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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 18.10.16, 9:24

Liebe ADFDler,

mit dem E-Book "Antidepressiva absetzen" ist letzte Woche ein wichtiger Beitrag zum Thema veröffentlicht worden. Mischa und Melanie berichten darin nicht nur sehr persönlich ihre eigenen Geschichten, sondern haben auch viele Informationen zusammengetragen, die hilfreich sind, wenn man sich mit dem Gedanken befasst, seine Medikation zu reduzieren oder abzusetzen.

Ein E-Book, dass man allerbesten vor dem Absetzen lesen sollte, u.a., weil es die Wichtigkeit des langsamen Ausschleichen betont, aber auch, weil es sich vielen stabilisierenden Aspekten widmet (die auch hier im Forum unter dem Aspekt der Selbstfürsorge und Alternativen verstreut sind), die dazu beitragen können, dass man das Absetzen für sich gut gestaltet. Dazu gehören Ernährung, Bewegung, natürliche Heilmittel, Coping-Strategien um Kopfkino zu durchbrechen, Achtsamkeitsübungen usw. Es ist sicher auch in der Phase nach einem ersten gescheiterten Absatzversuch hilfreich, um neuen Mut zu fassen und sich noch einmal zu trauen, den Weg des Absetzen zu beschreiten sowieso auch generell für diejenigen, die sich im Absetzprozess befinden.

Das Ziel der beiden war es, einen ermutigenden Leitfaden zusammenzustellen, dabei auch potentielle Probleme zu benennen und die individuellen Lösungen nach persönlichen Erfahrungen der beiden aufzuzeigen. Das ist ihnen auch gelungen!

Womit ich nicht konform gehe und das auch Mischa mitgeteilt habe, sind diese doch unglücklich gewählte Formulierungen:
Wichtig: Bitte sei bei deinen Recherchen im Internet besonders achtsam und kritisch! Dort finden sich viele Horrorstorys über das Absetzen von Antidepressiva und deutlich weniger mutmachende Berichte. Wer problemlos absetzt, ist in der Regel weniger geneigt, darüber in einem Forum oder Blog zu erzählen als jemand, dem es schwergefallen ist. Bitte erinnere dich stets daran, dass der Austausch mit anderen zwar hilfreich sein kann – aber jeder Mensch ganz individuelle Erfahrungen mit Antidepressiva macht und seinen eigenen Weg findet, diese abzusetzen. Informiere dich, aber lass dich nicht von der Panik anderer anstecken.
Vor dem Hintergrund, dass Betroffene dieses Forums sehr gerne auf ihre individuelle wirklich schwerwiegende "Horrorgeschichte" verzichten hättet, die oftmals wohl nicht passiert wären, wenn der Diskurs um Absetzsymptomatiken und Wege, diese zu minimieren, besser wäre, hätte ich mir gewünscht, diesen Begriff nicht zu lesen.

Ich gehe mit Mischa d'accord, dass sich Absetzen sehr individuell gestalten kann und wir weisen im ADFD immer wieder darauf hin, dass von keinen/kaum über mittelschwere mit schlimme Zustände beim Absetzen, die kurz-, mittelfristig oder leider auch langfristig anhalten können, alles drin sein kann - so natürlich auch unproblematische Absetzverläufe.

Letztendlich berichten in diesem themenspezifischen Forum alle ADFDler offen und ehrlich über ihre oft komplizierteren Symptomatiken, auch deshalb, weil sie keine andere Anlaufstelle im echten Leben haben, was schlimm genug ist - und was sie sicher nicht wollen, ist mit "Horrorgeschichten" andere entmutigen, oder mit "Panik" anstecken.

Formulierungen wie "Im Internet finden sich Berichte von Betroffenen, die eine wirklich harte Zeit haben, ihre Medikamente abzusetzen oder die sich wegen mangelnder Aufklärung und Wissen um Entzugsproblematiken völlig unerwartet in akuten Zuständen befinden oder mit länger andauernde Symptomkomplexe kämpfen müssen" hätten es auch getan.


Erfreulich ist, dass im E-Book zusätzlich nicht nur Psychiater zu Wort kommen, sondern es z.B. auch ein längeres Interview mit Moni von http://www.my-free-mind.at gibt und auch mit dem ADFD-Team (mehr dazu nachfolgend).

Der interviewte Facharzt Dr. Jan Dreher macht deutlich:
In den etablierten Büchern zur Psychopharmakotherapie stehen Absetzsymptome erst seit wenigen Jahren drin, wenn überhaupt. Früher kannte das kein Mensch. In der Ausbildung hat mir das auch keiner erzählt. Als ich den Blogbeitrag schrieb, wusste ich auch nicht, dass es das gibt. Doch dann kamen sehr viele Kommentare von Patienten, dass es sehr wohl Absetzerscheinungen gibt.
Diese Stelle von ihm hätte ich ergänzt:
Allerdings gibt es eine Metaanalyse, die untersucht hat, ob ein stufenweises Absetzen besser ist als ein schlagartiges. Die kommt kontraintuitiv zu dem Ergebnis: Ist beides gleich schlecht. Man kann sowohl nach langsamem Ausschleichen als auch nach schlagartigem Absetzen gleich lange Absetzerscheinungen haben.
und zwar um die Aspekte, die in der Metastudie auch angesprochen werden:
  • dass es generell viel zu wenig systematische Studien gibt (und wenn, dann sind sie industriefinanziert und werden zum Beispiel aufgrund ihrer Ergebnisse garnicht veröffentlicht, wie die Tapering-Phase der Studie 329)
  • dass Symptome auch nach kurzer Behandlungsdauer (2 Monate) auftreten können
  • dass viele Studien nicht zwischen “Rückfallsymptomen” und “Absetzsymptomen” unterscheiden
  • dass Symptome auch verspätet auftauchen und länger anhalten können
  • dass langanhaltende postakute Störungen, wie weltweit von Betroffenen berichtet, bisher nicht systematisch untersucht werden (sie sind allerdings in diesem Artikel mit einem neuen Klassifikationsvorschlag für Entzugssymptome eingeflossen)
  • und dass es wichtig sei, genau abzufragen, ob typischen Absetzsymptome auftreten und diese nicht mit einem Rückfall zu verwechseln, was ohne ausreichendes Wissen zur Thematik leicht passieren könne. Zudem seien Symptome nicht nur körperlicher Natur, sondern es gibt auch psychische und kognitive Symptome, siehe die Symptomliste in der Studie .
Darüber hinaus sei noch festzuhalten, dass im Studiensetting ein schrittweises Absetzen letztendlich auch in einem sehr kurzen Zeitrahmen geschieht, so dass es kein Wunder ist, dass sich auf dieser Basis keine Unterschiede in der Symptomstärke zeigen.

Die Autoren Fava et. al. betonen außerdem, dass der von den Pharmafirmen mitetablierte Begriff Absetzerscheinungen die potentielle, individuelle Schwere der Symptomatiken verschleiere, und der Begriff daher durch Entzugssymptome ersetzt werden solle, da sich die möglichen Symptome, wenn sie auftreten, auch nicht von den potentiellen Symptomen bei anderen psychotropen Substanzen unterscheiden würden, wo man bereits von Entzugssymptomen spricht.

Hier noch drei wichtige Sätze von Jan Dreher:
Ich rate immer zum Ausschleichen, weil ich nicht glaube, dass es genauso schlecht verträglich ist wie das schlagartige Absetzen.
Ich hoffe nur, dass Antidepressiva in der Zukunft realistischer eingeschätzt werden. Und dass der Glaube, dass Antidepressiva alles richten können, relativiert wird.
Und auch in die Frage, ob man sie einfach absetzen kann, ist Bewegung gekommen. Früher hat es einfach geheißen: „Die machen nicht süchtig. Also kann man sie problemlos absetzen.“ Inzwischen ist klar, dass an dem, was die Patienten immer wieder über Absetzerscheinungen berichten, schon etwas dran ist und man das differenzierter sehen muss.
Geschmunzelt habe ich bei diesen Stellen im E-Book:
Manche Fachleute empfehlen das Absetzen in 10-Prozent-Schritten (also z. B. von 50 mg auf 45 mg). Bei Tabletten ist das aber nicht immer
durchführbar.
Mit Antidepressiva in Tropfenform geht das Absetzen häufig noch leichter. Schwieriger ist es, wenn es sich um Kapseln handelt.
In den letzten 13 Jahren wurden von den ADFDlern so viele kreative Wege gefunden, ihr Tabletten kleinzukriegen, dass wir hier glaube ich für fast alles ein Lösung haben. Und ansonsten muss der begleitende Facharzt eben eine Individualrezeptur ausstellen. Ich habe beim Vortrag zum ADFD bei der DGSP allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass sowohl die Individualrezeptur als auch die Wasserlösmethode selbst bei Psychiatern nicht bekannt sein können - die Fachleute diese Hinweise aber interessiert und mit Nachfragen zur Durchführung aufgenommen haben.


Falls sich jemand von Euch sich das E-Book besorgt und liest, kann er gerne in diesem Thread seine Rezension einstellen und zum Beispiel berichten, was aus dem E-Book besonders hilfreich war!
Ich kann mir gut vorstellen, dass man von den vielen Tipps und Informationen, die dieses E-Book bündelt, profitiert und freue mich, dass es auf dem Markt ist und den Diskurs bereichert.
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Re: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 18.10.16, 9:32

Hier zu Eurer Information das Interview mit dem ADFD-Team. Wir bedanken uns bei Mischa und Melanie, dass auch wir in ihrem E-Book zu Wort kommen konnten.

Interview mit dem ADFD-Team
„Manchmal sind einfach nur Mut machende Worte gefragt.“


Wenn Betroffene sich beim Reduzieren von Psychopharmaka von ihren Ärzten nicht oder nicht ausreichend unterstützt fühlen oder ihre Absetzsymptomatik nicht ernst genommen wird, finden sie Informationen, Unterstützung und Austausch im Online-Forum der privaten, unabhängigen Initiative ADFD (früher: Antidepressiva Forum Deutschland). Das Forum des ADFD wurde 2003 gegründet, um das körperliche Abhängigkeitspotential und die Absetzproblematik moderner Antidepressiva (z.B. SSRI und SNRI) und deren unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu thematisieren. Wir haben uns mit dem aktuellen Team über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse unterhalten.

Mischa: Hallo, zuerst einmal wollen wir euch als Team für die wertvolle Arbeit danken, die das ADFD leistet. Stimmt ihr uns zu, wenn wir sagen: Das Absetzen von Antidepressiva ist eines der medizinischen Themen, das viel Verunsicherung bei den Betroffenen hervor ruft, während sie vergleichsweise selten auf kompetente Hilfe in dieser schwierigen Phase hoffen können?

ADFD-Team: Ja und nein. Der Sachverhalt ist um einiges komplexer. Das Problem beginnt schon damit, dass sich Patienten mit dem Wunsch, ihr Medikament abzusetzen, an den behandelnden Arzt wenden und dann oft als Feedback bekommen, das sei schnell und problemlos möglich. Eine Sache von einigen Wochen und dann sei es überstanden. Durch diese Einschätzung seitens der Ärzte, die nicht selten eine massive Fehleinschätzung ist, wird dem Betroffenen suggeriert, dass das Absetzen ein Kinderspiel sei. Umso irritierter sind dann alle Beteiligten, wenn es nicht so läuft wie erwartet.

Viele Patienten rechnen aufgrund der Verharmlosung des Absetzens durch die Ärzte ja überhaupt nicht mit Schwierigkeiten und gehen das Absetzen daher eher nicht verunsichert, sondern im Gegenteil „blauäugig" oder „naiv" an - diese Begriffe fallen des Öfteren bei uns im Forum, wenn die Absetzwilligen ihr Vorgehen mit unserer Hilfe reflektieren.

Völlig eurer Meinung sind wir aber, dass das, was folgt, wenn das Absetzen nicht so läuft wie erhofft, zu einer massiven Verunsicherung der Betroffenen führt. Dies beginnt damit, dass einige Ärzte die Dimension der Absetzbeschwerden (körperlicher, kognitiver und psychischer Natur) überhaupt nicht glauben wollen oder reflexartig sagen, es gäbe keine Absetzsymptome. Es geht damit weiter, dass auch nicht selten behauptet wird, dies sei gar keine Absetzproblematik, sondern die Rückkehr der Grunderkrankung. Und es endet häufig damit, dass sich Patient und Arzt ratlos gegenübersitzen, weil es auch keine adäquate "Therapie" von Absetzsymptomen gibt, der Patient sich aber dringend Hilfe durch den Arzt erhofft, weil ihn das Absetzgeschehen körperlich wie auch psychisch teilweise an den Rand der Verzweiflung treibt.

Mischa: Wie sieht die Hilfe aus, die solche Menschen von anderen Betroffenen und den Teammitgliedern im Forum bekommen?

ADFD-Team: Das Forum ermöglicht Hilfe auf verschiedenen Ebenen.

Zuerst einmal treffen die Betroffenen bei uns auf Menschen, die ihre Beschwerden und Symptome ernst nehmen - und das oft zum ersten Mal, nachdem sie bei Ärzten und ihren Angehörigen auf Unverständnis gestoßen sind. Wir klären darüber auf, welche Prozesse im Körper vonstattengehen, wenn man ein Psychopharmakon absetzt und was passiert, wenn man dies zu schnell tut. Das Forum berät zu den Fragen, wie schnell Absetzen gehen soll und was dabei zu beachten ist. Wir geben Tipps, wie man sich bei Symptomen selbst helfen kann und wie man mit Entzugsschwierigkeiten allgemein umgehen kann.

Häufig nachgefragt wird auch, wie man sich eine spezielle Dosis "zusammenbröseln" kann, die man benötigt - hier haben wir mittlerweile umfangreiche Hilfen und Anleitungen, die bereits von anderen Betroffenen erfolgreich erprobt wurden.

Manchmal sind auch einfach nur tröstende und Mut machende Worte gefragt, wenn man denkt, dass gar nichts mehr geht.

Wir sind auf unterschiedlichsten Wegen zu der Überzeugung gelangt, dass psychische Störungen nicht vom Himmel fallen und ganzheitlich betrachtet und behandelt werden müssen. Wir betonen daher, dass Ursachenforschung und Therapie wichtig sind. Da Psychopharmaka die Symptome deckeln, aber nicht heilen, kann es zudem gut sein, dass man sich individuellen Problematiken (depressiven Neigungen, ängstlichen Vermeidungsstrategien o.ä.) wieder stellen und andere Wege finden muss, damit umzugehen.

Wir können auch mit hilfreichen Tipps zur Alltagsbewältigung beiseite stehen oder können informieren, wo ein Betroffener Hilfe finden oder Unterstützung beantragen kann.

Die größte Hilfe aber ist es, dass die Betroffenen spüren, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind und dass es jede Menge "Mitleidende" gibt. Die gegenseitige Unterstützung untereinander ist für viele ein wichtiger Anker im Absetzprozess.

Mischa: Das Absetzen von Antidepressiva stellt einen sehr individuellen Prozess dar, weshalb auch ihr vom ADFD nicht DEN Erfolgstipp geben könnt, der für alle funktioniert. Gibt es trotzdem eine Art Minimalkonsens, sprich eine Empfehlung, die nach Eurer Erfahrung und der Studienlage für alle anwendbar ist?

ADFD-Team: Ja. Das ist das achtsame, sorgfältige und zeitlich großzügig geplante Ausschleichen des Antidepressivums. Wir sprechen hier nicht von Wochen, sondern von vielen Monaten bis hin zu ein bis zwei Jahren. Unsere Empfehlungen sind, dass man ein Absetztempo von 10%-Reduktionsschritte alle 4-6 Wochen einhält. Dies deckt sich mit positiven Erfahrungen aus dem großen amerikanischen Forum Surviving Antidepressants http://www.survivingantidepressants.com, die die 10%-Regel ebenfalls praktizieren. Individuell kann es sein, dass sogar nur 5%-Schritte möglich sind, während ein anderer evtl. etwas größere Schritte machen kann.

Mischa: Was ist Euer größter Wunsch an die Fachwelt von Ärzten und Therapeuten, damit Betroffene endlich die bestmögliche Begleitung bekommen, wenn sie sich für das Absetzen von Antidepressiva entschieden haben?

ADFD-Team: Unser größter Wunsch ist es, endlich ernst genommen zu werden. Unsere Symptome sind keine Einbildung und wir haben auch alle nicht gleichzeitig zufälligerweise ein Rezidiv erlitten, als wir versuchten, unsere Antidepressiva abzusetzen. Das wäre doch etwas zu auffällig, oder? Ein Miteinander auf Augenhöhe wäre uns wichtig; ebenso ausreichend Zeit, wichtige Dinge zu erörtern und nicht in fünf Minuten aus dem Behandlungszimmer geschleust zu werden.

In Bezug auf Therapeuten fänden wir es ganz wichtig, von ihnen nicht unter Druck gesetzt zu werden - weder, dass man ein Antidepressivum nehmen muss, um therapiefähig zu sein, noch dass man es weglassen muss, weil man sonst angeblich gar nicht an seine Gefühle herankäme. Diese Entscheidung, und das Absetztempo, sollte man den Betroffenen überlassen, die sich und ihren Körper in der Regel selbst am besten einschätzen können.


Dieser Frage/Antwort-Komplex hat es nicht ins Buch geschafft, wurde aber von Mischa in einem Blogbeitrag teilweise aufgegriffen:
Mischa: Kurios ist ja, dass Betroffene schon seit vielen Jahren über teils heftige Absetzsymptome berichten, während die Fachwelt das Thema lange zu ignorieren schien. Kommt Eurer Erfahrung nach nun ein wenig Bewegung in die Szene?

ADFD-Team: Das Absetzen von psychotropen Substanzen gestaltet sich individuell unterschiedlich. Psychiater David Healy z.B. beschreibt, dass einige Menschen ohne größere Probleme absetzen können, andere vorübergehend leichte bis stärkere Symptome haben. Ein weiterer Teil hat größte Probleme beim Absetzen, die sie oft mit einem kleinschrittigen Absetzen zumindest minimiert werden können. Er sieht aber auch Betroffene, für die das Absetzen fast unmöglich ist oder die langwierige Probleme nach dem Absetzen haben, Erfahrungsberichten nach kann dies monate- oder auch jahrelang der Fall sein.

In Deutschland sind 2015 gerade mal zwei Beiträge zum Thema erschienen. Klaus Lieb erklärte im Artikel "Entzugssymptome beim Absetzen von Antidepressiva?" (PSYCH up2date 2015; 9(06): 321), dass die Phänomene wenig untersucht seien. Treffend hält er fest: "Es liegt nahe anzunehmen, dass an der Untersuchung von Schwierigkeiten beim Absetzen von Antidepressiva niemand wirklich Interesse hat – weder die Industrie noch wir Psychiater, die froh sind, wenn die Patienten ihre Medikamente überhaupt einnehmen". Er fordert unabhängige Untersuchungen zu Absetzeffekten - wer dies durchführen könnte, bleibt leider unklar.

Im Arzneimittelbrief (steht für unabhängige Informationen ohne finanzielle Interessenskonflikte) ging es in einem weiteren Artikelebenfalls um Entzugssymptome beim Absetzen von SSRI und SNRI (AMB 2015, 49, 65). Diese seien überwiegend unspezifisch, manchmal ungewöhnlich und sehr beänstigend, und sie würden leider oft mit einem Rezidiv der Grundkrankheit verwechselt. Das führe nicht selten dazu, dass diese Arzneimittel unnötig weiter verordnet werden. Ein sicheres Absetzen könne Monate dauern. Die Autoren sprechen es deutlich aus, wo Mängel sind: "Die Psychiatrie sehen wir in der Pflicht, praktikable Strategien für das Absetzen von SSRI und SNRI zu entwickeln und in der ärztlichen Fortbildung flächendeckend zu propagieren."

Unseres Wissens nach gibt es keine verpflichtenden Fortbildungen, die umfassend über potentielle körperliche, psychische und kognitive Symptome beim Absetzen aufklären, aktuelle Forschungsliteratur und Betroffenenerfahrungen einbeziehen und in denen Strategien vorgestellt und diskutiert werden, um die Symptome - gerade bei schwerwiegenden und langwierigen Fällen - in den Griff zu bekommen bzw. von vornherein zu minimieren.

In den Medien spielen die Schicksale derjenigen, die Antidepressiva nur sehr schwer absetzen können, oder sich in prolongierten Entzügen nach Erreichen der Null-Medikation befinden, überhaupt keine Rolle. Unserer Meinung nach gibt es da noch viel Spielraum in der fachlichen und öffentlichen Berichterstattung.

Dieser Fragen/Antwort-Komplex wurde bedauerlicherweise nicht ins Buch übernommen und wird daher hier veröffentlicht:
Mischa: Was sind die Themen, die immer und immer wieder in den Erfahrungsberichten der Betroffenen auftauchen?

ADFD-Team: Am meisten haben die Betroffenen davor Angst, nie wieder gesund zu werden und / oder an einer schweren neurologischen Erkrankung zu leiden. Die Symptome können individuell so massiv und furchteinflößend sein, dass jeder Tag während des Absetzprozesses alptraumhafte Züge annehmen kann. Vieles dreht sich darum, ob man irreversible Schäden davontragen wird. Hierzu eine kurze Erklärung: Das Gehirn ist neuroplastisch und zu komplexen Umbauarbeiten imstande.
Auf Basis der uns bekannten wissenschaftlichen Quellen sowie zahlreicher internationaler Erfahrungsberichte sind uns keine Fälle des Antidepressiva-Entzugssyndroms bekannt, die irreversibel wären, wohl aber kann das Syndrom individuell sehr langwierig sein können und über viele Jahre anhalten (beim längsten uns bekannten Fall waren es 11 Jahre)."
Davon explizit ausnehmen müssen wir aber leider Neuroleptika [und vermutlich auch atypische Neuroleptika, hier stehen Langzeitforschungen noch aus], die zu Spätfolgen wie extrapyramidal-motorische Störungen, Spätdyskinesien und Gehirnschwund führen können.

Weitere Themen, die immer wieder auftauchen, sind, dass man sich von der Ärzteschaft, Familie und Freunden unverstanden und im Stich gelassen fühlt. Es kommen außerdem Existenzängste hinzu, da Absetzprozesse auch zu langen Krankschreibungen und Ausfällen führen können.

Ferner wird immer wieder erwähnt, dass man durch die Ärzte nicht ausreichend über Nebenwirkungen und risikoverminderndes Ausschleichen informiert worden sei und dass es geheißen habe, die Mittel seien unproblematisch und man könne (müsse) sie ein Leben lang nehmen.

Des Weiteren lesen wir sehr häufig, Psychopharmaka würden wie Zuckerpillen an Patienten verteilt und wer z.B. in einer Klinik die Einnahme ablehne, der würde als non-compliant hingestellt. Wir im Forum befürworten immer: "erst Therapie, dann gegebenenfalls Medikamente" - so kurz und so niedrig dosiert wie irgend möglich. Die Realität kann aber auch so aussehen: "erst Medikamente, dann vielleicht Therapie" - und leider noch bedenklicher: "Nur Medikamente, keine Therapie".

Die beiden Dauerbrenner-Themen sind aber die oben erwähnte Angst vor langfristigen gesundheitlichen Schäden und dass man von den Ärzten nicht ausreichend kompetent zum Thema Psychopharmaka Absetzen beraten wurde.
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Re: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 19.10.16, 12:18

Das Vorwort kann man sich hier durchlesen und hier gibt es alle Infos zum E-Book: http://antidepressiva-absetzen.com

Juna
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Re: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Juna » Mittwoch, 19.10.16, 13:33

Liebe Murmeline :hug: ,

DANKESCHÖN <3

LG
Juna :group:
BildIch entziehe nicht wie empfohlen, bitte nicht nachmachen!!!Bild

Diagnosen:
einige Bild

In Behandlung bei einem Psychiater u. Schmerzi
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Ohne Pregabalin und Oxycodon geht es schmerztechnisch leider gar nicht Bild

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Re: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Wort » Mittwoch, 19.10.16, 19:57

Vieles dreht sich darum, ob man irreversible Schäden davontragen wird. Hierzu eine kurze Erklärung: Das Gehirn ist neuroplastisch und zu komplexen Umbauarbeiten imstande.
Auf Basis der uns bekannten wissenschaftlichen Quellen sowie zahlreicher internationaler Erfahrungsberichte sind uns keine Fälle des Antidepressiva-Entzugssyndroms bekannt, die irreversibel wären, wohl aber kann das Syndrom individuell sehr langwierig sein können und über viele Jahre anhalten (beim längsten uns bekannten Fall waren es 11 Jahre)."
Davon explizit ausnehmen müssen wir aber leider Neuroleptika [und vermutlich auch atypische Neuroleptika, hier stehen Langzeitforschungen noch aus], die zu Spätfolgen wie extrapyramidal-motorische Störungen, Spätdyskinesien und Gehirnschwund führen können.
Gut, dass das nicht veröffentlicht wurde. Hätte sonst verharmlost, dass bei manchen Betroffenen die Symptome nie verschwinden, wie es z.B. oft bei PSSD der Fall zu sein scheint.

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von edgar » Mittwoch, 19.10.16, 21:56

Hallo Wort,

ich sehe das anders als Du, denn jetzt stehen die krassen Fälle überhaupt nicht drin.

Wir haben zudem geschrieben, dass uns keine Fälle bekannt sind, die irreversibel sind, weil es (bisher !) keine gesicherten Daten dazu gibt. Definitiv gibt es aber chronische Fälle wie beschrieben. Auch bei 20 Jahren Dauer kann man nicht sagen "irreversibel", denn woher will ich das sicher wissen. Wenn jemandem ein Arm fehlt, wächst der sicher nicht nach, bei allem anderen wäre ich vorsichtig. Bei Neuroleptika - wie beschrieben - gibt es einfach mehr gesichertes Wissen. Außerdem haben wir uns vorsichtig ausgedrückt, indem wir schrieben, dass uns keine irreversiblen Fälle bekannt sind (auch in der Literatur nicht). Das ist das, was wir bis jetzt wissen, also andere wäre Spekulation. Damit verharmlosen wir nicht. Es sei denn, man sieht es so, dass ein chronischer Verlauf über viele Jahre harmlos ist.

Viele Grüße
Edgar
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Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 19.10.16, 22:35

Hallo wort, hallo alle
Gut, dass das nicht veröffentlicht wurde. Hätte sonst verharmlost, dass bei manchen Betroffenen die Symptome nie verschwinden, wie es z.B. oft bei PSSD der Fall zu sein scheint.
Das wurde nicht veröffentlicht, weil es Mischa zu krass war!
Ich persönlich habe mich sehr darüber geärgert und tue das hiermit offiziell kund (diese Freiheit nehme ich mir heute Abend einfach, ich bin nach Oliver das am längsten aktive Teammitglied hier, habe genug gesehen und gelesen und war auch maßgeblich am Interview mitbeteiligt).
Ich finde es sehr sehr schade, dass nicht auch die hochproblematische Seite gezeigt wurde.

Insofern ist die von dir interpretierte Verharmlosung ins Mischas Augen das komplette Gegenteil, Stichpunkt "Horrorstory".

Wenn dir das alles nicht passt, dann beginne doch selbst so ein arbeitsintensives Networking und Hintergrundarbeit und sorge dafür, dass du dich einbringen darfst mit dem, was dir auf der Seele brennt.
Du kannst zB Murmeline auf twitter folgen und bekommst dann auch Kontakt zu Healy, Moncrieff u.a. Häng dich dran, wenn du Pionierarbeit bei PSSD leisten willst (ich finde das gut), aber kritisier uns doch nicht ständig.

Ich glaube nicht, dass ein Teil der Betroffenen hier im Forum auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, was das ADFD in den letzten Monaten an unermüdlicher Hintergrundarbeit und Medienarbeit geleistet hat, insbesondere Murmeline :), die uns sogar auf Kongressen vertreten hat.

Es beginnt alles mit einem Samenkorn und daraus kann ein Pflänzchen wachsen.

Und nobody´s perfect :roll: .

LG
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Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 19.10.16, 22:58

Hallo ihr,

ich schmunzle gerade über mich. Es ist ganz typisch, dass ich einerseits gerade Mischa nachdrücklich zu erklären versuche, warum der Begriff "Horrorgeschichten aus Foren" so verletzend ist, und auf der anderen Seite jetzt hier etwas zu seiner Perspektive sagen will. Mein Harmoniebedürfnis...

Ich hatte ja inzwischen Einblick in das komplette E-Book, Moni :) hat ihr Interview vor uns abgegeben, und sie hat solche Sätze drin:
Das Thema eines „protrahierten Entzugs“ wurde wissenschaftlich noch nicht zur Genüge untersucht, in Betroffenenkreisen tummeln sich aber zahlreiche Erfahrungsbericht über Absetzsymptome, die jahrelang anhalten können. Wenn diese stark ausgeprägt sind, ist das eine Katastrophe für das Leben der Betroffenen, denn es bedeutet, das Leben eines chronisch kranken oder bettlägrigen Menschen führen zu müssen, ohne zu wissen, für wie lange.
In den meisten Fällen dauern Absetzsymptome kaum mehr als ein paar Wochen. Es gibt jedoch Fälle mit protrahierten Verläufen mit einer durchschnittlichen Dauer von 2 ½ bis 5 Jahren. Hier mehr dazu: http://my-free-mind.at/ssri-absetzsymptome/
Ja, es gibt auch schwere Phasen im Leben, die ein paar Jahre dauern können. Das bedeutet nicht, dass man bis an sein Lebensende leiden und eingeschränkt sein wird. Eine gute Anlaufstelle ist das Forum ADFD, dort bieten Betroffene einander Unterstützung an und tauschen wichtige Informationen aus. Es gibt dort auch eine Vielzahl an Studien und wissenschaftlichen Informationen zum Thema.
Es ist also nicht so dass das Thema komplett aus dem E-Book herausgefallen ist, Moni äußert sich dazu und hat auf uns als Anlaufstelle für diese Situation verwiesen. Dazu war wohl die Dopplung zu Moni zuviel, der Schwerpunkt des E-Books liegt auf Mutmachen, sich zu trauen, auch ein Leben ohne Medikamente für möglich zu halten, ein Wegbegleiter zum Absetzen und eben nicht auf (anhaltenden) Absetzsyndromen.

Insgesamt zeigt das E-Book Wege zum Absetzen, auch ein achtsames Absetzen mit einer schrittweisen, kleinteiligen Dosisreduktion und mehrwöchigen Pausen dazwischen unter Beachtung individueller Reaktionen - damit ist schon viel gewonnen, dass Absetzsyndrome idealerweise gar nicht erst entstehen.

Statt eine "softe" Version noch abzugeben, was zeitlich kaum zu schaffen war, haben wir uns entschieden, das komplette Interview hier einzustellen.

Murmeline
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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

gelblack
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von gelblack » Donnerstag, 20.10.16, 7:04

Hallo Team

Ich bin über die Zeit im Vergleich zu Euch nur ein ganz kleiner Experte geworden. Ich hatte mir den Podcast mit den beiden Autoren auf Psycast angehört, und ich war so dermaßen enttäuscht über die Seichtheit und den gefälligen Umgang hinsichtlich eines so kritischen Themas, dass ich das Abonnement der Sendung löschte.
Um so mehr freut es mich zu lesen und zu erfahren, was aus diesem Projekt mit Hilfe des ADFD geworden ist und noch zu werden scheint. Ich finde Euer aller Engagement und Unermüdlichkeit so wichtig weil es aufzeigt was Lobbyismus zu verdecken versucht.

Ich bin dankbar dafür, dass ich Euch in meiner Not gefunden habe. Sonst wäre ich gesundheitlich ... ich will es mir garnicht ausmalen.

Vielen Dank und ich habe das Gefühl "es tut sich was" in der Weisskittel- und Nadelstreifen Fraktion.

Liebe Grüsse
gelblack
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Anpassungsstörung mit Aufnahme Krisenintervention in 05.2012
Tavor, Neuroleptika und eindosieren von Venlafaxin während Klinikaufenthalts
Absetzen von Tavor während Klinikaufenthalts
Entlassung mit Venlaflaxin und Olanzapin
- Ausschleichen Olanzapin da. Ende 2013 unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla von 75mg auf 37,5mg unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla Januar 2015 von 37,5mg auf 18,5mg nach Rücksprache mit Arzthelferin
- ca. 3 Wo später Februar 2015 Reduktion auf "0" / Kalt abgesetzt

Ca. 6 Wochen keine Probleme / dann Absetzsymptome in unterschiedlicher Ausprägung.
Starker Schwindel, Brainzaps, depressiv, traurig, Suizidgedanken ... später Grübelzwang (einmal), Panikattacke (2mal im Ansatz) / Versuch von Eindosieren nach intensiven Recherchen im Forum seit 25.06.2015
Absetzsymptome vor Eindosieren - schlechte Nächte abwechselnd mit gutem Schlaf, leichte Brainzaps morgens, Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggression, Gewaltfantasien, Tendenz zum Grübelzwang ...
Start Eindosieren Venlafaxin am 25.06.2015

- 2mg 25.6.2015
- 1mg 26.6. / trockene Augen, leichter Kopfschmerz, leicht depressiv, leicht schwammiges Gefühl in den Beinen, Zischen in den Ohren / Fazit: leichte Besserung zum 24.6.
- 2mg 27.6.
- 2mg 28.6.
- 2mg 29.6. sehr durchlässig hinsichtlich Emotionen, Aggressionen, Tinnitus reduziert, frustriert
- 4mg 4.7. Erhöhung der Dosis da keine Besserung der Absetzsymptome
- 4mg 12.7. sehr emotional und aggressiv, Zischen im Kopf, Dosis erhöhen?!
- 6mg 13.7. Dosiserhöhung wegen Grübelzwang, zermürbend
- 6mg 18.7. leichte Brainzaps, körperliche Unruhe mit Spannungskopfschmerz, Tinnitus, emotional, Aggression
- 6mg 25.7. Verbesserung, alle Symptome da, aber abgeschwächt ... die Wohlfühldosis??, 1mg on top; 7mg
- 7mg 25.7.
- 7mg 2.8. Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggressionen, Unruhe ... Wohlfühldosis??
- 10mg 2.8. Dosiserhöhung :cry:
- 10mg 7.8. an der Wohlfühldosis gekratzt, guten Nachmittag gehabt
- 10mg 8.8. Symptome da; Kopfschmerzen, Tinnitus, Gewaltfantasien
- 10mg 9.8.
- 10mg 13.8. Symptome abgeschwächt, Dosis nachgerechnet ... 10mg war gerundet // tatsächlich sind es ca. 9,6mg
- 8,6mg 25.9. Dosisreduktion
- 8,0mg 27.10. Reduktion
- 7,4mg 28.11. Reduktion Aggression, Grübelzwang noch präsent

- 6,45mg 3.01.2016 Reduktion fühle mich ziemlich stabil
- 6,25mg 22.02. ziemlich stabil
- 6,00mg 5.03. micro tapering start
- 5,50mg 30.03. morgens Symptome, Zischen, Kopfschmerzen ... Cortisolausschüttung ?!
- 5,10mg 23.05. fühle mich ziemlich stabil
- 4,50mg 26.06.
- 4,00mg 31.07.
- 3,60mg 01.09.
- 3,20mg 11.10. schlechter Schlaf, Neuroaggressionen als Dauererscheinung
- 2,70mg 15.11.
- 2,26mg 25.12.

- 2,17mg 10.01.2017 mäßiger Schlaf, Wut präsent
- 1,83mg 28.01. unruhiger Schlaf, Harndrang, Wut moderat
- 1,74mg 17.02. unverändert, vor allem nach moderaten Sport
- 1,45mg 05.03. morgendliches Cortisol hoch, Zwangsgedanken, gereizt
- 1,18mg 05.04. Symptome unverändert, aber moderat
- 0.9mg 22.05. Symptome gleichbleibend
- 0,6mg 03.07.
- 0,3mg 14.08. Zielgerade
- 0,0mg 25.09.2017 game over

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 20.10.16, 7:29

Hallo Gelblack,

wir haben zum Projekt nicht mehr beigetragen als unser Interview.

Mischa und Melanie haben beide langjährige Psychopharmaka-Erfahrung und erfolgreich abgesetzt, was nicht heißt, dass es ein symptomfreier Prozess war, aber es wurde eben auch keine längere Geschichte daraus, auch wenn es im Verlauf gescheiterte Versuche und heftige Zustände auch bei ihnen gab. Jede individuelle Erfahrung prägt den Blick, das ist ja bei uns nicht anders.

Für den Diskurs insgesamt ist es gut, wenn die Puzzlestücke aus verschiedenen Ecken kommen. Puzzlestücke haben unterschiedliche Schwerpunkte. Immerhin tut sich was und ich halte das E-Book für einen wirklich wichtigen Beitrag.

Murmeline

PS: Mal darüber hinaus: Ich selbst hatte kaum, quasi keinen körperlichen Entzug. Ich habe daher gebraucht, bis ich das Thema überblickt habe. Und so geht es sicher vielen, die nicht betroffen sind und es ist allgemein ein Spagat, Menschen, die gar nichts mit dem Thema zu tun haben, abzuholen. Das merke ich zum Beispiel bei meinen Versuchen bzgl. medialer Öffentlichkeitsarbeit.
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Offene Reise » Montag, 24.10.16, 1:16

Hey an alle!

Ich finde auch, dass die Formulierungen rundum "Horrorstorys" und "Panik" leider nicht differentiert genug sind. Da hätte ich mir ein paar Sätze gewünscht, die die Sache fairer ausgedrückt hätten.
Bin auf der anderen Seite sehr angetan davon, dass Mischa und Melanie einmal die Moni von My Free Mind und dann auch noch das ADFD miteinbezogen haben. :)

Ich finde, dass die beiden es geschickt gemacht haben: Auf der einen Seite erreichen sie durch bedachtes Auslassen krasserer Themen eine breitere Zielgruppe, die (noch) nicht bereit ist gewissen Realtitäten ins Auge zu schauen, aber sich grundsätzlich für das Thema interessieren. Auf der anderen Seite macht Moni einige Andeutungen und verweist eben auf das ADFD. Wer also sich nicht konkret mit krassen Fällen auseinandersetzen will, wird nicht abgeschreckt und lässt sich eher auf das Thema ein. Und wer die Offenheit besitzt, kann sich ja mal auf My Free Mind und hier umschauen.
Früher hätte ich mich aufgeregt, wenn jemand krasse Realitäten ausklammert, um mehr Menschen zu erreichen. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Verweise und Andeutungen schon sehr viel sein können :wink:

LG

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Ein Jahr nach dem Absetzen
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Radio-Reportage am 21.02.18
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Erfolgreiche Absetzung
Seit Anfang 2015 ganz frei von Medikamenten (einige Jahre Erfahrung mit Olanzapin, dann lange mit Abilify, für kurze Phasen zusätzlich auch mit ADs und Lithium)

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 26.10.16, 10:46

Hallo,

ich habe die komplette Arbeit von Mischa und Melanie zwar nicht gelesen, aber ich denke auch, dass Signalwörter wie "Horrorgeschichten" eine unnötige Polemisierung sind. Man könnte ja auch darauf hinweisen, dass Langzeitfolgen nicht eintreten müssen , aber es noch nicht genug gesicherte Daten und Studien gibt, die sie ausschließen können. Natürlich soll man Menschen, die Psychopharmaka absetzen wollen, nicht unnötig Angst machen. Allerdings fehlen eben gerade Berichte, Forschung und fachkundige Erklärungen, wie worst-case-Fälle aussehen. Dementsprechend finde ich es nicht gut, diese zu verharmlosen, da das die Pharmaindustrie und viele Ärzte ohnehin viel zu oft tun.
Einerseits finde ich das Thema des Placebo-Effekts (also, dass man gewisse positive Effekte dadurch realisiert, das man nur davon hört) und des Nocebo-Effekts (dass man gewisse negative Effekte durch Antizipation hervorruft) ein sehr interessantes Feld. Aber um sich nachhaltig über bestimmte Themen, wie z.B. die Entzugserscheinungen beim Absetzen von Psychopharmaka, informieren zu können, würde ich mir realistische, vollständige Studien, Daten und Auswertungen wünschen. Leider bleibt das im System der Finanzierung von Studien vermutlich ein Wunschtraum, da praktisch jede Studie industriell gesteuert ist.
Es bleibt wohl dabei, dass es auf die Ausrichtung eines Buches oder Leitfadens ankommt, was die vordergründige Aussage ist. Wenn man Menschen ermuten will, Psychopharmaka abzusetzen, erreicht man das meiner Ansicht nach aber nicht dadurch, dass man ihnen die worst cases verschweigt, sondern indem man ihnen alle möglichen Auswirkungen erklärt, aber gleichzeitig auch alle alternativen Optionen aufzeigt. So sind sie maximal informiert, sowohl über die Risiken, aber auch über die Alternativen und positiven Effekte.

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Cat
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seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Mittwoch, 26.10.16, 11:19

Hallo liebes Forum

Ich habe mir nun das Buch gekauft und bin gespannt darauf. Aufgeben gibts nicht!

Bei diesem Thread möchte ich folgendes anfügen: Ich bin der Meinung, dass die Schwierigkeiten beim Absetzen sehr wohl abhängig davon sind, wie lange man das AD genommen hat. (Beim ersten Absetzten damals im 2004 nach 2 Jahren hatte ich Null Probleme). Und auch von der Schwere der Ekrankung bzw. Co-Krankheiten.

Soweit ich aus seinen Blogbeiträgen lesen kann, hat Mischa vor allem eine Angststörung, wobei diese für mich eher in Richtung Phobie geht. Die meisten hier im Forum haben jedoch gleichzeitig mehrere sehr schwere psychische und körperliche Diagnosen zu bewältigen, das macht für mich dann doch einen grossen Unterschied!! Und nicht jeder hat die Kraft oder finanzielle Mittel, einfach mal so zu verreisen, ohne Job zu leben und eine Firma zu gründen.

Manchmal habe ich auch echt Mühe mit seiner Art, als wäre alles so easy und als ob man selber verantwortlich wäre für seinen Zustand, so kann man sich schnell als Versager fühlen, also mir ging es so. Ich würde mir wünschen, dass Mischa doch etwas ernshafter mit dem Thema gegenüber der Öffentlichkeit umgehen würde, weil so kaufe ich ihm nicht ab, dass er über Jahrzehnte psychisch krank war.

Aber das Buch ist natürlich ein Meilenstein und hoffentlich bewegt es noch viel mehr als ich bisher so lese!! Sonst gibt es ja gelinde gesagt nicht viel Literatur zu dem Thema, geschweige denn das die Fachärzte oder Therapeuten eine Ahnung davon haben!

Dazu folgendes:
Meine Psychiaterin sagte dieses Jahr, man könne es einfach weglassen, da es ja eine langsame Halbwertszeit habe. Man müsse sich das wie eine Badewanne vorstellen, bei der man den Stöpsel zieht. So würde es langsam abtröpfeln. Das sagt eine Ärztin! Ein Gehirn ist keine Badewanne, das Serotonin ist ja nicht nur in der einen Hälfte sondern überall verteilt, also kann man das nicht mit einer Badewanne vergleichen.
Meine ehemalige Therapeutin sagte kürzlich, das SSRI hätte keinen Einfluss auf den Körper und man werde davon nicht abhängig.


Ich hatte mir vor einiger Zeit ein Achtsamkeitstrainingsbuch erstanden, "Stressfrei durch Meditation". so eine Art Schulbuch für MBSR. Aber nach dem ersten Kapitel gab ich schon wieder auf.... eine Stunde lang eine Rosine anzuschauen, darauf zu kauen fühlen etc.. und sich all die Gedanken dazu noch aufzuschreiben und zu analysieren.. da krieg ich die Krise!! Das ist mir einfach zu extrem. Hatte es darum wieder weggelegt. Deshalb hoffe ich jetzt auf einen praktischeren Ratgeber/Begleiter.

Seit gestern schaffe ich es tatsächlich, früher aufzustehen und Yoga zu praktizieren. Das hilft wirklich, etwas gefestiger in den Tag zu starten.

Liebe Grüsse
Mockingjay
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Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten nach Anpassung der Schilddrüsenmedikamente.
Aktuelle Dosis: 10 mg seit 14.09.2017
Absetzpause bis Ende März 2018. :schnecke:

Medikamente:
Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Baldriparan Dragees bei Bedarf.

Nahrungsergänzungsmittel:
Vitamdin D3 hochdosiert, Omega-3-Fischölkapseln.

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 26.10.16, 13:33

Hallo Mockingjay,

Du kannst dann gerne im Thread Buchtipps/Literaturverweise etwas zum E-Book einstellen, das wäre super: viewtopic.php?p=65027#p65027
Bei diesem Thread möchte ich folgendes anfügen: Ich bin der Meinung, dass die Schwierigkeiten beim Absetzen sehr wohl abhängig davon sind, wie lange man das AD genommen hat. (Beim ersten Absetzten damals im 2004 nach 2 Jahren hatte ich Null Probleme). Und auch von der Schwere der Ekrankung bzw. Co-Krankheiten.
Ich habe Erfahrungsberichte gelesen, wo es auch bei einer Kurzzeiteinnahme zu massiven Absetzsymptomen gekommen ist - manchmal wurde das Medikament gleich nicht vertragen, dann kommt quasi eine Unverträglichkeitsreaktion dazu, manchmal war eine Kurzzeiteinnahme auch einfach nur "wirkungslos", mit dem Absetzen kamen aber ganz neue Probleme dazu. Auch das mit der Schwere der Erkrankung und den Co-Krankheiten sehe ich anders, wir haben ADFDler, die Antidepressiva wegen Schmerzen bekommen haben und erstmals psychische Symptome im Rahmen des Entzuges bekommen habe. Ich gehe daher eher von einer Sensibilität des ZNS für solche Reaktionen aus, hinzu kann kommen, dass man in der Verlaufsgeschichte (ein oder mehrmals) unproblematisch absetzen konnte, und dann irgendwann hat man dann Symptomatiken. Bei Benzos spricht man von einem Kindling-Effekt, Entzüge können im Laufe der Zeit schwerer werden.
Ich würde mir wünschen, dass Mischa doch etwas ernshafter mit dem Thema gegenüber der Öffentlichkeit umgehen würde, weil so kaufe ich ihm nicht ab, dass er über Jahrzehnte psychisch krank war.
Individuelles Erleben kann man von außen oft nicht nachvollziehen, es lässt sich auch schwer messen und bewerten. Das wäre ja ungefähr so, also ob ich einschätze, dass Du garnicht so Probleme mit dem Medikament & dem Absetzen haben kannst, weil Du gehst ja noch arbeiten? Ich will damit ausdrücken, dass man da von außen nicht richtig rein schauen kann, um zu sagen: schlimm kann es ja bei ihm nicht gewesen sein.
Meine Psychiaterin sagte dieses Jahr, man könne es einfach weglassen, da es ja eine langsame Halbwertszeit habe. Man müsse sich das wie eine Badewanne vorstellen, bei der man den Stöpsel zieht. So würde es langsam abtröpfeln. Das sagt eine Ärztin! Ein Gehirn ist keine Badewanne, das Serotonin ist ja nicht nur in der einen Hälfte sondern überall verteilt, also kann man das nicht mit einer Badewanne vergleichen. Meine ehemalige Therapeutin sagte kürzlich, das SSRI hätte keinen Einfluss auf den Körper und man werde davon nicht abhängig.
Ja, ds lese ich hier viel zu häufig :frust: Hast Du sie mal gefragt, wo die Nebenwirkungsliste dann herkommt?
Seit gestern schaffe ich es tatsächlich, früher aufzustehen und Yoga zu praktizieren. Das hilft wirklich, etwas gefestiger in den Tag zu starten.
Schön, dass Du da etwas für Dich gefunden hast! :party2:

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mischa » Donnerstag, 27.10.16, 11:41

Hallo zusammen,

ich finde es super toll, wie viele Menschen hier sich Gedanken über unser Buch machen und uns sehr konstruktive Kritik liefern. Danke dafür!

Die Stelle mit den "Horrorgeschichten" werden wir für andere Versionen bzw. weitere Auflagen definitiv umformulieren. Es tut uns leid, wenn der Ausdruck eine Wirkung entfaltet hat, die wir so mit Sicherheit nicht beabsichtigt hatten.

Letztlich hat jedes Buch eine gewisse Handschrift und steht für eine gewisse Richtung, wie einige Kommentatoren richtigerweise angemerkt haben. Wir haben es uns damit auch nicht leicht gemacht und um viele Passagen und Formulierungen gerungen. Und ja, wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und das Feedback bisher bestätigt uns darin :)

Noch eine Anmerkung zum Kommentar von Mockingjay: Gerne darfst du mich mal besuchen, meine Frau fragen, wie sie die Zeit mit einem Mann empfunden hat, der drei schwere depressive Episoden hatte, über 20 Jahre lang mit Panikattacken zu tun hatte und seine psychischen Probleme mit jeder Menge Alkohol weggespült hat. Und dann darfst du dieselbe Frau fragen, was passiert ist, seitdem ihr Mann einen Zusammenbruch nach all den Jahren des Kampfes hatte und daraufhin beschlossen hat, dass er ab nun ALLES ERDENKLICHE dafür tut, endlich aus der Scheiße rauszukommen. Und entweder sie oder ich erzählen dir dann, was sich seitdem alles getan hat, wie ich mich und mein Leben verändert habe. Nicht, weil ich so eine geile Ausgangssituation hatte, sondern WEIL ICH ES WOLLTE. Mit jeder Faser meines Körpers.

Es tut mir leid, dass du mir meine Geschichte nicht abnimmst, damit bist du nicht allein. Siehe dieser Artikel: http://www.adios-angst.de/mein-leben-me ... -ein-fake/
Aber sorry, ich kann sie nicht anders schreiben, weil sie nunmal so passiert ist. Und ich freue mich umso mehr, wie viele Menschen ich tagtäglich motivieren kann, nicht aufzugeben und nicht zu glauben, dass auf irgendetwas im Leben "lebenslänglich" steht - nur weil das vielleicht irgendein Arzt oder Therapeut erzählt hat. Das ist der Grund, weshalb ich meinen Blog und Bücher schreibe. Jedes einzelne Mal, wenn mir Menschen schreiben, dass sie durch mich neuen Mut gefasst haben, bekomme ich Gänsehaut und vergieße manchmal auch ein paar Freudentränen.

Ganz liebe Grüße an euch alle und alles Gute!

Mischa
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 27.10.16, 11:56

Hallo Mischa

Schön dass Du dich meldest :-)
Danke für den Link und Deine Antwort auf mein Kommentar. Ich habe mir schon gedacht, dass da nicht nur eine Angststörung dahinter ist, nur konnte ich dazu nichts finden und so hatte ich eben immer ein paar Fragezeichen im Kopf.

Es tut mir sehr leid und ich entschuldige mich.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für Deine Pionierarbeit bedanken und auf das Lesen des Buches freue ich mich schon. (nach der Zahnarztgeschichte, die ich nun endlich hinter mir habe, habe ich jetzt endlich schön Zeit dazu). Nach einem gescheiterten Absetzversuch habe ich bereits wieder neue Hoffnung geschöpft.

Auch Dir wünsche ich weiterhin dass es Dir gutgeht.

Llieben Gruss zurück
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 27.10.16, 14:05

Hallo Mischa,
Mischa hat geschrieben: Und ich freue mich umso mehr, wie viele Menschen ich tagtäglich motivieren kann, nicht aufzugeben und nicht zu glauben, dass auf irgendetwas im Leben "lebenslänglich" steht - nur weil das vielleicht irgendein Arzt oder Therapeut erzählt hat.
Genau das denke ich mir auch so oft. Wie oft wird einem erzählt, dass das einfach so ist und man muss es hinnehmen. Und es ist praktisch nie so.
Diesen Ansatz finde ich super und unterschreibe ich zu 100%!
Meine Psychiaterin meinte, ich muss meine AD lebenslang nehmen, weil ich einfach ein Serotonin-Ungleichgewicht in meinem Gehirn habe, das irreversibel ist. Und ich bin überzeugt, dass das nicht stimmt. Zum einen, weil die Theorie des Serotonin-Ungleichgewichts eine Hypothese ist, die bislang nicht belegt werden konnte (soweit ich am neuesten Stand der Forschung bin) und zum anderen weil man da den Placebo-Effekt und die fantastischen Auswirkungen positiver Beeinflussung auf die Neuroplastizität dabei enorm unterschätzt....

Liebe Grüße,
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 27.10.16, 14:43

Hallo Cat

bin gerade einen Link in der Sammlung (sehr zu empfeheln) am Ende des Buches am durchlesen, wo die Serotonin-Theroie wissenschaftlich widerlegt wird. Das Buch selber habe ich schon überflogen und bisher einen guten Eindruck. Es ist nicht zu abgehoben und praktisch und deutlich geschrieben. Freu mich schon aufs Wochenende.

achja ich wusste gar nicht dass ich eine weiterentwickelte Form eines Raketentreibstoffes schlucke.. Haha...made my day.

Antidepressiva waren ein Nebenprodukt der pharmazeutischen Forschung. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als Deutschland die Treibstoffe für die V2-Raketen ausgingen, entwickelten Forscher eine neue chemische Verbindung, Hydrazin, die als Ersatzantriebsstoff taugte. Nach dem Krieg landeten einige Proben in den Forschungsabteilungen der damals boomenden Pharmafirmen. Die Frage war, ob sich der chemische Raketentreibstoff auch zum Bau neuer Medikamente eignete. Und in der Tat: 1951 gelang es Chemikern der Firma Hoffmann-La Roche, zwei Hydrazine ausfindig zu machen, die Tuberkulosebakterien bekämpften. Schon bald aber berichteten die Krankenhäuser Seltsames von ihren Tuberkulosekranken: Das Medikament schien sie zu beflügeln. Die nach wie vor schwer Kranken tanzten nach Einnahme von Hydrazin durch die Flure. Da schien es naheliegend zu sein, diese Medikamente zur Behandlung von Depressiven zu nutzen.
....
Ende der achtziger Jahr aber kam der Durchbruch: Die Pharmafirma Eli Lilly entwickelte Fluoxetin, in den USA als Prozac verkauft.
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.10.16, 14:52

Hallo MJ,

bitte nichts ohne Quelle einstellen, danke! Ich vermute, das ist aus Unglück auf Rezept? viewtopic.php?f=6&t=11595

Grüße, Murmeline
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Mockingjay
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 27.10.16, 15:02

Hallo Murmeline

ich habe sie extra nicht angegeben, weil es ein Teil des Buches ist und so vermutlich gegen das Urheberrecht verstossen würde? Ich hoffe ebenso, dass das Zitat, das ich gepostet habe, nicht schon dagegen verstösst. Ansonsten bitte wieder löschen admin.
Der Artikel heisst "Aus dem Schatten ans Licht"

LG
MJ
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, mit Unterbrüchen bis 2016.
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten nach Anpassung der Schilddrüsenmedikamente.
Aktuelle Dosis: 10 mg seit 14.09.2017
Absetzpause bis Ende März 2018. :schnecke:

Medikamente:
Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Baldriparan Dragees bei Bedarf.

Nahrungsergänzungsmittel:
Vitamdin D3 hochdosiert, Omega-3-Fischölkapseln.

Diagnosen:
Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten.

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