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Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
dieda17
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Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von dieda17 » Freitag, 22.11.13, 13:37

Hallo Ihr

Ich habe mich so ein bisschen hier durch gelesen und viele sagen, dass wenn sie vorher von den Absetzbeschwerden gehört oder gewusst hätten, hätten sie niemals Antidepressiva genommen.

Jetzt würde mich interessiere: Ist das wirklich so?
Wie ging es euch denn zu dem Zeitpunkt der Ersteinnahme.
Wart ihr nicht froh dass es was gab was euch geholfen hat.
Oder vielleicht wäre der Krankheitsverlauf auch ganz anders ohne Antidepressiva verlaufen.
Im Endeffekt weis man ja nie im Leben was auf einen Zukommt.
Das findet man nur durch ausprobieren heraus.

Eure Meinung würde mich interessieren.
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von carriecat » Freitag, 22.11.13, 17:16

Hallo,

ich habe das AD ja "nur" wegen Panikattacken genommen. Ich denke da wäre ich auch mit einem Bedarfsmedikament gut gefahren. Ich hätte keine 15 kg in einem halben Jahr zugenommen und ich hätte auch die Probleme mit dem Absetzen nicht gehabt. Aber gut, man weiß ja auch nicht wie sich das mit den Panikattacken entwickelt hätte. Vielleicht hätte ich das AD aber doch genommen...aber wesentlich langsamer ausgeschlichen...also wenn ich ob der Schwierigkeiten bei mir gewußt hätte.
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Anja
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Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von schneefloeckchen » Freitag, 22.11.13, 18:33

Hallo dieda 17!
Ich hatte einen Benzoentzug in der Klinik gemacht.Mir hat man die AD`s zusätzlich gegeben,weil ich angeblich an Depressionen litt.
Ich habe noch nie in meinem Leben Depressionen gehabt!!
Habe jetzt noch grosse Probleme mit Entzugserscheinungen,35 Monate nach Benzo.
Na klar könnte man jetzt sagen die hätte ich eventuell auch ohne AD`s gehabt,wer weiss das schon.
Aber in der Klinik ging es mir schon saudreckig mit den AD`s und kein Arzt kam auf die Idee,daß ich eine Unverträglichkeit zu AD`s entwickelte.
Leider kannte ich damals dieses Forum noch nicht und habe die AD`s auch falsch abgesetzt.
Liebe Grüsse Schneeflöckchen
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Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
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11.07.2016 Promethazin 8 mg
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padma
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von padma » Freitag, 22.11.13, 19:35

Hallo Dieda, :)

ich habe das AD wegen einer Schmerzerkrankung (Fibromyalgie) als Basistherapie bekommen. Geholfen hat es definitiv nicht. Ich hätte es mit Sicherheit nicht aktzeptiert, wenn ich um die ganze AD-Problematik vorher gewusst hätte.

liebe Grüsse,
padma
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Leila
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Leila » Freitag, 22.11.13, 19:47

Hallo dieda,

ich hatte ja nun eine klassische schwere Depression, so wie sie im Buche steht.

Ich würde immer wieder zu Antidepressiva greifen, da das Elendfühlen zu stark war.

Von 300 mg Venlafaxin auf 75 mg Venlafaxin abzusetzen ging problemlos.

Nur die letzten 75 mg muß ich langsamer ausschleichen in Schritten von 4,16%,

habe bis jetzt keine starken Absetzprobleme.

Leila
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-1989 Major Depression DDR-Zeit, AD = unbekannt, Näpchen bunte Smartis
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-ab 02.07.2007 bis 31.08.2007 Elontril
-ab 01.09.2007 bis 31.12.2010 300 mg Trevilor
-ab 01.01.2011reduziert auf 75 mg Venlafaxin, Depression zu 95 % weg,
keine Absetzprobleme bei Reduzierung
130 Kügelchen absetzen :)
-13 Stück im September 2015

sandra333
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von sandra333 » Freitag, 22.11.13, 21:11

Hallo Dieda
Ich habe damals ein AD nehmen müssen, für mich gab es keine Alternative mehr. Ich hatte nach dem 2. Kind eine schwerde Schwangerschaftsdepression. Ich durchlebte Panikattacken die höllisch waren, ich konnte nicht mehr essen und nicht mehr schlafen obwohl ich nur extrem kaputt war. Mir hat dann ein TZA sehr geholfen. Ich war nicht mehr in der Lage das Haus zu verlassen. Ohne AD wäre ich komplett zusammengebrochen. Dank AD konnte ich wieder schlafen was für mich unendlich wichtig war. Schon sofort wirkte es beruhigen, das war sehr wichtig für mich. Es gibt Situationen da geht es einfach nicht ohne. Ich hatte zu Anfang Nebenwirkungen wie leichten Schwindel und viel Müdikeit die ich aber genossen habe.

Meine Stimmung wurde dann auch nach und nach besser. Allerdings spreche ich jetzt nur aus meiner Erfahrung und ich spreche von einem TZA. Ich bin froh kein SSRI-AD genommen zu haben. Sie sind offensichtlich wesentlich schwerer abzusetzen. Ich würde niemanden ein ADs empfehlen, ich sage aber, mir hat es damals das Leben gerettet. Manchmal geht es einem wirklich so schlecht, dass man etwas beruhigendes oder stimmmungsaufhellendes braucht. Allein kam ich aus der Krise nicht raus, habe erst Monate gelitten bevor ich das AD nahm. Das war auch kein Leben. Ein Schreikind, ein 2. Kleinkind, viele Familienprobleme, ich war am Ende.

Viele Grüße sendet dir Sandra
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16.10.12 bis 12.2.13 = 0,5 Tavor wegen Panikattacken (fast 5 Monate täglich) + 50mg Opipramol morgens und abends
12.2. - 23.2. langsame Umstellung auf Diazepam und Umstellung auf Doxepin Anfangs 2,5mg - 26mg aufdosiert
24.2. - 5mg Dia + 50mg Opipramol morgens + 26mg Doxepin (geht mir schlecht)
26.2. - 6mg Dia
Vom 26.2.13 bis 12.3 = 7mg Dia (geht mir damit besser)
Vom 13.3.13 bis 4.4.13 reduziert auf 6,5mg Dia -------------------------Seit 14.7.13 Dox- 24mg
Vom 5.4.13 bis 30.4.13 reduziert auf 6,0mg Dia--------------------------Seit 15.8.13 - 22mg
Vom 1.5.13 bis 17.5.13 reduziert auf 5,5mg Dia-------------------------Seit1.9.13 -18mg
Vom 18.5.13 bis 1.6.13 reduziert auf 5mg Dia---------------------------Seit 6.1.14 -16mg
Vom 2.6.13 bis 13.6.13 reduziert auf 4,5mg Dia-------------------------Seit 30.1.14 -14mg
Vom 14.6.13 bis 3.7.13 reduziert auf 4mg Dia---------------------------Seit 6.3.14 -12mg
Vom 4.7.13 bis 17.7.13 reduziert auf 3,5mg Dia ------------------------Seit 21.3.14 -10mg
Vom 18.7.13 bis 2.8.13 reduziert auf 3mg Dia...............................Seit 12.4.14 -8mg
Vom 3.8.13 reduziert auf 2,5mg. Dia..........................................Seit 21.4.14 -6mg
Am 11.8.13 wieder zurück auf 3mg Dia.......................................Seit 7.5.14 erhöht 14mg
(ging mir nicht gut, zu viel Stress)............................................-Seit 30.5.14 -12mg
Am 23.8.13 reduziert auf 2,7mg Dia
Am 6.9.13 reduziert auf 2,4mg Dia
Am 25.9.13 reduziert auf 2,1mg Dia
Am 9.10.13 reduziert auf 1,8mg Dia
Am 24.10.13 reduziert auf 1,5mg Dia
Am 9.11.13 wieder 0,3 erhöht auf 1,8mg Dia
Am 27.11.13 reduziert auf 1,5mg Dia
Am 11.12.13 reduziert auf 1,2mg Dia
Am 30.12.13 reduziert auf 0,9mg Dia
Am 21.1.14 reduziert auf 0,6mg Dia
Am 7.2.14 reduziert auf 0,3mg Dia
Am 21.2.14 auf 0 Dia

Im März wieder 5mg Dia durch Stress nach Tod meiner Eltern
Diazepam alle 3 Wochen reduziert um 0,5mg
immer wieder ein auf und ab mit Dia
Seit September 2016 komplett frei von Dia

Doxepin 25mg reduziert seit November 2016
immer 2mg Schritte alle ca. 2-4 Wochen
30.4.17 Doxepin auf 8mg

AD Dosis momentan 50mg Opi /50mg Opi/ 8mg Doxepin
Medikamente Euthyrox 75 Schilddrüsenunterfunktion

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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von dieda17 » Freitag, 22.11.13, 22:46

Hey Ihr

vielleicht haben wir nicht alle das selbe erlebt aber ich fühle wirklich mit euch. ich habe diesen elendigen zustand gottseidank nur ein paar wochen durch stehen müssen. aber es war die reinste hölle.
ich konnte nicht essen und diese abgrund tiefe leere ist ja nicht nur geistig sondern auch schon fast körperlich nicht zu ertragen.
man weis gar nicht wohin mit sich. wie man noch eine sekunde diesen unerträglichen zustand aushalten soll.
ich denke wenn es einen wirklich hart trifft und man nicht mehr schlafen und nicht mehr essen kann sind diese medikamente ein reiner segen weil man vielleicht sonst zu grunde gehen würde.

leider muss man allerdings dafür bezahlen wie für fast alles im leben. :/

schneefloeckchen darf ich fragen mit welcher begründung man die die AD gegeben hat?

Ich denke wenn man wirklich einmal ganz unten ist und es einfach nicht mehr zu ertragen ist dann gibt es keinen anderen weg und dann nimmt man auch gerne die nebenwirkungen in kauf die 1000 mal erträglicher sind als dieser zustand zuvor.
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von rosalienchen » Freitag, 22.11.13, 23:02

mir ging es damals nicht anders, ich musste auch ad nehmen, habe richtig tief drin gesteckt in der depression mit angst und panik. ich hab auch tagelang nix gegessen, mein damaliger freund musste mich füttern das ich überhaupt ein joguht am tag esse, und bei jedem löffel habe ich fast erbrochen. es war wirklich schlimm. meine neurologin wollte mich einliefern lassen, ich habe gesagt ich gehe nicht wegen meiner tochter, hatte aber die alternative in eine tagesklinik zu kommen, sie hat mir venlafaxin verschrieben, zumindest kam nach der einnahme auch so langsam der appetit wieder. ich habe nach der tagesklinik noch 2 jahre eine ambulante therapie gemacht, wo ich heute sagen muss das die mich eigentlich erst richtig aus dieser depression rausgeholt hat.

Rosalienchen
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mittelschwere Depressionen, Angst und Panik, Sept-Nov. trimiparin, weiss aber nicht mehr genau wieviel, musste es dann absetzen weil ich nicht mit klar gekommen bin,
seit november 2010 venlafaxin 37,5mg
nach 2 wochen hoch auf 75 mg
september 2011 von 75mg runter auf 37,5mg
starke stromstösse, übelkeit, nervosität, traurig, unruhig
genau weiss ich es nicht mehr ich glaube im dezember runter auf 18 mg und im januar auf 12,5mg dann im februar ganz abgesetzt
seitdem alle symptome die es gibt in verschiedenen abständen jeden monat was anderes habe ich das gefühl, seit märz betablocker morgens 25mg abends 25mg, nur mit nebenwirkungen zu kämpfen, seit anfang september nur noch morgens 25 mg, nebenwirkungen lassen langsam nach, seit 3 wochen nur ne viertel metobeta, jetzt seit einer woche nur noch jeden zweiten tag eine viertel metobeta, dann tgl. eine viertel metobeta also12,5mg, jetzt seit weihnachten aufgrund von herzstolpern und einer panikattacke wieder auf 25mg, seit april 2013 nur noch ein krümel also 12 mg metobeta, und ich glaube ich habe das schlimmste überstanden, sicherlich gibt es noch tage wo stundenweise symptome auftreten, aber es ist auszuhalten, ich sage mir immer das geht vorbei und motiviere mich selbst. im juli eine op mit kurznarkose, 2 wochen später kommen alle absetzerscheinungen wieder zurück, jeden tag was anderes, schwindel, üelkeit, frieren, schwitzen, zittern, weinerlichkeit ect
seit 30.10.2013 letzten krümel betablocker abgesetzt, nun medikamentenfrei.. symptome weiterhin stundenweise am tag... frieren, schwindel, muskelzittern, nackenverspannungen und schmerzen, blutdruck sehr niedrig, müdigkeit, stimmungsschwankungen,
Im Februar 2015 werden es 3 Jahre ohne Ad und mein Zustand ist oft einfach katastrophal.

sly

Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von sly » Freitag, 22.11.13, 23:51

Hallo,
als ich meine Depression hatte hätte ich ALLES genommen was geholfen hätte.
Das AD hat nach 10 Tagen mit der vollen Dosis die Depression beendet.
Wer sowas nicht selber mitgemacht hat kann sich nicht vorstellen was das für einen Menschen bedeutet.
Dieses ganze Gerede ADs sind nur Plazebos halte ich für einen Witz.
Sky :wink:
Zuletzt geändert von sly am Samstag, 23.11.13, 21:46, insgesamt 2-mal geändert.

Oliver
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Oliver » Samstag, 23.11.13, 0:04

Hallo sly,
sly hat geschrieben:Hallo,
Dieses ganze Gerede ADs sind nur Plazebos halte ich für einen Witz.
ADs sind mächtige Substanzen mit weitreichenden Folgen auf den gesamten Organismus. In Bezug auf ihre Wirksamkeit bei Depressionen schneiden sie trotzdem nicht besser als Plazebos ab.

Nur mal als verdeutlichende Analogie: Antibiotika sind auch mächtige Substanzen ... wenn man sie im Hinblick auf ihre Wirksamkeit Depressionen zu bekämpfen testen würde, würden sie dort aber auch nicht besser als Plazebos abschneiden und wären im Hinblick auf die Depressionen ein Plazebo.

siehe auch http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=1644

Wenn ich vorher über die ADs gewusst hätte, was ich heute weiß, hätte ich sie sicher nie genommen. Rückblickend würde ich aber trotzdem nichts ändern wollen. Meine kurze Zeit mit den ADs gehört zu meinem Leben und hatte viele positive Auswirkungen. Ich hatte aber auch Glück und habe keine langwierigen Absetzerscheinungen gehabt und habe unter keinen Langzeiteffekten zu leiden.

Viele Grüße
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Jamie » Samstag, 23.11.13, 0:44

Hallo Sly, dieda und die anderen :)

ich hatte einen suizidalen älteren Herrn, den haben sie mit Sertralin zugestopft. Die Folge: er wurde noch suizidaler.
Seine Frau kam jeden Tag in die Apotheke und weinte, sie könne ihren Mann nicht mal mehr in den Garten lassen; sie habe Angst, er würde sich mit der Heckenschere umbringen.
Nach einigen Monaten grausamen Leidens und Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken hat ein Arzt, ältere Generation, einen letzten Versuch mit einem sehr alten AD, einem Trizyklikum, Amitriptylin, bei diesem Mann unternommen. 8 Wochen später stand der Mann mit seiner Frau zart lächelnd in der Apotheke und berichtete uns, es ginge ihm jetzt endlich besser. Dieses AD hat diesem Mann das Leben gerettet.

Deswegen hege ich einen sehr differenzierten Umgang mit diesen Medikamenten:
Sie können ein Segen sein - oder einen ins Verderben stürzen; je nachdem..... :oops:

Und nun zu mir. Diagnose: Therapieresistente Insomnie als Begleiterscheinung schwerer Depressionen.
Was habe ich geschluckt? Sulpirid, Doxepin, Opipramol, Promethazin, Levopromazin, Venlafaxin, Lyrica, Dominal forte, 5HT5-Tryptophan, Melatonin, Sertralin, Agomelatin, Amitriptylin (half mir gegen Nervenschmerzen, aber nicht gegen die "Depression"), Trimipramin und div. Benzos.
Effekt (Benzos ausgenommen): null Wirkung, nur Nebenwirkungen; teilweise gravierende Verschlechterung meines Zustands nach Einnahme der Mittel, sodass ein sofortiger Abbruch nötig wurde.

Das Denkmuster der Ärzte: Die Frau kann nicht schlafen, nicht mehr schlafen können ist ein Symptom von Depressionen, Depressionen muss man mit AD und NL bekämpfen, dann kann sie auch wieder schlafen.

Der Schlaf kam nie wieder. Seit 12 Jahren nie wieder!

Der Denkfehler: Alles auf eine Depression zu schieben, denn die Ursache ist in Wahrheit eine Post Traumatic Stress Disorder (PTSD) (zweimal dem Tod nahe gewesen bei vollem Bewusstsein!) und multiple Traumata, die nicht auf Chemie, sondern nur auf Therapie ansprechen; jetzt erst nach 12 Jahren habe ich Therapien gefunden, die mir ein wenig helfen: Reiki, Homöopathie, spirituelles Coaching, Traumaaufarbeitung bei Hypnose.
Alle anderen schulmedizinischen und psychiatrischen Therapien über Jahre schlugen fehl.

Ich habe einen irren Entzug durch das Sertralin erlebt, der mir mindestens zwei Lebensjahre gekostet hat (Turboentzug von 100mg in 6 Tagen auf 0mg) und ich bin durch Ärzte Benzo-abhängig geworden.

Bevor ich freiwillig noch mal ein AD (Ausnahme TZA) oder NL schlucke, muss mir schon der Tod drohen!

Grüße, traurig :cry:
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von dieda17 » Samstag, 23.11.13, 9:38

Hallo Oliver
das mit dem Placebo hast du sicherlich öfters gelesen. es gab mal eine studie die das wohl belegt haben soll.
siehe mein Link oben :)
leider sind alle studien nicht all zu ernst zu nehmen.
habe aus internen kreisen gehört dass dort auch viel unterschlagen wird und auch nicht alles korrekt abläuft.
Genau das ist das Problem und Du findest hier in den Infokategorien und im Wiki genug Material, um Dich wochenlang mit dem Thema zu beschäftigen. Man muss auch immer schauen wer die Studien finanziert hat. Es gibt leider kaum wirklich unabhängige Experten in diesem Bereich. Die Artikel die PhilRS hier im Laufe der Jahre geschrieben hat sind sehr zu empfehlen.
ich bin mir aber sicher dass ad wirklich nur bei schweren depressionen eingesetzt werden sollten. wenn wirklich nichts anderes mehr geht.
Ja, so sehe ich das auch - leider ist es nicht so ... ganz im Gegenteil. Die Verschreibung von ADs hat sich in Deutschland in den letzten 10 Jahren verdoppelt, obwohl es schon lange klar ist, dass das Risiko/Nutzen Verhältnis dieser Substanzen miserabel ist :(

Viele Grüße
Oliver
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 23.11.13, 9:40

Hallo dieda 17!
Angeblich hatte ich durch den Benzoentzug eine Depression entwickelt.Dem war aber nicht so.
Ich hatte in der Zeit viele Familienschicksale(Krankheit,Tod).
Außerdem sagte man mir,daß die Medikamente mir helfen würden den Entzug besser zu überstehen.Leider war dem nicht so.
Ich habe in meinem Thread(Benzo) gerade zwei Beispiele aus meiner Familie über AD Einnahme geschildert.Wenn Du magst,kannst Du es Dir ja mal durchlesen.
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bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
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November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
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Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Rafa13
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Rafa13 » Samstag, 23.11.13, 20:14

Hallo Dieda,

ich kam mit ADs in Kontakt als ich meinen ersten Benzoentzug machte, da bekam ich wirklich hochdosiert Trazodon bzw. Ludiomil (heißt in Deutschland anders - auf jeden Fall eines der älteren Generation). Ich hab damals einen kalten Entzug gemacht, daher bekam ich die zwei Substanzen um wenigstens Schlafen zu können und ein wenig ruhiger zu sein. Ob es ohne gegangen wäre - schwer zu sagen, eher nicht. In Bezug auf diese Situation sah ich eine Hilfestellung, wobei Hauptwirkung Schlaf.

Ich habe beides dann nach 3 Monaten abrupt abgesetzt, besondere Symptome hatte ich nicht, warum keine Ahnung - vielleicht weil ich nicht drüber las. Heute sehe ich das natürlich anders nach all den Leidensgeschichten hier und ich nehme ja auch jetzt Trazodon zum Schlafen, Wirkung wie gesagt nur schlaffördernd, beruhigend nein oder eher nein.

Ich kenne ein paar Menschen, die behaupten ihnen hätten ADs geholfen bzw. die nehmen sie auch schon ziemlich lange. Wobei das sind aus meiner Sicht Ausnahmen und ist halt auch eine Frage will ich mein Leben lang was nehmen, bin ich der oder dieselbe mit dem Medikament. Und wenn ich alle Erfahrungen inklusive meiner zusammennehme haben ADs mehr schlechte als gute Wirkungen.

So meine Erfahrung zu dem Thema, LG Rafa PS: Bereuen tu ich das ich Diazepam nahm und das viel zu lange.
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von dieda17 » Samstag, 23.11.13, 21:40

Hey ihr alle :)

ja das mit den studien ist so eine sache. ich kann nur für mich selbst bestätigen dass sie mir geholfen haben. weil der zustand einer wirklich schweren depression kaum zu ertragen ist. ich hatte ja zu dem noch panikattacken.
das war eine erlösung von solch einer qual.
ich habe ja keine "seelischen" probelem in dem sinne die mit einer psychotherapie zu behandeln wäre.
ich habe ein schönes leben und bin psychisch ein stabiler mensch.
in einer psychothera hätte man mir höchstens beibringen können wie ich diese qualen weiter aushalte.
ich konnte aber auch nicht essen weil ich alles wieder erbrochen habe.
also gab es nur die lösung.
kanns verteufeln kann man sie wohl nicht.
nur ich denke das übel liegt bei den medizinern die nicht genug aufgeklärt sind ohne bedenken alles verschreiben.
die ärzte haben keine zeit und können auch keine richtige diagnose stellen und verschreiben auf gut glauben einfach mal,
die praxen und krankenhäuser sind voll.
ich habe arzthelferin gelernt und weis wie es bei den ärzten abläuft.
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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Rafa13 » Sonntag, 24.11.13, 10:37

Was du über die Ärzte und Krankenhäuser sagst ist größtenteils wahr, es ist sehr wenig Zeit für einen Patienten und bevor man sich lange unterhält verschreibt man mal was. In den Krankenhäusern ist man in meinem Land nur mehr willkommen, wenn man kurz vorm Sterben ist und das mein ich ernst, ich weiß nicht wie oft ich mir anhören habe müssen, dass ich oder meine Frau kein Notfall ist.

Nur ein Beispiel starke Blasenentzündung mit heftigen Schmerzen und Blut im Harn am WE, also wohin kann man gehen außer ins KH, nirgendwo bei uns. Also hin- - Mitarbeiter wie Ärzte unfreundlich, Diagnose keine Entzündung (ca. 15 Uhr) - dann wieder nach Hause und um 3 Uhr Nachts erneut rein, wieder heftige Schmerzen und Blut - plötzlich starke Entzündung da, Mitarbeiter trotzdem unfreundlich. Vor einem Monat wurde dann auf der Dermatologie von einer Ärztin Hautkrebs diagnostiziert, spannend weil ohne Biopsie etwas seltsam, auf jeden Fall sind wir beide fast umgefallen. Dann am nächsten Tag wieder zum Hautarzt, der bestätigt hat, dass diese Diagnose ein Scherz sei ohne Biopsie und er hat sich auch für seine Kollegenschaft entschuldigt, weil er meinte dass einige keine Ahnung hätten, was sie mit der Aussage Krebs alleine schon auslösen. Jetzt nach einem kurzen Auslandsaufenthalt in einem anderen Klima ist der Hautkrebs oder was immer es war komplett weg.

Aber ich möchte auch betonen, dass man nicht pauschalieren soll, es gibt sowohl gute Ärzte in Praxen wie auch in Krankenhäusern, die menschlich sind, sich Zeit nehmen und versuchen zu helfen.

Du liebe Dieda hast für dich ohnedies schon die richtige Hilfe bzw. Antwort gefunden, das ist ein großes Glück. Andere suchen Jahre nach Ursachen und machen wahre Ärztemarathons und werden letztendlich bald nicht mehr ernstgenommen. So gesehen freu ich mich für dich, dass du einerseits ein Medikament gefunden hast was dir hilft ohne größere Nebenwirkungen und auch psychisch gesund bist.

Auch solche Menschen gibt es, wobei ich solche Beispiele hier eher nicht gelesen habe bis dato, was aber nicht ironisch klingen soll sondern das ist wohl deshalb so weil hier hauptsächlich Leute Hilfe suchen, die mit dem Absetzen Probleme haben. Dass man eine Depression aufgrund fehlender Botenstoffe bekommen kann ist absolut plausibel, wobei du dich da sicher besser auskennst als gelernte Arzthelferin. Auf jeden Fall wünsch ich dir alles Gute und dass es dir konstant gut gehen mag, LG Rafa

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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von carlotta » Sonntag, 24.11.13, 18:45

Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück.
Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück.
Guten Tag, ich gebe zu, ich war am Anfang entzückt,
aber euer Leben zwickt und drückt nur dann nicht,
wenn man sich bückt.
Guten Tag!

Aus: "Die Reklamation" von Wir sind Helden
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Rafa13 » Dienstag, 26.11.13, 9:33

Ich bekomme immer gesagt, seien sie froh, dass sie Schmerzen haben, das zeigt, dass sie noch leben. Schmerzen haben so gesehen auch eine positive Seite.

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Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von >Miriam< » Donnerstag, 02.01.14, 20:55

Hi,
ich komme da für mich auf keinen grünen Zweig. Mir ging es damals so schlecht (Depression, Angststörung), dass ich nicht weiss ob ich ohne SSRI noch da wäre.
Das Medi hat mich da rausgeholt. Hab damals zwar ne 3-monatige Therapie gemacht aber seit damals wurde mir von den Weisskitteln mitgeteilt, dass mit Therapie bei mir nicht viel zu machen sei und ich die Medis nehmen soll.
Und hier das Dilemma: anstatt mich mit der Thematik auseinanderzusetzen (weil es mir mit den Medis ja jahrelang echt gut ging), hab ich die Pillen auch brav geschluckt. Mittlerweile 13 Jahre lang.
Im Rahmen der Tabletteneinnahme hat sich - ich sag jetzt mal mein Körper - verändert:
- ich vertrage sonst selbstverständliche Dinge (bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, sonstige Medis wie Schmerztabletten oder vor allem Antibiotikum) überhaupt nicht mehr
- habe schlimmste Panikattacken. Ich nenne das jetzt mal Panikattacken, bin mir aber nach wie vor nicht sicher ob das tatsächlich welche sind. Denke das gehört eher in die Ecke "akute Vergiftungserscheinung". Ist aber ein anderes Thema
- meine Lebensqualität ist durch die Nebenwirkungen der Medis extrem eingeschränkt
- habe panische Angst etwas zu mir zu nehmen, was wieder diese "Panikattacken" auslöst bzw. was dazu führt, dass es mir wieder ganz schlecht geht
- die Zeit läuft so vor sich hin aber wirklich gut geht es mir nie (immer nur mal extrem besch**sen, sehr schlecht, schlecht, geht so)
- Angst davor, das Medi aufgrund der Dauereinnahme irgendwann nicht mehr zu vertragen - was dann?
- Angst vor evtl. Langzeitfolgen

Und dann kommt da noch der dritte Punkt: hätte es eine alternative Behandlungsmethode (ausser SSRI) gegeben? So dass ich mit SSRI nie in Kontakt gekommen wäre?

Zusammenfassend war es für mich gut, dass es dieses Medikament gab als es mit mir fast am Ende war. Aber irgendwie hab ich den Absprung von "Mittel zur kurzzeitigen Unterstützung" verpasst.
Das werde ich mir ewig vorwerfen (und das werfe ich auch meinen behandelnden Ärzten vor: "Immer schön schlucken. Sie können das Ihr Leben lang problemlos nehmen. Denken Sie doch nicht darüber nach die Tabletten abzusetzen, Ihnen geht es doch so gut damit. Wenn Sie die Tabletten nicht mehr nehmen wird es Ihnen wieder ganz schlecht gehen!"). :evil:
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Jamie
Depression, generalisierte Angststörung, bipolare Störung
Medikation: 2001 - 2003 Lithium und Trimipramin; Insidon war auch mal dabei
Paroxateinnahme seit 2001
Paroxat 2001 bis 2003 60 mg
2003 bis 2007 40 mg, keine Absetzsymptome
2007 bis 2011 20 mg, keine Absetzsymptome!
November 2011 bis Januar 2012 18 mg
Januar 2012 bis Februar 2012 17 mg
Februar bis April 2012 15 mg
April bis September 2012 13,5 mg
September 2012 bis Januar 2013 11,7 mg
Januar bis Februar 2013 10,8 mg
Februar bis März 10 mg Bis hierhin wenig Absetzsymptome
Im April intensiver Rückschlag mit allen Formen der Entzugserscheinungen. Daher Erhöhung im April für 2 Tage auf 15mg (zu viel erhöht, schlimme Nebenwirkungen) und dann wieder für 4 Tage auf 12,5 mg
16.04.13 13,4 mg
Seit 17.04.13 wieder 12,5 mg
02.05.13: Nach kurzer Verbesserung wieder Rückschlag (Welle)
Seit 02.05.13 11,7 mg Warten auf Stabilisierung
Seit 10.05.13 10,8 mg
10.06.13 - 10.07. Ein Auf und Ab...
Seit 10.07.13 wieder viel besser, 19.09.13: immernoch bei 10,8 mg.
21.11.13: 10 mg. Paar Tage schlimme Absetzsymptome - auch bei nur 0,8 mg! Hurra, ich bin auf 10 mg!!!
19. - 21.07.14: Umstieg auf Suspension 10 mg. Nicht vertragen.
Ab 22.07.14 wieder Tablette 10 mg. Mir gings ein paar Wochen schlecht nach dem gescheiterten Umstellungsversuch, dann bis Jan. 2015 zwei üble Wellen. Im Allgemeinen aber schon stabil mit den 10 mg.
Mai 2015: Hänge immernoch bei den 10 mg! :(
Weiss noch nicht, wie ich weiter absetzen soll, da die Tabletten nicht mehr teilbar sind und ich die Suspension nicht vertrage :(
Februar 2016: Immernoch 10 mg. Ich hänge da irgendwie fest
Januar 2018: Immernoch 10 mg.

Jamie
Beiträge: 14797
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Wenn Ihr das vorher gewusst hättet.....

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 02.01.14, 22:11

>Miriam< hat geschrieben: - ich vertrage sonst selbstverständliche Dinge (bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, sonstige Medikamente wie Schmerztabletten oder vor allem Antibiotikum) überhaupt nicht mehr

Hallo Miriam,

falls es dich tröstet: Mir geht es genauso.
Unklarer Juckreiz, der durch irgendwelche Nahrung ausgelöst wird, schwere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Histaminintoleranz, schwerste Reaktionen auf Einnahme von Antibiotika (Riesenpanik!), Alkohol nur in Mini-Mengen; rieche und schmecke lauter komische Sachen und so weiter und so fort...
Ich bin ein lebendes ICD-10-Code-Buch auf zwei Beinen... :o
Diese Hypersensitivität hatte ich vor dem ganzen Schlamassel nicht! :(
...........SIGNATUR...............


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