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Liebe ADFDler,

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Viele Grüße vom Team

Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
carlotta
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon carlotta » Donnerstag, 30.03.17, 17:58

Hallo Arian,

Arianrhod hat geschrieben:Man sollte sich darüber informieren, dass es Absetzsymptome geben kann und deshalb langsam absetzen, aber es tut nicht jedem gut, die ganze Latte der Absetzsymptome in Einzelheiten zu kennen.

Na ja, genau das ist sicher ein nicht zu unterschätzendes, aber m. E. kaum lösbares Problem. Wenn man sich unabhängig informiert, stößt man unwillkürlich auch immer mal auf Infos, die einem - gerade was diese Thematik angeht - den Boden unter den Füßen wegziehen können. Ich habe das selbst auch schon erlebt, ist ja klar, so abgeklärt dass einem diverse Infos da nicht auch gehörig Angst einjagen können, ist ja kaum jemand.

Gerade neulich habe ich wieder gelesen, dass Breggin in Bezug auf AD auch von "permanent damage" spricht. Nicht gerade aufbauend. Mittlerweile kann ich es besser einordnen als noch vor ein paar Jahren - aber eben auch v. a., weil ich mittlerweile so viele Informationen habe. (Wenn man Fälle kennt, wo Symptomatiken langjährig anhalten, ist man geneigt, diese als "permanent" einzustufen. Auf der Grundlage von vielen Erfahrungsberichten wissen wir aber, dass viele schwerwiegende Verläufe eben Jahre brauchen, bis sie sich bessern etc. Alles relativ zu betrachten.)

Dass die Menschen natürlich unterschiedlich reagieren, was die Intensität ihrer Reaktionen angeht, ist auch klar. Dennoch kann man im Grunde niemandem vorschlagen, sich nicht über die Thematik zu informieren, dazu ist sie zu wesentlich (geht ja um die Gesundheit).

Aber phasenweise ist es sicher besser, sich vor bestimmten Infos auch zu schützen. Ich kenne Betroffene, denen das Lesen im Forum zeitweise auch nicht gut tut und die sich zurückziehen. Das ist dann auch OK so, finde ich. Allerdings wissen diese Betroffenen grundsätzlich um die Problematik und brauchen auch erst einmal keine Aufklärung dazu. Sie laufen nicht (mehr) Gefahr, sich (bspw. aufgrund falscher Interpretation von Symptomatiken) immer tiefer ins PP-Karussell hineinziehen zu lassen.

Das mit der Angst ist ja immer ein zweischneidiges Schwert. Hier im Forum wabert ja auch immer wieder mal der Vorwurf herum, wir würden Ängste verbreiten. Nun, das hat Aufklärung zu einem heiklen Thema nun mal so an sich. Und der Überbringer schlechter Nachrichten wurde auch noch nie so wirklich geschätzt - im Gegenteil. An sich ist Angst aber nichts Schlechtes, sondern erst einmal ein sinnvolles Empfinden: Sie warnt uns vor Gefahren. Denn wie Du schreibst:
Arianrhod hat geschrieben:(Hätte ich den Film geschaut, BEVOR ich NL verordnet bekommen habe, wäre es besser gewesen, denn dann hätte ich keinesfalls welche genommen).

Genau da wäre die Angst auch angebracht gewesen. Nur landen leider häufig die Leute hier, wenn das Kind schon (zumindest halb) in den Brunnen gefallen ist. Aber selbst dann lässt sich mit Aufklärung noch das eine oder andere retten.

Arianrhod hat geschrieben:Ich finde aber, dass es schwierig ist, die Balance zwischen Informiertsein und sich in Panik hineinsteigern zu finden.

Das ist genau der Knackpunkt. Und ich fürchte - wie gesagt -, dass der sich nicht so recht auflösen lässt, zumindest in gewissen Phasen, die Betroffene hinsichtlich Einnahme und Entzug von PP durchlaufen, sobald sie sich unabhängig informieren. Gerade wenn man hier mit anfänglichem Entzugssyndrom aufschlägt und von dem ganzen potenziellen Ausmaß erfährt - und der Cortisolspiegel entzugsbedingt eh schon am Anschlag ist - kann so eine Panik so richtig "schön" durchschlagen. Was glaubst Du, wie ich mich vor rund fünf Jahren gefühlt habe, als ich mitbekommen habe, dass es Verläufe gibt über Jahresgrenzen? Mittlerweile beruhigt mich diese Info allerdings sehr, da ich weiß, dass mir nichts so Ungewöhnliches passiert ist und meine Symptomatik eine schlichte körperliche Reaktion auf das völlig falsch ausgeführte Absetzen ist.

Auflösen können dieses Problem letzten Endes nur die Behandler (Hand in Hand mit Big Pharma :wink: ), indem sie vor der Einnahme umfassend über mögliche Folgen informieren, ebenso vor dem Absetzen (und letzteres bitte auch bereits vor der gesamten "Behandlung"). Dann kann man als aufgeklärter, mündiger Patient auf Basis valider Informationen entscheiden. Aber dieses Szenario ist wohl eher noch Wolkenkuckucksheim. :whistle:

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon Oliver » Dienstag, 18.04.17, 12:15

Hallo carlotta,

danke, dass Du das mal so ausführlich auseinandergedröselt hast. Du sprichst mir aus der Seele.

carlotta hat geschrieben:Auflösen können dieses Problem letzten Endes nur die Behandler (Hand in Hand mit Big Pharma :wink: ), indem sie vor der Einnahme umfassend über mögliche Folgen informieren, ebenso vor dem Absetzen (und letzteres bitte auch bereits vor der gesamten "Behandlung"). Dann kann man als aufgeklärter, mündiger Patient auf Basis valider Informationen entscheiden. Aber dieses Szenario ist wohl eher noch Wolkenkuckucksheim.


Genau. Wir leisten hier ja nur die Aufklärungsarbeit, die von Ärzten und Herstellern entweder aus Fahrlässigkeit oder sogar aus eiskaltem Geschäftskalkül bis heute nicht ausreichend geleistet wird.

Alles Gute
Oliver

xiaomao1
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon xiaomao1 » Mittwoch, 25.10.17, 10:56

Wo kann ich die Absetzsymptom-Liste finden?

Murmeline
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 25.10.17, 10:59

Guten Morgen!

Es ist der erste Beitrag in diesem Thread: viewtopic.php?p=168310#p168310

Möchtest Du ein Medikament absetzen und suchst Austausch und Unterstützung?
Dann eröffne biet einen eigenen Thread im entsprechenden Forumsbereich (zum Beispiel als "neues Thema" unter Antidepressiva absetzen

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

jojo71
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon jojo71 » Dienstag, 21.11.17, 20:44

Hallo,
eine super Idee diese Liste zu erstellen, vielen Dank für die Arbeit!!!

Die Liste ist wirklich sehr umfangreich geworden, dennoch konnte ich 2 meiner Beschwerden nicht finden bzw. die haben sich versteckt :wink:

1. Atemaussetzer beim Einschlafen
2. Immer wieder Wirbelblockaden (HWS, BWS, LWS)

Gruß
jojo
Mein persönlicher Alptraum begann mit einer Fehldiagnose und der Einnahme von SSRI!

Meine Story!

Seroxat ab ca. 2000
Wechsel zu Paroxat ca. 2006
Paroxat bis November 2014 (kalter Entzug)
Omeprazol sporadisch ab ca. 2010
Omeprazol dauerhaft seit ca. Anfang 2014
Omeprazol von 20mg auf 0 seit 26.09.2016
Omeprazol 20-40mg wieder seit ca. 16.11.2017

Meine Symptome, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben:
- diverse Probleme mit dem vegetativen Nervensystem (z.B. Kreislaufprobleme, Schwindel, starke Missempfindungen)
- diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Fast ständig Druck im Oberbauch
- im Liegen steigender Druck Magen/Darmtrakt bis hin zu dem Gefühl das der Bereich von Hals bis Unterbauch abgestorben ist, sehr flache Atmung, Besserung nur im Sitzen wenn die Beine tiefer gelagert sind (Kutscherstellung)
- Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ruhepuls 90-100
- Muskelschmerzen (Hals, Nacken, Rücken)
- Intercostalneuralgie mehr linksseitig
- immer wieder Blockaden der HWS (Atlas), BWS und Beckenschiefstand
- Tinnitus
- Attacken (extremer Druck Oberbauch, weiß wie die Wand, höherer Ruhepuls, zittern, Polyurie usw. Dauer ca. 2-3 Stunden)
- Hypoglykämie
- Schmerzen nach jeder körperlichen Anstrengung über mehrere Tage
- Einschlafstörungen (Atemaussetzer, aufschrecken mit Missempfindungen und Herzstolpern)
- kein erholsamer Schlaf mehr möglich (An guten Tagen fühle ich mich morgens wie ein 80 Jähriger!)
- heftige Kopfschmerzen
- Extreme Stimmungsschwankungen
- absolut keine Stressverträglichkeit

Diagnosen bisher:
- Laktoseintoleranz (Fehldiagnose, liegt wohl an der DDF)
- Dünndarmfehlbesiedlung
- Herzrhythmusstörungen/hoher Ruhepuls
- Magenschleimhautentzündung/Hiatushernie
- Ständig Intercostalneuralgie
- Immer wieder Blockaden HWS (Atlas)/BWS und Beckenschiefstand
- Allergien: Gräser-, Roggen-, Birken-, Haselnusspollenallergie, Weizenmehl, Roggenmehl, Sellerie usw.
- Mangel an diversen Vitaminen

chicoline
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Re: Das Team informiert: Absetzsymptom-Liste neu!

Beitragvon chicoline » Samstag, 25.11.17, 16:53

super...vielen Dank für die Überarbeitung, nehme sie gleich mit als Handout für den nächsten Workshop...LG Chico
das Gras wächst nicht schneller, wenn ich dran ziehe... :schnecke:

[color=#800000]150mg Venlafaxin( Beginn mit Trevilor) seit ca 10 Jahren. Diverse Absetzversuche...alle gescheitert....
seit Mitte September 2015 BEGINN der Reduktion von 150mg auf [color=#800000]112,5 mg da ich von der Kügelchenmethode noch nichts wusste...
15.10.2015 nächster Schritt um 16% auf [color=#800000]93,75mg, bislang gut vertragen, keine Besonderheiten
ab 29.10 Wechsel auf Firma Hennig ( wegen der Kügelchen)
12.11.15, Reduzierung auf 75mg
28.11.15, Reduzierung auf 67,5mg....jetzt gehts los in 10% nach Breggin
10.12.15, Reduzierung auf 60mg, mit dieser Dosis schon mal KEINE Hitzewallungen mehr
06.01.2016, 52,5mg
28.1.2016, 45mgab hier 3 Monate krank geschrieben , Depression und Ängste
25.3.2016, 42mg
11.04.2016, 39,75mg
22.04. 2016, 37,5mg

13.052016, ca 35,6mg( ab jetzt immer 10 Kügelchen weniger, ca 5%)[/color]
06.06.2016, 33,7mg
13.6.2016, -5 Kügelchen, ca 32,6mg
20.6.2016, - 5 Kügelchen
26.6.2016, - 10 Kügelchen, ca 28 mg

30.7.2016, - 8 Kügelchen, ca 21mg, die letzten ca 73 Kügelchen.....:-))
[/color]
20.08.2016, 20mg (70 Kugeln/ Kapsel)
27.8.2016, ca 18,75 (65 Kugeln)
06.09.2016, 60 Kugeln, ca 18mg
seit November 68 Kügelchen ca 20mg
20 und 21.12 150mg Opipramol wegen starker Angstzustände die nicht nachliessen

ab 21.12 eindosieren von Venlafaxin zunächst mit 3mg( 20 Kügelchen) heute Abend
ab 22.12 25mg, 88 Kügelchen


27.9.16, das erste Mal wieder leicht eindosiert bzw zurück auf 65 Kügelchen, wegen zunahme der Angstsymptomatikund depressiver Gedanken
12.11.16 68 kügelchen ca 19,5 mg sehr depressive Symptome: weiter eindosiert

seit 2.1.2017 37,5 mg, Depression und Ängste
bei Bedarf Opipramol zwischen 100 und 150mg




Nebenwirkungen die ich bislang spürte, habe oder hatte:
Schwamm im Kopf
Müdigkeit
Schlafstörungen
unruhige Beine, Missempfindungen
allgemeine Unruhe
nie entspannen können
Störungen der Libido
erschöpft sein
Lichtempfindlichkeit, Sehkraft lässt nach. geschwollene Ränder unter den Augen....immer
Geräuschempfindlichkeit
starke Stimmungsschwankungen
zeitweise Gleichgültigkeit
Lustlosigkeit
Konzentrationschwierigkeiten
Antriebslosgkeit
Gedankenkreisen
erhöhte Leberwerte
Heißhungerattacken abends
Traurigkeit und dann nicht weinen können
innere Leere
Ängste


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