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Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Clarissa
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Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 20.03.18, 6:45

 ! Nachricht von: padma
Beiträge wurden von einem anderen thread abgetrennt, da eigenständiges Thema

Hallo.

Volle Zustimmung zu Kevins Worten, daß man v.a. Suizidgedanken hat, WENN man unter Medikamenten steht. Bei mir war das vollkommen so. Je mehr PP ich bekam, desto verbimmelter wurde ich im Kopf und desto weniger in der Lage, Probleme zu lösen und mein Leben auf die Kette zu kriegen. Ich sah keinen Ausweg. Unter PP gab es auch keinen für mich. Allerdings machten die mich auch so handlungsunfähig, daß es mir nicht gelang, mein Vorhaben gescheit zu planen und auszuführen.

So bescheiden es mir jetzt auch geht: suizidal bin ich jedenfalls nicht mehr.

VG von Clarissa.
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 23.03.18, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Oliver » Freitag, 23.03.18, 15:43

Hallo Kevin,
Kevin05 hat geschrieben:
Montag, 19.03.18, 20:42
Suizidgedanken hat man meiner Ansicht nach vor allem WENN man unter Medikamenten steht, das machen die und nicht dein Geist oder dein Wille. Kein "normaler" Mensch will sich freiwillig umbringen.
Selbstverständlich ist Suizidalität eine der perfidesten Nebenwirkungen z.B. von SSRI - sogar bei gesunden Freiwilligen. Trotzdem, ist das im Vergleich zu dem Vorkommen bei Menschen, die nicht unter dem Einfluss von PP stehen, verschwindend gering. Suizid ist immerhin auf Platz 17 derweltweit häufigsten Todesursachen.
Suicide accounted for 1.4% of all deaths worldwide, making it the 17th leading cause of death in 2015.
--http://www.who.int/mental_health/preven ... revent/en/

Wenn du Dir dann mal anschaust, wo vor allem diese Suizide stattfinden, dann wird das noch klarer. Die meisten Suizide finden in den armen Ländern statt und da nehmen längst nicht so viele PP wie hier:
Suicide is a global phenomenon; in fact, 78% of suicides occurred in low- and middle-income countries in 2015.
--http://www.who.int/mental_health/preven ... revent/en/

LG
Oliver
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Re: Lorazepam mit Hilfe von Diazepam absetzen / Triggerwarnung : bitte lies hier nur, wenn du dich sehr stabil fühlst

Beitrag von Katharina » Freitag, 23.03.18, 16:19

Hallo !

Ausschließlich unter Antidepressiva habe ich suizidal gefühlt, gedacht und Infos eingeholt.
Sowie Hilfe in Gesprächen.

Nach Aussbleiben der Antidepressiva - Absetzsymptomatik befinde ich mich jetzt mit Einschränkungen (schwach, mich nicht allein versorgen können )
in der Phase Benzodiazepine auszuschleichen, gerade hart.

(30 von 35 Wochen liegen hinter mir - zwei andere Medikamente vor mir, keine Antidepressiva)

Ich habe morgendliche Panikattacken und viele körperliche Symptome.

psychisch bin ich stabil und zufrieden, ich kann etwas tun, zb Fotos bearbeiten,
etwas was unter Antidepressiva - Reduktion und ca. ein einhalb Jahre nach Null nie denkbar gewesen wäre.

(jemand wollte mir besondere Stifte /Pinsel schenken, ich habe angewidert geantwortet, ich wüßte nicht einmal wozu ich einen geraden Strich ziehen sollte, geschweige in welcher Farbe, nix null, innen vollkomen leer.


in meiner jetzigen Situation habe ich NIEMALS auch nur einen Anflug von folgenden Gefühlen gehabt:

- ich gebe auf.

- ich bleibe in dem momentanen Status und reduziere nicht mehr, weil es mit Zuviel ist.

- Suizid-Gefühle/Gedanken.



Ich kann mir fast nicht vorstellen, diese gehabt zu haben
wenn ich nicht hier geschrieben und von anderen diese Erfahrungen gelesen hätte.

Ebenso Verzweiflung / ein Art" Es ist zu Ende- Gefühl" / unter anderen hier Neuro-Emotionen beschrieben.

Verzweiflung kenne ich in meinem Leben nicht.

Ich kann nicht verzweifeln und mich gleichzeitig über Wasser halten,
das mußte ich schlichtweg
ohne das damals bewußt gewußt zu haben, wozu, es war so.

Ich mußte einfach weiter machen in vielen Lebensabschnitten,
auch mit und für andere, und weshalb auch nicht,
wir waren zu Vielen in gewissen Nöten.

Ich besitze das Gefühl von klein auf
gerade weil ich die Basis nicht besaß, familiär oder anders, wie immer oder wo man aufwächst.
(egal ob mit oder ohne Silberbesteck auf dem Tisch der Erzieher.)

DAS LASSE ICH NICHT AUF MIR SITZEN, das ist mein Gefühl.

Dies Lebensgefühl, ohne Verbitterung hat mich immer begleitet, mit und ohne Heizung, oder nur einem Wellblechdach für eine Zeit um jemanden nicht allein zu lassen.
Ich kann mir aus allem das Beste heraus erarbeiten. Sonst wäre ich nicht mehr da.

ANTIDEPESSIVA haben mir dieses Basis LebensGefühl genommen,
ohne begleitende Gespräche hätte ich diese Zeit nicht durch gestanden.
Mein Werkzeug war weg.


Mein Basis Lebens-Gefühl,
DAS LASSE ICH NICHT AUF MIR SITZEN ist meine treibende Kraft, auch heute.

Gruß,
Katharina


ich kenne in meinem Leben dieses Gefühl nicht
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Re: Lorazepam mit Hilfe von Diazepam absetzen / Triggerwarnung : bitte lies hier nur, wenn du dich sehr stabil fühlst

Beitrag von Eva » Freitag, 23.03.18, 16:31

Hallo,

bei meiner damaligen Suizidabsicht und deren versuchter Umsetzung war ich schon zugedröhnt mit schweren Schlafmitteln (damals noch Barbiturate), sonst hätte ich in der Tat kaum den Mut gefunden.

Den Selbsterhaltungstrieb "einfach so", also bei völlig klarem Verstand und Bewusstsein, ausschalten zu können, liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Tabletten betäuben den Trieb natürlich, und Alkohol spielt dabei vielfach auch eine Rolle.

Allerdings kann auch allein die Verzweiflung eine unterschiedlich große, eigene Kraft entwickeln. Manchmal ist es ganz gut, sich nicht in alles hineinversetzen zu können. :cry:

Noch etwas: In einem Forum eine bevorstehende Selbsttötung anzukündigen, ist sicherlich der Ausdruck einer totalen Verzweiflung - aber ich denke auch, von Wut. Denn außer, dass es große Hilflosigkeit bei den Usern und dem Team hervorruft, ändert es ja nichts, da regelrechte Hilfe von dort kaum kommen kann. Ich finde von daher so eine Ankündigung ehrlich gesagt nicht gerade fair. Aber darauf kommt es Menschen in dem Zustand sicherlich auch nicht an.

Gruß, Eva
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Re: Lorazepam mit Hilfe von Diazepam absetzen / Triggerwarnung : bitte lies hier nur, wenn du dich sehr stabil fühlst

Beitrag von Marko92 » Freitag, 23.03.18, 16:47

Hallo Oliver,
Oliver hat geschrieben:
Freitag, 23.03.18, 15:43
Selbstverständlich ist Suizidalität eine der perfidesten Nebenwirkungen z.B. von SSRI - sogar bei gesunden Freiwilligen. Trotzdem, ist das im Vergleich zu dem Vorkommen bei Menschen, die nicht unter dem Einfluss von PP stehen, verschwindend gering. Suizid ist immehin auf Platz 17 derweltweit häufigsten Todesursachen.
danke, dass du das ansprichst. - War mir auch sehr einseitig vorgekommen, hatte aber nicht die Zeit, was zu zu schreiben.

Kenne Menschen, die wegen Krebs-Diagnosen oder Lebenskrsien Suizidgedanken hatten oder - versuche gemacht haben, die Partner oder Kinder verloren hatten, die in Zwangslagen waren, wo niemand geholfen hat und die sie nicht selber ändern konnten.

Finde es auch schade, wenn solche Antworten im Thread eines Mitglieds auftauchen, das sexuellen Missbrauch in der Kindheit und Retraumatisierung in der Therapie erlebt hat.

LG Markus

PS Überschneidung mit 2 vorherigen Beiträgen
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seit Anfang 2011 20 mg Paroxetin wegen Angststörung
Mitte April 2014 auf 4mg, alle 3 Wochen 2 mg reduziert mit leichtem Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen für einige Tage, seit 20. Juni NULL - leichte Symptome wie bei den anderen Schritten

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Re: Lorazepam mit Hilfe von Diazepam absetzen / Triggerwarnung : bitte lies hier nur, wenn du dich sehr stabil fühlst

Beitrag von DeeDee123 » Freitag, 23.03.18, 17:18

Hallo an alle,
betreffend des Suizidankündigens - vor ein paar Tagen hat das jemand meines Erachtens getan und es hat mich schwer mitgenommen.
Man kann darauf online überhaupt nicht reagieren, außer natürlich zu versuchen, Mut zuzusprechen etc, damit die Person das hoffentlich nicht tut!!
Ich hatte vor vielen Jahren selbst eine extrem schwere Episode in meinem Leben und JA, da spielten auch starke Medikamente/Alkohol mit rein, mit "klarem Kopf" haben wohl die meisten den angesprochenen Selbsterhaltungstrieb.
Das sollte wohl niemand hier vergessen - das sind Chemikalien, die da sprechen und man darf Impulsen nicht einfach nachgeben.
@Katharina und Eva: Ich bewundere Euer starkes Denken. Ich hoffe, auch positives Denken zu erlernen.
LG aus der hübschen Hansestadt Bremen
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W, Sohn (12) und Tochter (6)

*seit 1996 opiathaltige Schmerzmittel, Umzug nach England, UK
*seitdem auch diverse AD
*2010 große private Probleme, Scheidung, seitdem noch mehr PP dazu :
*bis zu 18mg Bromazepam täglich
*bis zu 600mg Pregabalin (Lyrica)
*2014 Rückkehr nach Deutschland
*2015 AD weiterverschrieben, Lyrica selbst viel zu schnell ausgeschlichen, für den Opiatentzug in ambulante Tagesklinik
*2016 on und off übrige Bromazepam genommen, körperlich/psychisch am Ende
*RÜCKFALL opiathaltiges Schmerzmittel Tilidin, 6x 150mg/Tag
*Kinder versorgt ABER bin zum Jugendamt im SEPT. "brauche Hilfe"

KINDER IN OBHUT GEGEBEN

*April 2017 10-tägiger Schnellentzug vom Bromazepam 12-18mg/Tag. Nur mit Valproinsäure und Doxepin!
Psyche spielt seitdem komplett verrückt, aber bemerke Verbesserung.

*17.04. - Tilidin Entzug (750-900mg/Tag) +
Therapie stationär.
*26.04. - 450mg Tilidin + 100mg Doxepin.

MÖCHTE FÜR DIE KINDER FIT WERDEN.

Merke IMMER NOCH den Benzo-Entzug.
*AD Venlafaxin 150mg/Tag seit 15.1. Starke NW. 15.4. Reduziert auf 75mg/Tag.
*Ergenyl (Valproinsäure) 1500mg.
Hatte 4 Krampfanfälle über die Jahre (letzter Juni'16). Arzt in der Klinik hat EEG versprochen.

weg
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von weg » Freitag, 23.03.18, 18:34

hallo,

der gedanke an die möglichkeit selbstmord zu machen, war für mich lebenserhaltend. ich hatte diesen gedanken fast tag für tag und fast mein ganzes leben lang. mal war er sehr im vordergrund, manchmal abgespalten. aber er war sehr quälend und hat auch meine lebensenergie aufgezehrt.

erst seit ich nun das stillnox/zolpidem fast abgesetzt habe, sind diese sehr schwer quälenden gedanken wie weggewischt. ich kann es fast selber nicht fassen.

vor ein paar wochen hatte ich den mut, meiner HA davon zu berichten. ich habe meine patientenverfügung neu verfasst. damit ich dann wirklich auch über meine gewesenen selbstmordgedanken mit ihr sprechen kann, habe ich zusätzlich einen brief "zum besseren verständnis von meinen selbstmordgedanken" geschrieben. sie hat dann den brief laut vorgelesen und wir haben ihn zusammen besprochen. meine HA war zutiefts betroffen, weil ich ihr nie etwas von meinen nöten gesagt habe. ich war ja jahrzehnte lang bei ihr in behandlung.

es ist ja sehr heikel, jemandem in die selbstmordgedanken einzuweihen. einerseits wollte ich niemanden damit belasten und hilflos machen, andererseits droht da ja auch eventuell wieder eine PP-behandlung oder klinik.

meine HA machte mir das angebot, dass ich jederzeit in ihre sprechstunde kommen könne, falls ich doch wieder auf selbstmordgedanken kommen sollte - und das von einer stunde auf die andere. da sie die gefahr von einer weiteren behandlung mit PP oder gar eine klinikeinweisung mit mir teilt, haben wir vereibart, dass unser gespräch nirgends in einer akte erscheinen wird.

ich selber fühle mich sehr befreit und leicht. erst jetzt spüre ich, wie extrem schwer, quälend und schmerzhaft und einschränkend diese selbstmordgedanken waren. mir ist, als hätte ich nun "flügel" bekommen und eine solide bodenhaftung.

trotzdem frage ich mich ab und zu, sind diese gedanken wirklich weg? und ich muss nur nicken: sie sind weg.

herzlich
weg
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Katharina
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Katharina » Freitag, 23.03.18, 19:39

Liebe DeeDee ! :hug:

ich antworte dir schnell so lang ich noch am pc sitzen kann:

Ich bin davon überzeugt, das es NICHT mein Denken ist,
nichts was ich mir durch was auch immer an geeignet habe, bewußt.

Ich bin so.

MANN hat mir das quasi angetan mit drei.

Oh Gott mit drei ?!?
Ja;
Vorteil:
Muster, die so früh gesetzt werden, sind sehr fest.

Ich habe ein gutes Muster entwickeln können.

den "mit drei war ja nicht einmalig", das Muster aber so ständig im Training,

wenn ich das hier so salopp sagen darf,
anders will ich schon nicht hier und überhaupt "damit" umgehen,
zumal Traumtherapie ist lange her und somit das Thema Vergangenheit.

ABER: ich glaube nicht das dieser... damit gerechnet hat.
Das es möglich ist, nicht garantiert - ein Überlebensmuster zu entwickeln, un-bewußt.

Mit drei ist bewußtes Gestalten am Ich unmöglich.
Das hat nicht einmal die Kinderpsychologie geschafft. In deren Akten steht nichts davon.
Ich mußte 13 Jahre hin, zwei Mal in der Woche. heimlich vor der Türe abgesetzt und abgeholt, Schande.
ausser in den Ferien, natürlich.

Ich möchte es locker rüber bringen: ich habe Glück gehabt.

Ich möchte deutlich unterstreichen, das ich NIEMANDE und, wird gern vergessen
NIEMANDEN der das erleben mußte,
als unernst,
kalt,

salopp, "Floskelmäßig", Worthülsenhafig
- was ich hasse wie die Pest in so sensiblen Bereichen-

unmitfühlend erscheinen möchte,


in dem beschränkten Maße wie es nun mal über diesen Schriftweg möglich ist.
Ohne sich je gesehen usw zu haben.




Wann immer ich "so etwas" deutlich
oder zwischen den Zeilen lese
bin ich zutiefst getroffen und betroffen.
zutiefst,

und schalte mich weg sonst schade ich mir.

Deshalb hier kurz und knapp aber mit Herz und Seele,


ich kann und will das nur kurz und knapp, sonst geht das auf in mir
das lasse ich nicht zu,

Grund für dies Schreiben, liebe DeeDeeaber: ich bin so, nix Besonderes :-))

Ich habe mir das nicht mit Bewußtsein, aus Überzeugung,
so kann ich besser zurecht kommen,
an / er-arbeitet.

Damit habe ich das Muster in mir, auto-matisch so seltsam das klingt. Und kann es immer gut nutzen.

Hätte ich anders gefühlt/ wie auch immer das vonstatten geht in diesem frühen Alter,
dann gäbe es mich nicht mehr oder
ich wäre im besten Fall in einer Art betreuten Lebens Rahmen leben.

so, schönen Abend jetzt, das WE steht vor der Türe und der Frühling auch,
raus an die frische Luft mit denen die es können,
die anderen ärgern sich nur noch kurz über blöde Heizsysteme, dann reissen diejenigen ihre Fenster auf, die grad nicht raus können!

Alles Liebe, Katharina
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Eva » Freitag, 23.03.18, 20:28

Hallo,

ich denke noch über die Überschrift nach ...

Der HauptGRUND für Suizide sind PP meiner Ansicht nach nicht - der dürfte im seelischen Bereich liegen - Suizide erleichternd und teilweise sogar herausfordernd aber schon. So würde ich die Frage beantworten.

Grüße, Eva
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von weg » Samstag, 24.03.18, 7:37

hi
eva hat geschrieben: ich denke noch über die Überschrift nach ...
unsere sehr persönlichen geschichten passen in keine ordnung. sie sollten nun nicht in eine diskussion um die richtige benennung fallen und so neutralisiert und für das "volk" schmackhaft gemacht werden. wer hier schreibt, hat es verstanden, was gemeint ist.

wir brauchen unsere kräfte anders, als dies theoretisch abzuhandeln. davon sind die bibliotheken voll davon.

wir brauchen die lebendigkeiten, den austausch von schmerzen und leid und deren umgang damit, und sollten da nicht abgebremst werden.

herzlichen dank ihr alle, die ihr den mut hat über eure selbstmordgedanken, schweren erlebnisse zu schreiben. schlimme erfahrungen werden wohl bei jedem von uns wach. und die bedürfen wohlwollende aufmerksamkeit und begleitung. das kann auch in einem forum möglich sein.

:group:
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Eva » Samstag, 24.03.18, 9:12

Weißt Du, liebe Weg,

wir brauchen auch keine Schulmeister, die den einzelnen Mitgliedern in die Parade fahren und ihnen sagen, was sie zu denken und zu sagen haben. Ich schreibe, was mir durch den Kopf geht, werde das auch in Zukunft tun und will damit weder ausbremsen, noch Diskussionen stören und denke auch nicht, dass das für andere so rüberkommt.

Ich finde, solche korrigierenden Beiträge wie Dein letzter stören den Diskussionsfluss mehr als meine "theoretischen Überlegungen".

Von mir kam schon einmal der Vorschlag, uns einfach gegenseitig zu ignorieren, weil wir offenbar "nicht miteinander können". Ich wäre dankbar, wenn wir das beide künftig beherzigen könnten.

Eva
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Oliver » Samstag, 24.03.18, 9:53

Hallo,

Für mich persönlich kann ich die Frage ganz eindeutig mit Nein beantworten. PP haben in meiner bisher einzigen schwer suizidalen Phase keine Rolle gespielt. Sie kamen erst ins Spiel als ich diese Phase aus eigener Kraft überwunden hatte. Ich wollte mich vor weiteren solcher Phasen schützen und hatte "herausgefunden", dass meine "Depressionen" auf einer "Stoffwechselstörung im Gehirn" beruhen und ich prophylaktisch Antidepressiva nehmen kann. Heute weiß ich, dass das kompletter Unsinn war - zumindest für meine konkrete Lebenssituation in der ich damals war. Ich hatte nie eine Gehirnstoffwechselstörung namens Depression, die mit SSRI ausgeglichen werden kann. Ich steckte in einer ganz konkret begrpündeten, tiefen Lebenskrise und aufgrund meiner persönlichen Biographie hatte ich damals noch nicht die Werkzeuge, konstruktiv mit dieser Krise umzugehen.

Ich hatte damals das Gefühl der Verbundenheit mit meiner Umwelt und der Gesellschaft in der ich lebe komplett verloren. Ich war quasi aus dem Leben gefallen. Das war als ich Ende zwanzig war und meinen Traum vom Leben eines Musikers an den Nagel gehängt habe. Mein bisheriger Lebensentwurf war also zerbrochen und ich habe mich darüber hinaus auch zutiefst ausgenutzt und missbraucht gefühlt. Ich lass die Details besser weg, aber ich bin schlicht und einfach über Jahre hinweg ausgenutzt worden und habe das erst langsam und sehr schmerzhaft realisieren müssen. Ich musste mir auch selber eingestehen, dass ich eigentlich gar kein professioneller Musiker sein wollte. Meine Erfahrungen in dieser Szene und mit vielen Menschen, die man in dieser Industrie antrifft, haben mich desillusioniert und ich wollte kein Teil davon sein. Als eine Konsequenz habe ich mich nach mehreren gescheiterten Versuchen als Musiker etwas aufzubauen, komplett aus diesem Umfeld zurückgezogen (eine erzwungene, fast einjährige Verletzungspause, war da wohl der letzte Anstoß). Ich fühlte mich komplett allein und wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich hatte das Gefühl, dass ich niemals einen Platz in dieser Gesellschaft finden würde, wo ich ein für mich sinnvolles Leben führen könnte. Ich hatte ein umfassendes und tiefgehendes Gefühl der Isolation und der Perspektivlosigkeit in Kombination mit einer großen Scham über mein "Versagen" (was mich noch mehr in die Isolation geführt hat). Ich war damals unumstößlich davon überzeugt, dass ich mein Leben an die Wand gefahren hatte, und das es niemals besser werden würde.

Ich weiß nicht, wie sich Suizidalität für andere anfühlt und da gibt es bestimmt auch unterschiedliche Ausprägungen von, daher beschreib ich mal, wie sich das für mich angefühlt hat (und ab und an überkommt mich sowas auch heute noch, aber in wesentlich abgschwächter Form): ich hatte ganz einfach ein ganz starkes Empfinden, dass es besser wäre, wenn ich nicht existieren würde. Es war noch nicht mal ein extremes Leiden, im Sinne einer ausgeprägten Verzweiflung. Es war das Gefühl einer kompletten Sinnlosigkeit meiner Existenz und das Gefühl, dass nichts was ich tue irgendeinen Unterschied macht. Es war kein akutes Gefühl. Es war ein chronisches Gefühl, das mal mehr und mal weniger an der Oberfläche war. Es zog sich über viele Monate und insgesamt hat es mich für viele Jahre begleitet. Die Frage, wo es herkam wird für mich am Besten durch Martin Seligmanns Konzept der "erlernten Hilflosigkeit" erklärt. Das Erlernen meiner Hilflosigkeit fand bereits in der frühesten Kindheit statt. Ich geh auch hier nicht auf Details ein, aber für mich ist das rückblickend alles so klar und logisch, dass ich mich bis heute frage, wieso ich erst mit Anfang dreißig angefangen habe zu verstehen, was eigentlich mit mir los ist :)

Ich habe damals auch über Monate hinweg ganz nüchtern nachgeforscht, wie man das eigene Leben am effektivsten und "sozialverträglichsten" beenden kann. Ich wollte es auch denen die mich finden würden möglichst ... untraumatisierend gestalten. Auch hier gehe ich selbstverständlich nicht auf Einzelheiten ein, aber ich hatte einen ganz klaren Plan und ich wollte auch sicher gehen, dass er nicht schiefgeht. Mein eigener Perfektionismus und mein Hang zur Prokrastination haben mir wohl auch mit das Leben gerettet. Irgendwann ging es mir dann einfach langsam wieder besser, ohne das irgend etwas sich signifikant geändert hatte. Der Faktor Zeit wird so oft unterschätzt. Ich brauchte wohl einfach Zeit und die hat mir mein Perfektionismus und mein Zögern verschafft. Man kann eben aus allen Schwächen auch Stärken machen :)

Mein persönlicher Grund war also damals, dass ein Lebensentwurf zerbrochen war und ich aufgrund meiner erlernten Hilflosigkeit unfähig war, konstruktiv damit umzugehen. Ironischerweise war für mich die Gründung des ADFD mit meiner heutigen Frau zusammen die wesentliche sinnstiftende Maßnahme, die direkt aus dieser Zeit und dem direkt anschließenden gescheiterten Experiment der Prophylaxe mit Paroxetin entwachsen ist. Das hat mir gezeigt, dass ich vorher nie wissen kann, wozu etwas gut ist. Es hat mir auch gezeigt, dass es besser ist, wenn ich dem Leben die Chance gebe, mich zu überraschen und einfach durch die Türen zu gehen, die sich mir öffnen, wenn ich meiner Intuition folge. Seitdem haben sich noch einige andere Türen in meinem Leben geöffnet und weitere Tätigkeiten sind dazugekommen, die für mich sinnsstiftend sind, aber die Arbeit im ADFD gehört für mich trotz der Belastung, die es auch für mich bedeutet zu den Tätigkeiten in meinen Leben auf die ich mit Stolz blicke und denke: "War wohl doch gut, dass ich das damals nicht durchgezogen habe" :)

Mein Leben ist also noch nicht mal im Ansatz so verlaufen, wie ich es mir so mit Anfang 20 erhofft hatte und ich habe auch aufgrund meiner persönlichen Biographie bis heute noch dunkle Phasen, aber ich bin doch in der Lage ein Leben zu führen, das mir als sinnvoll erscheint.

Die Idee, dass ich eine psychische Störung habe, die auf eine Stoffwechselstörung im Gehirn zurückzuführen ist, erscheint mir heute total absurd und ich denke, dass wir als Gesellschaft noch viel zu lernen haben, wenn es um das Thema psychische Gesundheit geht.

Ich glaube auch, dass es viele Gründe dafür geben kann, dass Menschen nicht mehr Leben wollen und ich spreche niemandem ab, diese Entscheidung für sich zu treffen. Ich glaube aber auch, dass viele ihre Entscheidung bereuen würden, wenn sie sich selber eine Chance dazu geben würden.

Liebe Grüße
Oliver
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Oliver » Samstag, 24.03.18, 9:58

Off Topic
Eva hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 9:12
Ich finde, solche korrigierenden Beiträge wie Dein letzter stören den Diskussionsfluss mehr als meine "theoretischen Überlegungen".

Von mir kam schon einmal der Vorschlag, uns einfach gegenseitig zu ignorieren, weil wir offenbar "nicht miteinander können". Ich wäre dankbar, wenn wir das beide künftig beherzigen könnten.
Das kann jeder selber beherzigen, ohne dazu auf den anderen angewiesen zu sein: ucp.php?i=ucp_zebra&mode=foes
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Eva » Samstag, 24.03.18, 10:06

Hallo Oliver,

In Deinen Zeilen:
Es war das Gefühl einer kompletten Sinnlosigkeit meiner Existenz und das Gefühl, dass nichts was ich tue irgendeinen Unterschied macht. Es war kein akutes Gefühl. Es war ein chronisches Gefühl, das mal mehr und mal weniger an der Oberfläche war. Es zog sich über viele Monate und insgesamt hat es mich für viele Jahre begleitet. Die Frage, wo es herkam wird für mich am Besten durch Martin Seligmanns Konzept der "erlernten Hilflosigkeit" erklärt. Das Erlernen meiner Hilflosigkeit fand bereits in der frühesten Kindheit statt. Ich geh auch hier nicht auf Details ein, aber für mich ist das rückblickend alles so klar und logisch, dass ich mich bis heute frage, wieso ich erst mit Anfang dreißig angefangen habe zu verstehen, was eigentlich mit mir los ist :)
finde ich mich wieder. Eben das meinte ich mit "der Hauptgrund dürfte in der Seele liegen". Die Ursache ist bei mir meine Ursprungsfamlie, das ist mir sehr klar. Die Familie war durch bestimmte Ereignisse gebrochen, sie existierte zwar noch, aber als Hülle. Es lag also eine tiefe Störung vor, zudem ging meine Mutter diesen Weg bis zum Ende, daher war die fatale, dennoch logische Quintessenz meine eigene Suizidabsicht mit Anfang Dreißig.

Wenn es dann anders kommt, kann die Erkenntnis wachsen (und die Seele mit), so auch bei mir:
Ich glaube auch, dass es viele Gründe dafür geben kann, dass Menschen nicht mehr Leben wollen und ich spreche niemandem ab, diese Entscheidung für sich zu treffen. Ich glaube aber auch, dass viele ihre Entscheidung bereuen würden, wenn sie sich selber eine Chance dazu geben würden.
Liebe Grüße,
Eva
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Katharina » Samstag, 24.03.18, 13:06

Lieber Oliver,

Vielen Dank für das Teilen eines Auszüge Deines Lebens so dramatisch, ebenso spannend.

Liebe Grüße, Katharina

(Ich musste an Frau Neuhauser und ihr Buch denken

https://youtu.be/OZeSr3GdOW8)
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Eva » Samstag, 24.03.18, 13:28

Hallo Oliver,

nochmal danke für diese Sätze:
Oliver hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 9:53
Ich steckte in einer ganz konkret begrpündeten, tiefen Lebenskrise und aufgrund meiner persönlichen Biographie hatte ich damals noch nicht die Werkzeuge, konstruktiv mit dieser Krise umzugehen.

Ich fühlte mich komplett allein und wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll.

Ich hatte ein umfassendes und tiefgehendes Gefühl der Isolation und der Perspektivlosigkeit in Kombination mit einer großen Scham über mein "Versagen" (was mich noch mehr in die Isolation geführt hat). Ich war damals unumstößlich davon überzeugt, dass ich mein Leben an die Wand gefahren hatte, und das es niemals besser werden würde.

Es war das Gefühl einer kompletten Sinnlosigkeit meiner Existenz und das Gefühl, dass nichts was ich tue irgendeinen Unterschied macht. Es war kein akutes Gefühl. Es war ein chronisches Gefühl.
Jeder einzelne davon könnte von mir sein, und bei Dir nun sehe ich sehr detailliert, was auch mit mir damals los war. Dass die Werkzeuge fehlten, ist genau der Punkt, der unsere Zukunft besser machen kann, und genau deshalb gehe ich heute, auf einen kurzen Nenner gebracht, zum Psychotherapeuten: um mir diese Werkzeuge weiter anzueignen.
ich hatte ganz einfach ein ganz starkes Empfinden, dass es besser wäre, wenn ich nicht existieren würde.
Das hatte ich ebenso, und das ist auch das, was mir im Nachhinein erklärt, wie ich mein Verantwortungsgefühl während der Tat meinem Sohn gegenüber ausblenden konnte. Lange noch hat mich später mit Scham erfüllt: dass ich DAS fertiggebracht habe, ihm das anzutun. Dieses Ausblenden zeigt mir am stärksten auf, wie krank meine Seele eigentlich war.

Wie schön, dass wir überlebt haben.

LG Eva
Zuletzt geändert von Eva am Samstag, 24.03.18, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Oliver » Samstag, 24.03.18, 13:36

Eva hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 13:28
Wie schön, dass wir überlebt haben.
Ja, find ich auch :party2: :party2: :party2:
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide? - ACHTUNG TRIGGER!

Beitrag von Marko92 » Samstag, 24.03.18, 14:59

Hallo liebe Alle :) ,

ein düsteres Thema in Deutschland ist das selbstbestimmte Sterben und die Versorgung von Krebspatienten oder anderen chronisch Kranken, die erheblich leiden ohne Aussicht auf Heilung.
Oft knausern Ärzte mit Schmerzmitteln und anderen Medikamenten, die für Lebensqualität in der letzten Phase sorgen könnten, wenn der Patient nicht völlig austherapiert ist und auf der Palliativstation liegt. -

Traurige Realität aus meiner Heimatstadt - mehrere Suizide nach Krebsdiagnose oder wegen Schmerzen vom Dach vom Krankenhaus, so makaber es klingt.
Wir bräuchten dringend eine legale Möglichkeit, menschenwürdig zu sterben, auch wenn man selber zu schwach ist und Hilfe eines Dritten braucht.

Viele Grüße
Markus
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weg
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von weg » Samstag, 24.03.18, 17:02

hi,

ich möchte das nochmals klären was ich auf evas eintrag
Eva hat geschrieben:
Freitag, 23.03.18, 20:28
Hallo,

ich denke noch über die Überschrift nach ...

Der HauptGRUND für Suizide sind PP meiner Ansicht nach nicht - der dürfte im seelischen Bereich liegen - Suizide erleichternd und teilweise sogar herausfordernd aber schon. So würde ich die Frage beantworten.

Grüße, Eva
geschrieben habe.

ihre antwort schliesst an auf beiträge von foris die über ihre selbstmordgedanken schreiben. mich haben diese berichte berührt, aufgewühlt und ich bekam ein grosses mitgefühl für die schreiber.

dann kam diese anregung von eva. das haute mich aus den socken. ich habe fast die ganze nacht geweint. wie kann man nur so auf die vorgängigen post so emotionslos reagieren. kein mitgefühl nichts.

ich wollte am nächsten tag in die berge schneeschuhlaufen gehen und wollte diese traurigkeit nicht in meinem gepäck haben.

so habe ich diese antwort wohl etwas schnell aber doch überbedacht geschrieben:
weg hat geschrieben:unsere sehr persönlichen geschichten passen in keine ordnung. sie sollten nun nicht in eine diskussion um die richtige benennung fallen und so neutralisiert und für das "volk" schmackhaft gemacht werden. wer hier schreibt, hat es verstanden, was gemeint ist.

wir brauchen unsere kräfte anders, als dies theoretisch abzuhandeln. davon sind die bibliotheken voll davon.

wir brauchen die lebendigkeiten, den austausch von schmerzen und leid und deren umgang damit, und sollten da nicht abgebremst werden.

herzlichen dank ihr alle, die ihr den mut hat über eure selbstmordgedanken, schweren erlebnisse zu schreiben. schlimme erfahrungen werden wohl bei jedem von uns wach. und die bedürfen wohlwollende aufmerksamkeit und begleitung. das kann auch in einem forum möglich sein.
nun bin ich zurück vom berg und habe mir die sache durch den kopf gehen lassen.

ich kann mir vorstellen, dass es eva einfach zu viel wurde, sich mit den vorgängigen berichten auseinanderzusetzen. sie musste sich distanzieren und sich raum schaffen. so kann ich mir ihren vorschlag den thread-titel zu ändern und nicht auf der gefühlsebene zu reagieren vorstellen.

die antwort von eva auf meinen einwand schmerzt. ich zitiere ihre antwort nicht mehr. es tut mir zu sehr weh.
Eva hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 9:12
Weißt Du, liebe Weg,

wir brauchen......
Eva
weiter schrieb eva.
eva hat geschrieben:Von mir kam schon einmal der Vorschlag, uns einfach gegenseitig zu ignorieren, weil wir offenbar "nicht miteinander können". Ich wäre dankbar, wenn wir das beide künftig beherzigen könnten.
oliver hat geschrieben: Das kann jeder selber beherzigen, ohne dazu auf den anderen angewiesen zu sein: ucp.php?i=ucp_zebra&mode=foes

ich werde in diesem forum niemanden ignorieren.

aber ich bitte dich eva, mach es doch. streiche mich aus deinem herzen, aus deinem verstand, aus deinem leben. es tut mir weh, aber es ist so:

es trifft dich keine schuld, du kannst nicht anders, das ist mir klar und ich verzeih es und mit der zeit wird auch diese wunde in mir heilen werden.

ich weiss noch nicht, ob ich mir einen mundkorb anlegen werde oder nicht. ich ziehe mich im moment zurück. packe noch die chance, mich mit katharina in meinem thread auszutauschen.

tut mir leid, dass ich hier nochmals diesen thread belaste.

herzlich
weg
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Re: Sind Psychopharmaka der Hauptgrund für Suizide?

Beitrag von Katharina » Samstag, 24.03.18, 17:12

hallo :group:



selbst bestimmt sterben /selbst m...d/ erscheint akut in dem wunsch vieler, die eine der Patienten verfügung gestalten möchten

nicht lange her haben wir Nachbarn darüber gesessen, über den papieren,
über das was uns möglich ist
über die Bereiche in denen der Medizin die Hände gebunden ist.

ich dachte an einen jungen Sportler.
wäre es seine entscheindung gewesen solang
an /über/durch geräte
da zu sein / da zu bleiben

wäre es sein wunsch gewesen seiner Familie diese Überlegungen und wer immer sie treffen darf oder muss, zu überlassen -

ich möchte nicht, das jemals jemand ratlos an meinem krankenbett stehen müsste.
nicht für ihn
nicht für mich
nicht für die Mediziner
nicht für niemanden.

einen schönen sonntag abend,

gruß, katharina
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Marko92
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