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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Hallowas
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Mirtazapin absetzen nach 2-3 Wochen Nutzung?

Beitrag von Hallowas » Dienstag, 10.10.17, 19:18

Hallo...

ich habe Mirtazapin getestet zum Schlafen.. meine Psychotherapeutin meinte wenn ich es eine Woche in einer geringen Dosis nehme bekomme ich davon keine "Rebound-Insomnia"... weil das meine Bedenken waren... zwischen 3,75 & 7,5mg habe ich genommen.

Nun ich nahm Mirtazapin für 5 Tage... fühlte mich extrem sediert und wie ein Zombie.. hab es dann abgesetzt weil es mich zu müde gemacht hat... naja.. ich habe es dann nur noch alle paar Tage mal genommen zum Schlafen...

Nun habe ich aber gemerkt dass ich kaum Tiefschlaf habe... ich lieg da und wach auf.. schlaf wieder ein... wach auf... und bin morgens nicht richtig erholt und innerlich extrem unruhig... zapple mit den Beinen rum... mein Kiefer ist verspannt oder so.. muss manchmal mit den Zähnen knirschen....

Wie genau soll ich das Zeug denn nun absetzen? Hab es ja doch recht kurzfristig genommen... und dann nur noch mal alle paar Tage...

Momentan fühle ich mich mich als wäre ich voll stark auf Adrenalin und müsste das ständig irgendwie abbauen obwohl ich keine Energie für hab...
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Aug 27 - Sept 1, 2017 (Mirtazapin 3,5mg Tag 1, 7,5 Tag 2, 15g Tag 3 dann 7,5mg und wieder 7,5, danach Stopp (Also 5 Tage)

Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

Now-DEZ Baclofen 5mg pro Nacht... dann stets bis 25mg angehoben, dazu Cyproheptadin 4mg für 2 Wochen dann aufgehört.

Dezember: Aufgehört mit Baclofen. Als Alternative nun flurazepam 27,4mg täglich. Baclofen nicht ausgeschlichen.

Nahm Clozapin 12,5mg ab 18 Dezember ... denke es hat direkt besser geklappt mit dem Schlaf aber ich hab vergessen ob ich es nicht jedes Mal genommen habe irgenwann oder auch mal paar Tage Aussetzer hatte... hab es aufgehört zu nehmen vor 2 Wochen glaube ich da meine Blutwerde sehr komisch aussahen... 1-2 Wochen zuvor war die Einnahme von Clozapin aber bereits sporadisch... weiß auch nicht.. durch die Benzos ist mein Gedächtnis gerade auch vollkommen im Eimer.

Sehprobleme wurden nach Absetzen von Clozapin schlimmer, sowie nach der kurzfristigen Einnahme von Quetiapin... weiß auch nicht..

carlotta
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Re: Mirtazapin absetzen nach 2-3 Wochen Nutzung?

Beitrag von carlotta » Dienstag, 10.10.17, 21:17

Hallo Hallowas,

herzlich willkommen im ADFD. :)

Du hast also Mirtazapin über fünf Tage durchgehend genommen und danach mit Unterbrechungen? Über welchen Zeitraum genau bzw. insgesamt lief das? Wie oft pro Woche? Und in welcher Dosierung die letzten Male?

Und Dein Schlaf war nach dem Absetzen schlechter als VOR der ersten Einnahme?

Hast Du zuvor schon mal Psychopharmaka genommen oder nimmst Du noch andere? Und weitere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel?

Bitte leg eine Signatur mit Deiner Medikamentenhistorie an samt möglichst genauer Daten für den besseren Überblick (im persönlichen Bereich unter Profil).

Diese Angaben wären wichtig, um entscheiden zu können, wie man jetzt am besten vorgeht.

Man geht i. A. davon aus, dass sich bei Einnahme-Zeiträumen von unter einem Monat noch keine körperliche Abhängigkeit entwickelt hat und man dann relativ zügig absetzen kann. Es kann aber auch bei kürzeren Einnahmedauern vorkommen, dass Betroffene Entzugssymptome erfahren. Diese sollten sich aber in absehbarer Zeit legen. Aber bitte geh noch auf meine Fragen von oben ein, um die Gesamtsituation besser beurteilen zu können.

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Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Hallowas » Montag, 23.10.17, 11:13

 ! Nachricht von: Jamie
Threads zusammengelegt. Bitte keinen neuen Thread eröffnen, sondern bei deinem Stammthread bleiben

Hallo,

ich setze all die Energie die mir noch halbwegs im Hirn übrig ist um diesen Beitrag zu schreiben.. viel ist davon leider jetzt nicht mehr übrig... dementsprechend ist alles wohl etwas unstrukturiert und zerfahren. Bitte um dringenden Rat und sofortige Hilfestellung, da ich bei jetziger Progression wohl kaum eine weitere Woche überleben kann ohne vollkommen durchzudrehen.

ich bin 24.

ich fühle mich als wäre ich vollkommen im falschen Film gelandet... innerhalb von 6 Wochen hat sich meine gesamte Persönlichkeit verändert, alles was ich war scheint völlig ausgelöscht und ersetzt worden zu sein... Freude weg... Empathiegefühl weg... Wundergefühl & Freude an der Umwelt weg... einfach ausgelöscht.. zu meinen Freuden habe ich keinen Bezug mehr... endlose Leere... meine Freundin kann ich überhaupt nicht mehr normal antworten noch normal und wie ein Mensch mit ihr reden, das Vehikel welches das ermöglicht hat ist einfach weg... Mein Gehirn, das auch so schon schlecht funktioniert hat... weg.... meine Kapazität Entscheidungen zu treffen... weg? Schlaf... weg... Dazu leide ich noch am Chronischen Erschöpfungssyndrom... bin quasi immer müde egal was ich mache.. dann auch nicht schlafen zu können? Mein Körper scheint schlafen innerhalb von Wodchen komplett verlernt zu haben.. ich schlafe nur noch wenn ich wirklich KO bin... gestern habe ich mich ganz normal immer kurz nach 12 ins bett gelegt... und es ist einfach nichts passiert... der Schlaf wurde einfach nicht eingeleitet...

Ich beschreibe mal die genauer wie es anfing:

Aufgrund einer länger andauernden Kehlkopfentzündung, als Reflux diagnostiziert entwickelte über den Zeitraum eine Schlafstörung und meine Depressionen wurden deshalb viel schlimmer... ich habe schon immer irgendwie mittelschwere Depressionen gehabt aber nichts was mich jemals auf die Idee bringen würde Selbstmord begehen zu wollen..

Naja, Rat von Psychologin & Freundin war dann.. mal ein Antidepressiva zu versuchen da es einfach schon schlimm wurde.

Beim Psychologen war ich am Donnerstag den 24.08.2017... da haben wir vereinbart das Antidepressivium "Mirtazapin" mal zu testen... nun dieses hat Sie mir schon vor einem halben Jahr verschrieben, welches ich bei Bedarf mal genommen habe falls ich einen Tag hatte wo ich die ganze Nacht wachgelegen bin... da es bei mir schnell passierte, dass mein Tag/Nacht Rythmus aus dem Ruder gelaufen ist... so hab ich hin und wieder mal eine 3,5mg genommen um etwas Schlaf aufzuholen... d.h. ich hab dann mal ein Tag zu wenig geschlafen... aber am nächsten Tag dann einfach 3,5mg genommen um 19:00 Uhr oder so... und hab dann glücklich von 20:00 bis 10:00 am nächsten Tag geschlafen...

Das habe ich 3-4 mal für mich so genutzt ohne dass ich irgendwelche Probleme hatte...

Wie dem auch sei.. nun wollten wir es testen, für ne Woche....

So sah es dann aus:

Tag 1: 3,5mg
Tag2: 7,5mg
Tag3: 15mg (wollte testen ob 15 besser wirken aber das irgendiwe "zu krass"
Tag4: 7,5mg
Tag5: 7,5mg

Also vom 27.08. - 1.09.2017

Naja....

Erfahrung war folgende:

Es hat mich immer komplett weggehauen... der Schlaf war sicher... das Aufstehen morgens war sehr schwer möglich das es ja anfangs stark sediert... es hat mich zu stark sediert.. ich konnte kaum denken... hab nichts mehr gefühlt... und meine Freundin meinte auch an Tag5 dass ich nicht gut ausseh... An dem Tag habe ich auch mit meiner Mutter geredet und einfach gemerkt "mir ist alles egal... ich kann auf nichts reagieren"... ich steh völlig neben mir...

Am dritten Tag habe ich Selbstmordmethoden gegoogelt, was mir im Nachhinen auffällt.. was aber eigentlich keinen Sinn macht weil ich trotz meiner Depressionen immer Lebensfreude hatte... am selben Tag bin ich mit meiner Freundin noch auf eine Geburtstagsfeier und konnte mit den Menschen da plötzlich nicht viel anfangen, die erscheinen mir so fröhlich und meine Kommunikation fließ plötzlich auch nicht, obwohl das bisher nie ein großes Problem war... ich dachte mir da nicht viel dabei... aber jetzt muss ich das wirklich auf die Einnahme zurückführen....

Es sind 5 Tage vergangen... ich beschloss es einfach kalt abzusetzen... ich habe die WIrkung des Mirtazapins für mich nicht als "Antidepressivum" interpretiert sondern einfach als Schlafmittel... dachte mir da überhaupt nichts weiter.. hab es einfach abgesetzt und fertig... nicht mehr drüber
nachgedacht... erst im Nachhinein.

Am 2.09.2017 also nicht mehr genommen und habe mir auch nichts weiter dabei gedacht, ich habe eigentlich keinerlei große Zusammenhänge damit gemacht.... wie dem auch sei... am 2.09 abends habe ich Koordinationsstörungen und Wortfindungsstörungen (hatte ich davor auch leicht) und starken Freudeverlust beim Tischtennisspielen verspürt... ich dachte zu mir nur... Hey... dein Gehirn ist irgendwie schon ziemlich langsam,... es degradiert scheibar einfach immer weiter und heute ist einfach ein neuer Meilenstein... mit dem Mirtazapin hab ich das ÜBERHAUPT NICHT in Verbindung gebracht.. erst die letzten paar Tage..

AM 3.09.2017 wache ich auf... sitze mit meiner Freundin am Tisch und kann nicht reden.... sie sagt was und ich kann nicht drauf reagieren, es kommt nichts zurück, es wird nichts produziert... zu diesem Zeitpunkt hatte ich nun ein wirkliches Panikgefühl, da ich nun dachte mein Gehirn degeneriert & ich habe irgendeine neurodegenerative Erkrankung die nun mein Gehirn weiter auffrisst, weil ich schon davor Probleme gehabt habe... was allerdings an dem Tag war ist jenseits dessen was mir bekannt war...das war richtig heftig mit ihr am Tisch zu sitzen und plötzlich nicht mehr auf das von ihr gesagte "normal" reagieren zu können... die Fähigkeit eine Konversation zu führen ging an dem Tag einfach verloren... das natürliche Gefühl für den persönlichen Austausch ist verschwunden.. es kam von meiner Seele nichts mehr raus.... und ich habe es zu dem Zeitpunkt nicht auf das Mirtazapin zurückführen können!

Meine Freundin meinte dann dann bloß dass wird besser... naja.. leider ging das einfach wochenlang so weiter bis zum heutig Tage, für Außenstehende schwer zu bemerken... für mich ein Welten-Unterschied.

A 6.09.2017 geh ich eine Runde fahrradfahren... ich fühle mich irgendwie dement im SInne dass ich keinerlei Gefühl für meine Umwelt hab... ich hab ein starkes Depersonalisationsgefühl bzw. fühle ich einfach nicht wie ich eigentlich fühlen sollte... ich seh Tiere in der Natur... und während mich normalerweise ein Gefühl von Wunder und Verbundenheit überkommen würde fühle ich einfach nichts und habe keinerlei Interesse daran und kann nichts daran ändern, das ist wirklich einfach nur zum heulen... in dem Moment dachte ich mir nur... ok... du fühlst dich so "dement" weil das Mirtazapin vielleicht immer noch auf die Histaminrezeptoren wirkt, trotz dass ich es schon seit 5 Tagen nicht mehr genommen habe... ich googelte "Mirtazapin und kognitive Probleme" auf Englisch... konnte allerdings nicht allzu viel finden und ließ das Thema auch wieder fallen und dachte mir einfach... Hey... "wird wieder"....

Naja... was mich überrascht hat ist, dass mein Schlafrythmus nach dem Absetzen nicht allzu viel abgekriegt hat... ich hab wochenlang darauf immernoch ca. 8 Stunden geschlafen wobei der Schlaf nicht erholsam war und ich mich nach dem Aufwachen immer so gefühlt habe als wäre ich hyperaktiv und als könnte ich eigentlich gar nicht funktionieren weil das Gaspedal schon voll durchgetreten war bevor ich überhaupt in den Tag starten konnte... dem versuchte ich irgendwie entgegenzuwirken mit Magnesium usw.. hat dann auch ein bisschen geholfen...

Ein paar Wochen später merkte ich auch dass ich plötzlich irgendwie anfange schlechter zu sehen oder verschwommener, keine Ahnung... ich dachte mir echt... ich hab das Zeug abgesetzt und gut is... irgendwann dachte ich mir hey... vielleicht haste ja multiple Sklerose und plötzliche Sehstörungen treten da als Erstsymptom auf?.... Mir wurde eine "schizotype Störung" diagnostiziert... Tabletten dafür hab ich aber immer abgelehnt...dementsprechend hol ich da manchmal etwas aus..

Das Gehirnproblem ließ mich nicht mehr los... zum einen merkte & merke ich dass ich meine Persönlichkeit verliere bzw. verloren habe... zum anderen stehe ich im Geschäft und bewege mich um die Regale herum wie ein Zombie... ich fühle mich völlig besoffen und mein Hirn extrem benebelt... das habe ich vorher schon zu einem gewissen Grad gehabt, aber das toppt bisher alles was ich bislang kannte... in meiner Wohnung taumle ich umher und weiss mir nicht mal auf simpelste Weise zu helfen...

Ich war mir sicher & habe schon gegoogelt... "Hey... du hast vielleicht frontotemporale Demenz und bei springt da vorne einfach nichts mehr an"...

Ein Großteil der Symptome passten ja:
  • Apathie
    Antriebslosigkeit
    Vernachlässigung der Körperpflege
    affektive Verflachung
    Verwahrlosung
    oder gegensätzlich wirkende Symptome wie:
    Triebhaftigkeit
    Euphorie
    Verlust ethischer Werte (Kriminalität)
    generelle Enthemmungsphänomene (Esssucht, Vergröberung der Tischmanieren, Witzelsucht und sexuelle Anzüglichkeiten/Handlungen)
Ich habe mich irgendwie schon damit abgefunden dass ich das habe... war mir irgendwie sicher dass seit dem Erlebnis bei der Freundin kurz nach dem Absetzen des Mirtazapins mein Gehirn einfach in eine neue Degenerationsstufe abgesunken ist...

Naja... heute bin ich mir ziemlich sicher es ist ein Mirtazapin-induzierter Schaden...

Heute... 7 Wochen später laufe ich immer noch mit dem Gefühl "halb-besoffen" zu sein, taumelnd durch die Gegend, schau die Menschen an und kann mein Blickkontakt nicht kontrollieren, bekomme nur mit dass ich mich "komisch" verhalte ich aber nichts dran ändern kann... ich lebe gerade in einem absoluten Ausnahmezustand, eigentlich im Delirium... keiner kriegt es so richtig mit aber wie ich davor war... vor 8 Wochen... und wie ich jetzt bin... das ist nicht in Worte zu fassen...

Wie geht es weiter?


Am Freitag den 21. September treffe mich mit einer Freundin die sich um meines Wohlergehens besorgt ist... bis dahin war mir immer noch nicht klar das ich mich wohl durch den Mirtazapinentzug mich persönlichkeitstechnisch vollkommen dement fühle... da merke ich wieder... hey.. ich bin völlig anders geworden.. meine Reaktionszeit & Hirnfunktion sind so dermaßen beeinträchtigt... ich fühl nix mehr... sie machte Praktikum in der Psychiatrie und hat mir empfohlen ich soll mal da hingehen... gleichzeitig hat mir meine Freundin ebenfalls empfohlen dort hin zu gehen und mich abchecken zu lassen...

Vom 22. auf den 23. September konnte ich nicht schlafen... ich wälzte mich im Bett und es ging einfach nicht...irgendwann um 6 bin ich eingeschlafen und um 10 wieder wach... bin meine Freundin besuchen gegangen die ich nun schon eine Woche nicht gesehen habe...

Es wurde bloss schlimmer... ich fühle mich wieder, wie nun auch sonst... besoffen... Sachen zu packen und einfach nur zu Kochen stellen eine massive Anstrengung dar... nicht körperlich sondern kognitiv... meine Persönlichkeit ist weg... und aufs Primitivste reduziert... Ratschläge kann ich keine geben, einfühlen kann ich mich nicht... spontan reagieren kann ich nicht.... nichts von den höheren Funktionen ist da...

Da ich an diesem Tag ja kaum geschlafen habe und so fertig war dachte ich nehm ich mir eine halbe 7,5mg Mirtazapin mit... (ich hab meinen Zustand immer noch nicht auf das Mirtazapin oder das Absetzen oder das Einnehmen davor oder was auch immer zurückführen können...)...

Nachts nahm ich die Tablette und bin eingeschlafen und habe gut durchgeschlafen... besser als sonst...

Nun am nächsten Tag also am 24. nahm ich abends wieder eine 7,5mg Tablette... wieder gut geschlafen und am 25. auch wieder aber ich glaub da nur 3,5mg... weiss nicht mehr genau...

Am 26.09.2017 ließ ich mich eben auf Empfehlung in die Psychiatrie einweisen... ich persönlich bin dort hin um neurologische Ursachen (zu diesem Zeitpunkt wohl eher Mirtazapin-induziert, was ich alles nicht darauf zurückgeführt habe weiterhin...) für meinen Zustand abklären zu lassen und ließ mich aber am 6.10. entlassen... da Sie mich für meine schizotype Störung behandelt wollten....

Geschlafen habe ich dort so gut wie kaum... mir wurde Quetiapin verordnet... 3 Tage lang 50mg... dann 1 mal 150mg weil ich meinte es wirkt nicht... ich schlafe nicht besser... und nach den 150mg hab ich gesagt es reicht... da ich ständig extreme Muskelspannung hatte und mich ständig bewegen musste und extrem hibbelig war... ich stand morgens mal auf und musste 1-2 Stunden nur hin und herlaufen... bin durchgedreht... nahm Qeutiapin auf bedarf... das hat mich zum wegdriften gebracht und dann hatte ich verstärkt paar Stunden danach wieder extremen Bewegungsdrang....

Die Ärzte wollten dann auf Risperdon umsteigen... Quetiapin wurde mir nicht mehr gegeben aber das Risperdon wollte ich dann auch nicht mehr nehmen das war mir alles viel zu übertrieben..

Erwähnen sollte ich auch dass ich am zweiten Tag nachdem ich in die Psychiatrie eingewiesen wurde extreme Selbstmordgedanken hatte.. ich habe nach Methoden gegoogelt und schon geplant wie ich es mache... das war auch bisher sehr untypisch für mich.... ich lief dort nur rum... konnte kaum schlafen und alles wonach mir war ist zu sterben... ich konnte nicht gescheit schlafen... Freude hatte ich keine... mein Gehirn war keine Ahnung wo... und ich war komplett verzweifelt... und die Ärzte sagen nur... Psychopharmaka...Psychopharmaka...

Nach der Quetiapineinnahme fing ich an schlechter zu sehen... die Sehschärfe nahm deutlich ab... ich sah immer schlechter meine Augenmuskeln tan weh.. ich dacht ich hab ne Autoimmunerkrankung die meine Augen schlechter werden lässt... vor allem ging das alles relativ rapide.. bis zum heutigen Tag habe ich Probleme und muss mich lange auf etwas konzentireren und mich voll fokussieren um es lesen zu können.

Das Quetiapin das ich eine Woche lang genommen habe hat mir allerdings überhaupt nicht mehr zum schlafen geholfen, wahrscheinlich weil ich dort das Mirtazapin ja nicht mehr genommen habe.. das schien keinen Arzt zu interessieren...

Nach einer Woche dann abgesetzt weil es zu stark war...

Nachdem 6.10 nachdem ich dann zuhause war habe ich noch einmal 3,5 Mirtazapin genommen.. am nächsten Tag nicht mehr weil die innere Muskelanspannung unaushaltbar war... dann aber am darauffolgenden Tag wieder... aber dann wieder extremer Bewegungsdrang... der Schlaf wurde nicht besser und es schien so als ob es keinen Unterschied machen würde ob ich es jetzt weiter nehme oder nicht...

Sorry... ich werde gerade wieder kognitiv sehr erschöpft und kann mich nicht mehr klar fassen...

Ich nehme seit ca 2 Wochen nun nichts mehr...

Seit dem 21.09... also seit ca. einem Monat... direkt nach Einweisung in die Psychiatrie und nachdem ich kein 7,5mg Mirtazapin mehr dort genommen habe ich keinen Tiefschlaf mehr... ich träume kaum... nur wenn ich Glück habe... ich habe in die Psychiatrie nochmal 3,5mg Mirtazapin mitgenommen für ein paar Tage mit der Hoffnung es würde mir mit dem Schlaf helfen wenn ich es jeden zweiten Tag nahm aber das half nicht mehr viel...

Die letzte Dosis mit 7,5mg war am 24.09... da konnte ich schlafen + hatte extreme Depressionen...

Ich hab keine Ahnung was ich machen soll... wenn ich es nehme geht es mir extrem scheisse... wenn ich es nicht nehme... geht es mir extrem scheisse..


Um zum Punkt zu kommen womit ich dringend Hilfe benötige:

  • [Ich habe seit 4 Wochen quasi keinen Schlaf, mit den chronischen Erschöpfungszuständen die ich davor hatte war mir bereits 5 Stunden Schlaf an einem Tag bereits eine starke Last... aber das übertrifft bis jetzt alles..

    Was mich beim Einschlafen hindert ist diese Akathisie, diese extreme innere emotionale und körperliche Anspannung die nahezu jede Minute unerträglich macht... die einzige Entspannung die ich hab ist wenn ich dann so extrem übermüdet und körperlich verausgabt bin dass es einfach nicht anders geht als sich hinzulegen... und selbst dann habe ich einen Puls von 100....sobald sich des Körper dann 2 Stunden erholt hat... wieder ohne Tiefschlaf/Traumphase geht die ganze Anspannung wieder von vorne los.... und so lieg ich die ganze Nacht da... und warte bis die Zeit vorbei ist.. umd am morgen um 8 ist es überhaupt nicht mehr möglich liegen zu bleiben wegen der Anspannung... Tagsüber hab ich dann noch Krämpfe im Kiefer und sonst noch was... Der Zustand ist für Außenstehende einfach nicht zu beschreiben... man kann sich nicht entspannen... man kann nicht schlafen... obwohl man vollkommen fertig ist au jede Art und Weise....

    Alles was ich weiss ist dass es Woche zu Woche schlimmer wird... ich kann keine Gespräche mehr führen.. ich bin so müde ich kann nicht auf das gesagte reagieren...

    Das einzigste... was überhaupt irgendwie hilft ist ständig was zu essen und umherzulaufen...

    Diese extreme Angespanntheit und Bewegungsunruhe wird einfach immer schlimmer und schlimmer... da ich immer weniger und weniger Energie habe und schon so extrem fertig bin... dann auch ned schlafen kann... man mit seinen Mitmenschen reden möchte aber völlig woanders ist weil einen die Anspannung nicht verlässt... man schlafen will aber stattdessen bestenfalls mit einem Puls von 100 die Augen zu machen kann...

    Die letzten Tage lag ich echt im Bett und wälze mich umher... und fühle mich echt als könnte ich vom dritten Stock aus dem Balkon springen... das ist wie im falschen FIlm zu sein...

    Diese innere Anspannung bzw. Akathisie fing an als ich in die Klinik kam wo ich die 7,5mg Mirta nimmer aufeinanderfolgend nahm.. und wurde dann einfach nur progressiv schlimmer, weiss allerdings nicht... soll ich es wieder nehmen? Dann geht es mir wieder extrem beschissen und irgendwie spielt alles keine Rolle mehr... Innerhalb von 2 Monaten so eine massive Degradierung... ich weiss nimmer was ich machen soll... jeder weitere Tpag ist einfach... pure Verdrängung oder so.. die einzigsten Momente in denen ich mich kurzfristig normal fühle ist wenn ich mal doch Glück hatte und etwas geträumt habe... mich dann zurückerinner wie mein Leben vor kurzem war und dann voller Unglauben realisiere was gerade abläuft. Selbst in diesem Moment... esse ich gerade etwas und kann es nicht wahrhaben....

    Bitte um Hilfestellung... um einen nächsten Schritt... das wichtigste wäre der Schlaf...
Aug 27 - Sept 1, 2017 (Mirtazapin 3,5mg Tag 1, 7,5 Tag 2, 15g Tag 3 dann 7,5mg und wieder 7,5, danach Stopp (Also 5 Tage)

Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

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Panik
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Panik » Montag, 23.10.17, 14:18

Hallo,

Du schreibst, dass Dich die emotionale und innerre Anspannung am Schlafen hindert. Hier würde ich ansetzen (ohne Medikamente). Schlafmanagement, Entspannungsübungen, Schlaf fördernde pflanzliche Mittel usw. um diese Spannungen abzubauen. Das wichtigste
hierbei ist Geduld, man kann hier wenig erzwingen, und üben üben üben.

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Evamücke
Diagnose: anfangs Anpassungstörung, dann Angst-/Panikstörung jetzt keine Ahnung
08/2011 Antikoagulation Macumar abgelöst durch
25.11.2013 Thrombozytenaggregationshemmer ASS100
13.07.2012 Escitalopram 10mg
08.10.2013 Reduzierung Escitalopram 9mg
20.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8,5mg
23.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8mg
10.11.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
07.12.2013 Aufdosiert Escitalopram 8mg
15.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
29.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
19.01.2014 Reduzierung Escitalopram 6mg
16.02.2014 Reduzierung Escitalopram 5,5mg
23.02.2014 Aufdosiert Escitalopram 6mg
08.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 6,5mg
17.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 7mg
30.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
25.05.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
07.06.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
20.07.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
15.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,25mg
18.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
26.10.2014 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
31.10.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
14.12.2014 Reduzierung Escitalopram 8,2mg
21.01.2015 Reduzierung Escitalopram 4,0mg
04.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,8mg
30.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,6mg
30.05.2015 Reduzierung Escitalopram 3,2mg
08.06.2015 Reduzierung Escitalopram 3,0mg
05.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,8mg
26.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,6mg
11.08.2015 Reduzierung Escitalopram 2,4mg
19.10.2015 Aufdosiert Escitalopram 2,6mg
21.01.2017 Reduzierung Escitalopram 2,4mg --> hier
26.02.2017 Reduzierung Escitalopram 2,2mg --> oder hier
05.06.2017 Reduzierung Escitalopram 2,0mg --> oder hier Dosis real 2mg

Murmeline
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Murmeline » Montag, 23.10.17, 14:22

Hallöchen Hallowas,

es tut mir sehr leid, was Dir Wiederfahren ist. Du hast ja schlimme Wochen hinter Dir. Dein Beitrag ist sehr lang, ich schnapp mir mal ein paar Aspekte und sag was dazu bzw. stelle Fragen.
Aufgrund einer länger andauernden Kehlkopfentzündung, als Reflux diagnostiziert entwickelte über den Zeitraum eine Schlafstörung und meine Depressionen wurden deshalb viel schlimmer... ich habe schon immer irgendwie mittelschwere Depressionen gehabt aber nichts was mich jemals auf die Idee bringen würde Selbstmord begehen zu wollen..
Du kennst psychisches Durcheinander, depressive Stimmung schon sehr lange. Was hattest Du an Therapiemöglichkeiten ausprobiert, was hat Dir geholfen?

Nach einer fünftägigen Einnahme scheint dann vieles weiter aus dem Lot gelaufen zu sein, zusätzlich zu den bestehenden depressiven Symptomen und Schlafstörungen. Besonders das mit den Suizidimpulsen macht mir Sorgen. Ich denke, dass Du (serotonerge) Antidepressiva nie wieder anrühren solltest! Es gibt Menschen, die reagieren auf eine Beeinflussung dieses Systems "wie allergisch". Wir haben wenige Fälle im Forum, bei denen eine Kurzeinnahme sofort völlig aus dem Leben gehauen hat. Laura beispielsweise: viewtopic.php?f=51&t=11903
Meine Freundin meinte dann dann bloß dass wird besser... naja.. leider ging das einfach wochenlang so weiter bis zum heutig Tage, für Außenstehende schwer zu bemerken... für mich ein Welten-Unterschied.
Ich halte es dennoch für ein gutes Zeichen, dass die anderen dich relativ normal wahrnehmen. Und auch das Durcheinander in Dir, die ganze Depersonalisierung und Derealisation kann sich wieder verbessern!
Naja... was mich überrascht hat ist, dass mein Schlafrythmus nach dem Absetzen nicht allzu viel abgekriegt hat... ich hab wochenlang darauf immernoch ca. 8 Stunden geschlafen wobei der Schlaf nicht erholsam war und ich mich nach dem Aufwachen immer so gefühlt habe als wäre ich hyperaktiv und als könnte ich eigentlich gar nicht funktionieren weil das Gaspedal schon voll durchgetreten war bevor ich überhaupt in den Tag starten konnte... dem versuchte ich irgendwie entgegenzuwirken mit Magnesium usw.. hat dann auch ein bisschen geholfen...
Hast Du weiteres Mittelchen / Substanzen ausprobiert?
Ein paar Wochen später merkte ich auch dass ich plötzlich irgendwie anfange schlechter zu sehen oder verschwommener, keine Ahnung... ich dachte mir echt... ich hab das Zeug abgesetzt und gut is... irgendwann dachte ich mir hey... vielleicht haste ja multiple Sklerose und plötzliche Sehstörungen treten da als Erstsymptom auf?.... Mir wurde eine "schizotype Störung" diagnostiziert... Tabletten dafür hab ich aber immer abgelehnt...
Hör da weiter auf Dein Bauchgefühl. Ich vermute auch, dass Du aktuell auf keine psychoaktiven Substanzen mit vielleicht auch gewünschten Wirkungen agierst. Zudem scheinen die Behandeln ja auch keinen Zusammenhang mit der Einnahme zu sehen, sondern Deine Zustände rein als Störung zu betrachten.
Ich war mir sicher & habe schon gegoogelt... "Hey... du hast vielleicht frontotemporale Demenz und bei springt da vorne einfach nichts mehr an"...
Bei diesem Krankheitsbild müsstest Du mM nach für andere sehr viel auffälliger wirken, was Du Deiner Beschreibung nach aber nicht tust. Ich denke nicht, dass es passend oder sinnvoll ist, Dich hier einzuordnen.
Naja... heute bin ich mir ziemlich sicher es ist ein Mirtazapin-induzierter Schaden...
Wir sehen es als Funktionsstörungen an, die sich idealerweise wieder regulieren, auch wenn es individuell ziemlich dauern kann.
Heute... 7 Wochen später laufe ich immer noch mit dem Gefühl "halb-besoffen" zu sein, taumelnd durch die Gegend, schau die Menschen an und kann mein Blickkontakt nicht kontrollieren, bekomme nur mit dass ich mich "komisch" verhalte ich aber nichts dran ändern kann... ich lebe gerade in einem absoluten Ausnahmezustand, eigentlich im Delirium... keiner kriegt es so richtig mit aber wie ich davor war... vor 8 Wochen... und wie ich jetzt bin... das ist nicht in Worte zu fassen...
Auch wenn es hart klingt, sieben Wochen ist für ein substanzbedingtes Durcheinander noch keine lange Zeit. Leider muss man Verbesserungen manchmal in Monatsschritten messen. Hier findest Du potentielle Symptomtrigger, die Du beachten solltest: viewtopic.php?f=19&t=6442
Am 26.09.2017 ließ ich mich eben auf Empfehlung in die Psychiatrie einweisen... ich persönlich bin dort hin um neurologische Ursachen (zu diesem Zeitpunkt wohl eher Mirtazapin-induziert, was ich alles nicht darauf zurückgeführt habe weiterhin...) für meinen Zustand abklären zu lassen und ließ mich aber am 6.10. entlassen... da Sie mich für meine schizotype Störung behandelt wollten....
Sei da vorsichtig, eine derartige Diagnose kriegt man schwer wieder los. Gut dass Du gegangen bist, wenn es sich nicht hilfreich für dich angefühlt hat.
Geschlafen habe ich dort so gut wie kaum... mir wurde Quetiapin verordnet... 3 Tage lang 50mg... dann 1 mal 150mg weil ich meinte es wirkt nicht... ich schlafe nicht besser... und nach den 150mg hab ich gesagt es reicht... da ich ständig extreme Muskelspannung hatte und mich ständig bewegen musste und extrem hibbelig war... ich stand morgens mal auf und musste 1-2 Stunden nur hin und herlaufen... bin durchgedreht... nahm Qeutiapin auf bedarf... das hat mich zum wegdriften gebracht und dann hatte ich verstärkt paar Stunden danach wieder extremen Bewegungsdrang....

Wie ich schon schrieb, ich vermute stark, Du wirst aktuell auf keine psychopharmakologische Substanz anders reagieren als mit unerwünschten Auswirkungen. :?
Ich hab keine Ahnung was ich machen soll... wenn ich es nehme geht es mir extrem scheisse... wenn ich es nicht nehme... geht es mir extrem scheisse..
Dann vielleicht eher nichts nehmen bzw. es maximal mit pflanzlichen Hilfsmitteln versuchen (kein Johanniskraut!), Baldrian, Passionsblume, Hopfen, Neurexan, Calmvalera? Bitte wenn, dann nur eine Substanz in kleiner Menge antesten und bei Verträglichkeit vorsichtig steigern. Fischöl könnte auch eine Hilfe sein, hier ein Thread dazu: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9653
Alles was ich weiss ist dass es Woche zu Woche schlimmer wird... ich kann keine Gespräche mehr führen.. ich bin so müde ich kann nicht auf das gesagte reagieren... Das einzigste... was überhaupt irgendwie hilft ist ständig was zu essen und umherzulaufen...
Wenn das die Situation etwas leichter macht, dann macht es ggf. Sinn, dem aktuell nachzugeben.
Bitte um Hilfestellung... um einen nächsten Schritt... das wichtigste wäre der Schlaf...
Sas glaube ich Dir, leider ist das oft das schwierigste ab der Sache. Ich hoffe, Du kriegst hier noch hilfreiche Tipps von den anderen.

Erste Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von padma » Montag, 23.10.17, 23:00

hallo Hallowas, :)

deine Geschichte zu lesen, macht mich sehr betroffen. Diese Akathisie, die du beschreibst gehört mit zu den schlimmsten medikamenteninduzierten Zuständen.

Das Dilemma bei dir ist, dass du Mirtazapin nicht verträgst, gleichzeitig aber auch schwere Entzugssymptome davon hast. Das ist eine extrem schwierige Situation.

Ohne Mirtazapin kannst du nicht schlafen, mit hast du Depressionen und Selbstmordgedanken, und durch das Absetzen hast du u.a. Akathisie und schwere kognitive Symptome bekommen.
Bitte um Hilfestellung... um einen nächsten Schritt... das wichtigste wäre der Schlaf...
Du könntest versuchen, ob dir eine Wiedereindosierung einer Minimaldosis, nicht mehr als 0,5 mg was bringt.

In solchen Situationen kann die gelegentliche Einnahme eines Benzos helfen, das ZNS herunter zu fahren und zwischendurch mal Schlaf zu bekommen. Es ist eine heikle Sache, da es sehr schnell abhängig macht, in einem solchen Extremfall, aber eine Überlegung wert.

Andere Medikamente verschlimmern unserer Erfahrung nach die Situation noch mehr.

Letzlich heilt leider nur die Zeit.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Hallowas » Dienstag, 24.10.17, 12:01

Vielen Dank für die Antwort. Ich bin leider gerade viel zu müde um auf alles zu reagieren deshalb hab ich grad mal ein paar Dinge rausgefischt.
-Du kennst psychisches Durcheinander, depressive Stimmung schon sehr lange. Was hattest Du an Therapiemöglichkeiten ausprobiert, was hat Dir geholfen?
Kaffee, frische Luft und soziale Kontakte. Antidepressiva hatte ich sonst immer abgelehnt... leider hilft nun nichts mehr... ich hab nun viel zu wenig Energiereserven zur Verfügung damit mein Körper damit biochemisch mich "aufbauen kann"... ich bin danach einfach nur noch fertig und erschöpft... webei ich ohne Kaffee wahrscheinlich nicht mal schreiben könnte.
Nach einer fünftägigen Einnahme scheint dann vieles weiter aus dem Lot gelaufen zu sein, zusätzlich zu den bestehenden depressiven Symptomen und Schlafstörungen. Besonders das mit den Suizidimpulsen macht mir Sorgen. Ich denke, dass Du (serotonerge) Antidepressiva nie wieder anrühren solltest! Es gibt Menschen, die reagieren auf eine Beeinflussung dieses Systems "wie allergisch". Wir haben wenige Fälle im Forum, bei denen eine Kurzeinnahme sofort völlig aus dem Leben gehauen hat. Laura beispielsweise: viewtopic.php?f=51&t=11903
Die Suizidimpulse waren sehr heftig... bis jetzt noch da... meine Persönlichkeit hat einen extremsten Wandel erfahren, hab das Gefühl es ist permanent.

Ich soll also nicht mehr auf die Idee kommen es wieder zu nehmen und es "nochmal" langsam absetzen?

Immerhin ist das mit dem Schlaf echt heftig.

Wenn ich morgens aufwache sind die Depressionen so extrem heftig und ich spür es so stark im Oberbauch dass ich nicht weiss wie man damit überhaupt klarkommen soll... kurz danach später... immer um 8 oder kurz nach 8 fangen meine Arme & Beine an extrem zu hibbeln sodass es unmöglich ist überhaupt noch weiter liegen zu bleiben... ich steige vollkommen erschlagen auf und quäle mich durch den Tag und versuche das alles zu vergessen... aber jeder Tag wird einfach nur schlimmer... da ich stets daran gebunden bin dass ich nun Tag für Tag weniger Energie habe und alles schwerer und schwerer fällt... ich weiss überhaupt nicht mehr wohin... das ist für Außenstehende einfach überhaupt nicht nachvollziehbar...

Meine Pupillen sind oft auf 2/3 geweitet... selbst wo ich das Zeug 2 Wochen ned mehr nehme... wobei normal bei mir immer 1/3 ist...

Ich hab Koordinationsstörungen, Sprachstörungen, massive Bewusstseinstrübung... Muskelanspannung... vollkommen aus dem Moment gerissen... überhaupt nicht anwesend... denkunfähig... alles ist unreal... Puls durchschnittlich auf 100.. ich verstehe die Welt nicht mehr... nicht wie sowas überhaupt möglich sein kann... ich gefühlsmäßig grad aus dem Balkon springen... das macht einfach überhaupt kein Sinn... wie ich vor 2 Monaten noch war und was jetzt gerade passiert.. ich kann einfach nimmer ... es ist total sinnlos.

Ich werde immer funktionsuntüchtiger... immer müder... immer fertiger... das ist einfach rein körperlich ersichtlich...
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Baldrian hilft schon ein bisschen... das Problem ist.. sobald ich nicht mehr zuu müde bin.. werde ich bloss hibbelig und kann nicht ein/weiterschlafenschlafen..

Heute konnte ich "schlafen" bzw. emfand ich das eher als Bewusstlosigkeit... weil mein Körper wohl so dermassen fertig ist vom nicht ausschlafen dass er sich einfach nachts selbst ausmacht..
Aug 27 - Sept 1, 2017 (Mirtazapin 3,5mg Tag 1, 7,5 Tag 2, 15g Tag 3 dann 7,5mg und wieder 7,5, danach Stopp (Also 5 Tage)

Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

Now-DEZ Baclofen 5mg pro Nacht... dann stets bis 25mg angehoben, dazu Cyproheptadin 4mg für 2 Wochen dann aufgehört.

Dezember: Aufgehört mit Baclofen. Als Alternative nun flurazepam 27,4mg täglich. Baclofen nicht ausgeschlichen.

Nahm Clozapin 12,5mg ab 18 Dezember ... denke es hat direkt besser geklappt mit dem Schlaf aber ich hab vergessen ob ich es nicht jedes Mal genommen habe irgenwann oder auch mal paar Tage Aussetzer hatte... hab es aufgehört zu nehmen vor 2 Wochen glaube ich da meine Blutwerde sehr komisch aussahen... 1-2 Wochen zuvor war die Einnahme von Clozapin aber bereits sporadisch... weiß auch nicht.. durch die Benzos ist mein Gedächtnis gerade auch vollkommen im Eimer.

Sehprobleme wurden nach Absetzen von Clozapin schlimmer, sowie nach der kurzfristigen Einnahme von Quetiapin... weiß auch nicht..

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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von padma » Dienstag, 24.10.17, 18:16

hallo Hallowas, :)

was du gerade durchmachst ist ein schwerster Zustand ausgelöst durch eine Psychopharmakaunverträglichkeit.
Das ist in der Schwere zwar eher selten, aber wir haben hier immer wieder Betroffene, die es so schlimm erwischt.
Ich soll also nicht mehr auf die Idee kommen es wieder zu nehmen und es "nochmal" langsam absetzen?
Keinesfalls darfst du eine normale Dosis nehmen. Evtl. könntest du es mit einer Minimaldosis von höchstens 0,5 mg, besser noch weniger, versuchen. Die Hoffnung dabei wäre, dass das etwas von den Entzugssymptomen abfängt, aber keine so heftigen NW hat.

Wenn es deine Symptomatik verschlechtern würde, müsstest du es sofort weglassen.

Es lässt sich einfach nicht vorher sagen, was passieren würde. Da du nach nur 5 Tagen Einnahme eine so massive Symptomatik entwickelt hast, könnte es auch nach hinten los gehen.

Leider muss ich dir sagen, dass es unserer Erfahrung nach wirklich dauert, bis eine solche Symptomatik wieder abklingt. Nach allem was wir wissen ist es reversibel, das Gehirn kann sich davon wieder erholen.

liebe Grüsse,
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von BobdB » Dienstag, 24.10.17, 20:21

Sei mir bitte nicht böse aber sowas gehört wirklich in ärztliche Hände. Leider sind die nur sehr schnell mit wieder anderen Pillen. :-(
Angefangen mit Paroxetin 20mg
Kurz danach auf 10mg reduziert und dann über 10 Jahre lang genommen
- Anfang 2016 fingen vermehrt Nebenwirkungen an, deshalb Ausschleichen innerhalb von 3 Monaten auf 0.
- Juni/2016 wieder auf 2mg, da dauerhaft gereizt und mies gelaunt. Zustand jetzt besser.
- Januar/2017 eine Woche kurz auf 10mg (da Probleme mit Dosierung der Suspension). Jetzt wieder unangenehme Nebenwirkungen.
- Februar/2017 runter auf 3mg. Anfangs kleinere Absetzerscheinungen, im Großen und Ganzen alles OK.
- April/2017 runter auf 2mg. Jetzt gehts wieder los. Verspannungen, Rücken-/Nackenschmerzen, Übelkeit, miese Laune.
- Nach 2 Wochen wieder auf 3mg. Laune jetzt wieder gut. Krasse Probleme mit Kieferverspannungen.
- Von Mitte April bis Mitte Juli 2017 jeden Monat um 1 mg reduziert.
- Seit Mitte Juli/2017 auf NULL

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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 24.10.17, 20:54

Hallo Bob,

daß Du Dich da mal nicht täuschst mit den ärztlichen Händen. Leider haben die meisten von uns damit keine allzu guten Erfahrungen gemacht. Das Wissen über Psychopharmaka und deren Absetzen ist kritisch zu betrachten, leider auch das der meisten Fachlärzte.

Ich selbst habe gut 16 Jahre Psychiatrieerfahrung, es wurde immer schlimmer mit mir und befreien musste ich mich zu guter Letzt sowas von allein.

Ich kann nur raten: kein blindes Vertrauen. Selbst informieren und Verantwortung für sich übernehmen.

Ich wünsche Dir, daß Du einen guten Weg findest.

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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Jamie » Dienstag, 24.10.17, 23:14

Hallo Hallowas,

wann war der Psychiatrie-Aufenthalt genau und welche Medikamente wurden gegeben?
Auch Neuroleptika? Diese Frage ist wichtig. Einmalige Gaben zählen auch.

Ich glaube du hast eine schwere, wirklich schwere Unverträglichkeitsreaktion auf Mirtazapin.
Ich möchte dich aber bitten dennoch deinen Hausarzt aufzusuchen um folgendes auszuschließen:

°Serotoninsyndrom https://de.wikipedia.org/wiki/Serotoninsyndrom

°falls Neuroleptika gegeben wurden: malignes neuroleptisches Syndrom (sehr unwahrscheinlich und wenn du keine NL genommen hast, dann unzutreffend)
https://de.wikipedia.org/wiki/Malignes_ ... ka-Syndrom

Dazu (Serot.Syndrom) gehört der Serotoninspiegel im Blut Und / oder Urin bestimmt.
Wenn da nichts Auffälliges bei rauskommt, spricht sehr viel für schwere Reaktionen auf Mirtazapin.
Du solltest alle Symptome nennen, auch die Pupillen; aber bitte betone nicht nur psychische Symptome, sondern hauptsächlich die körperlichen. Das nehmen Ärzte i.d. Rg. ernster.

Es sollte generell ein umfangreiches Blutbild gemacht werden, samt Schilddrüse, Leber, Niere und Entzündungswerte, um auszuschließen, dass du vielleicht eine Infektion hat, die das ZNS oder Gehirn angreift, was ich natürlich nicht hoffe!

Grüße
Jamie
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Hallowas » Mittwoch, 25.10.17, 10:08

Vielen Dank für all die Antworten:

Folgendes Update:

-nach dem "Bewusstlosigkseitsschlaf" den Tag zu vor hatte ich heute mal wieder so gut wie garkeinen... nur rumgelegen... als ich dann fast mal geträumt habe bin ich durch ein kleinste Geräusche wieder wach... das ist einfach unglaublich..
-Mal wieder pünktlich um 8:30 extremste Depression... Schmerz im Oberbauch... enormes Gefühl der Hoffnungslosigkeit... keinerlei Sinnempfinden irgendwas zu machen... kurz danach folgend... extreme Unruhe in Armen & Beinen... da muss ich immer aufstehen und was machen...
-Hab komische Kieferkrämpfe und meine ganze Gesichtsmuskulatur spannt voll.... das bringt mich gelegentlich zum schreien...
-Ich fühle Muskelschwäche und starke stromgeladene Muskelanspannung gleichzeitig...
-Muskelzucken am Körper/Auge usw...
-Ungekannte Fressatacken... Heißhunger
-Viel Durst nachts
-Die Bewusstseinstrübung und Koordinationsstörungen, massive Unstruktiertheit und das mich kaum verlassende Gefühl des Deliriums ist einfach unerträglich...
-Ich will einfach nur dass mich jemand zurückholt... ich hab das Gefühl ich bin 5 Sekunden im Verzug... extremer Schleier zwischen mir und Umwelt..

:( :( :(

Zu den Antworten:

-Ich hab ja das Mirtazapin in einer 3,5mg Dosis mehrmals wieder eindosiert aber es wurde dadurch nichts besser...
-Zum Serotonin-Syndrom = habe nahezu alle Symptome, ja... dazu auch Atemprobleme... gleichzeitig hat mich 5-htp damals auch extrem depressiv gemacht... aber kann das "Syndrom" denn 2 Wochen lang bestehen?... überlege ob ich jetzt zum Arzt renne... aber ob das was bringt...
-Der Psychiatrieaufenthalt war vom 26.09.2017 bis 06.10.2017... mir wurde dort Quetiapin gegeben.. Jeweils 50mg für 3-4 Tage... am vierten Tag dann 150... danach bin ich am Rad gedreht...extremster Bewegungsdrang und massivste Innere Unruhe.. paar Tage dann nicht ....wollte es nimmer nehmen... am nächsten Tag bei Bedarf nochmal wegen extremer Unruhe.. dann sagte ich ich kann das Zeug nicht nehmen.. dann wollten die mir Risperdal andrehen was ich abgelehnt habe.. nach der Entlassung dann noch kurz jeden zweiten Tag MIrtazapin...
Aug 27 - Sept 1, 2017 (Mirtazapin 3,5mg Tag 1, 7,5 Tag 2, 15g Tag 3 dann 7,5mg und wieder 7,5, danach Stopp (Also 5 Tage)

Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von BobdB » Mittwoch, 25.10.17, 10:37

Hi,
bitte geh zum Arzt, das hört sich wirklich ernst und komplex an.
Vor allem das mit den Suizidgedanken etc.
Ich denke, keiner wird sich hier anmaßen, Dir in dieser akuten Situation (die richtigen) Tipps zu geben.
Tu Dir selber einen Gefallen.
LG
Bob
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von lakeSonne1 » Mittwoch, 25.10.17, 11:06

hey,

Es gibt keinen Grund, warum du alleine Zuhause leiden solltest, dafür gibts keine Me­dail­le!
Laß dir helfen und zwar jetzt - geh bitte zum Arzt!
Laß so viel wie möglich diagnostisch abklären (wie auch Jamie schon geschrieben hat).

Gruß,
lake.
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Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Thyronajod 50 morgens, Pantoprazol 20mg abends
Erster Misslungener Absetzversuch 2012:
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Neuer Absetzversuch 2016:
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ABDOSIER-PAUSE auf 15mg: 3.9.2016 - 2.3.2017

ab März 2017:
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.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 25.10.17, 11:20

Hallo Hallowas,

Du könntest sicherheitshalber beim Arzt eine Ausschlussdiagnostik machen lassen, wie Jamie :) es vorgeschlagen hat. Dann hättest Du diesbezüglich Klarheit.

Ich fürchte fast, es wird nicht viel dabei herauskommen, aber wie gesagt lassen sich dann zumindest bestimmte Ursachen ausschließen. Ich vermute wie Padma :) und Murmeline :) eine extreme Unverträglichkeit serotonerger Substanzen (oder überhaupt welcher, die stärker in den Neurotransmitterhaushalt eingreifen). Leider gibt es auch solche starken Reaktionen immer wieder. Und leider haben Behandler im Grunde keine Antwort darauf (sie können solche Symptomatiken i. d. R. nicht einmal adäquat zuordnen) als weitere Psychopharmaka, die i. d. R. alles nur noch schlimmer machen. Daher würde ich mich an Deiner Stelle auf derartige "Behandlungsvorschläge" nicht einlassen.

Wie hier schon gesagt wurde, käme auch aus meiner Sicht im Höchstfall ein Notfallbenzo in Frage, wobei man damit SEHR verantwortungsvoll umgehen muss, um weitere körperliche Abhängigkeit zu vermeiden. Zudem müsste man erst mal vorsichtig antesten, ob Du das überhaupt noch verträgst bzw. Dein ZNS wie gewünscht darauf reagieren kann. Das ist bei solchen Reaktionen auf PP nämlich nicht unbedingt gesagt.

Wenn Du zumindest ein wenig von pflanzlichen/alternativen Mitteln profitierst, ist das schon mal sehr gut, denn auch das ist in Deiner Situation nicht selbstverständlich (wie ich selbst aus meinem SNRI-Entzug weiß, viele andere hier auch). Auch wenn die Linderung meist begrenzt ist, aber immerhin.

Zur Wiedereindosierung: Evtl. waren die 3,5 mg einfach schon zu viel für Dein überreiztes ZNS. Daher der Vorschlag von Padma :) , es mit einer Minimenge zu versuchen. Mehr sollte man angesichts solcher Reaktionen keinesfalls zum Einstieg nehmen, das Risiko wäre zu groß, dass Du schlecht darauf reagierst. Zudem kann sich die Reaktion des ZNS bei niedrigerer Dosis unterscheiden, da bei PP in unterschiedlichen Dosishöhen oft auch verschiedene Neurotransmitter stärker angesprochen werden. Die Auswirkungen sind also nicht immer gleich, nur in höheren Dosen stärker, auch die Qualität der Auswirkungen kann sich unterscheiden bzw. die Wirkung einfach anders sein im unteren Dosisbereich. Natürlich kann Dir niemand garantieren, dass das funktioniert, es wäre einfach noch ein Versuch. Falls Du zumindest keine negativen Auswirkungen bemerkst (was schon mal gut wäre), könnte man aber erst nach mehreren Tagen einigermaßen beurteilen, ob es noch etwas bringen könnte, da das ZNS sich im Regelfall nicht innerhalb von ein, zwei Tagen auf die Substanz einstellt, sondern länger braucht.

Ansonsten kann man leider in solchen Fällen nur auf die Zeit setzen, so hart das jetzt klingen mag. Aber wir wissen aus Erfahrung, dass es längerfristig auch bei extremen Reaktionen zu Besserungen kommt (wenn man nicht wieder mit weiteren das ZNS reizenden Substanzen eingreift).

Ich wünsche Dir sehr, dass sich baldmöglichst was in die richtige Richtung entwickelt. Reaktionen wie Deine (von denen ich wie gesagt nicht zum ersten Mal lese) sind im Übrigen m. E. einer der Gründe, warum das Zeug vom Markt gehört. Es ist einfach Russisch Roulette, sich darauf einzulassen, völlig unberechenbar.

Liebe Grüße, ganz viel Kraft, diese schlimme Zeit durchzustehen :group:
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 25.10.17, 11:22

Hallo Hallowas
-Zum Serotonin-Syndrom = habe nahezu alle Symptome, ja... dazu auch Atemprobleme... gleichzeitig hat mich 5-htp damals auch extrem depressiv gemacht... aber kann das "Syndrom" denn 2 Wochen lang bestehen?... überlege ob ich jetzt zum Arzt renne... aber ob das was bringt..
Was bringt es? Wir betreiben Ausschlussdiagnose. Dann kann man zumindest sagen: Das ist es nicht.
Ich versuche immer verantwortungsvoll zu beraten, wenn mir etwas nicht geheuer ist, verweise ich auf einen Arzt; aber das auch nur, um wirklich schwere Erkrankungen, die leider eben auch vorkommen können, auszuschließen.
In aller Regel bewahrheiten sich die Bedenken nicht, aber es ist auch wichtig für die Beteiligten, dass man dann weiß, "das ist es nicht, das wurde ausgeschlossen"

Sehr vieles spricht für schweres Absetzsyndrom und Unverträglichkeitsreaktionen.

Zur Frage. Etwas flapsig ausgedrückt. Das "Gute" an einem Serotoninsyndrom ist, dass es selten tödlich ist und man oft mildere bis mittlere Formen hat, die dann auch tatsächlich über mehrere Wochen bestehen können, ohne dass man im Krankenhaus landet (aber sich eben katastrophal fühlt :oops:).
Ich halte es für relevant, dass das ausgeschlossen wird.
Wir hatten hier im Forum schon Betroffene mit diesem Syndrom, alle haben es überlebt, keiner landete auf der Intensivstation (soweit mir das in Erinnerung ist); alle haben sich davon erholt.
Aber dies zu wissen ist lebensrettend. Dann kommt auch eine Wiedereinnahme keinesfalls infrage; vermutlich muss man lebenslang alle AD meiden.

Zum malignen neuroleptischen Syndrom. Da auch NL verabreicht wurden, sollte es mit ausgeschlossen werden, wobei dieses Syndrom sehr heftig ist und normalerweise direkt ins Krankenhaus führt und die Einnahme auch schon lange her ist. Aber zumindest im Hinterkopf sollte man es haben.
BobdB hat geschrieben:Ich denke, keiner wird sich hier anmaßen, Dir in dieser akuten Situation (die richtigen) Tipps zu geben.
Anmaßen nicht, aber Tipps geben sehr wohl.
Zum Beispiel auf seltene Nebenwirkungen >/ Interaktionen hinweisen, wie ich es auch getan habe.
Ohne dieses Forum würde Hallowas ja völlig allein gelassen werden.
Ist schon arm, wie manche Ärzte (nicht alle) mit ihren Patienten umgehen; die sind alle mehr oder weniger ihrem Schicksal überlassen.

Grüße
Jamie

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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 25.10.17, 11:33

Hallo :-)

Quetiapin (Neuroleptikum) wirkt ja auch serotonerg, ich vermute wie meine Vorschreiberinnen eine starke Unverträglichkeitsreaktion auf solche Substanzen.

Ich würde mir das unbedingt aufschreiben damit du die Info ggf. zur Hand hast und es wäre gut, wenn du einen Arzt finden könntest der auch diesen Verdacht hat, damit man dir nicht wieder so etwas gibt wenn du doch in die Klinik musst :?

Eine Ausschlussdiagnostik fände ich Sicherheitshalber auch wichtig, aber es kann manchmal schwer sein Ärzte zu finden die einen körperlich untersuchen wenn man einmal eine psychische Diagnose hat :-(

Du brauchst jetzt viel Kraft, bitte sorge so gut es geht für dich. Dein Körper und deine Seele können sich wieder erholen, auch wenn es leider etwas dauern mag :-(

Liebe Grüße
Lina
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Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.12.2017: 0.25 mg Mirtazapin

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: / Mein Thread
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Hallowas
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Hallowas » Mittwoch, 25.10.17, 12:48

Hallo,

vielen Dank für die Antworten...

Ich war vorhin beim Arzt. Er hörte mir zu und sah dass ich vollkommen nicht in Ordnung aussah und er mich ganz anders kennt. ich schilderte ihm Serotonin-Syndrom und zeigte ihm die Wikipedia Seite. Leider meinte er, dass er mir da nicht helfen kann weil er sich da nicht auskennt.

Denke die Ärzte gehen da auch nicht mal eben hin und machen einen Serotonin-Urintest...

Er gab mir dann bloß eine Überweisung in die Psychiatrie und meinte auch das geht so nicht...

Die Symptome die ich da habe bestehen ja nun mittlerweile seit 4 Wochen... Vor 2 Wochen Freitags erklärte ich die Symptome meine Psychiaterin... die gab mir Biperiden und meinte ich soll das Mirtazapin wieder nehmen, jeden zweiten tag... da nahm ich doch wieder in 3,5mg an zwei Tagen ... hat aber beides nichts gebracht, ich wurde nur noch bescheuerter..heisst die letzte Einnahme der 3,mg war am 12.10... glaub ich...

Sie meinte bloss ich sollte Montag wieder kommen... bzw meinte auch ich soll wieder in die Psychiatrie... Ich war weder Montags bei ihr... noch war ich in der Psychiatrie... Sie meinte nur es läge an meiner Erkrankung und dass ich Neuroleptika brauche..

Ich dreh gerade vollkommen am Rad bevor ich wieder totmüde werde..

Was soll denn das alles bringen??? Ich krieg doch bloss wieder mehr Medikamente.... da kann ich ja heut auch einfach anfangen Benzos zu nehmen...

Leute... ich bin so erschöpft und so am Arsch... mein Gehirn ist so matsch... ich bin so fertig... ich weiss nicht wie ich das weiter bewältigen soll... ich habe keine Reserven mehr... ich bin nach dem Cortisolschub zwischen 8 und 11 so ausgelaugt dass kaum noch was geht... und wenn ich mich hinleg... und mich dann entspann geht das ganze von vorne los... meine Nervensystem dreht durch... die extreme Hibbeligkeit geht wieder los... werde aggressiv und man... ICH WEISS ECHT NIMMER...
Aug 27 - Sept 1, 2017 (Mirtazapin 3,5mg Tag 1, 7,5 Tag 2, 15g Tag 3 dann 7,5mg und wieder 7,5, danach Stopp (Also 5 Tage)

Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

Now-DEZ Baclofen 5mg pro Nacht... dann stets bis 25mg angehoben, dazu Cyproheptadin 4mg für 2 Wochen dann aufgehört.

Dezember: Aufgehört mit Baclofen. Als Alternative nun flurazepam 27,4mg täglich. Baclofen nicht ausgeschlichen.

Nahm Clozapin 12,5mg ab 18 Dezember ... denke es hat direkt besser geklappt mit dem Schlaf aber ich hab vergessen ob ich es nicht jedes Mal genommen habe irgenwann oder auch mal paar Tage Aussetzer hatte... hab es aufgehört zu nehmen vor 2 Wochen glaube ich da meine Blutwerde sehr komisch aussahen... 1-2 Wochen zuvor war die Einnahme von Clozapin aber bereits sporadisch... weiß auch nicht.. durch die Benzos ist mein Gedächtnis gerade auch vollkommen im Eimer.

Sehprobleme wurden nach Absetzen von Clozapin schlimmer, sowie nach der kurzfristigen Einnahme von Quetiapin... weiß auch nicht..

Hallowas
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von Hallowas » Mittwoch, 25.10.17, 13:02

Jetzt weiss ich nimmer was ich machen soll.

Letzte Einnahme von 3,5mg war vor 14 Tagen...

Symptome sind unerträglich

Soll ich es wieder in kleinen Dosen eindosieren

Soll ich Gaba-Agonisten nehmen...

Soll ich Antihistaminika nehmen...

Soll ich in die Psychiatrie...

Soll ich einfach nur abwarten...

:(

Das ist zum Durchdrehen.. jeder weitere Tag.
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Sept 2017 Sporadisch Mirtazapin bei Schlafproblemen

Sept 26 - Oct 3 (Immer noch sporadisch Mirta 3,5mg, aber Sept 26 - Oct 3 Quetiapine 50mg, Vierter Tag 150mg dann 50mg dann abprubt abgesetzt (extreme Akathisie)

Octobre 6 - Octobre 30 Mirtazapine noch einige Tage genommen am Anfang des Monats um zu gucken ob Akathisie weggeht...

Now-DEZ Baclofen 5mg pro Nacht... dann stets bis 25mg angehoben, dazu Cyproheptadin 4mg für 2 Wochen dann aufgehört.

Dezember: Aufgehört mit Baclofen. Als Alternative nun flurazepam 27,4mg täglich. Baclofen nicht ausgeschlichen.

Nahm Clozapin 12,5mg ab 18 Dezember ... denke es hat direkt besser geklappt mit dem Schlaf aber ich hab vergessen ob ich es nicht jedes Mal genommen habe irgenwann oder auch mal paar Tage Aussetzer hatte... hab es aufgehört zu nehmen vor 2 Wochen glaube ich da meine Blutwerde sehr komisch aussahen... 1-2 Wochen zuvor war die Einnahme von Clozapin aber bereits sporadisch... weiß auch nicht.. durch die Benzos ist mein Gedächtnis gerade auch vollkommen im Eimer.

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carlotta
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Re: Sehr AKUT & Dringend Hilfe Benötigt: Leben ruiniert durch 5 Tage Mirtazapin Völlig verzweifelt!

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 25.10.17, 13:18

Hallo Hallowas,

ich habe leider befürchtet, dass man Deinen Fall ganz schnell als psychisch abtut. Ob Du in der Psychiatrie eine gescheite Ausschlussdiagnostik bekommst, wage ich zu bezweifeln.

Patienten sind bei medikamenteninduzierten Schäden (was nicht heißt, dass sie permanent sind!) meist auf sich allein gestellt, so traurig das ist.

Mit der Minimenge Mirtazapin willst Du es nicht mehr versuchen? Das wäre mein Ansatz.

Hast Du denn überhaupt Benzos zur Verfügung? Bitte wenn sie überhaupt in Frage kommen und wirken, dann nur ab und an einnehmen, um den Kreislauf mal zu durchbrechen (nicht mehr als vier Mal im Monat). Ansonsten kommt das nächste Problem auf Dich zu. Und ein ZNS heilt i. d. R. langsamer, wenn es (regelmäßig) medikamentiert ist.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Zuletzt geändert von carlotta am Mittwoch, 25.10.17, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Ululu 69
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine"(Monica Cassani)

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