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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Kevin05 (DO-Der Weg)

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Kevin05
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Beitrag von Kevin05 » Samstag, 16.09.17, 18:34

https://www.youtube.com/watch?v=YlBNvG2ppv8

Offtopic: - kannte ich nicht. Okay, wenn ihr es nicht gut findet, dann ignoriert es einfach, Kevin
Diazepam Abhängigkeit 2003-2006
seit 2011 Rückfall
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 24.09.17, 22:29

_()_
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weg
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von weg » Montag, 25.09.17, 18:39

hallo kevin

????????????????

herzlich
weg
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beide eltern medikamentenabhängig.– psychiatrische behandlung mit traumatherapie (EMDR).
bis ins erwachsenealter PP, ab und zu speed, lsd u.ä. frühe berentung.

mit 35 jahren eingliederung ins berufsleben und seither medikamentenfrei.

dann brustkrebs, operation, chemotherapie: davon nervenschädigung am rechten arm. lymphödem, polyneuropathie. wieder kurze zeit während chemotherapie, PP - aber keine abhängigkeit.

medikamente gegen asthma: symbicort 200, 2-6 stösse, singulair 10 mg

zolpidem/stilnox ca. 20 jahre lang 5 mg, selten 10 mg (körperlich abhängig)
bis 27.02.2017 5 mg
27.02.2017 4 mg stilnox
08.03.2017 3.5 mg
17.03.2017 3 mg
22.03.2017 2.5 mg
02.04.2017 3 mg (aufdosiert auf rat vom forum)
28.04.2017 2.75 mg
18.05.2017 2.5 mg
09.06.2017 2.4 mg
18.06.2017 2.3 mg
27.06.2017 2.2 mg
08.07.2017 2.1 mg
12.07.2017 1.9 mg (10 % auf rat vom forum)
20.07.2017 1.8 mg
31.07.2017 1.75 mg pause bis 21.09.2017 (bergwandern, ladakh)
21.09.2017 1.7 mg
30.09.2017 1.5 mg
27.10.2017 1.4 mg
10.11.2017 1.3 mg
01.12.2017 1.2 mg
16.12.2017 1.1 mg
11.01.2018 1.0 mg

Eva
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Montag, 25.09.17, 20:51

Hallo Kevin,

ich lass' Dir einen Gruß da.

Herzlich, Pons
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Katharina » Samstag, 30.09.17, 23:25

Lieber Kevin!

Auch nur ganz kurz an dieser Stelle
da ich von einer Erkältung einen solchen Kopf zu habe,das ich mich nicht gerne im Internet aufhalte
Davon ab scheint es mir, als wäre diese Erkältung gleich ein zweites Mal gekommen oder geblieben,

aber das ist für mich alles relativ uninteressant da ich seit dem 17. September keine Depressionen mehr habe

ich glaub es war September egal
ich hab keine Depressionen und damit ist alles gut .

Ich schreibe beziehungsweise spreche auch hier nur zur Zeit über die Diktierfunktion wes wegen der Text dann immer etwas merkwürdig aussieht

ich kann das tippen und das nicht gut sehen

die Schrift ist zu klein ich kann sie auf dem Tablett nicht vergrößern
das ist für mich im Moment das einfachste.

Kevin
die Schmerzen die du beschreibst
dass diese durch das Diazepam erhöht werden bei dir
sind das deine chronischen Schmerzen ?

Ich habe niemals vermehrt oder gar verstärkt Schmerzen bekommen nach Einnahme von Diazepam,im Gegenteil

wenn ich auch noch starke Schmerzen hatte zusätzlich zu meinen persönlichen Gründen damals Diazepam einzunehmen,
gingen auch die gnädigerweise weg

also es scheint bei jedem ganz unterschiedliche Reaktionen auf dieses Medikament zu geben

Zum Beispiel war es den Therapeuten damals in der Klinik unverständlich
dass ich unter Diazepam frei
lebendig ,
aktiv ,
ganz flink schnell war ;

ich ausdrucksstark sprechen konnte
ganz normal war

ja, Mir ist das klar heutzutage
den Therapeuten auch
aber damals fanden Sie das vollkommen unmöglich,was ich erzählte
ich kann das heute erklären auf Grund meiner Geschichte.

Alles alles erdenklich Gute für dich Gruß Katharina
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 01.10.17, 7:38

Liebe Katharina,

schön, dass du dich wieder mal meldest und dass es dir den Umständen entsprechend gut geht. Eine schwere Depression ist sicher schlimm, ein wenig kann ich da mitsprechen, weil worunter ich "leide", würden Ärzte sicher auch unter dem Begriff Depression einordnen.

Dass bei dir das Diazepam so gut wirkt ist positiv, was mir auffiel ist, dass es ja bei den meisten Betroffenen so ist, wie bei dir. Bei mir war es lange Zeit auch so, irgendwann ist es halt gekippt, wobei dies absolut individuell sein kann. Ich kenne Betroffene, die an die 30 Jahre Diazepam nehmen und nicht unter Schmerzen leiden.

Daher habe ich mir auch vorgenommen mehr - ja noch mehr... - über mich zu schreiben und nicht meine subjektiven Erfahrungen auf andere zu übertragen, wobei diese subjektiven Wahrnehmungen mögen mir erlaubt sein.

Ich sehe die Dinge heute schon anders als früher, glaube ich, ich habe jetzt nicht die Beiträge vor 10 Jahren gelesen, die ich damals schrieb, aber mein Zugang zu meiner eigenen Geschichte ist ein anderer. Die Verantwortung für das, wo ich heute stehe, sehe ich ausschließlich bei mir und auch für die daraus folgenden Konsequenzen, mache ich niemand mehr verantwortlich.

Meine Ärzte haben verantwortungsvoll gehandelt, ich oft nicht. Auch die Probleme von heute sind hausgemacht, ich habe es einfach nicht verstanden mein Leben so zu leben, dass ich mir nicht geschadet habe. Ich habe mich nicht abgrenzt von vielen Dingen, ich habe nie Nein gesagt, um Harmonie nicht zu gefährden. Ich bin lange in sehr unglücklichen Lebenssituationen verharrt, habe es nicht geschafft, dass was ich wusste auch zu leben. Das Resultat von all dem ist das, was ich heute bin.

Es gibt kein Mitleid, kein Mitgefühl, nicht mal Verständnis für die Art und Weise, wie ich gelebt habe von mir selbst. So gesehen wäre es auch vermessen, es von anderen einzufordern. Ich könnte es auch nicht annehmen, weil ich die Dinge, die passiert sind nicht vergessen bzw. vor allem mir selbst nicht verzeihen kann. Und ja alle Menschen machen Fehler, meine Eigenen bewerte ich als nicht verzeihbar und einen Umgang damit habe ich bis dato nicht gefunden.

Nachdem jeder von uns ein Teil Gottes ist, kann ich leider nicht mal Gott um Hilfe bitten, weil er würde es auch nicht nachvollziehen können.

Es gibt auch keinen Menschen auf dieser Welt, mit dem ich darüber sprechen könnte. Wobei ich verstehe, dass so einen Satz niemand verstehen kann, aber meine Einschätzung ist so und ich bin intelligent genug, um hier über eine Einschätzung treffen zu können. Ich bin nicht schüchtern oder ängstlich in der Kommunikation, also ich spreche hier schon von gravierenden Dingen.

Gut, das beschäftigt mich geistig im Augenblick am Stärksten und ich sehe da auch weit und breit keinerlei Lösungsstrategien.

Meine Berichte waren und sind für andere in keinster Weise repräsentativ - das möchte ich klarstellen, liebe Grüße und hoffe es geht dir weiterhin tendenziell besser, alles Liebe Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Sonntag, 01.10.17, 8:43

Lieber Kevin.
... kein Mitleid, kein Mitgefühl, nicht mal Verständnis für die Art und Weise, wie ich gelebt habe von mir selbst.

Darf ich Dich fragen, warum nicht? Warum verzeihst Du anderen - was ich annehme - aber nicht Dir selbst? Was macht Deine Verfehlungen so außerordentlich? Du bist ein Mensch wie wir anderen auch, die eben so handeln, wie sie zu jeweiligen Zeitpunkt in der Lage sind - und das ist nicht immer gut. Aber ohne Vergebung wären wir noch unglücklicher als wir sowieso schon so oft sind.

Wenn Du die Umstände Deiner Handlungen einbeziehst - war ohne den Reifeschritt, den Du inzwischen gegangen bist, etwas anderes zu dem Zeitpunkt möglich, d. h. stand ein anderes Handeln Dir wirklich frei? Es mag ja heute, in der Rückschau, so aussehen, als hättest Du es gekonnt. Ich denke aber, dass Du es nicht konntest, denn sonst hättest Du es getan. Ich setze voraus, dass Du niemals absichtlichen Schaden anrichten wolltest.
So gesehen wäre es auch vermessen, es von anderen einzufordern. Ich könnte es auch nicht annehmen, weil ich die Dinge, die passiert sind nicht vergessen bzw. vor allem mir selbst nicht verzeihen kann. Und ja alle Menschen machen Fehler, meine Eigenen bewerte ich als nicht verzeihbar
Auch hier: Warum bist Du Dir selbst gegenüber nachtragend, "ohne Gnade"? Ich finde das unendlich schmerzhaft. Wärest Du es in de Maße auch bei anderen, die mit ihrer Schuld nicht fertig werden, oder bist Du vor allem Dir selbst gegenüber so hart?
Nachdem jeder von uns ein Teil Gottes ist, kann ich leider nicht mal Gott um Hilfe bitten, weil er würde es auch nicht nachvollziehen können.
Dann habe ich hier vielleicht einen Vorteil, denn ich sehe Gott in uns, aber ebenso außerhalb, in allem und jedem und "um alles herum"; ich betrachte ihn auch als Gegenüber und kann beten und bitten, und mir hilft es sehr, Gott praktisch als Person anzusehen; auch dabei, mit Schuld umzugehen.

Übrigens schriebst Du mir mal von der traditionellen Kirche, wie schlimm sie sei, weil so viele schreckliche Verbrechen auf ihr Konto gehen und ob mir das bewusst sei. Darauf nun noch eine verspätete Antwort: Ja, es ist mir bewusst, ich sehe das ebenso kritisch. Je höher der Anspruch war, desto furchtbarer ging es daneben - als Institution und Macht so fehlbar und fehlgeleitet wie ihre Anhänger, und sie ist es in Teilen immer noch. Wenigstens tut sie aber auch einiges an Gutem, zumindest heute.

Nachdem ich - fassungslos! - ganz aktuell von den militaristischen Buddhisten-Mönchen in den Nachrichten hörte, die ebenso böse handeln wie die alten Kirchen, indem sie ein anderes Volk aus Glaubensgründen brutal töten und ausrotten wollen - spätestens jetzt sehe ich auch den Buddhismus kritisch. Auch dort ist offenbar längst nicht alles Gold, was glänzt. Eine nüchterne, aber ganz "menschliche" Erkenntnis.

Alles, auch jeder Glaube, kann immer nur so gut und schlecht wie die Gläubigen selbst sein. Indem ich das akzeptiere als die Wirklichkeit, die wir haben, die Realität sprich das Leben, bleibe ich gelassener. Ich laufe keinem Ideal hinterher, denn das werden wir auf dieser Welt nicht finden. Auch Religionen bzw. Kirchen bestehen aus fehlbaren, fehlgeleiteten Menschen. Mit dieser Fehlbarkeit müssen wir leben, und wir haben die Wahl, ob wir uns daran aufreiben oder ob wir damit trotzdem, soweit es möglich ist, Frieden schließen wollen.

Liebe Grüße,
Pons
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 01.10.17, 17:55

Liebe Pons,

es gibt auch Dinge, die ich anderen nicht verzeihe, wer bewusst schlechte Handlungen für Andere setzt und ihnen damit schadet, dem verzeihe ich das nie.

Nein, ich bin nicht ein Mensch, wie jeder andere. Ich bewerte Verfehlung bei mir ähnlich, wie bei anderen. Und ich denke, ich bin der Einzige, der es beurteilen kann, bei sich selbst.

Ja, du hast recht, wenn man sich Handlungen nicht vergeben kann, macht das sicher nicht glücklicher.

Mit dem Wissen von Heute wäre Vieles anders, was vermutlich nicht anders wäre, wäre meine Erkrankung, die gibt es ja schon seit ich denken kann.
Es gibt Menschen, die sagen, würde ich mein Leben nochmals leben, ich würde es gleich machen. Dieser Behauptung kann jemand, wie ich nichts abgewinnen, also viel bliebe da nicht, was ich gleich machen würde, wobei das ohnedies Irreal ist.

Du hast mich gefragt, wie ich gegenüber anderen wäre, die so gelebt haben? Ich wüsste keinen Rat, ich hätte nichts zu sagen.

Wenn es den einen Gott gäbe, was ich nicht weiß, aufgrund fehlender persönlicher Erfahrungen wäre das schön. Nur, wenn es einen gibt, dann ist er kein Mensch, daher zweifle ich, dass Bitten oder Danken auch ankommen, weil das wäre, wie eben ein menschliches Gehirn vielleicht denkt.
Es ist ja auch nicht so, dass Gott uns, nach seinem Ebenbild erschaffen hat, sondern die Menschen ihn nach ihrem Ebenbild, das heißt aber nicht, dass Gott Eigenschaften haben muss, wie ein Mensch.

Jesus war König der Juden, so nannte man ihn, der kannte weder das Wort Christ noch Katholisch, also das, was die Kirche aus den Lehren Jesus gemacht hat, hat denke ich wenig damit zu tun, was Jesus lehrte.

Ich sage auch nicht, dass der Buddhismus besser ist als das Christentum. Selbst der Dalai Lama sagt, es sei egal, ob man einer Glaubensgruppe angehört, wichtig sei einzig und allein ein gutes Leben zu führen. Viele Buddhisten glauben an Gott, weil der Buddhismus ja keine Gottheit hat, also Buddha war meines Wissen nach Atheist.

Zu deinen angesprochenen militärischen Buddhisten-Mönchen kann ich wenig sagen. Ich habe es aber zum Thema gemacht, nach meiner Nachfrage kamen über 100 Antworten, wobei ich zugebe, das war mir dann „zu tief“ – anders ausgedrückt, da reichte mein Intellekt, dann nicht mehr um zu verstehen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich deinen Beitrag trotzdem wir unterschiedliche Zugänge haben, gut fand, ich finde, du bist eine Bereicherung für dieses Forum. Klar hast du auch Probleme, aber du hast auch eine gute Selbstreflexion, das gefällt mir sehr gut und ich bleibe auch bei meiner Einschätzung, dass du so viel Intellekt hast, dass es schaffen kannst und wenn es nicht gelingen würde, traue ich dir zu, Wege zu finden, die nicht in den Abgrund führen, das ist ehrlich gemeint, schönen Abend, liebe Grüße Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Sonntag, 01.10.17, 18:35

Lieber Kevin,

danke für Deine Antwort; ich kann ja so manchem darin zustimmen.

Einiges von dem, was ich vorab geschrieben hatte, beruht auf meinem eigenen Erleben und Empfinden. Es fällt mir schwer, auch nur andeutend darüber zu schreiben, aber für mich war es in einer Phase meines Lebens existenziell wichtig, mir selbst vergeben zu können, sonst hätte ich wahrscheinlich nicht überlebt.

Vielleicht schmerzt es mich deshalb, zu lesen, dass Du Dir Bestimmtes - und ich bin sicher, es handelt sich auch bei Dir nicht um Peanuts - eben nicht verzeihst. Mit einer solchen Last auf der Seele lebt es sich gewiss nicht unbeschwert. Und auch die PP könnten ja damit zu tun haben, aber ich will nicht weiter in Dich dringen. Ich finde Dich sehr ehrlich und aufrichtig, auch mutig, und ich wünsche Dir von Herzen, dass Deine Last leichter wird.

Wenn ich "mit Gott rede", ist es für mich so, dass ich mir keine logische Vorstellung davon mache, wie ihn meine Gedanken erreichen; Gott entzieht sich per definitionem ohnehin der menschlichen Logik, also kann ich seinen "Kanal" nicht kennen. Auch falls ich dann nur mit mir selbst reden sollte, mit meinem inneren Kern, wäre es in Ordnung - denn auch da ist ja Gott.

Dein geäußertes Zutrauen, ich würde es schaffen können, ehrt mich. Ich möchte Dir dafür noch besonders danken, und ich werde alles daransetzen, dies zu erreichen.

Liebe Grüße, und hab auch Du einen schönen Abend.
Pons
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Montag, 30.10.17, 20:04

Hallo,

nun, wer ist schuld an den Problemen einer Psychopharmaka Schädigung? Suchen wir die Schuldigen! An erster Stelle die Pharmaindustrie, dann die bösen Ärzte, die uns ja alle gezwungen haben die jeweiligen Substanzen zu nehmen, wie einfach doch oder?

Vielleicht sucht man die Verantwortlichen in dem man in einen Spiegel schaut? Wäre ein durchaus sinnbringender Ansatz. In der Regel werden Menschen nicht gezwungen Medikamente zu nehmen, bis auf wenige Ausnahmen. Die bösen, bösen Benzodiazepine zum Beispiel, was lese ich hier oft Dreckszeug, Teufelszeug und wer hat die Entscheidung gefällt sie einzunehmen, war das die Pharmaindustrie? Waren es die Ärzte? Oder war man es vielleicht gar selbst?

Und ja freilich man wusste einfach eben nicht auf was man sich da einlässt, weil man verlässt sich doch auf seine Ärzte, selber schuld, wenn das so war oder ist. Die modernen Menschen beschäftigen sich stundenlang am Tag mit ihren digitalen Spielzeugen, surfen nach allem möglichen Quatsch, aber nicht nach dem was sie ihrem Körper zuführen, seltsam oder?

Internetforen bzw. die virtuelle Welt ist nicht die Welt, die, die Entscheidungen trifft, das sind schon noch reale Konzerne, Interessensgruppen usw. und ich bin mir sicher es wird sich genau NICHTS ändern außer dass man eben teurere Produkte auf den Markt bringt, die von ihrem Potential her mindestens gleich viel Schaden anrichten, wie die bösen alten Benzodiazepine, die alle verfluchen. Ich auch übrigens, aber ich kenne den Schuldigen für meine Lage, andere sind noch immer auf der Suche bzw. haben sie woanders gefunden.

Man muss gar nichts, alles Ausreden, Ausflüchte um sich selbst aus der Verantwortung zu nehmen. Ich war letztens selbst in einer Situation, wo einer Frau erklärt wurde, dass sie durchaus die "übliche" Behandlung ablehnen kann, sie soll es sich in Ruhe überlegen, auch mit ihrer Familie und sie wäre nicht die Erste, die so eine Behandlung ablehnen würde, es ging um eine Chemotherapie, die lebensverlängernd gewesen wäre. Also ich sah in der Aufklärung der wirklich gebrochenen Frau keinerlei Fehler, sie wurde mitfühlend und korrekt aufgeklärt. Pharmaindustrie, Ärzte, Kliniken alle würden daran verdienen und doch wurde die Frau richtig beraten, frei von irgendwelchen Präferenzen, da war keinerlei Druck da.

Ich kenne unglaublich viele Ärzte über die Jahre und ja fast alle arbeiten ähnlich, aber man braucht nur sagen NEIN und es wird meist auch akzeptiert. Ich kenne auch Ärzte, die gegen Untersuchungen sind, die sagen einfach die Wahrheit, wollen sie das wirklich wissen? Es geht nicht bei allen nur um den Profit.

Und niemand wird gezwungen zu Ärzten zu gehen, die Regel ist sogar, dass normale Patienten förmlich darum betteln Medikamente zu bekommen. Sagt man denen, sie sollen ihr Leben ändern, Sport machen, Ernährung, Ernährungsgewohnheiten, Lebensgewohnheiten - dann sind die meisten enttäuscht, wobei ganz ehrlich viele solche Ärzte gibt es freilich nicht, die meisten wollen verkaufen natürlich, ist ja ihr Job. Deshalb sind wir ja mit einem leistungsfähigen Gehirn ausgestattet worden von der Natur, um auch selbst zu entscheiden und vielleicht werden zukünftige Generationen es besser machen, wobei ich glaub es nicht.

Und wer glaubt, dass es Veränderungen geben wird in Bezug auf Bewusstsein, der wird enttäuscht werden, weil der Bewusstseinswandel wird nicht kommen, es sei denn man wird dazu gezwungen, dann kann es sein, aber so wie es jetzt ist, sieht es nicht danach aus, Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Montag, 30.10.17, 20:15

Hallo Kevin,

Dein Beitrag spricht mir großenteils aus der Seele. Ich bin auch sehr dafür, die Veranwortung für sich selbst zu übernehmen. Mir wird unbehaglich, wenn nun, nach der schlechten Erfahrung, die Ärzte als boshafte Handlager der noch boshafteren Pharmaindustrie angeprangert werden. Das mag im Einzelfall stimmen, ich könnte aber nicht guten Gewissens behaupten, dass mir die Benzos aufgedrängt wurden, im Gegenteil: Ich habe darum gebeten.

Auch die Überlegung, dass man es heute anders machen würde, kann nur auf der Tatsache gedeihen, dass man eben eine schlechte Erfahrung gemacht hat; damals empfand ich das Schlafmittel als sehr hilfreich und war meinem Arzt dankbar dafür. Ich möchte hier ehrlich bleiben und die Fakten, zumindest was mich betrifft, nicht verdrehen. Sicherlich wird es unverantwortlich handelnde Ärzte immer geben, leider; auch dass Kranken Medikamente übergestülpt werden, ist bedauerlichweise eine Tatsache, die aber nicht erst mit den PP aufgetreten ist.

Wut auf die Verabreicher zu entwickeln, mag helfen, aber oft sind es eben die Patienten, die laut nach Hilfe rufen, und zwar egal wie die ausschaut. Das böse Erwachen ist der zweite Schritt nach dem ersten, und zumindest ich für mein Teil sehe, dass ich bei dem ersten mitbeteiligt war und jetzt halt die Rechnung dafür zu bezahlen, dafür aber die Möglichkeit habe, bei der Aufklärung anderer mitzuwirken.

Gruß, Pons
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 31.10.17, 6:10

Hallo Pons,

Es war und ist eben meine Sicht der Dinge, wie sie sich heute darstellt und mir ist auch klar, dass es Einige geben wird, die das anders sehen. Wobei ich denke, auch wenn meine Worte nicht sehr populär waren, in ihnen steckt eine große Wahrheit. Wobei das muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er das sieht, ich sehe es heute so nach doch vielen Jahren Erfahrung mit mir selbst und auch anderen.

Ich habe auch enge Verhältnisse zu Ärzten, wo wir weit über das normale Arzt-Patienten Gespräch über andere Dinge gesprochen haben, also ich wollte mir auch die andere Seite anhören und das habe ich geschrieben. Wie du auch angemerkt hast, es geht hier gar nicht nur um Benzodiazepine oder Psychopharmaka, die meisten Patienten, die zu Ärzten gehen wären enttäuscht, wenn sie nichts an Medikamenten mitbekommen.

Ich kann dich auch nur bestätigen, weil dein Beitrag sehr gut war. Es ist wahr natürlich, dass die Pharmaindustrie und auch einige Ärzte sehr darauf sind, dass die Patienten Medikamente nehmen, aber da kommt eben unsere eigene Verantwortung hinzu, nehmen wir an oder lehnen wir ab. Auch ich habe angenommen und auch verdrängt, weil es wäre eine Lüge zu sagen, ich hätte 15 Jahre gebraucht, um zu verstehen, das ist nicht wahr.

Du hast, wie so oft das Positive mit genommen in deinem Beitrag, ja, es ist eben passiert, es war so und jetzt muss man eben versuchen es anders zu machen, aber ich denke es hält den Prozess einer Verbesserung auf, wenn man mit negativen Gefühlen gegenüber anderen arbeitet, anstatt bei sich zu bleiben, weil so egoistisch dies auch klingen mag, die ganze Kraft, welche man noch hat gilt es sich dem Thema, wie verbessere ich meinen Zustand, mein Leben wieder zu widmen, das ist das wahre Thema und hier Wege zu suchen.

Bei dir und das habe ich mehrfach geschrieben, sehe ich die Chance gut, weil deine Einstellung wirklich gut ist und auch die anderen Voraussetzungen, Betroffene wie ich müssen sicher härter kämpfen, sehr hart sogar, weil wenn das nicht so wäre, würde ich lügen bzw. würde wo anders sein, als da wo ich bin. Auch wenn ich nicht darüber schreibe, für mich ist es auch tagtäglich ein verzweifelter Kampf, weil ich es nicht akzeptieren will, dass ich keine Veränderung schaffe. Daher versuche auch ich mich mit positiveren Dingen zu beschäftigen anstatt mich im Kreis meiner Erkrankung zu drehen.

Ich habe viel gelernt in den Jahren, natürlich auch hier vor allem und dafür bin ich auch dankbar, aber für mich ist die Zeit des Schreibens, Sprechens eigentlich im Moment vorbei, es ist genug gesagt, ich möchte mich auf die Dinge konzentrieren, die mir ein Stück Leben zurückgeben und daran arbeiten, mehr zurück ins reale Leben zu gehen und mich nicht auf alles mögliche andere konzentrieren, sondern wirklich hinzusehen auf das eigentliche Thema, nämlich meine Suchterkrankung, für die ich selbst verantwortlich bin, Liebe Grüße und weiterhin alles Gute bzw. viel Kraft, Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von weg » Dienstag, 31.10.17, 6:42

für kevin
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Hallo Kevin,
ich möchte mich auf die Dinge konzentrieren, die mir ein Stück Leben zurückgeben und daran arbeiten, mehr zurück ins reale Leben zu gehen und mich nicht auf alles mögliche andere konzentrieren, sondern wirklich hinzusehen auf das eigentliche Thema, nämlich meine Suchterkrankung, für die ich selbst verantwortlich bin, Liebe Grüße und weiterhin alles Gute bzw. viel Kraft, Kevin
ja, das ist ein guter Vorsatz bzw. die richtige Absicht.

Ich betrachte mich ja auch als süchtig, und es ist nicht so, dass ich nur schnurstracks auf eine Gesung zu marschiere; auch ich erlebe Anfechtungen, wenn ich nachts mit zunehmenden Kopfschmerzen wachliege, trotz des Nichtschlafenkönnens todmüde und gerädert bin, zu müde, um mir Tee zu kochen, zu wach, um in den Schlaf zu finden, und der Griff nach der Schlafhilfe doch so einfach ist ... Es ist oft genug immer noch ein Kampf.

Meine Therapie lässt auf sich warten, und ich werde demnächst telefonisch nachfragen, ob ich wenigstens im neuen Jahr damit rechnen kann. Die Suchtsache zu bearbeiten, halte ich jedenfalls auch für entscheidend wichtig. Ich habe mir den täglichen Newsletter der Narcotis Anonymus bestellt, finde ihn gut und kann darüber ein wenig meditieren. (Kleine Warnung: Der Begriff "Gott" kommt bei ihnen häufig vor, ist aber weiter als üblich gefassst und schließt diejenigen, die im üblichen Sinn nicht glauben, nicht aus.) Durch die kurzen Briefe bzw. Mails habe ich das Gefühl, ich kann schon wenigstens ein bisschen was tun. Und für mich ist das Forum derzeit noch unverzichtbar. Auch wenn ich gesunden sollte, möchte ich meine Erfahrungen gern weitergeben ...

Dir ebenfalls ganz viel Kraft, Kevin. Mir imponiert Deine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema und mit Dir selbst, und ich erlaube mir, Dir diesbezüglich ein "Weiter so!" zuzurufen.

Liebe Grüße,
Pons,
die Dich immer gern lesen wird.
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 31.10.17, 12:28

Hallo Pons,

für mich ist es nicht mehr ein Kampf um jeden Tag sondern um jede Minute. Die Zeit vergeht, wenn man nicht hinsieht und das stimmt das Sprichwort.

Mit Kampf meine ich, ich bin permanent in einem grenzwertigen Zustand, dass ich einfach jede Minute kämpfen muss ums Überleben, du schilderst es ja ähnlich in deinen Nächten. Dieses Angstgefühl, die Symptome haben leider große Macht, ich sehe die Abhängigkeit oder nennen wir es Sucht nicht ausschließlich von mir beeinflussbar.

Ich weiß auch nicht, ob das je so war, das macht es ja auch so schwierig da wieder auszusteigen, daher muss man wirklich extrem Achtsam sein.

Ich finde es auch echt deprimierend, wenn ich mein Anmeldedatum ansehe und sehe wo ich stehe, das hätte ich nie für möglich gehalten, daher nochmal, was mir passiert ist, ist passiert, aber ich wollte es überhaupt nicht, ich habe wirklich gekämpft. Mir hat mal jemand gesagt, nicht ich bin so schwach sondern die Sucht ist so stark.

Das entbindet mich nicht von meiner Selbstverantwortung, aber ich möchte nur sagen, ich habe es wirklich mehr als versucht und werde es weiter tun, ich kann einfach nicht glauben, dass es nicht geht, es ist ganz ein großer Wunsch vorhanden, das zu schaffen nach wie vor, Liebe Grüße Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Dienstag, 31.10.17, 13:06

Hallo nochmal,

Kevin, die Enttäuschung über sich selbst kann enorm sein - ich weiß, so enorm, dass sie einem vorgaukelt: Jetzt ist bald eh schon alles egal. Aber das ist es nicht!

So wie Du es auch schreibst, es ist unsere alles überdeckende Aufgabe, uns um jede Minute zu kümmern. Aber wir sollten uns auch nicht im Kampf "dagegen" verlieren. Ich schrieb es ähnlich vorige Tage bei Gabriel: Das Endergebnis ist es nicht nur, um das es geht. Es ist nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg. Wenn Du den brennenden Wunsch hast, ohne die Mittel zu leben - WIR den haben - lohnt es! Auch zum hundersten Mal aufzustehen, lohnt, und wenn wir fallen, ist das keine Schande, sondern es ist wie beim Kind, das das Gehen lernt: Es lässt sich NIE entmutigen und wird so lange wieder hochkommen, wie es braucht, um allein laufen zu können. Den resignierenden Blick auf das Datum des Beginns hat das Kind nicht, wahrscheinlich sein Glück. :wink:

Die Realität, die so negativ scheint, ist erstaunlicherweise für mich nicht entmutigend. Da mag eine Portion Trotz drin liegen, aber selbst wenn die Statistik zeigt, es sind nur 5 von 100, die es schaffen, dann sage ich mir nicht, oh - das ist ja ziemlich aussichtlos, sondern: Ich möchte zu den 5 gehören. Und es gibt nichts, was uns diesen Glauben an uns selbst verwehrt - wenn wir es nicht selbst sind.

Ich kann zu Dir nicht sagen, vergiss die zurückliegende Zeit, das erscheint uns unrealistisch, aber als Buddhist hältst Du doch auch entscheidend viel vom Hier und Jetzt, nicht wahr? So gesehen kann in jeden Tag, jedem Augenblick ein ganz neuer Anfang liegen.

LG Pons
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 31.10.17, 18:00

Hallo Pons,

die Enttäuschung ist groß, da hast du recht, was ich aber nie gemacht habe, war zu sagen, jetzt ist alles egal.

Wir beide sind leider wenig vergleichbar. Ich meine deine Abhängigkeit oder Sucht ist ein wirklich anderes Kaliber, du hast statistisch ungefähr die Chance, die du geschrieben hast, nämlich 5 von 100 schaffen es, wobei ich persönlich das optimistisch finde, womit ich dich aber eher motivieren will und das meine ich nicht ironisch.

Bei mir sieht die Statistik ungefähr so aus, Null von Hundert schaffen es, ABER ich möchte trotzdem weiterleben und beweisen, dass es doch geht.
Jesus hat gesagt, werdet wie die Kinder. Ja, die haben uns viel voraus, die denken nicht so viel nach, die haben lange kein Schamgefühl und sagen einfach raus, was sie denken, das kann durchaus Unterhaltungswert haben.

Ich sage dir eins PONS, nimm dir ein Beispiel an mir, weil da wo ich bin, da darfst du nie hinkommen, dann wäre dein Leben nur mehr schwer zu drehen, nicht unmöglich aber schwer.

Wut, wie du sie beschreibst kann man auch positiv nützen, in dem man wütend ist, dass man eben süchtig ist.

Liebe Grüße Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Katharina » Dienstag, 31.10.17, 19:16

Lieber Kevin !

Kevin es gibt Gründe weswegen Menschen z.b. Harmonie abhängig sind

warum Menschen nicht nein sagen können
das ist schriftlich bewiesen

hör auf so streng mit dir zu sein und nimm doch bitte Gottes Hilfe an wenn du sagst wir sind ein Teil Gottes

ich bete jeden Abend
ich bitte
ich klage und ich danke

(ich habe kaum eine Diktierfunktion ein mieses System Update bekommen kann kaum tippen da ich schlecht sehe zur Zeit.)

ich habe die vorherigen Beiträge der anderen nicht gelesen

ich bin sehr müde

ich möchte dir jedoch eines sagen
du bist zu streng in meinen Augen ü in meinem Empfinden

du hast freiwillig nicht das "nein" nicht sagen können

es gibt einen Grund weswegen wir oder diejenigen oder einige ein Harmonie Bedürfnis hatten oder haben

du bist viel zu streng
zu hart zu deinem verhalten dir selbst gegenüber und damit bremst
du dich aus

( wie auch ich exakt genau so Jahrzehnte lang es mit mit getan habe - habe, Gott sei Dank )

wenn du sagst wir sind Wesen Gottes dann kannst du selbstverständlich

ich glaube an Gott selber und ich bete jede Nacht für mich für andere und dafür dass er mich doch bitte durch diese Zeit tragen möge selbstverständlich

kannst du dich an Gott wenden und ihn für dich um seine schützende Hand bitten

aber natürlich dafür ist Gott da dass man ihn an bittet
für jemanden anderes betet
i
die jungen Leute die jetzt konfirmiert wurden haben Gott angeklagt in ihren Sprüchen in der Kirche unter der Leitung der Pastorin

Kevin es ist doch keine Entschuldigung dass Menschen abhängig machende Substanzen dauerhaft nehmenes gibt Gründe nachweisbare Gründe weswegen es so ist oder war.
chaos Text

ich muss einen Reset oder sonst was machen.

von Herzen
Katharina
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 31.10.17, 20:45

Hallo Katharina,

nun, wenn ich es statisch sehe, dann sind wir nicht gescheitert. Ich sag dir auch warum, weil die meisten Menschen wollen nichts verändern. Wir wollen was verändern, haben es aber noch nicht geschafft.

Also ich denke, es ist eine wirklich kleine Minderheit die PPs nimmt und gerne aufhören will im Ernst, die Masse will nicht aufhören, also können die auch nicht scheitern.

Ich bin nicht streng, ich versuche nur mich an den Fakten festzuhalten und die sind wie sie sind, da gibt es nichts schön zu reden.

Ich denke, es hilft vor allem eines, nämlich keine Medikamente zu nehmen, alle anderen Hilfsmaßnahmen sehe ich als Hochdosispatient zweitrangig.

Gott? Ja, ich spreche auch manchmal zu ihm, wobei das meiste Dank ist für das was ich bekommen habe, weil das war nicht schlecht. Mir fallen viel mehr Dinge ein, die gut waren in meinem Leben als schlecht. Ich habe Arbeit, ich hatte liebevolle Eltern, großartige Freunde, ich habe genug zu essen, ich lebe in einem sicheren Land - alleine das ist wie ein Jackpot hier auf die Welt zu kommen, ich bin dankbar für meine Hunde, dass ich eine schöne Wohnung habe und ja da gibt es noch viel mehr.

Wenn es Gott gibt, dann bin ich wohl Teil von ihm und ich brauche ihn um nichts bitten, weil er weiß, was ich brauche, deshalb ist er ja Gott. Ich denke unser Leben ist schon ein wenig vorgezeichnet, ein paar Dinge können wir beeinflussen, vieles nicht. Man kann auch mit einem Leben, welches von mehr Leid geprägt ist was positives mitnehmen. Viele Erkenntnisse hätte ich nie gewonnen, hätte ich ein normales Leben gehabt.

Wie gesagt, ich bin nicht unzufrieden wie es ist, ich bin zufrieden, wenn es nicht schlechter wird, weil auch das ist eine Option, Dinge können auch schlechter werden. Ich hoffe sie bleiben gleich - im Idealfall schaffe ich eine kleine Verbesserung.

Alles Liebe und Gute für Dich, Kevin
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Re: Kevin05 (DO-Der Weg)

Beitrag von Eva » Dienstag, 31.10.17, 20:57

Hallo und guten Abend, Kevin und Katharina,

dankbar zu sein, ist toll, und Gott dafür zu danken, auch. Das ist in meinen Augen das beste aller Gebete. Gebete haben nachgewiesen Einfluss, und es ist auch leicht zu erklären, wieso: Über die Energie-Ebene. Die göttliche oder die Lebens-Energie existiert, ohne Zweifel, sonst gäbe es nicht das, was wir Leben nennen.

Gott um etwas zu bitten, ist auf der einen Seite nicht nötig (da "er" oder "es" allwissend ist und wir ohnehin erhalten, was uns zugedacht wird), auf der anderen Seite verbinden wir uns im Bitten mit Gott - so empfinde ich es. Ich selbst bitte selten um etwas Bestimmtes, aber es tut mir gut, mich der göttlichen Macht anzuvertrauen.

Nachsicht mit uns selbst - da hat Katharina Recht - ist wichtig. Selbst-Mitgefühl, statt Selbst-Strenge. Wenn nur die Liebe heilt, ist die Selbst-Liebe (Akzeptanz unserer selbst, so wie wir sind, und uns so zu mögen) die beste Voraussetzung, dass wir Heilung erlangen.

Liebe Grüße an Euch beide, Eva (Pons)
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