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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 18.11.17, 14:56
von Sunshine71
Hallo zusammen :)

Ich habe zwar das Mirtazapin nicht ganz abgesetzt sondern im Juni diesen Jahres von 15 mg auf 7,5 mg reduziert. Der Absetzschritt war viiiiiel zu groß.

Am Anfang waren die Entzugssymtome noch aushaltbare auf und abs. Richtig schlimm wurde es erst nach der 12ten Woche.

Nachdem ich dann hier durch mitlesen erfuhr daß es noch schlimmer werden kann, und vor allem sehr lange anhält sogar über Jahre, meldete ich mich hier an. Mir wurde empfohlen wieder auf 10mg zu gehen und so machte ich es auch. Denn die Erfahrungen selbst Betroffener sind mir tausendmal wertvoller als die eines Arztes. Dafür habe ich schon zu viel durch.

Ich nahm die 10mg dann gute 14 Tage merkte aber daß die Nebenwirkungen durch die Aufdosierung, dieser für mich im Moment kleinen Menge von 2,5 mg, zu stark waren. Ich reduzierte wieder auf 9mg sprich 1,5 mehr als 7,5 und es ging mir schon nach weiteren zwei Wochen gut.

Aufdosieren oder Wiedereinnahme einer kleinen Menge ist immer einen Versuch wert. Es kann zwar ein Weilchen dauern aber es lohnt sich.


Liebe Grüße
Sunshine

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 25.11.17, 12:43
von gelblack
Liebe Forenmitglieder ... Liebes Moderatoren Team :) :)

9 Wochen nach NULL und ich glaube auf einem guten Weg zu sein. 2,5 Jahre plus, nach dem Wiedereindosieren von Venlafaxin, hat es gebraucht bis ich die NULL erreichte. Es ist noch nicht vorbei, aber es fühlt sich immer besser an. Der Schlaf ist naja und ich bin immer noch schnell gereizt. Aber auch das wird zusehends besser. Ich fühle mich jedenfalls so stabil und zuversichtlich, dass ich heute meine Restbestände an Venlafaxin plus Kapselvorrat in die Tonne geklopft habe. :party2: :party2: :party2:

Ich denke, dass mir das von Euch Erfahrenen nahegelegte Wiedereindosieren einer kleinen Menge nach meinem Kaltentzug bei 18,25mg geholfen hat sehr schlimme Erfahrungen abzuwenden.

Allein das finden der Wohlfühldosis (die nur bedingt eine war) hat geraume Zeit in Anspruch genommen. War dann aber die Absprungbasis für ein langsames, erfolgreiches Ausschleichen im Rahmen der empfohlenen 10% Regel.

Jeder 6 Wochenzyklus, es waren derer viele, war mühsam und begleitet von immer den selben Symptomen in unterschiedlicher Ausprägung. Neuro-Emotionen, Schlafstörung, Harndrang, Aggression, Schwindel, Augenthemen, etc. waren meine ständigen Begleiter. Allein diese sich aufdrängenden 24/7 Gedanken waren mit das Übelste, was ich je in meinem Leben durchstehen musste.

Wenn ich rückblickend ansehe wie anstrengend und belastend trotzdem das Ausschleichen war, möchte ich mir nicht ausmalen, wie es mir ergangen wäre, wenn ich versucht hätte den Kaltentzug auszusitzen. Nicht empfehlenswert aus meiner Sicht.

Liebes Moderatoren Team ... Ich möchte Euch und natürlich allen lieben Foris, die mich mit Zuspruch unterstützt haben, meinen tiefsten Dank aussprechen. Lana hat glaube ich von einem "ich verneige mich vor Euch" gesprochen. Da schließe ich mich bedingungslos an.

Haltet durch da draussen. Das Ausschleichen ist schon sehr individuell, aber ich glaube an die Zeit als heilendes Medium.

Ich werde meinen Beitrag noch in die erfolgreich abgesetzt Rubrik kopieren ...

It will pass !! :hug:
gelblack

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 25.11.17, 18:10
von Ululu 69
Hallo gelblack, :)

Es freut mich so, zu hören, dass du dich auf Null mehr und mehr stabilisieren kannst. :party2:
Ich verneige mich vor dir, für deine Kraft und deinen Mut, das alles auszuhalten und gleichzeitig auch noch vielen anderen immer wieder Mut zuzusprechen und zu helfen.

Deine Geschichte macht Mut und das geht sicher nicht nur mir so.
Schön, dass du uns weiter daran teilhaben lässt.
Danke dafür. <3

LG Ute

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 02.12.17, 8:45
von LinLina
Anna10 hat wieder eindosiert:
Ich nehme nun seit fast zwei Wochen 1 mg Sertralin über die Wasserlösemethode, die sich für das Medikament gut anwenden läßt...Frage an dieser Stelle: Kann ich die Lösung mehrere Tage verwenden oder sollte der Rest besser verworfen werden?

Ich war/bin wirklich positiv überrascht, welche Wirkung das Wiedereinschleichen des Medikaments gebracht hat...Schnelle Stabilisierung der Akutsymptomatik, Ängste, Unruhe, gestörtes Denken, irreale Bilder, innerhalb von Stunden so gut wie weg...Insgesamt gibt es noch die verschiedensten Symptome, aber die sind moderat und gut auszuhalten. Besonders positiv habe ich empfunden, daß das Denken (v.a. zielorientiertes, strukturiertes, kreatives) wieder sehr klar war, was ich in einer (mir durchaus bekannten) echten Depression nicht so schnell vorstellen kann...also für mich eindeutige Anzeichen einer Absetzsymptomatik
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 64#p219164

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 02.12.17, 8:47
von LinLina
Britsch:
Auch ich halte Deine Probleme für Absetzsymptome, sicher noch getriggert durch die Antibiotikaeinnahme.
Ich kenne das alles aus eigenem Erleben, befinde mich seit einigen Monaten mitten in einem Absetzsyndrom nach langjähriger Sertralineinnahme und stabilisiere mich gerade mittels Wiedereindosieren von derzeit 0,65 mg. Und ich möchte Dir Hoffnung machen, denn dieser Weg scheint zu funktionieren. Es geht - auch bei Dir - darum, eine Dosis zu finden, die Dich symptomfrei macht. Dann können Körper und Seele sich damit erholen, und anschließend kann man diese geringe Sertralindosis in Minischritten und über einen genügend langen Zeitraum vorsichtig ausschleichen.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 64#p217619

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 13.01.18, 6:12
von Annanas
Hallo Rose, habe dir hier einen eigenen Thread erstellt: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 97#p225797 lG Anna

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Mittwoch, 31.01.18, 20:46
von juvezi
Hallo,
ich habe nach 9 Monaten 3,75 mg Mirtazapin innerhalb von 6 Wochen abgesetzt. Nach 6 Wochen ohne Medikamente Absetzprobleme, die ich nicht handlen konnte. Seit 2,5 Wochen nun wieder auf 1,5 mg eindosiert. Stabilisiert, aber nicht wirklich happy. Mit den 3,75 mg ging es mir sooooo gut, nur wie komme ich je wieder los?

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Dienstag, 13.02.18, 13:26
von Schildkroete
Auch ich reihe mich ein in die Reihe derer, die erfolgreich wiedereindosiert haben.

Nachdem ich Venlafaxin (zwar über mehrere Monate, aber trotzdem viel zu schnell) abgesetzt hatte, habe ich gut sechs Wochen nach Null wieder mit 25 mg angefangen. Davon hatte ich deutliche Unverträglichkeitsreaktionen, und nach Beratung durch das Forum bin ich nach zwei Tagen auf 12,5 mg runtergegangen.
Damit waren die Unverträglichkeitsreaktionen weg, allerdings gelang es mir nicht, mich auf dieser Dosierung zu stabilisieren. Ich habe dann in mehreren Schritten wieder die Dosis erhöht, bis ich meine Wohlfühldosis gefunden hatte (die mit 22 mg dann doch nah an meiner ersten Wiedereindosierungs-Dosis war). Dafür habe ich fast drei Monate gebraucht.
Ein Grund für diese lange Dauer war, dass ich einen großen Widerwillen gegen jede Dosiserhöhung hatte. Ich wollte das Zeug doch loswerden! Deshalb habe ich zu lange auf einer nicht ausreichenden Dosis ausgeharrt, in der Hoffnung, das die Symptome doch noch irgendwie verschwinden. Im Nachhinein hätte ich nicht so lange abwarten sollen. Es hat keinen Sinn, weniger zu nehmen als man braucht (weil man ja absetzen will), wenn man sich auf dieser Dosis nicht stabilisieren kann. Denn erst von einer stabilen Dosis aus kann man schonend absetzen.

Nachdem ich die Wohlfühldosis gefunden hatte, ging das Absetzen relativ geräuschlos. Ich habe mir viel Zeit gelassen (mehr als zwei Jahre) und bin jetzt seit einigen Monaten auf Null. Ich habe vom Absetzen profitiert (und wenn nicht neues Ungemach von anderer Seite dazu gekommen wäre, würde es mir gut gehen).

Gruß
Schildkröte

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Freitag, 02.03.18, 19:32
von Mole25
Hi,

Seit 6 Monaten bin ich auf 0 Citalopram. Ich nehme CBD Öl und Blackseed Oil und werde sie noch 3-4 Wochen nehmen. Allerdings spiele ich mit den Gedanken für eine kurze Zeit Prozac zu nehmen - nur 3-5mg. Und g a n z langsam abzusetzen. In Australien wird es so praktiziert. Weil Procza "a longer life" hat.
Wer hat Erfahrung hiermit - und noch besser, wer hat mit dieser Methode Erfolg gehabt?
Langsam gehen diese Beschwerden auf dem Keks - ich möchte wieder "leben" Ich habe nicht mal Lust zu malen - nur mich von Schmerzen abzulenken.

Mole

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: Samstag, 03.03.18, 9:47
von Ululu 69
Hallo Mole,

ich würde dir auf keinen Fall empfehlen, ein neues Medikament einzunehmen. Nach unserer Erfahrung bringt das eher noch mehr Durcheinander in dein Zentrales Nervensystem.
Du hast das Citalopram schon sehr schlecht vertragen, ich würde an deiner Stelle keinen Versuch mehr mit einem AD wagen.
Das ist aber nur meine Sicht auf die Dinge.
Entscheiden musst du das natürlich selbst.

LG Ute