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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Anna61
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Montag, 31.07.17, 18:17

Liebe Jamie,

Hab' Dank für Deine Antwort.
er meinte, er hätte schon Patienten/Innen gehabt die dann von beidem abhängig wurden.
Ich solle das Originalbenzo ausschleichen.

Unter mir geht's nicht gut meinte ich, dass ich Angst habe Arztpraxen abzuklappern, wie auch der Gedanke, dass ich einen Arzt finden muss, der mir das auch lange rezeptiert.

Siehst Du eine Chance, dass ich das Tavor ohne Substitution durch Diazepam absetzen kann, z.B. mit der Feinwaage oder Wasserlösmethode. Es gibt ja auch die 0,5 mg Tabletten beim Tavor.

Liebe Grüße
Anna
2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

Jamie
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Jamie » Montag, 31.07.17, 18:25

Hallo Anna, :)

ja ich sehe Chancen. Es gelingt ab und an, dass Menschen Lorazepam an sich absetzen können, ohne zu substituieren. Unser Team-Mitglied LinLina hat das geschafft, aber leicht war es nicht.
Man kann Tavor mit der Lösemethode auflösen, das ist gar kein Problem.
Das Problem ist der Entzug, den es auslöst. Er ist stärker als bei Benzos mit langer HWZ, weil es nur so kurz wirkt und damit die Betroffenen permanent in kleine Mini-Entzüge schickt.
Du kannst versuchen alle 2-4 Wochen 10% abzudosieren und zu schauen, wie weit du kommst.

Gleichzeitig musst du aber ganz viel in die Wege leiten, um irgendwie halbwegs schadfrei durch diese anstrengende Zeit zu kommen.
Viele Ruhepausen, Entspannungsmethoden lernen, Techniken antrainieren, was man tun kann, wenn man z.B. eine Panikattacke bekommt, Hilfe zB. in Selbsthilfegruppen (Narcotics Anonymous) suchen, dich evtl. mit pflanzlichen beruhigenden Präparaten unterstützen usw.

Viele Grüße
Jamie
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


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Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Montag, 31.07.17, 19:32

Liebe Jamie,

Danke, Du hast mir jetzt richtig Mut gemacht !!!

Ich möchte mich auch bedanken bei Mitgliedern, ich weiß leider EDV-technisch nicht wie ich an die Funktion diesbezüglich komme. Kann mir jemand helfen ?

10 Prozent wären bei meiner Dosis von ( 2 mg ) 0,2 mg. Es gibt ja auch die 0,5 mg Tavor, die könnte ich ja dann teilen, ich meine, dass ich meine Nachmittags-Dosis durch 2 x 0,5 ersetze und eine dieser 0,5 Tabletten teile.

Jamie, ich arbeite schon sehr lange nicht mehr, das mit den Ruhepausen dürfte hinhauen.
Entspannungsmethoden zu erlernen dürfte auch klappen und Selbsthilfe-Gruppen auch. Vielleicht kann ich einen Therapeuten finden der mich während dieser Zeit begleitet.

Ich kann bei Euch im Forum schreiben, das ist eine Riesen-Erleichterung für mich !!!

Ich hatte 2014 auf der Entgiftungsstation eine sehr sympathische Suchttherapeutin kennengelernt. Sie hätte mich auch nach dem Klinikaufenthalt weiter betreut, allerdings nur privat zu einem hohen Privathonorar. Das kann ich mir nicht leisten. Ich könnte sie aber anrufen und fragen, ob sie einen Therapeuten mit Kassenzulassung kennt.

Ich merke gerade, wie ich das so schreibe, dass ich unbedingt während des Absetzens jmd. brauche der mich begleitet.
Narcotic anonymous gibt es in meiner Stadt auch, hab gerade gegoogelt.


Danke, Du hast mir sehr viel Mut gemacht, ich sehe alles wieder viel positiver und zuversichtlicher.

Liebe Grüße

Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
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2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Ululu 69 » Dienstag, 01.08.17, 9:52

Hallo Anna,

Bezüglich deiner Frage zum Bedanken brauchst du einfach nur in dem entsprechenden Post oben rechts das Kästchen mit dem "Daumen hoch" Symbol anklicken.

Liebe Grüße
Ute
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Guennie » Dienstag, 01.08.17, 22:10

Hallo Anna,
Ich habe einen Kalt-Entzug von Tavor hinter mir, dass ist schon zehn jahre her und war in einer reinen Entzugsklinik, da wurde ich die ersten drei Tage in eine art Dämmerschlaf gesetzt - ähnlich wie künstliches Koma, um die ersten und größten Entzugserscheinungen nicht zu merken - es folgten 3 Monate Klinikhölle, obwohl wir jeden Tag an der freien Natur waren und jeden Tag auch Sonntags, ein Gang von etwa 8 bis 10 km gemacht haben. Das einzig gute war, ich war nicht alleine, sonst war aber der Entzug die Hölle.
Nun (10 jahre später) entziehe ich (zweiter Versuch) Bromazepam (auch ein Benzo) nach der Methode hier im Forum und das geht viel besser.
Klar ist ein Entzug nie ein Zuckerschlecken und es gibt immer scheiß Tage, aber es geht viel besser.
Dahr mach bloß ganz langsam, den mein Tavor Entzug hat zwei Jahre gedauert bis sich mein ZN wieder beruhigt hatte.
Warum, das weiß ich auch erst seit dem ich hier im Forum bin, habe viel gelernt in der kurzen Zeit,
und auch viele Fehler gemacht, trotz Forum.
Pass auf dich auf und viel viel Glück beim Entziehen,
verfluchen werde ich die Benzos nicht, sie wirken und haben ja auch einen Grund gehabt, für kurze Zeit sind die Super nur halt nicht für immer.
Das Tavor damals hat mich nicht geholfen, aber ohne das Bromazepam (Zaubermittel) wäre ich mit den Suizitgedanken nicht fertig geworden, die jetzt ganz verschwunden sind.
Anna ich wünsche dir durchhaltevermögen, nach jeden tag kommt ein neuer Tag, ich bin auch gerade 50 und wenn ich mal drei Tage nichts mache, dann ist das eben so, und ich bin nicht auf Rente, habe eine eigene kleine Tischlerei, die meine Frau mit meinen drei Leuten gerade überwiegen alleine weiter führt, dann ist das ebend so... suizid ist schlimmer
Gruß
Günter
wenn dir mal die Decke auf den Kopf fällt und du dich nur austauschen wills, gerne auch über private nachrichten, schreib einfach los
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2004 schweren Depressionen mit stationärer Psychiatrie
medis: Lorazepam (Tavor) verschiedene ADs und Schlafmittel -
2004 - Lorazepam (Tavor) kalter Entzug in Entzugsklinik Köln (Hammer)
2005 - 2010 Cymbalta (Duloxetin) 60 mg
2010 - November 2016 Cymbalta (Duloxetin) 30 mg
Mai 2016 - Herzinfakt mit 49 Jahren - Herzmedis mit Blutverdünner, Beta Blocker (2 Stands)
September 2016 Heilfasten für 10 Tage ohne medis (scheiß Idee)
September 2016 glaube Cymbalta greift nicht mehr, darum Opipramol einschleichen wegen Schlaf (Hausarzt)
November 2016 Cymbalta (Duloxetin) 30 mg morgens und Opipramol 50-50-100
2016 mein Neurologe so Krank dass er auf Rente geht. Einen neuen zu finden wird nicht ganz einfach, daher erst einmal zusammen mit Hausarzt und Internet
Dezember 2016 - Cymbalta (Duloxetin) in 4 Wochen ausgeschlichen (30 mg in 30 Tagen) um etwas anderes zu probieren ( 5 Htp, dazu muß aber Cymbalta einige Zeit aus dem Körper sein wegen Gefahr eines Serotoninsyndroms)
Januar 2017 - nur Herz medis - denke es geht langsam wieder Berg auf und will schon im Februar 2017 mit 5 Htp anfangen, dazu kommt es aber nicht mehr (alles nur mit Hausarzt und Internet, ohne Neurologe oder Psychiater)
Februar 2017 - Zusammenbruch wahrscheinlich durch Ansetzsyntome wie innerer Unruhe, panische Angst, Konzentrationsschwäche, Zittern, kalter Schweiß auf Kopf und Nacken, Schlafprobleme Verdauungsstörungen (bin aber zu Hause)
08.02.2017: wegen vermutlicher starker Absetzsyntome morgens wieder 30 mg Cymbalta und Opripamol 50 mg-50 mg -100 mg
09.02.2017: Morgens 30 mg Cymbalta - (nach Austausch im Forum geändert)
Anmeldung auf Forum adfd :-)
dadurch abends Opripramol neu auf 25 mg
11.02.2017 Cymbalta neu auf 7,5 mg am 15.02.2017 Cymbalta neu auf 15 mg
16.02.2017 Cymbalta (Duloxetin) 30 mg morgens
16.02.2017 Opipramol 25 mg/25 mg/100 mg
16.02.2017 Zolpidem 10 mg nachts
06.03.2017 Zolpidem auf 5 mg um es abzusetzen
07.03.2017 Zolpidem nachts um 4.Uhr wieder auf 10 mg (heftige Entzugserscheinungen)
08.03.2017 mit Wassermethode Zolpidem runerdosieren nach Rat Forum jeden Tag 0,5 mg
10.03.2017 nichts ging mehr Hausarzt mit Bromozepan 3mg/6mg angefangen dafür Opripramol/Zolpidem abgesetzt
11.03.2017 soll lt. Hausarzt 3mg/3mg/6mg Bromozepan und 30 mg Cymbalta
14.03.2017 - 0mg/0mg/6mg Bromozepan abends und 30 mg Cymbalta morgens
16.03.2017 - nach Besuch beim Psychiater Cymbalta auf 60 mg - 6mg Bromozepan
22.03.2017 die 6 mg Bromazepan jeden Tag um 0,6 mg runterzudosieren,
31.03.2017 - Bromezapan auf 0 mg (Zolpidem auf 0 und Opipramol auf 0)
09.04.2017 wegen unerträglicher Unruhe nachts um 0.30 Uhr 3 mg Bromezapan
10.04.0217 Bromezapan 3/3/6 mg
seit 11.04.2017 wieder Bromazepan abends 22 Uhr 6 mg - tagsüber kein Bromazepan
seit 21.05.2017 wieder am Runterdosieren auf abends 22 Uhr 5 mg
am 28.05.2017 runterdosiert auf 4 mg
am 04.06.2017 runterdosiert auf 3 mg
am 17.06.2017 runterdosiert auf 2 mg
am 29.06.2017 runterdosiert auf 1 mg
am 19.07.2017 dosiert auf 2x 0,7 mg = 1,4 mg
am 20.07.2017 dosiert auf 2x 0,5 mg = 1,0 mg
am 28.07.2017 dosiert auf 2x 0,37 mg = 0,74 mg
Diabetis Typ 2 festgestellt am 3.08.2017
am 05.08.2017 dosiert auf 2x 0,25 mg = 0,50 mg
am 14.08.2017 dosiert auf 1x 0,25 mg abends
am 21.08.2ß17 einmalig 2x 1,5 mg (Rückschlag)
am 22.08.2017 wieder auf 1x 0,5 mg Bromazepam
seit 27.08.2017 auf 0,0 mg Bromazepam

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 02.08.17, 10:10

Hallo Guenni,

Hab Dank für Deine Antwort. Deine Schilderung des Benzo-Entzugs erinnert mich an meinen Entzug auf einer Suchtstation, nur dass ich nicht in eine Art Dämmerschlaf versetzt wurde.
Ich habe abgebrochen, es war die Hölle, aber Du kennst das ja.
Ja, wie dem auch sei, Fakt ist, dass ich immer noch auf meinen 2 mg Tavor festhänge. Heute, am frühen Morgen, ging es mir furchtbar schlecht, Herzrasen, zittrig, wacklige Beine. Um 7:00 habe ich dann 1 mg Tavor genommen, ich habe einen Hund zu versorgen, dann war's okay und ich konnte zumindest eine ausgiebige Morgenrunde machen.
Meine Mittagsdosis nehme ich um 16:00 Uhr, so komme ich einigermaßen über den Tag und Abend.
Ich denke, dass das heute morgen keine Panikattacke war sondern Entzug.
Jamie, Petra und Katharina haben recht, das Lorazepam hat eine zu kurze Halbwertszeit.
Im Moment, und so wie ich meinen Zustand am frühen Morgen erlebte, habe ich große Zweifel, ob ich den Tavor-Entzug ohne Substitution schaffen kann.
Ich bin in so einem Gefühlchaos, manchmal meine ich, dass ich es schaffen kann, und dann wieder wenn ich denke wie das heute früh war, denke ich, das schaffst Du nie. Zudem habe ich das Problem, dass mein Arzt eine Substitution mit Diazepam für nicht gut hält.
Ich müsste also Ärzte abklappern und dann vor allem auch einen finden der mir das Diazepam langfristig verschreibt.
Sorry, dass ich so negativ schreibe, aber heute ist irgendwie ein rabenschwarzer Tag an dem ich das Gefühl habe ich schaffe es nie aus diesem Dilemma raus zu kommen.
Ich freue mich, dass Dein zweiter Entzug mit Hilfe des Forums viel besser geht. Ich bin auch so froh und dankbar, dass ich hier sein kann.
Pass Du auch auf Dich auf, Du schaffst das.
Du kannst Dich auch bei mir melden wann immer Du magst.
Grüße von Anna
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2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 02.08.17, 10:39

Liebe Anna :-)

Erstmal einen Drücker :hug: in so heftigen Entzug zu fallen ist wirklich schwer.

Wie Jamie :-) schon schrieb, ich habe Lorazepam ohne Substitution abgesetzt und hatte auch mit starken Mini-Entzügen zu kämpfen. Ich würde dir empfehlen, zu versuchen deine Dosis mehr über den Tag zu verteilen, vielleicht kommst du mit 4 mal 0,5 mg besser klar als mit 2 mal 1 mg?

Der Effekt ist dann wahrscheinlich dass du dich zwar nie so gut fühlst, wie nach der Einnahme von 1 mg aber eben auch nicht mehr so heftige Tiefs mit starkem Entzug hast.

Bevor du substituierst, würde ich das zumindest versuchen ob du auf diesem Wege erstmal langsam weiter runter kommst.

Mit 2 Einnahmezeiten bin ich mit dem Lorazepam überhaupt nicht zurecht gekommen, ich brauchte mindestens 3 Einnahmezeitpunkte um halbwegs über den Tag zu kommen und absetzen zu können, aber das ist individuell unterschiedlich.

Liebe Grüße
Lina
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Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.12.2017: 0.25 mg Mirtazapin

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: / Mein Thread
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 02.08.17, 11:39

Liebe Lina,

Danke für Deine Antwort und Deinen Drücker. Ich habe mich so darüber gefreut, dass mir grad die Tränen gekommen sind, sorry.

Deine Empfehlung, die Dosis mehr über den Tag zu verteilen ist für mich absolut plausibel, zumal ich merke, dass ich ab ca. 14:00 Uhr auch schon in so einen Mini-Entzug rutsche.
Ich werde das heute mit meiner Mittagdosis probieren umzusetzen: ich nehme um 13:00 Uhr 0,5 mg und um 18:00 Uhr 0,5 mg und schaue, wie ich das hin bekomme.

Wenn ich mich nicht so gut fühle, wie nach Einnahme von 1 mg, (das wird definitiv so sein), damit komme ich klar.

Das Wichtigste für mich ist, dass ich nicht mehr in einen so furchtbaren Zustand wie heute am frühen Morgen gerate.
Ich glaube, ich mache mir unbewußt auch Druck und Sorge wegen der Substitution, da ich im Moment gar nicht die Kraft habe einen Arzt zu suchen der mir das Diazepam rezeptiert.
Liebe Grüße
Anna
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2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 02.08.17, 12:48

Liebe Anna :-)

ich weiß wie einsam und furchtbar man sich fühlen kann, wenn man dem Entzug ausgesetzt ist und keiner im wirklichen Leben effektiv helfen kann bzw. hilft :hug: aber viele haben es schon geschafft das durchzustehen, du schaffst das auch, und auch wenn es sich noch nicht greifbar anfühlt. wenn du es geschafft hast wird es dir nach einer Weile nach und nach wieder besser gehen. Nur so lange, bis es soweit ist, muss man sich oft täglich oder stündlich wie durch ein tiefes Dickicht kämpfen, obwohl man eigentlich keine Kraft hat, und ohne ein Ende zu fühlen, das ist einfach extrem schwer :hug:

Versuch doch vielleicht mal, die Einnahmezeitpunkte wirklich exakt über den Tag zu verteilen.

24 Stunden verteilt auf vier Einnahmen, das wären alle 6 Stunden 0,5 mg. Wenn du über Nacht länger schläfst, ist es nicht schlimm wenn es auch mal 7- 8 Stunden abstand sind, aber ich würde es tendenziell so versuchen.

Ich war bei meinem Entzugsbeginn in einer Klinik, und bekam das Tavor immer nur für den Tag ausgehändigt. Ich stand immer schon spätestens um punkt 7 morgens vor dem Schwesternzimmer, weil ich schon wieder total entzügig war :? und keiner hat mir geglaubt oder konnte das verstehen, aber wenn man eine schnelle toleranzentwicklung hat passiert das eben, dafür kann man gar nichts.

Für mich war es eben ganz wichtig, diese Regelmäßigen Einnahmen, um überhaupt abdosieren zu können und ich wurde nur komisch angekuckt weil ich so ungeduldig auf die Tabletten gewartet habe und manchmal haben sie mich einfach ignoriert, bis sie lust hatten die Morgenausgabe zu machen - das war aber nicht das psychische Verlangen, sondern ich wusste dass ich anders nicht davon runter komme, wenn ich immer wieder in heftige Zwischenentzüge falle kann ich nicht auch noch die Dosis reduzieren.

Im Nachhinein macht mich das ganz traurig und wütend, dass man eben nicht ernst genommen wird. Nur weil andere schneller absetzen können oder nicht so schnell in heftigen Entzug fallen, wurde ich als psychisch abhängig, süchtig, nicht los lassen wollen, nicht wirklich entziehen wollen, nicht stark genug oder ähnliches eingeordnet. Das ist nicht in Ordnung.

Ich habe mich dann alleine zu Hause durchgekämpft, und bin konsequent runter gegangen. Im nächsten Jahr war ich nochmal, diesmal Benzo-frei in der Klinik, und mich hat es sehr traurig gemacht dass alle erstaunt waren dass ich das geschafft habe, weil sie ja dachten ich "will die Benzos gar nicht wirklich loswerden" weil ich es so langsam machte. Sie haben überhaupt nichts verstanden.

Meine Mutter nimmt übrigens seit über 10 Jahren Tavor 0,5 mg und musste nie die Dosis steigern, kann sogar einen Tag auslassen ohne Symptome :shock: während ich innerhalb von wenigen Tagen hochdosieren musste für die gleiche Wirkung und nach wenigen Stunden wieder in heftigen Entzug fiel, inklusive heftiges Zittern am ganzen Körper :o

So unterschiedlich kann das sein.

Ich drück dir jedenfalls ganz fest die Daumen

Liebe Grüße
Lina
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Mittwoch, 02.08.17, 14:14

Hallo zusammen!

Und WIE unterschiedlich das sein kann. Ich staune immer wieder über die Unterschiede beim Abssetzen.

Gerade lese ich ein Buch (es ist das von von Peter Lehmann, Titel: Psychopharmaka absetzen - Erfolgreiches Absetzen von ...") über dieses Thema, da geht es um die Geschichten einzelner Betroffener, die ihre Medikamente eigenverantwortlich absetzten. So verschieden die Menschen und ihre Gründe für Psychopharmaka sind, so individuell sind offenbar auch ihre Erlebnisse mit der Entwöhnung. Man kommt ins Staunen und teilweise ins Grübeln bei der Lektüre.

Lina, das mit Deiner Mutter finde ich auch verblüffend. Eine relativ niedrige Dosis, keine Erhöhung in der ganzen Zeit und offenbar immer noch Wirkung, aber keine sofortigen Absetzsymptome. Ein Phänomen für mich, die ich so sehr zur Übertreibung mit Einzeldosen neigte - Bromazepam hat allerdings eine deutlich längere Halbwertzeit als Lorazepam.

Liebe Grüße,
die Pons
Zuletzt geändert von Eva am Donnerstag, 03.08.17, 15:34, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 02.08.17, 16:04

Liebe Lina,

Danke für Deine Antwort und für Dein Verständnis.

ich werde versuchen die Einnahmezeitpunkte über den Tag zu verteilen.

Ich habe heute schon meine Nachmittagsdosis halbiert, d.h. anstatt um 16:00 Uhr 1 mg zu nehmen habe ich um 13.00 Uhr 0,5 mg genommen und werde am Abend die verbleibenden 0,5 mg nehmen. Bis jetzt fühle ich mich okay. Ich hoffe so sehr, dass ich das umsetzen kann und auch mit meiner "neuen" Morgendosis von nur 0,5 mg morgen früh klar komme. Ich gehe das ganze jetzt mit ganz viel Zuversicht an.

Ja, man fühlt sich einsam und furchtbar wenn man dem Entzug ausgesetzt ist. Ich bin so froh, dass ich Euch gefunden habe und hier so viel Verständnis erfahren darf.

Ich war ja 2014 in der Klinik zum Entzug und bin total gescheitert. Ich erinnere mich an einen Mitpatienten der bei Aufnahme Benzodiazepine im nicht mehr messbaren Bereich im Blut hatte, er hat es geschafft innerhalb von 3 Wochen auf 0 zu kommen. Ich habe viel mit ihm gesprochen, er meinte immer, das sei reine Kopfsache. Ja, so unterschiedlich kann das sein.

Ich habe in der Klinik keine Hilfe erfahren, im Gegenteil, ich wurde auf Rivotril umgestellt (das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen) und das Rivotril wurde dann runterdosiert. Ich war ein Wrack und hatte um Entlassung gebeten und mir mein Tavor wieder zu geben. Die Ärzte dort hatten absolut kein Verständnis, ich wurde nicht ernst genommen, so wie Du schreibst, und als süchtig eingeordnet.

Aber das ist Geschichte. Was zählt ist das Jetzt !

Ich schicke Dir liebe Grüße.
Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Samstag, 05.08.17, 14:19

Liebe Lina,

wie geht es Dir ?

ich möchte mich mal wieder melden mit leider keinen guten Nachrichten. Ich schaffe es nicht, die Einnahmezeitpunkte über den Tag zu verteilen, aber ich gebe nicht auf !

So arg schlecht wie am Mittwoch ging es mir die vergangenen Tage morgens nicht mehr, und ich habe auch probiert, zumindest die Mittagsdosis zu verteilen, so wirklich geklappt hat das nicht.
Morgens ist es am schlimmsten, ich schaffe es einfach nicht morgens anstatt 1,0 mg nur 0,5 mg zu nehmen und diesbezüglich macht es auch wenig Sinn die Einnahmezeitpunkte für die restlichen 1 mg zu anders zu verteilen, glaube ich. Ich denke da spielt auch noch der Mittwoch mit rein und da kommt dann wieder die Angst vor der Angst.

Ich lasse mich nicht entmutigen, vielleicht klappt es morgen, und ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich zumindest die Dosis stabil halten kann seit 2014 und ich halte mir die Option offen, dass es immer noch die Möglichkeit der Substitution mit Diazepam gibt.
Es ist zum Verzweifeln, ich fühle mich jetzt so im Verlauf wie ich das so schreibe schon wieder wie eine Versagerin.

Vielleicht sollte ich mir ein Zeitlimit setzen, z.B., dass, wenn ich es nicht schaffe im Laufe der nächsten Woche morgens das Haus mit 0,5 mg Tavor zu verlassen, ich mir einen Arzt suche, der mir Diazepam verschreibt.

Oh je, ich bin ratlos, ich darf jetzt nicht Panik verfallen.

Ein erholsames Wochenende für Dich.
Ich schicke Dir liebe Grüße.

Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Montag, 14.08.17, 14:54

Liebe Anna :-)

das tut mir leid, dass es so schwer war die letzten Tage :hug:

Du bist aber keine Versagerin. Das mit der Dosis verteilen klappt einfach nicht bei jedem, gerade wenn du es schon anders gewohnt bist. Du bist sehr mutig und stark, diese Benzoabhängigkeit ist einfach etwas sehr schweres, das hat mit Versagen nichts zu tun. Du musst einfach noch den richtigen Weg für dich finden, nicht aufgeben :hug:

Wie genau hast du es versucht zu verteilen?

Liebe Grüße
Lina
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Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 15.08.17, 11:06

Liebe Lina,

Danke für Deine Antwort.
Bezüglich des Verteilens habe ich die Nachmittags-Dosis auf 2 x 0,5 mg geteilt. Das ging einigermaßen gut. Da ich es einfach nicht schaffe die Morgendosis zu teilen (morgens ist es am schlimmsten mit den Ängsten) bin ich dann wieder auf mein ursprüngliches Einnahmeschema zurück 07:00 Uhr: 1 mg und 16:00 Uhr :1 mg.
Was mich zunehmend belastet sind verstärkt auftretende Depressionen seit dem Wochenende, ich kann mich über nichts mehr freuen, alles wird mir zu viel. Ich glaube, dass das Tavor diese Gefühle auslöst.
Gestern Abend habe ich daran gedacht, dass ich ja auch noch dieses Mirtazapin abzusetzen habe. Ach Herrje ...

Ich habe ja über die kassenärztliche Vereinigung 2 Ärzte und 3 Psychotherapeuten genannt bekommen, die sich suchttherapeutisch auskennen, speziell Benzodiazepine. Bis jetzt habe ich noch keinen angerufen, ich habe Angst, weil ich zur Zeit kein Konzept habe.
Danke für's Zuhören.
Liebe Grüße
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Dienstag, 15.08.17, 12:12

Liebe Anna :-)

man kann ruhig etwas flexibel sein bei der Aufteilung der Einnahmen. Wenn du die Morgendosis derzeit nicht teilen kannst, versuche es dennoch ruhig mit der Nachmittagsdosis. Wenn du z.b. um 15.00 0,5 mg nimmst und um ca. 20.00 Uhr abends (oder später, schau mal wie es sich anfühlt) und das einige Zeit schaffst, könnte es sein dass morgens die Ängste nicht mehr ganz so stark sind.

Wenn du um 16.00 die letzte Dosis nimmst, bist du bis morgens ja sehr viele Stunden ohne Einnahme, das könnte unter anderem mit ein Grund sein dass es morgens besonders schlimm ist.

Es ist nur ein Versuch, es kann auch sein dass du letztlich bei den 2 Einnahmezeitpunkten bleiben musst und dich von da langsam runterarbeitest.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von albertine » Dienstag, 15.08.17, 14:03

Hallo Anna,
Ich habe ja über die kassenärztliche Vereinigung 2 Ärzte und 3 Psychotherapeuten genannt bekommen, die sich suchttherapeutisch auskennen, speziell Benzodiazepine. Bis jetzt habe ich noch keinen angerufen, ich habe Angst, weil ich zur Zeit kein Konzept habe.
Da musst du kein Konzept haben. Die sollen dir ja helfen und dich unterstützen. D. h. das Konzept könnt ihr gemeinsam erarbeiten. Mit denen kannst du über deine Probleme reden, und das wird dir gut tun. Es wird dir sicherlich keiner den Kopf abreißen.

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Inneren
Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging
die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima
das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Samstag, 19.08.17, 16:36

Hallo Ihr Lieben,

Ich wollte mich kurz melden.
Gestern habe ich meine Nachmittagsdosis von 1 mg (immer um 16:00 Uhr) halbiert auf 0,5 mg.
Es ging mir nicht schlecht, ich war nachmittags sehr lange mit dem Hund unterwegs, habe abends noch einen Film geschaut und mir ging es eigentlich okay, so dass ich dachte, gut jetzt lässt du die verbleibenden 0,5 mg von nachmittags einfach weg, meine Dosis war dann gestern 1,5 mg.
Die Nacht war dann nicht wirklich gut, ich habe vielleicht 1-2 Stunden geschlafen, das konnte ich eigentlich gut wegstecken, was mich massiv belastet hat waren Schweißausbrüche, ich habe so extrem geschwitzt, dass ich mich zweimal umziehen musste.
Heute mache ich mir den ganzen Tag schon wieder Gedanken ob das Entzug war. Negative Gedanken begleiten mich schon den ganzen Tag, und ich frage mich, ob ich wieder aufdosieren soll auf 2,0 mg.
Sorry für das Jammern.
Liebe Grüße
Anna
2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Samstag, 19.08.17, 17:07

Liebe Anna :-)

ich halte es für eine extrem schlechte Idee, einfach 0,5 mg weg zu lassen :shock:

Kennst du schon diesen Text viewtopic.php?f=50&t=11497 Dort werden die wichtigsten Grundregeln des Entzugs beschrieben: Halte es einfach, langsam und stabil. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber für die meisten Betroffenen sind das ganz wichtige Grundsätze.

Was du jetzt gemacht hast war weder stabil noch langsam :( du hast schon große Probleme bei gleichbleibender Dosis, einfach ein Viertel der Dosis weg zu lassen klingt da sehr unvernünftig. Gerade ging es doch darum, deine Dosis erstmal zu probieren über den Tag aufzuteilen.

Und du kennst doch unsere Empfehlung von nicht mehr als 10 % pro Reduktionsschritt? Ich bin mir fast 100 % sicher, dass du unter Entzug gelitten hast in dieser Nacht.

Wenn du mit nachmittags 0,5 mg hingekommen bist, ist das doch ein gutes Zeichen, dass du die Dosis aufteilen kannst.

Aber wenn du dann Abenddosis weg lässt, ist das ganz schlecht weil du dann am nächsten Morgen wieder umso dringender deine Dosis brauchst.

Es ging ja beim Aufteilen genau darum, dass du die nachmittagsdosis aufteilst, auf 0,5 mg am nachmittag und 0,5 mg vor dem schlafen gehen, damit du eben morgens nicht mehr so schlimmen Entzug hast.

Die Abenddosis ganz weg zu lassen ist also genau das Gegenteil von dem, was logisch gewesen wäre :?

Damit verursachst du doch erst recht, dass es dir morgens schlecht geht.

Anna, wenn du das Benzo langsam ausschleichen willst und möchtest dass das funktioniert, sind solche Aktionen ziemlich kontraproduktiv :-( ich kann gut verstehen, dass man da anfangs noch nicht so das Gefühl dafür hat, ich wusste das auch nicht.

Aber du hast es ja bereits schnell versucht, und es ist schief gegangen, deswegen denke ich, eine langsame, gut geplante und achtsame vorgehensweise ist eine bessere Idee.

ja, ich würde sofort wieder auf 2 mg gehen und erstmal schauen, ob du es schaffst 0,5 mg am nachmittag und 0,5 mg am Abend zu nehmen. wenn das ein paar Tage bis eine Woche gut geht, könntest du mit der 10 % - Methode anfangen.

Liebe Grüße
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Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Samstag, 19.08.17, 19:04

Liebe Lina,

Ich gebe Dir in allen Punkten recht. Es war unlogisch und die Aktion absolut kontraproduktiv.
Ich gehe wieder auf 2 mg und ja, ich muss schauen, wie das überhaupt hinhaut 0,5 nachmittags und 0,5 abends zu nehmen. Das ist jetzt mein Ziel und dafür gebe ich mir auch Zeit.
Lina, Danke, dass Du mir so zeitnah geantwortet hast, Du hast mir sehr sehr geholfen.
Ich schicke Dir liebe Grüße
Anna
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2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Montag, 11.09.17, 10:44

Hallo Ihr Lieben,
Hallo liebe Lina,

ein kurzes Update von mir: ich schaffe es einfach nicht, das Tavor zu reduzieren. Das Verteilen der Dosis hat nicht geklappt, ich befinde mich nach wie vor bei der Einnahme von 1 mg morgens und 1 mg nachmittags um 16:00 Uhr.

Ich hatte in den letzten Wochen Stress (Mieterhöhung und das bei meiner geringen EU-Rente, Zahnprobleme) ich bin schon froh, dass ich die Dosis überhaupt halten konnte/kann. Die Mieterhöhung hat Gedanken an einen Umzug zur Folge und dies wiederum, dass ich einen Umzug in meiner Verfassung gar nicht stemmen könnte und von alldem abgesehen auch keine adäquate Wohnung finden würde (ich wohne in einer der teuersten Städte). Gedankenschleifen - endlos -.
Meine Belastbarkeit geht Richtung null, alles wird mir zu viel.

Gestern war ich 5 Stunden mit einer Bekannten, deren Hunden und meinem Hund unterwegs. Ich war so was von überfordert was dann in Gereiztheit umschlug. Wir beendeten den Tag mit einem Abendessen, da war ich dann am Limit, wir saßen draußen, das Lokal überfüllt, die Straßen überfüllt, die Parkplatzsuche - eine Katastrophe ...

Zu Hause war ich so überdreht, dass ich nicht zur Ruhe kam, habe so gut wie nicht geschlafen, gegen morgen vielleicht 1 Stunde, aufgestanden mit einer hammermäßigen Depression, Gedanken wie soll das weitergehen, Hoffnungslosigkeit. Diese Gefühle werden mich durch den Tag begleiten ...

Was mich sehr beunruhigt sind die Depressionen die ich in dem Ausmaß nicht kenne und deren Auslöser, so meine ich, das Tavor ist.
Ich muss davon runter kommen. Eine zweite Medikamentenbaustelle habe ich ja auch noch: Mirtazapin.

Puh, ich habe im Moment keinen Plan.

Sorry, für diese furchtbar negative Mail und dieses Gejammer, doch ich habe niemanden mit dem ich darüber reden kann.
LG Anna
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2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

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