdings bezweifle ich dauerhafte Effekte und falls wiederholte Gaben notwendig sein sollten, wird der Darm nachhaltig geschädigt (von Residenzen ganz zu schweigen) und man kommt schnell in einen Teufelskreis aus Darmdysbalance, geschwächtem Immunsystem und (siehe oben) u. a. möglicherweise chronischen Depressionen. Ich finde, mit Medikamenten wird allgemein zu lax umgegangen, die Folgen nicht genug beachtet. Umfassende Aufklärung ist in der Medizin ja häufig ein Fremdwort. Denn wenn es einen trifft und man von der Behandlung hinterher kränker ist als vorher, würde man gerne noch mal einiges rückblickend anders machen. Aber das geht dann nicht mehr. Davon können ja viele hier ein Lied singen.

Wollte gar nicht sooo viel schreiben. :roll: So kann's gehen.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Sonntag, 22.10.17, 16:11

carlotta hat geschrieben:
Jedoch glaube ich nicht an genetische Ursachen. M. W. ist das nie nachgewiesen worden. Zudem gibt es auch die Epigenetik, d. h. genetische Dispositionen sind nicht unbedingt ein unabänderliches Schicksal. Wie wurde das bei Deiner Bekannten nachgewiesen? Und ja, dass ganze Familien betroffen sind, kommt sicher häufiger vor. Das rührt m. E. aber vielmehr von erlerntem Verhalten, was gerade angesichts frühkindlicher Prägung bestimmt einen enormen Einfluss aufs gesamte Leben haben kann. Da rauszukommen, kann verd*mmt schwer sein.

Und hat Deine Bekannte überhaupt schon ALLES an Alternativen versucht? Das kann nämlich unglaublich viel sein. Und diesen harten Weg, der über viele Jahre dauern kann, sind sicher nicht viele bereit zu gehen. Noch dazu wenn einem die Gesellschaft ein einfaches, griffiges Modell suggeriert und gleichzeitig Druck aufbaut, schnell wieder zu "funktionieren". Zeit zum Suchen sowie intensive (auch längerfristige) Unterstützung, wenn aktuell die Kraft fehlt, gibt es da eher nicht.



Wie gesagt, sie ist der einzige Fall, den ich so kenne, und ich habe mich im RL bestimmt schon mit annähernd 100 Depressionbetroffenen unterhalten.
- fing plötzlich an, ohne äußerlichen Anlass. Sie hielt es für eine körperliche Erkrankung und hatte erstmal eine ganze Ärzteodysee hinter sich, bis jemand überhaupt auf "Depressionen" kam.
-Urgroßmutter und eine Tante waren auch betroffen, auch bei ihnen ein plötzlicher Beginn. Es gab wohl auch im Verwandtenkreis einige Suizide.
- das erste AD hat sofort angeschlagen - innerhalb von zwei Wochen ging es ihr wieder gut, sie konnte auch wieder arbeiten. Sie hatte mehrere Ausschleichversuche, die aber jedesmal mit den gleichen Symptomen endeten. Mittlerweile ist sie überzeugt davon, die AD ihr Leben lang zu brauchen.

Wie gesagt, ich glaube schon, dass AD ihr geholfen haben. Ich glaube, dass es tatsächlich Patienten gibt, die davon profitieren, und dass die Psychiater, die das entdeckten, nicht völig im Irrtum waren.
ABER ES IST EINE AUSNAHME und NICHT die Regel, sogar eine seltene Ausnahme. Es kann eine genetische Komponente geben, so war man auch in der Lage, genetisch verändert depressive Mäuse zu züchten ( angemerkt, ich finde solche Tierversuche gemein und daneben!)wie die Hunington-Modell-Mäuse.
Dennoch steht für mich fest, dass der allergrößte Teil der Patienten Psychopharmaka völlig umsonst nimmt u, und sie ihnen nur schaden.

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Dane » Montag, 23.10.17, 23:40

Hallo zusammen,

Was ist eigentlich noch normal? - Gibt es eine Inflation der psychiatrischen Diagnosen?

Mehr als zwei Wochen um einen Angehörigen zu trauern, scheint uns normal zu sein. Mit der Neuauflage der psychiatrischen Diagnosebibel DSM lässt sich diese Reaktion nun als Depression betrachten. Was gilt heute noch als normal?

Das Wichtigste in Kürze:

    - Die Neuauflage der amerikanischen psychiatrischen Diagnosebibel DSM setzt auf Prävention: Da beispielsweise eine mehrwöchige Trauer um einen nahen Angehörigen in eine „echte“ Depression übergehen könne, empfiehlt sie Psychiatern bereits nach mehr als zwei Wochen der Trauer die Diagnose „Depression“.
    - Bereits im Vorfeld der Neuerscheinung hagelte es Kritik. Das Diagnosehandbuch behandle normale Reaktionen als psychisch krank. Die Gefahr bestehe, immer mehr normale Menschen zu psychisch Kranken zu machen.
    - Tatsächlich steigen die ärztlich dokumentierten psychischen Diagnosen seit Jahren. Manche vermuten dahinter ein zunehmendes Bewusstsein für psychische Probleme.
    Der amerikanische Psychiater Allen Frances hingegen sieht darin eine Inflation der psychischen Diagnosen.
    - In der Tat legen einige Studien nahe, dass es gerade bei „Modekrankheiten“ wie ADHS zu Überdiagnosen kommt.
    - Allerdings gilt auch das Umgekehrte. Viele psychische Störungen werden immer noch nicht erkannt oder behandelt.

Quelle: https://www.dasgehirn.info/krankheiten/ ... och-normal
Veröffentlicht: 13.11.2013




Schmerzmittel-Sucht in den USA - Wenn Pillen dein Leben bestimmen

In den USA sterben jährlich tausende Menschen an einer Überdosis Schmerzmittel. US-Präsident Trump will deshalb diese Woche den "nationalen Notstand" ausrufen.

Quelle: https://www.deutschlandfunknova.de/beit ... -bestimmen
Veröffentlicht: 23.10.2017




Viele Grüße
Dane
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Arianrhod » Mittwoch, 25.10.17, 13:35

Endlich! Kann gar nicht beschreiben, wie erstaunt ich bin, diesen Blogbeitrag bei DocCheckNews zu finden - und wie viele Ärzte in der Leserschaft ihm zustimmen. Pflichtlektüre für alle Ärzte sollte er werden -

Antidepressiva: Warum ich zweifle

Sind Antidepressiva noch schlechter als ihr Ruf?...... Und aus meiner Sicht ist die wissenschaftlich zwar angeblich empfehlenswerte Zusatzbehandlung mit immer mehr atypischen Neuroleptika auch nicht gerade im Sinne des Patienten. Kurbelt aber den Markt an.

Bei den allermeisten Antidepressiva dann eben auch den Appetit, sodass bei uns regelmäßig Patienten mit einer Gewichtszunahme von 25 kg innerhalb eines Vierteljahres aufschlagen. Die fühlen sich nach Einnahme von Mirtazapin und Quetiapin dann noch unglücklicher als vorher. Und organisch gesehen sind sie sogar noch kränker.

Tabletten ändern nichts an den Lebensumständen

Bis zum heutigen Tag ist mir nicht ganz klar, wie groß das Spektrum der Krankheitsbilder ist, die einfach in den Sammeltöpfen für Depression, Dysthymie, schizoaffektive Störung etc. landen. Im Zweifel wird dann alles und nichts mit Antidepressiva behandelt


Link zum Artikel
Zuletzt geändert von Oliver am Mittwoch, 25.10.17, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link repariert
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

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Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Samstag, 28.10.17, 18:34

Hallo,

Doku aus Reihe 37 Grad im ZDF, noch bis 30. Oktober 2018 verfügbar. Habe sie mir noch nicht angesehen, aber der Begleittext klingt interessant. Geht nicht um PP, sondern um Whistleblower in der Pharmabranche:

https://www.zdf.de/dokumentation/37-gra ... s-100.html

Titel: "Die Wahrheit und ihr Preis: Whistleblower packen aus"

Auszug:
Die "37 Grad"-Dokumentation erzählt die Geschichte zweier Whistleblower aus der Pharmabranche. Es geht um gepanschte Medikamente. Die Enthüllungen aber fordern ihren Tribut: Das Leben der beiden Männer verändert sich völlig.

Illegale Machenschaften und mangelnde Moral
"Man ist derjenige, der das Nest beschmutzt hat, und dem gibt keiner mehr eine Chance", sagt einer der beiden, der das leidvoll an der eigenen Haut erfahren musste und noch immer um seine wirtschaftliche Existenz kämpfen muss. Der promovierte Mikrobiologe hat mit seinen Enthüllungen aufgedeckt, dass die europäische Vertriebskette für Arzneimittel längst nicht so sicher ist, wie offiziell behauptet wird - auch in Deutschland.

Der andere Whistleblower, der über seine Erfahrungen in der Pharmabranche berichtet, hat mit seinen Berechnungen illegale Machenschaften in Millionenhöhe und mangelnde Kontrollen im Arzneimittelbereich öffentlich angeprangert. Derzeit erlebt er, was es für das eigene Leben und das der Familie bedeutet, sein Schweigen zu brechen.


Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon Gwen » Sonntag, 29.10.17, 2:08

Hallo zusammen!

Hier ein Artikel mit dem Titel "Nur eine Minderheit bleibt ein Leben lang psychisch gesund"
Die meisten Menschen erkranken bis zur Lebensmitte an einer psychischen Störung. Ein regelmäßiges Screening sollte deshalb bei Kindern und Erwachsenen so selbstverständlich sein, wie den Blutdruck zu prüfen.

http://www.spektrum.de/news/nur-eine-mi ... nd/1513775

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitragvon carlotta » Sonntag, 29.10.17, 12:26

Hallo Gwen,

da wird mir ehrlich gesagt schlecht, wenn ich so was lese. Diese Forderungen nach "Screenings" liest man ja immer häufiger. Dabei geht es zunehmend um immer jüngere Klientel. Letzten Endes mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Psychopharmaka-Konsumenten zu rekrutieren - und das unter dem Deckmantel der "Besorgnis", der "Vorbeugung". Wirklich widerlich. :vomit:

Vor allem diese Pathologisierung macht mich rasend. Seelische Krisen gehören zum Leben dazu. Wer die nicht hat, ist ein Roboter und kein Mensch. Ich für meinen Teil mag nicht inmitten von Robotern oder Zombies leben. :zombie:

Liebe Grüße :group:
Carlotta

P. S.: Noch mal zur Erinnerung: Die Diagnosen sog. psychischer Störungen sind in den letzten Jahrzehnten zeitgleich zur explodierenden Verschreibung von PP in die Höhe geschossen. Immer mehr Menschen werden seitdem aufgrund solcher Diagnosen langzeitkrank oder gänzlich erwerbsunfähig. Vielleicht sollte man eher mal auf Medikamentierung "screenen" und daraus Schlüsse ziehen?! :whistle: Aber dafür müsste man ja an der Oberfläche kratzen und mal so richtig nachdenken. Aber nein, Denken ist bestimmt zu anstrengend... Dann könnte man ja tatsächlich was verändern und gar noch Wirtschaftszweige gefährden. Nicht auszudenken! :wink:
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