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Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
hotti
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Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Beitragvon hotti » Dienstag, 14.11.17, 22:22

Abend.
Ich wollte mal einen anderen Thread öffnen, ich weiß nicht ob das hier das richtige Forum ist - geht jetzt eher in die psychologische Richtung, aber hier erhalte ich eigentlich immer tolle Antworten (siehe meinen Beitrag bei den NLs zu Pipamperon).

Ich hatte ja einen Alkoholentzug, dazu muss man aber auch wissen,dass ich beruflich keine tolle Karriere hingelegt habe, hatte damals eine abgebrochene Ausbildung, war noch jung, hat mir nicht Spaß gemacht, hab es auf die leichte Schulter genommen, Alkohol getrunken, und dann lange Zeit nichts gemacht.
Wohne noch zuhause (bin in den Mitte/Ende 20er), und ohne die familiäre Unterstützung wäre ich wahrscheinlich schon aufgeschmissen.
Dazu kommt ja dass ich seit 9 Monaten an Schwindel,Benommenheit und Druck im Kopf leide und auf Grund der 3 monatigen NL Einnahme nach Alkoholentzug auch noch die Absetzsymptome habe (vielleicht auch noch zusätzlich daher diese Emotionalität), quasi ein Mix-Gesamtpaket aus allem, und nichts gefunden wird. Schlafe momentan ca 4-5 Stunden.
Schwindelzentrum wurde von KK abgelehnt.
Körperlich wurde ja alles geklärt (gefunden wurde nur Hausstauballergie, leichte Laktoseintoleranz und HWS Bandscheibenvorfall), psychisch komme ich nicht weiter. Werde wegen Alkohol von Therapeuten abgewimmelt oder erhalte testweise ADs oder stehe auf Platz XY auf Wartelisten.

Seit einigen Monaten erhalte ich ALG2+ einen kleinen Minijob, mehr geht momentan nicht, quäle mich teilweise durch und hatte auch schon öfter Krankschreibung.
Natürlich würde ich gern für die ferne Zukunft zB das Abitur nachholen oder eine Ausbildung machen (momentan soll ich eine 8 Wöchige Maßnahme für die Ausbildungssuche machen, schaffe das nichtmal), aber ich laufe teilweise rum wie ein Zombie, kann mich schlecht konzentrieren, ich würde das mit dem Zustand momentan nicht schaffen.
Zudem denke ich , da ich ja damals einfach eine Ausbildung abgebrochen habe, das ich an gewissen Anpassungsschwierigkeiten leide.

Weiß hier irgendwer eine Anlaufstelle? Will ja die Zukunft nicht komplett verkorksen.

Danke
gruß
Anfang August Alkoholentzug 7 Tage
Dort 4x Tage Benzodiazepin und Vitamintabletten und 40mg Pipamperon vorm Schlafen für 7 Tage
Danach für zuhause je 1x20mg abends
5 Wochen später abrupt von 20mg auf 0mg auf Grund von Erektionsstörung und Stimmungslöchern
5 Tage 0mg "kalter Entzug" -> stärker werdene Depression, Stimmungstief, antriebslos, motivationslos, Angst/Trauer (besonders morgens, im Bett liegen bleiben), Kloß im Hals, Gewichtsverlust, wenig Appetit, Würgereiz, weiterhin keine Erektion
Seit 23.9 wieder abendliche Einnahme von 1x10mg - Besserung
Seit 4.10 abendliche Einnahme von ~7,5mg (Ziel alle ~2 Wochen je nach Symptomatik 2,5mg runterzugehen)
Seit 14.10. abendliche Einnahme von 5mg
Seit 22.10 2.5mg - Schwindel, Potenz, psychische Probleme/Symptome
Seit 6.11 0mg - Schwindel,Pickel, Müdigkeit, null Stressresistent/schnelle Überforderung, leichte Reizbarkeit
---
Johanniskrauteinnahme seit einigen Monaten (genauer Zeitraum nicht nennbar)

Gwen
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Re: Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Beitragvon Gwen » Dienstag, 14.11.17, 22:33

Hallo Hotti,
hast Du schon Mal Ergotherapie gemacht? Ich könnte mir vorstellen, dass das hilfreich wäre.

In größeren psychiatrischen Kliniken gibt's oft arbeitstherapeutisch ausgerichtete Abteilungen, in denen man auch ambulant an der Therapie teilnehmen kann. Da könntest Du Arbeitsfähigkeiten trainieren und schauen, was so beruflich für dich interessant und machbar ist und deine Belastbarkeit steigern.

Ansonsten geht Ergotherapie auch auf Rezept in Praxen. Da muss man aber sehen, ob die ein passendes Angebot haben (sind oft eher auf Kinder oder neorologische Erkrankungen ausgerichtet).

Viele Grüße Gwen
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Escitalopram: aktuell 3mg (01.09.2017)

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Arianrhod
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Re: Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Beitragvon Arianrhod » Mittwoch, 15.11.17, 15:00

Hallo Hotti

hotti hat geschrieben:Dazu kommt ja dass ich seit 9 Monaten an Schwindel,Benommenheit und Druck im Kopf leide und auf Grund der 3 monatigen NL Einnahme nach Alkoholentzug auch noch die Absetzsymptome habe (


hotti hat geschrieben:Körperlich wurde ja alles geklärt (gefunden wurde nur Hausstauballergie, leichte Laktoseintoleranz und HWS Bandscheibenvorfall), psychisch komme ich nicht weiter.


Und zwischen deiner HWS , Schwindel, Benommenheit, Druck und psychische Probleme hat auch kein Arzt einen Zusammenhang gesehen, oder?
Du schreibst "nur". Das ist nicht "nur"!

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

hotti
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Re: Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Beitragvon hotti » Mittwoch, 15.11.17, 23:25

Hallo,danke für die Antworten.

Ergotherapie habe ich noch nie gemacht, zählt ein HWS Bandscheibenvorfall als neurologische Erkrankung? Müsste ich mal meinen Hausarzt fragen.

Ja ich habe "nur" geschrieben, weil ich das quasi als Echo der Ärzte nehme.
Der Bandscheibenvorfall soll nichts mit meinen Symptomen zu tun haben (sondern eher Schmerzen,Lähmung,Kribbeln), die Laktoseintoleranz auch nicht (eher Magenprobleme) und der HNO Arzt hat auch noch nie von Schwindel dazu gehört, eher Augentränen, Nase zu, Halsschmerzen, Niesanfälle etc.

Bisher nicht, der Hausarzt betitelt es halt nur somatoformer bzw psychogener Schwindel.
Dinge wie Osteopathie, Thai Massage oder 5x Physio helfen kurzfristig, aber nicht lange.
Aber scheinbar scheinen meine Muskeln in Nacken,Schultern,Rücken auch immer wieder aufs Neue zu verspannen, aber ich kann ja nicht täglich zu den drei genannten Dingen.
gruß
Anfang August Alkoholentzug 7 Tage
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5 Tage 0mg "kalter Entzug" -> stärker werdene Depression, Stimmungstief, antriebslos, motivationslos, Angst/Trauer (besonders morgens, im Bett liegen bleiben), Kloß im Hals, Gewichtsverlust, wenig Appetit, Würgereiz, weiterhin keine Erektion
Seit 23.9 wieder abendliche Einnahme von 1x10mg - Besserung
Seit 4.10 abendliche Einnahme von ~7,5mg (Ziel alle ~2 Wochen je nach Symptomatik 2,5mg runterzugehen)
Seit 14.10. abendliche Einnahme von 5mg
Seit 22.10 2.5mg - Schwindel, Potenz, psychische Probleme/Symptome
Seit 6.11 0mg - Schwindel,Pickel, Müdigkeit, null Stressresistent/schnelle Überforderung, leichte Reizbarkeit
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Re: Ziel suchen -> physisch/psychisch/beruflich

Beitragvon Arianrhod » Donnerstag, 16.11.17, 13:23

Hallo Hotti,

mein Osteopath meint, dass Probleme mit der Halswirbelsäule erstens Schwindel, und zweitens auch Ängste verursachen können. Ich glaube ihm, weil er zumindest meinen Schwindel wegbekommen und den Tinnitus gebessert hat. ( Die HWS ist im Eimer, damit muss ich leben.) Er glaubt nicht so recht an psychogen. Oft ist es so: zuerst gab es eine körperliche Ursahe und DANN erst verselbstständigt sich das ganze, weil das Gehirn gelernt hat, auf das Unwohlsein mit Schwindel zu reagieren. Ist die Ursache erstmal behoben oder gebessert, kann es auch wieder umlernen.
hotti hat geschrieben:Ja ich habe "nur" geschrieben, weil ich das quasi als Echo der Ärzte nehme.
Der Bandscheibenvorfall soll nichts mit meinen Symptomen zu tun haben (sondern eher Schmerzen,Lähmung,Kribbeln), die Laktoseintoleranz auch nicht (eher Magenprobleme) und der HNO Arzt hat auch noch nie von Schwindel dazu gehört, eher Augentränen, Nase zu, Halsschmerzen, Niesanfälle etc.

Bisher nicht, der Hausarzt betitelt es halt nur somatoformer bzw psychogener Schwindel.
Dinge wie Osteopathie, Thai Massage oder 5x Physio helfen kurzfristig, aber nicht lange.
Aber scheinbar scheinen meine Muskeln in Nacken,Schultern,Rücken auch immer wieder aufs Neue zu verspannen, aber ich kann ja nicht täglich zu den drei genannten Dingen.
gruß


Fünfmal irgendwas reicht nicht, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Du könntest folgendes mit deinem Hausarzt besprechen: (wenn du in D lebst, in der Schweiz und bei den oesterreichern ist das anders)
-KG- Verordnung außerhalb des Regelfalls. Der Arzt muss das nur bei der Krankenkasse beantragen, dann belastet es nicht sein Budget, und er kann dir das ganze Jahr über KG aufschreiben.
- orthopädische ambulante Reha beantragen ( wird eher bewilligt, als stationär)
- psychosomatische Reha

Deine Ziele, die du oben genannt hast, denen kommst du näher, wenn es dir körperlich erst wieder besser geht. Sag das ruhig mit der angestrebten Ausbildung deinem Arzt, so was gehört als Ziel in den Rehaantrag.
Leider haben wir hier in der Medizin das Hol-Prinzip= Patient muss sich um alles kümmern, beantragen, nachfragen, da bleiben viele auf der Strecke, die gerade nicht so die Kraft zum Kämpfen haben.
Und frage auch mal im Jobcenter nach, ob sie dir helfen können. Sag ihnen, du bist nicht faul, sondern fühlst dich wirklich krank. Die sollen auch mal was tun für ihr Gehalt ;)

Ich drücke dir die Daumen, liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)


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