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Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Katharina
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Katharina » Dienstag, 14.03.17, 18:00

Liebe Sigli!

Ich habe oftmals gekühlt oder eine Wärmesalbe aufgetragen, nur um einen anderen Reiz zu spüren.
Oder Bürsten, die Gelenke durchbewegen, am Besten war Ablenkung.

Gute Besserung,
Kahtarina
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Kevin05
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 14.03.17, 19:43

Hallo,

also ganz ehrlich und das versuche ich meist zu sein, ich "gewinne" immer mehr den Eindruck, dass das Thema so komplex ist, dass echt keiner eine Ahnung hat. Ich meine, wir als Betroffene beschäftigen und kämpfen seit Jahren um eine Lösung oder um Erklärungen, aber es gibt sie nicht und ich selbst muss auch zugeben, dass mir die Idee auch ausgegangen sind, was man denn noch versuchen kann und das ist echt tragisch, weil an dem Punkt war ich noch nie.

Aber zurück zum Thema - ich bin überzeugter denn je, dass egal welche Art von Entzündung sich in unserem Körper abspielt, dass das von den Medikamenten kommt und ich merke es ja auch, wenn ich mal höher dosiert habe, war garantiert in den Folgetagen irgendwas Neues da, Haut oder was auch immer, auf jeden Fall immer unklar was das ist, also da gibt es einen Zusammenhang.

Ach ja, mein Neffe meint und der studiert das Thema Pharmazie wirklich schon ewig, dass die Substanzen irgendwann sehr wohl den Körper verlassen, das war die gute Nachricht, die schlechte war, dass er meinte, wie sich die Gaba Rezeptoren verhalten, wenn sie wieder "frei" sind, kann er nicht sagen, also dass die wieder ihren Job machen sprich für Ruhe, Schlaf usw. sorgen - das sieht er nicht als so sicher gegeben.

Ich denke, es muss wohl jeder hier seinen eigenen Weg finden, ich glaube an keine Pauschalkonzepte mehr, hatte heute wieder mit jemand aus dem Medizinbereich eine Diskussion, die Person mir wieder vorwarf, ich sei so ein Negativdenker und die vielen positiven Beispiele, die es ja überall gibt, dass ich die einfach nicht sehe bzw. einer Klinik ja gar keine Chance gebe, was für mich kurios ist, weil auch abseits des Forums hab ich nicht einen Menschen kennengelernt, der besser raus kam als er rein ging - ich mein mit einem psychischen Problem, also meine Weltsicht auf dieses Thema ist eigentlich klar und es ärgert mich immer wieder, wenn mir Leute erklären wollen, dass es da ja doch viele gibt die Ahnung haben, natürlich alles Ärzte oder Wunderheiler, was sie komischerweise alle gemein haben ist, genau sie wollen Geld, mein Geld.

In meinem Glauben wird ja gesagt, man muss dem Leid, die Nahrung entziehen, aber um nicht allzu klug zu schreiben, ich weiß weniger als je zuvor, leider, ich wünschte, ich könnte was Positiveres hier abliefern, Kevin

Glaube ich nur, was ich sehe oder sehe ich nur, was ich glaube, ich bin am Überlegen, ich glaub das Zweite trifft es.
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Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von sigli » Dienstag, 14.03.17, 20:54

Hallo ihr,

ich weiß auch nicht so genau, wie es weiter gehen soll.

Ich habe zum Einen eine Radonstollen-Kur gemacht, die vor allem bei entzündlichen Prozessen wirken solle, also vor allem bei Rheuma. Hier haben ja sehr viele mit Rheuma zu tun. Was ich immer wieder lese, ist, dass das Rheuma nie sol schlimm war wie in den Entzugsphasen. Das kann ich auch von mir bestätigen.

Ich habe von vielen, die ich im Radonstollen getroffen habe, gehört, dass diese teilweise schon seit 30 Jahren kommen und gar nicht wissen, wie es ohne Radonstollen wäre. Es geht ihnen einfach gut.

Nun... die Wirkung soll nach 6 bis 8 Wochen nach der Radonkur einsetzen. Ich war Ende Februar fertig und habe Ende Januar angefangen. Ich hoffe nun, dass die gute Wirkung etwa Ende März bis Mitte April eintrifft.

Ich habe noch ein Ass im Ärmel. Ich hatte vor etwa 2 Monaten ein Gespräch mit "Ben Diaz". Ich denke, einige von euch, kennen ihn. Ich habe ihn kontaktiert, weil ich wußte, dass er selbstständig ist und er mit Menschen wie wir es sind, zu tun hat. Ich wollte von ihm Kundendaten aus seiner Datei, von Leuten, die dieselben Beschwerden haben wie ich und diese kontaktieren.

Nun... es hat geklappt. Er gab mir, mit Einverständnis seines Kunden, eine Tel.Nr. Ich telefonierte mit ihm, und er sagte mir, dass es ihm nach etwa einem dreiviertel Jahr nach Null wieder ganz gut ginge. Er hätte ungefähr dieselben Schmerzen wie ich gehabt. Er wäre bei einem med. Hypnotiseur gewesen. Und nach 2 Behandlungen und vielem Fahrradfahren würde es ihm heute wieder ganz gut gehen.

Am 5. April habe ich nun endlich (vorgezogen um 2 Wochen, nachdem jemand anderes abgesagt hatte) den Termin. Ich setze große Hoffnungen auf ihn. Ich werde auf jeden Fall berichten. Der Ersttermin ist wirklich nicht billig. Er verlangt für den Fogletermin nur die Hälfte. Für mich hat es sich gut und richtig angehört. Seine Ersterfolge würden bei etwa 80 % liegen.

Drückt mir die Daumen. Ich werde auf jeden Fall berichten.

lg von Sigli
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Kevin05
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 15.03.17, 12:45

Hallo,

ich denke diesen Beitrag lesen wenige, leider, weil da stehen durchaus gute Dinge drinnen.

Aber egal, also was mir immer wieder auffällt ist, dass es leider wirklich niemand gibt, der sich mit "unserem" Thema nur im Ansatz auskennt, und selbst wenn man glaubt, dass jemand Ahnung haben könnte oder sollte ist das leider falsch. Ja, die alten Ärzte, die an die 80 Jahre sind, die verstehen, aber die gibt es nicht mehr.

Ich habe heute wieder folgende Aussage gehört, ADs machen nicht abhängig und Benzos sind natürlich wirklich ein Teufelszeug, außer man setzt sie kurz ein. Gut nichts Neues, außer ein Mensch mehr, der diese Ansicht vertritt. Also mir werden vorwiegend Seroquel, Mirtazapin immer gerne angeboten, weil das sind ja gute Medikamente. Jetzt frage ich mich, wenn die anderen Substanzen nicht abhängig machen, wie kommt es dann dass so viele Beschwerden haben, die sie vor der Einnahme dieser Medikamente vielleicht nicht hatten und das dauerhaft? Weil wir haben ja auch Mitglieder, die keine psychische Vorgeschichte hatte, die einen Unfall hatten oder ein schweres Trauma, also beide dieser Beispielgruppen waren nicht vorbelastet, weil jemand wie ich ist vorbelastet, ich begann die Psychopharmaka zu nehmen, nachdem ich schon Angstprobleme hatte, also bei mir wäre es normal, dass wenn ich aufhöre nicht davon ausgehen könnte, dass es mir gut geht, bei jemand der einen Unfall hatte aber schon, ist aber nicht so.

Es ist wirklich deprimierend, wenn ich sehe bzw. mitbekomme wie da agiert wird, man braucht nur zu einem Psychiater/Neurologen oder in eine Klinik gehen (Neurologie/Psychiatrie) und bitte dann seht euch mal die Patienten dort an, die meisten bekommen alle möglichen Substanzen nur sicher keine Benzos mehr, aber wenn ich mir diese Menschen ansehe, denke ich mir obwohl abhängig, dass ich im Vergleich zu diesen Menschen sehr klar noch bin und mich auch normal bewege, spreche.

Ich werde mir natürlich auch was überlegen müssen, da ich davon ausgehen muss, dass man auch mir irgendwann keine Benzodiazepine mehr verschreibt und dann will ich irgendwie nicht blöd da stehen, sprich umkippen, weil die Tendenz geht ja sehr dahin, dass die Ärzte schon Angst haben das aufzuschreiben.

Für mich sind Benzos übrigens kein Drecks- oder Teufelszeug sondern die einzig wirksamen Psychopharmaka, Einschränkung wenn richtig eingesetzt, sprich als Notfalls Medikament, aber da sind sie wertvoll.

Und einige Betroffene die denken, die Benzodiazepine wäre so ein Teufelszeug, sollen mal ehrlich zu sich sein, im Sinne, ob es ihnen vor der Einnahme denn wirklich so gut ging, wie sie sich nämlich das oft einreden.

Also ich kann nur von mir sprechen, mir ging es vorher schlecht und jetzt auch, und ja die Benzodiazepine über all die Jahre haben Schäden zusätzlich gemacht, keine Frage, aber ich kann auch unterscheiden, dass es auch vorher Probleme gab, jetzt bin ich deutlich älter als früher und habe viele Jahre ein wie alle Medikamente eben die Eigenschaft haben nicht sehr gesundheitsförderliches Präparat genommen. Und ja, das war falsch, eben nicht verantwortungsvoll eingesetzt.

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass jede/r wirklich die Illusion aufgeben sollte, dass es da nur irgendwas Hilfreiches gibt am Medikamentensektor, weil das ist etwas was man mir seit Jahren versucht einzureden, wenn ich mir aber so die Menschen ansehe, die diese tollen Substanzen nehmen oder nahmen, dann bin ich über die Resultate ziemlich enttäuscht und hier spreche nicht von dem was ich lese sondern was ich sehe oder gesehen habe, weil da ist nichts, Kevin
Verlauf:
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ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von albertine » Freitag, 17.03.17, 13:02

Hallo Kevin,
Aber egal, also was mir immer wieder auffällt ist, dass es leider wirklich niemand gibt, der sich mit "unserem" Thema nur im Ansatz auskennt, und selbst wenn man glaubt, dass jemand Ahnung haben könnte oder sollte ist das leider falsch. Ja, die alten Ärzte, die an die 80 Jahre sind, die verstehen, aber die gibt es nicht mehr.
Wozu brauchst du einen Arzt der sich auskennt? Du kannst dich doch hier am Forum orientieren.
ich begann die Psychopharmaka zu nehmen, nachdem ich schon Angstprobleme hatte, also bei mir wäre es normal, dass wenn ich aufhöre nicht davon ausgehen könnte, dass es mir gut geht
Ich glaube 99,99 % aller süchtigen Menschen hatten schon vor der
Einnahme von Benzos große Probleme. Ich jedenfalls habe nie Benzos geschluckt um high zu sein, sondern weil es mir sehr schlecht ging. Anfangs helfen die Benzos ja auch, aber mit den Jahren wirken sie halt paradox, d.h. sie verursachen neue Probleme.

So gesehen hat man nach dem Entzug deutlich weniger Probleme. Und das Gefühl den Entzug geschafft zu haben ist gigantisch. Kevin, stell dir mal vor, du bräuchtest dieses Sch....zeug nicht mehr, wäre das nicht toll??

An den ursprünglichen Problemen kann man mit therapeutischer Hilfe arbeiten. Und glaube mir, da ist einiges an Verbesserung möglich.
Ich werde mir natürlich auch was überlegen müssen, da ich davon ausgehen muss, dass man auch mir irgendwann keine Benzodiazepine mehr verschreibt und dann will ich irgendwie nicht blöd da stehen, sprich umkippen, weil die Tendenz geht ja sehr dahin, dass die Ärzte schon Angst haben das aufzuschreiben.
Was willst du dir überlegen??? Fang an auszuschleichen. Es gibt kein Ersatzmittel und keinen anderen Weg.

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Inneren
Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging
die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima
das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg
1.1.2018 - 15 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 17.03.17, 19:19

Hallo Albertine,

normalerweise könnte man schon davon ausgehen, dass es auch in der Welt der Medizin Menschen gibt, die Ahnung haben sollten. Wenn man einen Herzinfarkt hat oder Gehirnschlag oder sich ein Bein bricht gibt es ja auch welche, die wissen was zu tun ist.

Im Forum verstehen Betroffenen einen sehr gut, und gerade dieses Forum besticht meist durch Menschlichkeit und auch Höflichkeit. Ich möchte gerne im Berufsleben bleiben, das ist sehr schwer denke ich - also funktionieren zu müssen und zu entziehen. Auch die, die sehr viel richtig gemacht haben im Forum sind oft am Limit ihrer Belastbarkeit oder anders gesagt, es geht vielen auch nicht so gut, also kommt immer drauf an, wie sieht das Ziel aus, einige sind auch älter, okay ich auch, aber theoretisch halt nicht alt genug um arbeiten aufhören zu können, abgesehen davon würde mein Leben ziemlich trist oder sagen wir noch trister sein ohne Arbeit, meine Eltern waren Workaholics, mein Bruder ist es, das liegt bei uns in der Familie - keine Ahnung.

Therapeutische Hilfe? Ich hätte keine Ahnung, was da für mich hilfreich wäre, ich habe ja hunderte Stunden hinter mir und auch die neue Generation der Therapien oder Therapeuten ist eher an mir gescheitert oder ich an ihnen. Man kann es auch als Arroganz sehen, aber ich hab nur einen Therapeuten getroffen, wo ich aufsehen konnte, die anderen waren schwach. Meine letzte Therapie wurde mir bezahlt von meinem Arbeitgeber bei einer wirklich angeblich guten privaten Therapeutin, aber habe ich selbst aufgehört, weil einfach nicht hilfreich, ich glaub einfach an Vieles nicht, ich mein Bilder malen, Hypnose (bin nur eingeschlafen...) oder Rollenspiele, also da kam ich mir echt blöd vor. Psychotherapie ist sicher für viele Menschen hilfreich, und um das noch mal zu schreiben, ja natürlich auch für intelligente Menschen, aber man muss wie an alles auch dran glauben und das tue ich nicht mehr, weil ich einschlägige persönliche Erfahrung damit gemacht habe.

Wobei jedes mg was man weniger nimmt ist klar ein Erfolg, weniger Giftzufuhr, so gesehen hätte es mir schon was gebracht hätte ich wie andere den Weg hier geschafft, aber es wird auch einen Grund gehabt haben, dass ich ihn nicht schaffe, weil schwach bin ich eigentlich nicht. Also als Looser würde ich mich deshalb nicht sehen, man kann keine Lebensgeschichte mit einer anderen vergleichen, das versuche ich auch zu vermeiden, wie gesagt, man soll so tolerant sein und auch andere Sichten akzeptieren, man muss sie ja nicht lieben.

Ich glaube schon dran, dass ich das noch immer schaffen kann, aber halt anders und das anders das muss man einfach versuchen, wie das geht, wenn es mir sehr schlecht ging oft in den letzten Monaten hatte ich auch immer wieder Phasen, wo ich problemlos auf Null ging, wenn der Druck hoch genug ist aufzuhören, dann waren auch die Symptome nicht da, ist komisch oder? Ja, sicher ist der Spiegel immer da gewesen, aber es gab auch Tage wo kein Druck da war und ich hab nicht einen Tag auf Null geschafft - also irgendeinen Unterschied gibt es da. Ich kenne einige wenige Menschen, die ähnliches empfanden, die haben alles von heute auf morgen weggeschmissen und sie haben es geschafft, also möglich ist vieles, was für mich möglich ist weiß ich nicht, das wäre total unseriös würde ich sagen, ich schaffe das, ja schön wäre es.

Ich denke nicht an die Zukunft, generell versuche ich ganz wenig zu denken, aber wozu ein Ziel setzen, wenn man nicht mal weiß ob diese Zeit je stattfindet, ich kann immer nur versuchen im jetzigen Augenblick das optimale für mein Leben zu tun und so lebe ich eigentlich auch seit einiger Zeit. Viele Menschen scheitern auch an der Gegenwart, weil all ihre Ziele in der Zukunft sind, mein Ziel ist das es mir jetzt gut geht.

Oft habe ich mir gedacht, ich hätte viel falsch gemacht, hab ich auch, aber es hätte nichts geändert an meiner Angst und meinen Schmerzen, davon bin ich überzeugt, das bin einfach ich. Ich bin heute so wie als Kind, nur viel älter sonst habe ich mich kaum verändert und das Alter in Kombination mit den vielen Medikamenten hat sicher eine gesundheitliche Verschlechterung gebracht, da brauch ich kein Prophet sein, das ist logisch.

An Ersatzmittel glaub ich natürlich nicht, wobei ich hier aber auch einbringen will, dass ich an nichts glaube, was Menschen anzubieten haben, auch an Nichts was natürliche, alternative Methoden anbieten, ich habe jahrelang sehr viel versucht, es ging immer nur ums Geld und Menschen, wie ich die so Hilfe suchen, die sind sehr gefährdet wirklich abgezockt zu werden und das ist vielen über die Jahre toll gelungen. Allen voran meinen Ärzten und damit meine ich nicht Psychiater oder Neurologen, sondern alle anderen Fachrichtungen, die ich brauchte, aufgrund meiner Schmerzen oder weil halt auch reale Dinge da waren und sind. Wie gesagt, ich sehe die Benzos nicht mehr als verantwortlich für meine Schmerzen, für andere Erkrankungen ja.

Ich kann nur an andere appellieren lasst euch nicht abzocken von Menschen die euch versprechen euch helfen zu können, weil es gibt keine Hilfe, es gibt nur euch und das an was ihr glaubt.

Ich habe auch wirklich einige Krebsverdachtsdiagnosen bekommen in den letzten Jahren, auch das macht Stress, also bei mir war und ist in solchen Situation Ausnahmezustand - da steht die Zeit still und klar habe ich da die Schulmedizin für entsprechende Diagnostik immer wieder gebraucht, weil Ärzte oft nicht nachdenken, was sie Betroffenen antun, wenn sie solche Verdachtsdiagnosen stellen, weil mein Zugang war immer die zweite Meinung und das zu versuchen zu widerlegen und das ist wirklich anstrengend, wenn man sich auch dauernd körperlich um sein Leben Sorgen machen muss, und nein, ich gehe dann zum Arzt, wenn etwas konkretes da ist, wie gröbere Schwellung oder was auch immer. Sicher würde ich auch hier gerne sagen, wird schon vergehen, vergeht aber oft nicht und ich gehe eigentlich immer positiv hin und denk mir wird wohl eine Entzündung sein und ich bekomme eine Salbe, aber wenn dann Ärzte, die mich immer beruhigen, alles mögliche in Gang setzen, dann macht mir das Angst und in genau diesen Situationen habe ich immer fast damit reagiert, dass ich alle Medikamente abgesetzt habe anstatt vielleicht mich zu beruhigen.

Das heißt, ich denke, da ist eine Kraft, die stark genug sein kann um all diese Medikamente auch auf anderen Wegen zu besiegen, ich nehme auch keine Schmerzmittel schon einige Zeit jetzt, weil ist alles Gift.

Wie gesagt, ich bin überzeugter denn je, dass es nicht den Weg gibt sondern dass jede/r ihn für sich oder sie finden muss oder es zu versuchen, liebe Grüße Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Katharina » Freitag, 17.03.17, 22:49

Lieber Kevin!

Ich bin froh, ein Notfall Medikament zu haben.
Ich bin um so mehr froh wenn ich es nicht benötige.
Um so länger die Abstände zwischen den Einnahmen, um so beruhigter bin ich.
Um so wirksamer das Medikament im Notfall.

Es gibt "Zustände" die bin ich nicht bereit zu ertragen wenn sie über mich kommen.

Es gilt ab zuwägen, jeder für sich.

Mehr möchte ich garnicht mehr, den es soll sich erstmal jemand in meine Schuhe stellen, all die Jahre, daher gibt es keine Möglichkeit der Beurteilung.

Ich habe auf gehört, mir zuviel Gedanken zu machen.
Ich habe meine Erfahrungen.

Habe nicht zuviel Zweifel und sei Dir gut, Du bist bemüht- das zählt.

Alles Liebe,
Katharina
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Murmeline » Montag, 20.03.17, 14:37

Hallo Kevin,

Ich lese in einem deiner letzten Beiträge, du möchtest es weiterhin "anders" probieren und das sich niemand mit dem Thema auskenne.

Ich verweise noch einmal auf frühere Beiträge von mir. Englische Charities bringen seit Jahrzehnten Menschen auch aus dem Hochdosisbereich durch konsequent kleinteiliges Absetzen runter. Wie wäre es, du nimmst dir vor, das mal ein Jahr lang konsequent auszuprobieren?

viewtopic.php?p=155256#p155256

viewtopic.php?p=155339#p1553

Zitat aus einem weiteren Beitrag:
Hallo Kevin,

ich habe die Tage mal das Bristol & District Tranquilliser Project http://www.btpinfo.org.uk/ angeschrieben, die bereits seit 1986 als lokale Organisation das Absetzen von Benzodiazepinen begleiten und nach Erfolgsgeschichten gefragt. Ich habe eine Antwort erhalten, natürlich mit dem Hinweis, dass sie Personen außerhalb den UK nicht helfen dürfen und auch keine genauen Angaben machen können.

Darüber hinaus versicherte man mir, dass man auch Menschen mit komplexen, langjährigen Geschichten erfolgreich bei der Reduzierung begleitet, wobei es individuell nach Null auch noch 1-2 Jahre dauern könnte, um sich vom Absetzen vollständig zu erholen.

Zudem wurde mir als Info mitgegeben:
with regards to reducing medication we use a guideline of making small reductions of 0.5mg / 1mg every 4-6 weeks (no sooner than this) once a client is on a smaller amount e.g. 5mgs to then make reductions of 0.25mg / 0.5mg until off.


Hinsichtlicher der Reduktion orientieren sie sich dort also an der Richtlinie 0,5mg/1mg alle 4-6Wochen (nicht schneller) und ab kleineren Dosierungen (z.B. 5mg) dann Schritte von 0,25,g/0,5mg.

Das ist nicht verwunderlich, bereits auf der Website weist man dort auf das Aston-Manuel hin, und das Bristol & District Tranquilliser Project zeichnet mitverantwortlich für die Erweiterungen des Ashton-Manuels aus 2012/2013, welches man im ADFD z.B. hier findet: viewtopic.php?f=19&t=10199

Ich wollte Dich das wissen lassen.

Was sie dort natürlich begleitend anbieten können ist Einzelberatung und Begleitung sowie Gruppentreffen, darüber hinaus eine Telefonhotline und einen drop-in service, also einen Ort, wo man im Bedarfsfall auch mal vorbeigehen kann und jemand für einen da ist. Zudem informieren sie die behandelnden Ärzte und treten mit ihnen in eine Kooperation zum Wohle des Betroffenen.
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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kevin05
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 28.03.17, 19:32

Hallo Murmeline,

ich teile deine Ansicht generell, was heißen soll, wenn jemand nach Asthon absetzt ist das eine sehr gute Sache und sehr hilfreich, wäre es auch für mich zweifelsohne gewesen, nicht dass ich ein Befürworter von suchtverlängernden Maßnahmen bin, aber was eine Tatsache gewesen wäre und ist, dass man immer weniger Substanzen zu sich nimmt, die einem schaden, also zweifelsohne ein Erfolgsprojekt.

Da ich das aber leider nicht geschafft habe, muss ich auch in Anbetracht der Leiden, die ich mittlerweile habe, darüber nachdenken, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, wobei ich bei dir bin, hätte ich es von Anfang richtig gemacht wäre ich vermutlich nicht nur gesünder sondern im Idealfall auch medikamentenfrei.

Wobei ich Erfolg eher als Schadensbegrenzung mittlerweile sehe. Ich denke übrigens, dass all diese Medikamente wirklich sehr ungesund sind, weil warum bin ich so krank, ich mein, ich war immer schon krank, aber heute ist es eine andere Dimension, es sind teils wirklich ernste Dinge und das schreibe ich eher warnend als Motivation für andere es besser zu machen. Weil klar kann es sein, dass man gewisse Erkrankungen so oder so bekommen hätte, aber wie mir eine gute Forenfee glaubhaft vermitteln konnte, wären vielleicht gewisse Dinge nicht ausgebrochen, auch wenn sie in den Genen waren.

Ich persönlich und diese Ansicht teile ich mit doch einigen behaupte ja, dass diese Substanzen Entzündungen im ganzen Körper verursachen und das ist zweifelsohne ein Problem, weil aus chronischen entzündlichen Prozessen entstehen auch ernsthafte Erkrankungen. In wie weit das auch für ADs und Co. zutrifft kann ich nicht beurteilen. Bei den Benzodiazepinen scheint es so zu sein.

Was ich als am hilfreichsten sehe sind gute Texte aus meinem Glauben heraus, da ist alles drinnen was man für ein gutes Leben braucht, aber auch hier gilt, man muss es praktizieren, was ich auch mehr und mehr versuche, mein Glaube ist gut und hilfreich, ob er meine Benzosucht helfen kann zu besiegen weiß ich nicht, aber es ist so ziemlich die einzige Idee, die ich im Moment so habe. Wenn ich so höre oder lese, was da gelehrt wird, bin ich fast ein wenig stolz ein Teil dessen zu sein.

Und an diejenigen die glauben, dass ich mich damit abgefunden habe mit dieser Sucht, mit dieser Erkrankung die liegen falsch, weil es gibt ja immer nur ein Glauben und kein Wissen davon bin ich überzeugt und wer weiß vielleicht finde ich ja eine Möglichkeit mir selbst zu helfen, meine eigene Erfahrung zu machen.

Der Druck ist eigentlich hoch genug, weil wenn es mir nicht gelingt, dann wird es kein gutes Ende nehmen. Also ich hoffe zu finden, obwohl ich nicht suche, aber ich vertraue irgendwie, wobei auf was kann ich auch nicht sagen, alles was ich schaffen kann werde ich machen müssen, weil sonst gibt es ja nichts, wer sollte den sonst was verändern, wenn man nicht selbst.

Wobei ich auch glaube nicht alles beeinflussen zu können, einiges ja, aber da gibt es auch Dinge, die höher und mächtiger sind als ich oder wir alle, wie man das nun nennen mag überlasse ich jeder ihrer Phantasie. Was ich aber nicht als Ausrede sehe, dass man etwas nicht schafft sondern es gibt halt Dinge, die können wir uns nicht erklären, ich denke, da geht es einigen anderen auch so und nein, damit mein ich nicht die Medikamente sondern andere Dinge.

Ich denke irgendwas lenkt oder beeinflusst uns alle, jeden Einzelnen, wobei das natürlich spannend ist, was das ist, weil fast 8 Mrd. Menschen und jeder bekommt vielleicht in die Wiege gelegt, wie sein Leben verlaufen wird? Kann das sein? Ich weiß es nicht, aber eine Möglichkeit.

So genug geschrieben, muss mich um meinen Löwen kümmern, hoffe es geht euch gut, ich wünsch es euch auf jeden Fall, LG Kevin
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zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 30.03.17, 13:16

Lieber Kevin :) ,
ich "schleiche" schon immer mal eine Weile um deine Beiträge herum - jetzt muß ich doch
auch mal antworten - ich hoffe nur, ich kann schriftlich rüberbringen, was ich meine, denn
ich will dich keinesfalls in irgendeiner Form verletzen.

Du bist kein oberflächlicher Mensch, im Gegenteil - das beweisen deine Beiträge, deine Gedanken
darin u. ich stimme dir in Vielem zu.

Ich befürchte nur, du verzettelst dich in Bezug auf dich selbst mit den großen, allumfassenden Themen.
Kevin05 hat geschrieben:Ich denke irgendwas lenkt oder beeinflusst uns alle, jeden Einzelnen, wobei das natürlich spannend ist, was das ist, weil fast 8 Mrd. Menschen und jeder bekommt vielleicht in die Wiege gelegt, wie sein Leben verlaufen wird? Kann das sein? Ich weiß es nicht, aber eine Möglichkeit.
Genau, das meine ich, wie hilft dir das in deinem Leben weiter - es wäre nur ein Grund, alles zu akzeptieren - weil, es ist ja
vorherbestimmt u. eine Veränderung unmöglich.
Dazu würde mir einfallen, was ich kürzlich als Wort zum Sonntag gepostet hatte - das war aber, bevor du deinen Beitrag
geschrieben hast - nicht daß du denkst, ich hätte es wegen dir geschrieben.

Ich denke, das betrifft auch jeden Einzelnen von uns - der Mensch ist erstmal immer darauf aus, den Weg des geringsten
Widerstandes zu gehen u. Gründe für ein Scheitern/Nichtzustandekommen zu finden.
Das ist bei mir auch nicht anders.

Aber indem man sich nur fügt, wird man nicht glücklich.
Kevin05 hat geschrieben:Und an diejenigen die glauben, dass ich mich damit abgefunden habe mit dieser Sucht, mit dieser Erkrankung die liegen falsch, weil es gibt ja immer nur ein Glauben und kein Wissen davon bin ich überzeugt und wer weiß vielleicht finde ich ja eine Möglichkeit mir selbst zu helfen, meine eigene Erfahrung zu machen.
Es gibt meiner Ansicht nach, hierbei keine andere Möglichkeit, als das Medikament abzusetzen - langsam, vorsichtig, kleinschrittig (so wie
z.B. Lisamarie) - das sehe ich als Knackpunkt in deinem Leben, nur du mußt es anpacken u. eben nicht nach Gründen suchen,
warum es bei dir nicht möglich sein soll.

Du wirst das auch schaffen - und wenn du immer nur Mini-mini-Mengen absetzt - aber auch so kommt man vorwärts u.
ich denke, es würde dir mit der Zeit auch psychisch besser gehen, wenn du kleine Erfolge verbuchen könntest.

Wenn du deinen Glauben verinnerlicht hast, müßte es doch auch hilfreich sein, sich auf diesen zu stützen, falls es zu Problemen
im Leben kommt (davon bleibt ja auch keiner verschont), um da Kraft drauzuziehen u. ggf. Strategien entwickeln zu können,
um eben nicht nach den Medikamenten zu greifen.

Ich habe das letzte Video z.B. angeschaut, was du eingestellt hattest - alles, was gesprochen wurde, war einfach nur wahr -
man muß es dann halt für sich umsetzen.
Da ich zu dem Zeitpunkt durch das Absetzen sehr unruhig war, hatte ich das Gefühl, das Zuhören (habe die Augen auch
zugemacht) hat mich wieder irgendwie erden können - solche Hilfe meine ich.
Kevin05 hat geschrieben:ich teile deine Ansicht generell, was heißen soll, wenn jemand nach Asthon absetzt ist das eine sehr gute Sache und sehr hilfreich, wäre es auch für mich zweifelsohne gewesen, nicht dass ich ein Befürworter von suchtverlängernden Maßnahmen bin, aber was eine Tatsache gewesen wäre und ist, dass man immer weniger Substanzen zu sich nimmt, die einem schaden, also zweifelsohne ein Erfolgsprojekt.
Warum sollte es jetzt nicht mehr hilfreich sein?? Du könntest doch immer noch damit anfangen - der Zug ist doch noch
nicht abgefahren!!!

Kevin, wo liegt denn das eigentliche Problem??? Die Frage ist ernst gemeint!!

Ich würde mir so für dich wünschen, daß du wieder einen Anfang findest - nicht nächstes Jahr, nächsten Monat, sondern vllt
als Ziel: ich beginne am 03.04.2017 damit, vorher alles zurechtlegen, auch gedanklich, was du zur Unterstützung bräuchtest.

Liebe Grüße von Anna
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 30.03.17, 14:42

Liebe Anna,

danke für deinen Beitrag und er ist nett und hilfreich, so auf jeden Fall bei mir angekommen.

Ich freu mich ja ehrlich, wenn ich nette Briefe bekomme, weil viele Menschen sind leider nicht nett zu mir bzw. wie ich schon öfter geschrieben habe, bin ich ziemlich desillusioniert, was meinen Glauben an das Gute im Menschen betrifft.

Wäre ich oberflächlicher oder nicht so nachdenklich bzw. auch mitfühlend wäre ich vermutlich ein anderer Mensch. In letzter Zeit versuche ich das auch mehr, ich meine, nicht immer tiefsinnige Texte zu schreiben oder mit anderen zu sprechen, weil das ist auch anstrengend.

Wobei ich auch oft wirklich Druck habe, weil es eben einige Menschen gibt, die eben von mir immer etwas Besonderes erwarten, manchmal hab ich aber auch nicht die Kraft so in die Tiefe zu gehen, weil ich einfach müde bin.

Du hast sicher recht „Kevin, wo liegt denn das eigentliche Problem???“ – genau den gleichen Satz hat mein bester Freund und Arzt jahrelang zu mir gesagt, oder sagen wir er hat gesagt „Kevin“ – was ist dein Thema“ – aber kommt sinngemäß auf das Gleiche hin denk ich.

Ich finde es klasse, dass du das Video von Thich Nhat Hanh dir angesehen hast, weil da braucht man an nichts glauben, es ist wie ein Mantra – man kann es sich fast jeden Tag anhören und ich bin überzeugt, es erinnert einen auch immer wieder an das was wichtig ist.

Ich kann nichts verändern auf dieser Welt außer mich, das habe ich verstanden.

Dein Wort zum Sonntag ist gut und wahr, ich beziehe solche Dinge nicht auf mich außerdem ist es ja hilfreich.

Ich weiß nicht, was und ob es was Vorbestimmtes gibt, das wäre arrogant zu sagen.

Ich füge mich nicht und habe mich nie gefügt.

Vermutlich hast du recht, das habe ich ja auch bestätigt, hätte ich das geschafft, was andere seit Jahren machen wäre ich heute auch wo anders, hätte weniger Gift zu mir genommen und wäre auch gesünder, was kann ich dir da entgegnen?

Es wäre auch vermessen zu sagen, gerade von mir, dass es nicht großartig ist, was doch einige geschafft haben, weil ich habe es nicht geschafft, ich habe alles Mögliche Andere versucht, aber erfolglos.

Was ich schaffen werde oder kann weiß ich nicht, kalt absetzen geht nicht, Ersatzsubstanzen gehen nicht, also welche Alternativen gibt es? Eben langsam, wobei ob es möglich ist, weiß ich noch nicht, ist ja bei jedem anders.

Im Augenblick, also jetzt versuche ich stabil zu bleiben in zweifacher Hinsicht einerseits mit der Dosis und andererseits, dass ich „nur“ Diazepam nehme, weil ich ja früher immer mal auch Alprazolam einstreute und das hat mir nicht gut getan.

Ich setze mir keine Datumsangaben für etwas, wenn ich etwas möchte fange ich immer gleich an und das habe ich auch getan.

Und beim runterfahren habe ich ohnedies bemerkt, dass es nicht geht um 5 mg zu reduzieren, auch das war meine eigene Erfahrung, auch wenn sie zig andere schon vorher geschrieben habe, ich wollte sie selbst machen und habe gemerkt, geht nicht. Also muss es langsamer sein.

Wobei ich bleibe dabei kein Vorausdenken, ich kannte so viele Menschen, die so viele Pläne hatten, die nie real wurden, weil es anders kam. Am So. ist ein spiritueller Freund und Arbeitskollege von mir schwer verunglückt, er ist und war ein sehr achtsamer Mensch und hatte viele Pläne, jetzt ist er im Tiefschlaf und ich hoffe er wird gesund. Das ist kein Ablenken meiner Geschichte, ich schreibe nur, dass mich das berührt und auch berührt hat, wie die Reaktion anderer Menschen war.

Abschließend um nicht abzuschweifen, ich werde das genauso versuchen, wie es hier gemacht wird und dass diese Aussage nicht sehr glaubwürdig ist für die eine oder andere kann ich verstehen, aber nochmal es hat sich reduziert auf diese Strategie.

Danke für deine Zeit und dein Bemühen, ich werde berichten, möchte auch einen neuen Beitrag machen, weil der alte „Der Weg“ war irreführend, weil ich fand ja keinen.

Liebe Grüße Kevin
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2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 30.03.17, 15:33

Lieber Kevin :) ,
danke für deine Antwort u. ich bin froh, nicht falsch verstanden worden zu sein!
Kevin05 hat geschrieben:Wäre ich oberflächlicher oder nicht so nachdenklich bzw. auch mitfühlend wäre ich vermutlich ein anderer Mensch. In letzter Zeit versuche ich das auch mehr, ich meine, nicht immer tiefsinnige Texte zu schreiben oder mit anderen zu sprechen, weil das ist auch anstrengend.
Du mußt ja auch nicht deine Persönlichkeit verändern, das wäre auch nicht der richtige Weg, weil so bist du echt u.
unverfälscht, etwas vorzuspiegeln, was man nicht ist, ist erstens anstrengend und zweitens zieht man damit die
Menschen an, mit denen man eigentlich gar nichts anfangen kann.

Tiefsinnige Texte regen zum Nachdenken an - das ist auch nichts Verkehrtes - nur verlierst du dich manchmal in den
Betrachtungen u. damit das naheliegende Ziel, die Abhängigkeit zu durchbrechen u. endlich vom Medi loszukommen,
aus den Augen - ist mein Gefühl!
Kevin05 hat geschrieben:Wobei ich auch oft wirklich Druck habe, weil es eben einige Menschen gibt, die eben von mir immer etwas Besonderes erwarten, manchmal hab ich aber auch nicht die Kraft so in die Tiefe zu gehen, weil ich einfach müde bin.
Kevin, ich denke, hier kannst du ruhig egoistisch denken, du mußt nicht den Erwartungen anderer Menschen entsprechen u.
auch gar nicht immer in die Tiefe gehen.
Vllt denkst du auch nur, daß die Anderen Erwartungen haben und es ist gar nicht an dem. Es sind manchmal die
eigenen Gedanken, die einem so etwas zuflüstern.

Das wäre mir auch zu anstrengend - man muß auch einfach mal wie ein Kind albern sein können, sonst geht das Leichte
im Leben verloren. Wir lachen als Erwachsene z.B. viel, viel zu selten (was außerdem fürs Immunsystem gut wäre - aber
das ist ein anderes Thema).
Kevin05 hat geschrieben:Ich finde es klasse, dass du das Video von Thich Nhat Hanh dir angesehen hast, weil da braucht man an nichts glauben, es ist wie ein Mantra – man kann es sich fast jeden Tag anhören und ich bin überzeugt, es erinnert einen auch immer wieder an das was wichtig ist.
Ja, ich kannte ihn vorher nicht, aber er bestätigte Vieles, was ich vorher in Büchern gelesen hatte u. vor allem war es
beruhigend, natürlich der Inhalt der Sätze, aber auch seine Stimme hatte etwas Beruhigendes.
Das werde ich garantiert auch noch öfter laufen lassen, gerade wenn mir, durch die gelegentlichen Sehstörungen das Lesen
zu anstrengend ist.
Kevin05 hat geschrieben:Es wäre auch vermessen zu sagen, gerade von mir, dass es nicht großartig ist, was doch einige geschafft haben, weil ich habe es nicht geschafft, ich habe alles Mögliche Andere versucht, aber erfolglos.
Hallloooo Kevin, hinzufallen ist nicht schlimm - liegenbleiben schon eher!!!
Manchmal gehören einfach Umwege dazu, bis man einen für sich erfolgreichen Weg findet.
Kevin05 hat geschrieben:Was ich schaffen werde oder kann weiß ich nicht, kalt absetzen geht nicht, Ersatzsubstanzen gehen nicht, also welche Alternativen gibt es? Eben langsam, wobei ob es möglich ist, weiß ich noch nicht, ist ja bei jedem anders.
Das ist richtig, Kaltabsetzen ist nicht zu empfehlen, Ersatzsubstanzen auch nicht, aber eben die Alternative des wirklich
langsamen Absetzens, in deinem eigenen Tempo, so wie es für dich mit den wenigsten Symptomen verbunden ist - das
ist wirklich der einzige Weg, den ich mir vorstellen kann.
Kevin05 hat geschrieben:Im Augenblick, also jetzt versuche ich stabil zu bleiben in zweifacher Hinsicht einerseits mit der Dosis und andererseits, dass ich „nur“ Diazepam nehme, weil ich ja früher immer mal auch Alprazolam einstreute und das hat mir nicht gut getan.
Das ist doch schon ein Anfang - u. auch überhaupt nicht kleinzureden!
Kevin05 hat geschrieben:Und beim runterfahren habe ich ohnedies bemerkt, dass es nicht geht um 5 mg zu reduzieren, auch das war meine eigene Erfahrung, auch wenn sie zig andere schon vorher geschrieben habe, ich wollte sie selbst machen und habe gemerkt, geht nicht. Also muss es langsamer sein.
Ja genau, das meinte ich auch oben mit dem "eigenen Tempo" - langsam auf jeden Fall - aber wie langsam, mußt du selbst an
deinem Befinden abschätzen und dich auf keinen Fall selber runtermachen, weil Andere es eben schneller schaffen.
Wichtig ist, daß du mit der Dosis runterkommst u. dabei alltagstauglich bleibst - alles Andere interessiert überhaupt nicht!
Kevin05 hat geschrieben:Wobei ich bleibe dabei kein Vorausdenken, ich kannte so viele Menschen, die so viele Pläne hatten, die nie real wurden, weil es anders kam.
Pläne kann man schon machen, man sollte sie aber den Gegebenheiten anpassen können u. nicht als Dogma verstehen.
Träume zu haben, ist außerdem wichtig - was treibt uns sonst an (in einem guten Sinne - nicht als Leistung verstanden)!
Kevin05 hat geschrieben:Am So. ist ein spiritueller Freund und Arbeitskollege von mir schwer verunglückt, er ist und war ein sehr achtsamer Mensch und hatte viele Pläne, jetzt ist er im Tiefschlaf und ich hoffe er wird gesund. Das ist kein Ablenken meiner Geschichte, ich schreibe nur, dass mich das berührt und auch berührt hat, wie die Reaktion anderer Menschen war.
Das tut mir sehr leid - u. ich hoffe u. bete, daß er es übersteht - wer weiß, vllt helfen ihm im Unterbewußtsein sogar seine Träume,
um wieder gesund zu werden!
Kevin05 hat geschrieben:Abschließend um nicht abzuschweifen, ich werde das genauso versuchen, wie es hier gemacht wird und dass diese Aussage nicht sehr glaubwürdig ist für die eine oder andere kann ich verstehen, aber nochmal es hat sich reduziert auf diese Strategie
Das ist auch hier egal, was Andere denken - du bist jetzt angekommen u. nimmst es erneut in Angriff - das ist für dich das Wichtigste.
Kevin05 hat geschrieben:möchte auch einen neuen Beitrag machen, weil der alte „Der Weg“ war irreführend, weil ich fand ja keinen.
Finde ich eine gute Idee - ein neuer Anfang, was war - hat nicht mehr zu interessieren.
Dann auch bitte mit Signatur u. wenn du irgendwie Hilfe brauchst, dann schreibe einfach, auch wenn du dich einfach mal
hier ausheulen mußt, weil irgendein Problem aufgetaucht ist.
Mein eigener Thread verkommt auch hin und wieder zum Jammerthread, weil der Weg des Absetzens halt steinig ist.

Liebe Grüße von Anna
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 30.03.17, 23:16

Liebe Anna,

ich habe dich gut und richtig verstanden, wenn mich Menschen angreifen „spüre“ ich das oder wenn sie mir nicht gut gesinnt sind ebenso. Das ist bei dir sicher nicht der Fall.

Ich versuche kein anderer Mensch zu sein, das wäre wirklich falsch, ich bin nur manchmal erstaunt über das was andere mir so sagen, wie eben in der Arbeit, wo ich die Antwort bekam, dass jemand mit mir nicht so gerne spricht, weil er Angst hat mich nicht zu verstehen, oder anders ausgedrückt war die Botschaft eben, dass ich andere „normale“ Menschen überfordere und das war mir eher neu. Ich dachte es wären andere Gründe, warum mir viele Menschen ausweichen. Wobei ich damit nicht sagen will, dass ich über irgendjemanden stehe, wobei ich zugebe, so wie mich wenige verstehen, verstehe auch ich die anderen nicht.

Es gibt ein paar wenige die mich schätzen und mögen, aber die Meisten schrecke ich wohl ab.

Ich habe die Medikamente immer in meinen Gedanken, ich verleugne sie nicht und es ist schon eines meiner Hauptthemen für mich selbst, mit anderen spreche ich wenig darüber, weil ich denke, dass sie mir nicht helfen können und das ist auch meist so, also im realen Leben auf jeden Fall.

Doch andere erwarten sich schon was von mir, das sagen sie mir ja auch, abseits des Internets, noch mal das macht Druck für mich, weil ich bin nicht besser und nicht schlechter als andere, vielleicht anders ja, aber sind wir das nicht alle?

Der Vortrag, denn du meinst ist ja nicht von irgendjemanden sondern für mich einem der größten Lehrer der vergangenen Jahrzehnte, er hat Zig-Bestsellerbücher geschrieben und er spricht und schreibt wie ein Kind, ich kenne viele auch christlich geprägte Menschen, die ihn sehr mögen, er hat Martin Luther King noch zu einem Gespräch getroffen, er hat ein tolles Kloster in Südfrankreich vor Jahrzehnten gegründet Plumvillage. Und jetzt ist ein Film über sein Leben und seine Lehren „Walk with me“ https://www.youtube.com/watch?v=2bN4-nr ... C2mcowSeGW in den Kinos. Das zu leben von dem er spricht ist sicher ein hohes Ziel, aber es ist eines meiner Ziele.

Mein spiritueller Freund und Kollege, der im Tiefschlag liegt wird es schaffen hoffe ich und ich bin sicher, wenn er aufwacht wird er nicht eine Sekunde an seinem Gott zweifeln, er ist sehr christlich und hat mir oft gesagt, er hat keine Angst Gott beschützt ihn bzw. sein Leben hat er in Gottes Hand gelegt. Ich habe heute einen Ausdruck dafür gehört nämlich „Urvertrauen“ – er hat diese Eigenschaft mitbekommen. Ich denke jeder Mensch, der dieses Urvertrauen hat lebt ganz anders, auch angstfrei, das ist er immer gewesen.

Das Aufhören ist ein MUSS, ich habe auch Vertrauen, dass ich es schaffe, ja ich bin nicht die Geduld in Person, aber du hast die richtigen Worte geschrieben, ich muss mein Tempo finden, aber irgendwelche neuen Wunderwege werde auch nicht finden, ich suche auch nicht mehr danach. Wenn es mir gelingt, was anderen gelungen ist, dann werde ich zufrieden sein, jedes mg weniger ist für mich sicher gut und positiv, aber mir ist auch bewusst, wie langwierig dieses Projekt ist oder sein wird, und ich denke, ich bin einer der wenigen, die an das glaubt, dass ich das schaffen kann.

Im Augenblick wie gesagt bin ich sehr zufrieden stabil zu sein, weiter zu denken wäre nicht sinnvoll. Wünsche gibt es, aber ich möchte nicht sagen, dass irgendetwas sicher ist, es gibt keine Sicherheit, es gibt ein Bemühen für mich und das will ich auch ernst nehmen, wobei wenn man meine Geschichte kennt schwer zu glauben, also da tue ich mir fast selbst schwer das zu schreiben, weil wir werden an unseren Taten gemessen und da kann ich wenig vorweisen bis dato.

Alltagstauglich möchte ich bleiben, auch arbeitsfähig – da habe ich auch ein Kompliment bekommen von meinem Neurologen, der hat das in einem Gutachten jetzt geschrieben, dass es eine große Leistung war und ist von mir, das was ich geschafft habe, also das sehen nicht alle Menschen gleich, dass es nichts war.

Träume finde ich auch wichtig, aber wie gesagt, ich plane nichts. Ich möchte ein ethisches Leben führen, dann die Medikamente und weltlich gesehen eine liebe Partnerin, zu sagen, was das Schwerste davon ist kann ich nicht, weil vielleicht ist Letzt Erwähntes schwieriger wie die Medikamente, keine Ahnung, die Gesellschaft hat sich sehr verändert.

Mein Freund/Kollege ist sehr stark, ich habe keine Information, aber ich glaube, wenn jemand es schafft, dann er und wenn nicht, dann wäre ich sehr traurig. Ich kenne 100te von unseren Leuten und mag und schätze einige Wenige und genau einen davon erwischt es, viele Menschen sind mit ihm verbunden und werden helfen, meine Gedanken sind bei ihm und seinen Lieben.

Nun so „unkritisch“ und unvoreingenommen wie du mich siehst, das ist nett und wertschätzend.

Danke für das nette Willkommen, auch dir alles Gute bei deinem Ziel, liebe Grüße Kevin
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Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Katharina » Sonntag, 02.04.17, 1:01

Hallo lieber Kevin!

Ich hatte neulich so eilig auf Deine Frage geantwortet, in der Du fragtest wie es mit Störungen der Mundschleimhaut auf sich hatte, ich musste weg, deshalb so knapp.

Bei mir war nicht klar, weshalb plötzlich die Lippen anfingen zu schwellen, abends, immer abends, wie Schlauchboot- Lippen, dann begannen sie zu nässen und bildeten Blasen, Essen mit der Gabel war out.

Es begann während der Chemo Therapie artigen Leber Therapie und der Onkologe sagte, das hätten seine Chemotherapie Patienten ebenso.

Wie oben beschrieben ging das jahrelang, alle Creme und Salben,Heilerde etc wurden probiert, bis ich mich vor drei Jahren in einer Mundschleimhaut Sprechstunde beim Kieferchirurgen an meldete und diesmal bereit war, von der Lippenhaut eine Probe entnehmen zu lassen.
Klingt fürchterlich, ist es aber nicht.

Die erste Diagnose hieß aktinische Keratose, die Behandlung war unangenehm, die Lippen werden mehrfach vereist ( Kryiotherapie ), das heißt Mundschutz, schweigen, für mich nicht schlimm, rund um die Lippen ein RechtEck kleben mit Pflaster, sodass der Mund sich nicht aus Versehen,zb beim Gähnen zu weit öffnet und die heilenden Lippen wieder reissen.

Die Lippen bauen sich neu auf.

Und der Vorgang wieder holte sich, neues Verreisen diesmal tiefer etc.
Dann war eine Zeitlang Ruhe, bis die Lippen wieder kaputt gingen und diesmal der Mund enger wurde, nix wie hin eine neue Biobsie, innen , ein größerer Schnitt denn nun hatte ich kleine Beulen im Mund, weich.

Neue Diagnose Knőtchen- flechte oder lichen ruber planis .
Nicht schlimm und endlich behandelbar mit
Tacrolismussalbe 0,1% ( Protopic ).

Es sei eine ImmunStörung.
Nun sind sie heil, ich creme abends, die Salbe ist angenehm und hält auch innerhalb des Mundes.

Wehe aber es kommt Sonne an mein Gesicht, dann bricht das Ganze mit Einrissen - und das tut weh - der Mundwinkel, dann hält man die Klappe.

Seit der Hepatitis muss ich die Sonne meiden, außer Unterarme und Unterschenkel und trage Schutz Blusen und - Hosen.
Mein Immunsystem ist geschwächt und toleriert keine weitere Schwächung durch Sonne, Herpes kommt sofort, dass ist so.

Mein Organismus spürt im Süden wann ich draußen bin, und wann innerhalb Gebäuden, egal wieviel Kleidung ich über einander trage.

Es gibt viele Mundschleimhaut- Sprechstunden Zentren bei uns, ich denke wenn Du dauerhaft Probleme hast, solltest Du einmal fragen.

Mein Mund ist wieder dehnbarer - da habe ich es mit der Angst gekriegt - und Essen ist wieder einfacher.

Ich hoffe sehr, Du hast so etwas nicht.

Bei dem Medikament Escitalopram steht im Bepackzettel
Schwellungen der Mundschleimhaut.

Toi toi, wenigstens das nicht, okay :-))

Grüße
Katharina
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Kevin05
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 02.04.17, 14:55

Hallo Katharina,

danke für deine ausführlichen Beitrag zu dem Thema. Ich "denke" bei mir ist es eine Kombination aus Immunschwäche und den Medikamenten oder einfach alles zusammen.

Wenn ich sehr unter Druck stehe bzw. sehr großen psychischen Stress habe, dann verstärken sich die Symptome massiv. Ich denke nicht, dass ich das ausgeprägt habe wie du, aber es stört auch sehr bzw. vielleicht sind Teile davon wie bei dir, schwer zu sagen.

Mir hat mal jemand gesagt, "sie laufen seit ich sie kenne auf Hochtouren" und da sehe ich die Problematik, eben zur Ruhe zu kommen, wenn das mehr gelingen würde, würden sich vielleicht auch andere Probleme lösen, wobei diese Ruhe eine Natürliche sein müsste, nicht durch Medikamente erzwungen.

Wie gesagt, es gibt auf viele Dinge keine Antworten im Leben auch für normale Menschen, die nicht so vorbelastet sind wie ich oder auch andere hier im Forum, ich kann und werde wie gesagt versuchen mehr Ruhe reinzubringen, das tue ich schon lange und natürlich ein großer Teil auch die Medikamente, also für mich schon das Thema das deutlich besser zu regeln, mehr will ich dazu nicht schreiben, ich kann mir nur Mühe geben und das tue ich wirklich, danke nochmals für deinen wirklichen Kraftakt, ich denke, so viel zu schreiben über ein doch sehr medizinisches Thema ist schwer, alles Liebe und Gute Kevin
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Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Ein Vorbild für alle, der gibt nie auf

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 04.05.17, 20:16

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dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
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Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 20.05.17, 8:13

Hallo,

heute mal Hochdosisbereich inhaltlich, hoffentlich auch irgendwas Neues, da ja die Vergesslichkeit zunimmt leider.

Es sind aus meiner Sicht schon Wahrheiten, die ich hier schreibe, aber die niemand wirklich lesen möchte.

Ich habe vor ca. 3 Jahren noch geschafft tageweise mal nichts zu nehmen, das hat sich dramatisch verändert, der Körper reagiert sofort, also binnen 24 Stunden ohne Diazepam verstärken sich die Schmerzen, nach 48 Stunden wird es wirklich ungemütlich, Gelenke, Muskelansätze, Muskeln, Knochen, Lymphknoten, alles tut weh, auch dahingehend, dass sogar die Mobilität eingeschränkt wird. Der Schlaf bzw. die Psyche meldet sich scheinbar erst nach Tagen, dann würde es dort losgehen.

Also man ist wirklich erstaunt, weil man Muskeln spürt, wo man nicht mal wusste dass es welche gibt.

Ich mache diese Sachen eigentlich eher versuchsweise, wie denn der Körper reagiert mittlerweile, aber es ist beängstigend. Übrigens ein sehr langsames Absetzen garantiert aus meiner Sicht in keinster Weise, dass es am Ende gegen Null oder wenn man in den Niedrigdosisbereich kommt vielleicht ähnlich aussieht, weil dazu gibt es aktuell zumindest hier keine Erfahrungen. Ja, ich weiß in Englischsprachigen Foren schon, aber hier sind und waren ja auch einige Menschen.

Ich kannte ja jemanden, der mit mir vergleichbar war, also von der Problematik und ich hab mich immer gewundert, warum schafft der es mal echt 2-3 Wochen sich stabil an was zu halten und schwups auf einmal musste er wieder ziemlich hochgehen, was er jedes Mal bereute. Heute versteh ich das besser. Wie die Geschichte ausging weiß ich nicht, der Kontakt mit mir war leider nicht hilfreich für betroffene Person und ich habe das natürlich akzeptiert, wobei ganz feiner Mensch wirklich trotz Problemen.

Wobei ich übrigens nur eine Erklärung habe, warum so "wenig" Menschen Problemen haben mit dem Benzo absetzen, ganz einfach, weil kaum jemand es versucht, die meisten nehmen es solange es irgendwie geht, die kommen gar nicht auf die Idee aufzuhören oder denken sich spätestens nach einigen Versuchen, puh, das brauch ich nicht.

Was mich aber mehr betroffen macht sogar als meine Geschichte ist die, dass Betroffene, die kurz, also im Verhältnis kurz Benzos und ADs nahmen ebenso über Jahre ein sehr eingeschränktes Leben führen müssen. Das ist noch bedenklicher für mich, weil etwas 1-2 Jahre zu nehmen und dann über Jahre abzusetzen und trotzdem ein Leben voller Leid, wie kann das sein? Kann es zweifelsohne, es gibt ja genug Beispiele, aus meiner Sicht alles von Menschen, die viel richtig gemacht habe, die Intellekt haben und alles andere als schwach sind. Ich glaube kein Mensch, der in so eine Situation gekommen ist, rechnet damit, dass die Folgen so dramatisch sind, also dass es wirklich das Leben massiv beeinflusst.

Die größten Erfolge, die ich persönlich aus dem Hochdosisbereich kenne sind nicht Menschen, die einen Umstieg auf einen Ersatz geschafft haben, wobei kenne ich auch nicht wirklich, sondern es sind Menschen, die es geschafft haben verantwortungsvoll damit umzugehen im Sinne, dass sie sich im Niederdosisbereich stabilisiert haben. Jetzt kann man natürlich hinterfragen, ob das Erfolg ist, alles relativ für mich wäre es im Moment Erfolg, objektiv gesehen ist es das nicht, andere Beispiele kenne ich nicht und ich habe wahrlich mit vielen gesprochen, also nicht Ärzten sondern auch anderen Menschen.

Es kann sich jeder sein eigenes Bild machen, was er oder sie nun glaubt, es soll aber jeder bzw. jede, die glaubt den großen Umschwung zu schaffen, wie lange er oder sie das schon glaubt. Was nicht heißen muss, dass es unmöglich ist, weil wer bin ich, dass ich pauschal über die ganze Menschheit urteilen kann.

Psychopharmaka abzusetzen oder loszuwerden ist meiner Ansicht nach kein Erfolgsprojekt, die Erfolge gibt es, aber sie sind spärlich für die Anzahl derer die es versuchen und es wird schon seinen Grund haben wie eisern sich Medien von dem Thema fernhalten und jegliche Berichterstattung, die nur halbwegs objektiv ist unterdrücken, da hat man genau Null Chance auf das Thema aufmerksam zu machen, weil da sind Kräfte dahinter, die weitaus stärker sind als jedes Medium. Ja, vereinzelt gibt es Publikationen aber um die Betroffenen wirklich zu erreichen bzw. Menschen zu schützen, die noch keine Ahnung von den Konsequenzen haben müssten die Mainstreammedien drüber berichten und das werden sie nicht.

Das gilt übrigens für ja sehr viele Themen, ich möchte besser gar nicht wissen, welch dramatische Folgen für unsere Generation der Mobilfunk hat, die Handys, Smartphones usw. - auch das sind Themen die komplett niedergehalten werden, mich macht nur immer wieder skeptisch, dass sich die klügeren Ärzte die ich kenne alle fernhalten bzw. es so wenig wie möglich nutzen, also ich denke, die werden wissen warum, aber das nur so Nebenbei, ich will ja niemand die Freude an seinem Handy verderben, Kevin
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dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Katharina » Sonntag, 21.05.17, 17:05

Lieber Kevin!

Bei Handy,TV etc habe ich die Disziplin zur Wahl.

Bei diesen Sch....medis nicht.

Im Frühjahr war ich an meiner Grenze.
Jetzt reduziere ich nicht mehr, sondern erhalte, was ist und hoffe auf etwas seelische Stabilität.

Der Rest ist mir vollkommen egal.

In meinem Falle,Diazepam , kann ich nehmen und wieder vergessen, dass es im Schrank steht.
Wohl aber mit dem Wissen das ich weiß wie ich reagiere, ab wann die körperliche Abhängigkeit beginnt.
Und das ich reduzieren kann, hier oder und mit einem Suchtmitteltherapeuten.

Vielleicht auch nicht?

Ich habe es vor Zwei Monaten das letzte Mal benutzt um Schlimmes ab zuwenden mit Erfolg, seit dem seht es da wo es steht.

Was mich nervt ist, dass ich Dank der Tastatur auf dem Tablet ( ich kann schlecht sitzen ) ich fast nicht mehr handschriftlich lesbar schreiben kann und die Rechtschreibung geht innerhalb des Tablet verloren.
Auch das besinnt wichtig, eher eine persönliche Note.

Mir ist wichtig nicht wieder an gewisse Grenze zu geraten mit Gedanken, die ich nicht ausführe.
Ansonsten möchte ich gern etwas unbeschwerter, beschwingter Dasein, einfach Dasein.

Alles Liebe
Katharina
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 10.06.17, 16:59

Hallo,

die Betroffenen, die das Pech haben oder hatten auf gewisse Medikamente schlecht zu reagieren, die fallen leider durch alle Netze, sowohl des Gesundheitssystem, wobei die wollen ja keine gesunde Menschen, wie auch sonst, da es das Problem offiziell ja gar nicht gibt, das wird totgeschwiegen.

Mittlerweile sehen zumindest Menschen, die mit allen möglichen Süchten zu tun haben, die Medikamentensucht als einer der Schlimmsten, wenn nicht die Schlimmste und trotzdem passiert nichts, warum? Weil die meisten Betroffenen scheinbar nicht raus wollen aus der Sucht bzw. die die es versuchen merken rasch, dass das ziemlich schwer ist bzw. gar nicht geht.

Ich spreche hier nicht vom Forum sondern von meinen Beobachtungen im realen Leben. Da ist das Absetzen von Medikamenten nicht wirklich ein Thema. Ich merke das auch immer wieder bei Gesprächen mit Ärzten, die mir sagen, sie kennen eigentlich kaum Menschen wie mich und doch soll es 200.000 in Österreich geben, wohlbemerkt, das ist nur die Zahl der Benzodiazepinabhängigen.

Hätte ich nicht so viele gesundheitliche Probleme mittlerweile würde ich vielleicht auch dran denken, es gar nicht versuchen abzusetzen, aber wie gesagt, ich gehe davon aus, dass es zwischen der Langzeiteinnahme und der zusammenbrechenden Gesundheit durchaus Zusammenhänge gibt, daher ist bei mir Handlungsbedarf da, andere nehmen es 30 Jahre und länger und bei denen funktioniert es ohne Probleme zumindest bekomme ich das immer mal kommuniziert.

Wie gesagt, ich verstehe mittlerweile warum das Thema auch kein Öffentliches ist, weil es zu wenig Menschen gibt, die damit solche Probleme haben, dass sie aufhören wollen oder müssen. Auch in meiner Apotheke bestätigen die mir, dass sie hohe Umsatzzahlen haben, aber eigentlich niemanden der nach einer Ausstiegslösung sucht.

Daher glaub ich zwar, dass das Forum eben einige Betroffenen hat, die aufhören wollen, aber wie viele sind es? In Österreich nehmen bei 8 Millionen Einwohner 1 Mio. PP. Deutschland hat glaub ich fast 80 Mio. Einwohner, gehe ich jetzt davon aus müssten rund 10 Mio. Deutsche was nehmen, ob das so ist weiß ich nicht.

Ich kann nur sagen, es gibt keine wirkliche Hilfe, man muss individuell versuchen, ich halte mittlerweile sämtliche Therapieangebote, die es ja nicht wirklich gibt für umsonst.

Was ich aber schon sagen kann ist, dass die Symptome der Betroffenen grad im Benzodiazepinbereich wirklich eine deutliche Sprache sprechen, weil sie ähneln sich in fast allen Fällen, wobei einige davon ja auch Asthon beschrieben hat.

Die offiziellen Statistiken oder wenn man mit Menschen spricht, die im Bereich Sucht arbeiten sind nicht sehr ermutigend. Egal um welche Sucht es sich handelt. Also ich kann den Optimismus der hier kommuniziert wird nicht nachvollziehen, weil die Wahrheit sieht anders aus und das ist nicht meine Wahrheit. Die einzige Hoffnung ist die Individualität der Menschen, dass es da einige gibt, die halt da trotzdem rauskommen, die aber sicher keine Zeit mehr sich mit dem Thema danach beschäftigen, weil es für sie einfach normal ist, dass sie da rausgekommen sind, das wird wohl auch der Grund sein, dass so wenig Positivbeispiele bekannt sind, also mir auch bekannt, in den US-Foren oder wo auch immer gibt es ja Unmengen an Menschen, die berichten, wie erfolgreich sie sind, der einzige Haken, das Internet ist eine künstliche Welt, wie unsere sogenannte Realität, was ich damit sagen will, ich glaube nur was ich sehe, Kevin
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ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Jamie » Samstag, 10.06.17, 17:19

Hallo kevin :),

ich picke mir nur Aspekte heraus, hoffe das ist ok so (?) :)
Weil die meisten Betroffenen scheinbar nicht raus wollen aus der Sucht bzw. die die es versuchen merken rasch, dass das ziemlich schwer ist bzw. gar nicht geht.
Jain. Ein Teil denkt sicher, er hätte gar kein Problem mit Sucht bzw. gesteht es sich nicht ein.
Der andere Teil scheitert an den massiven Problemen, die ein Entzug mit sich bringt.
Nicht vergessen darf man aber auch diejenigen, die sich im Prinzip einen "Totalausfall" leisten müssten und "wollten", so wie ich es getan habe.
Ich hatte Glück und muss keine Familie ernähren; nur mich selbst - wie Menschen das machen sollen, die zB eh schon wenig zum Leben haben und denen dann noch das Einkommen wegfällt, weil sie langzeitkrankgeschrieben bzw. gekündigt werden bzw. eine magere EM-Rente bekommen (respektive das Äquivalent dazu in Österreich) oder die auch Kinder großziehen müssen oder Eltern pflegen müssen oder... das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Es sind teilweise auch sozioökonomische Gründe, die einen Entzug fast verunmöglichen.

Hier habe ich gestern auch noch mal etwas dazu geschrieben:
http://psychopharmaka-absetzen.de/austa ... 64#p195151
Hätte ich nicht so viele gesundheitliche Probleme mittlerweile würde ich vielleicht auch dran denken, es gar nicht versuchen abzusetzen, aber wie gesagt, ich gehe davon aus, dass es zwischen der Langzeiteinnahme und der zusammenbrechenden Gesundheit durchaus Zusammenhänge gibt, daher ist bei mir Handlungsbedarf da, andere nehmen es 30 Jahre und länger und bei denen funktioniert es ohne Probleme zumindest bekomme ich das immer mal kommuniziert.
Meine Mutter, seit über 30 Jahren abhängig (Niedrigdosis) von Alprazolam, hat das jahrelang sich behauptet. Sie verträgt es gut bla bla, es würde doch nix machen bla bla.
Sie ist jetzt 60 und hat mittlerweile krasse Aussetzer; davon habe ich auch schon mal in einem anderen Thread berichtet.
Neulich, und das ist neu, thematisierte sie, dass sie massive Gedächtnisprobleme hat; so schwer, dass sie jetzt im Juli zum Psychiater will und einen Demenztest machen will. Sie machte alles Mögliche dafür verantwortlich: Überlastung, Stress, Alter...
Von mir angesprochen, dass das die Spätfolge der Benzos sein können (sehr wahrscheinlich), war sie einfach nur konsterniert.
Weder ist sie auf diese (sehe naheliegende) Idee gekommen, dass es damit zusammenhängen kann, noch hat sie in all den Jahren ein Problembewusstsein dafür entwickelt, wie risikobehaftet Benzodiazepine sind; und das, obwohl sie mein Schicksal kennt und ich sie seit Jahren darauf hinweise.
Das ist auch meines Erachtens massive Verdrängung. Es nicht wahrhaben wollen ("die guten Tabletten... das kann doch nicht sein").

Dass andere (aktuell) keine Probleme haben, mag sein. Dass sie sie aber noch bekommen werden, halte ich für sehr realistisch.
Oder aber sie können gar nicht zuordnen, dass bestimmte gesundheitliche Störungen mit ihrem Konsum zusammenhängen, wie auch meine Mutter.

Ich wünsche dir alles Liebe :)

PS. In der Rubrik "Erfahrungsberichte" habe ich ein Update meiner Situation mit dem krankenhaus gegeben, wenn du reinlesen magst

Pass auf dich auf :hug:
Jamie
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