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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 04.06.15, 16:07

Liebe ADFD´ler,

ich habe etwas vermisst - das ist der Austausch mit denjenigen, die es geschafft haben von den Benzos loszukommen.
Mich würde interessieren, wie es den Betroffenen heute geht und ob sie noch Symptome haben und wenn ja welche.

Mir geht es nämlich so, dass ich auch über ein Jahr nach Null noch an ziemlich komischen Phänomenen leide, aber niemanden habe, mit dem ich mich austauschen kann bzw. der auch seine Erlebnisse und Erfahrungen beisteuern kann.

Ärzte zu fragen hat sich als absolut sinnlos herausgestellt. Die gucken mich nur komisch an und sagen, das kann nicht sein, dass das vom Entzug kommt.
:evil: :x :zombie: [sehr wohl kann das sein!!! Denke ich! ...]

Deswegen wurde dieser Thread eingerichtet.

Leider leider sind ganz viele derjenigen, die erfolgreich den Entzug bewältigt haben, nicht mehr aktiv hier; vielleicht können wir den ein- oder anderen reaktivieren und er könnte uns mit seinen Erfahrungen bereichern (?)... Man hat ja leider nur sehr wenige Infos, was nach Null und über die Zeit gesehen noch so an "Nachwirkungen" im Körper herrschen; ich dagegen bekomme langsam eine Ahnung.... :roll:

Deswegen werde ich auch alsbald meine persönlichen Eindrücke hier niederschreiben.

Es wäre klasse, wenn sich der ein- oder andere hier beteiligen würde :party2: .

Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 04.06.15, 17:37

Ich würde diesen Austausch sehr begrüßen und werde mich beteiligen.

VG von sleepless
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 04.06.15, 20:57

Ihr Lieben ....

ich bin dabei und werde detaillierter berichten und sage erst mal, es geht sehr vieles besser seit dem 7. Monat nach 0 mg, allerdings waren die ersten Monate schlimm und angstbesetzt! Jetzt fange ich an wieder zu Leben!!!! Habe aber ab- und zu das bestimmte Symtome in abgeschwächter Form wieder kommen aber nach Tagen verschwinden ..... :haha:

Also bis bald und noch mehr folgt in kürze :party2:
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Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser
3 Jahre nach 0 mg :party2: nie wieder Benzos! es wird immer besser bis auf manchmal - durch Stress

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 04.06.15, 21:59

Hallo Chrissy,

ein Glück! Das ist ja super zu hören! :party2:


Hallo sleepless,

da freue ich mich aber! :pillowtalk:


Gruß
Jamie
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.06.15, 5:02

Hallo Jamie,

freust Du Dich auch, wenn ich nicht so Super-Sachen zu berichten habe? Ich quäle mich (noch?) ziemlich mit protrahiertem Entzug. Bei mir kommt sicher erschwerend hinzu, daß ich einem "Medikamentenstrudel" ausgesetzt war und kalt abgesetzt habe. Nicht nur Benzo, sondern eben auch AD und NL und Lyrica und Antiepileptika und das ganze Gift. Bin ich dann überhaupt richtig in diesem Thread?

VG sendet sleepless, die heute Nacht wieder mal fast komplett sleepless war ...
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Freitag, 05.06.15, 11:16

Hallo sleepless,

jeder ist mit seinen Erfahrungen willkommen, egal ob gute oder schlechte.
Ich denke mal, dass du vielleicht schon differenzieren kannst, welche deiner Beschwerden vor allem den AD, NL geschuldet sind und welche überwiegend den Benzos, insofern sind deine Informationen sicherlich eine Bereicherung für uns alle.

Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von dickidick1 » Freitag, 05.06.15, 21:52

Hallo zusammen! Diesen Beitrag habe ich bereits ganz ähnlich n einem anderen Thread geschrieben, er passt aber auch hier 1:1.

Ich habe nach meiner Benzoentgiftung (erst ambulant versucht im Januar von den 3 mg Lormetazepam, die ich für sieben Monate täglich geschluckt hatte erst auf 24 mg Diazepam, bis Anfang März auf 18mg Dia runter mit Höllenentzug. Weinkämpfe, schwerste Depressionen bis hin zu konkreten Selbstmordabsichten) und dann stationär in einer Suchtklinik dreieinhalb Wochen lang - erst das Dia umgestellt auf zunächst 50 mg Oxazepam, dann runter auf 0, wo ich seit dem 15.3. bin), oft Angstzustände aus heiterem Himmel ohne jeden erkennbaren äußeren Anlass. Mir ist dauernd schwindelig, manchmal auch etwas übel (kann aber auch vom Paroxetin kommen, das ich seitdem nehme)
. In der Klinik haben sie mir gesagt, ich hätte ne Angststörung. Komisch nur, dass ich diese Angstzustände VOR den Benzos nicht hatte...dort haben sie mir aber auch erzählt, dass nach der Entgiftung der Entzug vorbei sei...
Die ersten Wochen zu Hause nach der Suchtklinik: Angst, Selbstmordgedanken, ich habe mich nicht aus dem Haus getraut, erst sogar nur im Bett oder auf der Couch gelegen. Kaum Appetit, große Schlafstörungen, ständiges Grübeln: dann ging es weiter mit wackelndem Kopf, zitternden Armen, Händen und Beinen. Verstopfung und Harnverhalt. Anschließend bekam ich sehr starke Schmerzen im Unterbauch. Ab in die Notaufnahme: Leistenbruch. Ja, aber daher kommen solche Schmerzen? Also ab zum Gastroenterologen: Ultraschall, Magen- und Darmspiegelung, alles ohne Befund. Zum Urologen: alles ok. Harnverhalt könnte von den Medis kommen. In der Klinik hatten sie mich, der zuvor 7 jahre lang Moclobemid nahm, umgestellt auf Paroxetin. Dosis: 20mg. Von meinem Psychiater erhielt ich später noch Mirtazapin, zum besseren Schlafen. Seither schlafe ich gut, etwa 7 bis 8 Stunden. Werde aber morgens mit Grübeln und Zwangsgedanken wach und brauche oft lange, um in den Tag zu kommen.Allerdings haben sich seither meine leberwerte , die immer gut waren, verschlechtert.
Psychisch gesehen waren die ersten Wochen so, als hätte ich einen unsichtbaren Anzug an - alles kam mir gefiltert und unwirklich vor. Inzwischen ist dieser "Anzug" weitgehend weg, ich fühle Emotionen wieder deutlicher- gute, aber auch negative. Und ich habe nun immer wieder Angst. Im Auto, im Büro, zu Hause, im Wald, alleine, zusammen mit anderen...Wenn es mir gut geht, geht es mir richtig gut, manchmal für Sekunden, manchmal für Stunden. Am nächsten Tag ist dann wieder alles Sch...mit Zwangsgedanken (muss z.B. immer wieder an die Entgiftungsklinik denken, das hat mich alles echt traumatisiert da - ich bin eben kein "Suchtprofi"), gegen die ich nicht ankomme.
Wenn ich nicht solchen Bammel vor einem erneuten Entzug hätte und wüsste, dass ich garantiert keine Toleranz entwickle, bevor ich überhaupt mit dem Abdosieren beginne, würde ich sofort wieder ein Benzo eindosoieren. dEnn ohne gehts mir ja auch total schlecht. Nur woher nehmen? :? Die Diazepam-Tropfen habe ich nicht mehr, und ich es ist zwar noch Lormetazepam im Haus, aber das rühre ich nicht mehr an. Und wenn ich mir andere Benzos wie Diazepam oder Clonazepam o.ä. irgendwo im Internet bestelle und sie nicht regulär vom Arzt verordnet bekomme, hieße das: Meine Frau ist dann weg. Sie sagt, dass sie nicht mit einem Tablettenjunkie zusammen sein will und kann - was ich gut verstehen kann. Denn sie hat die ganze Scheisse miterlebt (immerhin wurde ich ja bereits im Dezember entzügig vom Lormetazepam, und seit Mitte Januar gehen wir zwei immer wieder durch die Hölle) und mitgelitten, als ich nach Beginn der Abdosierung wochenlang wegen Depressionen nur noch im Bett geheult habe und mich umbringen wollte. Und es nun wieder heimlich nehmen, das geht dann doch zu weit...
Aber jetzt frage ich mich doch: Wofür hat sich die ganze Quälerei eigentlich gelohnt?

LG, Robert
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von dickidick1 » Samstag, 06.06.15, 18:14

Hallo zusammen! Es wäre wirklich toll, wenn sich hier mehr Nutzerinnen und Nutzer beteiligen könnten. Irgendwie führt die Diskussion gerade etwas vom originären Thema weg, finde ich. Was mich momentan nämlich am meisten interessiert, wäre, was für Erfahrungen Ihr im Benzoentzug gemacht habt. Hattet Ihr beim langsamen Ausschleichen mit Diazepam bzw. dem Benzo, nachdem Ihr abhängig wart. größere Probleme wie etwa Schlafstörungen, Angst, Depressionen, Selbstmordgedanken und/oder körperliche Beschwerden? Das alles hatte ich selbst zuhauf, sowohl beim ambulanten Selbstversuch, bei dem ich idiotischerweise nicht parallel eindosierte und ausschlich, sondern nur Diazepam nahm und das im Höllentempo zu reduzieren versuchte als auch im stationären Entzug, der megaschnell ging. Wofür hier andere Jahre brauchen, haben sie bei mir in zehn tagen (!) gemacht. Danach war ich dasselbe Wrack wie vor der Klinik, nur eben ein Wrack ohne Benzos....Da wäre es sehr hilfreich für mich zu wissen, was mich erwartet- bevor ich Diazepam Möglicherweise wieder eindosiere...

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Samstag, 06.06.15, 18:38

Hallo Robert,

mein Benzoentzug war ein kalter, gedeckelter unter stationären Bedingungen und später nochmals allein ambulant Der erfolgreiche Entzug ist über ein Jahr her inzwischen. Gedeckelt mit NL wurde ich noch bis Ende August 2014. Die Symptome, die Du beschreibst, hatte ich zuhauf. Ich war auch dasselbe Wrack wie vorher, wenn nicht noch schlimmer, nur eben ein Wrack ohne Benzos, gut charakterisiert.
Die Schlafstörungen bestehen weiter, aber die hatte ich schon vorher und die hatten mich zu Benzos greifen lassen, daher habe ich auch keine Wunder erwartet in dieser Hinsicht. Anfangs hatte ich beängstigende DR/DP/Dissoziationen.
Die psychischen Symptome sind weitgehend gebessert. Ich habe mein Leben erheblich umgestellt.
Geblieben sind viele unangenehme körperliche Symptome, die ich näher beschreiben kann, wenn Interesse besteht. Geblieben ist sozusagen die Abwesenheit von völligen Wohlbefinden. Daneben blieb eine herabgesetzte psychische und physische Belastbarkeit.
Ich gebe zu bedenken, daß ich neben Benzos auch von AD, NL u.a. Psychopharmaka jeweils kalt entzogen habe.
Außerdem bin ich schon 60 Jahre alt.
Mit dosiertem Absetzen habe ich keine Erfahrung.

VG einstweilen von sleepless.
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Murmeline » Samstag, 06.06.15, 18:41

Hallo Dickidick, lies doch mal die Verläufe im benzobereich nach, dann siehst du, wie es den Mitgliedern beim absetzen individuell ging. Da findest du ja viele Infos von Mitgliedern die nicht mehr aktiv sind. Grüße murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 06.06.15, 19:42

Hallo Ihr Lieben!
Ja,ich bin die Benzos losgeworden aber zu welchen Preis.
Den Text den sleepless geschrieben hat,hätte 1 zu 1 von mir sein können.
Auch ich stand vor dem Benzoentzug in der Klinik mitten im Leben.
Ich war eine Geschäftsfrau und hatte die Verantwortung für 3 Geschäfte und meisterte
auch sonst mein Leben (trotz Körperbehinderung)
In der Klinik stopfte man mich mit AD's in Höchstdosis voll.
Dazu noch ein Neoroleptikum.
Das AD setzte ich nach dem Klinikaufenthalt fast kalt ab.
Dazu kam ein halbes Jahr später eine Gallen Not OP.Und danach ging es erst richtig los.
Es ist nichts mehr übrig von meinem vorigen Leben.
Ich habe heute noch Probleme mit dem absetzen des NL,welches mir schwer zu schaffen macht
und jedes mal viele Symptome wieder aufleben läßt.
ich kann heute nur ein Leben mit vielen Einschränkungen führen und habe immer noch 10 mg Neuroleptika abzusetzen :frust: :zombie:
Es gab und gibt viele Stunden an denen ich verzweifle,aber ich habe bis heute nicht aufgegeben,
dafür lebe ich zu gerne und habe eine Familie die hinter mir steht.
Durch das Forum habe ich meinen Weg wieder in richtige Bahnen gelenkt,es war und ist für mich eine große Stütze.
Übrigens habe ich vor 19 Wochen 5 mg Promethazin abgesetzt und leide immer noch an Absetzsymptomen.
Zu einem Benzoentzug ohne AD's und NL kann ich nicht viel sagen,weil alle 3 Substanzen eine
Rolle bei meinen Symptomen spielen.
Aber hätte ich das Forum früher gefunden hätte ich es unter Garantie anders gemacht.
Euch allen einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße Monika
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Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von dickidick1 » Samstag, 06.06.15, 21:35

Hallo,


danke Euch für Eure Beiträge: Ja, in Kliniken wird einfach viel zu schnell entzogen. Für alles andere ist kein Geld da. Man wird so schnell wie möglich runterdosiert, Plateaus gibts keine. Als ich dem Oberarzt und Chefarzt sagte, ich könne nicht schlafen, hieß es: "Wiiiie, Sie können NICHT schlafen?" Und wenn ich sagte, ich hätte Angst (was für ein Wunder - Angst im Benzoentzug...!), hieß es: "Achso, ja, Sie sind bestimmt etwas ängstlich, oder?" Und dann schmissen die Ärzte dort mit NL's um sich. Ich bekam Truxal - davon konnte ich zwar zwei Stunden schlafen, war am Tag ein totales Wrack - mit verstopfter Nase, verstopftem Darm, hatte Harnverhalt und war totmüde. Als ich um etwas anderes bat, bekam ich Melperon - damit konnte ich eine Stunde pro Nacht schlafen, wurde danach immer mit Herzrasen und Angst wach. Am schlimmsten fand ich aber, dass die Ärzte dort immer sagten, dass ich eine Angststörung hätte und meine Beschwerden alle daher kämen. Einzig die alten, erfahrenen Pfleger wussten, dass das der Benzoentzug war. :x
Monika, hab ich das richtig verstanden, dass Du noch 5mg Promethazin nimmst? Ich habe vor dem Noctamid von Herbst 2013 bis mai 2014 50mg davon täglich genommen zum Schlafen und von heute auf morgen einfach weg gelassen- ohne Probleme. Allerdings habe ich von da an ja das Benzo zum Schlafen genommen.

Liebe Grüße, Robert
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Samstag, 06.06.15, 23:50

Hallo,

ich möchte gerne schildern, wie sich mir meine Situation 14 Monate nach 0mg darstellt.
[nach Einnahme von Zolpidem, Zopiclon und Alprazolam in Niederdosisbereich für 8 Jahre und Umstellung auf Diazepam beim Ausschleichen].

Wie ihr alle wisst, haben bei mir ähnlich wie bei sleepless meine Schlafstörungen alles "überdauert", was ich auch probiert habe.
Und das ist nun ein Kampf seit 14 Jahren. Hier hat sich also nichts geändert. Ich mache die Nacht zum Tage und schlafe stundenweise im Morgengrauen.
Da dieser Zustand derjenige war, weshalb ich überhaupt erst Benzos genommen habe, hatte ich auch nicht damit gerechnet, dass es besser werden würde, wenn ich die Benzos weglasse. Alles beim alten also.

Gebessert haben sich bei mir die Erschöpfung (immer noch da, aber nicht so schlimm wie am Anfang), das Schwitzen / Frieren im Wechsel, der große Durst und die Histaminintoleranz. Auch fühle ich mich nicht mehr so zittrig.
Ganz weg sind Migräneattacken mit Aura, die ich während meiner Benzojahre immer mal wieder hatte.
Besser sind auch die nächtlichen Fressattacken / Beutezüge auf Schokolade, Käse und Butterbrote geworden, trotzdem kämpfe ich immer noch mit Gewichtsproblemen auch wegen des TZA.

Immer noch aktuell hingegen sind Muskel und Gelenkschmerzen, wie Rheuma oder mit Gliederschmerzen vergleichbar, Verspannungen, Muskelkrämpfe, Muskelkontraktionen (unwillkürlich ohne Schmerz) und Erschöpfung. Diese hat sich zwar etwas gebessert, aber es scheint noch ein langer Weg zu sein.

Mein Herz schlägt zu schnell und hat vermehrt ventrikuläre Extrasystolen; entweder ist die Tachykardie psychovegetativ oder sie hat mit meinem angeborenen Herzfehler zu tun, wobei zumindest hier abgeklärt ist, dass rein von der Funktion das Herz ok ist. Ob die Benzos da noch eine Rolle spielen, vermag ich nicht zu beurteilen und auch keiner der Ärzte.

Psychisch war ich bei meinem Entzug Gott sei Dank immer halbwegs stabil; klar hatte ich bessere und schlechtere Tage - das ist auch heute noch so, aber ich kann für mich festhalten, dass zumindest in diesem Bereich sich nichts Negatives neu aufgetan hat.

Generell muss ich aber festhalten, dass der Körper viel sensibler geworden ist (noch sensibler!!!!!!) und meine Schmerzschwelle seit dem Benzokonsum stark herabgesetzt ist, was sich bei manchen Themen (Zahnarzt!!!) als schiere Katastrophe erweist, zumal ich auch noch Lokalanästhetika besonders rasch verstoffwechsele.
Der Körper zeigt einfach ständig an, dass er irgendwie am Limit war / ist und das alles nicht mehr richtig verkraften kann.

Ach so: Haare sind noch ein Thema. Sie sind dünner geworden (Alter?) und in ihrer Struktur uneben und geschädigt, obwohl ich sie nicht färbe oder sonstwie ungut behandele. Insgesamt sind sie sehr trocken und glanzlos und an manchen Stellen sind ganz komische Knicke drin; da hat mich sogar schon die Friseurin angesprochen. Entweder ist das auch noch eine Benzosache (wird ja im Haar eingelagert), oder es hängt mit den 5 Tropfen Amitriptylin zusammen, die ich immer noch nehme (TZA haben bekanntermaßen eine starke Hormonwirkung).

Trotz allem war der Benzoentzug sicher eine meiner besten Entscheidungen in meinem Leben. :fly:

Und ich will allen Mut machen: schlechter geworden ist bei mir nichts, dafür Einiges langsam besser. :party2: Es braucht Zeit, viel Zeit.... aber man merkt doch gaaaanz langsam, dass sich was tut und ehrlich, dafür hat sich der Entzug auf jeden Fall gelohnt. Dafür... und noch für viel mehr...

Bestimmt fallen mir im Laufe der Zeit noch Dinge ein, die ich jetzt vergessen habe. Ich werde es dann hier ggf. posten.

Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von BenDiaz » Montag, 08.06.15, 20:53

Hallo Zusammen, ich finde diese Idee mit diesem speziellen Teil für "ehemalige" seeeehr gut. Ich selbst wäre froh gewesen, Berichte, Details von erfahrenen "Benzo-Entzieher" zu bekommen. Ich hatte vor 3 Jahren in einem anderen Forum einen eigenen Thread aufgemacht, ich hoffte, dass sich diese Erfahrenen melden. Der Thread wird noch heute genutzt, es melden sich Menschen, die entziehen wollen oder gerade dabei sind.
Ich selbst bin seit dem 17.04.2012 auf 0. vorausgegangen war eine "unbewusste Diazepamabhängigkeit", so schön "auf Bedarf" und im Niedrigdosisbereich (über 12 Jahre). Es dauerte 1 1/2 Jahr bis ich, nach der Erkenntnis der Abhängigkeit, endlich auf 0 war. Ein heftiger Entzug, über viele Monate. Erst nach ca. 2 Jahren fühlte ich mich Stück für Stück wieder so belastbar, dass ich mir wieder mehr und mehr vertrauen konnte. Jetzt nach über 3 Jahren bin ich wieder ziemlich stark, auch wenn es noch ein paar Restbaustellen gibt. Aber körperliche Symptome kommen fast nicht mehr und Ängste sind im Griff :sports:
Herzliche Grüße und euch allen viel Kraft und vor allem Geduld im Entzug und in der Zeit danach :schnecke:
BEN
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Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 09.06.15, 13:12

Hallo Ihr Lieben,

gleich mein Bericht aber zuerst möchte ich darauf hinweisen das ich, bevor ich hier landete, in einem anderem Forum war und bin und daher meinen Vorgänger BenDiaz kenne und ich sehr gerne sein Buch empfehlen möchte: er hat seine Geschicht aufgeschrieben und dadurch öffentlich gemacht was ich toll finde und es verlangt mir Respekt ab, lesenswert mit vielen Informationen über den Verlauf der Symtome auch und gerade nach 0 mg ... passt prima hier rein!

http://www.amazon.de/Nur-bei-Bedarf-Gro ... 3845915374

Oft habe ich ihn gefragt, was wann aufhört oder wann was besser wird und ich konnte in seinen Grafiken Hoffnung finden wenn ich ängstlich wurde aber lest selbst...

HIER NUN MEIN BERICHT
Das ist mein Stand heute nach 8,5 Monaten - es waren "nur" 2 Jahre Einnahme, 2 Jahre Abdosieren und ich habe nichts anderes genommen! ich habe keine Angsterkrankung und weder Allergien noch Unverträglichkeiten, das macht es etwas einfacher, denke ich?

was wurde besser: alles eigentlich

was wurde anders: die Symtome hörten ab Ende des 6. Monats langsam auf - das war Ende März 2015 - siehe in meinem Thread

was bis jetzt geblieben ist:
Muskelschmerzen,
Steifigkeit,
Erschöpfung,
Standfestigkeitsprobleme,
Gelenkschmerzen,
Verspannungen

was kommt und geht:
Schwindel,
Schwitzen,
Kehlkopfdruck,
Zittern,
Schlafstörungen,
Nackensteife,
Rückenschmerzen aber alles längst nicht so belastend wie es mal war


Meine Eindruck ist, das nur der richtig Glück hat, der rechtzeitig gut beraten wird und stetig aber langsam abdosiert, und dadurch komplett ohne krasse Symtome aus der Sache rauskommt, hingegen jeder der kalt entzieht (Entziehen muss) und Ab- und Andosiert und oder andere Sachen nimmt es viel schwerer hat weil das ZNS es nicht verzeihen kann ....

Hoffe es hiflt euch weiter, mir geht es jedenfalls - bis auf kleine Wellen - immer besser und wer Fragen hat, ich antworte sehr gerne, zur Zeit habe ich eine kleine Welle, die jetzt schon ca. 2 Wochen andauert :evil: aber ich spüre, es wird schon wieder besser :party2:

Ich bin noch immer schockiert und sehr traumatisiert vom Entzug/Symtome und böse das er mir 2 Lebensjahre geraubt hat, was nicht nötig gewesen wäre wenn ich die Tabletten nicht genommen hätte bzw. meine Ärzte mich richtig beraten hätten (Witz), natürlich bin ich sehr froh es geschafft zu haben ohne bleibende Schäden davon zu tragen.... allerdings ist mein Vertrauen - nun ja - sagen wir gering geworden ...

Hier noch der Link zu dem Forum von dem ich schrieb:
http://www.symptome.ch/vbboard/verschie ... endet.html

Einen lieben Gruss sendet chrissy :pillowtalk: - es ist der Stand nach erst 8,5 MONATEN!!!! nicht mal 1 Jahr
Zuletzt geändert von Berlin-2013 am Mittwoch, 10.06.15, 11:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Dezember 2017!
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser
3 Jahre nach 0 mg :party2: nie wieder Benzos! es wird immer besser bis auf manchmal - durch Stress

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Jamie
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 09.06.15, 13:39

Hallo Chrissy :),

sehr interessant finde ich die Ähnlichkeit "unserer" Symptome; anders als bei AD sind sie viel konkreter auf neuro-muskuläre Dinge einzugrenzen als bei AD, bei denen es ja wirklich eine Wundertüte ist, was man da alles kriegen kann.
[Wobei ich damit nicht sagen will, dass andere Symptome untypisch wären. Ich will nur diese Auffälligkeit betonen.]
Aber ist ja auch logisch - jedes Benzo wirkt muskelrelaxierend und da muss der Körper erst wieder lernen, wie seine Muskeln arbeiten können, wenn kein Benzo da ist.

Wünsche auch dir weiterhin alles Liebe

Gruß
Jamie
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:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von BenDiaz » Dienstag, 09.06.15, 18:28

Hallo Zusammen.

@ Chrissi: Lieben Dank für deine anerkennenden Zeilen, was meine Veröffentlichung angeht.

Ich füge hier ein paar Diagramme ein, die aufzeigen, wie meine Symptome und Befindlichkeiten mit und ohne Benzo waren (Entzug und bis über 2 Jahre danach).

Herzliche Grüße
BEN
Verlauf Dia Befinden.png
Befindlichkeit, Ängste
Verlauf Dia Befinden.png (32.95 KiB) 4273 mal betrachtet
Verlauf Entzug Dia Psychisch.PNG
Verlauf aller psychischer Symptome (insb. Angst, Unruhe, Traurigkeit, Gereizt)
Verlauf Entzug Dia Psychisch.PNG (40.54 KiB) 4273 mal betrachtet
Verlauf Entzug Dia Physisch.PNG
Verlauf aller physischen Symptome (insb. Schwindel, Zittern, Herzrhythmus, Schwitzen, Standunsicherheit, Blitze im Kopf, Hautirritationen, empfindliche Sinne)
Verlauf Entzug Dia Physisch.PNG (47.88 KiB) 4273 mal betrachtet
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 09.06.15, 23:32

Hallo BenDiaz,

willkommen, schön dass Du ins ADFD gefunden hast. Hast Du etwa schon länger still mitgelesen? :)

Kannst Du die Diagramme kurz etwas erläutern? Hast Du Dir da ein Punktesystem ausgedacht und dann jeden Tag die Stärke Deiner Symptome bewertet? Wie kam es, dass Du mit der Aufzeichnung angefangen hast?

Grüße Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Oliver » Dienstag, 09.06.15, 23:42

Hi Ben,

ich habe Deinen Erfahrungsbericht mal in unseren Literaturtips hinzugefügt: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 18#p104818. Wenn Du möchtest, kannst Du mir noch eine andere Beschreibung oder einen Auszug schicken, den ich dort hinzufügen soll.

Alles Gute
Oliver
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Re: Erfahrungsautausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von BenDiaz » Mittwoch, 10.06.15, 10:11

Murmeline hat geschrieben:Hallo BenDiaz,

willkommen, schön dass Du ins ADFD gefunden hast. Hast Du etwa schon länger still mitgelesen? :)

Kannst Du die Diagramme kurz etwas erläutern? Hast Du Dir da ein Punktesystem ausgedacht und dann jeden Tag die Stärke Deiner Symptome bewertet? Wie kam es, dass Du mit der Aufzeichnung angefangen hast?

Grüße Murmeline
Liebe Murmeline, vielen Dank für deinen Willkommens-Gruß. Ich habe mich vor einiger Zeit bereits angemeldet, hatte aber leider noch nicht die Zeit gefunden mich zu beteiligen. Nachdem Chrissi (Berlin2013) mich fragte, ob Sie mein Buch empfehlen kann, wurde ich "neugierig" :roll: und habe mich nun entschlossen aktiv zu sein. Sicherlich hätte ich mich schon damals (2011/2012) hier beteiligt, doch hatte ich diese Seite nicht gefunden, ich war woanders gelandet und suchte dort Unterstützung.

Erklärungen zu den Diagrammen
Graphische Darstellung eines Benzodiazepinentzugs
Die Diagramme zeigen einen tatsächlich genau so stattgefundenen Entzugsverlauf, nämlich meinen eigenen. Bitte beachte, dass ein Entzug bei jedem anders verläuft. Die Bewertung der einzelnen Symptome erfolgte auf einer Skala von 0-3 (0,5er Schritte).

0 = nicht vorhanden; 1 = schwach ausgeprägt; 2 = mittel ausgeprägt; 3 = stark ausgeprägt

Es sind natürlich subjektiv erlebte Symptome, die mit einem objektiven Wert belegt wurden, damit ein Verlauf dargestellt werden kann.
Einige Diagramme (z. B. "Verlauf psychische Symptome" oder "Verlauf physische Symptome") zeigen den Gesamtwert aller dazugehörigen Einzelsymptome, also die Addition der Einzelsymptome.

Die Kurve für die Befindlichkeit war ursprünglich von -3 bis +3 geplant, dann ging es mir aber auch mal besser als "3", so dass ich die "4" dazu nahm.

Weitere Diagramme:
Angst und Gefühl.png
Angstgefühl und Befindlichkeitsverlauf
Angst und Gefühl.png (49.18 KiB) 4220 mal betrachtet
Verlauf Entzug Dia Innere Unruhe.PNG
Innere Unruhe - dargestellt als Einzelsymptom
Verlauf Entzug Dia Innere Unruhe.PNG (26.59 KiB) 4220 mal betrachtet
Diagramme Alk.jpg
Alkoholkonsum im zeitlichen Verlauf
Diagramme Alk.jpg (35.31 KiB) 4220 mal betrachtet

Wie kam es dazu, dass ich das protokollierte?!
Ich hatte die Einnahmemengen (Diazepam) schon in der Vergangenheit protokolliert und wollte so einer Abhängigkeit vorbeugen. Dann unterbrach ich die Aufzeichnung und als es dann passiert war (riesige Probleme, Schwindel, Ängste, Unruhe), begann ich wieder zu notieren. Da ich einer Alkoholabhängigkeit vorbeugen wollte, begann ich zusätzlich meinen Alkoholkonsum zu dokumentieren, dann meine Befindlichkeit, meine Ängste, dann kamen die Symptome dazu. Ich begann dann Ziele für den sozialen und gesundheitlichen Bereich zu definieren (Unternehmungen, Bewegung, soziale Kontakte, etc.). Ich habe mir ein Instrument geschaffen, welches mit zeigte, ob ich auf Kurs bin und wie ich mich entwickelte.
Im Entzugsverlauf half mir es enorm zu sehen, dass im Falle einer schwierigen Phase, bei einem Rückblick über mehrere Wochen (später über Monate), zu erkennen war, dass es, trotz des Gefühls "es geht schon wieder los", ich auf dem Weg der Besserung war. Der beste Kompass war die Aufzeichnung meines Befindens und der Angst. Die Veränderungen der Kurven zeigten mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Ich nutze mein digitales Tagebuch noch heute und es hilft mir klarer zu sein, Veränderungen besser zu interpretieren und mich auf dem Weg zu halten, damit ich meine Ziele erreiche.
Zum Glück muss ich heute nicht mehr so viel notieren, denn ich habe kaum noch Symptome, so dass ich mich auf meine persönlichen Ziele konzentrieren kann. Dazu gehört auch heute noch die weitere Reduktion von Alkohol, obwohl ich nie alkoholabhängig war, hat mir die Protokollierung geholfen, dass es auch so blieb und dass ich sogar mein Trinkverhalten und die Mengen deutlich positiv verändert habe.
Heute trinke ich bewusst und kontrolliert, Mengen die nach WHO-Kriterien unbedenklich sind.

Ich nutze das Tagebuch sogar bei meiner neuen Tätigkeit, besonders im Bereich "Bewusstes Trinken", Beratung und Begleitung bei Alkoholthemen.

So ich hoffe, ich konnte die Historie und den Sinn erklären. Gerne ergänze ich die Antworten, wenn du noch Fragen hast.

Herzliche Grüße
BEN / Erik
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