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Mirtazapin reduzieren

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Cosmea
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Re: Mirtazapin reduzieren

Beitrag von Cosmea » Samstag, 11.03.17, 10:35

Hallo zusammen,

ich melde mich mal kurz. Es sind jetzt 3 Wochen her, dass ich auf 0 bin und ich habe das Gefühl ich bin auf dem besten Weg wieder ganz ich selbst zu werden. Mein Kopf arbeitet wieder mehr wie ich es kenne, meine Gefühle sind wieder deutlicher spürbar und fühlen sich auch wieder mehr nach mir an.

Die Absetzerscheinungen halten sich bis jetzt in Grenzen. Hin und wieder Ängste und Nervosität. Vor ca. 1 Woche hatte ich furchtbare Rückenschmerzen, die aber mein Rückenguru in den Griff bekommen hat. Ein bisschen Kopfschmerzen vielleicht, aber alles in allem, bis jetzt, im Rahmen. Ganz ohne kann das Mistzeug ja nicht verschwinden. Ich bin gespannt wie es sich weiterentwickelt. Ich rechne noch mit der einen oder anderen Welle, aber ich hoffe, dass ich nicht wieder einsteigen muss. Wenn es so bleibt wie jetzt, fange ich nicht mehr damit an. Ich bleibe realistisch. Ich habe lange mit dem Zeug gerungen und da ist es klar, dass es nicht sang- und klanglos verschwinden kann. Also bleibe ich entspannt und schaue was kommt. Ich hoffe es entwickelt sich so weiter wie bisher von den Symptome her. Leider hat sich mein Gewicht noch nicht verändert, aber vielleicht braucht das noch ein Weilchen, bis sich alles wieder einreguliert hat. Sport kann ich aber jetzt schon wieder besser machen. Ich fühle mich fitter und leistungsfähiger, auch nicht mehr so müde und erschöpft. Alles in Allem ermutigende erste Schritte.

Ich wollte allen etwas von meinen Erfahrungen dalassen, die sich mit dem gleichen Problem rumschlagen wie ich. Ihr müsst das nicht lesen oder annehmen. Es ist mein Resümee aus dem Weg hin zu einem Leben ohne Medikament.
Habt Geduld, es wird der Tag kommen, an dem ihr auf 0 seid. Sicher.
Vertraut ruhig mal eurem Körper, ihr seid die Experten und nicht ein Arzt, der in 2 Minuten meint euch besser zu kennen wie ihr selbst. Ich weiß es gibt auch andere Ärzte, die mit Geduld versuchen den Patienten zu verstehen. Sucht euch so einen.
Seid gut zu euch und versucht ein Absetzsystem zu finden, mit dem ihr gut zu Recht kommt. Und bleibt dabei. Keine unnötigen Experimente. (hab ich hinter mir)
Sollte es einen Rückschlag geben, lasst euch nicht entmutigen. Es gibt auch beim Absetzen schlechte Tage. Ihr findet den Weg, der gut zu euch passt.
Sucht euch Hilfe, die euch weiter bringt und unterstützt. Denn, es gibt immer einen Weg, immer eine Lösung, auch wenn sie nicht immer sofort zu erkennen ist. Manchmal muss man einfach suchen, ausprobieren, testen. Oder mit anderen darüber reden. Aber es gibt einen Weg, da bin ich mir sicher.
Nehmt die schlechten Tage beim Absetzen nicht überhöht ernst, es sei denn sie schränken euch massiv ein und es geht nichts mehr. Dann vielleicht doch lieber nochmal einen Schritt zurück. Das ist nicht schlimm. Eure Gesundheit geht vor.
Absetzen ist ein schwieriger, langer, nerviger Weg der viel Durchhaltevermögen fordert. Aber er lohnt sich, mehr als alles andere. Ihr seid danach wieder ihr selbst und das ist das wertvollste was ich im Leben kenne. Ganz ich selbst sein zu können.
Zuletzt wünsche ich Euch allen viel Kraft, gute Nerven, ausdauernde Geduld und Mut, euren Weg weiterzugehen. Und Humor. Der darf niemals fehlen.
Ihr schafft das! :party2:

Ohne Euch hätte ich es nicht so weit geschafft. Danke nochmals für die schnelle und tolle Hilfe. :group:

Ich melde mich wieder,
herzliche Grüße,
cosmea

P.s. Ich hab jetzt hier weitergeschrieben, auch wenn ich wusste, dass es eine eigene Abteilung für Erfolgsnachrichten beim Reduzieren, auf der ich verlinkt bin, gibt. Ich wollte hier nur meinen Weg weiterschreiten, kam mir runder vor.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Cosmea für den Beitrag (Insgesamt 7):
LinLinaJamieMedlemVorbyAnnanaspadmazjawax
Von 2009-2011: Paroxetin mg weiß ich nicht mehr genau. Abgesetzt ohne Probleme, vielleicht ein wenig Kopfschmerzen
Von 2012-2013: Johanniskraut 425mg 2xtgl, vor der Mirtazapineinnahme ausgeschlichen, sehr schnell

Seit 2013: 30mg Mirtazapin wegen Schlafstörungen, Übererregung, Angst- und Panikzuständen, PTBS, Traumafolgestörung
nach ca. 2 Wochen Reduzierung auf 15mg
Nach 1 Jahr langsame Reduzierung indem ich einen Tag eine Ganze und nach 6 Tagen eine halbe genommen habe. Diese Schritte immer wieder verkürzt. Zuletzt 3 Tage eine ganze und dann eine Halbe.
Ab 2015 Hypnosetherapie
2015: Psychatrische Krisenintervention nach einer Grippe. Dort der Rat auf 3/4 Tablette zu gehen, um Schwankungen zu vermeiden, die ich durch meine komische Reduktionsweise bekommen habe.
seit 2 Wochen: 7,5mg Symptome: Angst und Panik, inneres Zittern, das mich mitten in der Nacht weckt, Unruhe, Kopfschmerzen, alles erscheint ein wenig fremd, zu letzte heftige Depriphase, so kannte ich mich nicht
seit dem 3. Okt. 15: wieder auf 11,25mg da die Symptome zu heftig wurden
Ab dem 15.Nov.15: einen kleinen Krümmel meiner Dosis abgeknipst, Absatzsymptome halten sich in Grenzen
immer weiter reduziert, die Minischritte sind wirklich gut.
seit dem 01.04.16 ca. 6,75mg
seither immer wieder kleine Schritte gemacht
seit glutunfreier Ernährung Mai 16 waren auch etwas größere Schritte möglich, max. 20%, mehr ging auch da nicht
in einem halben Jahr ca. 6,0 mg reduziert
29.11.16: ca. 0,75mg
seither immer wieder kleine Schritte
heute, 18.02.17 um 21 Uhr: 0,0mg (2 Jahre hat es gedauert)

padma
Team
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Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
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Danksagung erhalten: 18303 Mal

Re: Mirtazapin reduzieren

Beitrag von padma » Montag, 13.03.17, 18:48

liebe Cosmea, :)

lieben Dank für deinen mutmachenden Bericht und das Teilen deiner Erfahrungen. :hug:
habs noch hier rüber kopiert http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 34#p183534

Das hört sich gut an bei dir :D und selbst das eine oder andere Symptom, wird dir nichts mehr anhaben können.

Das Gewicht geht bestimmt noch runter, das kann einige Monate nach 0 dauern.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag:
LinLina
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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