Hinweis: hier klicken zum Schließen dieser Ankündigung ->
Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 10.06.17, 19:25

Hallo Jamie,

freu mich, dass du geschrieben hast, du siehst ja die Dinge auch sehr realistisch, vielleicht eine Spur optimistischer als ich, aber trotzdem wie gesagt denke ich, dass wir da nicht so weit weg sind von unseren Gedanken über diese Medikamente.

Ich habe es ja bei deinem letzten Bericht schon gesagt, wo du über deine Mutter geschrieben hast, dass mich das sehr nachdenklich gemacht hat und es wundert mich eigentlich, dass sie deine Erfahrungen nicht ernst nimmt. Also alles andere im Verdacht zu haben für die Probleme ist seltsam.

Mag sein, dass viele auch nicht aussteigen können, weil sie es nicht leisten können, weil wie du sagst, man gibt eigentlich so ziemlich alles auf, zumindest wenn man ein wenig auch materiell orientiert ist.

Viele Menschen, dazu zähle ich auch mich werden wie du sagst aus existenziellen Gründen eigentlich gezwungen zu funktionieren.

Man wird indirekt in den Tod getrieben über kurz oder lang, das macht mich schon betroffen, einfach weil keinerlei Bewusstsein da ist in der Öffentlichkeit bzw. schon gar nicht bei den zuständigen Behörden, die Art und Weise wie du und andere behandelt wurden und werden, das ist bei uns ganz gleich.

Also ich kann nur sagen, ich bewege mich seit längerem eigentlich am Limit dessen was ich machen kann, auch mit den Medikamenten, weil ich einfach spüre, wie ich abbaue, körperlich wie kognitiv detto. Also ich zweifle sehr an den Theorien, dass es mit einer Niederdosisabhängigkeit noch einige Jahre gehen würde, dazu zeigt mir mein Körper zu sehr auf, dass er das nicht mehr kann. Außerdem große Schritte Richtung Demenz zu machen wäre für mich auch eine Todeserklärung, ich habe immer gesagt, ich habe nicht so große Angst vor dem Tod, aber vor einem Siechtum schon, das will ich unter allen Umständen verhindern, entweder ein selbst bestimmtes Leben oder lieber keines.

Danke auch für die Links wo du was geschrieben hast, das unter Erfahrungsberichte habe ich gelesen, alles Gute auch wegen deiner gesundheitlichen Probleme, alles Liebe und Gute Kevin

Nachtrag: Viele Dinge, die ich früher vor 10 Jahren las von Betroffenen, die Hochdosisbereich oder Langzeitbereich waren, die habe ich allesamt bekommen, das hat mich auch sehr nachdenklich gemacht, also das kann kein Zufall sein, einige Berichte bewahrheiten sich leider mehr als ich es mir je gedacht hätte, auch die Muskelschwäche greift "meinen" Körper mittlerweile auf allen Fronten an, auch das ist neu.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag (Insgesamt 2):
ClarissaAnnanas
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Clarissa
Beiträge: 1106
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37
Hat sich bedankt: 1360 Mal
Danksagung erhalten: 2404 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 11.06.17, 6:46

Guten Morgen.

Ich möchte mich nochmals ausdrücklich bei Jamie für ihren gestrigen realistischen Beitrag in diesem Thread bedanken.

Dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen.

Auch ich mußte, um medikamentenfrei zu werden und zu bleiben, nach realistischer Einschätzung meiner Situation eien "Totalausfall" und einen erheblichen sozialen Abstieg in Kauf nehmen.

Auch ich beobachte ähnliche Entwicklungen wie Jamie bei ihrer Mutter in meiner Umgebung bei etwa gleichaltrigen Beroffenen.
Die diese zunächst garnicht bemerken bzw. überhaupt nicht mit ihrem Medikamentengebrauch in Verbindung bringen!
Ich bin überzeugt, ausnahmslos jeder Benzo-/PP-Gebrauch zieht bei gewisser Dauer gesundheitliche Folgen nach sich.

Mein persönlicher kognitiver Zustand z.B. hat sich nach Medikamentenfreiheit wieder verbessert. Die Einbußen scheinen inzwischen nicht über das altersüblich Maß (ich bin fast 63) hinaus zu gehen.

Es wird inzwischen zögerlich eingeräumt, daß Medikamente einen nicht unbeträchtlichen Anteil bei der Entwicklung einer Demenz haben können.

Es lohnt sich m.E. in jedem Alter, von den Psychopharmaka frei zu kommen.

Nach meinen Beobachtungen scheint es allerdings keinen vollkommen symptomfreien Weg dahin zu geben, wie sich mancher erhofft. Abhängig natürlich von der Vorgeschichte. Kämpfen wird man wohl immer müssen darum.
Es ist ja auch nicht so, daß einen nach Null nun plötzlich das Paradies auf Erden erwartet (wie einige Therapeuten glauben lassen wollen, selbst erlebt).

Es ist richtig, daß es kaum Akzeptanz und viel zu wenig kompetente Begleitung des Absetzsprozesses durch Ärzte/Therapeuten gibt.
Wie dem auch sei, die Haupt"arbeit" liegt bei uns Betroffenen selbst und es kann ein sehr einsamer Weg werden.
Bei mir jedenfalls ist das so.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, wie gut es für mich war/ist, das Forum gefunden zu haben.

Trotz aller teils bis jetzt anhaltender Widrigkeiten bin ich immer wieder froh, den Ausstieg geschafft zu haben. Ich hatte die Alternative vor Augen: den worst case, mindestens das Pflegeheim.

Ich möchte jeden darin bestärken, von den Benzos (PP generell) loszukommen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Kraft und gutes Gelingen.

VG sendet sleepless.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarissa für den Beitrag (Insgesamt 5):
wegAnnanasKevin05LinLinapadma
bisher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
► Text zeigen

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 11.06.17, 8:42

Hallo Sleepless,

danke für den tollen Bericht auch von deiner Seite. Ich denke auch wenn Menschen, die hier nicht schreiben was schaffen wird das nie ohne massives Leid von sich gehen, also einen Benzoentzug der so im Vorbeigehen geht, an den glaub ich nicht.

Wobei weil das Thema Demenz immer wieder mal erwähnt wird, ich denke alle Gruppen der PP fördern diese, vielleicht Benzodiazepine mehr, kann sein. Ich bin auch froh, dass Forum vor Jahren gefunden zu haben und dankbar, heute in erster Linie für die Grundbotschaft, dass irgendwo jemand dagegen kämpft und kritisch schreibt, weil mir fällt sonst keine Plattform ein, ist ja eher ein Tabuthema.

Mich macht es schon betroffen, wenn ich die doch erfolgreicheren Absetzer beobachte, wie es ihnen geht, nämlich, dass sie einerseits beim Absetzen allerlei Leid haben und leider auch danach, und wie ich schon gestern schrieb, ich kann mich z.B. mit Sigli, aber auch anderen vergleichen, zwar nicht was den Erfolg betrifft, aber die Symptome sind fast gleich, also das wird wohl kein Zufall sein, klar bekommt nicht jeder alles, aber gewisse Dinge, wie Einschränkungen der Mobilität haben fast alle, ob muskulär oder gelenksmäßig bedingt, von den sonstigen Schäden mal abgesehen, ich möchte hier keinen Horror schreiben.

Die kognitiven Fähigkeiten sind allerdings bei einer Sigli, Pajes, Sleepless, Jamie und wie sie alle heißen für mich nicht beeinträchtigt, vielleicht auch weil ihr die Kurve noch zeitgerecht gekratzt habt. Ich habe mal mit anderen Suchtkranken gesprochen, die sehr jung waren und die meinten, dass die Benzoabhängigen insofern einen schlechten Ruf haben, weil sie eben kognitiv schon sehr früh reagieren, also auch die jungen vergessen alles und werden abgestumpft, wenn sie es eine Zeit lang nehmen.

Heute gibt es ja auch Seiten im Netz, wo man deutlich mehr an Auswirkungen zugibt, als dies in der Zeit war, als ich die Medikamente zu nehmen begann und da sind schon Dinge dabei, die einen ordentlich ängstigen können.

Vermutlich ist es auch so, dass es ganz wenige schaffen aufzuhören und halbwegs normal im Alltag zu bleiben, wie gesagt ich kenne zwar welche, aber die haben es allesamt nicht Jahrzehnte genommen sondern Jahre und denen hat kurioserweise vielleicht auch geholfen, dass sie auch andere Chemiebomben bekamen, wobei das auch nicht positiv war denk ich mir.

Leider und da bin ich mir sicher wird es Jahrzehnte dauern falls es je dazu kommt, dass man sich anfängt Gedanken zu machen über die Masse an Menschen denen man viel von ihrem Leben stiehlt durch die Verschreibung dieser Medikamente. Die Pharmaindustrie ist derartig mächtig, dass da kaum was an die Öffentlichkeit kommt und was ich auch immer wieder höre eben von der Suchtberatung, die in engen Kontakt zu Pharmaindustrie bzw. Vertretern stehen, es ist weit und breit nichts in Sicht was kommen könnte was hilfreich wäre, also da wird nicht mal geforscht, so ist die Wahrheit und Leute im Suchtbereich unterstellen zumindest diesen Konzernen und Ärzten dass ihnen das so wie es ist ganz recht ist, weil wer will schon gesunde Patienten, es ist leider alles Geschäft, man hat lebenslang kranke Patienten auf allen Ebenen sicher damit und wie ich schon früher mal geschrieben habe, selbst Rehaeinrichtungen aller Art und Pflegeheime sind mittlerweile ein großes Geschäft geworden. Bei uns kosten Plätze in diesen Heimen bis zu 5.000 Euro pro Monat, das Geld holt man sich von den Renten der Betroffenen bzw. ihrem Vermögen oder den Angehörigen, eine sehr bedenkliche Entwicklung.

Was ich mich aber auch frage ist, wer wird in Zukunft noch das System finanzieren, weil ja immer mehr Menschen durch gesundheitliche Probleme in frühen Jahren schon ausfallen, da ist der Anstieg grad bei den psychischen Erkrankungen gewaltig, also es passiert auch ein enormer Volkswirtschaftlicher Schaden, auch Asthon schrieb darüber, wobei das für uns Betroffene nur zweitrangig ist, aber trotzdem.

Ich kann auch immer wieder sagen, dass es sehr deprimierend ist in Praxen von Neurologen oder in Kliniken zu gehen und die Patienten anzusehen, weil spätestens dort stellt sich für mich immer die Frage, was ist denn für die eigentlich Erfolg und die Regel einmal Psychiatrie immer Psychiatrie hat was für sich leider - wenn man da mal in eine Klinik kommt, passiert es leider oft, dass man immer wieder dort landet. Eine der größten Gefahren dafür sind leider unsere geliebten Angehörigen, die es ja nur gut mit uns meinen, in Wirklichkeit, aber einfach nur ihre Ruhe haben wollen, das nehme ich auch unmittelbar in meinem Leben wahr, dass ältere Menschen trotz vorhandener Kinder gerne abgeschoben werden, anstatt ihnen wenigstens die Chance zu geben zu Hause zu leben, was normal immer geht.

Meine Nachbarin hat zwei Kinder, ich habe sie in den letzten 10 Jahren ganz selten gesehen, sie ist auch sehr eingeschränkt und hat sich selbst einen Pflegedienst aus dem Osten organisiert, wo sie 24 Stunden Pflege hat und es zumindest leistbar ist, aber traurig allemal die Rolle der Kinder, weil wie gesagt, die sind nie da, gut bin etwas vom Thema abgekommen, Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag:
Clarissa
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Montag, 17.07.17, 10:35

Hallo,

nun, ich werde versuchen einen sachlich und halbwegs objektiven Beitrag zu schreiben über den Ist-Stand meines Wissens wohlgemerkt für Hochdosisbetroffene, die über Jahre Benzodiazepine nahmen.

Es gibt offiziell zwei Wege, die mir bekannt sind.

Der Weg des Forums nach Asthon bzw. neuesten Forschungen, generell vom Weg her ein sehr langsames Runterfahren der Benzodiazepine, wenn möglich ohne Ersatzsubstanz.

Weg 2: Monatelange Klinikaufenthalte, anschließende Rehas usw. – Zeitraum vermutlich 6 Monate – relativer schneller Entzug der Benzodiazepine und dafür diverse Ersatzsubstanzen je nach Klinik bzw. Arzt.

Wobei zu Weg zwei sei angemerkt, dass es a.) fraglich ist, ob man auf Ersatzsubstanzen anspricht und wenn ja, wie dann die Lebensqualität aussieht. Ich habe mir auch die Absetzsymptome, die das Forenteam in den AD-Bereich gestellt hat angesehen und der ist ziemlich heftig. Also auch die Langzeitbetroffenen im AD-Bereich leiden sehr schlimm so mein Eindruck.

Trotz doch intensiver Versuche Menschen im realen Leben zu finden, die einen der beiden Wege geschafft haben sind gescheitert. Auch nicht bei Nachfrage bei Ärzten oder eben Suchtberatung, die ja doch Erfahrung mit dem Thema haben sollten.

Der Asthon Weg ist sicher der deutlich viel versprechendere – einziges Problem, was macht man, wenn irgendwo eine Grenze da ist, wo es nicht mehr weitergeht, egal wie langsam man absetzt, der Schlaf fällt aus und somit fällt auch der Rest zusammen, was dann? Auf diese Frage habe ich keine Antwort gefunden und auch andere nicht, die ich gefragt habe.

Tatsache ist, dass es, ob man es nun optimistischer oder nicht sieht ein großes Problem ist. Warum es in der Öffentlichkeit keines ist, ist mir klar, weil da sind einerseits die Medien, die nicht berichten und andererseits gibt es sehr wenig, die aussteigen wollen.

Da ich das, was ich schreibe auch glaube, ergibt sich für mich ein ziemlich düsteres Bild. Ich weiß nämlich keinen Weg, das war mal anders, da habe ich sehr wohl an alles Mögliche geglaubt, was hilfreich sein könnte.

Heute sehe ich das Prinzip Hoffnung als größte Chance.

Die Psychopharmaka Falle, wie ich es mal nenne, ist schon ein Problem, weil ja auch sehr prominente Menschen davon betroffen sind und waren, die sich trotz vielem Geld nicht helfen konnten. Die hatten andere Möglichkeiten als normale Menschen, haben es oftmals leider auch nicht geschafft.

Was ich aber auch verstanden habe ist, dass negative Beiträge zu schreiben nichts bringt, weil das treibt Betroffene genau dorthin, wo es noch schlechter ist, nämlich zu den Ärzten und Kliniken. Die Wahrheit will keiner hören, wobei es ist ja keine Wahrheit, aber eine subjektive Wahrnehmung.
Wir alle verstehen denke ich unter einem erfolgreichen Absetzen doch eine zumindest annehmbare Lebensqualität.

Wie gesagt, ich bin nicht so vermessen zu behaupten, es gibt nur eine geringe Chance, aber man braucht denke ich viel Optimismus, viel Hoffnung und eine starke Persönlichkeit allemal, dass es klappen kann.

Was ich ganz anders sehe, sind Menschen die zwei, drei Jahre Benzodiazepine nahmen oder auch ADs – beide Gruppen habe deutlich bessere Chancen da wieder raus zu kommen. Da kenne ich auch einige.

Ich habe es auch schon wiederholt geschrieben, Erfolg hängt ausschließlich vom Betroffenen ab, da gibt es nichts, was an anderen Faktoren hilfreich ist, entweder man schafft es oder nicht.

Aufgrund all dieser „Erkenntnisse“ halte ich mich sicher auch sehr zurück Betroffenen irgendwas zu raten, wie kann ich was raten, was einerseits nicht funktioniert und wie gesagt, aktuell weiß ich schlichtweg nichts, was hilfreich wäre.

Wo ich natürlich Foren konform gehe, ist, je weniger Medikamente, je geringer die Dosis desto besser, aber ob diese Strategie zum ultimativen Erfolg führt, weiß ich nicht, sie ist auf jeden Fall gesünder als oben beschriebener Weg 2.

Also ich bewundere auch jede, die wie weit auch immer runtergekommen ist bzw. sich stabil haltet, weil ich weiß, dass auch dieses so simpel klingende Konzept schwer erreichbar ist.


Kevin
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Murmeline
Team
Beiträge: 11438
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 12454 Mal
Danksagung erhalten: 11099 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.07.17, 11:43

 ! Nachricht von: Murmeline
Hallo Amelia, ich habe Dir eine eigenen Thread erstellt, bitte dort weiterschreiben: viewtopic.php?f=16&t=13454
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag:
Katharina

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Montag, 04.09.17, 20:16

Hallo,

nun, ich werde versuchen einen sachlich und halbwegs objektiven Beitrag zu schreiben über den Ist-Stand meines Wissens, wohlgemerkt für Hochdosis Betroffene, die über Jahre Benzodiazepine nahmen.

Es gibt offiziell zwei Wege, die mir bekannt sind.

Der Weg des Forums nach Asthon, ein Weg des sehr langsamen Runterfahrens der Benzodiazepine, wenn möglich ohne Ersatzsubstanz.

Weg 2: Monatelange Klinikaufenthalte, anschließende Rehas usw. – Zeitraum vermutlich 6 Monate – relativer schneller Entzug der Benzodiazepine und dafür diverse Ersatzsubstanzen je nach Klinik bzw. Arzt.

Wobei zu Weg zwei, sei angemerkt, dass es a.) fraglich ist, ob man auf Ersatzsubstanzen anspricht und wenn ja, wie dann die Lebensqualität aussieht.

Ich habe mir auch die Absetzsymptome, die das Foren Team in den AD-Bereich gestellt hat, angesehen und da fand ich so ziemlich jedes Symptom, was ein menschlicher Körper seelisch wie körperlich an Empfindungen haben kann. Also auch die Langzeitbetroffenen im AD-Bereich leiden ebenso schlimm, teils über viele Jahre, im schlechtesten Fall ein Leben lang.

Meine Versuche Menschen im realen Leben zu finden, die einen der beiden Wege geschafft haben, sind gescheitert. Auch nicht bei Nachfrage bei Ärzten/Kliniken/Suchtkliniken/Suchtberatungen/Betroffene/Therapeuten, die Erfahrung mit dem Thema haben sollten.

Der Asthon Weg ist sicher alternativlos – einziges Problem, was macht man, wenn irgendwo eine Grenze da ist, wo es nicht mehr weitergeht, egal wie langsam man absetzt, der Schlaf fällt aus, schwere Depressionen, Vernichtungszustände und somit fällt auch der Rest zusammen, was dann?
Auf diese Frage, habe ich keine Antwort gefunden und auch andere nicht, die ich gefragt habe, weil in der Regel passiert genau das.

Meine persönliche Sicht ist, dass ein Ausstieg aus dem Hochdosis Bereich nicht möglich ist. Weiter ist meiner Ansicht nach kein nur annähernd normales Leben mehr möglich.

Da ich das, was ich schreibe auch glaube, ergibt sich für mich ein ziemlich düsteres Bild. Ich weiß keinen Weg, das war einmal anders. Heute sehe ich einen schmalen Grat der Hoffnung, mehr nicht.

Diese subjektive Wahrheit will keiner hören.
Ich verstehe unter einem erfolgreichen Absetzen eine annehmbare Lebensqualität während des Absetzens bzw. ein lebenswertes Leben danach.

Ich habe es auch schon wiederholt geschrieben, Erfolg hängt ausschließlich vom Betroffenen ab (was ja ein Widerspruch ist, weil ich ja sagte es gibt keinen), da gibt es nichts, was an anderen Faktoren hilfreich ist, entweder man schafft es oder nicht.

Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag (Insgesamt 2):
JamieKatharina
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Murmeline
Team
Beiträge: 11438
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 12454 Mal
Danksagung erhalten: 11099 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 05.09.17, 8:18

Guten Morgen!

Kevin, ich kenne die Situation langjährig Hochdosisabhängiger nicht selbst und vermag das auch nicht ausreichend einzuschätzen.
Dennoch möchte ich für die Mitleser einen Punkt herausgreifen.
Meine Versuche Menschen im realen Leben zu finden, die einen der beiden Wege geschafft haben, sind gescheitert. Auch nicht bei Nachfrage bei Ärzten/Kliniken/Suchtkliniken/Suchtberatungen/Betroffene/Therapeuten, die Erfahrung mit dem Thema haben sollten.
Meine persönliche Sicht ist, dass ein Ausstieg aus dem Hochdosis Bereich nicht möglich ist. Weiter ist meiner Ansicht nach kein nur annähernd normales Leben mehr möglich.
Ich erinnere daran, dass ich bei einer seit 30 Jahren aktiven Selbsthilfegruppe in England nachgefragt habe und möchte die Rückmeldung gerne noch einmal hier wiedergeben, weil ich schon denke, dass es mit den entsprechenden Rahmenbedingugnen und Hilfen möglich ist, aus dem Hochdosisbereich herauszukommen, individuell runter, ggf. nahe oder ganz an die Null zu kommen und das möglicherweise auch, ohne die individuelle Lebensqualität komplett zu verlieren - ggf. sogar andere Aspekte von Lebensqualität dazuzugewinnen. Dass das "leicht" sei oder für jeden durchführbar, behaupte ich nicht.

Ich habe die Tage mal das Bristol & District Tranquilliser Project http://www.btpinfo.org.uk/ angeschrieben, die bereits seit 1986 als lokale Organisation das Absetzen von Benzodiazepinen begleiten und nach Erfolgsgeschichten gefragt. Ich habe eine Antwort erhalten, natürlich mit dem Hinweis, dass sie Personen außerhalb den UK nicht helfen dürfen und auch keine genauen Angaben machen können.

Darüber hinaus versicherte man mir, dass man auch Menschen mit komplexen, langjährigen Geschichten erfolgreich bei der Reduzierung begleitet, wobei es individuell nach Null auch noch 1-2 Jahre dauern könnte, um sich vom Absetzen vollständig zu erholen.

(...)

Hinsichtlicher der Reduktion orientieren sie sich dort also an der Richtlinie 0,5mg/1mg alle 4-6Wochen (nicht schneller) und ab kleineren Dosierungen (z.B. 5mg) dann Schritte von 0,25,g/0,5mg.

Das ist nicht verwunderlich, bereits auf der Website weist man dort auf das Aston-Manuel hin, und das Bristol & District Tranquilliser Project zeichnet mitverantwortlich für die Erweiterungen des Ashton-Manuels aus 2012/2013, welches man im ADFD z.B. hier findet: viewtopic.php?f=19&t=10199

(...)

Was sie dort natürlich begleitend anbieten können ist Einzelberatung und Begleitung sowie Gruppentreffen, darüber hinaus eine Telefonhotline und einen drop-in service, also einen Ort, wo man im Bedarfsfall auch mal vorbeigehen kann und jemand für einen da ist. Zudem informieren sie die behandelnden Ärzte und treten mit ihnen in eine Kooperation zum Wohle des Betroffenen.
viewtopic.php?p=129332#p129332

Alles Gute, weiterhin viel Kraft und Grüße, Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 3):
Ululu 69albertineKatharina
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 05.09.17, 9:22

Hallo Murmeline,

Danke für deinen Beitrag und deine Wünsche, mein Bericht war auch rein auf meine Erfahrungen bezogen, ich bin dankbar und freue mich, wenn es Erfolgsbeispiele gibt, ich schrieb ja auch "vom Spalt der Hoffnung" - das gilt auch für mich, liebe Grüße Kevin
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Eva
Beiträge: 1132
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 988 Mal
Danksagung erhalten: 1667 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Dienstag, 05.09.17, 11:49

Hallo,

eine Randbemerkung zu Eurem interessanten Austausch:

Für mich ist der Gedanke an die Schlaflosigkeit nach dem Ausschleichen auch der belastendste geworden. Ich kann nicht umhin zu bekennen: er ängstigt mich. Weil ich das ja schon erlebt und als so quälend empfunden habe, dass ich mich auf Schlaftabletten einließ - die ich vorher für mich jahrelang abgelehnt und durch "Tricks" (siehe meine Signatur) zu ersetzen versucht habe.

Dafür habe ich keine Lösung, AUSSER meiner plötzlichen Einsicht, dass es vorläufig eben nur Gedanken sind, Gedanken, die mir Angst einjagen, und da beziehe ich mich auf Kati Byrons Methode "The Work": Woher will ich wissen, dass diese Gedanken wahr werden? Habe ich dafür Beweise? Wenn ich genau hinschaue: Nein. Alsio warum sorge ich mich heute schon? Was früher mal so war oder bei hundert anderen so ist, muss für mich nicht zutreffen, das kann ich nicht wissen. Es kann nicht angehen, dass ich allein durch das Denken die Situation schon gefühlsmäßig so erlebe, als sei sie bereits Tatsache!

Und ich muss sagen, das funktioniert inzwischen schon wieder besser. Zumindest kann ich schneller wieder aufhören, mir schon weit im Vorfeld der Totalabstinenz Sorgen zu machen über etwas, das nicht zur Gegenwart gehört und erst einmal völlig unbewiesen bleibt. So kann ich auf jeden Fall besser "lieben, was ist".

Es hilft mir, diese Gedanken zu ersetzen mit: Zur rechten Zeit wird sich auch dafür eine Lösung finden.

Vielleicht ist der Organismus dann schon wieder so im Gleichgewicht, dass pflanzliche und homöopathische Mittel / Tees oder Übungen / Meditationen helfen - wer weiß? Wir entmutigen uns allzu oft einfach schon in Gedanken. Das Hier und Jetzt ist meist leichter entweder zu bewältigen oder wenigstens anzunehmen, als durch Denken unsere Vergangenheit zu reparieren oder die Zukunft unbewiesen vorwegzunehmen.

Der alte Spruch: "Abwarten und (Kräuter-)Tee trinken" hat doch was! :wink:

Liebe Grüße,
Pons
Zuletzt geändert von Eva am Dienstag, 05.09.17, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag:
albertine
Vorher hier als "Pons" geschrieben.
► Text zeigen
Und nun kann's dem Endspurt zu gehen ... :)

Never give up!

Eva
Beiträge: 1132
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 988 Mal
Danksagung erhalten: 1667 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Dienstag, 05.09.17, 14:47

Hallo Kevin,

ja, ich verstehe Deinen Spagat zwischen negativer Erfahrung und daraus resultierender Skepsis einerseits und dem Wunsch, es möge mehr Ausnahmen geben inklusive der Hoffnung, dass man selbst und andere dazugehören werden.

Dass viel gelogen wird, und besonders viel im Netz, ist leider eine nicht zu ändernde Realität. Ich vesuche deshalb, im Web keine zu persönlichen Beziehungen aufzubauen, also eine neutrale Einstellung zu bewahren, auch den Menschen gegenüber, die sehr sympathisch schreiben. Das ist meine Art, mich zu schützen, denn niemand möchte Täuschungen aufsitzen, klar. (Ohne zu persönlich werden zu wollen: Du bist vermutlich schon sehr verletzt worden, das schließe ich aus Deinen Worten).

Ja, einige schaffen es nicht und andere werden es schaffen. Wobei "schaffen" ja sogar dehnbar ist - denn hat man es tatsächlich nur geschafft, wenn man dauerhaft bei Null bleibt? Ich bin mir da noch nicht ganz sicher ... ist nicht auch eine Reduktion auf "sehr wenig" oder "sehr selten" schon etwas, zumindest in manchen Fällen?

Gruß, Pons
Zuletzt geändert von Eva am Dienstag, 05.09.17, 16:11, insgesamt 2-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag (Insgesamt 2):
Kevin05Anke13
Vorher hier als "Pons" geschrieben.
► Text zeigen
Und nun kann's dem Endspurt zu gehen ... :)

Never give up!

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 05.09.17, 15:41

Hallo Pons,

ich bin einfach desillusioniert, weil wenn man so viele Jahre kämpft und ich bin wahrlich kein schwacher Mensch und am Ende da steht und sagt, ich weiß es nicht, dann ist das ein trauriges Resultat.

Deine Einstellung ist gut, was die Kontakte anlangt, weil ganz ehrlich, egal wie nett jemand ist und sympathisch – man kennt ihn oder sie nicht. Man kennt oft Menschen im realen Leben nicht nach Jahren. Dass du vorsichtig bist ist richtig.

Ich möchte nicht Menschen desillusionieren, aber sie auch nicht anlügen oder Illusionen schaffen, die einfach nicht stimmen, weil wir werden ja ohnedies in den Medien genug angelogen.

Leider schafft man es mich zu verletzen, das heißt aber auch, dass meine kognitiven Fähigkeiten noch da sind, heißt ich bin ein Gefühlsmensch geblieben, ich bin auch oft betroffen, es gehen mir Dinge von anderen Menschen sehr wohl nahe.

Auf deinen letzten Absatz kann ich dir nur schreiben, ja es ist so, was ist nun Erfolg? Also ich kann dir nur eine Antwort der Suchtberatung geben – für die Suchtberatung ist es Erfolg, wenn ein Klient stabil ist und ein Selbst bestimmtes Leben führt und Kontrolle über seinen Konsum hat.

Das heißt Menschen, wie ich sind laut Suchtberatung sogar erfolgreich dahingehend, dass ich immer wieder reflektiere und es wenigstens versuche Ich habe wortwörtlich gehört, „Kevin“ was nützt es dir, wenn du auf null bist und nur noch in Angst lebst, da ist uns lieber, wenn du es schaffst dich auf einer niederen Dosis zu stabilisieren und das gilt bei denen auch für ihre Klienten, also die Null ist da nicht das Ziel, vielleicht auch weil sie dementsprechende Erfahrungen haben, also das sind gute Leute und verantwortungsvoll, also das nehme ich schon ernst.

Wobei nur zur Richtigstellung, ich bin kein Klient der Suchtberatung. Wobei das aber auch keine Schande ist, ich sah es als Coaching, es war interessant, ich habe gelernt.

Was viele leider auch vergessen ist, dass es bei normalen Medikamentenabhängigen ja eine Grunderkrankung gibt, heißt wie soll die weg sein, wenn man die Null schafft? Ich habe mein Leben lang Angst und werde vermutlich mein Leben lang weiter Angst haben, ich habe Angst seitdem ich 4 Jahre bin, die Medikamente kamen viel später, Jahrzehnte.

Klar, auch ich träume weiterhin davon mal nichts zu nehmen mehr dauerhaft und noch ein Leben zu haben, ob es passieren wird, ich weiß es nicht, ich habe immer hart an mir gearbeitet und mein Leben ist darauf getrimmt zu funktionieren, und funktionieren und Entzug passt nicht zusammen, zumindest schwer.

Ich habe nur geschrieben, was ich mitbekomme, für mich wäre es wirklich Erfolg mich auf niederen Niveau zu stabilisieren. Bei dir weiß ich es nicht, du hängst da nicht so drinnen und um Foren konform zu schreiben, das Ziel dieses Forums ist abzusetzen und das respektiere ich auch, ich will es ja auch, wie weit ich es schaffe weiß ich nicht, aber ich versuche es wenigstens. Liebe Grüße Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag:
Eva
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Amelia57
Beiträge: 88
Registriert: Donnerstag, 27.07.17, 7:18
Hat sich bedankt: 58 Mal
Danksagung erhalten: 63 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Amelia57 » Dienstag, 03.10.17, 11:26

Ihr Lieben,

auch von mir noch ein Gedanke. Ich habe gestern viel bei ben*obuddies gelesen, und da ist mir aufgefallen, dass die doch einige Erfolgsgeschichten haben, auch aus dem Hochdosisbereich. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass dort sehr viel häufiger Clonazepam verwendet wird, und drittens, das viele sehr große Absetzsprünge machen?

Was das alles bedeutet? Ich weiß es nicht. Wollte es nur erwähnt haben.

Alles Gute für Euch alle
Amelia
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Amelia57 für den Beitrag:
Eva
► Text zeigen
ab 16.10. 37,5 mg Diazepam, 0,5 mg Lorazepam
ab 13. 1. Reduzierung mit Minischritt begonnen:
ab 13.1. 36,5 mg Diazepam, 0,5 mg Lorazepam

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 21.11.17, 19:49

Hallo,

je länger ich mich mit meiner Erkrankung beschäftigt habe und das habe ich wahrlich auf allen Ebenen je mehr wurde mir bewusst, welch Projekt das eigentlich ist. Weil ich dachte ja immer, ich hätte selbst Ahnung, aber auch demütig zugegeben, auch ich habe keinerlei Ahnung, wie sich das Ganze so entwickelt.

Ich habe ja gesagt, ich will mich mit positiven Menschen umgeben, das versuche ich, ich versuche auch nicht über meine Probleme zu reden, ich genieße das Sprechen über genau NICHTS, was ja die meisten Menschen gerne tun, ist auch für mich nicht anstrengend.

Was ich aber leider nach wie vor so sehe ist, ob Hochdosis oder Niederdosis, keine Ahnung was es ist, was wirklich eine reale Chance bietet. Und nein, ich schreibe bewusst nicht, dass es keine gibt, aber ich hätte wirklich gerne einen oder mehre Menschen im realen Leben kennengelernt, die das geschafft haben, das ist mir bis dato nicht gelungen.

Ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen ist gefährlich, weil es mir selbst schaden würde, ich müsste meine Identität preisgeben, wobei ich Lust dazu hätte, aber die wollen einfach nicht berichten. Ich habe auch unsere öffentlich rechtlichen Sender angeschrieben, ganz spezielle Menschen dort, aber niemand traut sich an das Thema ran.

Es wird einfach totgeschwiegen - schade, wobei das leider alles System hat und Sinn, es geht um Geld, nicht nur für die Pharmaindustrie sondern für einen ganzen Rattenschwanz der auch davon gut lebt.

Gut, wie gesagt keine neuen Erkenntnisse, außer besser positiv versuchen zu leben, auch wenn es mir nicht gut geht, als negativ, weil positiv ist trotzdem besser!

Wie hat Obama gesagt "Yes, we can" - vielleicht schaffen einige von uns es doch, warum nicht, alles Gute für alle Betroffenen, Kevin
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Eva
Beiträge: 1132
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 988 Mal
Danksagung erhalten: 1667 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Dienstag, 21.11.17, 20:05

Hallo Kevin,

wie sollten wir auch den schweren Weg, den wir vor uns haben, gehen können ohne das "Prinzip Hoffnung"? Selbst wenn diese enttäuscht werden sollte - was ja eigentlich nur bedeuten kann, von uns selbst enttäuscht zu sein - dann können wir jederzeit MIT der Hoffnung auch weitermachen oder neu starten, wenn wir das wollen, meine ich.

Genauso wie wir nie wissen können, ob wir es endgültig geschafft haben (weil niemand weiß, wie er noch in der Zukunft handeln wird), so sind wir auch nie endgültig gescheitert, außer wir resignieren, geben (uns) selbst auf.

Ich will es nicht herunterspielen, aber der Punkt: "Werde ich es schaffen?" hat bei mir nicht die alles bestimmende Wichtigkeit, vermutlich weil ich mit jedem einzelnen Tag bzw. jeder Nacht derzeit genug zu tun habe, auch schon im "kleinen Bereich". Es mag seltsam erscheinen, aber mir kommt der Weg fast so bedeutend vor wie das Ergebnis, da bin ich weniger zielorientiert als gegenwartsbezogen.

Amelia schreibt, dass sie bei Benz*buddies von Erfolgen im Hochdosisbereich gelesen hat, hast Du es gesehen? Ich finde es auch sehr schade, dass viele hier wieder weggehen und wir es gar nicht mitbekommen, ob sie clean bleiben.

Liebe Grüße,
Eva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag (Insgesamt 3):
LinLinaKevin05Clarissa
Vorher hier als "Pons" geschrieben.
► Text zeigen
Und nun kann's dem Endspurt zu gehen ... :)

Never give up!

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 21.11.17, 20:40

Hallo Eva,

ich bezeichne mich als Wissender was das Thema Psyche in einigen Bereichen angeht, das ist nicht arrogant, sondern wir alle sind die wirklich Wissenden.

Weißt du mein Ziel ist auch nicht mehr eine Zahl sondern, dass ich ein Leben führen kann, welches ein Stück Lebensfreude bietet. Es ist mir auch nicht so wichtig, wie andere Verläufe sind, weil ich bin wie ich bin und du wie du bist, jeder von reagiert und agiert unterschiedlich.
Was andere denken ist mir mittlerweile ziemlich gleichgültig geworden, wie du sagst, es ist die eigene Bewertung, die es ausmacht.
Andere Internetforen oder auch dieses sind eben Austauschplattformen, aber ganz ehrlich und das meine ich nicht minder wertschätzend, weil ich viele hier sehr mag und sie mich über die Jahre begleitet und geholfen haben, aber ich bin ein Stück ein Suchender nach Menschen im realen Leben, die das Thema bewältigt haben, egal wie. Da mache ich wirklich viel dafür jetzt und in all den Jahren – nur ich fand keine Menschen, egal welche die mehr wussten als ich selbst und das ist ja nicht viel, früher hätte ich gesagt, ich weiß was, aber das würde ich heute nie mehr sagen. Das hat mich die Zeit und mein Verlauf gelehrt.

Bewusst werde ich nie aufgeben, welche Eigendynamik diese Substanzen haben, das macht mir mehr Angst, wobei was bringt mir die Angst – nichts, weil es wird so kommen, wie es kommt und da gilt es anzunehmen glaub ich. Ich habe einen Freund, der hat ein Auge verloren vor wenigen Jahren, der hat alles richtig gemacht, damit das zweite Auge nicht auch angegriffen wird, Entspannung, Meditation, div. NEM, gesunde Ernährung, gutes soziales Umfeld und er ist wirklich ein ganz netter Kerl und jetzt hat es begonnen sein zweites Auge anzugreifen. Er hat nicht geklagt, er meinte, er habe alles versucht und wenn es so ist, was kann er tun? Auch bei seinem Thema gibt es keine Hilfe von Seiten der Schulmedizin, ich leide ja auch unter degenerativer Makula mit Tendenz zur Verschlechterung, im Moment li. Auge, aber auch hier kann es stabil bleiben oder es kann schnell gehen. Aber auch das ist für mich ein Thema, was mich natürlich beschäftigt, aber ich weiß ich kann hier genau nichts beeinflussen, egal wie schlimm es auch sein mag oder sein kann. Ich weiß es nicht.

Ich sage mir auch jeden Augenblick versuchen das Beste zu machen, nicht mal in Tagen rechnen sondern in Momenten, das versuche ich, ich schaue nicht in die vermeintliche Zukunft. Diesen Druck der Null möchte ich mir auch nicht machen, was nicht heißt, dass ich nicht alles versuchen werde weiterhin, weil ich eben schon wirklich Schäden habe und das ist dann schon eine etwas andere Motivation. Da bist du hoffe ich und denke ich noch weit entfernt, aber die Substanzen schaden wirklich und ich möchte alles dafür tun so lange wie möglich ein Selbst bestimmtes Leben zu führen und zu leben.
Es ist kein Geheimnis, dass die Gefahr von Demenz und Alzheimer und auch anderen neurologischen Erkrankungen deutlich erhöht ist. Das schreibe ich nicht um Angst zu machen sondern eher als Motivation, das Thema so ernst wie möglich zu nehmen, und ja natürlich kann man nichts erzwingen, aber wenn ich mir jetzt sagen würde, eh egal wäre das auch fatal.

Also mich zwingt schon auch mein Zustand zu einer Veränderung. Auch wenn ich das oft schrieb, ich muss positive Veränderung beginnen und schaffen – und ja das ist ein gewisser Druck, aber das betrifft mich, du bist noch ganz wo anders, weit, weit weg von mir und auch die meisten hier spreche ich damit nicht an, weil die meisten nehmen wenig, wobei ich dabei bleibe, auch wenn mein Beitrag hier im Benzodiazepinbereich ist, er hat auch Gültigkeit für andere Substanzgruppen.

Du bist auf einem guten Weg und hast soziale Intelligenz, ich denke du hast eine Chance, normal müsste sie sogar groß sein, aber du selbst relativierst es ja oft schon, und ich denke niemand kennt dich besser als du, also nehme ich das auch ernst, alles Liebe und Gute Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag:
Eva
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Clarissa
Beiträge: 1106
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37
Hat sich bedankt: 1360 Mal
Danksagung erhalten: 2404 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 21.11.17, 21:38

Hallo Kevin,

ich frage mich wiederholt, was Du mit Deiner Suche nach Betroffenen im realen Leben, welche die Problematik bereits bewältigt haben, konkret bezweckst?
Dass sie Dir ihren Weg verraten, der zum Erfolg geführt hat? Ich glaube nicht, daß es den ultimativen Weg gibt. Dass sie Dir versichern, es geht ihnen inzwischen super und die ganze Quälerei ist rasch vorbei gegangen wie ein Spuk?

Ich suchte ja auch immer nach "Leidensgenossen" im RL, die medikamentenfrei/benzofrei leben inzwischen. Um sich gegenseitig zu unterstützen/auszutauschen. Ich habe in drei Jahren niemanden finden können. Nun habe ich mich damit abgefunden und schaue nur noch auf mich selbst.

VG von Clarissa.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarissa für den Beitrag (Insgesamt 2):
Evaalbertine
bisher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
► Text zeigen

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 22.11.17, 7:34

Hallo Clarissa,

Was ich damit bezwecke? Ich denke das ist nicht unnormal, dass man einen Erfahrungstausch mit Betroffenen auch im realen Leben sucht. Es ist schon richtig jeder Mensch und jeder Verlauf mag anders sein, aber nichts desto trotz sind Informationen wertvoll, da möchte ich mich eben nicht auf Foren beschränken sondern mit Menschen sprechen Auge zu Auge. Ich weiß nicht, warum das so schwer zu verstehen ist bzw. warum ich mich da auch immer wieder rechtfertigen muss.

Du bist deinen Weg gegangen, denn keiner ging und der war zweifelsohne mehr als schwer, aber geh nicht von dir immer aus, dass alle Menschen die selben Voraussetzungen haben wie du und urteile nicht über andere, die das eben aus welchen Gründen auch immer nicht können.

Wir kennen unsere gegenseitigen Einstellung beide sehr gut denke ich. Du gehst eben davon aus, dass die Erfahrung, die du bzw. viele andere machen und machten eine objektive Wahrheit ist, weil du eben auch niemand kennengelernt hast. Das würde ich von mir nicht behaupten, auch ich kenne kaum jemand, aber ich würde deshalb nicht sagen, alle werden leiden bis an ihr Lebensende und es wird ein Schrecken ohne Ende, weil das ist ja deine Botschaft letztendlich, die mich nicht weiterbringt. Wenn es so ist, wird es so sein, aber das weißt weder du noch irgendwer anders.

Wenn Millionen Menschen Benzodiazepine abgesetzt haben wird es sehr unterschiedliche Erfahrungen geben, also selbst wenn ich 30 Leute kennenlerne, die das ähnlich erlebt haben, heißt das noch immer nicht, dass das die Prognose ist, weil keiner was weiß.

Du schaust nicht nur auf dich, sondern auf alle anderen, das ist auch der Grund, warum du hier bist und schreibst. Würdest du nur auf dich schauen, würdest du dir nicht die Leidensgeschichten, die es hier ja tatsächlich gibt, permanent anhören.

Ich kenne niemanden, der in Foren ist über Probleme, die er nicht mehr hat, dies ist ein Absetzforum hauptsächlich, du bist frei von Medikamenten, also ich verstehe es nicht. Ich war 1-2 Jahre in einen Schilddrüsenforum, als ich keine Probleme mehr hatte, sah ich den Sinn nicht mehr, detto, wenn ich einer Glaubensgemeinschaft mich verbunden fühle und dann nicht mehr, werde ich nicht mehr hingehen. LG Kevin

PS: Sich nur in destruktiven Spiralen zu bewegen bzw. sich im Negativismus zu bestätigen, halte ich persönlich nicht für hilfreich. Ich suche nicht nach Menschen mit Problemen, sondern ich suche Menschen, die keine haben bzw. lösungsorientiert an ihren Problemen arbeiten oder diese gelöst haben.
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Clarissa
Beiträge: 1106
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 22.11.17, 8:22

Guten Morgen, Kevin.

Ich gebe es wirklich bald auf. Was habe ich da wieder losgetreten.

Jede Frage von mir eine Provokation bzw. ein Angriff, die eine Rechtfertigung nach sich ziehen? Warum ist keine sachliche Diskussion, keine einfache Antwort auf eine Frage möglich? Nur bedingungslose Zustimmung erwünscht?

Ich schreibe hier nicht, um zu lesen, wie toll ich es doch gemacht habe. Das habe ich nämlich nicht, sonst würde ich nicht noch so im Schlamassel feststecken. Und daraus mache ich keinen Hehl und spreche i.d.R. keinerlei Empfehlungen zum Absetzen aus. Ausser der Empfehlung zur Medikamentenfreiheit, von deren Nutzen ich überzeugt bin.

Übrigens treibst Du mich wiederholt zur Rechtfertigung, z.B. weshalb ich im Forum überhaupt noch schreibe. Das habe ich mehrfach hinreichend erklärt.

Entschuldige also bitte und vergiss die Frage schnell.

Es grüsst Clarissa.

Eva
Beiträge: 1132
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 988 Mal
Danksagung erhalten: 1667 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Mittwoch, 22.11.17, 9:05

Hallo Ihr Beiden,

Kevin, ich hatte Clarissas Frage oben anders verstanden, deshalb hatte ich diese auch geliked.

Weshalb Du Menschen suchst, die es aus dem Hochdosisbereich geschafft haben, verstehe ich zwar - es würde Dich ermutigen, es selbst nochmal anzugehen - allerdings war mir auch nicht so recht klar, warum für Dich so viel davon abzuhängen scheint.

Vielleicht liegt das bei mir auch daran, dass ich Statistiken gegenüber misstrauisch bin und sogar finde, dass sie eine destruktive Wirkung ausüben können. Ich sehe es eher so: Wenn sie ausweisen, dass es nur, sagen wir, 2 % definitiv bis zum Lebensende packen, aus ihrer Abhängigkeit herauszukommen, dann frage ich mich, wozu es gut sein soll, das zu wissen. Es entmutigt doch, statt Mut zu machen. Die Schlussfolgerung daraus müsste sein, zu diesen 2 % gehören zu wollen, was als Motivation nicht toll ist, oder gleich aufzugeben, einen anderen Wert hätte es für mich nicht. Ich würde dementsprechend so etwas eher gar nicht wissen wollen. Aber natürlich ist es okay, wenn Du es für Dich anders gewichtest.

Vielleicht gehts Dir auch gar nicht darum, sondern nur um die Fakten und dass man so wenig davon erfährt?

Im Augenblick erscheint es mir jedenfalls so, als wenn Du gern wieder beginnen würdest mit dem Absetzen, aber den Anfang erst wagen willst, wenn Du mehr Beweise dafür gefunden hast, dass "es lohnt". Bitte korrigiere mich, wenn ich damit falsch liege.

Liebe Grüße,
Eva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag:
Clarissa
Vorher hier als "Pons" geschrieben.
► Text zeigen
Und nun kann's dem Endspurt zu gehen ... :)

Never give up!

Kevin05
Beiträge: 2791
Registriert: Montag, 23.12.13, 22:09
Hat sich bedankt: 5443 Mal
Danksagung erhalten: 4848 Mal

Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 22.11.17, 10:00

Hallo Eva,

wer was liked ist nicht erklärungsbedürftig, ich wiederhole, ich habe keine persönlichen Befindlichkeiten, zumindest versuche ich es.

Ich mag auch nicht streiten, weil es mir schadet und dem gegenüber auch, weil es regen sich beide auf und was bringt das, daher stellt sich für mich auch oft der Sinn einer Diskussion, wenn man weiß, dass man sehr verschiedene Standpunkte hat. Weil mir geht es ja nicht darum recht zu bekommen, was hätte ich davon? Nichts, bringt mich nicht weiter.

Wenn man eine Erkrankung hat, ist man normal doch immer bemüht Informationen zu bekommen, das haben sicher die meisten getan. Ich habe auch nicht krampfhaft nach Erfolgsbeispielen gesucht, und klar hast du recht, ob nun 10% oder 2% es schaffen ist irrelevant.

Wobei bei einem Benzoentzug gibt es schon gewisse Grundregeln, die grad hier im Forum am ehesten einer objektiven Wahrheit entgegenkommen, weil alle anderen Strategien sind meiner Ansicht nach sinnlos.

@Clarissa: Also warum du hier schreibst und liest, da möchte ich mich wirklich entschuldigen, weil da bist du definitiv im Recht, du brauchst dich dafür nicht rechtfertigen und ich habe kein Recht danach zu fragen. Es kann jeder das machen, was ihm oder ihr gut tut, also sorry, werde ich nicht mehr machen und war wirklich entbehrlich.

Zurück zu dir Eva, na ja, ich sag dir, lieber spreche ich mit Betroffenen, die Dinge gefunden haben, die ihnen geholfen haben, das gilt für alle Lebensbereiche, wenn ich jetzt eine Partnerschaft suche, werde ich ja auch Menschen suchen, die Wege gefunden haben, nicht welche, die seit Jahrzehnten es erfolglos versuchen.

Ich kenne ja zwei Menschen, die erfolgreich und dauerhaft abgesetzt haben, natürlich rede ich mit denen gerne, wie es ihnen ergangen ist bzw. wie es ihnen heute geht usw. - meine anderen Erfahrungen waren eher negativ, sprich Stellen, die eigentlich was wissen hätten müssen, wussten genau Nichts, wie die Suchtberatung zum Beispiel. Also so was ist für mich gar nicht hilfreich, weil die haben glaube ich eine Erfolgsquote von Null Prozent, im Sinne, dass sie Menschen wieder normal zurück ins Leben brachten, das ist nicht aufbauend und mit Medikamenten kennen sie sich gar nicht aus, außer, dass sie halt schlecht sind.

Aber dort hat mir nie jemand gesagt, dass es nur einer all die Jahre geschafft hat, da habe ich mich dann auch gefragt, für was höre ich mir das bitte an, das bringt mich gar nicht weiter.

Ja, es ist richtig, ich versuche einen erneuten x-ten Anlauf zumindest in Richtung Stabilität und runterkommen, ich denke auch, das mir das diesmal gelingen wird, weil ich es halt anders machen werde, nämlich wirklich in sehr, sehr langsamen Schritten. Letztendlich, dass was hier von Anfang an eh gesagt wurde und diejenigen, die es langsam gemacht haben sind auch diejenigen, die am weitesten kamen, auch wenn es Jahre gedauert hat.

Ich hatte einfach viele Gespräche, weil ich bei vielen Ärzten wegen anderer Beschwerden war, daraus ergaben sich halt auch Gespräche über die Benzos, wobei die allesamt nicht hilfreich waren, weil keiner eine Ahnung hatte und wenn war das sicher kein FA der Psychiatrie, sondern andere, nämlich die alten Ärzte, die hatten am ehesten Ahnung und grad vor Jahren habe ich alles mögliche exotische versucht und habe gar nicht nach Erfolgen gesucht.

Mir ist es so egoistisch es auch klingen mag, in Wirklichkeit natürlich mein eigenes Wohlbefinden am Wichtigsten. So gesehen sehe ich es ja nur bedingt als hilfreich mich in Problemkreisen zu bewegen, das meine ich nicht böse, aber je weniger ich mit der Thematik zu tun habe, desto besser, weil was kommt wird kommen, und was nicht eben nicht, teilweise werde ich Dinge beeinflussen können, teilweise nicht.

Liebe Grüße Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kevin05 für den Beitrag:
Eva
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
------------------------------------------------------------
Chronische Schmerzen, Angsterkrankung, RCS
5 mg Diazepam (konstant)
------------------------------------------------------------

Antworten