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Informationen Verordnung Benzodiazepine

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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Informationen Verordnung Benzodiazepine

Beitrag von Murmeline » Freitag, 08.05.15, 16:22

Ich möchte hier einige Links zum Thema als Information sammeln, da Leitlinien und Handlungsempfehlungen aus den letzten Jahren zunehmend auch den ambulaten, selbstgestalteten Entzug erschweren.

Die Bundesärztekammer hat in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2007 einen Leitfaden für die ärztliche Praxis „Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“ veröffentlicht.

Dieses Dokument findet ihr hier:
http://www.bundesaerztekammer.de/filead ... igkeit.pdf

Ferner haben die Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg im Februar 2011 (EDIT aktualisiert November 2015) eine gemeinsame Handlungsempfehlung zur Verordnung von Benzodiazepinen und deren Analoga publiziert.

Dieses Dokument findet ihr hier:
http://www.aerztekammer-hamburg.org/fil ... 112015.pdf

EDIT: Link geht nicht mehr, hier eine alte Version: http://www.kvhh.net/media/public/db/med ... ternet.pdf

Einen Artikel "Probleme der Dauertherapie mit Benzodiazepinen und verwandten Substanzen: Verschreibungspraxis, Epidemiologie und Entzugsbehandlung" aus dem Ärtzeblatt 1/2015 gibt es hier:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/166997 ... behandlung
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Kevin05
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Re: Informationen Verordnung Benzodiazepine

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 08.05.15, 17:36

Ich hab jetzt nur den letzten Link gelesen und wenn ich nicht ganz daneben liege bleibe ich bei meiner Meinung, die haben keine Ahnung von der Behandlung von Benzodiazepinabhängigen und wie auch dort steht schon gar nicht von Hochdosisabhängigen. Der Standpunkt der Ärzte ist leider für mich sehr realitätsfern ohne alle Links jetzt zu lesen. Es mag sein, dass es Empfehlungen gab, aber der Knackpunkt ist auch, dass es keine wirksamen Alternativen gibt, wenn man denn schon was nehmen muss. Auch die Empfehlung ab 20 mg Durchschnittsdosis einen stationären Entzug zu machen ist meiner Meinung nach falsch, ich habe solche Entzüge versucht und nochmal die Zugänge sind überall die selben. Also für mich sind diese Richtlinien nur eine Bestätigung dessen, warum die Ärzte die Betroffenen falsch behandeln, aber Danke Murmeline fürs reinstellen, jetzt weiß ich wenigstens warum die Ärzte so denken, ich bin auch überzeugt, wenn ich alle Links lese wird sich meine Meinung kaum ändern, weil mit Positivbeispielen bzw. wirklichen Erfolgen in der Behandlung von Angsterkrankungen oder Schlafstörungen können sie allesamt nicht aufwarten, aber vielleicht hab ich ja den Artikel falsch verstanden, meine Praxiserfahrung zieht sich wie ein roter Faden, sämtliche Ärzte haben keine Idee und halten sich eben nur an solche Empfehlungen, aber Ahnung haben sie keine und die einzige die echt geforscht hat scheint nirgends auf, nämlich Asthon, alles Liebe und Gute Kevin
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Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Informationen Verordnung Benzodiazepine

Beitrag von Murmeline » Freitag, 08.05.15, 17:42

Ich sehe dass wie du Kevin. Die Links zeigen, warum Ärzte so handeln, wie viele es erleben. Und ohne Erfahrungen mit Benzos zu haben bin ich der Meinung, dass diese Vorgaben nicht immer einfach für den Patienten sind. Zumindest von Menschen die schon länger Benzos verschrieben bekommen haben. Ggf sorgt es wenigstens dafür, dass weniger Menschen aus Gedankenlosigkeit der Ärzte in Abhängigkeit rutschen.
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Snoopy1511
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Re: stationärer Entzug 100% leichter als ambulant!!!!

Beitrag von Snoopy1511 » Montag, 01.02.16, 21:08

Hallo und guten Abend,
Ich bin ganz neu in diesem Forum; lese aber seit einiger Zeit schon sehr interessiert mit und bin begeistert über die gebotenen Hilfestellungen im Kampf um das Absetzen von Benzos.
Ich werde noch näher auf meinen Einstieg und Ausstiegsversuch eingehen!
Da ich mich momentan genauso fuhle wie du und den ambulanten Ausschleichversuch bis jetzt im Berufsstress nicht geschafft habe und mein Ashton-Plan leider auch momentan ein heilloses auf und ab- eher auf..sprich Zunahme der Dosis ist, beschäftige ich mich doch mit dem Gedanken des stationären Entzuges. Leider hat man es als Benzoabhängiger ja scheinbar nicht so leicht im stationären Entzug.
Du hast mir etwas Mut gemacht, zumal ich auch im Norden, PLZ 23.... wohne, würde mich interessieren in welcher klinik du stationär entzogen hast...
Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
Herzlichen Dank im voraus,
Es grüßt Snoopy1511

Katharina
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Re: Informationen Verordnung Benzodiazepine

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 02.03.16, 0:56

Hallo Snoopy!

Meine Erfahrung Benzos nach Ashton - Manual zu reduzieren ist prima, jedoch mit einem Sucht therapeuten zusammen in wöchentlichen Gespräch.

Denn es gab Schwierigkeiten und so besprachen wir eine erreichte Stufe für ein oder zwei Wochen bei zu behalten, beide mit einem Kalender in der Hand.

Es ist so angenehm aus Deinem Alltag heraus zu jemanden gehen zu können der weiß worunter Du leidest, weiß wo Du stehst und bei dem Du aufgehoben bist.

Ich habe über ein Jahr gebraucht aber dafür wenig gelitten.

in einem Klinikalltag geht ein Reduzieren stationär zu schnell
aber die Kliniken haben auch Institutsambulanzen mit Suchttherapeuten die man einmal wöchentlich auf suchen kann.

Stationär? Nie wieder, diese Schnellentzüge sind akuter Stress für das Gehirn und eventuell werden zusätzliche Stoffe angeboten die dann zu noch mehr Durcheinander führen.

Gut,finde ich das Du das Ashton -Manual kennst,ich würde um ambulante Hilfe mit diesem Plan in der Hand einen Psychiater um Betreuung bitten aber wenn er Dir ein Ausschleichzusstzmedikament verordnen will, dann renne weg mit Deinem Manual.

Viel Glück, es wäre eine Schande niemanden ambulant zu finden sodass man zuhause bleiben und arbeiten kann.

Katharina :hug:
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