Klick auf das Kreuzchen, wenn Du die Meldung gelesen hast ->

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bleibt, bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lies Dich dann zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Euer ADFD Team

Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Antworten
Murmeline
Team
Beiträge: 12016
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 13536 Mal
Danksagung erhalten: 11918 Mal

Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 08.10.17, 7:31

Pharmafirmen versprachen psychische Krankheiten mit Medikamenten zu heilen - und sind gescheitert. Jetzt steigen sie aus der Forschung aus. Studien zeigen: frühzeitiges Ausschleichen der Psychopharmaka hilft Patienten besser, als sie langfristig einzunehmen. Die Psychiatrie auf neuen Wegen?

Dok 5 - Das Feature | Heute, 08.10.2017, 11.05 - 12.00 Uhr |

Das Feature steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Zuerst erstellt der Psychiater eine Diagnose. Dann verordnet er Psychopharmaka, die den Geist herunter regulieren oder stimulieren. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass eine zusätzliche Psychotherapie sinnlos sei, wenn der Patient seine Medikamente nicht längerfristig einnimmt. Das ist Standard in der psychiatrischen Behandlung von Psychosen und anderen schweren psychischen Leiden.

Lange hat die Pharmaindustrie davon profitiert. Doch inzwischen nagen wissenschaftliche Studien am Fundament der Standardtherapie. Weil keine besseren chemischen Substanzen in Sicht sind, haben sich wichtige Pharmafirmen aus Forschung und Vermarktung verabschiedet. Mit Milliardengeldern der EU sollen sie zurück ins Boot geholt werden, und neue Studiendesigns werden entworfen. Können die dafür sorgen, dass Psychopharmaka Menschen nicht nur zudröhnen, sondern ihnen langfristig helfen? Oder ist ein grundsätzlich anderer Umgang mit Medikamenten nötig: Verzicht oder schnellst mögliches Ausschleichen und empathische Begleitung?
http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen ... a-100.html

Edit: zeitlich begrenzter Link zum Anhören: http://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po ... e_wdr5.mp3
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 13):
Flummimicha68wegcarlottaArianrhodKafftigapadmaSiggimückeKaulquappe 411RobertusActionRaziaAngstmaus

Arianrhod
Beiträge: 1219
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16
Hat sich bedankt: 2713 Mal
Danksagung erhalten: 3187 Mal

Re: Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 08.10.17, 14:39

Murmeline hat geschrieben:
Zuerst erstellt der Psychiater eine Diagnose. Dann verordnet er Psychopharmaka, die den Geist herunter regulieren oder stimulieren. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass eine zusätzliche Psychotherapie sinnlos sei, wenn der Patient seine Medikamente nicht längerfristig einnimmt. Das ist Standard in der psychiatrischen Behandlung von Psychosen und anderen schweren psychischen Leiden.
Dann auch " toll," :roll: dass sich Psychotherapeuten weigern, Patienten zu behandeln, die NL oder hohe Dosen AD nehmen. Begründung: Sie kämen an deren Innerstes, deren Gefühle " nicht ran" (was nachvollziehbar ist). Aber der Psychiater besteht auf dem Gegenteil.
So wird der hilfesuchende Mensch zwischen den beiden Autoritäten "aufgerieben"...... :frust:

liebe Grüße Arian
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Arianrhod für den Beitrag (Insgesamt 5):
carlottaKaulquappe 411EvainandoutLenaLena
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Murmeline
Team
Beiträge: 12016
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 13536 Mal
Danksagung erhalten: 11918 Mal

Re: Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 08.10.17, 22:07

Hier der zeitlich begrenzte Link zum nachhören: http://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po ... e_wdr5.mp3
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 3):
carlottaArianrhodKaulquappe 411
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kaulquappe 411
Beiträge: 890
Registriert: Sonntag, 21.12.14, 22:12
Wohnort: Rheinland-Pfalz
Hat sich bedankt: 1945 Mal
Danksagung erhalten: 1517 Mal

Re: Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Beitrag von Kaulquappe 411 » Sonntag, 15.10.17, 15:36

Also das hätte ich denen schon früher sagen können, dass die Giftpillen nur zudröhnen und nicht heilen.

Abgesehen davon, bin ich erst dann an mein Innerstes und meine Gefühle gekommen, nachdem ich angefangen habe, die sch :censored: Pillen abzusetzen, denn vorher war ich innerlich wie tot und abgeschnitten. :evil:

Bevor so manch Psychotherapeut solch einen inkompetenten Kommentar abgibt, sollte er erst einmal selbst solche Pillen nehmen um zu erfahren, was die aus den Menschen machen. Nämlich Zombies, die noch kränker werden als vorher. :zombie: :evil: :evil: :evil: :frust:

Quappe :vomit:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kaulquappe 411 für den Beitrag (Insgesamt 4):
ArianrhodcarlottaHunk89LenaLena
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g

Jessica_83
Beiträge: 8
Registriert: Dienstag, 30.08.16, 19:17

Re: Radiobeitrag 08.10. Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Beitrag von Jessica_83 » Sonntag, 29.10.17, 13:22

Gratulation!
Schön das man es endlich zugibt. Wir sind auf einem guten Weg das sich alles bessert.

Antworten