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Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

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Cashi
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Cashi » Donnerstag, 10.05.18, 9:50

Guten Morgen.
Ich würde mich als Langzeitbetroffene bezeichnen. Ich hänge an diesem Medikament seit 22 Jahren. Mit unzähligen Versuchen abzusetzen. Auch deshalb weil nach jedem Absetzen neue Symptome hinzu gekommen sind die ich jedesmal als Rückfall oder andere Erkrankung gedeutet habe oder die Ärzte mir das vermittelt haben. Ich geh zwar nach wie vor arbeiten und manches Mal weiß ich nicht wie ich das eigentlich mache. Keine Ahnung. Vielleicht liegt das an meinem Zwang.
Wie ich Langzeitbetroffen definiere. Naja ich bezeichne mich als solche obwohl ich mein Leben ganz normal lebe. Arbeiten Sport lebe alleine. Man sollte ja denken dass dann ja alles in Ordnung ist. Aber es quält mich manchmal so sehr dass ich nicht mehr weiter weiß.
Der Umgang hier im Forum ist das beste das mir passieren konnte. Es ist so dass ich über die vielen Jahre aufgehört habe meine Familie mit meinen Zuständen zu belasten. Es reicht wenn ich leide. Und wenn ich das Forum nicht hätte dann hätte ich längst aufgegeben. Es ist alles sehr liebevoll hier ohne Bewertungen. Ihr habt mich schon so oft beruhigt wenn ich mal wieder dachte eine Psychose oder eine andere schwere Erkrankung zu haben. Ich bin jetzt unter der Hälfte der Dosis und ohne das Forum hätte ich nicht durchgehalten. Wie oft hat meine Ärztin in mich eingeredet dass ich wieder 75 mg nehmen soll.
Ihr macht alles perfekt und ich danke euch allen von ganzem Herzen
Eure Cashi
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von gioia » Dienstag, 15.05.18, 14:17

Hallo

1 + 2 ja würde mich als Langzeitbetroffene bezeichnen, da ich schon zwei Jahre jetzt drinhänge in der Sache und auch als Schwerbetroffene, da ich über viele Monate bettlägrig war und am normalen Leben in keiner Weise mehr teilhaben konnte. (nicht arbeitsfähig, nicht allein lebensfähig ohne Hilfe von außen, wie einkaufen, kochen, etc.)

3 der Umgang hier ist sehr angenehm und ich empfinde das Team, aber auch viele User als sehr professionell und super informiert! Hätten nur viele Ärzte dieses Fachwissen......das wär was!!!! :wink:

4 ich bin früher immer wieder über das ADFD bei google suchen gestolpert, aber habe sehr lang nicht kapiert, was das ADFD überhaupt ist, also welche Ansichten hier so vertreten werden. Vielleicht liegt das daran, dass ich teilweise auf sehr alte Beiträge gestoßen bin und lange gedacht hab, dass das gar nicht mehr so richtig aktiv ist das Forum, oder auch mit dem Namen ADFD nicht wirklich was anfangen konnte oder auch daran, dass ich mich generell bis dahin mit Internetforen überhaupt nicht auskannte..... :roll:

Alles Liebe :)
Gioia
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von JjNn11 » Mittwoch, 16.05.18, 23:14

Langzeitbetroffene.

Das bedeutet für mich, Zeug einnehmen zu müssen, das nie gepasst hat.
Nach fast 20 Jahren ist der Entzug entsetzlich.
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Bluesbasser » Freitag, 18.05.18, 13:19

Ein herzliches Hallo an Alle die in diesem Forum sind.Mein Name ist Mario und ich wohne in Bayern.Bin abhängig von sedierenden Psychopharmaka.

Leider haben mich die Ärzte total fehldiagnostiziert und ich nehme seit fast 2 Jahren sedierende Psychopharmaka.

Aufgrund einer nicht erkannten Schlafapnoe und lärmenden Nachbarn haben ich schwerwiegende Schlafstörungen bekommen.Jetzt nach fast 2 Jahren
wo ich abhängig bin von sedierenden Psychopharmaka kämpfe ich jeden Tag um mein Leben.Mir wurde trimipramin wegen Schlafstörungen gegeben und
ich war so naiv und glaubte dieser Ärztin die sie mir verschrieb und habe mit einer einmaligen Einnahme mein Schlaf-wach-Zentrum in seiner Wirkung
so zerstört,dass ich seit fast 2 JAhren sediernde Psychopharmka nehmen muss.Ohne diese sedierenden Psychopharmaka finde ich nicht in den Schlaf.
Mein Hinterkopf ist innerlich so angespannt das mir der Schädel fast platzt.Ich wurde so dermassen fehldiagnostiziert das es besser nicht geht.Mir
wurden in der Psychatrie dann Seroquel(Quetiapin der grösste Arzneimittellskandal des 20.Jahrhunderts schlechthin),Pipamperon,Tavor verordnet.
Habe alle pflanzlichen Mittel durch,alle Schlafhygienemaßnahmen durchgeführt die es gibt.Mein Gehirn hat einen Vollschaden in der Beziehung auf
den Schlafmechanismus durch dieses Trimipramin bekommen.Ein normales Einschlafen gibt es nicht mehr.Diese Psychopharmaka haben mein gefühls-Leben,Sexualleben,Gefühlsempfinden praktisch zu 95% zerstört.Komischerweise empfinde ich keine richtiges Angstempfinden mehr.Mein Zeitgefühl
ist verschwunden.Eine Viertelstunde empfinde ich wie einen Wimpernschlag.Das Magen-Darm-Empfinden zu der Kopf-Magen-Achse ist unterbrochen.
Empfinde keine normalen Gefühle mehr,so wie man verliebt ist das man Frösche im Bauch hat und es kribbelt.Da ist alles tot.Ich bin zu einem lebenden

ZOMBIE geworden.

Mein Körper altert schneller als sonst.Ich kann nicht normal aufstehen.Bin seit diesem Jahr Anfang Januar im Krankenstand.Ich möchte am liebsten diese Welt verlassen.Ich sehe in meinem Leben keinen Sinn mehr.Nur noch dahinvegetieren.Mir glaubt keiner wenn ich diese Geschichte erzähle.

Nur in diesem Forum traue ich mir zu Schreiben.Meine Tage verfliegen im Nu.Meine Beziehung ist nur noch eine dahinlebende Zweckgemeinschaft.
Die Psychopharmaka haben mein Leben zerstört!!!!!
Mir wurden im am 04.06 2016 20 mg Trimipramin verordnet.(Nach einmaliger Einnahme massive Nebenwirkungen)
ES folgte bei der Einnhame massives Brennen in der Brust(Das Gefühl gut durchzuatmen wurde zerstört)
Es folgte eine massive Verstopfung,die ich nur mit einem Einlauf wieder zur Lockerung hinbekam.
Durch Pipamperon und Quetiapin(Dopaminkiller)wurde mein Antrieb zerstört.(Normale Tätigkeiten werden zur Qual.
Die Ärzte meinten ich habe eine schwere Depression und haben mir zig Antidepressiva verordnet(escitalopram,Venlafaxin,Citalopram.)
Alles schwerwiegende GIfte in meinen Augen.Ich hatte nie eine Depression.
Dann wurde mir noch Tavor,der größte Sch :censored: dreck gegeben und zwar unter Zwang in der Klinik.
Praktisch fügig gemacht und mir wurde angedroht mich sfort zu entlassen wenn ich das nicht nehme!!!!
Ich bekam am nächsten Tag die Aufgabe Sport zu machen,aber unter den dauernden Schlafentzug bin ich so zusammengebrochen und hatte einen
Kreislaufzusammenbruch.Die Ärzte haben das als Aufstand gesehen!!!Ich verweigere den sportunterricht!!! Diese Volidioten!!!
Ich wurde als stabil entlassen schrieben sie dann.
Ich würde die Ärzte am liebsten :censored: .Aber ich möchte keinem menschen was antun.
habe mir dann einen RA genommen.Der war aber unfähig,wenn man eine Diagnose von der Psychatrie hat kommt man nicht mehr davon los.
Leide hat mein sensibler Körper so derart negativ auf diese sedierenden Psychopharmaka reagiert das ich wahrscheinlich nie
wieder arbeiten kann.

Es ist wie ein furchtbarer Albtraum.Dies zu meiner Sache als Langzeitbetroffener.Ich habe das für die Nachwelt hier hinterlassen.
Wäre gut wenn man die Psychatrie und diese Drecksgifte abschafft!!!!!!
alles Gute für euch in diesem Forum die ihr hier seid!!!Liebe Grüße Mario
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 18.05.18, 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kraftausdrücke mit Smiley versehen
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Vivi 66 » Sonntag, 27.05.18, 14:18

Guten Tag alle zusammen.

Zu1. Ja ich bin betroffen vom Langzeitentzug

Zu2. Ich denke Langzeitbetroffen ist man wenn nach der letzten Einnahme schon ein halbes Jahr vergangen ist und noch immer wieder Wellen kommen. Manchmal hab ich gedacht nach länger Phase ohne Wellen ich bin damit durch aber dann auf einmal geht es mir wieder schlecht und es fällt mir erst mal gar nicht ein das es noch vom Entzug kommt. Doch wenn ich dann in meinem Account lese dann ist da die Bestätigung das man doch noch nicht durch ist.
Zu3. Ich kann ja hier nur für mich sprechen aber ich hatte nur Anfangs Probleme mich im Forum zurecht zu finden. Man erhält hier wirklich viel Unterstützung.
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Jana_Ina » Freitag, 01.06.18, 23:09

Hallo Leute,

Zu1.

Ich würde mich als Langzeitbetroffene bezeichnen aber nicht als Schwerbetroffene.

Zu2.

Ich definiere Langzeitbetroffen die Menschen, welche mehrer Jahre lang entziehen. Als Schwerbetroffene zähle ich die Menschen, die immer wieder Arbeitsunfähig sind und wieder aufdosieren müssen da Sie es nicht aushalten.

Zu3.

Das Schreiben hilft mir persönlich mehr als das Lesen, da ich nicht so oft online bin kann ich auch nicht wirklich mitkommen bei den vielen Treads. Mir wurde allerdings schon sehr geholfen hier!

Zu4.

Ich habe keinerlei Verbesserungsvorschläge, ich bewundere was ihr tut und ziehe meinen Hut, ich schaffe meinen Entzug nur durch Distanz von dem Thema.


Liebste Grüße

Jana
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Markus Huefner » Montag, 04.06.18, 11:14

zu 1. Ich nehme seit 2006 Paroxetin mit 60mg ein. Ich habe seit 2013 ein halbes Dutzend Absetzversuche mit unterschiedlichen Methoden hinter mir, alle sind gescheitert. Ich bin ein Langzeitbetroffener, ich glaube auch nicht mehr daran, dass ich das Paroxetin jemals absetzen kann, egal mit welcher Methode. Ich habe es aufgegeben.

zu 2. Als Langzeit-/Schwerstbetroffene würde ich jemand bezeichnen, der mehrere Absetzversuche hinter sich hat, die gescheitert sind. Ebenso alle, die ihr Medikament gar nicht mehr absetzen können und diejenigen die dafür länger als ein Jahr brauchen. Auch diejenigen, die mehrere Psychopharmaka gleichzeitig einnehmen und nacheinander absetzen und dafür länger als ein Jahr brauchen. Die Herstellter von modernen Antidepressiva geben das so harmlos bezeichnete Absetzsyndrom mit wenigen Wochen bis mehrere Monate an, daher bin ich der Meinung, das alle die länger als ein Jahr brauchen zu den Langzeit-/Schwerstbetroffenen zählen sollten.

zu 3. Auf der einen Seite ist es hilfreich zu wissen, dass man nicht der Einzige ist, der länger dafür braucht oder sein Medikament gar nicht mehr absetzen kann. Die Anleitungen, das Wissen und der Austausch hier sind wirklich großartig! Vor allem das Team möchte ich für sein Engagement loben, da es nicht selbstverständlich ist, während man selbst einen oder mehrere Entzüge macht, das Forum noch betreut, Texte übersetzt, Anleitungen schreibt, Beiträge einsortiert und Fragen beantwortet. Auf der anderen Seite ist man am Ende doch allein mit seinem Kampf ums Überleben, man bekommt den Weg gezeigt, gehen muss man ihn meist allein, Ärzte und vor allem Psychiatern fehlt das nötige Fachwissen und die Erfahrung.

zu 4. Als Forum zum Austausch und zur Information ist das ADFD so wie es ist eine große Hilfe und wichtig für Betroffene! Wünschenswert wäre, wenn daraus mehr entstehen würde, eine echte Lobby, die unsere Interessen vertritt, eine Selbsthilfe-Organisation, die sich dafür einsetzt, das wir Aufmerksamkeit bekommen. Ich weiß aber, dass das von Betroffenen, die im Entzug sind nicht machbar ist.
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Nicola
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Nicola » Dienstag, 05.06.18, 22:39

Hallo Ihr Lieben,

gerne möchte ich den Fragebogen ausfüllen.
1 ) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?

Nach aktuellem Fortschritt meines aktuellen Mirtazapin-Entzugs (seit 6 Monaten) würde ich mich nicht als Schwerst-oder Langzeitbetroffen bezeichnen.

2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?

Langzeitbetroffen würde ich jemanden definieren, der selbst nach einer 10%-igen Reduktion alle 6 Wochen am Ende der Laufzeit (also 60 Wochen=1Jah 8 Wochen) noch immer mit Beschwerden des Entzugs zu kämpfen hat, also nicht beschwerdefrei ist - mal abgesehen von der Grunderkrankung.
Schwerbetroffen würde ich jemanden nennen, der von der kompletten Palette der Entzugssymptome betroffen ist (Übelkeit, Durchfall..) und deswegen nicht arbeitsfähig ist.

Langzeitbetroffen bin ich noch nicht, da ich mit 6 Monaten noch unter 60 Wochen Entzug liege.Schwerbetroffen bin ich nicht, da meine Entzugsbeschwerden zwar lästig sind, ich damit aber noch arbeiten gehen kann. Ein "echtes" Sozialleben mit vielen Bekannten etc. habe ich sowieso nicht mehr.

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?

Trifft nicht zu wegen 1) und 2). Ich finde unabhängig davon dieses Forum einfach nur grandios und den freundlichen Umgang untereinander wunderbar, eine echte Selbsthilfegruppe, wenn auch nur in virtueller Form. Ihr habt mir schon so oft geholfen, dafür möchte an dieser Stelle ein ganz ausdrückliches DANKE sagen.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen

Ich könnte mir einen Blog vorstellen, wo die Mitglieder über ihre aktuellen Erfahrungen/Zustand berichten, ohne dass unbedingt ein Austausch in Form von Feedback anderer Mitglieder stattfinden muss (aber könnte). Bei meinem Mirta-Entzug habe ich nämlich ein paar Kenntnisse gewonnen und natürlich auch Fehler gemacht, die vielleicht für andere auch interessant sind. Ich wollte keinen separaten Thread aufmachen, die Modi's haben schon genug zu tun mit wirklich Hilfe- und Ratsuchenden.

Seid lieb gegrüßt,
Nicola
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von sl76 » Donnerstag, 07.06.18, 12:14

Hallo an Euch,

zu Euren fragen:

1) ich würde mich selbst als Schwerbetroffener sehen,

2) durch den Entzug treten eine Vielzahl von Symptomen, die mein Leben stark einschränken und für meine Arbeitsunfähig keit verantwortlich sind

3) ich bin froh, dass ich Euer Forum gefunden habe, sonst wüsste ich bis heute nicht woher die Symptome kommen, da ich starke Konzentrations- und Gedächtnis einschränkungen habe ist es nicht ganz einfach für mich auf Eurer Seite durchzusehen, Auch das erstellen der Signatur ist eine Herausforderung in der jetzigen Situation. Trotzdem bin ich froh das es dieses Forum gibt. Ich finde hier wird ein toller Umgang gepflegt, fast familiär.

4) Ich weiß Ihr habt alle Hände voll zu tun und habt auch einen Mega-Ansturm zu bewältigen, deswegen würde ich nie etwas fordern. In meiner derzeitigen Situation würde ich mir etwas Übersichtlichkeit helfen.

Viele Grüße Sebastian
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 07.06.18, 12:25

Hallo sl, willkommen im Forum und danke für deine Antwort :hug:

Bitte erstelle dir doch einen eigenen Thread im Bereich "Hier bist du richtig" viewforum.php?f=35 (links oben auf den Button "Neues Thema" klicken). Dort kannst du dich vorstellen und bekommst Rückmeldungen und gerne auch erste Orientierung über die wichtigsten Texte und Infos.

lg Lina
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,01 mg Mein Thread
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von kaltblau » Donnerstag, 07.06.18, 16:15

Hallo,

gerne gebe ich auch meinen Senf dazu :-)

1) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?

Ich würde mich absolut als Langzeitbetroffen einordnen. Ich habe seit fast 4 Jahren mit Symptomen zu kämpfen, habe zwischendrin über ein Jahr pausiert
um mich zu stabilisieren. Es wird wohl noch an die 2 Jahre dauern bis ich mit dem Absetzen durch bin, aber so ist immerhin ein halbwegs normales Leben möglich. Sprich ich gehe arbeiten und kümmere mich um mein Kind, für viel mehr ist keine Energie.

2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?

Langzeitbetroffen ist für mich wenn es schon länger als 1/2 Jahr andauert. Schwerbetroffen wenn man nicht mehr am Leben teilnehmen kann.

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?

Den Umgang hier empfinde ich als sehr angenehm und hilfsbereit. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich dieses Forum gefunden habe und für all die Tipps, die ich hier bekommen habe. Manchmal glaube ich, sonst wäre ich schon tot. Ich trage ehrlich gesagt nichts bei, da ich das Gefühl habe nicht kompetent helfen zu können. Und in Phasen, wo es mir halbwegs gut geht, bin ich auch nicht hier, da mich das Lesen schon sehr belastet und triggert.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen wäre?

Nein, keine Beschwerden. Ihr macht das super!
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von rosalienchen » Mittwoch, 13.06.18, 12:26

Hallo Ihr Lieben. Ja ich würde mich als Langzeitbetroffene bezeichnen. 2012 die letzte Einnahme Venlafaxin. Seitdem im Entzug. Zur Zeit in einer ganz schlimmen Welle wo gar nix mehr geht. Ich hatte schon gute Fenster war wieder fast 1 Jahr arbeiten konnte Konzerte besuchen und und. Jetzt bin ich wieder arbeitsunfähig und liege meist nur noch auf der Couch.
Mehr dazu schreibe ich nachher mal in meinen Thread.
Ich bin froh das es dieses Forum gibt. Ohne wäre ich die ganzen Jahre sehr aufgeschmissen gewesen. Ich lese sehr oft mit.
LG
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von annemika » Samstag, 16.06.18, 22:59

Hallo meinerseits,

zu den Fragen:

1) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?
Ich bin ganz klar Schwerbetroffene vom Entzug, da ich mindestens schon 10-15mal probiert habe abzusetzen bzw. zu reduzieren. Ich bin durch ein schnell verschriebenes Neuroleptikum (Sulpirid) nach einer anfänglichen Erschöpfung (nach Abschluss meines Studiums vor 6 Jahren) relativ schnell abhängig geworden. Hatte nie im Leben zuvor eine psychiatrische Störung. Erst durch das Absetzen kamen alle möglichen Beschwerden (Depressionen, große körperliche Schwäche, große innere Unruhe, Herzbeschwerden, starke Migräne), die ein Absetzen nahezu unmöglich machen.

2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?
Wenn man trotz Ausschleichens nicht absetzen kann, ohne die schlimmsten Symptome zu entwickeln. Und wenn man das bereits viele Male versucht hat.

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?
Hier im Forum finde ich Menschen, die in der gleichen Lage sind wie ich und mir so Verständnis entgegenbringen. Ich habe erst durch euch begriffen, dass es vielen Menschen so geht wie mir, dass AD und NL gleichermaßen abhängig machen, obwohl Ärzte uns immer wieder sagen, dass das nicht sein kann.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen wäre?
Ich danke allen, die Tipps geben bzw. oft einfach nur zuhören, wenn es einem wieder einmal sehr schlecht geht. Allerdings bezweifle ich immer mehr, dass das ewig lange Ausschleichen, das hier empfohlen wird, zum guten Ende führen wird. Ich denke inzwischen, dass das Absetzen - langsam oder schnell - immer bei einem bestimmten Prozentsatz an Menschen zu großen Absetzerscheinungen führen wird und so viele einfach nicht absetzen können, wenn sie nicht total arbeitsunfähig bzw. alltagsuntauglich werden wollen. So wie ich. :cry:

Gruß Annemika
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Luisa1974 » Sonntag, 17.06.18, 11:42

1) Auch ich würde mich als Langzeitbetroffene bezeichnen, da mein Tinnitus - den ich nach dem Absetzen des Citaloprams bekam - wohl nie ganz verschwinden wird. Nach der Aufdosierung wurde es zwar besser, aber er geht nie ganz weg und ich hatte früher nie so etwas. Es ist eindeutig durch das Absetzen des Citaloprams entstanden.
2)ich würde darunter die Personen verstehen, die wie ich nach dem Absetzen ein Syndrom haben, das wohl nie wieder ganz verschwinden, oder auch solche, die niemals die Medikamente ganz absetzen können. Vielleicht auch diejenigen, wo es wirklich viele viele Jahre dauert, bis es besser wird.
3) ich fühle mich hier gut aufgehoben
4) das wurde schon beschrieben, es ist Schade, wenn manche plötzlich verschwinden, ich bin ja auch nicht mehr so oft hier. Vielleicht wäre es gut, wenn man so eine Art Tagebuch führen könnte. Manche machen dies ja schon in ihrem Thread, so kann man den Verlauf gut nachverfolgen. Vielleicht könnte man die Überschriften oder Rubriken so anpassen, dass man in der Suche besser etwas findet. Ich hatte versucht andere Personen zu finden, die wie ich Mirtazapin und Citalopram absetzen, aber das war schwierig und etwas verwirrend über die Suche

Ich danke Euch von ganzem Herzen, dass Ihr für uns alle da seid. Ohne Euch hätte ich es bis hier nicht geschafft.
Luisa
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von pina » Sonntag, 17.06.18, 22:16

Hallo,

1) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?

Ich würde mich selbst nicht als Schwerstbetroffenen bezeichnen, aber ich sehe mich als Langezeit betroffene was das Absetzen betrifft. Seit Juli 2011 nehme ich Cymbalta aufgrund einer schweren depressiven Episode. Im September 2013 habe ich mit dem Reduzieren, nach der 5 bis 10% Formel begonnen. Zuvor habe ich einen zu schnellen kurzfristigen Absetztversuch hinter mir, wo ich ein paar Tage lang, lediglich 2/3 des Inhalts der 60mg Kapsel am Abend genommen habe. Ich merkte sehr schnell, dass das mein Körper so nicht mitmacht und bin so auf dieses Forum gestoßen.
Seit diesem Fehlversuch habe ich wieder bei 120mg angefangen und seit dem in 5 – 10% Schritten der letzten Dosis reduziert. In der Regel habe ich das alle 4 -5 Wochen getan, aber zwischendurch gab es auch länger Pausen und Rückschritte. Inzwischen bin ich von 120mg auf zur Zeit (Juni2018) 0,1mg (1Kügelchen) runter.
Ich musste zwischendurch feststellen, dass ich auf jede Reduzierung hochsensibel reagiere und auch wenn ich mir oft gewünscht hätte schneller vorzugehen, habe ich das in der Regel nicht getan. Zu sehr sitzen die Erfahrungen im Nacken, von den ein oder zwei kläglichen Versuchen, wo ich dann doch zu schnell war, wo Medikamente oder andere Dinge die Symptome so stark getriggert haben, das ich dachte es geht gar nichts mehr und es mich sprichwörtlich umgehauen hat.
Ich habe schnell gemerkt, dass ein schnelleres Vorgehen mich nicht nur kurzfristig zu einem Schwerstbetroffenen gemacht hätte sondern das das Absetzten mich richtig übel aus dem Leben gekickt hätte und ich heute nicht wüsste wo ich dann ständ.
Ich habe gelernt auf meinen Körper zu hören und wenn dieser sagt: „Nimm Dir Zeit“, so musste ich mir diese Zeit nehmen. Manchmal brauchte ich dazu trotzdem noch die warnenden Worte von einigen lieben Mitgliedern dieses Forums, denn wenn es der Kuh zu gut geht, dann geht sie aufs Glatteis.

Zu den Fragen:

2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?

Für mich ist ein Langezeitbetroffener jemand der Jahre braucht, um von seinen Medikamenten runter zukommen oder aber auch Menschen die falsch abgesetzt haben und nun mit den Langzeitfolgen des falschen Entzugs leben müssen.
Grundsätzlich Menschen die Absetzbedingt über einen längeren Zeitraum, sprich mehrere Jahre, nur eine eingeschränkte Lebensqualität besitzen. Dabei spielt es keine Rolle ob das Leben etwas eingeschränkt ist oder jemand nicht mehr aus seinem Bett heraus kommt.
Was mich zu dem Punkt Schwerstbetroffene führt. Ein Schwerstbetroffener ist jemand für mich, der in seinem Leben so stark eingeschränkt ist, das er kaum noch am Leben teilnehmen kann.
Es ist schon eine Ironie das so zu schreiben, denn wenn ich genauer darüber nachdenke, müssten fast alle Menschen die Psychopharmaka geschädigt sind, als Schwerstbetroffene bezeichnet werden. Die Symptome die jeder hier durchleben sind alles andere als Lebenswert oder annehmlich. Mit der Zeit, habe ich einfach gelernt die Symptome hinzunehmen und zu akzeptieren – solange sie mich nicht so einschränken, dass ich meinen Alltag nicht mehr geregelt bekommen. Das es alles nur oberflächlich ist, blende ich dabei aus. Es ist schon fast zur Normalität geworden, ebenso wie die Muskelschmerzen, das Unwohl sein, die Fehlende Leistungsfähigkeit, nicht das zu tun was ich wirklich möchte, all das und die ganzen anderen körperlichen Symptome, ich nehme es einfach hin obwohl es doch schwere Einschnitte in mein Leben sind. Trotzdem sitz ich hier und schreibe, dass ich nicht Schwerstbetroffen bin, wenn gleich wir alle es doch irgendwie sind.
Aber dann kommen mir die Menschen in den Sinn von denen ich weiß oder von denen ich gelesen hab, welche noch viel schlimmer leiden müssen und ich denke mir: „Was willst du dich beschweren, es könnte schlimmer sein. Ich fühle mich nicht wie ein Schwerstbetroffener und bin es auch nicht.“
Schwerstbetroffene sind für mich Menschen, wo die körperlichen Symptome so stark sind, dass sie mehr das Bett oder das Haus hüten als aktiv zu Leben. Wo die Ängste und die Schmerzen so stark sind, das sie ständig präsent sind. Wo die guten Fenster so kurz sind, das sie kaum reichen um Kraft zu tanken. Wo sich die Symptome, in welcher Form auch immer, ständig in den Vordergrund drängen und das Leben in keinster Form mehr lebenswert erscheint. Ich kann von mir behaupten, solche schlimmen Phasen zwischendurch erlebt zu haben, der totale Absturz, wo nach ich mich langsam wieder, wie der Phönix aus der Asche hocharbeiten musste – aber es sind zum Glück nur wenige Male für eine kurze Zeit gewesen. Entstanden aus getriggert Situationen durch Unwissenheit. Etwas das ich nie wieder erleben möchte. Leider weiß ich auch, dass manche nicht so viel Glück hatten und länger in diesem Albtraum aus körperlichen und psychischen Symptomen feststecken und das sind für mich die Schwerstbetroffene. Ich wünschen diesen Personen ganz viel Kraft, Hoffnung und Mut.

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?

Das Forum ist eine sehr wichtige Stütze und gibt mir den Mut und die Kraft nach vorne zu schauen. Mich nicht an Selbstzweifeln zu verlieren und zu wissen ich steh nicht allein mit meiner Problematik da. Das Lesen im Forum kann helfen das Gedanken Kreisen zu unterbrechen und sich wieder zu fangen, wenn man mit seinen Gedanken und seiner Unsicherheit ins Schwimmen gerät. Es bietet so viel an Informationen und Feedback, das ich mich sicher und gut aufgehoben fühle. Sich Wissen über die ganze Absetzt Thematik anzueignen hat sehr geholfen, die Absetzsymptome als diese zuerkennen und zu lernen diese zu Akzeptieren. Eine Grundvoraussetzung, um den Absetzprozess durchzustehen. Zwischendurch gibt es sicher auch Phasen, wo etwas Abstand von der ganzen Thematik notwendig ist, aber dann zieh ich mich in dieser Zeit etwas zurück.
Das Lesen und Schreiben hier im Forum ist für mich die fehlende Unterstützung seitens der Ärzte oder Therapeuten. Für mich eine virtuelle Selbsthilfegruppe, ohne die ich es bis heute noch nicht so weit gebracht hätte.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen wäre?

Das Forum in dieser Form gefällt mir wirklich sehr gut. Einzig jetzt, wo es für mich auf die Null zugeht, finde ich das Feedback sehr mager, dabei ist auch diese Phase noch sehr schwer – ein Grund, warum ich mir die fehlende Unterstützung in der jetzigen Phase, zur Zeit zusätzlich in einem englischsprachigen Forum suche. Die aktuelle Auseinandersetzung mit der Thematik kurz vor Null und Menschen die zurzeit in der gleichen Phase o sind fehlt mir hier aktuell etwas – aber auf der anderen Seite bin ich es selbst auch, der zwischendurch den Abstand sucht, weil es ein Umbruchprozess ist. Es gibt Phasen, wo ich viel geben kann und dann wiederrum muss ich Abstand haben um Kraft zu tanken. Den „ich habe es geschafft Thread“, durchforste ich natürlich in regelmäßigen Abständen.
Ich weiß das es viel Arbeit ist und finde es sehr toll, wie engagiert die Moderatoren hier am Werk sind. Es ist auch kein Vorwurf, sondern nur meine Subjektive Wahrnehmung zu der Frage, was mir zur Zeit im Forum fehlt. Vielleicht liegt es daran, das viele die es geschafft haben, nachher nicht mehr hier sind und andere noch mitten im Absetzt Prozess stecken. Im Großen und Ganzen kann ich nur ein positives Feedback über das Forum hinterlassen und hoffen, dass es das Forum noch lange gibt und vielen Menschen den richtigen Weg weist.
Ich möchte an dieser Stelle Danke sagen. Danke für die vielen Informationen, die vielen Worte und nicht zuletzt die viel Zeit und Arbeit, welche die Moderatoren hier hinein stecken. Natürlich auch ein Danke für die Antworten und das Feedback jeden einzelnen Users, ohne aktive Teilnahme wäre das Forum nur halb soviel Wert.
Vielen lieben Dank.

LG
pina
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Stud_psych
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Stud_psych » Montag, 18.06.18, 17:30

Hey,

1) Ich würde mich mich zwar noch nicht als Schwerbetroffener einordnen, allerdings als Langzeitbetroffener. Mein Entzug dauert jetzt 15 Monate an.

2)Schwerbetroffene sind meiner Meinung nach Personen, die nicht mehr in der Lage sind ihre Funktionalität was berufliches und/oder soziales angeht aufrecht zu erhalten. Sprich einen Job/Studium nachzugehen, Freunde treffen, Unternehmungen tätigen usw.
Den Langzeitentzug verstehe ich als einen Entzug, der länger als 6 Monate nach der letzten Medikamentennahme andauert oder Personen, die nicht jede 6 Wochen reduzieren bzw. immer nur eine geringe Menge abdosieren können.

3) Das Forum ist eigentlich meine einzige Unterstützung, daher geht es mir hier sehr gut. Natürlich gibt es auch Freunde mit dennoch darüber rede, aber es ist was anderes, wenn die Personen selbst nicht betroffen sind. Es tut mir gut, dass Gefühl zu haben nicht allein mit den Problemen zu sein und Hilfe zu bekommen, wenn mir danach ist.

4) Konkret wünsche ich mir momentan nichts.

LG
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Yannsei
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Yannsei » Dienstag, 19.06.18, 16:55

Hallo Team adfd.org,

vielen Dank für die Umfrage.

1) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?
Ich würde mich selbst als Langzeitbetroffener einordnen. Zum Einen bin ich seid 08/2016 von Entzug betroffen, zum Anderen rechne ich noch locker mit 2 Jahren bis ich auf 0 bin.

2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?
Langzeit: Entzug über min. 2 Jahre.
Schwerbetroffener: Ich selbst sehe mich "nur" als leicht- bis Mittel-Betroffener. Ich habe nicht sehr viele Beiträge von anderen Betroffenen gelesen. Die, wo ich jedoch gelesen habe, finde ich schlimmer als meine.

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?
Mir geht es sehr gut mit dem Lesen und Schreiben. Ich kann mich hier sehr gut informieren. Das war bei Auftreten des Entzugs DIE Hilfestellung für mich und ist es bis heute geblieben.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen wäre?
Ich habe selbst nun ca. 1 Jahr nicht mehr das Forum besucht und möchte erst schauen, was sich denn neu ergeben hat und was es an neuen Erkenntnissen zu meinem Medikament Mirtazapin und generell Antidepressiva gibt.
Ich sehe es als Selbsthilfe Forum mit Unterstützung durch Betreiber und Mitglieder. Daher sehe ich mich auch in der Pflicht zu lesen und dann bei Unklarheiten zu fragen.

Beste Grüße

--Christian
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von Sabista » Dienstag, 19.06.18, 19:10

1) Würdest du dich selbst als Langzeit/oder Schwerbetroffen vom Entzug einordnen?

Ja ich würde mich als Langzeit eindordnen. Zwar gibt es hier weid aus schlimmere Zustände als ich es habe, aber dennoch würde ich mich als eher Schwerbetroffen bezeichnen, da ein normales Leben nicht möglich ist.


2) Wie würdest du Langzeit- oder Schwerbetroffen definieren?

Langzeit: jene die einen vermutlichen Absetzprozess von über 1 halben Jahr haben.

Schwerstbetroffener: nicht am normalen Leben teilnehmen kann

3) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, wie geht es dir mit dem Lesen und Schreiben und dem Umgang hier im Forum?

Mir geht es hier wenn ich mal schreibe sehr gut. Bzw fühle mich dadurch ein wenig sicherer. Der aumgang finde ich auh sehr gut hier. Jeder hilft jeden.

4) Falls du dich als Langzeit- oder Schwerbetroffen einordnest, würdest du dir etwas anders wünschen im Forum? Gibt es etwas, das dir helfen würde, dich hier sicherer/wohler zu fühlen und hast du konkrete Ideen oder Vorschläge wie das umzusetzen wäre?

Nein würde ich mir nicht. Ich finde das dass Forum hier alles bietet was so ein Forum bieten kann. Natürlich würde ich mir wünschen das es mehr in die Öffentlichkeit kommt. Aber das ist nun mal sehr schwer.


Lg sabista
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Re: Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene Mitglieder

Beitrag von BertaBearsTale » Mittwoch, 20.06.18, 17:15

Hallo,
ich habe mich nun extra registriert, um an der Umfrage teilzunehmen.

1) Ja, ich bin langzeit- und schwer betroffen vom Entzug. Der erste Entzug - den ich nicht als dieses wahr nahm - endete mit einem "Rückfall" und erneuter Einnahme des Medikamentes Venlafaxin. Jetzt bin ich im zweiten Versuch des Absetzen, selbst ausgedacht und ganz langsam - nun schon über ein Jahr. Im Moment, fast nahe Null, scheine ich in eine schwierigere Phase zu kommen und beobachte sehr vorsichtig die Veränderungen.

2) Ich habe das Medikament in der ersten Phase mehr als 5 Jahre eingenommen, in angeblich niedrigster wirksamer Dosis, wurde nie seitens des Arztes gefragt, ob ich es absetzen wolle. Seit der Ersteinnahme sind 9 Jahre vergangen. Immerhin habe ich es geschafft, recht fröhlich und auch weitestgehend glücklich weiter zu leben - aber halt "unter Droge" und weniger belastbar. Doch lässt sich geringere Belastbarkeit auch aufs Altern und die Belastung von Beruf und Familie sowie dem eigenen Umgang damit zurück führen - wer weiß. Doch die Phase nach dem Absetzen des Medikaments, 6 Monate ging es ziemlich gut, war viel, viel schlimmer als die Erst-Betroffenheit. So hatte ich mich nie zuvor und danach gefühlt, mich so hoffnungs- und hilflos gefühlt - dazu die Therapeutenaussage: "Sie sehen depressiv aus, Sie müssen unbedingt wieder Ihr Medikament einnehmen.".

3) Ich habe noch nicht alles angeschaut, doch ich bin sehr froh, dass es dieses Forum und kritische Stimmen zum Umgang mit Antidepressiva gibt. Mit der Entdeckung des Buches "Unglück auf Rezept" und dem Hören in der TV-Sendung, dass die Charité eine Studie zu Rückfallen beim Absetzen der AD macht, war ich sehr glücklich, endlich auch kritische Stimmen gefunden zu haben und zu merken, dass die Absetzproblematik ernst genommen wird und nun auch erforscht wird.

4) Das weiß ich noch nicht so genau. Ich möchte auch Hinweise über den Funktionsbereich Darm / Sorbit - Fruktose - L-Tryptophan, der an mich durch die Fruktose-Intoleranz einer Bekannten herantrat. Sorbit ist heute in wirklich vielen Dingen enthalten, die wir aufnehmen - begonnen bei den zahnfreundlichen Produkten. Natürlich würde ich nicht definitiv sagen, Sorbit hat Auswirkungen auf die Stimmungslage; aber nach allem, was ich gelesen habe, würde ich es nicht verneinen und finde es erforschenswert. Ich habe einige Artikel gelesen, die ich für seriös halte und die Zusammenhänge erahnen lassen - vielleicht ein Steinchen mehr im Mosaik der Depressionsforschung.
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