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Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
jojonic
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von jojonic » Mittwoch, 02.03.16, 19:06

Hey Harald33,
das hört sich super an und macht mir Mut und Hoffnung das unbeschadet und mit wenig Symptomen durchzukommen. Ich habe bisher auch wenig Symptome, nur heute geht es mir nicht gut. Ich bin aber der Meinung,dass dies eine andere Ursache hat. Alles Gute noch beim Ausschleichen des Quentiapins. Du. schaffte das sicher gut. :-)
Gruß Nic
:pillowtalk: Diazepam 10 mg unregelmäßig im letzten Jahr ca 2-3 X/Woche
ab 11.2. 5mg Diazepam z.N
seit 13.2 2,5-0-2,5 mg (Dosis geteilt)
15.2.16 2,0-0-2,5 = 4,5 mg
25.2.16 2,0-0-2,25. = 4,25 mgo
ab 26.2.16 2,0-0-2,0 = 4,0 mg
ab 05.3.16. 2,0-0-1,5. = 3,5 mg
ab 16.3.16. 2,0-0-1,0. = 3,0 mg
ab 23.3.16. 2,0-0-0,5. = 2,5 mg
ab 08.4.16. 1,5-0-0,5. = 2,0 mg.
ab 15.4.16. 1,5-0-0. = 1,5 mg :sports:
ab. 28.416. 1,0-0-0. =1,0. mg.
ab. 11.5.16. 0,5 mg
seit 28.5. 0,00 mg........GESCHAFFT..!

Altogethernow
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Altogethernow » Donnerstag, 07.04.16, 11:39

Liebe Freunde,
ich möchte mich mal wieder melden und mitteilen, dass es mir sehr viel besser geht und ich mich fast geheilt fühle. Ich bin allerdings noch nicht sehr belastbar und bekomme bei Stress manchmal leichten Schwindel und Kribbeln an den Armen. Ich bin jetzt seit etwa einem Jahr auf 0 von Tavor.

Ich möchte euch allen Mut machen: Es geht definitiv vorbei und eure Stimmung wird wie gewandelt sein!!!
Ich war im Entzug extrem depressiv mit Suizidgedanken. Davon ist nichts mehr da!!! Wie in Rauch aufgelöst. :)

Hier eine Liste der Dinge, die mir insgesamt am meisten geholfen haben (von den hunderten Dingen, die ich ausprobiert habe :) )

1. Grüner Tee (Sencha)
2. Bierhefe (wegen B-Vitamine)
3. Viel frisches Obst (z.T. als selbstgemachte Smoothies)

Liebe Grüße und nur das Beste, ihr seid nicht allein!!!

Altogether
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Independencia
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Independencia » Freitag, 22.04.16, 17:30

Hallo Foris

Bei mir ist jetzt schon mehr als ein Jahr vergangen seit Null und es geht mir bestens. Ich habe jetzt angefangen 50% zu arbeiten und steigere langsam auf mein endgültiges Pensum. Ich bin zuversichtlich, dass das gut klappen wird.

Zum Glück hatte ich vom Benzoentzug keine Symptome, die wirklich monatelang andauerten. Das Gröbste war innerhalb von ca. einer Woche vorbei. Lärm- und Reizempfindlich bin ich immernoch. Das ist aber fraglich, ob das nicht einfach damit zu tun hat, dass ich generell sehr sensibel bin und nie jemand war, der Getümmel und Krach unbedingt mag.

Klar ist die Belastbarkeit nach so vielen Ereignissen nicht sofort wieder die Alte, aber es wird stetig besser. Nur alleine die Tatsache, dass ich am Morgen mit einem moderaten Trümmerschädel aufwache und relativ schnell wach bin, macht das Ganze unglaublich viel einfacher.
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Verlauf:

Ende 2005 Erstkontakt mit Benzodiazepinen
2007 Umstellung auf Clorazepat 40mg/Tag - 15mg Escitalopram abgesetzt nach kurzer Einnahme (viele NW)
2007 / 35mg
2008 / 30mg, 25mg und 20mg
2009 15mg + Trazodon 25mg, abgesetzt auch im 2009
11.12.12 / 10mg
17.01.13 Rückschritt auf 15mg (zu schnell)
Ab 31.01.13 schrittweise Clorazepat Reduktion von 1.25mg, 0.625mg und schlussendlich 0.3125mg
05.06.13 - 13.06. Diaz getestet, Abbruch wegen Unverträglichkeit
14.06.13 / 12.5mg Clorazepat
04.07.13 / 12.1875mg
18.07.13 / 11.875mg
15.08.13 / 11.5625mg
10.10.13 / 11.25mg
12.12.13 / 10.9375mg
30.01.14 / 10.625mg
30.07.14 / 10.3125mg
11.02.15 / 0.00mg (Truxal als Übergangsmedikation, max. 3 Wochen)

Heute: nüüüssscchht! Komplett clean

jojonic
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von jojonic » Donnerstag, 02.06.16, 13:54

So, nun möchte ich auch meinen Erfahrungsbericht niederschreiben.

Ich habe vor ca 1,5 Jahren begonnen aufgrund von Trennung und schweren Krankheiten meiner Eltern zum Schlafen 10 mg Diazepam zu nehmen. Nicht jeden Tag aber regelmäßig. Im Nachhinein doch sehr bewusst. Ich wollte wenigstens in der Nacht nicht denken und fühlen müssen.

Eigentlich wusste ich um die Gefahr der Abhängigkeit, aber es war mir egal.
Dann hatte ich eines Tages eine Panikattacken, welche für mich bis dato völlig unbekannt war. Mein Blutdruck stieg, ich war unentwegt unruhig, dazu kam mächtiger Durchfall.
Nach einigen Überlegungen kam ich auf das Diazepam und machte umgehend einen Termin bei meinem HA. Ich schilderte ihm mein Anliegen und er sagte sofort zu mich zu unterstützen und verschrieb mir Tropfen. Er erstellte auch einen Plan, bei dem ich jeden zweiten Tag die Tropfen nehmen sollte und wöchentlich um einen Tropfen reduzieren.

Da ich sehr erschrocken war über das Wissen in eine Abhängigkeit gerutscht zu sein habe ich im Netz viel gegoogelt um mich zu informieren. Ich stieß somit auf dieses Forum und bin sehr dankbar dafür. Ich löcherte wegen meiner Angst die User im Forum und bekam gute Tips zum reduzieren. Ich bagnn dann regelmäßig und vor allem tgl 5 mg einzunehmen.

Die Entwöhnung begann. Zuerst dachte ich nie mehr arbeitsfähig zu sein. Einkaufen nur in Begleitung, Auto fahren ging erst garnicht. Da ich aber wieder arbeiten wollte, teilte ich die Dosis um auch am Morgen ruhig zu sein. Ich behielt die Dosis für eine Woche und reduzierte in Abständen von ein bis zwei Wochen.
In der ersten Zeit plagten mich Ängste, Hoffnungslosigkeit, Unruhe, zittern und ganz viel muskuläre Probleme. Diese Symptome kamen meist am 3/4. Tag, hielten ein bis zwei Tage und schwächten ab. In Zeiten der Menstruation waren die Beschwerden verstärkt.

Mit zunehmender Reduktion wurden die Symptome weniger. Ich konnte auch wieder voll arbeiten und meisterte meinen Alltag. Das Alleinsein bereitete mir noch immer Schwierigkeiten. Ich blieb mit Unterstützung des Forums weiter auf meinem Weg und reduzierte langsam.
Den letzten Tropfen behielt ich wegen des Umzugsstress für drei Wochen. Am 28.5 merkte ich dann,dass ich bis nachmittags noch nichts eingenommen hatte und erkannte, dass nun der Zeitpunkt da ist um völlig abzusetzen. Seitdem bin ich Benzofrei.

Zu meinem Zustand kann ich sagen, dass es mir gut geht. Abgesehen von leichten Darmbeschwerden habe ich wieder viel Unternehmenslust, gehe schoppen, fahre Auto.....und alles auch allein.
Ich hatte KEINE Panikattacken mehr und schlafe bis auf wenige Ausnahmen sehr gut.

Kurzum, es ist zu schaffen und ich hin froh, diesen Weg gegangen zu sein. Ich habe vieles verändert, lebe bewusster und empfinde auch richtige Freude.
Ich werde auch weiterhin regelmäßig berichten.
Lieben Gruß von Nic :party2: :party2:
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25.2.16 2,0-0-2,25. = 4,25 mgo
ab 26.2.16 2,0-0-2,0 = 4,0 mg
ab 05.3.16. 2,0-0-1,5. = 3,5 mg
ab 16.3.16. 2,0-0-1,0. = 3,0 mg
ab 23.3.16. 2,0-0-0,5. = 2,5 mg
ab 08.4.16. 1,5-0-0,5. = 2,0 mg.
ab 15.4.16. 1,5-0-0. = 1,5 mg :sports:
ab. 28.416. 1,0-0-0. =1,0. mg.
ab. 11.5.16. 0,5 mg
seit 28.5. 0,00 mg........GESCHAFFT..!

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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Sonntag, 05.06.16, 16:03

Update 20 Monate nach 0 mg

Hallo liebe Foris und ich hoffe von anderen auch etwas zu lesen.... sleepless, Jamie ...

Also es wird wirklich alles besser, meine Leistungsgrenze ist weit höher und die Empfindlichkeit wird besser, es hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt!

Sehr viele Symtome sind weg aber einige sind geblieben auch wenn sie stundenweise verschwinden, was zeigt das ich heile.

Hier meine alte erste Liste der Symtome von 2013:
Schwindel --- weg
steifer Nacken --- meistens weg
brennen in den Oberschenkeln --- weg
Übelkeit ---- weg
Kopfschmerzen , betonschwer ---- weg
schwache Beine---- leider noch da
Magen- Darmprobleme ---- weg
Körpersteifigkeit --- leider noch da
Bluthochdruck --- weg
Angstattacken ---- weg
Kehlkopfprobleme --- fast ganz weg
extreme Gerüche ---- weg
Metallzunge --- weg
Leibbrennen innen --- weg
heisse Hände--- ganz selten mal da

hier die Liste von Juni 2015 --- auch fast alles weg
Kopfhautjucken - taube Stellen - Haarausfall --- weg
unscharfes Sehen - Helligkeitsempfindlichkeit --- weg
Ohrgeräusche - Rauschen - Lärmunverträglichkeit --- weg
extreme Gerüche - super empfindliche Nase --- weg
Metallischer Geschmack - ohne Geschmack --- weg
Schluckbeschwerden verbunden mit und ohne Hungergefühl ---- weg
Erbrechen - täglich - mit Gewichtsverlust um die 15 Kilo - KALTER ENTZUG !!! --- weg aber jetzt +++ Kilos
Appetitlosigkeit - auf nichts Lust, nicht mal Kuchen --- weg
Kopfschmerzen - musste liegen bleiben --- weg
Knistern im Kopf - erschreckend --- weg
Blutdrucksprünge - Kreislaufprobleme --- weg
Magenschmerzen mit Druckgefühl --- weg
Bauchweh - Krämpfe --- weg
Stuhldrang - Durchfall --- weg
Harndrang - Harnverhalten --- weg
Brennen der Haut - Oberschenkel --- weg
Heiße Hände - Heiße und kalte Hände und Füße --- weg
Taube Glieder --- weg
extreme Schweißattacken - tags und nachts --- nur bei Hitze sonst weg
Schlaflosigkeit - Ein-und-Durchschlafprobleme --- weg
Belastbarkeit in anstregenden Situationen --- weg
Konzentrationsprobleme - Lesen etc. --- weg
extreme Unruhe --- weg

was noch geblieben ist (dank den Kalt-Entzuges, denk ich) steif, schlapp, total erschöpft und ab-und-zu Schwindel und Standschwierigkeiten mein Gleichgewicht ist noch stark durcheinander obwohl Rad fahren prima klappt

Wie geht den anderen, die auch nach 0 mg sind? Noch Symtome? und wenn ja, welche... am heftigsten leide ich aktuell unter Erschöpfung und steifen Muskeln?

Würde mich sehr freuen von euch zu lesen, lg c. - hope
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diane

Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von diane » Sonntag, 05.06.16, 18:21

Hallo,

Ich würde es auch toll finden,wenn es solch einen Thread zum Thema AD geben würde:)

Lg

Lisamarie
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 05.06.16, 18:55

Hallo Diane, gibt es

viewtopic.php?f=18&t=7526
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
.

Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Montag, 06.06.16, 5:50

Hallo, Berlin-2013.

Ich überlege immer lange, ob ich mich zum Thema Absetzen äußere, und scheue mich davor. Weil ich mir vorstellen kann, daß ich andere Absetzwillige eher abschrecke.

Erstmal habe ich ja kalt entzogen. Zunächst mal: nicht freiwillig. Ich hätte niemals einen Arzt gefunden, der mich beim Absetzen unterstützt und mir ein Benzo/eine Z-Substanz weiter verschrieben hätte! Niemals. Und ich bin auch über Ärzte an diese Medikamente geraten. Ich hätte illegale Wege gehen müssen, das kam für mich nicht in Frage.

Dann bin ich nach wie vor der Meinung, einen Großteil meiner anhaltenden Symptome hat mir das (ärztlich verordnete, von mir aber fast ein Jahr bereitwillig als vermeintlichen Rettungsanker angenommene) "Deckeln" der Entzugssymptome mit AD und v.a. NL eingebracht. Ich kann nur immer wieder davor warnen!

Psychische Probleme habe ich nicht mehr als jeder Gesunde. Und das nach fast 20 Jahren heftigster Depressionen. Jetzt im Nachhinein muß ich einschätzen, daß wohl die mir mehr oder wenig locker und flockig verordneten AD und auch Benzos die Depressionen unterhalten haben. Eine andere Erklärung habe ich nicht. Ich kam ja schließlich überhaupt nicht mehr aus den depressiven Phasen raus.

Geblieben sind mir eine mangelnde Belastbarkeit, eine niedrige Leistungsgrenze, eine Einschränkung der sozialen Kompetenz, mitunter Konzentrationsstörungen.

Die Schlafstörungen kenne ich mein Leben lang, die beunruhigen mich in der Regel nicht so sehr. Zumal ich meinen Beruf aufgegeben habe und nicht mehr auf Knopfdruck funktionieren muß.

Nach wie vor beunruhigen/belasten mich eigenartige Kopfbeschwerden wie Kribbeln, Jucken, Brennen, Drücken, Schmerzen, manchmal verbunden mit Benommenheit und Schwindel. Ein Gefühl wie gereizte, enzündete Schleimhäute und Hirnhäute (?). Auch verbunden mit so "Knistern im Kopf", wie Du, Berlin, es beschreibst. Beängstigend. Daran hat sich nichts geändert - und es begann im Benzoentzug MIT der Seroquel-Einnahme. Ich kenne niemanden, der das anhaltend auch so beklagt.

Alles andere hat sich nahezu normalisiert, zumindest so weit, daß ich gut damit leben kann.

Natürlich bleibe ich weiter medikamentenfrei!

VG sendet sleepless.
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Montag, 06.06.16, 11:13

Liebe sleepless, dann bedanke ich mir ganz besonders bei dir, das du trotz deiner Bedenken hier alles aufgeschrieben hast.

Ich hoffe so sehr für dich, das vieles noch viel besser wird und wie oft gelesen (benzobuddies) doch noch große Erfolge erfahren wirst. Ich drücke dir von Herzen die Daumen..... LG c. ---- bin auch EU-berentet und werde, sobald es wieder möglich ist, wieder etwas arbeiten. Aber die Gesundheit geht vor.
Zuletzt geändert von Berlin-2013 am Montag, 06.06.16, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Montag, 06.06.16, 11:20

NOCH GANZ KONKRET EINE NACHFRAGE: Muskelschmerzen, Muskelsteifigkeit, Folgen des Entzuges? oder Morbus Parkinson oder??? wer kennt das? 20 Monate nach 0 mg

Da ich noch stark unter heftigen Muskelschmerzen leide, würde ich gerne wissen wolllen ob es anderen auch so geht? Ich kann kaum Laufen, stopere mehr und bin innerlich steif wie ein Baum. Die Diagnose MP hängt mir ja an und ich nehme diese Medikamente regelmässig seit 1 Jahr aber es änderte sich nichts. Allerdings seit etwa 6 - 8 Wochen passiert es plötzlich; entspannt meine Muskulatur und ich kann gehen wie ein gesunder Mensch, dann hört es wieder auf (mal 1, mal 3 Stunden), es gibt keine Regel dafür oder eine Logik, bin echt verzweifelt und da die Ärzte keine Ahnung vom Benzoentzug haben, weiß ich nicht ob es damit zutun hat oder haben könnte?

Wer kennt das und wer weiß etwas, wer hat eine Idee? würde mich echt riesig über Rückmeldungen freuen..... LG c.
Zuletzt geändert von Berlin-2013 am Montag, 06.06.16, 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von sigli » Montag, 06.06.16, 11:43

Liebe Chrissi,

ich hoffe sehr, dass du hier weiter findest. Du hast dich trotz der ganzen Probleme sooooo wacker geschlagen. Vielleicht sollte du noch reinschreiben, was du mit MP meinst.

Ganz liebe Grüße von

Sigli
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von sigli » Montag, 06.06.16, 14:56

Ah ja... ganz oben in deinem Beitrag steht ja Morbus Parkinson.

lg Sigli
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Jamie
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Montag, 06.06.16, 15:33

Hallo Chrissy,

zu deiner Frage wegen der Beweglichkeit.
Stand: 26 Monate auf 0mg.

Ich laufe nicht steif und unrund, aber es fühlt sich steif und unrund an!
Ich habe oft Muskelschmerzen / Muskelkater. Meine Gelenke fühlen sich schwer an. Auch meine Glieder, besonders Arme und Beine.
Besonders schlimm ist Treppensteigen für mich, da habe ich oft Muskelkater danach.
Generell habe ich Phasen, da denke ich, ich habe Rheuma - mir tut dann alles weh und ich bin nicht sehr beweglich; diese Diagnose konnte aber nie bestätigt werden. Es gab den ein - oder anderen auffälligen Wert (und gibt es immer noch)- für eine Rheumadiagnose hat es aber nicht gelangt.

Ich ordne einen Teil meiner Beschwerden dem post-Benzoentzugs-Stadium zu, der andere Teil kommt durch meine massiven Schlafstörungen, die sich ja fatal auf den ganzen Körper auswirken. Darum kann ich auch nicht ganz klar alles zuordnen, was wovon kommt.
Für mich, ich rede nur von mir, glaube ich, dass ich diese Muskelprobleme mit ins Grab nehmen werde. Ich beachte sie aber auch nicht größer, weil ich ihnen nicht mehr Gewicht verleihen will. Sie gehören zu mir dazu.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 09.06.16, 19:51

Liebe Jamie,

erst einmal Danke, das du dich gemeldet hast obwohl hier viel zu tun ist, das gilt auch für die anderen Moderatoren: ich sage Danke für euren Einsatz, krass viele Anmeldungen, naja nach dem erweiterten Suizid des Piloten von GW ist viel in Bewegung gekommen und durch das Internet alles an die Öffentlichkeit, das wird noch Konzequenzen haben, hoffentlich zum Schutz der Menschen und gegen die pofitgierige Pharmaindustrie.

Ich sorge mich sehr über die zerstörten Seelen und Körper dank der Psychopharmaka und die Folgen.

Jetzt gehe ich noch einmal den Weg der Diagnostik inkl. MRT + MIBG, tja, MP Ja oder Nein?

Nur kurz: bis auf meine Steifigkeit und meine untypischen Muskelschmerzen geht es mir echt wieder gut, sogar meine Körperkraft kehrt ganz langsam zurück, vieles geht immer besser und ja, erst im Rückblick von 3 Monaten sieht man den Erfolg!

Der Entzug war echt schrecklich, die Symtome fast unerträglich aber ich bin so froh das alles ohne Schaden überstanden zu haben, bitte traut euch und geht auch diesen Weg, der steinig und schwer ist, die Belohnung folgt, etwas zeitverzögert, aber sie kommt..... :party2:

Diese Medikamtente haben nur in einem engen Rahmen ihre medizinische Berechtigung aber als "every day sleeping pills" oder "helpers" sind sie absolut ungeeignet, es geht ja nicht um Diabetis oder Bluterkrankheit wo man es zum Mangelausgleich nehmen muss, was auch irgendwie traurig ist, deshalb seit froh das ihr so eine Krankheit nicht habt und euch trennen könnt.

LG c.
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Samstag, 18.06.16, 12:41

Hallo Jamie, noch mal ich... habe gerade deine Signatur gelesen und freue mich sehr das du schreibst: du bist aus dem verlängerten Entzug endlich raus nach 26 Monaten, das ist ja klasse und macht Hoffnung, aber vor allem freue ich mich für dich, das war ja auch eine lange Zeit und ein trockener Kanten an dem du da geknabbert hast. Das deine Schlaflosigkeit geblieben ist, finde ich schade, sehr schade aber vielleicht passiert ja noch ein Wunder, verdient hättest du es auf jeden Fall!

Kannst du noch etwas schreiben, etwas genauer was wann aufhörte oder woran du merktest das es JETZT besser wird, oder war alles plötzlich über Nacht weg?????????????????

Da ich ja noch immer drin stecke, bräuchte ich ein Zeichen der Zuversicht, das wirklich alles aufhört, es ist schon hart nach 20 Monaten immer noch Symtome zu haben und ja ich weiß, das es ab 24 Monate noch tolle Verbesserungen geben soll aber manchmal bin ich echt am Boden und denke und sehe alles schwarz.... so wie heute, hatte nachts krasse Muskelschmerzen und habe heute Druck auf dem Kehlkopf etc. man glaubt es kaum..... Wahnsinn, was für ein Zeug :shock:

Bitte schreib doch etwas, du bist ja mein Vorbild bzw. weiter als ich und da orientiert man sich etwas und unsere Symtome sind/waren immer so ähnlich.... vielen lieben Dank lg c.
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Andrea013 » Samstag, 02.07.16, 14:10

Hallo,
ein kurzer Absetzbericht von mir.
Bin jetzt seit 7 Wochen benzofrei nach jahrelanger, allerdings eher niedrig dosierter tgl. Einnahme.
Wegen einer schweren Depression nehme ich seit 2/16 erneut Venlafaxin, aktuell auch hier zumindest Reduktion.
Seitens des Benzoentzuges :
Schlaf ist noch sehr wechselnd, wird aber besser. Manchmal Bauchprobleme wie Blähungen, Grummeln...

Sonst nichts.
Schönes WE, Andrea
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Murmeline
Hypochondrie und Schlafstörungen seit Kindheit, seit 1999 zudem Panikstörung mit Agoraphobie.

1999 ca. 1 Jahr im Schnitt 1mg Tavor / Tag, rel. unproblematisch abgesetzt.
Bis ca. 2001 benzofrei.
Dann bei Bedarf Tavor bis max 1.5 mg. Ab ca. 2002 bis 2007 regelm. Benzos ( Diazepam in Tropfenform ) in unterschiedlicher Dosis ( max 10 mg ), irgenwie immer am Absetzen aber nie ganz geschafft.
2007 Beginn Trevilor 75 mg, Panikattacken weg, Benzo ohne Probleme abgesetzt.
Ohne Benzo bis 2010.
Ab 2010 wieder erst nur bei Bed., unterschiedliche Dosierung aber max 10 mg Diazepam ( v.a. zum Schlafen, da pers. Krise ), ab Ende 2010 regelmäßig.

Trevilor: schon seit Jahren auf ca 4 mg/Tag ( keine Kügelchen sondern 37.5-Tabl. ). Grauenhafte Entzugssymptome, daher Absetzen bisher nicht geschafft

2015:

ca. 30.9. bis 17.10. 4 mg Diazepam
18.10. bis 31. 3,5 mg
1.11. bis 30.11. 3 mg
1.12. bis 31.12. 2.5 mg
1.1. bis 31.1. 2 mg
1.2. bis 2.4. 1.5 mg. Schwere Depression.
2.4.16 - 22.4.16 1 mg
23.4. - 15.5.16 0.5 mg
Ab 15.5.16 0mg
Seither moderate Schlafprobleme, gelegentlich Übelkeit, herabgesetzte Stresstoleranz und Belastbarkeit.
Sport mind. 3 mal pro Woche tut mir gut, brauche 1 Tag in der Woche ganz für mich d.h. Freizeitaktivitäten mit Freunden habe ich etwas zurückgefahren.

Seit ca 8 Wochen erneut Venlafaxin 112.5 mg wg. Panikattacken und Depression.
Trimipramin 5 gtt zur Nacht ab 20.4.
Trimipramin 2 gtt abends ab 17.5.16
Wieder zu arbeiten begonnen am 4.4.16
Venlafaxin 100 mg ab 18.5. wegen Leberwerterhöhung
Velafaxin 95 mg ab 8.6.16
Venlafaxin ca ( Kügelchen ) 90 mg ab 27.6.16
Venlafaxin ca 80 mg ab 18.7.16. Leberwerte wieder normal. In diesem Dosisbereich noch keine Absetzsymptome.
Venlafaxin 75 mg seit 26.8.16
Venla seit 4.9. 77.5 mg, da starker Schwindel, Derealisation, Konzentrationsprobleme
Venla 76.2 mg seit 3.10.16 : :schnecke:
Seit 13.11.16 Venla 75 mg
Seit 1.12.16 Venla ca 70 mg
Seit 15.12.16 Venla ca 65 mg
Seit 3.1.16 Venla wieder 74 mg, da depressiv, grübeln...
Ziel : 37.5 mg

Oxonium
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Oxonium » Montag, 11.07.16, 13:31

Hallo, Ihr Lieben,

ich bin seit Anfang März 2016 Benzo-frei und mir geht es
prima.

07/2015 hatte ich während einer schweren depressiven Episode mit Suizidalität in der Klinik zuerst Diazepam
(15 mg/Tag) bekommen. Später erhielt ich Lorazepam. Das Ausschleichen
begann schon in der Klinik - von 3 mg/Tag runter auf 0,5 mg/Tag. Bis dahin relativ problemlos.
Wie so oft kamen die Probleme danach zu Hause.
Angst, Schlafstörungen, Schwindel, Schmerzen, usw.
Ich habe mich in dieser Zeit versucht abzulenken, bin zur Massage gegangen, habe Bäder genommen und auf Ruhe geachtet.
Ca 2 Monate nach 0 mg war ich wieder die Alte.
Es ist nichts mehr übrig vom Entzug. Allerdings merke ich
jetzt, dass mir aus der Benzo-Zeit einige Erinnerungen fehlen. Soviel zur Amnesie durch Benzos...

Fazit: uff, geschafft!
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07/2015: Diagnose Major Depression. Klinikeinweisung u. Beginn mit Mirtazapin 30 mg + 15 mg Diazepam. Es folgen 8 Monate stationäre Behandlung.

Mirtazapin zeigte sich nach drei Monaten Behandlung wirkungslos. Dafür erhebliche NW: Quälende Akathisie, Restless Legs, innere Unruhe, starke Schlafstörung.
In zwei Schritten (zu je einer Woche) erfolgt Reduktion
auf 15 mg. NW lassen nach.

Im Verlauf Erfahrungen mit Quetiapin, Promethazin,
Trimipramin.

Nach missglücktem Diazepam-Absetzversuch erfolgt
eine Sedierung mit Lorazepam 4 mg/Tag.

11/2015: Einstellung auf Lithium, Spiegel 0,6
12/2016: Einstellung auf Escitalopram 20 mg

Schilddrüsenunterfunktion vier Wochen nach Beginn der Lithiumtherapie. Substitution mit L-Thyroxin.
Damit einhergehend deutliche Besserung des Befindens.

Anfang März 2016 darf ich nach Hause gehen.
Lorazepam wird zu Hause fertig ausgeschlichen.
03/2016: Nach 7 Monaten keine Benzos mehr :party2:

14.09.2016: Reduktion Mirtazapin um 3,75 mg auf 11,25 mg.
Nach einer Woche beginnen Beklemmungen, Derealisationsgefühle, leichte Depressivität, Schwindel.
Alles hört nach 1-2 Wochen auf. War auszuhalten.

20.11.2016: Weiter geht's! :fly: Reduktion um 2 mg auf 9,25 mg mit Wasserlösemethode.

22.11.2016: Wieder auf 11,25 mg erhöht - bin viel zu wach und angeschoben durch Cipralex ...oder zu viel L-Thyroxin ?

04.12.2016: Zweiter Versuch - 10 mg Mirtazapin mit Feinwaage. Nur leichte Symptome (grübeln, hitzewallungen, zittern) für 2-3 Tage.

28.12.2016: Runter auf 9 mg.
30.12. 2016: Wieder hoch auf 10 mg wegen Stress

15.01.2017: Runter auf 9 mg
Zehn Tage lang Beklemmungen und Depris. Probleme sind soooo groß. Schwindel,
Tinnitus ist lauter. Dann ist alles wieder prima.

9.4. 2017: Runter auf 7,5 mg
Yeah! Auch nach vier Wochen noch keine Absetzsymptome :D
Letztes Viertel erreicht!

01.05. Lithium reduziert auf 900 mg/d (Letzer Spiegel
davor bei 0,7)
Hurra! Ich kann wieder klar denken. Diese Dosis
halte ich jetzt drei Monate.

19.08. Wieder weiter mit Mirtazapin. Seit gestern 6,5 mg. Keine Beschwerden. Es geht mir super. Und ich schlaafe auch drei Wochen später noch wie ein Murmeltier.

05.09. Weiter mit Lithium. Runter auf 775 mg/d.
War ein bis zwei Tage etwas schreckhaft.
Aber es geht mir prima.

22.9. Mir geht es immer noch richtig gut.

05.10.2017 Mirtazapin von 6,5 mg auf 5,8 mg reduziert. Ab Tag 2 für ein paar Tage Depri, danach alles ok.





Aktuelle Medikation:

Quilonum retard 1-0-0,5
Escitalopram 20 mg 1-0-0
Mirtazapin 5,8 mg 0-0-1
L-Thyroxin 100 - 25 - 0

Zur Ergänzung: Vitamin B-Komplex mit hohem B1- und B6-Anteil, Omega-3-Kapseln, Vit D3 1000 IE und Magnesium 400 mg.

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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 18.08.16, 12:41

Liebe Forumsmitglieder,

Update nach 23 Monaten auf 0 mg.

Hoffnung ist angebracht, ganz viel Hoffnung auf Heilung nach 0 mg............. :party2:

Also ich bin nach 23 Monaten nach 0 mg aus den Symtomen raus, es geht mir wieder fast ganz gut, meine Schwäche läßt immer mehr nach und meine Belastungsgrenze wird stetig höher. Ab und zu kommen kurzfristig bei Stress noch Symtome aber die sind nicht der Rede wert. Ich lebe langsam und geduldig und sehe die Fortschritte, in ca. 6 Monaten, so schätze ich, werde ich wieder die Alte/Neue sein.

Alles was ich sagen kann ist folgendes: wer langsam in kleinen Schritten ausschleicht, keine "deckelden" Medikamente nimmt, nicht vom Weg abkommt, stetig abdosiert, der hat prima Chancen aus der Sucht rauszukommen, es dauert lange, ja, aber es klappt, allerdings muss man wirklich Willens sein das Zeug los werden zu wollen und man muss stark sein die Symtome phasenweise auszuhalten, denn es gibt kein hilfreiches Medikament das den Entzug erleichtert. Ein starker Wille ist unabdingbar und ganz viel Geduld, nur so wird es gelingen. Jedes Auf-und-Ab von Medikamenten scheint das ZNS so zu irritiren das es völlig durchdreht, genauso verhält es sich mit dem kalten Entzug, also bitte, wenn irgend möglich- Finger weg!

Ich habe alles gelesen was ich finden konnte, deshalb weiß ich, das alle, die es geschafft haben, es nur schafften weil sie am Ball geblieben sind und sich unbedingt davon befreien wollten, von diesen Stoffen, die das ZNS und den Menschen so manipulieren. Der Entzug ist kein Spaziergang aber machbar und kräfteraubend aber am Ende ist alles gut. Ich bin so froh durchgehalten zu haben und kann nur allen sagen: Es gibt Heilung nach 0 mg, legt los, bleibt dran und ihr werdet gewinnen.

Die Zeitspanne für die Heilung wird jetzt immer öfter mit ca. 24 bis 36 Monate angegeben und ich kann es bestätigen, jetzt knapp vor der 24. Monat nach definitiv 0 mg, spüre ich die großen Verbesserungen und es ist so deutlich das alles wieder "normal" wird, das ich mich traue diese Aussage zu machen.

Hier mein Absetzverlauf: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7992

Viele Grüße Berlin2013/Chrissi - viel Glück allen die dabei sind und ganz viel Hoffnung - es wird klappen!
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viele Grüße und 2018 wird super
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser ZEIT UND GEDULD
über 3 Jahre und 9 Monate nach 0 mg :party2:

Zur Zeit KEIN Licht am Ende des Tunnels


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SummerSunches
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von SummerSunches » Sonntag, 21.08.16, 23:15

Hallo ihr lieben

Auch ich möchte mich dazu Reihen...
Ich habe von 2013-2015 Tilidin Tabletten und Tropfen genommen ... Und von 2015 bis Juni 2016 ( etwa 11 Monate )... Bromazepam ....Am Anfang 3 mg am Ende 12 mg...

Da ich nicht wusste was Benzos bzw das Bromazepam genau ist setzte ich kalt ab... Heißt am 1.6 nochmal ne Tablette mit 12 mg genommen und dann war Ende ....

Wie es mir ging und geht .... Anfangs wusste ich nicht woher meine Symptome kommen, bis dann zufällig der Name Benzo fiel und dann las ich mich ein ....
Ich zähle mal auf was ich hatte, was besser ist oder weg ist und was noch da ist ...

Übelkeit / Erbrechen : Am Anfang tagelang gespuckt inzwischen ist mir selten noch übel , also fast weg

Schwarz vor Augen sehen : anfangs die ersten Wochen , inzwischen weg

Herzstechen : anfangs da , inzwischen weg

Todesangst : Angst nie mehr aufzuwachen nur die ersten 2 Wochen , inzwischen weg

Nicht auf den Friedhof gehen zu können : anfangs ganz arg inzwischen geht es ... Meide es aber trotzdem noch

Halluziniert : anfangs ca 2-3 Wochen , inzwischen eigentlich weg , gestern bin ich mal aufgewacht und dachte die Pflanze im dunkeln sei mein Mann ... War aber schnell wieder klar ....

Kopfschmerzen : anfangs gelegentlich , zwischendurch mal 7 Tage am Stück , inzwischen mal mehr mal weniger ....

Schwindel: anfangs ganz heftig , inzwischen eigentlich weg

Unreale : anfangs nicht so ausgeprägt , mitten drin ganz heftig das ich nicht mal mehr raus konnte, mittlerweile leider immer noch da mal mehr mal weniger ... Damit kämpfe ich noch ganz arg... Hab Angst das dass nie mehr vergeht ...

Vergesslichkeit : anfangs ganz ganz heftig , inzwischen fast wieder normal

Ängste : anfangs so wie jetzt leider immer noch mein Begleiter , mal mehr mal weniger ( meist die Angst Krebs zu haben )....
Aber auch Ängste vor zB vielen Menschen ...

Alltag : anfangs kaum machbar , inzwischen gehe ich wieder einkaufen , mache Meine Finanzen , gehe mit meinem Sohn zum Arzt etc.....

Muskelschmerzen : anfangs garnicht jetzt etwas mehr allerdings kurz nach dem absetzen eine harte Beule am Rücken die nicht weg geht ... Physio sagt verhärteter Muskel ....

Ich glaub das war alles , hin und wieder friert es mich mal ...

Ja meine größte Sorge ist das dieses unreale nie mehr verschwindet , bin jetzt seid fast 3 Monaten clean und auf null ...
Ich hoffe das ich es bis Januar gepackt habe ...

Eine Bekannte von mir will Mir immer den AD schmackhaft machen aber ich möchte den absolut nicht nehmen ..

Grüße
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Tildin zum Schluss Morgens 50 mg Retard und Abends bis zu 40 Tropfen
Genommen von Okt 13 bis Okt 15.....
Genommen wegen starken Op schmerzen und danach bleibende schmerzen

Diazepam und Tavor mal versucht ohne Erfolg.....
Bromazepam alle 2-3 Tage Anfangs 3 mg am Ende 12 mg....
Genommen von Sep 15 bis Juni 16
Aktuell wegen unwissenheit, kalter Entzug
Genommen wegen Schlafstörungen des erlebten im krankenhaus

Aktuelle Symptome : selten Gedanken was schlimmes zu haben ... Kopfschmerzen episodenweise ....

Aktuelle mediks :
Bisoprolol 5mg -0 - 2,5 mg
Procoralan 7,5 mg -0- 7,5 mg
Vitamin b spritzen alle 6 Wochen
Vitamin D einmal die Woche 20tausend Einheiten
Eisen 0-0-1

Aristo
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Aristo » Mittwoch, 31.08.16, 19:42

Ich möchte allen Mut machen, sich auf den Weg in die Freiheit zu begeben. Vielleicht kommt doch noch unverhofft eine Welle, dennoch wage ich jetzt den Schritt - und sage: ich bin benzofrei und mir geht es sehr gut!

Meine Geschichte kzr&knp: bin schon seit Kindheit ein unruhiger, sensibler Mensch und hab die Benzos als Hilfestellung genommen. Vollkommen unregelmäßig. Mal 2 Wochen am Stück,mal 3 Monate nicht. Die Gefahr der Abhängigkeit war mir immer bewusst.

Gekippt ist alles im jahr 2014, als ich überraschend großen körperlichen Schmerzen ausgesetzt war; Schmerzen, die der Arzt zunächst nicht in den Griff bekam. Ich bekam muskelrelaxierende Tranquilizer verschrieben, die alle nur minimal gewirkt haben. Ich hab alle Quellen angezapft, um weitere Medikamente zu erhalten und war schießlich bei .... ich weiß gar nicht mehr... gut über 100 mg Oxazepam :cry:

Nach 3 Monaten war der Spuk vorbei - eine kurzzeitige Kortisontherapie hat völlige Schmerzfreiheit gebracht.Der Schmerz war weg und ist es bis heute.

Gefühlt habe ich mich dann super: Schmerz weg und das Leben mit den Benzos leicht + easy. Tatsächlich war ich zugedröhnt bis zum gehtnichtmehr...

Mein Hausarzt wollte mich in die Psychatrie zum Entzug einweisen.... ein NO GO für mich! Das war der Wendepunkt

Ich fand dieses, Euer Forum und las mich ein. Bestimmt eine Woche. Ich fand einen Suchtmediziner, der mich unterstützt hat und mir Diazepamtropfen verschrieb. Ich habe mich verpflichtet, zunächst alle paar Tage dort anzutanzen und streng Buch zu führen zu Dosis/Entzug/Gefühlslage.

Begonnen habe ich mit ca. 80 Tropfen/Tag im Frühjahr 2014; die ersten Wochen habe ich großen Schritten reduziert; die genaue Dosis und den Zeitraum habe ich nicht mehr parat. Ich habe damals meine Arbeit pausiert, da ich kaum noch Laufen konnte....Naja, denken auch nicht mehr so viel ...

Die Muskulatur meiner Beine war kaum noch vorhanden und dennoch verkrampft... zwanghaft habe ich meine Wohnung mehrmals am Tag im Schneckentempo gesaugt und gefegt.

Ende 2014 war ich auf ca.20 Tropfen/Tag, ca. 10 mg Dia. Und wollte den Entzug stoppen und die Dosis so beibehalten. Mein betreuender Arzt war klug und hat dies nicht rundweg abgelehnt. Er hat mir einfach berichtet, was mich seiner Meinung dann erwartet: Gewöhnung, Dosiserhöhung, Rückzug von der Welt, Fremdsein, Apathie... Er hat sich viel Zeit genommen - und mich letzendlich überzeugt, weiterzumachen mit dem Entzug.

Die letzten 20 Tr. / 10 mg. habe ich dann über 12 Monate absetzt, mit vielen psychischen Schwierigkeiten. Ich war im Hader mit allen Menschen, alles war schlecht, ich unverstanden... unendliche Gedankenspiralen, Ängste vor Tod, Krankheit, Verlust meiner Lieben. Körperliche Schwierigkeiten, Darmprobleme, Schwitzen, Haarausfall, Unverträglichkeiten, Hautjucken und und und.

ABER - wie hier oft geschrieben: nicht alles auf einmal und immer in Wellen. Es gab immer auch Tage...später eine Woche...usw. wo es dann ganz OK ging und ich Kraft schöpfen konnte. Wenn man drin steckt, meint man, es geht immer so weiter mit der Verzweiflung - aber das tut es nicht. Es wird besser - einfach stur weitergehen, immer weiter.. Man weiß nicht warum man weitergeht , man will nicht, aber man tut es doch... und das ist gut so.

Der letzte hohe Berg war bei mir zwischen 5-3 Tropfen; dann war´s einfach. Geblieben ist Schlaflosigkeit bzw. ganz flaches Schlafen mit stündlichem Aufwachen ...Seit 6 Wochen nehme ich 100 mg Vitamin B6/Tag. Das tut mir sehr gut: bereits am 2. Tag der Einnahme habe ich tief geschlafen; nur ein paar Stunden. Aber das Eintauchen in den Schlaf hat mir sehr viel Erholung gebracht. Das ist bis heute so geblieben; ich schlafe nicht super- aber doch ein paar Stunden am Stück, und das ist OK.

Ich fühle mich gut und lebendig. Ich kreise nicht mehr ständig um mich selbst, sondern bin wieder offener den Menschen gegenüber geworden. Viele habe ich verletzt in der Zeit des Entzugs, da ich mich so unverstanden gefühlt habe. Dies möchte ich wieder kitten - das wird meine Aufgabe sein für die nächste Zeit.

Habt Mut und geht los - es lohnt sich so sehr. Danke an die Forumsbetreiber und Mitglieder, eurer Engagement und Eure Beiträge haben mir sehr geholfen. Alles Liebe, Aristo
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