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Mysteriöser Tavorentzug (Lorazepam). Kein Arzt findet eine Antwort.

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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Inv1s
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Mysteriöser Tavorentzug (Lorazepam). Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Inv1s » Freitag, 29.12.17, 18:57

Hallo zusammen,

ich hoffe hier eine Antwort auf eine bis heute unerklärliche Entzugssymptomatik durch Tavor zu erhalten.
Ich hoffe einige nehmen sich etwas Zeit für den Thread.
Auch wenn ich hoffe, dass dem nicht so ist glaube ich, dass sowas noch niemand in dem Ausmaß gehört hat.
Es war die absolute Hölle und ich kämpfe bis heute noch mit Restschäden.
Nun möchte ich den Verlauf mal schildern:
Anfangs hatte ich durch den Entzug "nur" unruhige Beine/unruhigen Körper und auch noch die restlichen Symptome die man so kennt. Der Entzug fand in einer Psychiatrie statt.
Dann began die lebende Hölle die mich in die Geschlossene brachte...
ich lag auf dem Bett und ich merkte wie mein Herz immer intensiver schlug, es pochte so stark, dass ich glaubte es würde gleich durch den Brustkorb rausgeschossen kommen. Auf einmal kam von den Beinen eine Art Welle nach oben in den Oberkörper geschossen ("wusch") und es began das unerklärlichste,schlimmste Gefühl den Körper zu foltern, dass man sich in seinen kühnsten Träumen nur vorstellen kann. Als hätte man 3 Sorten Gift geschluckt, welche den Körper auffressen oder zusammendrücken. Schwer zu beschreiben. Als hätte man gerade in den USA die Todesspritze bekommen, jene Gifte aber den Körper leider nicht töteten. Es war nicht einfach nur ein beißen,kneifen,zittern oder dergleichen. Ich musste mich auf den Boden werfen und bekam nur noch ein paar japsende kurze:"Hilfe...Hilfe.."heraus.
Dann wurde der ganze Körper steif und wie gelähmt.Ich lief durch den Gang wie ein Roboter. Dann wurden noch meine Hände blau.
Es waren unbeschreibliche Qualen die man nicht in Worte fassen kann. Das ging mehrere Stunden bis ich dann in die Geschlossene gebracht wurde.

Als ich dann wieder zuhause war ging der Albtraum weiter. Ich hatte dieses beschriebene Gefühl nicht mehr, sondern 3 Monate am Stück(!) eine psychosomatische Atemnot.Also organisch war alles in Ordnung. Jede Sekunde das Gefühl man erstickt/bekommt nicht ausreichend Luft. Meine 2.Hölle.Weil nichts half ging ich dann nach 3 Monaten zur Akupunktur, was tatsächlich half.Danach bekam ich an der Stirn unglaublich lästige Krämpfe. Es fühlte sich wie eine Entzündung an-schwer zu beschreiben. Kein Druck oder Spannungskopfschmerzen, welche oft seelische Ursachen haben.

Bis heute habe ich immer noch diese Atemnot, das entzündene,verkrampfte Gefühl im vorderen Bereich des Kopfes,Depressionen,Interessenverlust,Antriebsarmut usw.

Ich weiss nicht, ob ich aus dieser Hölle je wieder rauskomme.
Sind Langzeitschäden durch einen Tavorentzug realistisch? Wurde durch diese hefte Entzugssymptomatik etwas im Nervensystem/Gehirn beschädigt?
Vielleicht findet sich hier jemand der sowas selbst erlebt hat oder sowas schon einmal gehört hat.Ich wäre unendlich glücklich darüber.
Und noch besser: Das jemand weiß wie man aus dem ganzen wieder rauskommt.

Bis heute kann mir kein Arzt,Professor,Neurologe erklären wie sowas zustande kommen konnte/kann.

Ich hoffe ich werde hier schlauer.
Zuletzt geändert von Jamie am Samstag, 30.12.17, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt

Clarissa
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Re: Mysteriöser Tavorentzug. Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Clarissa » Freitag, 29.12.17, 19:25

Hallo Inv1s,

willkommen im Forum.

Benzoentzug kann teuflisch und langanhaltend sein. Ich halte es für möglich, daß die von Dir beschriebenen Symptome Entzugssymptome sind. Und/oder Schädigungen durch lange Einnahme von PP.
Die gute Nachricht: die Chancen auf Heilung sind nicht schlecht, wenn Du genügend Geduld aufbringst und keine schwerwiegenden Rückfälle erleidest.

Gibst Du uns bitte noch ein paar mehr Infos?

Z.B.: Tavor weshalb, wie lange und in welcher Dosis? Weitere Medikamente damals und aktuell?

Dann kann eine bessere Einschätzung erfolgen.

Einstweilen VG! Clarissa
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Inv1s
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Re: Mysteriöser Tavorentzug. Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Inv1s » Freitag, 29.12.17, 19:36

Hallo Clarissa,

Tavor wurde bei mir als Notlösung aufgrund von starken Suizidgedanken gleich am Anfang eingesetzt. Auch wenn ich mich damit nicht ausreichend gut auskenne glaube ich, dass die Dosis gar nicht einmal so hoch war. Ich glaube 1mg über einen Zeitraum von 2-3 Wochen.
Weitere Medikamente die ich während des Klinikaufenthaltes eingenommen habe: Seroquel(Quetiapin), Risperidon,Truxal,L-Thyroxin für meine Schilddrüsenunterfunktion. Ich glaube das war alles.
Aktuell nehme ich: Quetiapin,L-Thyroxin und Citalopram, welches ich allerdings gerade wieder aufgrund starker Nebenwirkungen absetze.
Vielleicht entstand in mir eine ganz komplexe chemische Reaktion in Kombination mit den erwähnten Tabletten? Keine Ahnung...

weg
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Re: Mysteriöser Tavorentzug. Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von weg » Freitag, 29.12.17, 20:21

hallo Inv1s,

willkommen im forum. schön bist du zu uns gestossen. ja, es sind schlimm was du alles für symptome hast.

damit wir dich gut beraten können, müßtest du eine signatur erstellen:
rechts oben auf deinen nickname klicken, persönlicher bereich, profil, signatur ändern - in der du deine medikamente in mg, die einnahme sowie das absetzen mit datum, dokumentierst. dies ist sehr wichtig für uns und sollte so genau als möglich sein.

vielleicht schaust da mal bei anderen wie die das dokumentieren.

wie du siehst, wandert deine oder auch von den anderen foris die signatur immer mit den beiträgen mit. so kann sich jede schnell eine übersicht verschaffen und auch entdecken, wo du wirklich gute tipps brauchst.

stöbere doch ein wenig im forum herum. da gibt es viele berichte und hinweise für dich, die dir vielleicht ein wenig weiter zum verständnis deiner symptome beitragen könnten. lese dich ein wenig ein.

dieser link wäre wohl auch noch etwas für dich:
viewtopic.php?f=16&t=12883

benutze auch die suchfunktion oben rechts im forum.

habe ein wenig geduld mit uns. im moment haben wir sehr viele anfragen und wir machen diese beratungen freiwillig und in unserer freien zeit. weiter sind die festtage... und wir sind alle auch im entzug und einige von uns, vor allem vom team, geht es sehr schlecht.

es werden sich sicher noch einige bei dir melden. aber mache dich vorerst mal an deine signatur.

herzlich
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Re: Mysteriöser Tavorentzug. Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Annanas » Freitag, 29.12.17, 20:34

Hallo Inv1s, herzlich willkommen im ADFD!

Es tut mir sehr leid zu lesen, was du erleiden mußtest/mußt.

Ich denke aber, daß hier nicht nur der Tavor-Entzug eine Rolle spielte, sondern es sich eher um ein komplexes Geschehen aus dem Entzug u. den Nebenwirkungen der anderen Psychopharmaka, die dir außer Tavor noch gegeben wurden, handelte/handelt.

Weg :) hat dir schon geschrieben, daß die Signatur für uns ganz wichtig ist - bitte alle Medikamente, die du in der Klinik bekommen hast u. auch die, die du jetzt noch nimmst, dort eintragen.
Dosishöhe in mg, Dauer der Einnahme u. auch das Absetzen bzw die Absetzschritte vom Citalopram, die du jetzt schon vorgenommen hast.

Bitte auch andere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine usw, die du ggf. einnimmst, mit aufführen.

Auf der Grundlage dieser Signatur können wir uns dann ein Bild deiner gegenwärtigen Lage machen, evtl Ursachen für dein
Befinden herausfiltern u. das weitere Vorgehen zusammen besprechen.

Das fürs Erste von mir,
lG Anna
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: Mysteriöser Tavorentzug. Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 30.12.17, 7:59

Hallo,

deine Angaben sind spärlich, vor allem aufgrund dessen, dass du nicht geschrieben hast, wie lange diese Probleme schon bestehen, weil oft schreiben Betroffene hier einfach einen aktuellen Status, wenn man dann genauer nachfrägt zeigt sich ein anderes Bild, z.B. dass ihre ersten Berührungspunkte mit Substanzen aus der Gruppe der Psychopharmaka schon viele Jahre bestehen und das ist ein gravierender Unterschied zu dem, ob man es kurzfristig nimmt.

Dass dir Ärzte, egal welcher Fachrichtung nicht helfen können bzw. maximal überfordert sind ist keine Überraschung, ich kenne nichts anderes und habe selten kompetente Menschen kennengelernt. In meinem Land kenne ich genau eine Person, der ich Kompetenz zu spreche, das sagt alles.

Die Symptome bei einer Psychopharmaka Einnahme bzw. beim Versuch davon wieder weg zu kommen sind so unterschiedlich und komplex, dass mich auch deine Probleme nicht überraschen. Was eher auszuschließen ist, ist eine organische Erkrankung. Für mich ziemlich eindeutig, woher deine Zustände kommen.

Die Berichte von Betroffenen sind sehr unterschiedlich, was aber schon eine Grundtendenz ist, ist die Tatsache, dass, wenn man länger stabil ist und kontrolliert absetzt, dass Verbesserungen eintreten, Zeiträume hier zu nennen ist schwer, aber sie reichen von Wochen, Monaten hin bis zu Jahren. Wohlbemerkt mit Tendenz zu Verbesserungen im Laufe dieser angegebenen Zeiträume. Die Medikamente, die du aktuell nimmst haben für mich ebenso das Potential deine Symptome zu erzeugen. So lange es dir nicht gelingt diese Medikamente zu eliminieren, ist es schwer zu sagen, welches Symptom woher kommt.

In wie weit ein Absetzen dieser Medikamente für dich möglich ist, kann ich nicht beurteilen aufgrund fehlender Informationen.

Je mehr du dich in die Hände von Ärzten oder gar Institutionen wie einer Psychiatrie begibst, desto schwieriger wird es, weil die können dir nicht helfen, sondern nur schaden. Sie haben kein Wissen, Wissen haben nur Betroffene, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, so mein Zugang. Es sollte ein Ziel sein, deine Symptome als das zu sehen, was sie sind, nämlich eine Störung deines Zentralen Nervensystems und ich empfehle dir ein "Urvertrauen" zu entwickeln, dass dir trotz dieser seltsamen Symptome nichts geschehen wird, alles Gute, Kevin
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Re: Mysteriöser Tavorentzug (Lorazepam). Kein Arzt findet eine Antwort.

Beitrag von Inv1s » Montag, 01.01.18, 15:58

Danke für all die vielen Antworten.
Ich werde mich bemühen so weit es mir möglich ist ins Detail zu gehen.
Ich hoffe dies geht auch durch einen Beitrag und auch ohne Signatur?

-Die Beschwerden der Atemnot/ekliges Gefühl im Kopf bestehen seid rund 4 Monaten. So lange wie ich schon nach dem Klinikaufenthalt zuhause bin.
3 Monate nach dem Klinikaufenthalt began ich die Akupunktur. Die Atemnot ging zurück, kam jedoch wieder zurück. Nicht mehr so ausgeprägt wie damals aber trotzdem immer noch sehr sehr lästig.

Medikation:Quetiapin nehme ich schon seit 2009 durchgehend. 50mg morgens,100mg am Abend. Durch den Klinikaufenthalt wurden die 50mg am Morgen rausgenommen. Als ich dann wieder zuhause war habe ich wieder 50mg am morgen genommen( durch den Psychiater verordnet)
Truxal wurde nach der Klinik komplett abgesetzt-habe ich in der Klinik diese Tablette 4 mal pro Tag genommen(viel zu viel meiner Meinung nach) meine T-Thyroxin nehme ich auch weiterhin wie immer.125makrogramm.
Durch den Klinikaufenthalt kam Risperdal zusätzlich hinzu.Die ich auch weiterhin nehme.2mg.
Ich war dann wegen der Atemnot später in einer anderen Psychiatrie und bekam Mirtazapin, hat aber auch nicht geholfen und wurde dann abgesetzt.
Vor 3 Wochen habe ich wegen Angstattacken Citalopram bekommen (Für den Anfang10mg) welches aufgrund sehr starker Nebenwirkungen ausgeschlichen wurde. 1 Woche 5mg-dann runter auf 0. Ich habe durch das Ausschleichen keinerlei Veränderung der Atmung gespührt.
Ob jetzt die Atemnot vor der Citalopram-Einnahme oder danach wieder anzog weiss ich irgendwie nicht mehr..und ob es überhaupt was mit der Citalopram oder einem anderen Medikament zu tun hat.Ich bin seit 4 Monaten nur am leiden, weinen,kämpfen,dass ich manchmal den Überblick verliere und gar nichts mehr richtig aktiv wahrnehmen kann.Verwirrt bin.
Ich habe durch meine Erkrankungen so viele Symptome auf einmal, dass es gerade echt nicht einfach ist...



Ich hoffe dies genügt. Vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen.
Falls jemand mehr wissen möchte/muss kann jener mich jederzeit fragen.

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