Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
lakeSonne1
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon lakeSonne1 » Donnerstag, 10.08.17, 16:58

Hi,

Also das stimmt einfach nicht:
In der Psychiatrie (Ich kenne das allerdings nur aus Erzählungen, war noch nie als Patientin in einer) wird man nur vollgepumpt und bekommt keine oder nur sehr sporadisch Gespräche und wenn man heult, heisst es nur, man soll aufhören zu heulen. Das nennt man dann stabilisieren.


Ich war schon stationär in einem Landeskrankenhaus für Psychiatrie.
Ich fühlte mich gut betreut, es gab Gruppen und Einzelgespräche, Workshops (freiwillig) und ein wenig sportsprogramm.
Ich fand das Miteinander der Patienten super hilfreich.
ADs oder so musste ich nicht nehmen.
Ich war damals echt in einer Krise und mein Hausarzt hat mir die Klinik vermittelt. Ich konnte Abstand gewinnen, Kraft tanken, mich regenerieren. Es war eine sehr gute Entscheidung.

Was natürlich oft schiefgeht ist, wenn Leute zwangseingewiesen werden oder eine innere Abwehr gegen einen Aufenthalt dort haben. Dann bringt auch das beste Programm nix.

Lg lake.
Diagnose:Angst und Panikattacken Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Thyronajod 50 morgens, Pantoprazol 20mg abends
Erster Misslungener Absetzversuch 2012:
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Neuer Absetzversuch 2016:
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ABDOSIER-PAUSE

2017:
3.9.2016 - 2.3.2017 Stabilisierung auf 15mg
3.3.17, 14mg: es geht weiter mit dem abdosieren. Die längere Pause war gut.
.....Tag 4-7 : Magen und Darm spielt verrückt: Krämpfe, Stiche , Übelkeit etc..
18.4.17 13mg
.....Tag 7: erste Woche auf 13mg ok, nur leichte Beschwerden; bin überrascht und traue dem Frieden nicht
.....Tag 9: Halsschmerzen, Nase läuft; war am nächsten Tag wie von Zauberhand wieder weg
.....Tag10: Gliederschmerzen, Matschbirne
.....Tag10-13: Nacken-, Glieder und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, schlapp, kribbeln an Armen und Beinen
.....Tag12: Zaps im Brustraum, Oberbauch
.....Tag13: zum ersten mal Brainzap
.....Tag 14- 21 Körperliche Symptome werden schwächer
....ca. ab Tag 21: vermehrt psychische Symptome: Niedergeschlagenheit, Depri, ZG, Aggressivität, Panikattacken, Derealisation, Chaos im Kopf.
21.5.17 13mg: endlich symptomfrei, alles super. Ich bleibe auf 13mg jetzt ca 3 Wochen, um mich zu erholen. Dann gehts weiter runter
16.6.17 12,5mg für drei Wochen; So gut wie keine Symptome; Prima!
06.7.17 12,0 mg
.....Tag3-6: heftige Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, schlapp, kribbeln an Armen und Beinen,
Zaps im Brustraum und Oberbauch, brennende gerötete Augen.
.....Tag 9: Drehschwindel beim Aufwachen
.....Tag 10: Brennende gerötete Augen, Extrasystolen, Blähbauch
.....Tag 5-20: Wort/Namensfindungsschwierigkeiten
ab 28.7.17 11,5mg
.....Tag 1-7: alles Super, Symptomfrei.
.....Tag 8: tagsüber Neuro-Aggressionen (nur ein paar Std.) / Nerven liegen blank, abends beim Einschlafen heiße Hände und Füße,Körper läuft auf hochtouren, Hitzewallungen
.....Tag9-14: Übelkeit, kein Appetit, heiße Hände, kribbeln Hände/Füße, Gefühl von Nadelstichen auf der Haut, schlapp, Durchfall
.....Tag 21-30: BodyZaps, Panik/Angst, Neuro-Emos (Aggressivität), Depri, Stimmungschwankungen
.....Tag 30-42: Cortisol-Flushes mit Übelkeit, Panikattacken, Depri, heiße Hände, kribbeln Hände/Füße, Stimmungsschwankungen, Gefühl von Nadelstichen auf der Haut, schlapp
24.9.17, Info: Die lange Symptomdauer ist möglicherweise einem Kallibrierungsfehler der Waage geschuldet.
-> zu viel Abgesetzt, etwa ab 8.August

ab 25.9.17 10,9mg

stubi
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Donnerstag, 10.08.17, 21:15

Hallo lakeSonne 1,

das finde ich gut das es auch positive Erfahrungen aus der Psychiatrie gibt. Ich habe auch überwiegend Horrorgeschichten gehört und von daher habe ich ganz schön Respekt vor dieser Einrichtung und möchte lieber keine Bekanntschaft damit machen.

Siehe Gustl Mollath der aus unschuldig in der Psychiatrie gelandet ist.

Aber du hast sicher Recht damit, das es auch Unterschiede gibt, doch ohne Medikametation für mich kaum vorstellbar.

Liebe Grüße

Frakkivana
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Freitag, 11.08.17, 9:15

Liebe Gwen und lieber Lake,

Das freut mich, dass Ihr so gute Erfahrungen mit der Psychiatrie gemacht habt. Das ist wichtig zu erfahren.

Meine Therapeutin hatte mir eine Psychiatrie genannt, aber die ist nicht zuständig für meinen Wohnort und nimmt mich nicht auf. Und die, die für meinen Wohnort zuständig ist, lehnt sie selbst kategorisch ab. Ausserdem war meine jüngste Schwester drei Wochen dort, hat nur so getan, als würde sie die Tabletten nehmen und ist dann heimgegangen, als sie nach drei Wochen immer noch kein therapeutisches Einzelgespräch bekommen hatte.

Tja, sie ist durch ihre Tricks nicht in die PP-Falle geraten, macht ambulante Therapien und es geht ihr zur Zeit gut.

So macht eben jeder seine Erfahrungen.

Gestern war ich mit meiner Bekannten im Haus, Handtücher und Nähzeug und sowas suchen.
Das war das letzte Mal. Ich breche zusammen dort. Es ist unsäglich.
Meiner Bekannten wurde auch ganz anders, und sie ist ansonsten sehr taff.

Ich bin gestern mit den Wauzis mit zu ihr gefahren. Ich konnte einfach nicht allein sein. Nun bin ich erstmal hier.
Sie hat nicht viel Geld, hält sich mit Minijobs über Wasser, hat selbst drei Hunde und zwei Katzen. Und nun bin ich hier, habe ihr Bett bekommen und sie hat im Wohnzimmer geschlafen. Ich wollte das nicht, aber sie hat darauf bestanden.

Es tut mir so gut! Ich habe geduscht und den Abwasch gemacht und mich jetzt wieder hingelegt. Sie ist seit drei Uhr früh unterwegs und hat alle Hunde mitgenommen, bis mittags.

Ich habe weiterhin schwere Kopfsymptome und kann nicht viel mehr machen als im Bett liegen nach der Morgenaktion. Aber es ist ok.

Aber, liebe Katharina, ich habe jetzt einen Lippenstift!

Euch allen einen guten und zumindest erträglichen Tag.

Ganz liebe Grüße Beate
18.04.2017
Neu hier im Forum

Habe seit 2001 Citalopram 20 mg genommen wegen Schwindel und Angstzuständen. Nie hat mir ein Arzt gesagt, dass man regelmäßig EKG-Kontrollen durchführen sollte bei Einnahme von Citalopram. Blöderweise Beipackzettel nie genau gelesen.

2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
Gleichzeitig Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Arzt, den mein Mann zufällig kennengelernt hat. Allgemeinmediziner und Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln (Krieg noch raus, welche), Akupunktur. Viel geredet, 1 Stunde lang. Wir versuchen, den Entzug naturheilkundlich zu begleiten.

Neurapas Balance: 2-2-2
DystoLoges 1-1-1

Zur Nacht 1 Sedariston
Bei Bedarf drei Tropfen Blütenessenz "erste Hilfe "

Beruhigt, gut eingeschlafen, früh aufgewacht.

26.04.17
Tag weitgehend liegend verbracht
Nachts schlimme Brain zaps

27.04.
Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur. Ausserdem viel geredet (tut gut) und Meditation.
Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.
Diskussion, ob doch Klinik, weil Symptome unerträglich.
Nochmal verworfen.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

Medikation abgebrochen, auch Arzt dafür
Stattdessen jetzt auf Anregung im Forum Presselin Nervenkomplex besorgen lassen. Mal sehen, ob es hilft. Ich hoffe es, Kraft geht mir im Moment aus, das auszuhalten. Möchte es aber trotzdem weiter versuchen

lunetta
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon lunetta » Freitag, 11.08.17, 9:33

Hallo!

Toll, du bist spitze - so viel machst du und nun auch noch das Glück, dass du bei einer Bekannten sein kannst:) Sehr nett von ihr!

Und Lippenstift ist das Beste:) Ich bin kein Schminktyp, aber Lippenstift muß sein:) Wenn ich einen Lippenstift benutze, geht es mir gleich besser:)

Es sind die kleinen Dinge im Leben, gell?

GLG!
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.

stubi
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Freitag, 11.08.17, 9:48

Liebe Beate,

ich finde es so gut das du bei deiner Bekannten für die Nacht untergebracht warst. Das scheint ja eine gute Seele zu sein und ich danke der hoeheren Macht sehr, dass sie dir geschickt worden ist. Das sind wahre Freunde liebe Beate und nicht die, die immer nur davon reden wie sehr sie die Freundschaft mit dir schätzen und beim leisesten Windhauch sich von dir verabschieden.

Doch du schreibst sie ist eine Bekanntschaft, vieleicht entwickelt sich ja daraus mehr. Ich jedenfalls finde diese Frau ganz super wie sie dir hilft.

Liebe Beate ich wünsche dir, dass dieser Horror bald ein Ende für dich hat und deine Symtome verschwinden.

Liebe Grüße
Renate

PS.Lippenstift habe ich auch!

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Ululu 69 » Freitag, 11.08.17, 9:51

Hallo Beate,

ich muss sagen, es erleichtert mich zu lesen, dass es auch in deinem Leben Menschen gibt, die Empathie zeigen und bereit sind zu helfen. Wenn man bisher so deine Geschichte gelesen hat, konnte man nämlich wirklich an der gesamten Menschheit zweifeln.
Paradoxerweise sind es oft Menschen, die selbst nichts oder wenig haben, die am ehesten bereit sind zu teilen.
Und , mal ganz ehrlich, wenn es jemand verdient hat, dass man ihm beisteht, dann bist es ja wohl du.

Du gehst im Moment ja nun wirklich barfuß durch die Hölle und hast trotzdem immer ein offenes Ohr und ein liebes Wort für andere übrig.
Das gibt es wirklich sehr selten und beweist, was für ein toller Mensch du bist.

GLG Ute
Schwindel, Angst und Depression immer mal wieder auftretend aber nach ein paar Monaten immer wieder Besserung
Atenolol (Betablocker) 25 mg täglich
2011 Überweisung zum Psychiater, Versuche mit Sulpirid (6 Monate genommen), Amitryptillin (nicht vertragen) und Buspiron, 3 Monate genommen


2012 stationärer Aufenthalt in Psychiatrie nach einjährigem Dauerschwindel. Diagnose :generalisierte Angststörung und schwere Depression.
Alle Medikamente wurden sofort abgesetzt. Lorazepam 1mg 3 mal täglich, nach zwei Wochen ausgeschlichen, Gesamteinnahmedauer sechs Wochen

Seitdem Mirtazapin 30 mg zur Nacht.
Cymbalta 90 mg
Seroquel prolong abends 150 mg

Ein Jahr später Reduzierung Mirtazapin auf 15 mg ohne Probleme. Darunter schwere Schlafstörungen. Daher weiter 15 mg.

2014 zusätzliche Diagnose Schlaf Apnoe Syndrom. Behandlung mit Atemmaske.

Insgesamt über 30 kg Gewichtszunahme.
Gefühlsverflachung und Tagesmüdigkeit.

Ende 2016 Reduzierung Seroquel prolong auf 100 mg.
Am 30.04. Reduzierung Seroquel prolong auf 50 mg.
Seit Juni 2017 Mönchspfeffer gegen Zyklusstörungen
Und Jaborandi Globuli bei Bedarf gegen Schwitzen mit mäßigem Erfolg

21.08.2017 Duloxetin auf 75 mg
18.10.2017 Duloxetin auf 67.5 mg

Frakkivana
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Freitag, 11.08.17, 11:22

Liebe Lunetta, liebe Renate, liebe Ute,

Vielen lieben Dank!

Der Lippenstift ist neu für mich. Ich bin auch kein Schminktyp, habe mir aber immer die Wimpern getuscht. Das ist jetzt sinnlos wegen der Heulerei.

Liebe Ute,
Ja, ich habe im Moment auch den Eindruck, dass es die Menschen, die wenig haben, eher helfen. Es gibt sicher auch andere, die helfen, und man sollte das nicht pauschalieren, aber jetzt aktuell ist es so.

Meine Mutter, zwei meiner Schwestern und meine bisher besten Freunde hier vor Ort leben alle in Häusern mit ganz viel Platz, Kinder aus dem Haus, leerstehende Zimmer mit extra Badezimmern.

Und wo bin ich jetzt? In einem alten Minihäuschen mit drei Zimmerchen und Holzofenheizung. Bei einer tollen Frau, die selbst schon ganz viel durchmachen musste und ein Riesenherz für Tiere UND Menschen hat.
Ich bin ja selbst ein tierlieber Mensch, aber ich liebe auch die Menschen .

Leute, die sich so ausschließlich den Tieren zuwenden, mögen ihre Gründe dafür haben, mir sind sie trotzdem ein wenig suspekt.

Ganz liebe Grüße von der ungewohnt mit Lippenstift verzierten Beate
18.04.2017
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Habe seit 2001 Citalopram 20 mg genommen wegen Schwindel und Angstzuständen. Nie hat mir ein Arzt gesagt, dass man regelmäßig EKG-Kontrollen durchführen sollte bei Einnahme von Citalopram. Blöderweise Beipackzettel nie genau gelesen.

2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
Gleichzeitig Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Arzt, den mein Mann zufällig kennengelernt hat. Allgemeinmediziner und Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln (Krieg noch raus, welche), Akupunktur. Viel geredet, 1 Stunde lang. Wir versuchen, den Entzug naturheilkundlich zu begleiten.

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26.04.17
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Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.
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04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

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stubi
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Freitag, 11.08.17, 12:00

Liebe Beate,

jetzt mal ehrlich, deine Familie und deine sogenannten Freunde sind um es gelinde auszudrücken: Schrott

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, doch was du da beschreibt ist doch unterste Schublade, es soll keiner zu etwas gezwungen werden, nur wozu habe ich Familie und gute Freunde, etwa nur wenn es mir gutgeht und ich immer gut drauf bin? Nun ja ich will mich jetzt nicht darüber auslassen und dich beeinflussen, dass musst du ohnehin selbst wissen.

Doch wer so eine Familie und Freunde hat, der braucht wahrlich keine Feinde mehr!

Da ist bei mir ein ganz wunder Punkt getroffen und ich bin jetzt nicht mehr ganz Objektiv, doch du bist in einer Lage die ohnehin nicht leicht ist, im Gegenteil und jetzt noch solche Erfahrungen machen zu müssen ist bitter und ich bin so dankbar dafür das dieser Engel an deiner Seite ist. Ich bin fast geneigt wieder an Gott zu glauben.

Ich glaube an eine höhere Macht die uns in ausweglosen Lagen immer wieder einen Weg aufzeigt, und wir entscheiden ob wir diesen gehen wollen oder auch nicht.
Wie auch immer, wir entscheiden im Endeffekt was das Beste für uns sein wird, unser ganzes irdisches Leben lang.

Von daher liebe Beate, entscheide was das Beste für dich ist.

Liebe Grüße
Renate

Frakkivana
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Freitag, 11.08.17, 16:04

Liebe Renate,

Danke Dir!

Was meine Familie angeht,so bin ich zwar sehr unglücklich und enttäuscht, aber ich habe, speziell was meine Schwestern angeht, auch viel Verständnis, weil ich weiss, dass sie es grundsätzlich gut meinen.

Besonders die Schwester, die mich zu meiner Therapeutin begleitet hat und der Meinung ist, dass ich das ganz alleine schaffen muss. Sie geht eben von sich selbst aus, denn sie hat sich ohne Tabletten und jegliche Psychotherapie aus ihrer Borderline Störung rausgearbeitet, und sie hat immer allein gewohnt und noch nie mit einem Mann zusammen. Die dürfen immer nur zu Besuch kommen (Sie hat seit 12 Jahren einen Freund).

Aber jeder Mensch ist nun einmal anders. Da darf man nicht so von sich selbst auf andere schliessen, selbst bei der eigenen Schwester nicht.

Auch ich habe schon viel alleine bewältigt, aber das hier jetzt ist eine ganz andere Nummer. Das schaffe ich alleine eben im Moment noch nicht.

Ich habe mir jetzt eine psychosomatische Akutklinik rausgesucht, die ich schon angeschrieben hatte. Sie ist zwar 400 km weiter und ich hatte die Antwort von wochen- bis monatelanger Wartezeit. Meine andere Schwester hat aber dort in Erfahrung gebracht, dass oft auch Leute abspringen, die auf der Warteliste stehen, und dass man dann doch auch deutlich schneller aufgenommen werden kann.

Also käme es einfach auf den Versuch an. Ich habe meiner Therapeutin den Link geschickt und sie um einen entsprechenden Bericht gebeten.

Natürlich habe ich das Gefühl, unendlich viel Ruhe zu brauchen. Aber in der Ruhe kommen all diese furchtbaren Gedanken und die Angst, das das niemals aufhört, und diese unendliche Schluchzerei. Und ich fühle mich den heftigen Symptomen so ausgeliefert, dass ich immer tiefer in diesen Verzweiflungsstrudel gerate.

Vielleicht tut ja auch eine etwas von aussen gelenkte Ablenkung gut. Ich weiss es eben einfach nicht.

Jetzt leite ich das erstmal ein. Hoffe, dass meine Therapeutin mitmacht, die mich ja eher in der Psychiatrie sieht, mit Medikamenten.

Und Mittwoch ist der Termin beim sozialpsychiatrischen Dienst. Möge mir das alles helfen auf dem Weg, irgendwann wieder Land zu sehen.

Hier regnet es wie aus Kübeln und Es ist sehr dunkel in dieser kleinen alten Kate mit den kleinen Fenstern und dicken Mauern. Aber sehr gemütlich.

Meine Klamotten riechen schon total nach Rauch. Meine Bekannte raucht Kette und davon wird mir auch übel im Magen. Aber sie ist so lieb, und irgendeinen Tod stirbt man ja immer, wie man so schön sagt.

Dicke Umarmung und ganz liebe Grüße
Beate
18.04.2017
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2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
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2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

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L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
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Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

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Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Arzt, den mein Mann zufällig kennengelernt hat. Allgemeinmediziner und Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln (Krieg noch raus, welche), Akupunktur. Viel geredet, 1 Stunde lang. Wir versuchen, den Entzug naturheilkundlich zu begleiten.

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Beruhigt, gut eingeschlafen, früh aufgewacht.

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Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur. Ausserdem viel geredet (tut gut) und Meditation.
Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.
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04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Freitag, 11.08.17, 16:40

Liebe Beate,

ich will mich nicht in deine privaten Angelegenheiten mischen und wenn du glaubst deine Geschwister haben gute Motive und meinen es im Grunde genommen gut mit dir, dann ist das eine Sache die mit euch zutun hat.

Doch als Person die deine Situation von außen betrachtet, ist das schon hammerhart was bei euch abgeht.

Du suchst nach Liebe und Geborgenheit und schreist nach Anerkennung und was bekommst du?
Rausschmiss, Hass und Ignoranz. Deine Familie sieht dabei zu und meint, du musst das alleine schaffen.
Deine Freunde glänzen mit Abwesenheit und sitzen in ihren geräumigen Häusern und hoffen, dass du ihnen nicht auf den Wecker gehst und sie in Ruhe ihren Nachmittagstee genießen können.

Das sehe ich wenn ich dich lese.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen liebe Beate und es tut mir so unsagbar weh, das du dich in so einer schrecklichen Lage befindest.

Dann deine Symtome dazu, da kannst du ja schlecht in Ruhe kommen, ich hoffe es ergibt sich bald etwas positives für dich.

Ich umarme dich. :hug:

Alles, alles Gute für dich.
Renate

Gwen
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Gwen » Freitag, 11.08.17, 20:37

Liebe Beate,
wenn Du das Gefühl hast eine Klinik könnte passen, dann probier es aus. Dort hin zu gehen bedeutet nicht, dort dann auch bleiben zu müssen! Ob deine Therapeutin mitmacht ist meines Wissens nach recht egal. Die Kliniken in denen ich war brauchten nie eine Überweisung/Einweisung (?) eines Arztes und vereinbarten dann ein Vorgespräch. Dort konnten sie sich einen Eindruck von mir machen und ich hatte die Möglichkeit mir die in Frage kommende Station jeweils schon Mal anzusehen. Anscheinend habe ich jeweils einen ziemlich bedürftigen Eindruck gemacht, denn ich habe in beiden Fällen sehr schnell einen Platz bekommen (ich habe später erfahren, dass Mitpatienten teils deutlich länger gewartet hatten). Oder vielleicht hatte ich auch einfach Glück. Mir ging es aber auch beide Male extrem schlecht.

Der Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychosomatik ist übrigens meiner Meinung nach in der Praxis nicht so groß. Ich habe beides kennen gelernt (in verschiedenen Kliniken). In beiden wurde mit Medikamenten und verschiedenen verbalen und nonverbalen Therapieformen gearbeitet.

Was Renate zu deiner Familie und deinen Freunden schreibt finde ich nicht ganz falsch. Es geht Dir so schlecht und Du bekommst so wenig Hilfe. Natürlich ist es jetzt von außen schwer zu beurteilen, aber ich habe auch den Eindruck, dass da einiges schief läuft und du da viel zu großzügig und freundlich bist in deinem Urteil. Aber es ist auch sehr schwer, sich aus dem Geflecht der Familie zu lösen und das Ganze realistisch von außen zu betrachten (ich weiß da leider, wovon ich spreche....).

Nun wünsche ich Dir erst Mal alles Liebe und Gute, ich drück Dich noch Mal, bevor ich mich jetzt für ein paar Tage ans Meer verabschiede (Ich will versuchen dort das Handy aus zu lassen um Mal wirklich runter zu kommen. Mal sehen ob ich es schaffe....)
Ich denk an Dich, deine Gwen
Diagnosen: schwere rezidivierenden Depressionen seit der Kindheit (Therapien ab Grundschulalter), teilweise Angst-/ Panikattacken, Verdacht auf ADHS (vermute eher HSP)

Medikamente:
1999 Tavor, Insidon (hat mich total abgeschossen).
Wechsel zu Seroxat bis ca 2005? - damals mit Seroxat-Saft langsam abgesetzt - nach schlechten Erfahrungen beim Kaltenzugsversuch im KKH.

Citalopram nach Rückfall, seit ??, irgendwann Wechsel auf Escitalopram 10mg
zwischendurch wg Schwangerschaft auf 2,5mg reduziert (problemlos)

2012 schwere postpartale Depression. Dank Beratung von "Schatten und Licht eV" eine Mutter-Kind Station gefunden. Zu Anfang Tavor als Bedarf und Escitalopram wieder 10mg.

03/2016 5mg Starke Kopfschmerzen.
04/2016 6mg. Besser. Jedoch seit Monaten erschöpft und müde - auch nach 10 Stunden Schlaf
17.01.17 5,4mg. Lange Stabilisierungsphase. Es geht mir richtig gut. Viel Bewegung. Deutlich weniger Müdigkeit, viel fitter und ausgeglichener als sonst
09.04.17 3,5mg Übermut -> Kopfschmerzen, müde, Gliederschmerzen...
24.04.17 4mg stabiler! Dann Infektion mit EBV - lange Erholungsphase -
12.07.17 3,5mg
01.09.17 3,0mg

Frakkivana
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Freitag, 11.08.17, 22:28

Danke Euch, liebe Renate und liebe Gwen!

Ihr habt schon recht, ich empfinde es auch als hammerhart, was ich in den letzten Monaten so erfahren habe von meinem Umfeld, und es hat mein Vertrauen und mein Selbstwertgefühl stark erschüttert. Da gibt's eigentlich nichts zu beschönigen.

Meine Mutter hat mir gestern noch per Whatsapp einen draufgesetzt und mir ohne Anrede geschrieben, ich solle zeitnah meine restlichen Sachen abholen, weil sie das Zimmer für Besuch fertig machen will.

Da habe ich aufgeschrien vor Wut. Null Verständnis.
Zum Glück ist sie am WE nicht da und ich hoffe, die Sachen dann holen zu können. Ist nicht so viel, hat halt nicht alles in mein kleines Auto gepasst.
Und es ist ja auch besser so, denn sonst habe ich ja an mittlerweile vier verschiedenen Orten irgendwelches Zeug. Allein davon wird mir schon schwindelig....

Liebe Gwen, ich wünsche Dir herrliche Tage am Meer und dass Du es schaffst, Dein Handy aus zu lassen! Erhole Dich gut!

Eine dicke Umarmung Euch beiden und eine gute Nacht

Beate
18.04.2017
Neu hier im Forum

Habe seit 2001 Citalopram 20 mg genommen wegen Schwindel und Angstzuständen. Nie hat mir ein Arzt gesagt, dass man regelmäßig EKG-Kontrollen durchführen sollte bei Einnahme von Citalopram. Blöderweise Beipackzettel nie genau gelesen.

2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
Gleichzeitig Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Arzt, den mein Mann zufällig kennengelernt hat. Allgemeinmediziner und Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln (Krieg noch raus, welche), Akupunktur. Viel geredet, 1 Stunde lang. Wir versuchen, den Entzug naturheilkundlich zu begleiten.

Neurapas Balance: 2-2-2
DystoLoges 1-1-1

Zur Nacht 1 Sedariston
Bei Bedarf drei Tropfen Blütenessenz "erste Hilfe "

Beruhigt, gut eingeschlafen, früh aufgewacht.

26.04.17
Tag weitgehend liegend verbracht
Nachts schlimme Brain zaps

27.04.
Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur. Ausserdem viel geredet (tut gut) und Meditation.
Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.
Diskussion, ob doch Klinik, weil Symptome unerträglich.
Nochmal verworfen.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

Medikation abgebrochen, auch Arzt dafür
Stattdessen jetzt auf Anregung im Forum Presselin Nervenkomplex besorgen lassen. Mal sehen, ob es hilft. Ich hoffe es, Kraft geht mir im Moment aus, das auszuhalten. Möchte es aber trotzdem weiter versuchen

Frakkivana
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Samstag, 12.08.17, 10:07

Guten Morgen, Ihr Lieben,

Ich hoffe, Ihr hattet eine angenehme Nacht.

Heute muss ich einige Dinge erledigen. Weiss nicht wie. Mir ist schrecklich übel und schwindelig und ich komme einerseits nicht auf die Beine, andererseits hakte ich es auch im Bett nicht aus, da heule ich mich noch zu Tode. Ich versuche mich nicht so reinzusteigern, aber der Schmerz und die Verzweiflung in mir sind einfach übermächtig. Unbeschreiblich.

Wie ablenken? Ich sehe mein Strickzeug an , aber ich kann es nicht in die Hand nehmen. Kann kaum meinen Tee trinken.
Liegen bleiben und aushalten? Wollte mich im Bad ein bisschen zurechtmachen , seh mich im Spiegel und heule los bei meinem Anblick. Sonnenbrille, Lippenstift .

Der Kopf tobt. Ich bin überzeugt, wenn das nicht wäre,wäre ich auch kaputt, würde auch heulen, wäre auch verzweifelt, aber ich könnte losfahren zum Einkaufen, alles erledigen, den Alltag irgendwie meistern.

Das muss also der Entzug sein. Dann muss ich mir sagen, das geht vorbei, daran muss ich glauben. Auch wenn ich mir das jetzt nicht vorstellen kann in diesem Zustand. Ich will nicht zu diesen armen Menschen gehören, bei denen es mir wieder wird, was es ja geben soll.

Den Umzug wuppen. Auch mit Spedition ein Albtraum für mich, ich kann nicht mehr in dieses Haus. Ich kann nicht vor all diesen Kisten in diesem provisorischen Raum stehen und die alle auspacken und ausmisten müssen. Das ist für mich blanker Horror. Und dann doch wieder umziehen müssen, weil ich es dort ohne Bad und überhaupt auch sonst nicht aushalte, direkt gegenüber der grossen Villa, wo meine vermietenden Freunde wohnen, die mir so eine hohe Miete abverlangen für den Raum.

Aber mein Zeug muss da erst Mal hin, damit ich es sichten, aussortieren und dann evtl. einlagern kann. Auch eine Überlegung. Das ist günstiger für mich, wenn ich bei meiner Bekannten etwas Miete zahle, was sie mir angeboten har, mein Zeug einlagere und dann in Ruhe was suche, wenn es mir besser geht. Eventuell nach einem Klinikaufenthalt.

Das sind meine Gedanken, überlagert von dieser Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, weil mein Zustand so stagniert, eher wieder schlechter geworden ist, uch mich so weggeworfen und verloren fühle und nicht weiss, wie ich das alles verkraften soll. Ich fühle mich so gebrochen.seelisch und körperlich. So ausweglos.

Ich habe gestern Nacht noch viel gelesen hier.
Vielleicht ist das gar nicht so gut, mich ständig damit zu beschäftigen, aber es hilft mir ein wenig mir klarzumachen, dass vieles an meinem Zustand eben entzugsbedingt ist und ausgesessen werden muss.

Es wäre so schön, wenn mehr Leute in diesen Mir-gehts-wieder-gut-thread schreiben würden. Das sind so wenige im Verhältnis, finde ich.

Jetzt setze ich mich ins Auto und sehe, wie sich das anfühlt. Ob ich losfahren kann, weiss ich nicht.
Ein paar Tage Koma wäre gut, mal nicht diesen Zustand spüren müssen.

Ganz liebe Grüsse, ich wünsche Euch einen deutlich erträglicheren Tag

Beate
18.04.2017
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Habe seit 2001 Citalopram 20 mg genommen wegen Schwindel und Angstzuständen. Nie hat mir ein Arzt gesagt, dass man regelmäßig EKG-Kontrollen durchführen sollte bei Einnahme von Citalopram. Blöderweise Beipackzettel nie genau gelesen.

2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
Gleichzeitig Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
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25.04.17
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Bei Bedarf drei Tropfen Blütenessenz "erste Hilfe "

Beruhigt, gut eingeschlafen, früh aufgewacht.

26.04.17
Tag weitgehend liegend verbracht
Nachts schlimme Brain zaps

27.04.
Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur. Ausserdem viel geredet (tut gut) und Meditation.
Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.
Diskussion, ob doch Klinik, weil Symptome unerträglich.
Nochmal verworfen.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Samstag, 12.08.17, 10:52

Liebe Beate,

also jetzt Mal ehrlich, wie kann man das nur alles aushalten?

Komm her ich halte dich Mal eine Weile und wir tun einfach so, als ist das alles gar nicht wahr. Bitte schau nach vorne und nicht zurück und lass das alles hinter dir.

Ich hoffe das sich bald etwas für dich ergibt und du dich endlich einmal wieder als Mensch fühlen kannst. Du schreibst hier so klar und ich glaube zu spüren, das du eine ganz besonderes sensible und nette Frau bist. Du wirst deinen Lebensweg meistern und wenn die Symtome erst einmal besser geworden und letztendlich ganz verschwunden sind, dann wird die ganze Situation für dich sicher erträglicher sein.

Liebe Beate ich habe von meiner Prägung her sowieso einen ganz anderen Hintergrund und ich lebte bisher immer in den Glauben, das ich die einzige bin, die nicht liebenswert wäre und von daher keine Familie und keine Freunde habe. Doch das ist mein verquaertes denken und ich glaube ich lebe und fühle immer noch in diesem Gefängnis und jetzt Versuche ich mich daraus zu befreien, was nicht gerade leicht für mich ist.

So hat jeder von uns einen anderen Hintergrund und verhält sich dementsprechend. Von daher leide ich schon sehr wenn ich dich lese und kann mich so gut in dich einfühlen.

Ich wünsche dir von Herzen, das du bald das geeignete für dich finden wirst und das es bald für dich aufwärts gehen mag.

Jetzt erst habe ich gelesen, das du einen weiteren Beitrag geschrieben hast und ich heule schon wieder mit dir liebe Beate, bitte glaube mir es wird besser werden! Ich könnte es auch nicht glauben, doch es wurde besser. Bei mir hat es gedauert, doch das muss bei dir nicht genau solange dauern.

Versuche bitte eine geeignete Wohnung für dich zufinden , vielleicht kann dieser Dienst bei dem du einen Termin hast dabei helfen.

Kämpfe bitte und zeig es denen die dich so tief ins leere fallen lassen und dir keine helfende Hand reichen. Freunde stehen Freunden in der Not bei und machen nicht noch ein Geschäft daraus.
Ich weiß es ist momentan sehr schwer für dich, doch was bleibt dir noch andere als zu leben. Wie auch immer, ich bin im Geiste bei dir.

GLAUBE daran es wird gut!!!

Alles Gute
Renate

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Samstag, 12.08.17, 13:26

Liebe Renate,

Ich danke Dir von Herzen für Deine lieben Worte, die mir immer wieder Mut machen durchzuhalten. Du scheinst schon etwas weiter auf diesem steinigen Weg zu sein, auch wenn Du es nach wie vor nicht leicht hast, mit diesen ständigen Schmerzen und den Schwierigkeiten rauszugehen. Mit Einsamkeit, ohne Freunde.

Aber was Freunde anbelangt, so gib niemals auf. Wenn man offen bleibt oder wird, ergeben sich immer wieder schöne Kontakte. Das habe ich in meinem Leben immer wieder erlebt. Die Menschen, die einen enttäuschen, sollen nicht verhindern, sich anderen zuzuwenden. Es gibt so viele sehr wunderbare Menschen auf dieser Erde.

Und, wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, auch ich habe schon andere Menschen enttäuscht, nicht mit Absicht. Ich glaube, so etwas lässt sich in zwischenmenschlichen Beziehungen einfach nicht vermeiden.
Manches lässt sich aufklären und damit heilen. Anderes nicht.

Ich bin zurück von meiner Tour. Es war extrem anstrengend. Habe meinen Freunden die Miete vorbei gebracht. Sass dort eine halbe Stunde und konnte erzählen, dabei liefen mir die Tränen, ohne dass ich wirklich weinte. Sie sind schon sehr betroffen und fühlen mit, so wie sie es eben können.

Jedenfalls werden sie nicht auf dieser knebeligen Kündigungsfrist bestehen, wenn ich etwas geeignetes finde. Das ist schonmal beruhigend.

Dann habe ich tatsächlich noch eingekauft, in zwei Geschäften. Etwas wahllos, weil wie in Trance, der Kopf ist einfach nicht klar und ich sehe alles unscharf trotz vom Augenarzt bestätigter Adleraugen.

Rückfahrt auch mit dieser Dissoziation. Und jetzt sitze ich hier und bin ein wenig stolz auf mich.

Meine Bekannte hat Besuch und ist unterwegs.

Ganz liebe Grüsse und dicke Umarmung
Beate
18.04.2017
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2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

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Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon lunetta » Samstag, 12.08.17, 15:50

Liebe Beate!

Du kannst vollkommen zurecht stolz auf dich sein! Du bist extrem tapfer und stark!

Bin voller Bewunderung für dich, wirklich!

Hoffentlich ergibt sich bald etwas damit du dich etwas entspannen kannst und dich einfach nur fallenlassen, ohne immer stark sein zu müssen!

GLG
► Text zeigen
.

stubi
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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon stubi » Samstag, 12.08.17, 18:28

Liebe Beate,

da kannst du aber doch mehr Stolz sein als ein wenig, das hast du Super gemacht!

Es ist nicht einfach wenn man mit solchen Symtomen zu tun hat und dann noch mit ganz massiven Problemen einer Scheidung und die Entäuschung das ganz ohne Hilfe und beistand meistern zu müssen.

Ach ja die lieben Freunde, ich glaube ich stelle einfach zu hohe Ansprüche. Ich stelle mir eine Freundschaft so vor, miteinander lachen und eine schöne Zeit verleben und wenn es einem Freund nicht gut geht, dann kann er auf meine Hilfe und Beistand zählen und ich bin für ihn da egal was passiert.

Doch ich habe ja meinen Mann und der ist für mich da und wir halten fest zusammen egal was passiert. Da bin ich so Dankbar dafür und ich wünsche du lernst auch bald so jemanden kennen.

Ich wünsche dir eine beschwerdearme Nacht.

Liebe Grüße
Renate

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Samstag, 12.08.17, 21:31

Danke liebe Lunetta und liebe Renate!

Ich wünsche Euch eine angenehme ruhige Nacht!

Ganz liebe Grüße Beate
18.04.2017
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Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Arzt, den mein Mann zufällig kennengelernt hat. Allgemeinmediziner und Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln (Krieg noch raus, welche), Akupunktur. Viel geredet, 1 Stunde lang. Wir versuchen, den Entzug naturheilkundlich zu begleiten.

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27.04.
Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur. Ausserdem viel geredet (tut gut) und Meditation.
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Nochmal verworfen.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon padma » Samstag, 12.08.17, 23:03

liebe Beate, :)

ich bin froh, dass du bei deiner Bekannten untergekommen bist.
Das fühlt sich für mich viel besser an als in diesem Büroraum

Aber mein Zeug muss da erst Mal hin, damit ich es sichten, aussortieren und dann evtl. einlagern kann. Auch eine Überlegung. Das ist günstiger für mich, wenn ich bei meiner Bekannten etwas Miete zahle, was sie mir angeboten har, mein Zeug einlagere und dann in Ruhe was suche, wenn es mir besser geht. Eventuell nach einem Klinikaufenthalt.

Das hört sich nach einem guten Plan an.

Du bist unglaublich tapfer, wie du Tag für Tag durchstehst.

ganz liebe Grüsse, :hug:
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitragvon Frakkivana » Sonntag, 13.08.17, 10:11

Liebe Padma,

Vielen lieben Dank!

Ja, mal sehen, ob das so funktioniert.
Heute früh fühle ich mich trotzdem wieder so weggeworfen und hoffnungslos. Zuerst sind aber immer der Schwindel und die starken Kopfsymptome da und ich merke, dass ich kaum was machen kann und überhaupt nicht mehr weiss, was mir wirklich gut tut.

Heute muss ich die restlichen Sachen bei meiner Mutter abholen. Mir graut es. Ich glaube , ihre böse Whatsapp ohne Anrede hat mein Trauma noch geschürt. Zwar bin ich diejenige, die gegangen ist, aber das habe ich getan, weil ich mich so unwillkommen und fehl am Platz gefühlt habe. Trotzdem habe ich das Gefühl,rausgeworfen worden zu sein. Blöd.

Ich kann das, was mir widerfährt, überhaupt nicht mehr filtern, was schlimm und was objektiv gesehen eigentlich gar nicht so schlimm ist. Mein Körper reagiert heftig und findet alles schlimm. Auch wenn mir einfach nur was herunterfällt.
Kennt Ihr das auch?

Naja, ich sollte hier vielleicht morgens gar nicht schreiben, wenn der Horror so besonders gross ist. Hoffe, es wird nachher besser und ich kann die Aktion durchziehen.

Liebe Padma und Ihr anderen, ich wünsche Euch einen schönen Tag

Ganz liebe Grüße
Beate
18.04.2017
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2007 nach Schwächeanfall und plötzlicher heftiger Gewichtszunahme von 15 kg in 3 Monaten Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox in einem halben Jahr bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 habe ich Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ging ganz gut.
Gleichzeitig Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit, fühle mich wie ein Zombie und denke über Klinik nach. Will aber nicht, weil ich nicht glaube, dort Hilfe zu finden.
Seit Anfang April immer unerträglicher

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Nochmal verworfen.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

Medikation abgebrochen, auch Arzt dafür
Stattdessen jetzt auf Anregung im Forum Presselin Nervenkomplex besorgen lassen. Mal sehen, ob es hilft. Ich hoffe es, Kraft geht mir im Moment aus, das auszuhalten. Möchte es aber trotzdem weiter versuchen


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