Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Josy
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Ausschleichen von Alprazolam

Beitragvon Josy » Montag, 02.10.17, 20:19

Liebe Mitglieder,

Ich habe für ca 3 Wochen 1 mg Xanor zum Schlafen genommen.

Ich habe wie folgt ausgeschlichen:
8 Tage 1/2 mg
13 Tage 1/4 mg
6 Tage 1/8 mg
6 Tage ein kleines Brösl

Seit 6 Tagen bin ich nun auf 0. Und genau seit 0 fühle ich mich auch nicht so gut. Ich fühle mich als würde ich eine Krankheit ausbrüten und hab am Tag für einige Stunden diese ganz starke Traurigkeit/Sinnlosigkeit, sodass ich am liebsten gar nicht mehr alleine sein mag, zur Sicherheit. Auch fühle ich mich als hätte ich starke Migräne.
Ist das ok? Oder habe ich zu schnell abgesetzt? Wie lange dauern diese Absetzsymptome normalerweise?

Bin für jede Antwort dankbar.

Glg Josy
Seit 20 Tagen 25mg Deanxit
Seit 18 Tagen 1mg Xanor vorm Schlafengehen
Am 28.8. kein Xanor sondern Atarax (nicht vertragen)
25.8. bis 1.9. 1/2 (0,5mg) Xanor zum schlafen. 25mg Deanxit
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Murmeline » Montag, 02.10.17, 20:25

 ! Nachricht von: Murmeline
Bitte schreib immer in deinem thread weiter, wenn es um deine Medikamente geht. Es wird sonst durch die Einzelbeiträge unübersichtlich und der Verlauf ist schlechter nachvollziehbar. Danke!

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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Montag, 02.10.17, 20:28

Hallo, tut mir leid, bitte löscht was nicht ok ist. Ich fand meinen eigenen Beitrag nicht mehr und dachte er wurde nicht freigeschalten. Tut mir sehr leid.
Nein, ich habe inehreren Schritten abgesetzt:
8 Tage 1/2 mg
13 Tage 1/4 mg
6 Tage 1/8 mg
6 Tage ein immer kleiner werdendes Brösel

Ja, Einnahme und Ausschleichphase waren ca 2 Monate zusammen. Danke!
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Jamie » Montag, 02.10.17, 22:13

Hallo Josy, :)

kein Problem, dass du deinen Thread nicht mehr gefunden hast.
Kleiner Tipp, wie du ihn das nächste Mal finden kannst:
Links oben unter dem roten Wirkstoffmolekül-Logo steht das Wort "Schnellzugriff" neben drei waagrechten Balken.
Da klickst du drauf und kriegst dann auch angezeigt "eigene Beiträge". Und wenn man das anklickt, bekommt man alles angezeigt, wo man sich beteiligt hat und ich denke, du findest deinen Stammthread schnell wieder :).

Zu deiner Schilderung. Da du einen direkten Zusammenhang zwischen auf 0mg gehen und deinen Symptomen siehst, befürchte auch ich, dass du Absetzsymptome hast.
Eigentlich hast du ganz gut ausgeschlichen, recht angemessen. Also einen echten "Fehler", so wie es einem bei manchem User direkt ins Auge springt, kann ich nicht erkennen.
Ich fürchte also, dass du genau das durchmachst, was einfach Viele erleiden, die Benzos loswerden wollen:
Man geht vorsichtig auf Null und fühlt sich trotzdem elend :(

Wenn sich deine Symptome in Grenzen halten, würde ich dir raten es auszuhalten. Man hat bei einem Benzoentzug ja leider nicht so viele Optionen und manchmal ist einfach der Punkt gekommen, die Zähne zusammenzubeißen und sich durchzuwurschteln.

Dass du dich kränklich und grippig fühlst, könnte auf eine Absetzgrippe hinweisen. Das bedeutet, dass dein Körper extrem mit dem Entzug befasst ist und sein Immunsystem leider dadurch geschwächt ist.
Bitte schone dich unbedingt und solltest du wirklich krank werden, dann weißt du, woher es kommst und kurierst es eben aus.
Am Deanxit hast du aber nichts geändert, oder?

Hast du denn die Möglichkeit irgendwie frische Sachen mit Vitamin C (zB Orangensaft) zu trinken und zB Walnüsse und Haferflocken zu essen? In beiden Letzteren sind u.a. einiges an Zink und Magnesium enthalten. Das kann deinem Körper sanft helfen.

Grüße
Jamie
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Dienstag, 03.10.17, 7:36

Danke Jamie, für deine lange Antwort!

Ja, das Deanxit nehme ich noch. Ich wollte nicht beides gleichzeitig ausschleichen und habe doch das Gefühl dass es mir im Moment etwas hilft.
Das grippige Gefühl halte ich gut aus, aber diese Traurigkeit mit leichten Selbstmordgedanken ist für mich schlimm. Ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch und erkenne mich nicht wieder. Gibt es denn Erfahrungen wie lange sowas dauert? Und hilft es vl wieder das Brösel einzudosieren und dann nur jeden 2. dann jeden 3. Rag etc zu nehmen?

Danke! Verzweifelte Grüße. Josy
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 03.10.17, 8:10

Hallo Josy,

Das tageweise auslassen der Einnahme als Avsetzstrategie empfehlen wir nicht. Eine unregelmäßige Wirkatoffzufuhr scheint eher zu irritieren und steigert das Risiko für Komplikationen. Bitte mach das nicht.

Idealerweise reguliert sich das mit der Traurigkeit und den Gedanken. Hast Du Menschen um dich rum, die aktuell für dich da sind, dich ablenken?

Das Deanxit bitte wie gewohnt ersteinmal weiter nehmen. Du hast das intuitiv ganz richtig gemacht, nicht zwei Stoffe gleichzeitig zu ändern!

Grüße, Murmeline
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Jamie » Dienstag, 03.10.17, 10:08

Hallo Josy, :)

also natürlich kannst du wieder - aber bitte täglich - ein Krümelchen nehmen, aber ich frage mich, wo dann der Unterschied sein soll zum jetzigen Absetzen und zu dem in vielleicht zwei, drei oder vier Wochen?
Es ändert für den Körper ja nichts, dass er irgendwann lernen muss, ohne Alprazolam zu leben.

Also nicht falsch verstehen, ich rate ggf. durchaus schon zu Wiedereinnahmen, aber das macht nur Sinn, wenn man im Anschluss etwas "besser" oder "richtiger" machen kann.
Also das Einzige, was mir da einfällt ist, ob du die Brösel denn noch kleiner und feiner gestalten kannst.
Dann könntest du es noch mal probieren.
Ich möchte aber auch ganz klar schreiben, dass ein Benzoentzug eben ein Entzug ist! Und das heißt, es läuft eben nicht immer lustig und die eine oder andere harte Zeit muss ggf. einfach in Kauf genommen werden.

Ich würde dir empfehlen noch zwei drei Tage abzuwarten und wenn du dann sagst, dass das für dich nicht auszuhalten ist, kannst du ja noch mal über die Wiedereinnahme nachdenken.
Depressive Gefühle sind im Entzug nicht so selten, es leiden im Benzobereich einige Teilnehmer unter der sog. "Absetzdepression".
Das Gehirn muss neurophysiologisch ein neues Gleichgewicht herstellen, seine Rezeptoren neu regulieren usw. Das löst auch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt und im Fühlen und Erleben aus; oft bessern sich die depressiven Symptome, wenn die Heilung voranschreitet.

Grüße
Jamie
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Lisamarie » Dienstag, 03.10.17, 10:20

Hallo Joesy, ich würde weiter auf 0 ausharren, selbst bei ganz langsamen ausschleichen ist mit Absetzproblemen zu rechnen, ich würde jetzt auf 0 bleiben und mich durchkämpfen. Deine Traurigkeit ist entzugsbedingt und wird sich sicher wieder bessern, es zeigt das dein ZNS gereizt ist durch den Entzug und erst ein neues Gleichgewicht finden muss.
lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen, berufsunfähig.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Dienstag, 03.10.17, 12:02

Vielen Dank euch allen, die mir so nett und ausführlich geantwortet haben!!! Es ist unglaublich beruhigend zu lesen. Dass soetwas normal bzw nicht ungewöhnlich ist!! Mich hat es nur so überrascht, weil mein Arzt mir nichts von Absetzerscheinungen etc erzählt hat. Und ein anderer Arzt meinte sogar, dass man bei so einer kurzen Einnahmedauer die Tabletten einfach von einem auf den anderen Tag weglassen kann. Ich bin unglaublich froh, dass ich ihm das nicht ganz abgenommen habe.

Mir scheint es heute schon etwas besser zu gehen. Hoffentlich geht es nun bergauf.

Ich danke euch allen!! Glg
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 04.10.17, 17:21

Hallo Josy,

hier gibt es einen Thread Was tut ihr konkret bei Entzugssymptomen.
Störer mal durch, vielleicht ist was hilfreiches dabei.

Mich hat es nur so überrascht, weil mein Arzt mir nichts von Absetzerscheinungen etc erzählt hat. Und ein anderer Arzt meinte sogar, dass man bei so einer kurzen Einnahmedauer die Tabletten einfach von einem auf den anderen Tag weglassen kann.

Genau, und hier treffen sich dann alle "Einzelfälle" und "Ausnahmen", mit täglich mehreren Neuanmeldungen, die Austausch suchen zu etwas, das es garnicht gibt. :frust:

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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Mittwoch, 04.10.17, 19:56

Liebe Leute,

Die Absetzerscheinungen haben sich gebessert!!

Ich habe nun jedoch ein anderes Problem. Ich habe bemerkt dass mein Puls sich seit der Deanxit Einnahme stark erhöht hat (immer zwischen 90 und 110, vorher immer zw. 60 und 80). War heute beim Kardeologen und der meinte ich soll es am besten absetzen. Oder er verschreibt mir einen Blocker, was er aber nicht sinnvoll findet. Hatte das jemand von euch schon mal?

Danke!
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Donnerstag, 12.10.17, 17:38

Hallo wieder Mal.

Ich hatte mich zu früh gefreut. Ich habe immer noch Absetzsymptome. Wann kann sich das denn bessern nach so einer kurzen Einnahme? Es sind jetzt 2,5 Wochen auf 0.
Besonders zu schaffen macht mir, dass ich mich jetzt sehr oft so traurig und kaputt fühle.

Kann mich jemand aufheitern??

Danke euch!
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Klaus55 » Donnerstag, 12.10.17, 18:52

Josy hat geschrieben:Hallo wieder Mal.

Ich hatte mich zu früh gefreut. Ich habe immer noch Absetzsymptome. Wann kann sich das denn bessern nach so einer kurzen Einnahme? Es sind jetzt 2,5 Wochen auf 0.
Besonders zu schaffen macht mir, dass ich mich jetzt sehr oft so traurig und kaputt fühle.

Kann mich jemand aufheitern??

Danke euch!



Hallo Josy,

ich habe gerade deine Geschichte gelesen und es tut mir so was von Leid, das es dir nicht gut geht, wirklich. Wäre ich in deiner nähe würde ich einfach nur da sein, so das du nicht alleine wärst.

Aber vielleicht können wir auch Mental einfach bei dir sein und es hilft ein wenig. Ich konzentriere mich jetzt ganz auf dich und dein wohlergehen! Also heile, heile und Beruhigung für dich. :-)

Wir können uns aber die Hand schütteln. Ich Dummkopf in meiner Übermut, bin auch aus dem Haus ohne an meine Dosis zu Denken, das ich alle 3 Std. einnehmen müsste und war 5 Std. unterwegs mit einer satten Panikattacke ausgerechnet in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt.

GlG von Klaus. :-)

Josy
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Josy » Freitag, 13.10.17, 6:53

Hallo Klaus, danke dir vielmals fùr deine Worte! Manche schrieben ja, dass die 3. Woche nach 0 am schlimmsten ist. Ich hoffe das sehr. Denn lange halte ich das nicht mehr aus. Ich denke ins Spital zu gehen. Einfach um nicht alleine zu sein, und das meine Kinder mich so nicht mehr sehen mùssen.
Glg
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Murmeline » Freitag, 13.10.17, 7:19

Hallo Josy,

dass ist schlimm, dass es dir so schlecht geht, dass du einen stationären Aufenthalt in Erwähnung ziehst. Es wäre angeraten vorher abzuklären, ob man dich dort zur allgemeinen Stabilisierung aufnehmen würde, oder ob es dort ohne Medikamente nicht geht. Das könnte deine Situation zusätzlich verschlechtern. :(

Kann dir jemand mit den Kindern helfen?

Bitte aktualisiere noch deine Signatur. Es ist wichtig, dass diese immer aktuell ist und konkrete Daten beinhaltet (vor 18 Tagen ist leider nicht konkret).

Murmeline mit grüßen
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Lisamarie » Freitag, 13.10.17, 9:37

Hallo Joesy, Entzug von einem Benzo ist leider kein Ponyhof und das du noch unter Absetzproblemen leidest , auch 2,5 Wochen nach O ist normal, der Körper muss erst ein neues Gleichgewicht finden wie er seine Körperfunktionen nun ohne das Benzo steuern kann. Das kann leider ein paar Wochen dauern, auch bei kurzer Einnahmezeit.

Aber es wird sich verändern, dessen sei gewiss. Ich denke es wird immer mehr Fenster geben , an denen es dir besser geht und leider wird es auch Tage geben an denen es dir wieder schlechter geht, das ist normal , das sich sogenannte Fenster und Wellen , an denen es einem nicht gut geht abwechseln. Mit der Zeit werden die Fenster immer mehr und irgendwann bleiben die Wellen aus.

In eine Klinik zu gehen ist nicht wirklich eine Option, denn dort werden dir neue Psychopharmaka gegeben die angeblich den Entzug deckeln sollen. Und genau da gerät man dann in die Psychopharmakafalle nimmt immer mehr und da sie beim Entzug nicht helfen immer andere, das reizt das ZNS noch mehr . Dein Körper braucht nur eins Ruhe und Zeit zu heilen.

Mit dem erhöhten Puls hab ich auch und mir bleib nichts anderes übrig als einen Betablocker zu nehmen, allerdings ist dein Blutdruck mit 90 oder 110 nicht wirklich hoch um da eingreifen zu müssen, dein Körper arbeitet hart daran ne neue Balance zu finden . Das wird schon, Versuch dir kleine Ruheinseln zu schaffen, hast du jemanden der dir mal die Kinder abnehmen kann ?

Was du jetzt nicht machen solltest an der Dosis vom Deanxit rumzuschrauben. Lass sich erst deinen Körper vom Benzoentzug erholen.
Lg Petra
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Klaus55

Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 10:14

Josy hat geschrieben:Hallo Klaus, danke dir vielmals fùr deine Worte! Manche schrieben ja, dass die 3. Woche nach 0 am schlimmsten ist. Ich hoffe das sehr. Denn lange halte ich das nicht mehr aus. Ich denke ins Spital zu gehen. Einfach um nicht alleine zu sein, und das meine Kinder mich so nicht mehr sehen mùssen.
Glg



Liebe Josy,

ich bin auch ganz allein und nach der gestrigen PA in meinem Fall völlig verunsichert. Dabei hatte die Umstellung auf das neue "Medikament" bei mir so gut angefangen. Das mit dem Spital würde ich mir trotzdem nochmal überlegen. Auch meine Erfahrungen damit sind eher ernüchternd. Ich wollte dir das ausführlicher beschreiben, aber lasse es lieber, weil es mich selber herunterzieht.

Höre auf die Erfahrenen Leute hier. Ich hatte auch die Hoffnung, das es in einen Spital besser ist und ich dort in Sicherheit wäre. Leider (zum Glück) habe ich nachdem ich mich dort vorab zu einer Stippvisite eingeladen hatte, mich dagegen entschieden.

Ich denke in Freundschaft an dich, wünsche dir viel Mut und Kraft und hoffe das es dir schnell besser geht.

GlG. Klaus

P.S. Du hast den Benzoentzug schon hinter dich freue dich doch. Andere wie ich haben diesen Weg noch vor sich.

Pons
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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Pons » Freitag, 13.10.17, 13:37

Hallo,

ja, sich richtig dran freuen, dass man schon so weit ist, liebe Josy! Das ist eine stolze Leistung, für die Du Dir auf die Schulter klopfen kannst.

Eine Klinik macht für mich dann Sinn, wenn man vereinbaren kann, dass dort keine Psycho-Medikamente verabreicht werden, sondern man nur auf eine seelische/psychische Stabilisierung hinarbeitet.

Sanfte Therapie ist gut, aber immer in Absprache mit dem Patienten, denn was der eine wunderbar verträgt, ist für den anderen vielleicht nichts.

Es gibt diese Kliniken, eine Bekannte war in einer psychosomatischen, in der sie keine Medis aufgedrückt bekam. Sie war aber in (der richtigen) Gesellschaft ähnlich gelagerter Fälle, um sie herum Psychologen und Ärzte - nicht für Medizin, sondern als Sicherheit bei körperlichen Entgleisungen - und ihr hat das sehr gut getan.

Lieber Gruß, Pons
Meine Benzo-Geschichte:
► Text zeigen

Beginn Wasserlösemethode Bromazepam, Start am:
29.08.17 3,7 mg
25.09.17 3,4 mg
08.10.17 - voll in der Toleranz, keine erkennbare Wirkung mehr. Befinden soweit gut.
09.10.17 3,0 mg
21.10.17 2,7 mg

Der Mann, der schließlich den Berg abtrug, war derselbe, der zuvor angefangen hatte, kleine Steine wegzuräumen
- aus China -

Klaus55

Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Klaus55 » Sonntag, 15.10.17, 12:44

Hallo Pons,

Es gibt diese Kliniken, eine Bekannte war in einer psychosomatischen, in der sie keine Medis aufgedrückt bekam. Sie war aber in (der richtigen) Gesellschaft ähnlich gelagerter Fälle, um sie herum Psychologen und Ärzte - nicht für Medizin, sondern als Sicherheit bei körperlichen Entgleisungen - und ihr hat das sehr gut getan.


Meine Erfahrungen im Einzugsgebiet, sind eine Katastrophe. Kennt jemand in und um Hamburg +-100 Km eine Entsprechende Einrichtung die zu Empfehlen wäre?

Ich vermisse im Moment auch den Austausch zu gleichgesinnten Menschen, also jetzt nicht nur Virtuell, was aber schon sehr beruhigt und hilfreich ist.

Das Alleinsein, insbesondere im Notfall, ist schon eine Belastung.

GlG

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Re: Ich brauche dringend Rat! Deanxit / Xanor (Alprazolam)

Beitragvon Pons » Sonntag, 15.10.17, 13:37

Hallo Klaus,

die psychosomatische Klinik, die ich meinte, befindet sich in Nordhein-Westfalen oder im Rheinland, die Stadt weiß ich nicht mehr. Die Bekannte hatte allerdings nichts mit Psycho-Medikamenten, geschweige denn mit Entzug zu tun, sondern es ging bei ihr um eine Angststörung. Insofern hätten wir hier eine andere Ausgangslage.

Wie sich das mit derartigen Häusern während der Absetz-Zeit verhält oder eventuell erst nach deren Abschluss möglich ist, müssten Dir eigentlich die Fachleute, also Ärzte, Psychologen, Suchtberater und Suchthilfeorganisationen - und wohl auch die Kliniken selbst - sagen können. Ich würde per Web bzw. Telefon aktiv auf Suche gehen und schauen, was sich ergibt.

Und " nur" eine unterstützende Perspektive für später, also die Zeit des medikamentenfreien Lebens, zu finden, könnte auch Auftrieb geben. Zumal dann die Arbeit an uns selbst nicht zuende sein dürfte ...

Lieber Gruß, Pons
Zuletzt geändert von Pons am Montag, 16.10.17, 8:28, insgesamt 1-mal geändert.
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21.10.17 2,7 mg

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