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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Kaulquappe 411
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Kaulquappe 411 » Donnerstag, 04.05.17, 11:38

Hallo,

danke dir, Annanas, ja, habs gerade gelesen, also das ist absolut nix für mich, und an die ganze Sache so wissenschaftlich ranzugehen, und die ganzen Untersuchungen, also das finde ich dann schon wieder viel zu KOpfgesteuert. Als ob sich der Mensch so erklären ließe. Das ist dann wieder so ein Schubladendenken, der wird Probleme bekommen, der nicht, und so weiter.

Aber die Beiträge selbst haben mich erstaunt, dass da einer so offen sagt, was SAche ist. Allerdings wundere ich mich, dass die u.a. die Depressionsliga mit angegeben haben, denn die haben mich damals ausgelacht, als ich mit Absetzsymptomen kam.

Alles ein wenig widersprüchlich.

Ich werde definitiv nicht an der Studie teilnehmen, ob jetzt geeignet oder nicht, alleine die ganzen Untersuchungen finde ich hirnrissig.

Mal sehen, was meine Freundin dazu berichtet, werde es dann ans Forum weiter geben!

Liebe Grüße, quappi
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Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, vermutlich Autoimmunthyreoiditis
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 04.05.17, 12:00

Hallo Quäppchen :-)

ich finde das Studiendesign auch kritikwürdig, allerdings ist es nicht möglich, anders als wissenschaftlich herauszufinden, ob ein Medikament mit hoher Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Effekt hat oder nicht. Es wäre anders auch nicht möglich, Medikamentenzulassungen durchzuführen oder eben abzulehnen.

Das Problem ist, die Wissenschaft so einzusetzen dass sie zum einen wirklich objektive, neue Erkenntnisse hervorbringt, und zum anderen die Ergebnisse nicht so verfälscht dargestellt werden, dass sie nach belieben interpretiert werden und letztlich zu vermeidbaren problemen führen.

Wissenschaft bedeutet eben immer auch dass Menschen bestimmen, was untersucht wir und was nicht, und sowohl das Experiment beeinflussen als auch die Interpretation der Ergebnisse, bewusst oder unbewusst.

Gefährlich ist dann, davon auszugehen dass es, weil es "wissenschaftlich" heißt, etwas unumstößlich und sicher bewiesen ist, was eben nie so sein kann. Nicht die Wissenschaft ist für mich das Problem sondern die Menschen und die Interpretation.

Was ich überhaupt nicht verstehe ist, warum sich die Urheber einer solchen Studie nicht mehr mit Betroffenengruppen unterhalten, um z.b. mehr Anhaltspunkte/Ideen für ihr Studiendesign zu bekommen.

Auch wenn man in der Wissenschaft exakte Daten braucht um zu Schlussfolgerungen zu kommen, ist es meiner Meinung nach sinnvoll, auch noch nicht-wissenschaftlich geprüfte Hinweise in Überlegungen mit einzubeziehen.

Seit Jahrzehnten schleichen Betroffene ihre Medikamente über viele Jahre aus, und das oft erfolgreich. Seit Jahrzehnten haben Menschen, die in wenigen Wochen absetzen schlimme "Rückfälle" innerhalb des nächsten Jahres.

Warum wird das nicht mit einbezogen?

Das ist für mich völlig unverständlich. Ein guter Wissenschaftler sollte sich umfassend über sein Thema informieren um auch mal über den Tellerrand schauen zu können. Wenn man sich nur mit bereits vorhandenen Studien beschäftigt und nicht oder kaum mit außerwissenschaftlichem Diskurs und Erfahrungen, läuft man meiner Meinung nach sehr schnell Gefahr sich im Kreis zu bewegen und hat eine viel schlechtere Chance, wirklich neue Erkenntnisse zu erlangen.

Liebe Grüße
Lina
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Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 04.05.17, 12:05

Hallo,
ich fand den Bericht gut und er ist mit 6 Minuten auch kurz genug, dass er vielfach angeschaut wird. Natürlich kann in der Kürze vieles nur angetippt werden. Aber als Diskussionseinstieg - super!
liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 04.05.17, 12:15

Hallo nochmal :-)

mir fällt gerade noch ein, wofür diese Studie auch für Betroffene nützlich sein könnte.

Ich kenne nicht die genauen Parameter, was alles untersucht wird, aber es soll ja vor allem untersucht werden wer nach dem Absetzen einen "Rückfall" (oder wie ich denke, oft verzögerten Entzug) erleidet und wer nicht.

Wenn man das wirklich relativ zuverlässig sagen könnte (ich befürchte, das geht eher nicht, oder nicht besonders zuverlässig) dann könnte man z.b. Risikogruppen definieren, denen man ein sehr langsames Ausschleichen von anfang an nochmal besonders eindrücklich empfehlen sollte.

Bzw. sollten Menschen, die zu diesen Gruppen gehören, sich besonders gut überlegen, ob sie anfangen ein Medikament zu nehmen das sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nur sehr schwer wieder absetzen können.

Ich befürchte aber, wirklich verlässliche, messbare parameter die auch noch konstant bleiben sind kaum auszumachen.

Das zeigt ja auch unsere Erfahrung, dass einige Betroffene anfangs ihre Medikamente recht leicht absetzen können, und nach wiederholter Einnahme früher oder später schwere Absetzsymptome bekommen. Ich bezweifle z.b., dass das so genau messbar ist/gemessen wird, wann man noch leicht absetzen kann und wann nicht mehr.

Dass Menschen bei wiederholter Medikamenteneinnahme und vielen Wechseln, sowie mit Begleiterkrankungen die sie sowieso schon Schwächen und unter chronischen Stress setzen, sowie bei längerer Einnahme und bei höheren Dosierungen sowie möglicherweise bei (teils noch unerkannten) Überschießenden Stoffwechselproblemen und Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz, Glutenunverträglichkeit, Schilddrüsenprobleme die schwer einzustellen sind, etc. mehr Probleme haben abzusetzen, ist zu vermuten - aber so viele Parameter die da eine Rolle spielen können, das wäre sehr aufwendig da verlässliche Daten zu bekommen.

Ich bin dennoch ein wenig gespannt auf das Ergebnis, aber mitmachen würde ich da nicht, denn ich weiß von mir schon mit hoher Sicherheit, dass ich ein Absetzen in wenigen Wochen mit üblen, langwierigen Problemen bezahlen würde. Wenn es nicht leider Alltag wäre, dass die meisten Betroffenen sowieso innerhalb weniger Wochen auf ärztlichen Rat hin absetzen, würde ich sagen die Studie ist verwerflich weil sie Betroffene der Gefahr von schweren Absetzsyndromen aussetzt :-(

Liebe Grüße
Lina
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 04.05.17, 13:53

Hallo in die Runde,
LinLina hat geschrieben:Ich befürchte aber, wirklich verlässliche, messbare parameter die auch noch konstant bleiben sind kaum auszumachen.

Das zeigt ja auch unsere Erfahrung, dass einige Betroffene anfangs ihre Medikamente recht leicht absetzen können, und nach wiederholter Einnahme früher oder später schwere Absetzsymptome bekommen. Ich bezweifle z.b., dass das so genau messbar ist/gemessen wird, wann man noch leicht absetzen kann und wann nicht mehr.
Das ist genau der springende Punkt. Dem Studienleiter geht es v. a. darum herauszufinden, wer Absetzprobleme hat und wer nicht. Zumindest hat er das im Interview so gesagt. Das geht mir persönlich schon wieder zu sehr in die Richtung "der Patient ist das Problem, nicht das Medikament". Ich sehe diese Denkweise äußerst kritisch. V. a. wenn man sich vor Augen führt, dass wir hier über Medikamente reden, die ursprünglich in D gar nicht zugelassen werden sollten - und zwar wegen eines sehr ungünstigen Risiko-Nutzen-Profils! Erst im zweiten Anlauf (und mit viel Gemauschel) bekam Fluoxetin seinerzeit die Chance, den deutschen Markt zu erobern. Und jetzt soll festgestellt werden, welche Patienten das evtl. "gefahrlos" (bzw. ohne Absetzprobleme zu bekommen) einnehmen können? Irgendwie schon heftig, diese Ironie. :o

Ich glaube, nach all dem, was ich mittlerweile über das Thema weiß und an Erfahrungsberichten kenne (und das sind über die Jahre mehr als einige :wink: ), dass es die Kategorie Person A "kann leicht absetzen" und Person B "kann schwer absetzen" nicht gibt. Die Menschen fallen im Laufe des Lebens mal in die eine, mal in andere Kategorie. (So war es bspw. bei mir auch.) Ein Hauptfaktor ist sicher, wie Lina :) auch geschrieben hat, wie viele Medikamentenzyklen, Dosis- und Präparatewechsel es in der Vergangenheit schon gegeben hat. Sicher spielt auch die Einnahmedauer und Dosishöhe eine Rolle, allerdings gibt beides nicht unbedingt den Ausschlag. (Es gibt Betroffene, die schon nach kurzer Einnahmezeit arge Absetzprobleme bekommen.) Es sind einfach so viele Parameter, die miteinzubeziehen, ist extrem schwierig, wenn überhaupt möglich.

Und das Hauptproblem einer Studie wie dieser: Um diese Parameter überhaupt miteinbeziehen zu können, muss man sicher erst einmal über ihr mögliches Bestehen bewusst sein! Und das sind sich diese Wissenschaftler sicher nicht, so kann man aus den Äußerungen und dem Studiendesign schließen. Von daher ist wirklich äußerst fraglich, m. E. sogar unmöglich, mit diesem Vorgehen auf irgendwelche Ergebnisse zu stoßen, die irgendwie nützlich sein könnten. V. a. wenn man wieder Rückfälle und Entzugssymptomatiken in einen Topf wirft, wie stark zu vermuten ist. Und so etwas wie zeitverzögerte Entzüge haben die wohl gar nicht auf dem Schirm; der Studienleiter sprach von Symptomen, die innerhalb weniger Tage aufkommen.

Ja, nicht nur sehr schade, dass die Forscher nicht über den Tellerrand hinausschauen und Betroffenengruppen bzw. deren Erfahrungen und Wissensschatz miteinbeziehen. Vermutlich würde ein solches Vorgehen als "unwissenschaftlich" deklariert. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Möglichst neutral eine Vielzahl von Quellen miteinzubeziehen, gerade wenn es im sog. wissenschaftlichen Bereich noch sehr wenige (unabhängige) gibt, wäre ein wissenschaftliches Vorgehen, um eine möglichst breite Wissensbasis zu haben. (Es gab zudem auch schon eine Studie, die verschiedene Online-Absetz-Foren ausgewertet hat.) Um wissenschaftlich nutzbare Daten zu generieren, hat Altostrata ja (u. a.) ihr Forum survivingantidepressants.org gegründet (sie kommt ja selbst aus der Wissenschaft). Denn nur weil man Daten in einem außeruniversitären Rahmen erhebt, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht für weitere Untersuchungen taugen.

Für mich hat Wissenschaft v. a. mit Authentizität, d. h. auch mit Aufrichtigkeit, zu tun; wie soll man zu validen Ergebnissen kommen, wenn man sich (bspw. industriell) beeinflussen lässt oder nur einen kleinen Ausschnitt auf dem Schirm hat? Allerdings gibt das ein Großteil der Wissenschaft m. E. überhaupt nicht her, die Einflussfaktoren sind so enorm (politisch, wirtschaftlich etc.), dass man meistenteils von unabhängiger Forschung weit entfernt ist. Deswegen sollte man gerade in solch einem Kontext (es geht ja auch um ethische Fragen) den Wissensschaftsbegriff kritisch beleuchten.

Übrigens, fand ich den Beitrag trotz Schwächen insgesamt gut und sehr wichtig, v. a. zu dieser Sendezeit. :wink: Vor dem Hintergrund, was bisher häufig so veröffentlicht wurde, muss man ihn schon fast progressiv nennen. Und es war - soweit ich weiß - Premiere, dass jemand aus dem ADFD vorkam bzw. das Forum überhaupt zur Sprache kam! :party2: Allerdings zeigte das Interview im Anschluss, an welchen Stellen diese sog. Wissenschaft noch krankt - und das sind einige. :shock:

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Zuletzt geändert von carlotta am Samstag, 06.05.17, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Mohrmann » Donnerstag, 04.05.17, 15:10

Hallo Ihr Lieben,

ich habe die Sendung zufällig gesehen und war froh, dass auch mein Mann vor dem Fernseher saß, da meine Schwierigkeiten und meine Vorgehensweise, alles was ich bislang erzählt hatte, bestätigt wurde. Heute Abend werde ich auch in meiner Selbsthilfegruppe nochmals darauf hinweisen, denn dort bin ich unter allen Betroffenen die einzige, die den Medikamenten so überaus kritisch entgegensteht. Für mich waren diese sechs Minuten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Nebenbei war ich überrascht :o , dass Frau Ansari nur ein paar Dörfer von mir entfernt wohnt 8-) und selbst einen Absetzprozess von zehn Jahren hinter sich hat. Ich hatte schon öfter die Überlegung, eine*n fähige* Heilpraktiker*in um Unterstützung zu bitten, jetzt weiß ich schon mal, wen ich bitten würde, wenn ich soweit bin. :D

Die Studie schätze ich kontraproduktiv ein. Wie soll das gehen, in so kurzer Zeit, es ist doch klar, dass es einen Anteil geben wird, der es in so kurzer Zeit nicht schafft, bzw. nicht schaffen kann. Was werden daraus für Resultate gezogen und ja, wer finanziert das.

Insgesamt war die Sendung aber gut und ich werde die Idee von Lana aufgreifen, mich beim NDR dafür bedanken und Interesse an einer ausführlicheren Sendung bekunden.

Liebe Grüße, Mohrmann
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 04.05.17, 15:19

Hallo,

ich konstatiere, dass sich die ersten Fernsehzuschauer, die den Beitrag gesehen haben, hier im Forum angemeldet haben / anmelden.

Ich kann alle Foris <3 nur herzlich bitten, sich hier in der kommenden Zeit so gut es geht / nach Möglichkeit einzubringen und das Team zu unterstützen, denn es wird absehbar sein, dass es viiiiel Arbeit gibt.... :)

Grüße
Jamie
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 05.05.17, 9:15

Die Frau in dem Beitrag hat es nach 10 Jahren geschafft. Das gibt einem Hoffnung.
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Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, mit Unterbrüchen bis 2016.
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Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten nach Anpassung der Schilddrüsenmedikamente.
Aktuelle Dosis: 10 mg seit 14.09.2017
Absetzpause bis Ende März 2018. :schnecke:

Medikamente:
Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Baldriparan Dragees bei Bedarf.

Nahrungsergänzungsmittel:
Vitamdin D3 hochdosiert, Omega-3-Fischölkapseln.

Diagnosen:
Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten.

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Mohrmann » Freitag, 05.05.17, 12:11

Mockingjay hat geschrieben:Die Frau in dem Beitrag hat es nach 10 Jahren geschafft. Das gibt einem Hoffnung.
Ja, das war Frau Ansari. Das gibt Hoffnung und ist mMn ein Zeichen für die Kompetenz, Betroffene im Absetzprozess zu begleiten.

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Murmeline » Samstag, 06.05.17, 9:23

Mohrmann hat geschrieben:
Mockingjay hat geschrieben:Die Frau in dem Beitrag hat es nach 10 Jahren geschafft. Das gibt einem Hoffnung.
Ja, das war Frau Ansari. Das gibt Hoffnung und ist mMn ein Zeichen für die Kompetenz, Betroffene im Absetzprozess zu begleiten.

Liebe Grüße, Mohrmann
Hallo ihr,

hat einer von Euch das Buch der Ansaris bis ganz zum Schluss gelesen? Dann hat man eine ungefähre Vorstellung davon, wo Frau Ansari mit Psychopharmaka steht - leider konnte sie das Antidepressivum nicht ohne eine Deckelung loswerden, und mit dieser anderen Substanz hat sie weiterhin Probleme mit dem Absetzen. :?

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Horni » Samstag, 06.05.17, 10:54

Hallo zusammen,
Genau murmeline hat leider Recht.
Lg
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Medlem » Samstag, 06.05.17, 11:50

Hallo zusammen,

nach unserer Diskussion kann man sich über Sinnhaftigkeit der Studie wohl streiten.
Jamie hat geschrieben:ich konstatiere, dass sich die ersten Fernsehzuschauer, die den Beitrag gesehen haben, hier im Forum angemeldet haben / anmelden.
Aber das finde ich doch einen Riesenerfolg! Der Beitrag hat es geschafft, viele Leute zweifeln zu lassen, was richtig ist. In dem Beitrag kam es ja so rüber, dass Prof. Walter auch eher ein Gegner von Psychopharmaka, bzw. deren vorzeitiger Verordnung ist. Und die Referenz "Charité" gibt dem Ganzen auch mehr Nachdruck.

Also, alles in allem ein Schritt in die richtige Richtung!

Viele Grüße an alle!

Medlem
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Diagnose: ?? Probleme begannen nach Antibiotikaeinnahme, v.a. Magen-Darm, irgendwann Schlafstörung, große Gewichtsabnahme, Laktose- und Fruktoseintoleranz (bekannt seit 11/14)
Ganzheitliche Maßnahmen: Darmsanierung mit Symbioflor und Flohsamen, Vitamin-D und Zink (beides starker Mangel), Magnesium tut mir gut

Mirtazapin-Einnahme 12/14 - 6/15 und Absetzen 7/15 - 8/16:
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09/16: Innerhalb kurzer Zeit 2-3 kg abgenommen (ohne Diät). Kann wieder essen, wozu ich Lust habe.
Ca. 3 Monate nach 0: Ich fühle mich wieder normal!
22.12.16 - schlafe wieder 7 Stunden am Stück!
6 Monate nach 0: Ich bin wieder vollkommen ich. Bericht für AD erfolgreich abgesetzt ist noch in Arbeit...

Nospie
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Nospie » Samstag, 06.05.17, 12:02

Hallo,
Annanas hat geschrieben: Es scheint leider so, daß man innerhalb eines festgesetzten Zeitraumes absetzen soll - der beträgt hier wohl
12 Wochen :o - wenn es an dem sein sollte - ist das für ein schonendes Absetzen alles andere, als zu empfehlen!!
Irgendwie scheinen 3 Monate (Maximalzeit zum Absetzen von ADs) bei Ärzten im Kopf rumzugeistern,diese ,von Behandlern empfohlene
Zeitspanne habe ich schon öfter gehört (als Aussage von Ärzten und von Betroffenen).

Ich habe 3 Monate "ausgeschlichen" und bin voll gegen die Wand gefahren .
Ich kann nur warnen.
LG
Nospie
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6 Jahre SSRI
Juli 2012 - September 2012 grob reduziert abgesetzt (Arzt meinte :einfach weglassen,Absetzsymptome dauern ca 2 Wochen,
ignorieren Sie das ..........)

Seit Ende September 2012 auf Null
seither im protrahierten Entzug

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Wenn Du einen Rat brauchst,dann frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten :!:

"Going to a psychiatrist has become one of the most dangerous things a person can do."
- Dr. Peter Breggin

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 06.05.17, 18:10

Hallo zusammen!

Ich habe das Buch von Ansaris auch bis zum Schluß gelesen. Auch mir geht es leider nicht anders. Ich hänge auch noch auf der "Ersatzdroge" NL :frust: und werde sie einfach nicht los. Und das schon seit Jahren.
Ich bin darüber so unglücklich, dass kann man sich nicht vorstellen. Immer kommt etwas dazwischen, entweder Krankheiten oder familiäre Probleme.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende noch von

Monika
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Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Mockingjay
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Mockingjay » Samstag, 06.05.17, 18:25

na super, dann komm ich mir etwas verar***t vor bei der Sendung :/
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Horni
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, mit Unterbrüchen bis 2016.
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten nach Anpassung der Schilddrüsenmedikamente.
Aktuelle Dosis: 10 mg seit 14.09.2017
Absetzpause bis Ende März 2018. :schnecke:

Medikamente:
Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Baldriparan Dragees bei Bedarf.

Nahrungsergänzungsmittel:
Vitamdin D3 hochdosiert, Omega-3-Fischölkapseln.

Diagnosen:
Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten.

sybsilon
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von sybsilon » Sonntag, 07.05.17, 20:14

Hallo,

bin nur froh, daß vielleicht endlich mal was in Bewegung kommt.
Werde es gleich meiner Hausärztin vorlegen.
Sie meinte, sie hätte schon durch mich so viel über das Thema gelernt und glaubt mir zu 100%.

Zufällig hat es eine Kollegin von mir gesehen und plötzlich glaubt man es, weil es im Fernsehen kam.
Ja denken die denn ich erzähl die Story vom Pferd? :evil:

Schönen Abend
sybsilon
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AnnanasVorbypadma
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.
20.12.17 Übelkeit so gut wie weg.

Annanas
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Annanas » Sonntag, 07.05.17, 20:22

Hallo Sybsilon :) ,
sybsilon hat geschrieben:Zufällig hat es eine Kollegin von mir gesehen und plötzlich glaubt man es, weil es im Fernsehen kam.
Ja denken die denn ich erzähl die Story vom Pferd?
Die Erfahrung mußte ich auch machen, aber nicht nur mit einer Kollegin, sondern mit den eigenen Eltern :o -
ich habs auch nicht verstanden.

Aber gut, nun haben sie es wenigstens ansatzweise aus dem Fernsehen mitbekommen!
Damit ist auf einmal komischerweise mehr Verständnis da...... :shock: man, man !

LG von Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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09.01.2018 29. Red. 1 mg auf 7 mg
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Vorby » Sonntag, 07.05.17, 21:26

Liebe Mitstreiter,

hätten wir es denn geglaubt, wenn uns das nicht selber widerfahren wäre ?

Wir konnten unsere Reaktionen ja auch nicht wirklich erklären, sondern stellten in ersten Linie fest, daß sie da sind.
Erst die moderne Kommunikation und damit auch dieses Forum als Informationsquelle haben uns darauf aufmerksam gemacht, daß wir nicht alleine sind mit unseren psychischen und physischen Reaktionen.

Unsere Eltern hatten das nicht. Da war der Arzt immer derjenige, der Recht hatte. Und so ist es bei vielen heute noch. Und machen wir uns nichts vor, im Internet steht ja auch viel Mist. Ich habe bei meiner Citalopramodyssee auch noch meinem Arzt geglaubt und war der Auffassung, daß nur wenige wirklich Probleme beim Absetzen haben. Auch ich wurde eines besseren belehrt.

Was mich nur maßlos ärgert, daß die Ärzteschaft immer noch nicht wach geworden ist. Viele von Ihnen sind offensichtlich nur noch Marionetten der Pharmaindustrie. Und das immer noch der Vergleich mit Diabetikern oder anderen Krankheiten herhalten muß, um eine Dauermedikation zu rechtfertigen.

Ich denke wenn unsere komplette Gesellschaft dem Bild der Depression offener gegenüber stünde und man den Betroffenen die Zeit ließe, selbige ohne Medikamente sondern mittels Gesprächen etc. zu überwinden und wieder in die Gesellschaft zurückzukehren, wäre uns schon sehr geholfen.
Statt dessen setzen einen die Ärzte mit den Medikamente noch zusätzlich unter Druck und lösen häufig noch viel schlimmere Reaktion aus.

Ich bleibe aber dabei, wirklich mitfühlen können nur die, die selbst betroffen sind, und das ist die Krux an unserer aller Wunsch, die Medikamente wieder loswerden zu wollen. Ein Außenstehender weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn man nicht man selbst ist. Uns bleib nur die Geduld und die Zuversicht, daß wir es früher oder später schaffen werden.

Den Glauben an uns selbst und unsere Kraft dürfen wir nie verlieren auch wenn uns der Kampf immer wieder Mal die Energie raubt.
Ein positive Umfeld hilft natürlich auch dabei und macht einiges leichter.

LG Vorby
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sybsilonLinLinaAnnanasMedlemClaudiiiipadmaMockingjayKaulquappe 411
Melperon:   13.01.2018  13,25 mg (3,25/-/-/10) von 30 mg seit 06.02.2017
Sertralin:  07.01.2018  25,00 mg von 175 mg seit 08.07.2016 
Mirtazapin: 17.01.2018  21,00 mg von  30 mg seit 21.01.2017
Verlauf:
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Medlem
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von Medlem » Montag, 08.05.17, 7:01

Hallo zusammen,

ja, schon erschreckend, was das Fernsehen für eine Macht hat! In diesem Fall hilft es uns zum Glück.

Viele Grüße an alle!

Medlem
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Mirtazapin-Einnahme 12/14 - 6/15 und Absetzen 7/15 - 8/16:
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09/16: Innerhalb kurzer Zeit 2-3 kg abgenommen (ohne Diät). Kann wieder essen, wozu ich Lust habe.
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Re: Fernsehbeitrag im NDR, Visite am 02.05.2017, Thema Antidepressiva absetzen

Beitrag von lakeSonne1 » Montag, 08.05.17, 9:39

hi,

ich muss da ne Lanze für für unsere nichtwissenden Mitmenschen (auch Ärzte) brechen.
Ich hab das auch nicht geglaubt, die ganzen Sachen, wie protrahierter Entzug, Absetzsymptome die erst nach Monaten ausbrechen etc...
bis es mich erwischt hat.
Woher denn auch? Wenn ich Arzt wäre, und ein Patient steht vor mir klagt über massiven Schwindel, Sehstörungen und kribbeln am ganzen Körper und ich müsste eine Diagnose stellen. Hmmmm. Da kommt einem Mediziner wohl nicht als erstes in den Sinn: "ahh vor 4 Monaten das AD reduziert, das ist es!". Unwahrscheinlich, Da denkt ein Mediziner erst mal an ganz andere Ursachen.

Ich habe bisher mit 2 Ärzten meine Fall diskutiert: Dem behandelnden Psychiater und meinem Hausarzt. Beide kannten das Problem nicht in diesem Ausmaß. Das man Ausschleichen sollte ja, beide meinten etwa 4-6 Wochen. Ich glaube ihnen, denn sie sagen, sie hätten so schon viele Patienten abgesetzt. Sie sagen aber auch, dass sie mir glauben, das es Fälle geben kann, die so ablaufen. Sie haben sich dann schlau gemacht und unterstützen mich jetzt beide, ohne wenn und aber, beim langsamen absetzen.

Gruß,
lake.
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Diagnose:Angst und Panikattacken Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Thyronajod 50 morgens, Pantoprazol 20mg abends
Erster Misslungener Absetzversuch 2012:
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Neuer Absetzversuch 2016:
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ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017 Stabilisierung auf 15mg

ab März 2017:
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2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut auf 10,0 mg.
.....Tag 17: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken , geröteten Händen

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