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Pregabalin, Tinnitus

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Mono31
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Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Mono31 » Montag, 20.11.17, 21:50

Hallo zusammen,

leide seit dem 04.11. an einem beidseitigen Tinnitus.
Zwischen Mitte September und Mitte Oktober habe ich über einen Zeitraum von ca. 30 Tagen Pregabalin eingenommen (Tagesdosis 150-225mg).
[Hintergrund waren Rückenschmerzen bzw. neuropathische Schmerzen als Einsatzgebiet]

Effekte habe ich während der Einnahme keine gespürt, merkte auch nichts als ich von einem auf den anderen Tag das Medikament nicht mehr eingenommen habe.

Nun stellt sich mir aber die Frage, ob das Absetzen von Pregabalin Mitte Oktober und mein Tinnitus (kam ca. 2 Wochen später) ein Zufall ist oder ob hier doch ein Zusammenhang besteht? Und falls ein möglicher Zusammenhang besteht, wie soll ich verfahren?

Mono31
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Mono31 » Mittwoch, 22.11.17, 16:12

Hat hier keiner ein paar "generelle" Infos?
Kann nach der kurzen Zeit bereits eine Abhängigkeit bestehen und falls ja, würde diese dann mit solch einem einzigen Symptom erst 2w später vorkommen? Hätte dann nicht direkt nach dem Absetzen bereits eine Körperreaktion entstehen müssen?

Eva
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Eva » Mittwoch, 22.11.17, 17:24

Hallo, :)

und willkommen im Forum.

Da sich noch niemand gemeldet hat, ein paar eher allgemein gehaltene Sätze von mir:

Auch eine so kurze Einnahme wie bei Dir kann tatsächlich ausreichen, um Absetzprobleme zu erzeugen, vor allem wenn das Medikament ganz plötzlich abgesetzt wird. Auch von Tinnitus wird in dem Zusammenhang berichtet, ebenfalls von einem verzögerten Auftreten der Symptome.

Häufig wird hier, um die schlimmsten Entzugsprobleme aufzufangen, zur Wiedereindosierung einer ganz kleinen Menge desselben Medikaments geraten, allerdings gibt es eine Zeitgrenze dafür.

Dies nur als Vorabinformation, Dir wird sicherlich noch jemand Erfahreneres ausführlicher dazu schreiben. Das Forum hat viel zu tun, etliche Menschen suchen hier Hilfe, beraten wird hier ausschließlich ehrenamtlich, und es kann schon mal etwas dauern, bis die Antworten kommen.

Viele Grüße, Eva
Zuletzt geändert von Eva am Mittwoch, 22.11.17, 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Zolpidem und Bromazepam aus dem Niedrigdosisbereich abgesetzt.

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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von padma » Mittwoch, 22.11.17, 17:32

hallo Mono, :)

willkommen im ADFD.

Wir haben sehr viele Anfragen, daher kann es mit Antworten leider etwas dauern.

Psychopharmaka sind nach ca 4 Wochen in den Hirnstoffwechsel eingebaut, der Zeitpunkt ist individuell etwas unterschiedlich. Du hast Pregabalin 30 Tage genommen, da kannst du leider bereits Absetzsymptome bekommen.

Tinnitus gehört mit zu den möglichen Absetzsymptomen. Ich kann dir jedoch nicht definitiv sagen, dass es bei dir am Absetzen liegt, möglich ist es jedoch.

Absetzsymptome treten häufig zeitversetzt auf, 2 Wochen später ist nicht ungewöhnlich.

Zumeist treten mehrere Absetzsymptome auf, es gibt es aber auch, dass nur ein einziges auftritt.
Hier eine Liste möglicher Absetzsymptome viewtopic.php?f=18&t=12534 , vielleicht hast du auch noch andere, die du nicht mit dem Absetzen in Verbindung gebracht hast.
Und falls ein möglicher Zusammenhang besteht, wie soll ich verfahren?
Du könntest es mit der Wiedereindosierung einer Minidosis versuchen. Da du bereits seit ca. 5 Wochen auf 0 bist, würde ich zunächst höchstens 5 mg wieder einnehmen.

Praktische Tipps und Infos findest du hier viewtopic.php?f=18&t=12880 (gilt auch für Pregabalin)

Hier ein thread zu Pegabalin http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=7964
und schau auch mal hier durch http://www.adfd.org/austausch/search.ph ... n+tinnitus

liebe Grüsse,
padma

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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

lunetta
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 22.11.17, 17:33

Hallo und willkommen bei uns!

Sorry, dass du erst heute eine Antwort bekommst, aber es ist viel los hier, und wir sind alle mehr oder weniger absetzgebeutelt;(

Also es kann ziemlich sicher ein Zusammenhang zwischen der Pregabalin Einnahme und dem Tinnitus bestehen - viele hier leiden während dem Absetzen darunter.

Du hast es 30 Tage genommen - man sagt dass ein Psychopharmakum nach ca. 4 Wochen fest in den Hirnstoffwechsel eingebaut ist , damit bist du schon in der Zeit. Deshalb sollte man es dann auch nicht plötzlich absetzen, sondern langsam ausschleichen.
Zusätzlich bei dir ist, dass du keine feste Dosis hattest anscheinend, sondern zwischen 125 und 225 mg, auch das ist ein extremer Stress für das Zentralnervensystem.

Mit 30 Tagen bist du grade so an der Grenze gewesen, und hättest zwar nicht extrem langsam ausschleichen müssen, aber auch nicht von einem Tag auf den anderen aufhören, sondern die Dosis, alle paar Tage runterdosieren.

Ich würde aber jetzt nach ungefähr einem Monat nach Einnahmeende nicht mehr eindosieren, sondern es aussitzen.


Tinnitus gehört zu einem der häufigsten Absetzsymptome, und kann auch lange anhalten, leider.


Ich kann dir nur raten, dich so viel und so gut wie möglich zu entspannen, dir Ruhe zu gönnen, eventuel ein natürliches Mittel zur Durchblutungsverbesserung einzunehmen (Gingkopräparate z.B.), und auf baldige Besserung hoffen.

Und ja, Absetzsymptome kommen meist erst zeitverzögert nach ca. 1-3 Wochen meistens, das ist eine der Gemeinheiten von PP. Und ja, es kann auch nur 1 Symptom geben, das gehörst du zu den Glücklichen, wenn es nur 1 Symptom ist;)


Hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!


LG!
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26.4.2018 TSH 7,2 - Euth. 80 mg

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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Muryell » Donnerstag, 23.11.17, 13:45

Hallo Mono,

auch von mir willkommen im Forum :D
Ich habe Pregabalin am Ende September ganz abgesetzt, und seit gestern ist der Tinnitus weg. Aber ich denke, bei mir war er eine Nebenwirkung von einem anderen Medikament.

Warte ein bisschen ab, vielleicht geht er bald weg. Bei mir wurde er immer schwächer, bis er verschwand.

Gute Besserung

Muryell
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Mono31
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Mono31 » Donnerstag, 30.11.17, 13:31

Vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Bin mir nun aber ein wenig unschlüssig, wie ich verfahren soll, da mir sowohl empfohlen wird es wieder in niedriger Dosis zu nehmen als auch es "auszusitzen".

Das letzte Mal habe ich es vor über 6W genommen bzw. Mitte Oktober...
aufgrund der langen Zeit nun doch lieber nicht mehr einführen?

gewöhnt sich mein Hirn irgendwann wieder um oder womit muss ich rechnen?

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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Muryell » Donnerstag, 30.11.17, 13:48

Hallo Mono

Nach sechs Wochen würde ich nichts mehr nehmen, aber warte ab, um zu sehen, was die erfahreneren Foris sagen.

Ich denke, das Gehirn gewöhnt sich daran. Hat sich Dein Tinnitus gar nicht verändert?

Ich wünsche Dir gute Besserung.

Muryell
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Mayborr
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Mayborr » Donnerstag, 08.02.18, 18:27

Hallo zusammen,

Pregabalin ist kein Psychopharmaka. Dieser Unterschied sollte schon gemacht werden, da es deutliche Unterschiede in der Pharmakodynamik und -kinetik gibt. Bei abruptem Absetzen kann ich mir vorstellen, dass aufgrund der fehlenden Kalziumkanalmodulation u.a. auch adrenerge Substanzen wieder erhöht freigesetzt werden, was dann durch gefäßverengende Wirkungen zum Tinnitus führen kann.

Für mein Dafürhalten ist eine vorsichtige Wiedereindosierung des Pregabalins - anders als bei z.B. SSRI - jederzeit möglich, da die Modulation sich zentral hemmend auf die Ausschüttung jener Stoffe auswirkt, die in der Regel zu den Beschwerden führen.

Versteht mich nicht falsch - die Hilfestellungen hier sind sehr wertvoll und retten vermutlich sogar Leben. Aber trotzdem muss man die Methodik differenziert sehen und kann nicht jedes Medikament pauschal diesen Erfahrungen unterwerfen.
seit 1996 Panikattacken
1999 zusätzlich Agoraphobie
1999-2001 Gesprächstherapie
2001-2004 Opipramol bis Höchstdosis ohne Erfolg
2004-2010 keine Medikamente - Angst und stark somatische Beschwerden
ab 15.01.2010 Citalopram 20-40mg - teilweise beschwerdefreie Phasen.
Kippte aber manchmal in eine Art Hyperaktivität
Mitte 2014 Absetzversuch (auf 10mg) auf Anraten eines neuen Arztes - wegen Absetzerscheinungen nach 5-6 Tagen aber schnell wieder auf 20mg aufdosiert. Seitdem Wirkverlust und stetige Verschlechterung des Zustands. Besserung bei Auslassen einer Einzeldosis, kippte dann aber schnell in Absetzsymptome.
Ende 2015 abrupt nach alternierender Einnahme abgesetzt, da nur noch Nebenwirkungen des Citaloprams vorhanden waren.
Anfang 2016 starke Magen/Darmprobleme, Schwindel, Erbrechen, Schwäche - Q2/2016 wieder auf 20mg aufdosiert und diese Absetzsymptome waren wieder weg. Nebenwirkungen waren jedoch massiver als zuvor wieder da - trotzdem weiter eingenommen. Zustand war immer 1-2 Stunden nach der Einnahme schlechter.
2017 mehrere hypertensive Krisen, verlängertes QTc, TdP mit Frequenzen um 230 - abruptes Absetzen von Citalopram in Q1/2017 auf ärztliche Veranlassung. QTc hat sich binnen 2 Monaten langsam normalisiert
Starke Angstzustände und alte Magen/Darmsymptomatik wiedergekehrt, sodass ich in Q2/2017 Citalopram 20mg eigenmächtig alternierend eingenommen habe.
Erneut Rythmusstörungen, QTc wieder verlängert, TdP Tachykardien, hypertensive Krisen mit 230/135, mehrere Notfallbehandlungen im KH.
Seit Q3/2017 wieder abrupt abgesetzt.
Mit Verzögerung starke Absetzsymptome und heftige, generalisierte Angst (24h Angst) bekommen. Nach 3 Monaten symptomatischer Bekämpfung mit Loratadin, Buscopan, Pantozol, Imodium, Baldrian, viel Ruhe, Tee - 0% Kaffee und Alkohol sowie 3 Wochen "Urlaub auf dem Sofa" scheinbar symptomfrei. Wurde von "ein auf den anderen Tag" besser, als sich die Magen/Darm Probleme gefangen hatten. War aber ein klassisches "Fenster".

10 Tage später wieder eine enorm hoffnungslose und schlimme Phase.
Das nun vom Hausarzt verordnete Opipramol habe ich nach 3-maliger Einnahme abgesetzt, da scheinbar alle alten H1-Antagonisten zu unerträglichen Verwirrtheitszuständen geführt haben.

Jan 18: Wieder ein "Fenster"
Feb 18: Massiv verunsichert. Zusammenbruch, Behandlung in der psych. Ambulanz, Tavor 0,5 für Notfälle bekommen. Tavor hat die Symptome zunindest kurzzeitig komplett gestoppt. Der Arzt aus der Notaufnahme ist der Meinung, dass wieder ein SSRI her muss.

Mehrere Termine in der Krisenambulanz. Kompetenten und sehr sorgfältigen, erfahrenen Arzt bekommen. Dieser vermutet damaliges Serotoninsyndrom aufgrund von Poor Metabolizing und bestätigt Absetzsyndrome, die sich deutlich von der ursprünglichen Störung unterscheiden. Nach gemeinsamer Abwägung von Nutzen-/Risiken vorrübergehend Pregabalin (25-150mg pro Tag) zur vorrübergehenden Symptomlinderung. Ab 150mg völlige Symptomfreiheit.
Nach 10 Tagen Verwirrtheit, grobschlägiges Zittern, "Horrorattacken". Pregabalin auf 50mg / Tag nach Rücksprache mit Ärztin in der PIA reduziert - Symptome nach 24 Stunden weg.
Nase voll von den Experimenten. Ich nehme keine Medikamente mehr gegen die Angst. Soll mich diese verdammte Angst doch holen. Ich hol mir jetzt mein Leben zurück.

gioia
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von gioia » Donnerstag, 08.02.18, 18:48

Hallo Mayborr!

Lyrika oder Pregabalin ist ein Antikonvulsivum und wirkt auch stark psychogen, da es auch gegen Angststörungen gegeben wird.

Ich hab dazu etwas in diesen Link geschrieben, hoffe das klappt jetzt mit der verlinkung!

Ich habe leider damit schreckliche Erfahrungen gemacht.
Meiner Mutter hat man es vor Jahren wegen Nervenschmerzen verschrieben und sie wurde kurz nach der Einnahme ohnmächtig.

Es ist sehr gut, dass du während der Einnahme keine Symptome hattest und auch problemlos absetzen konntest.
Dennoch halte ich dieses Medikament für sehr gefährlich!!

viewtopic.php?f=6&t=7964

Alles Gute und baldige Besserung!
Gioia
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Jamiepadma
Burnout, Schlafstörung Sommer 2016

2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
Im Herbst Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
2018: Auswirkung bis heute, war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, Psychopharmaka :evil:

Mayborr
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Re: Pregabalin, Tinnitus

Beitrag von Mayborr » Donnerstag, 08.02.18, 19:14

Hallo Gloria,

die schlechten Erfahrungen tun mir sehr leid. Ich hoffe, dass es Deiner Mutter wieder besser geht.

Die Zulassung zur Behandlung der Generalisierten Angststörung - aber eben z.B. nicht zur Behandlung von Panikstörungen - liegt unter anderem an der Wirkweise, die nicht mit Psychopharmaka zu vergleichen ist. Es hilft vorallem Patienten, die unter massiven, persistierenden Angstäquivalenten leiden. Es ändert jedoch nicht die Bewertung dieser Symptome oder der Situation.

Aber ich bin nach wie vor im Konsens mit Dir, dass jedes Medikament seine Gefahren hat.
seit 1996 Panikattacken
1999 zusätzlich Agoraphobie
1999-2001 Gesprächstherapie
2001-2004 Opipramol bis Höchstdosis ohne Erfolg
2004-2010 keine Medikamente - Angst und stark somatische Beschwerden
ab 15.01.2010 Citalopram 20-40mg - teilweise beschwerdefreie Phasen.
Kippte aber manchmal in eine Art Hyperaktivität
Mitte 2014 Absetzversuch (auf 10mg) auf Anraten eines neuen Arztes - wegen Absetzerscheinungen nach 5-6 Tagen aber schnell wieder auf 20mg aufdosiert. Seitdem Wirkverlust und stetige Verschlechterung des Zustands. Besserung bei Auslassen einer Einzeldosis, kippte dann aber schnell in Absetzsymptome.
Ende 2015 abrupt nach alternierender Einnahme abgesetzt, da nur noch Nebenwirkungen des Citaloprams vorhanden waren.
Anfang 2016 starke Magen/Darmprobleme, Schwindel, Erbrechen, Schwäche - Q2/2016 wieder auf 20mg aufdosiert und diese Absetzsymptome waren wieder weg. Nebenwirkungen waren jedoch massiver als zuvor wieder da - trotzdem weiter eingenommen. Zustand war immer 1-2 Stunden nach der Einnahme schlechter.
2017 mehrere hypertensive Krisen, verlängertes QTc, TdP mit Frequenzen um 230 - abruptes Absetzen von Citalopram in Q1/2017 auf ärztliche Veranlassung. QTc hat sich binnen 2 Monaten langsam normalisiert
Starke Angstzustände und alte Magen/Darmsymptomatik wiedergekehrt, sodass ich in Q2/2017 Citalopram 20mg eigenmächtig alternierend eingenommen habe.
Erneut Rythmusstörungen, QTc wieder verlängert, TdP Tachykardien, hypertensive Krisen mit 230/135, mehrere Notfallbehandlungen im KH.
Seit Q3/2017 wieder abrupt abgesetzt.
Mit Verzögerung starke Absetzsymptome und heftige, generalisierte Angst (24h Angst) bekommen. Nach 3 Monaten symptomatischer Bekämpfung mit Loratadin, Buscopan, Pantozol, Imodium, Baldrian, viel Ruhe, Tee - 0% Kaffee und Alkohol sowie 3 Wochen "Urlaub auf dem Sofa" scheinbar symptomfrei. Wurde von "ein auf den anderen Tag" besser, als sich die Magen/Darm Probleme gefangen hatten. War aber ein klassisches "Fenster".

10 Tage später wieder eine enorm hoffnungslose und schlimme Phase.
Das nun vom Hausarzt verordnete Opipramol habe ich nach 3-maliger Einnahme abgesetzt, da scheinbar alle alten H1-Antagonisten zu unerträglichen Verwirrtheitszuständen geführt haben.

Jan 18: Wieder ein "Fenster"
Feb 18: Massiv verunsichert. Zusammenbruch, Behandlung in der psych. Ambulanz, Tavor 0,5 für Notfälle bekommen. Tavor hat die Symptome zunindest kurzzeitig komplett gestoppt. Der Arzt aus der Notaufnahme ist der Meinung, dass wieder ein SSRI her muss.

Mehrere Termine in der Krisenambulanz. Kompetenten und sehr sorgfältigen, erfahrenen Arzt bekommen. Dieser vermutet damaliges Serotoninsyndrom aufgrund von Poor Metabolizing und bestätigt Absetzsyndrome, die sich deutlich von der ursprünglichen Störung unterscheiden. Nach gemeinsamer Abwägung von Nutzen-/Risiken vorrübergehend Pregabalin (25-150mg pro Tag) zur vorrübergehenden Symptomlinderung. Ab 150mg völlige Symptomfreiheit.
Nach 10 Tagen Verwirrtheit, grobschlägiges Zittern, "Horrorattacken". Pregabalin auf 50mg / Tag nach Rücksprache mit Ärztin in der PIA reduziert - Symptome nach 24 Stunden weg.
Nase voll von den Experimenten. Ich nehme keine Medikamente mehr gegen die Angst. Soll mich diese verdammte Angst doch holen. Ich hol mir jetzt mein Leben zurück.

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