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Liebe ADFDler,

aktuell ist im Forum viel los. Das Team steht gern unterstützend zur Seite, die Teammitglieder können aber derzeit aufgrund der wachsenden Teilnehmerzahl, persönlicher Abwesenheit oder individueller Konstitution oft nicht mehr zeitnah oder sehr ausführlich antworten.

Daher freuen wir uns über alle, die im Sinne der Selbsthilfe andere unterstützen, ihre persönlichen Erfahrungen einbringen und/oder wichtige Infothreads an neue Teilnehmer verlinken.Ein Schwerpunkt des Forums ist die gegeseitige Unterstützung und Begleitung, dazu kann jeder seinen Teil beitragen!

Infothreads:
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

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Viele Grüße vom Team

Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
LinLina
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Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Beitragvon LinLina » Donnerstag, 09.03.17, 14:24

Neu hier?

Du möchtest ein Benzodiazepin oder Z-Drug (Zolpidem, Zopiclon) absetzen?
Du hast bereits abgesetzt und leidest unter Entzug oder Symptomen, die du nicht einordnen kannst?
Hier findest du die wichtigsten Links. Bitte sorgfältig die jeweiligen Threads durchlesen, viele Fragen werden im Anschluss an den Hauptbeitrag beantwortet.



Noch unsicher ob du absetzen möchtest bzw. hier richtig bist?

Hier findest du Informationen darüber, Was dieses Forum ist und was es nicht ist. In den Hintergrundinformationen findest du viele kritische Infos zu Psychopharmaka im allgemeinen. Wir empfehlen, den Benzodiazepin-Entzug langsam und möglichst ohne Ersatzsubstanzen durchzuführen um nicht die alte Abhängigkeit gegen eine neue einzutauschen.

Wir haben keine Erfahrung und geben keine Tipps zum Beikonsum von illegalen Substanzen. Wir raten unbedingt davon ab, andere problematische Substanzen (inklusive Alkohol) einzusetzen um den Entzug durchzuführen.



Warnhinweis

Benzodiazepine und Z-Drugs sollten nach längerer Einnahme (meist mehr als 3-4 Wochen, eine Abhängigkeit kann aber manchmal schon nach 1-2 Wochen täglicher Einnahme entstehen) möglichst niemals abrupt oder sehr schnell abgesetzt werden (Ausnahme: Lebensbedrohliche Nebenwirkungen). Ein solcher Kaltentzug kann zu sehr schweren und lang anhaltenden Symptomen führen bis hin zu Krampfanfällen bei höheren Dosierungen und zu Suizidalität.



Erste Hilfe

Die wichtigsten Fragen zum Absetzen und zum Entzug werden recht ausführlich in unserer FAQ Benzodiazepine absetzen beantwortet.

Wenn du ein Benzodiazepin mit kurzer Halbwertszeit nimmst (z.b. Alprazolam, Lorazepam) und auch bei kleinen Reduktionsschritten starke Symptome verspürst kann es sinnvoll sein, zunächst schrittweise auf ein länger wirksames Benzodiazepin (meist Diazepam) umzustellen.

Umfangreiche Informationen zum Benzodiazepin-Entzug und zur Umstellung auf Diazepam findest du im Ashton-Manual

Auch in den Hilfen zum Absetzen von Benzodiazepinen gibt es wichtige Hinweise.

Oft geben wir nach einem zu schnellen Absetzen und deutlichen Entzugssymptomen die Empfehlung zur Wiedereindosierung einer kleinen Menge, Informationen dazu findest du ebenfalls in den FAQ.

Du bist unsicher, ob deine Symptome vom Absetzen kommen oder es deine Grundproblematik ist? Dann lies dir den Beitrag Absetzsymptome oder Grunderkrankung durch.
Sehr hilfreich zur Einordnung der Symptome ist auch unsere ausführliche Liste der möglichen Absetzsymptome.

Obwohl inzwischen bekannt ist, dass Benzodiazepine eine schwere Abhängigkeit hervorrufen können, sind Ärzte sind in den meisten Fällen beim Absetzen wenig hilfreich. Sie unterschätzen oft die Auswirkungen des Absetzens und empfehlen aus Unwissenheit eine zu schnelle, stationäre Dosisreduktion und Zusatzmedikamente.

Es ist oft nicht leicht, einen Arzt zu finden, der ausreichend lange das Benzodiazepin verschreibt und einen langsamen, ambulanten Entzug unterstützt. Es kann hilfreich sein das Absetzen genau zu dokumentieren um die eigene Entschlossenheit zu beweisen.

Benzodiazepine können neben körperlicher auch eine starke psychische Abhängigkeit auslösen. Um dennoch einen kontrollierten, langsamen Entzug durchführen zu können ist es in diesem Fall meist notwendig, therapeutische Unterstützung und/oder Selbsthilfegruppen für den Umgang mit Suchtdruck aufzusuchen.

Damit andere Mitglieder deine Fragen zu deinem persönlichen Verlauf beantworten können, ist es sehr wichtig, dass du eine möglichst übersichtliche Signatur anlegst.



Weitere Infos zum Absetzen und zum Entzug

Zunächst einmal ist es wichtig langsam aber konsequent vorzugehen wenn du Absetzen möchtest. Wir empfehlen als Richtlinie nicht mehr als 10 % von der letzten Dosis alle 2-4 Wochen zu reduzieren wobei der nächste Schritt erst gemacht werden sollte wenn die meisten Symptome abgeklungen sind.

Aber in der Realität setzen die meisten Mitglieder mit ihrer eigenen, manchmal noch langsameren Geschwindigkeit ab, die der Körper vorgibt. Wobei es vor allem wichtig ist, dass du klein anfängst und auf deinen Körper hörst.

Die wichtigsten 3 Grundregeln: Halte es einfach, langsam und stabil.

Warum es so wichtig ist, langsam und schonend abzusetzen und was eigentlich passiert in deinem Körper während der Einnahme und des Entzugs wird auch hier erklärt: Was passiert bei der AD-Einnahme und beim Entzug? (das Grundprinzip gilt für alle Psychopharmaka).

Im Entzug können häufig ein Gereiztes Nervensystem, sogenannte Neuroemotionen und starke Reaktionen auf bestimmte Trigger/Symptomverstärker auftreten.

Im unteren Dosisbereich ist nicht selten ein noch langsameres Absetzen erforderlich.

Aber auch wenn dein Absetzprozess etwas länger dauern sollte als zunächst geplant, bleibe zuversichtlich, denn Entzugssymptome sind Symptome der Heilung.

Da es oft schwer ist, anderen zu erklären was mit uns während des Entzugs los ist, findest du hier noch einen Text für Angehörige/Freunde zum Verständnis des Entzugs.



Praktische Hinweise und Tipps zum Absetzen

Um kleine Schritte beim Absetzen zu machen, braucht man die Möglichkeit auch kleine Dosierungen abzumessen. Je nach dem welches Medikament du absetzt können die folgenden Methoden erfolgreich angewendet werden:

Bei der Apothekenumschau kann man den Wirkstoff eingeben und schauen, ob es das Präparat auch als Lösung gibt. Damit kann Tropfenweise in kleinen Schritten dosiert werden.

Für Tabletten und Lösungen (Achtung, meist nicht für Diazepam geeignet): Wasserlösemethode

Für Tabletten: Tipps für gute Feinwaage

Wenn man einen kooperativen Arzt hat, ist die Exakte Dosierung dank Apotheke eine Möglichkeit sich passende Dosierungen herstellen zu lassen.



Gesundheitliche Probleme

Im Forumsbereich Gesundheit findest du zu vielen gesundheitlichen Fragen Austausch und Hilfe.



Erfolgsgeschichten

Berichte anderer Betroffener, die Benzodiazepine erfolgreich abgesetzt haben, können Mut machen und in schwierigen Zeiten helfen nicht die Hoffnung zu verlieren.



Wenn du Informationen und Austausch zu weiteren Themen suchst, verwende bitte auch die Suchfunktion rechts oben auf der Seite um entsprechende Threads anderer Mitglieder zu finden. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist das wichtigste in einem Selbsthilfeforum. Sich gegenseitig Mut zuzusprechen kann während des Absetzprozesses sehr hilfreich sein und viel Kraft geben.

Alles Gute und viel Erfolg :fly:

Das ADFD-Team :group:

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