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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Kevin05
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Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 27.08.15, 21:01

Hallo,

ich möchte diesen Beitrag starten, der Betroffenen, die Benzodiazepine nehmen helfen soll, die aus dem Hochdosisbereich der Substanzgruppe der Benzodiazepine kommen oder dort sind. Dazu gehören unter anderem folgende Substanzen: Alprazolam, Bentazepam, Bromazepam, Brotizolam, Chlordiazepoxid, Clobazam, Clonazepam, Clonazolam, Clorazepat, Clotiazepam, Delorazepam, Deschloroetizolam, Diazepam, Diclazepam, Etizolam, Flubromazepam, Flubromazolam, Flunitrazepam, Flurazepam, Loprazolam, Lorazepam, Lormetazepam, Meclonazepam, Medazepam, Midazolam, Nifoxipam, Nimetazepam, Nitrazepam, Nordazepam, Oxazepam, Phenazepam, Prazepam, Pyrazolam, Temazepam, Tetrazepam, Triazolam (Quelle aus Wikipedia).

Mit eben Gedanken, Erfahrungen, Berichten und Versuchen, was man tun oder versuchen kann. Der Beitrag soll nicht eine Ausweglosigkeit zeigen sondern Hoffnung machen bzw. auch ein Stück Anlaufstelle für Leute, die eben im Hochdosisbereich sind oder waren und das ändern möchten. Ich möchte auch Menschen gewinnen, die positive Gastbeiträge vielleicht schreiben, ob Betroffene, die Erfolg hatten oder eben Menschen, wo ich weiß, die auch anders denken und vom Mainstream des schulmedizinischen Zugangs zu dem Thema nicht überzeugt sind. Das können auch durchaus Ärzte oder Therapeuten sein oder eben diese besondere Menschen über die ich manchmal schon schrieb. Ob der Beitrag angenommen wird die Zeit zeigen, ich hoffe es sehr, weil es eben wirklich wenig Anlaufstellen gibt, das weiß ich definitiv. Am Titel kann man durchaus noch Verbesserungen vornehmen von Moderatorenseite bzw. werde auch ich nachdenken.

Ich betone wirklich, dass es mir ein großes Anliegen ist, dies so zu gestalten zumindest von meiner Seite, dass man die Chancen in den Vordergrund stellt, die wirklich jeder hat, so schwer es auch im Moment für die oder den Betroffenen aussehen mag. In den US-Foren sind ja laut Moderatoren auch deutlich mehr Erfolgsgeschichten als man auf Deutsch findet und gerade hier ist auch zu sagen, dass das insofern glaubwürdig ist, da die USA sicher das Land schlichtweg ist, wo am meisten Psychopharmaka Betroffene sind in allen Substanzgruppen. Daher wäre es vielleicht sinnvoll endlich auch mal auf Deutsch Menschen mehr Hoffnung zu machen, dass es die Chancen gibt und dass es Menschen geschafft haben, weil wenn man im Moment so das Netz durchsucht auf Deutsch ist die Erfolgsquote nicht so hoch. Hier im Forum gibt es sicher einige Erfolgsgeschichten, wenn man denn im Netz welche sucht.

Ich möchte diesen Beitrag auch als Gegenpol zu den Beiträgen sehen wo darüber berichtet wird, was nach erfolgreichem Absetzen an Beschwerden blieb, weil mein Beitragsthema passt irgendwie nirgendwo rein und ich finde dass der Benzobereich in den letzten Jahren ein wenig an Bedeutung verloren hat, aber es sicher noch immer genug Menschen gibt die Hilfe suchen.

Klar werden auch Dinge hier stehen, die nicht so positiv sind, weil das Thema ja mit Leid verbunden ist, aber es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es keine Wege aus dem Leid gibt. Es fällt mir auch schwer hier viel Neues zu schreiben, habe ich doch schon sehr viel über das Thema geschrieben in anderen Beiträgen in meinem Beitrag, aber es kommen auch immer wieder neue Erkenntnisse dazu, neue Erfahrungen und wie gesagt, es soll ja als Plattform dienen für Menschen die Hilfe suchen, die eben nicht im Niederdosisbereich sind sondern höher als 20 mg, weil ich glaube, das ist die Grenze zwischen Hoch- und Niederdosisabhängigkeit. Wobei ob jemand jetzt 50 mg nimmt oder 150 mg ist egal, es soll jeder seine Erfahrungen schreiben und eben wie ich versuchen die positiven Seiten zu beleuchten, was zugegebener Weise auch bei mir oft nicht der Fall war.

Ich denke mittlerweile dass es wirklich in Etappen gesehen werden muss und man die kleinen Erfolge zuerst anvisieren muss, wie eben, dass wenn man unkonstant Dosierungen einnimmt einmal dahin kommt, dass man sagt, wenn ich schon hochdosieren muss, dann bis dahin und nicht weiter und sonst versucht konstant zu sein.

Der nächste Schritt wenn dies einmal längerfristig gelungen ist, dass man eben versucht auch die Ausreiser zu vermeiden und eine Dosis findet, mit der man tatsächlich beginnt abzusetzen - z.B. eben 30 oder 40 mg auf Diazepam umgerechnet. Und wie gesagt alleine das mal zu schaffen ist schon Erfolg.

Wenn man einmal konstant diese Dosierungen halten kann, dann kann man versuchen eben runterzugehen auch sehr langsam vielleicht in dem Bereich mit noch vergleichsweise größeren Schritten wie 2-5 mg alle paar Woche und dann ab etwas 20-25 mg wirklich sehr langsam mit 1 mg Schritten alle paar Wochen.

Ich für mich als Hochdosisabhängiger würde es durchaus als Erfolg werten bei 15 mg zu landen und dann zu sehen was weiter möglich ist, weil sich von Haus aus darauf zu fixieren, dass man die Null schaffen will und dies im Eilzugstempo ist unrealistisch, das habe auch ich verstanden. Man braucht wirklich viel Geduld, Kraft und Leidensfähigkeit, ich werde nicht sagen, dass es einfach ist, aber ich glaube entgegen vielleicht vielen anderen dass eben alles möglich ist, eben eine Frage dessen wie viel Kraft und Energie man dem Thema widmet, wie viel Zeit man bereit ist dafür aufzubringen um eben mit anderen Maßnahmen unterstützend gegen die Symptome anzukämpfen.

Mich begleitet seit Jahren auch ein wirklicher Fachmann für Sucht und wir haben jetzt wöchentliche Gespräche, er ist kein Mediziner sondern ein Sozialarbeiter, aber für mich menschlich deutlich wertvoller als ein Therapeut, weil er auf der Straße gearbeitet hat mit Betroffenen und auch in Suchtkliniken war und sein Resümee bestätigt mich eigentlich. Er gibt auch Hoffnung, aber er sagt auch, dass die Betroffenen, diejenigen sind die die Wege suchen, finden und gehen müssen. Unterstützung durch andere Substanzen sieht auch er nicht als hilfreich an nach doch immerhin mehr als 20 Jahren Erfahrung.

Ich für meine Person und das sagt auch er, dass ein Weg aus der Sucht nur sein kann in dem an die Substanz selbst eben langsam reduziert, was ja im Forum seit Jahren propagiert wird. Er sagt auch wie weit man kommen kann ist sehr individuell, er kennt Menschen, die es sehr weit geschafft haben und welche die sich auf einer Dosis eingependelt haben, aber die wieder Lebensqualität haben. Eines ist diesen Menschen allen gemeinsam, sie bezeichnen ihr Leben wieder als lebenswert und das ist ein Ziel.

Wie gesagt, ich fände es vermessen hier irgendwelche Zahlen oder Grenzen zu ziehen, dass alles möglich ist haben andere bewiesen, wie weit jeder Betroffene es schafft ist eben individuell, aber es gibt ja Berichte wonach es Leute auf Null dauerhaft auch geschafft haben, wobei dies wirklich ein hohes Ziel ist und ein vermutlich für normale Menschen ein weiter Weg. Aber genau diese Hoffnung möchte ich abschließend durchaus stehenlassen, auch im Bewusstsein, dass es Menschen bzw. Betroffenen aus dem AD-Bereich auch geschafft haben und ich ziehe heute durchaus Vergleiche, was die Absetz- und Symptomproblematik betrifft.

Betroffene, die dort herausgekommen sind, denen gebührt ebenso größter Respekt, ich will auch niemand Illusionen machen, dass alles wieder total gut wird, das wäre unfair und unehrlich, aber die Hoffnung und die Chance zu sagen, dass es möglich ist, das möchte ich unbedingt stehen lassen. Das sehe ich auch in meinem eigenen Fall so an, egal wo ich war, wo ich heute stehe und was noch kommen wird. Kevin

"Wenn Menschen mit sich selbst, ihren Beziehungen, ihrem Geld gut zurecht kommen, brauchen sie diese Substanzen als Brücken schlichtweg nicht mehr. Es gilt, den Patienten langsam wieder die Kontrolle über sich selbst und ihr Leben zurück zu geben." Prof. Alexander David
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 29.08.15, 15:17

Ich möchte heute kurz zu einem Thema Stellung nehmen was ich für sehr wichtig halte nämlich den "Kalten Entzug", weil darüber habe ich eigentlich immer gedacht es wäre möglich, was es vielleicht auch ist, aber die Risiken und das Leid und da spreche ich jetzt für die Hochdosisabhängigkeit ist mit dem Wissen, was ich heute habe nicht zu verantworten.

Ich habe kurioserweise mit meinem Bekannten der Leiter einer Suchtberatung ist gesprochen und parallel einen Zeitungsartikel gefunden aus einer sehr seriösen Zeitung (Der Standard) - sowohl im Gespräch wie auch im Artikel haben sich die Argumente beinah gedeckt.

Zu den normalen Risiken wie Krampfanfälle oder Epilepsie kommt nämlich ein wichtiger Punkt dazu und gerade dieser kann besonders fatal sein, weil wenn man bei einem kalten Entzug rückfällig wird, was oft vorkommt, dann kommt es zumindest laut meinem Bekannten sehr häufig dazu, dass die Betroffenen dann den Überblick verlieren wie viel sie einnehmen oder eingenommen haben und das sind dann die zusätzlichen Gefahren. Generell will ich den Beitrag ja positiv gestalten, aber auch Warnung sind positiv, weil auch ich immer wieder drüber nachgedacht habe, es zu versuchen. Auch wenn ich es ungern anspreche, es ist definitiv lebensgefährlich.

Ich möchte aber auch die Erfahrung meines Bekannten einbringen, der ausschließlich die letzten 20 Jahre vor allem ambulant Menschen betreute und betreut die alle möglichen Suchterkrankungen haben und sein Fazit ist, dass wirklich nur diejenigen Erfolg hatten, die einen langsamen Ausstieg wählten und gut betreut wurden. Sie machen dort wie in einer Tagesklinik täglich Gespräche, Veranstaltungen, Sport, Ausflüge, es kommt wer will, also man ist da nicht verpflichtet und es wird auch geholfen bei Wohnungssuche, Jobsuche oder egal welchen Problemen auch immer.

Aber einen wichtigen Satz hat er mir auch gesagt und zwar, dass er keine einzige Sucht kennt, wogegen die Schulmedizin erfolgreich einen Ersatz anbieten kann bzw. generell sieht er die Hilfestellung der Pharmaindustrie als nicht gegeben an, nicht gegeben im Sinne von hilfreich. Er meinte, entweder sie haben wirklich nichts oder sie wollen nicht.

Wobei er wirklich ein Kämpfer ist gegen die Pharmalobby und Ärzte, aber schon oft in seiner Funktion richtig "angegriffen" wurde und bei den höchsten Repräsentanten der Stadt, Land Rede und Antwort stehen musste, wenn er in Zeitungsinterviews eben Zusammenhänge bei Tragödien mit den Medikamenten sah, weil da schaltet sich sofort die Pharmaindustrie ein und droht mit Klagen und allem möglichen.

Wie gesagt, er hat über all die Jahre wirklich sehr schwere Fälle betreut und auch Erfolge gesehen, wie auch immer die im Detail aussahen, aber die Strategie aus dem wie die dort mit ihren Klienten arbeiten finde ich ein wirkliches Erfolgskonzept. Übrigens wird auch dort ohne Medikamente gearbeitet!

Ich habe ja auch geschrieben, ich möchte mal Gastbeiträge einbringen, nach längerem Nachdenken bin ich zur Ansicht gekommen, dass das wirklich schwer wird, weil ich kenne zwar so viele Ärzte, Fachleute, Therapeuten und auch spirituelle Menschen, aber sie haben leider viele eines gemeinsam nämlich, dass sie sich grad beim reinen Thema Benzodiazepinabhängigkeit entweder nicht auskennen oder eben die üblichen Strategien vorschlagen, also da werde ich mich sehr anstrengen müssen, weil einen Gastbeitrag zu bringen, wo jemand Propsychopharmaka ist den stelle ich sicher nicht rein, nicht nur weil das hier ein pharmakritisches Forum ist sondern weil wir ja nach anderen Wegen suchen bzw. die wirklich guten Leute wissen, dass die Pillen nicht der Weg sind. Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 02.09.15, 19:26

Heute möchte ich entgegen dem was ich eigentlich plante doch auch ein Stück persönliche Sicht einfließen lassen eben von einem Hochdosisabhängigen. Ich empfehle nicht zu mischen, heißt wirklich versuchen mit einem Benzodiazepin ausschließlich abzusetzen. Und das wie es empfohlen wird wirklich langsam.

Die ADs oder andere Substanzen können den Entzug aus meiner Sicht in keiner Weise abfangen und sind nicht hilfreich sondern die Nebenwirkungen sind so gravierend, dass man teilweise eher mit den Benzos dann höher gehen muss. Es gibt da sicher auch keine ausschließliche Regel, es ist rein subjektiv betrachtet, die Zeit als ich nur Benzodiazepine nahm ging es mir deutlich besser als danach als ich immer wieder ADs einstreuen versuchte. Auch die Berichte aus dem AD-Bereich bekräftigen mich in dieser Meinung, dass die ADs wirklich sehr kritisch sein "können", vielleicht nicht so sehr alleine betrachtet, aber in Kombination mit einem Benzo mehr.

Ich bin sogar froh, dass ich Benzodiazepine abzusetzen habe und keine ADs, ich sehe die Aufgabe als einfacher an, sicher nicht als leicht, aber machbar auf lange Sicht für jeden. Es ist jeden seine Entscheidung, ich kann nur für mich subjektiv sagen, ich werde alles versuchen ohne Ersatzstoffe auszukommen, die meiner Meinung auch gar nicht existent sind, schon gar nicht wenn man mal im Hochdosisbereich war. Wie gesagt Kernbotschaft besser eine Substanz absetzen, als zwei. Als ich 2006 sehr schnell abgesetzt habe war das auch anders, weil ich nahm damals auch nur eine Substanzgruppe, aber in den letzten Jahren das Durcheinander von ADs und Benzodiazepinen hat mir geschadet.

Nochmals das ist eine sehr subjektive und persönliche Wahrnehmung und nicht mit allgemeiner Gültigkeit, weil wie schon oft geschrieben jeder anders reagiert.

Ich bleibe auch dabei, dass ich mich wirklich sehr bemühen werde, Menschen zu finden, die hilfreiche Gastbeiträge hier mal reinstellen, ich will nicht, dass dies eine "Soloshow" wird. Ich möchte auch eine Bekannte bieten ihre Erfahrungen mal zu schreiben, der das Absetzen sehr einfach gefallen ist trotz hoher Dosen, sie soll mal darüber schreiben wie es ihr da erging, auf jeden Fall wäre das ein positiver Beitrag, weil sie einfach trotz enorm schwerem Leids enorm positiv lebt und das heute ohne jegliche Psychopharmaka, ich glaub 4 Jahre mittlerweile, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 09.09.15, 19:48

Eigentlich war mein Plan, dass ich hier Menschen finde, die was sinnvolles beitragen können zu dem Thema, aber außer Versprechen passierte bis jetzt leider nichts so bin wohl wieder ich am Zug und es wird langsam wohl wieder mehr und mehr zu meinem Beitrag, wobei ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass ich "wertvolle" Menschen finde, die was zu dem Thema hilfreich beitragen können.

Ich selbst sehe die Menschen im Hochdosisbereich so, dass es eine Zeitlang gut gehen mag, vielleicht Jahre sogar, auch abhängig von der Substanz und natürlich der Persönlichkeit. Aber irgendwann beginnt das System wirklich zu kippen, ich denke und da spreche ich auch aus dem Wissen heraus was ich so von anderen weiß, dass selbst die, die sich gut halten und Lebensqualität haben irgendwann "kippen", weil der Körper irgendwann reagiert und vielleicht ähnlich wie bei den ADs einfach keine Wirkung mehr da ist sondern nur mehr die Nebenwirkungen bestimmend sind.

Wie gesagt, ich kenne jemand, der Lorazepam und anderes über Jahrzehnte nahm und auch andere Sachen und funktionierte, aber auch diese Person ist mittlerweile gekippt mit diversesten körperlichen Problemen. Zu sagen, man kann das ewig durchziehen ohne Konsequenz glaub ich nicht mehr. Zumindest nicht bei Diazepam, Alprazolam oder Lorazepam. Die anderen Wirkstoffe kenne ich nicht.

Manche mögen denken, es gehe - es geht auch, aber nochmal irgendwann geht es nicht mehr und ich glaube da nicht an Wunderkinder, die nichts spüren, eines haben auch die eine relativ gute Lebensqualität haben, das Leben geht an ihnen vorbei ohne, dass sie es wirklich gelebt haben.

Ich habe mir ja vorgenommen hier Mut machend zu schreiben, auch wenn mir das manchmal sehr schwer fällt, nicht bei einfachen Fällen, aber wenn es komplex wird dann sind schon außergewöhnliche Leistungen gefragt.

Ich konnte übrigens auch viele, viele Jahre gut leben in Bezug auf körperliche Symptome, also selbst wenn Betroffene meinen, man kann damit ein Leben lang leben ist das meiner Meinung nach falsch.

Man darf auch nicht den Absprung verpassen, dass es so außer Kontrolle gerät, dass wirklich kaum noch was hilft, die komplexen Fälle im Forum in all den Jahren haben das ja bestätigt. Weil was tun, wenn gar nichts mehr wirkt? Was dann?

Aber um wieder in die Richtung des Positiven zu gehen, es ist wirklich essentiell zu verstehen, dass man aufhören muss! Wie man das schafft kann ich nicht sagen, da muss jeder für sich einen Weg finden. Mit Gewaltaktionen funktioniert es sicher nicht und es ist sicher sehr schwer, egal für wen, auch das bestätigen die komplexen Beiträge.

Ein Faktor, der für mich persönlich faszinierend ist, ist der dass es einfach keinerlei Logik gibt, nichts ist wirklich miteinander vergleichbar. Ich meine, es gibt einfach für so vieles keine Erklärung und so auch bei den Medikamenten, warum einige es relativ leicht schaffen und andere sich sehr bemühen müssen und ein hohes Maß an Leidensfähigkeit mitbringen müssen.

Es werden ja oft Fragen gestellt, warum ist das so oder so. Ich kann nur sagen aus meiner Sicht, es gibt wie gesagt oft keinerlei Erklärungen.

Ich sehe es für jede und jeden der sich in dem Bereich befindet als die einzige Chance aufzuhören, nochmal wie das gelingen kann, kann ich nicht schreiben, ich weiß es nicht, aber die Alternativen einer dauerhaften Einnahme sind meiner Meinung nach fatal, also jeder der das mal begriffen hat wird auch die Motivation finden alles was in seiner oder ihrer Macht steht zu tun, um das schier Unmögliche doch zu schaffen.

Es sterben ja auch deutlich mehr Menschen an den Medikamenten als Menschen die versuchen abzusetzen, das alleine ist schon ein Argument es zu versuchen bzw. seine ganze Kraft reinzulegen. Was dann am Ende rauskommt mag verschieden sein, vielleicht wieder ein relativ gutes Leben, vielleicht ein Leben mit Leid, aber trotzdem ein Leben. Je höher der Leidensdruck ist desto eher wird auch die nötige Motivation sein die Veränderung mit aller Kraft durchzuführen. Und ja vieles hat man gar nicht in der Hand, das sollte man auch akzeptieren und es hinnehmen wie es ist, aber der Glaube, dass es geht ist bei mir da und ich denke egal wie ein Fall gelagert ist, wenn die richtigen Entscheidungen fallen bzw. die Einstellung die richtige ist, dann ist ein Erfolg möglich.

Was ich persönlich für mich leider erkennen musste ist, dass es eben keinerlei System gibt, System im Sinne von Erklärungen, auch mein Glaube hat darunter sehr gelitten, ich glaube nach wie vor, dass es gut ist ein gutes Leben zu führen, aber mein Glaube dass es tatsächlich einen Gott gibt, denn habe ich verloren. Wenn es einen Gott gäbe, wie könnte er all das Leid zu lassen, wie kann er gute Menschen so leiden lassen und böse uralt werden lassen, wie kann er es zulassen, dass Millionen von Menschen sterben ohne jegliche schlüssige Erklärung.

Ich denke irgendwas mag es geben, aber wir unterliegen nicht dem was wir unser Leben lang gelehrt bekommen haben, nämlich, dass wenn man gut ist, auch Gutes bekommt, daran glaub ich nicht mehr. Zu viele gute Menschen und Wesen, die ich kannte oder auch nicht kannte gibt es nicht mehr. Ich beziehe das übrigens auf mein persönliches Credo, wie ich die Welt ein Leben lang sah, es unterliegt nichts einem System, nach dem man sich in irgendeiner Weise ausrichten kann.

Nun die Kernbotschaft was das eigentliche Thema betrifft ist weiterhin die das ich denke es ist schaffbar, wobei es sicher eine Sonderleistung bedarf, da bin ich mir auch sicher und wie hoch der Preis ist weiß ich auch nicht, aber alleine diese Sucht zu besiegen ist Motivation genug, egal wie es für mich oder auch andere ausgehen mag, es lohnt sich sicher wieder zu sich zurück zu kommen, weil ich behaupte, selbst wenn wir glauben, dass wir wir sind, wir sind es nicht, nach längerer Zeit einer Abstinenz halte ich das für möglich, wie gesagt, egal selbst wenn es mit Leid verbunden ist, ich bin mir sicher es lohnt sich dafür zu kämpfen wieder man selbst zu sein.
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 12.09.15, 6:22

Gerade Menschen im Hochdosisbereich bzw. aber auch sonst haben sehr oft körperliche Probleme, die sehr hartnäckig sind, sie laufen von einem Arzt zum nächsten und oft kann ihnen nicht geholfen werden. Ich möchte auch auf dieses Thema eingehen, weil eben die Wahrscheinlichkeit grad beim Betroffenen aus dem Hochdosisbereich hoch ist, dass eben Schmerzen und Symptome auftreten.

Ich will hier über meine Erfahrungen berichten, ich bin ja Schmerzpatient seit ich ein Kleinkind war, schon weit vor den Psychopharmakas, wobei es nach langen Einnahmen sich natürlich verschlimmert hat bzw. die Probleme sich vervielfältigt haben.

Mein Fazit ist auch wenn das überheblich klingen mag relativ ernüchternd. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass ich in den letzten Jahren wirklich weit über 100 Ärzte besuchte. Sie konnten mir bei den einfachsten Dingen, wie Entzündungen im Mund nicht helfen, weder sagen woher es kommt noch hat irgendeine Therapie angeschlagen. Dann wieder andere Sachen, wo ich mit einer Schwellung zu einem Neurologen ging, zu einem Orthopäden, Internisten und einem Hautarzt. Die Palette war so unterschiedlich, dass man sich wirklich fragt, was wissen denn die wirklich? Ich habe allen Ernstes so rund 40.000,- Euro in den letzten 5 Jahren ausgegeben an privaten Arztkosten und Behandlungen und der Erfolg war gleich Null.

Es ist wirklich erschreckend, wie wenig sie einfach wissen, obwohl sie wirklich sehr ausgedehnte Diagnostik haben, aber wenn ein Röntgen, ein Ultraschall, ein MRT, ein Blutbild keine Diagnose zulassen, dann fragt man sich was man denn noch machen kann?

Bei Menschen die Psychopharmaka nehmen ist, wie gesagt die Symptom- und Schmerzpalette enorm groß und ich rate dazu wirklich nur Dinge abklären zu lassen, die lang anhaltend sind, weil oft wechseln die Symptome ja, weil sonst kommt man aus der Ärztespirale gar nicht mehr heraus und wie gesagt es ist einfach nicht hilfreich. Eine Abklärung sämtlicher Probleme, die einige haben ist einfach nicht möglich, weil selbst wenn man eines abgeklärt hat bleiben oft noch unzählige über.

Ich tendiere wirklich mehr und mehr dazu die Untersuchungen abzubrechen und nur noch Vorsorge zu machen, wie eben eine Darmspiegelung, so was macht noch Sinn, auch für Gesunde, wobei kurzer Kommentar von mir, die Vorbereitung ist eine Megabelastung, weil die Entzugssymptomatik noch stärker zuschlägt.

Also ich würde echt nur die Standard Untersuchungen mehr machen, die Ärzte nehmen euch nicht ernst oder haben wirklich keine Ahnung, ich bin sicher einer der am besten untersuchtesten Menschen meines Landes behaupte ich (sagen mir auch alle Ärzte) und doch habe ich keinerlei Garantie, dass es nur halbwegs gut ist organisch.

Ich möchte euch das ersparen, weil es nichts bringt, die Ärzte reagieren genervt und können nicht helfen, einige geben es zu, wenn man zu neuen Ärzten geht, das Thema Psyche am besten gar nicht erwähnen, weil sonst ist man schon vorher stigmatisiert.

Geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eurer Probleme von den Medikamenten ist oder vom Absetzen, wie gesagt Routineuntersuchungen zur Vorsorge ja, auch bei extremen Problemen ja, aber sonst Nein. Ihr spart euch wirklich viel Geld, was ihr sinnvoller einsetzen könnt und jede Untersuchung ist auch mit Angst verbunden. Was meine Erfahrung mit alternativen oder homöopathischen Produkten betrifft kann ich auch nur sagen absolut wirkungslos, ob das coll. Silber, Vitamine, Entgiftungspräparate usw. ist oder was auch immer, entweder keinerlei Wirkung oder ich bekomme sogar Probleme davon, auch wirklich gute Dinge wie Ozontherapie haben mir nicht geholfen. Wobei diese Aussage sehr subjektiv ist, ich weiß, dass es im Forum unzählige gibt, die durchaus Hilfestellung daraus beziehen und es hilft, das ist wie gesagt eine sehr persönliche Anmerkung!

Ich schreibe dies alles um einigen viel Aufwand zu ersparen, ihr müsst wo anders ansetzen, nämlich bei Euch selbst, es gibt niemand der eine größere Hilfe ist und wenn ihr das mal erkannt habt, dann habt ihr schon viel gewonnen. Wie gesagt Ärzte, die nicht an Gewinn interessieren sind, geben dies auch unverhohlen zu, dass sie nämlich gar keine Hilfestellung leisten können.

Was ist nun das positive an dem Beitrag? Nicht, dass es keine Hilfe gibt, sondern dass man sich gewisse Dinge einfach ersparen sollte und seine Energie, sein Geld, einfach anders investieren sollte und sei es ein toller Urlaub, wo man mal ganz abschalten kann oder was auch immer Freude macht, da sehe ich viel mehr Sinn drinnen, weil das erinnert einen wieder daran, dass es neben dem Problemen auch noch was anderes gibt. Kevin
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pajes
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von pajes » Montag, 14.09.15, 19:05

Hallo Kevin
Ab wann beginnt denn der Hochdosisbereich, ab 40mg Diazepam?
Mir fehlt da die genauere Beschreibung, ab wann man dazugehört?
Liebe Grüße, pajes
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Seit 2009 Entzug von 2,0mg Rivotril (Clonazepam), seit dem 9.12.16 auf Null.
2008: ca. 13 Tropfen Atosil zum Einschlafen, ausgeschlichen 2014
Opipramol
Mai 2011: Einschleichen von 150mg Opipramol (beruflicher Streß)
April 2012, schneller Absetzversuch auf 75mg, gescheitert.
24.4. 125 mg, Entzug: anschließend 4 Wochen erkältet
10.05. 100mg
24.05. 75mg, Entzug: 3 Wochen Zyklusstörung, massive Hassgefühle, Depression. Behandlung durch Homöopathie, abwarten
19.07. auf ca. 88,5mg Opipramol
2014: 67,47 mg Opipramol, 59 mg Opipramol
5/2015 Wechsel auf flüssiges Opipramol: Insidon. Wechsel war katastrophal da offizielle Umrechnungsmenge für mich zu niedrig war - also höher dosiert auf 65mg Insidon.
2016 58,24mg Insidon
2017 54,49mg Insidon
Entzugssymtome Rivotril: Ängstlichkeit, Unruhe
Entzugssymptome Opipramol: heftige Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchblutungsstörung, Zyklusstörung, neuralgische Schmerzen, Mundentzündungen (alles vorher nie gehabt)
Angst, Unruhe, Depression, Aggressivität, emotionale Taubheit bis ca. 75mg, übermässiges Denken (alles vorher nie in dem Ausmass gehabt)

Lisamarie
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Lisamarie » Montag, 14.09.15, 19:07

Hallo pajes, man sagt das der Hochdosisbereich ab 30 mg beginnt. Also befindest du dich im Hochdosisbereich mit 40 mg Diazepam.
Lg Petra
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2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
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Kevin05
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Montag, 14.09.15, 21:14

Hallo Pajes, ehrlich gesagt dachte ich ab 20 mg Diazepam umgerechnet, ich weiß aber nicht wer mir das gesagt hat, im Forum jemand oder ein Arzt. Aber Lisamarie hat sicher recht, sie beschäftigt sich ja mehr damit. Ich bin heute sehr müde, daher schreib ich nur ganz kurz. Meine persönliche Erfahrung ist, dass egal wie hoch ich war, auf 30 mg war ich immer sicher, ich denke, dass man von einer hohen Dosis relativ rasch auf 30-40 mg gefahrlos gehen kann, aber wie gesagt, das ist nur meine persönliche Erfahrung, 20 mg war grenzwertig, das ging noch, tiefer spürte ich deutlichen Entzug. Ist-Status bei mir zwischen 15-30 mg, wenn Ausreiser dann nur noch bis 50 mg, für mich ist das bereits ein kleiner Erfolg gegenüber früher, auch bei Aufregungen gehe ich nicht hinauf, also ich lege da wirklich alles rein an Kraft, was ich habe im Moment, heute bin ich auf 15 und das spüre ich auch, LG Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 16.09.15, 15:57

Hallo,

ich hatte heute wieder ein Gespräch mit dem schon vorher in einem Beitrag vorgestellten Leiter unserer Suchtberatung. Ich wollte eigentlich das ganze wie ein Interview machen, aber leider kamen wir dann auf mein eigenes Thema und so gesehen kann ich auch nicht viel berichten, das wenige möchte ich aber doch schreiben.

Ich habe ihm als Erstfrage nach den Erfolgen gefragt, in immerhin über 20 Jahre Praxisarbeit und tausenden Klienten, wobei die meisten natürlich verschiedene Substanzen nahmen. Aber das spielt letztendlich gar nicht so eine Rolle aus meiner Sicht, ergänzend zu dem was ich weiter oben mal geschrieben habe, nämlich dass die Pharmaindustrie keine Mittel hat zu helfen, hat er diese Aussage heute erweitert, dass Langzeitbetroffene, die über Jahre oder Jahrzehnte eine Substanz nehmen, eben Betroffene im Hochdosisbereich leider wirklich auf sich gestellt sind. Dies gilt nicht für andere, aber für Menschen, wie mich oder Vergleichsfälle ist das so aus seiner Sicht. Auch wenn das ein ernüchternder Beitrag sein mag, dann möchte ich doch bemerken, dass mein Gegenüber ein sehr positiver Mensch ist, also die Problematik nicht aus einem destruktiven Winkel sieht.

Er hat mir auch nicht gesagt, es gäbe keine Chance sondern nur, dass die es schaffen wollen, aus seiner Sicht dahingehend auf sich gestellt sind, dass sie durch sämtliche Raster durchfallen, die vielleicht in anderen Fällen hilfreich wären. Auch wenn das negativ ist, so ist es doch ein Statement, dass insofern hilfreich ist, dass man sich der Illusion entledigt, da gäbe es was, weil es gibt nichts außer eben den eigenen Weg. Er sieht das selbst extrem kritisch und nachdenklich und ist auch selbst aufgrund dessen, dass er das sagt, was er denkt und seine Erfahrungen oft im Schussfeld der Kritik von Ärzten, Pharmaunternehmen usw.

Er meinte einer der Grundpfeiler zu einer deutlichen Verbesserung, wäre ein Wohlfühlumfeld, wie eben, wenn Betroffene gut in sozialen Netzwerken eingebunden wären, wichtig einfach gute Beziehungen zu anderen zu haben, ob das nun Partnerschaft betrifft oder Familie, das sieht er als essentiell für einen guten Ausgang, bei ihm werden auch oft die Angehörigen miteinbezogen in die Gespräche, es sind keine Therapien in dem Sinn, wobei ich sage, er ist besser als jeder PT.

Es gilt also zu versuchen optimale Rahmenbedingungen wenigstens mal zu schaffen, hat man die nicht, wird es deutlich schwerer, zu diesen Menschen gehöre leider auch ich, weil ich habe kein soziales Netzwerk und auch keine Familie. Wenn ich seine Aussagen zwischen den Zeilen richtig gedeutet habe, sieht er das Thema als sehr schwer an, das hab ich einfach gespürt, und er ist auch sehr direkt.

Wobei sein Zugang für Menschen, wie mich auch der ist, schauen was möglich ist und das könnte ich am besten einschätzen meinte er, wo und ob es Grenzen gibt danach hab ich nicht gefragt. An die Wunder, dass Menschen Jahre und Jahrzehnte was nahmen und problemlos absetzen glaubt er nicht, das widerspricht auch seiner Erfahrung.

Warum ich gerne über ihn schreibe, weil er für mich einfach deutlich mehr Ahnung hat, als alle anderen Mediziner usw. die ich kenne, und seine Meinung sehr schätze, ich kann ihn auch um 23 Uhr anrufen, wenn es mir schlecht geht und er hebt ab, mach ich aber nicht.

Ich persönlich deute seine Erfahrungen, wenn ich sie optimistisch betrachte so, dass es einer wirklichen Gewaltleistung Bedarf, da raus zu kommen, nicht dass es nicht möglich ist. Mir ist klar, dass ich schon mutmachender geschrieben habe, aber ich denke, dass ich hier doch auch ein Stück Wahrheit schreibe.

Ich werde nicht aufgeben und es gibt auch keinen Grund für andere im Hochdosisbereich aufzugeben, die Botschaft ist eben nur, dass es wirklich kaum Hilfestellung von außen gibt, eben dieses Alleingelassen werden bzw. das es eben wenig hilfreiches von Seiten der Medizin oder Institutionen gibt.

Positives zu schaffen, das sieht er für Betroffene als die zentrale Aufgabe, das ist auch immer wieder ein zentrales Thema in unseren Gesprächen, was kann ich tun, um mehr positive Elemente in mein Leben zu bringen, das ist für ihn der Weg und ich glaube auch eine wirkliche Chance und so finde ich vielleicht doch zumindest einen versöhnlichen Abschluss des Beitrags heute, der trotzdem ein kleines Stück Hoffnung hinterlässt. Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 26.09.15, 6:13

Hallo,

es ist wahrlich nicht einfach noch Punkte zu finden, die ich noch nicht angesprochen habe und ich sag euch ehrlich Ärzte oder Leute zu finden, die nur einen Funken Ahnung haben ist wahrlich nicht einfach, so gesehen noch immer kein wirklicher Gastbeitrag, weil nochmal ich möchte hier nicht die Strategie der Schulmediziner schreiben, weil die kennen die meisten ja sondern über Menschen, die das anders angehen. Ich hab glaub ich gestern bei Leo oder wo auch immer geschrieben über das Gespräch mit einer Suchtärztin, die eigentlich frustriert ihren Job gekündigt hat und die das ganze ziemlich düster sah, die hat sogar mich hilflos angeschaut, als ich sie fragte und neue Erkenntnisse gewonnen, weil ich hatte über 1 Jahr keinen Kontakt mit ihr und dann war dann eigentlich nur Schweigen, aber nochmals die will in Zukunft in den Schulen ansetzen mit Vorträgen um Präventionsarbeit gegen die Medikamente zu leisten, also es gibt schon Ärzte, die sich gegen das System stützen und in dem Bereich hat sie auch keine Berührungspunkte mit der Pharmaindustrie, da sie ja keine niedergelassene Ärztin ist dann, aber wie gesagt, diese Menschen muss man echt mal finden, die so denken und das auch so sehen wie "wir".

Aber zurück zu "meinem" Beitrag. Ich möchte auch wenn ich das sicher schon mal geschrieben nochmals drauf hinweisen, dass ich denke, dass unser Umfeld extrem wichtig ist. Und da muss ich leider nicht allgemein schreiben sondern mich selbst als Beispiel nehmen. Ich lebe mittlerweile rund 15 Jahre in wirklich problematischen Partnerschaften und ich kann das natürlich nicht pauschalieren, aber für mich behaupte ich, dass mich das einerseits erst richtig krank gemacht hat und zweitens mich auch auf die Suchtschiene zurückgebracht hat und drittens, dass man oder ich so lange ich das nicht ändern kann nicht mal die Chance habe da rauszukommen, weil einfach die Voraussetzungen nicht da sind.

Man braucht einfach ein Umfeld, wo Ruhe ist und Harmonie, wenn man permanent unter Spannung steht und Streit, Konflikte - das ist so was von Gift, da geht auch ein Absetzen nur schwer, weil man ja dauernd aufgeregt ist und was macht ein Medikamentenabhängiger in solcher Situation - genau er versucht es mit Medikamenten, ein Alkoholiker vermutlich mit Alkohol, aber es sind einfach Situationen teilweise wirklich so belastend, dass man dem kaum auskommt, weil wenn man mit jemand zusammenlebt und dann wird 14 Tage miteinander nicht gesprochen, also da kann sich jeder vorstellen, wie angenehm das ist und auf mich bezogen, ich mag ja auch viele Fehler haben, aber nicht, dass man mit mir nicht reden kann.

So viel nur mal als persönliche Erklärung, warum ich mir so schwer tue und das ist aus meiner Sicht nicht mal eine Ausrede.

Allgemein gesprochen und das ist deutlich wichtig als meine Geschichte weil die dient ja nur als Beispiel. Wenn ihr euch in belastenden Situationen befindet, dann finde ich es essentiell, dass ihr da rauskommt, egal ob ihr jetzt bei Eltern wohnt, Partnern oder in einer Arbeitssituation z.B. gemobbt werdet. So lange ihr diese Belastungssituation nicht verändern könnt, ist es meiner Meinung nach fast aussichtslos aus dieser Spirale rauszukommen und das gilt auch für einen Absetzprozess.

Also es MÜSSEN einfach die Voraussetzung gegeben sein um dauerhaft Erfolge zu haben, ich persönlich glaube, dass das nicht nur Hochdosisbetroffene betrifft sondern auch viele andere. Sie verbleiben einfach in krankmachenden Umfeldern, entweder weil sie nicht anders können oder weil sie eben Angst haben es könnte bei Veränderung noch schlechter werden.

Es ist unser Leben und ich bin mehr als überzeugt davon, dass die Ursache dass man in solche Situationen erst kommt genau mit diesen Spannungsfeldern zusammenhängt bzw. eben sich über Erfahrung von Jahren aufschaukelt und irgendwann eben Wirkung zeigt, ob man jetzt körperlich oder psychisch krank wird oder im schlechtesten Fall beides. Daher möchte ich wirklich warnend aus meiner eigenen Erfahrung sagen, gerade diesen Punkt besonders ernst zu nehmen.

Ich für mich werde sicher alles mögliche in den nächsten Wochen machen um zumindest mal meine Basis zu verbessern, selbst wenn das nicht von heute auf morgen möglich sein mag, aber mal einen Schritt setzen, damit ein Beginn möglich ist und das kann ich nur Menschen, die in ähnlichen Situationen stecken auch raten.

Klar, gibt es auch einige die ganz andere Themen haben warum sie hier gelandet sind, mögen traumatische Erlebnisse gewesen sein oder eben Dinge in der Vergangenheit und das es heute ohnedies anders sein mag, aber ich habe halt bewusst einen Teil mal angesprochen, der sicher auch in meine Problemstellung fällt.

Auf Beziehungen bezogen möchte ich wirklich sagen, dass nur Menschen miteinander leben sollten, die wirklich miteinander harmonieren, sonst ist es besser alleine zu sein und gesünder, da bin ich mir ganz sicher, weil man kann zu zweit oft einsamer sein als alleine.

Das mag ein sehr persönlicher Beitrag gewesen sein, aber in dem Fall ging das nicht wirklich anders, aber vielleicht erkennt auch hier die eine oder andere oder der eine oder andere sich wieder, es müssen ja nicht Partnerschaftssachen sein sondern wie gesagt, das können alle möglichen Belastungsfaktoren sein, wie wir ja im Forum schon alle möglichen Belastungsfaktoren hatten wie laute Nachbarn usw.

Auf jeden Fall für mich die Basis einer Verbesserung der Gesundheit und die Basis für ein erfolgreiches Absetzen oder da irgendwie rauszukommen eben optimale Voraussetzungen schaffen und Belastungsfaktoren so weit wie möglich ausschalten und als Gegengewicht eben positive Kontakte oder Voraussetzungen aufbauen, ich sehe das als Grundvoraussetzung und je schwerer jemand Betroffen ist desto wichtiger finde ich das. Und ich glaube auch, dass nicht wenige Betroffene, wenn sie mal tief in sich gehen Gründe finden werden, dass sie sehr wohl auch in solchen belastenden Umfeldern sich bewegen und da gehört unter anderem angesetzt.

Eine Begründung von vielleicht vielen Ursachen, aber wie gesagt, war mir wichtig auch diesen Aspekt nochmal in Erinnerung zu rufen, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Clarissa » Samstag, 26.09.15, 6:33

Genauso ist es.

100 % Zustimmung von mir.

sleepless
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von pajes » Montag, 28.09.15, 19:38

Hallo, leider funktioniert bei mir derzeit die hochstelltaste nicht, hoffe es ist trotzdem zu lesen und entschuldigung dafuer. danke petra und kevin fuer die info, also gehoere ich da ja auch dazu, zum hochdosisbereich, kam ja von umgerechnet ca. 40mg diazepam. ich kann dir, kevin, da nur rechtgeben mit den bedingungen, nur mein eindruck ist, die umgebung ist leider nicht immer so planbar, dass sie passt. wie sieht das bei dir dann konkret aus, wenn du schreibst, dass die partnerschaft schwierig ist, willst du dich trennen oder anderes da unternehmen?
im laufe der ganzen letzten jahre mit dem entzug kann ich sagen, dass es phasen gab, wo das umfeld für mich gestimmt hat und ich leichter entziehen konnte als jetzt. beispielsweise ist dieses jahr eine wichtige freundschaft auseinandergegangen, weil es für uns beide nicht mehr gepasst hat, nun ist eine andere freundin von hier wegggezogen...das alles fehlt und macht mir den entzug schwerer als früher. das meinte ich mit dem unplanbaren. oder meintest du es anders? natuerlich überlege ich, wie ich wieder zu mehr kontakt komme, aber das ist aufgrund der körperlichen entzugsprobleme des ad nicht so einfach, da viele schmerzen und öfters daheim abends zum erholen.
im grunde gebe ich dir aber recht, absolut...ich vermute aber auch, dass auch die schwierigen phasen im leben irgendwie mit dem entzug gelebt werden muessen. innerlich denke ich manchmal auch, ich gebe auf und warte, bis die lebensbedingungen wieder besser sind, aber das ist unsinn :roll: das denken hat dann mehr mit depression zu tun.

15mg sind doch super...ist doch massig weniger als früher? ich hab ja in manchen situationen auch rückfälle...ich glaube ich habe es mal geschrieben, dass die rückfälle von selbst weniger wurden. ich vermute, das hat mit dem faktor zeit zu tun und mit schlaf...einfach verarbeitung und reifung von alleine auch. ich wuensche dir, dass es sich bei dir weiterhin so gut haelt!
und klar, der entzug ist leichter bei nur ein paar monaten einnahme als bei jahren und verlangt auch mehr, so meine meinung dazu. ein sehr langer weg :schnecke: :schnecke: :schnecke:

einen schoenen abend und liebe grüsse pajes :hug:
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Seit 2009 Entzug von 2,0mg Rivotril (Clonazepam), seit dem 9.12.16 auf Null.
2008: ca. 13 Tropfen Atosil zum Einschlafen, ausgeschlichen 2014
Opipramol
Mai 2011: Einschleichen von 150mg Opipramol (beruflicher Streß)
April 2012, schneller Absetzversuch auf 75mg, gescheitert.
24.4. 125 mg, Entzug: anschließend 4 Wochen erkältet
10.05. 100mg
24.05. 75mg, Entzug: 3 Wochen Zyklusstörung, massive Hassgefühle, Depression. Behandlung durch Homöopathie, abwarten
19.07. auf ca. 88,5mg Opipramol
2014: 67,47 mg Opipramol, 59 mg Opipramol
5/2015 Wechsel auf flüssiges Opipramol: Insidon. Wechsel war katastrophal da offizielle Umrechnungsmenge für mich zu niedrig war - also höher dosiert auf 65mg Insidon.
2016 58,24mg Insidon
2017 54,49mg Insidon
Entzugssymtome Rivotril: Ängstlichkeit, Unruhe
Entzugssymptome Opipramol: heftige Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchblutungsstörung, Zyklusstörung, neuralgische Schmerzen, Mundentzündungen (alles vorher nie gehabt)
Angst, Unruhe, Depression, Aggressivität, emotionale Taubheit bis ca. 75mg, übermässiges Denken (alles vorher nie in dem Ausmass gehabt)

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 29.09.15, 21:43

Hallo,

@Pajes: Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag und deine Mut machenden Worte für mich und wohl auch für andere.

ich habe über all die Jahre so viel Leid erlebt, hier in diesem Forum in allen Bereichen, aber in Wirklichkeit ist jede Geschichte berührend für mich gewesen und nachhaltig beeindruckend.

Nur möchte ich jetzt und gerade jetzt mal wirklich mich massiv gegen all das Stemmen und sogar jemand zitieren, der aus meiner Sicht keine Ahnung hatte, als er mir diese Aussage entgegen warf. Ich fragte ja mal einen Klinikleiter ob er Erfolgsfälle kennt und er meinte ja viele, auf nochmalige Nachfrage welche? "Ja, irgendwo auf der Welt wird es schon welche geben". Und heute denke ich mehr denn je über diesen Satz nach.

Ich werde nie und nimmer aufgeben daran zu glauben, dass es solche Menschen gibt, auch wenn ich sie nicht kennengelernt habe, ich werde nie akzeptieren, dass es keinen Weg zu einem normalen Leben gibt, es ist mir komplett egal, welche Erfahrungen und Prognosen es geben mag, und es soll mir ja nie mehr irgendwer vorwerfen, ich wäre ein Negativdenker, weil vermutlich bin ich einer der größten Optimisten in diesem Forum, weil ich glaube sehr wohl an das Unmögliche! Und das für jede und jeden, selbst für die kompliziertesten Fälle und auch gerade für Menschen, die geradezu unglaubliche Mengen genommen haben, auch die haben IHRE CHANCE - ich lasse mich auch nicht beeindrucken, egal was ich lese oder höre, kennenlernte, all meine persönlichen Erfahrungen, ich bin von tiefsten Herzen davon überzeugt, dass selbst die aussichtslosesten Fälle gesund werden können, und wer auch immer das jemals sein wird, irgendwann wird jemand kommen, der genau das schafft und darüber berichten wird, dass es GEHT! Egal wie tief hier jemand im Moment am Boden liegen mag und selbst wenn es Jahre waren und die Menschen selbst nicht mehr dran glauben können, ich glaub dran, wie ich sage, sich hinzulegen und traurig zu sein ist für mich aufgeben und nochmals so lange ich atme werde ich genau an das Glauben, was ich da in dem Absatz geschrieben habe und dafür kämpfen und wenn es zu meiner Lebensaufgabe wird.

Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Montag, 05.10.15, 17:45

Hallo,

ich hatte heute mal wieder ein Gespräch mit einem guten Neurologen, zumindest ist er für mich gut, er betreut mich schon sehr lange und unterstützt mich, egal in welche Richtung, also er geht auf mich ein und sagt nicht, dass er alles besser weiß, er hört zu, was ja viele nicht können.

Ich habe ihn heute auf seine Sicht meiner Perspektive gefragt und er meinte sehr langfristig wäre es ein großer Erfolg, wenn ich bei 5-10 mg stabil landen könnte. Auf die Null angesprochen meinte er sehr schwer, vielleicht dass mal ein pendeln zwischen 0-5 mg gelingen könnte.

Er kennt Patienten, die auf Ersatzmittel angesprochen haben, allerdings hat er mir nicht gesagt, wie es ihnen geht.

Ich gebe das wertfrei weiter.

Wobei ich dabei bleibe Menschen haben schon viel geschafft, was ihnen niemand zugetraut hat und daher halte ich meine Hoffnung hoch und das sollte auch jede oder jeder andere - wobei ich hier ausschließlich für den Hochdosisbereich spreche.

Schnelles runtergehen sieht er komplett unrealistisch, weil es eben Stress erzeugt für den Körper und das erklärt dann auch die verstärkte Anfälligkeit für Erkrankungen jeglicher Art, also so paradox es klingen mag, es scheint tatsächlich gesünder zu sein die Substanz weiter zu nehmen bzw. sehr, sehr langsam zu reduzieren als schnell, das scheint wohl mehr als eine Forenregel zu sein sondern entspricht dem, was ich auch von anderen Leuten hörte, die meiner Meinung nach Ahnung haben.

Fazit: Ja, wirklich ein schweres Projekt - aber alles möglich, egal wie Prognosen sind, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 06.10.15, 21:23

Gestern habe ich wertfrei meine Eindrücke weitergegeben, sowohl von meinem Arzt und seinen Perspektiven, wie von meinem "Betreuer".

Und die Erkenntnis daraus ist? Ich werde sie nicht akzeptieren. Das ist keine Perspektive. Man soll diesen Satz nicht falsch deuten, aber lieber nehme ich das Risiko eines unorthodoxen Absetzens an, als irgendwann an den Folgen der Medikamente sehr krank zu werden.

Ich werde dieses Szenario oder Szenarien nie und nimmer akzeptieren, Leid ist so oder so vorprogrammiert, dazu bin ich bereiter denn je es anzunehmen. Und nochmal, ich sehe keinen Stillstand mehr sondern dass ich sehr wohl weitergekommen bin, ich nehme seit einigen Monaten "glaub" ich keine ADs mehr, das Raufdosieren ist selten geworden und wenn im Rahmen und generell kämpfe ich verbissen jeden Tag um mich im Niederdosisbereich zu halten (15 mg).

Ich weiß, das alles bedeutet nicht viel, aber im Anbetracht meiner Geschichte sehe ich es als Erfolg, ich habe niemanden mehr, der mir nahe steht und an diese Situation musste ich mich erst gewöhnen.

Ich bin mein Leben lang außergewöhnliche Wege gegangen und habe fast immer das gemacht, was man mir nicht geraten hat, na ja das war nicht immer richtig nachträglich betrachtet, aber wie gesagt, ich habe keine Ahnung wie meine Geschichte mal ausgeht, aber ich sage sie wird nie und nimmer dem entsprechen, was man mir vorhersagt. Ich bin deutlich stärker als viele glauben, wäre ich es nicht, wäre ich nicht mehr hier, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 06.10.15, 21:30

Hallo Kevin,
ich nehme seit einigen Monaten "glaub" ich keine ADs mehr, das Raufdosieren ist selten geworden und wenn im Rahmen und generell kämpfe ich verbissen jeden Tag um mich im Niederdosisbereich zu halten (15 mg). Ich weiß, das alles bedeutet nicht viel.
Doch.
Das bedeutet sehr, sehr viel.
Respekt. :hug:

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Wille » Mittwoch, 07.10.15, 15:03

Hallo Kevin

Das kann ich gut nachvollziehen was du meinst. Niemals aufgeben und sei Ziele nicht aus den Augen lassen.
Alles alles GUTE
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Meine geschichte ist mir sehr peinlich. Abhängigkeit seit ich 13jahre alt war. 2008 methadon auf 20mg abgebaut, damit ich auf das subutex 124mg (buprenorphine) umstellen konnte. Ich wollte NIE abhängig sein! Ich habe allein im laufe der jahre den Abbau leider nur bis auf 6mg subutex (buprenorphine) geschaft.2009 märz: zum 1.x panik-&angstattacken wärend dem arbeiten bekommen.Ging zum meinem psychologen, da ich schon ca. 16jahre Jahre im substitutionsprogramm bei ihm war wegen meiner missbrauchgeschichte (kleinkind bis ich 16j.alt).Habe alles mögliche versucht diese panikattacken in den griff zu bekommen&Abbau von medis.Mir wurden viele AD verschrieben,aber alle hatten krasse nebenwirkungen.ich nahm sie nicht mehr,also bekam ich einfach das nächste AD. 2009 mai: temesta/lorazepam/tavor verschrieben,jedoch bekamm ich nur die Tabletten ohne gebrauchsanweisung, dass mich diese nur schlecht beeinflusse würden?!? meine frage wegen der abhängigkeit an ihn:er meinte nein kein problem. Wegen meiner a.-&p.attacken meinte er immer nur,dass es KEINE sind, sondern ich einfach sensibel bin?!Ich versuchte es mit anderen spez.psyologen&psychiater auf dem gebiet panikattacken,hypnoseth.,akupunktur,shiatsu,yoga,athemtechniken usw.Naturpräperate zur beruhigung:alles nichts geholfen.Versuchte zu arbeiten ohne temesta/lorazepam,dass ging voll in die hose,dann kam die angst vor der angst :evil:.. Was ich bekamm waren definitiv zu viel lorazepam (meine die dosis, bekam diese verschrieben wie "smarties" :shock:&AD, was mir leider nicht klar war, aber endlich konnte ich "normal" wieder arbeiten&funktionieren. Ohne panikattacken,aber abhängig von 50mg lorazepam.Die ich immer in den ferien abbaute.Was mir gelang in den jahren bis ich heute auf 30mg lorazepam bin. 2014 : 8.-12.12.2014 ganzer Abbau von 6mg buprenorphine auf 0mg.Ich wechselte den arzt und psychologe, beide waren schockiert von der menge der benzos. Ich habe NIE irgendwo Benzos gekauft, denn ich habe die immer ärztlich erhalten :frust:.2015 gings mir das ganze jahr nicht gut,da ich den schnellen abbau vom Buprenorphine auf 0mg. Die benzos baute ich weiterhin ab.Ich habe gehofft, dass ich hier im forum leute finde mit tipps betreffend abbau&benzo umstellung auf diazepam? Mit dem momentaner lorazepam abbau bin ich nur am leiden.Danke an alle die mir schreiben,Eure wille

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 11.10.15, 11:10

Benzodiazepine greifen unter anderem ja vor allem die Muskulatur an, weil muskelentspannend und natürlich vieles andere, aber da ich das nicht alles aufzählen will, möchte ich auf die Muskulatur beschränken und hier eine spezielle Frage, da ich dazu bei Asthon einen Vierzeiler fand, aber sonst generell wenig, auch im Forum nicht, daher würde mich Eure Meinung bzw. Erfahrung interessieren, weil da gibt es ja auch so ein Organ, was auch ein Muskel letztendlich ist - "glaub ich" - zumindest heißt es ja Herzmuskel.

Meine Frage jetzt und die wie schon in meinem Betreff erwähnt, wie ist denn die Erfahrung der Hochdosisabhängigen sofern welche da sind mit dem Herzmuskel, eventueller Herzschwäche? Für mich eine sehr prisante Frage, nicht wegen meiner Familiengeschichte sondern weil ich zunehmend kurzatmiger geworden bin bei Anstrengung und da frag ich mich nun warum? Mein Internist hat mich das letzte Mal mit fragenden Augen angesehen und gemeint ob er jetzt auch noch nach einer Herzschwäche suchen soll etwas ironisch, aber im Ernst, hat da irgendjemand Wissen bzw. Erfahrungen? Weil einen Arzt brauch ich eher nicht fragen, die sagen ja die Beschwerden kommen von allem mögichen nur nicht von dem Medikamenten.

Klar, kann man vieles vegetiv erklären, für mich stellt sich auch die Frage, wie kann man den eine Herzschwäche abklären? Mit einem EKG wohl kaum, Belastungs-EKG vermutlich bedingt? Tja, ein kompliziertes Thema wohl, aber nochmal vielleicht weiß ja jemand grad darüber was weiß, weil dass das Herz keinerlei Bedeutung hat bei Benzodiazepineinnahme kann ich mir schwer vorstellen. Vielen Dank, falls jemand was drüber weiß, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 11.10.15, 11:32

Hallo, Kevin,

eine Herzschwäche läßt sich meines Wissens am besten mit dem Herz-Ultraschall (Echokardiografie) abklären.

Damit kann man die Kontraktions- und Auswurffähigkeit der einzelnen Herzhöhlen (Vorhöfe und Kammmern) beurteilen und ebenso die Funktionen/Intaktheit der Herzklappen.

Keine Ahnung habe ich allerdings über einen evtl. Zusammenhang von Benzo-Einnahme und Entwicklung einer Herzinsuffizienz.

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von albertine » Sonntag, 11.10.15, 12:52

Hallo Kevin,
Kevin05 hat geschrieben:Meine Frage jetzt und die wie schon in meinem Betreff erwähnt, wie ist denn die Erfahrung der Hochdosisabhängigen sofern welche da sind mit dem Herzmuskel, eventueller Herzschwäche?
ich hab ja fast 30 Jahre lang Benzos geschluckt und war hochdosisabhängig. Während meines ersten Entzuges, nach 21 Jahren Abhängigkeit, wurde ein Herz-Ultraschall gemacht, war alles ok mit meinem Herzen.
Für mich eine sehr prisante Frage, nicht wegen meiner Familiengeschichte sondern weil ich zunehmend kurzatmiger geworden bin bei Anstrengung und da frag ich mich nun warum?
Das Diazepam geht extrem auf die Muskulatur. Das war bei mir auch so, ständige Beinschwäche. Es regeneriert sich aber alles wieder wenn man keine Benzos mehr schluckt :D

Vllt. ist es so, dass das Herz und und die Lunge durch diese allgemeine Muskelschwäche mehr arbeiten müssen, bzw. überfordert sind und dadurch diese Kurzatmigkeit entsteht. Jedenfalls hatte ich das auch.
Deswegen habe ich mich nach meinem Entzug ja auch so gut gefühlt, ich hatte wieder Kraft in meinem Körper, das war sooo schön :party2: :party2:

Ich wünsche dir dass du den Entzug auch schaffst. Alles Gute :)

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Inneren
Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging
die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima
das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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