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Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 09.05.18, 12:01

Liebe Audrey,

auch von mir alles Gute zu Deinem Geburtstag, vor allem Gesundheit! :party2:

Lass Dich feiern, soweit möglich. Und die Symptome sollen sich bitte mal verziehen.

Liebe Grüße und einen schönen Tag :hug:
Carlotta
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Mittwoch, 09.05.18, 14:56

Ihr Lieben,
ich bin ganz gerührt... Vielen lieben Dank für die Glückwünsche!

Ich wünsche Euch auch einen guten und symptomarmen Tag!

Alles Liebe,
Audrey
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2010-2013 Citalopram 20 mg

2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 10.05.18, 11:47

Hallo Audrey,

oooch, ich bin zu spät.
:cry: :cry:

Dann wünsche ich dir jetzt eben nachträglich alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag.
:party2:

Ich hoffe, du hast dich schön feiern lassen.

LG Ute
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Sonntag, 13.05.18, 14:45

Liebe Ute,

auch Dir vielen Dank! Ich hab in der Tat schön gefeiert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Tag so gut überstehe, da es mir vorher ja mehr schlecht als Recht ging. Das komische ist, dass ich wenn ich so unter Strom stehe, fast keine Symptome verspüre. Erst wenn ich zur Ruhe komme und dann ständig was anderes...
Ich wünsche Dir und Euch allen einen symptomfreien schönen Muttertag :group:

Ganz liebe Grüße,

Eure Audrey
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Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jofab » Sonntag, 13.05.18, 17:37

Liebe Audrey, ⚘🌷🎁🌹🌼🌻🎈🎉

auch von mir nachträgliche Glückwünsche zum Geburtstag !!!
Freut mich, dass du schön feiern und es genieesen konntest - und das die Symptome eine Pause
eingelegt haben ! :)

Alles Liebe für dich
Ilse
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Montag, 14.05.18, 13:03

Auch Dir vielen Dank liebe Ilse

Ich liege wieder flach... nach über einer Woche mit Halsschmerzen waren sie am Samstag zum Glück weg. Leider hat der Schnupfen die Halsschmerzen abgelöst. Mein Kopf ist dicht und mir ist elend und schwindelig... es ist nur merkwürdig dass es so nach einander kommt und nicht zusammen...

Was mich schier wahnsinnig macht ist egal was ich habe, es ist so allumfassend, es legt mich und meinen Köröer komplett lahm und ich denke dann das letzte Stündlein hat geschlagen... jedenfalls fühlt es sich so an. Schwindel, Schwäche, alles schmerzt und Kreislaufprobleme. Totales Unwohlsein so als ob es jeden Moment einen Schlag tut... Das nervt mich so und ich frage mich, warum sich bei mir immer jedes Zipperlein so schlimm anfühlen muss...

Ich wünsche Euch allen jedenfalls einen symptomarmen Tag und keine Erkältung oder ähnliches!

Ganz liebe Grüße,
Audrey
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Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

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Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
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Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Ululu 69 » Montag, 14.05.18, 19:53

Hallo Audrey,

offenbar hat ein vom Absetzen geschundenen Mensch den Keimen dieser Welt nicht viel entgegen zu setzen.

Das, was du beschreibst, dass einen ein "einfacher" Infekt komplett aus den Latschen haut und so gar nicht mehr verschwinden will, kenne ich auch und lese es auch öfter hier bei Anderen.
:cry:
Gut, ich gebe zu, das hilft dir erstmal auch nicht weiter aber vielleicht kannst du es so etwas besser einordnen.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du unter einer Entzugsgrippe leidest. Die fühlt sich an wie eine normale Grippe, wird aber nicht von Viren verursacht, sondern eben vom Entzug.
Sie kann gelegentlich auch nach 0 noch auftreten.

Man kann sie, ähnlich wie eine normale Grippe, höchstens symptomatisch behandeln.

Ich wünsche dir gute Besserung.

LG Ute
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Montag, 14.05.18, 20:17

Danke liebe Ute für deine Antwort.
Um welche Form der Grippe es sich handelt weiß ich nicht. Ich bin ja schon länger auf 0 und ob ich die 3 Tropfen Escitalopram von Ende letztem Jahr dazu nehmen kann, weiß ich garnicht. Ich weiß nur dass es im Grunde nicht besser wird.
Ich bin auch wieder sehr verzweifelt, weil ich das Gefühl habe, dass ich nie mehr wieder ein halbwegs normales Leben führen kann, ohne Angst und Symptome die immer mehr werden.
Und das tut mir so leid für meine Kinder, für meinen Partner... die haben etwas anderes verdient denke ich oft. Ich hoffe es wird wieder besser, diese Verzweiflungsgefühle sind gerade schlimm.
Da mein Körper wieder Achterbahn fährt. Erkältung, Schwindel, Schwäche, Kreislauf, Magendrücken, Sodbrennen und Herz und Atembeklemmung. Muskelschmerzen und Schwäche...
Es könnte langsam mal aufhören....

Von Herzen,
eure Audrey
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Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

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Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
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Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jofab » Dienstag, 22.05.18, 9:35

Liebe Audrey -

wie geht es dir ?
Hast du deine Grippe ein wenig überwunden ?

In solch einer Zeit, wenn man sich so schwach fühlt, sind die Ängste und die Verzweiflung noch viel
schlimmer als sonst.
Ich habe zur Zeit auch sehr mit Verzweiflungsgefühlen zu kämpfen und weiss, wie schlimm das ist.

Es heisst hier im Forum, dass es eines Tages besser wird und in den kleinen Fenstern zeigt uns der
Körper, dass er noch ganz normal funktionieren kann.

Leider sind sie noch so selten und so kurz.

Ich wünsche dir gute Besserung.

Liebe Grüsse :hug:
Ilse
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von StefanKremer377 » Dienstag, 22.05.18, 10:32

Hallo Audrey!

Habe mich jetzt schon fleißig bei dir reingelesen. Ich bin zur Zeit stationär und habe auch noch die Tagesklinik vor mir. Bin da deiner Meinung das es während solch eines Aufenthaltes eigentlich immer schlechter wird. Muss aber vllt auch so sein, da ja immer vieles angesprochen wird. Zum Aufarbeiten nicht verkehrt!

Das mit der Schwäche ist bei mir zur Zeit auch extrem. Geht schon morgens los. Pudding in den Armen und Beinen, wie du rs schön umschrieben hast.
Diese Muskelschwäche macht mir auch extrem Angst. An Sport ist da nicht zu denken. Komme mir vor wie 80 Jahre alt. Sehe auch so fertig, blass und eingefallen im Gesicht aus.
Hinzu kommt das Zucken der Nerven. Augenlid kennt ja jeder. Aber am Hals oder Ellenbogen war mir bislang neu.
Ich habe wieder vermehrt Herzrasen. Wenn ich dann zum 78 Mal Puls messe bin ich bei 88. Kommt mir aber mehr vor. Und halt so starke Schläge bzw diese fiesen Stolperer bei Belastung.

Vllt erkennst du dich irgendwo wieder. Lasst uns da alle gemeinsam durch.

Lg Stefan
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2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Danach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik

Audrey
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Sonntag, 10.06.18, 12:32

Hallo ihr Lieben!

Liebe Ilse, auch wenn es schon eine Weile her ist und ich nichts von mir habe hören lassen, freue ich mich über deine Nachricht. Leider geht es mir in den letzten Wochen gar nicht gut. Daher konnte ich mich nicht melden.

Hallo Stefan, auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Nachricht. Es tut mir sehr leid was auch du durchmachen musst.
Nun hast du ja schon ganz schön viele Klinik Aufenthalte bzw Reha-Maßnahmen hinter dir. Und du konntest keine Hilfe erfahren?

Wie geht es Euch?

Leider geht es mir überhaupt nicht gut bzw so schlecht wie eigentlich noch nie... Ich weiß einfach nicht mehr weiter und habe ganz starke Krankheitsängste entwickelt dadurch. Es sind so viele verschiedene Symptome und es kommen immer neue dazu, sodass ich seit Tagen unter Panik stehe. Ich habe schon auf Tavor zurückgreifen müssen, was ich als Notfallmedikament habe aber noch nie benutzt habe. Es ist einfach nur schrecklich und ich sehe kein Ende mehr. Ich habe starke Erschöpfung, Muskel ziehen immer mal wieder, Gelenkschmerzen an immer mehr Gelenken, unvorstellbare Nackenverspannungen, und seit neuesten das was mir am meisten Angst macht Kopfdruck und Kribbeln auf dem Kopf an den Seiten auf der Stirn und im Gesicht. Seitdem habe ich die dauerpanik und komme gar nicht mehr zur Ruhe. Im Liegen ist es am schlimmsten. Auch an den Beinen habe ich manchmal dieses Kälte bzw Kribbelgefühl an unterschiedlichen Stellen.

Ich weiß nicht wo das herkommt und durch meine Angststörung glaube ich an einen Hirntumor an MS oder eine sonstige schwerwiegende neurologische Erkrankung. Ich habe keine Hoffnung mehr. Und ich weiß nicht was ich tun soll, wo das herkommt oder ob ich doch wieder Medikamente nehmen soll. Ich war bei meinem Neurologen der mir zwei Medikamente verschreiben wollte, Pregabalin und Paroxetin.

Auf mein Drängen, dass ich diese Beschwerden gerne abgeklärt haben möchte hat er nun einige Untersuchung sowie ein Kopf MRT angeordnet. Aber das nur auf mein Drängen hin. Von ihm kam das nicht...

Ich habe auch so ein komisches Geräusch im Nacken das teilweise auch in Ruhe kommt, es hört sich an wie aufsteigende Kohlensäure in einem Glas Wasser ganz kurz nur aber es versetzt mich in Panik. Dazu der Kopfdruck das Kribbeln -ich kann einfach nicht mehr.

Leider bin ich jetzt in einem Zustand, wo ich nicht mehr daran glaube dass das alles wirklich nur der Entzug ist. Denn meine langjährige Citalopram Einnahme ist ja nun schon so gut wie drei Jahre her. Und es wird immer schlimmer mit den Symptomen.

Ich bin durch die ganzen Umstände und meine Zustände so am hadern, dass ich gerne wieder irgendwas nehmen würde damit das besser wird. Ich weiß ihr seid hier alle Medikamenten kritisch eingestellt und ich bin es eigentlich auch gewesen die ganzen letzten drei Jahre. Bis auf den Escitalopramversuche im letzten Jahr im November. Aber ich kann irgendwie nicht mehr... Es muss doch irgendetwas helfen !


Ich sende Euch liebe Grüße und hoffe dass es euch besser geht, eure Audrey
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November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Mittwoch, 13.06.18, 12:58

Hallo ihr Lieben,

mein Zustand bessert sich leider so garnicht. Ist das noch der Entzug nach 3 Jahren - so heftig? Ich habe fast ständig die oben beschriebenen Kopfsymptome und Angstzustände.
Ich habe so große Angst vor einem Hirntumor der das alles auslöst...
Es ist gerade sehr schlimm, schier unaushaltbar und ich weiß nicht was ich tun soll.

Alles Liebe Audrey
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Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

24.01.2018 0,025 mg Escitalopram
09.02.2018 0

SeventhWave
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von SeventhWave » Donnerstag, 14.06.18, 8:18

Hallo Audrey!

Ohne deine tatsächliche Situation, dich und dein Leben zu kennen – ja, ich denke auch nach drei Jahren kann der Entzug nach der entscheidende Faktor deines Leidens sein.

Für mich wirkt der Entzug wie ein Verstärker aller negativen Einflüsse um mich herum. Neben ganzen offensichtlichen Beschwerden am vegetativen Nervensystem werden besonders negative Gedanken kanalisiert: Zweifel an dem Weg, große Sorgen oft schon an kleinen Themen, Überforderung, Konzentrationsschwierigkeiten, Krankheitsängste etc. und so weiter. Wenn ich im Entzug durch die Stadt tingle und die anderen Menschen beobachte, sehe ich in allen Leid. Jeden umgibt eine Aura der Schwierigkeiten und Misserfolge in seinem Leben. Alles ist schwer.

Wenn ich die Postings der User durchlese, stoße ich bei vielen zwangsläufig auf genau dein Thema:

Mir geht es nicht besser, obwohl es schon so lange dauert. Kann das sein? Oder ist da was anderes? Es muss was anderes geben. Was wäre das Naheliegenste? Eine schwere Krankheit! Ganz bestimmt, ich eigentlich müsste ich ja geheilt sein, nach so langer Zeit.

Genau dieser Gedankenkreisel ist doch typisch für den Entzug. Und du merkst das doch selber oder?

Du kannst durchaus in deinem Inneren eine latente Angst vor schweren, lebensverändernden oder gar unheilbaren Krankheiten haben. Der SSRI Entzug wird es auf genau die schmerzliche Art und Weise tun, wie es bei dir gerade stattfindet – die Grundangst wird gefunden und potenziert.

Nochmal: Ohne deine tatsächliche Situation, dich und dein Leben zu kennen: du hast keinen Hirntumor, du leidest nach wie vor unter den Nachwirkungen des Citalopramentzuges.

Es tut mir so leid für dich, dass auch nach drei Jahren noch keine Ende in Sicht ist. Aber mach das vielleicht nicht an der langen Zeit fest, evtl. setzt du dich auch zu sehr unter Druck - so nach dem Motto, jetzt müsste ich ja langsam mal wieder funktionieren oder so.

Schalte in dir selber nochmal einen Gang zurück, reduziere die Erwartungen. Absetzsymptome sind Symptome der Heilung.

Liebe Grüße

7th
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362%)

Jofab
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 14.06.18, 9:19

Liebe Audrey -

ich kann mich SeventhWave's Worten nur anschliessen - ich vermute auch ganz stark, dass es der Entzug ist !
Der wichtigste Satz für mich war " die Grundangst wird gefunden und potenziert" !

Ich will das nochmal bekräftigen und verdeutlichen :

Ich habe z.B. nicht so sehr Angst vor Krankheiten. Wohl, dass mein Arthroseknie schlechter wird. Aber das ist
keine grundlose Angst.

Aber meine Grundangst ist wohl verlassen zu werden. Ich habe jeden Tag massive Einsamkeits- und Verlassenheitsängste !
Fingen ca. 3 Monate nach dem Absetzen erst an.
Ich habe sie sogar unterschwellig, wenn ich in Gesellschaft bin.
Aber sowie ich meine leere Wohnung betrete, überfallen sie mich mit solch einer Wucht, dass ich es fast nicht
ertragen kann.

Und abends sind sie dann kaum spürbar. Das ist doch seltsam, oder ?
Ich will dir damit nur sagen - meine Ängste sind irreal ! Ich bin nicht einsam. Nicht verlassen. Ich habe jeden Tag Kontakte,
meinen Sohn, meine Freundin...

Und so wird das bei dir auch sein. Du hast andere Ängste als ich und die werden bis ins Unerträgliche verzerrt.

Gut, dass du es trotzdem abklären lässt, um dich zu beruhigen.
Aber das wird nicht lange vorhalten.

Es tut mir so furchtbar leid, dass es dir nach so langer Zeit immer noch nicht besser geht !

Ich würde auch alles nehmen, wenn ich sicher wäre, dass es mir helfen würde, das hier durchzustehen.
Morgens weiss ich nicht, wie ich das aushalten soll.

Schick dir erstmal ganz liebe Grüsse

Ilse
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 14.06.18, 20:31

Hallo Audrey,
hallo Ihr,

@Seventh: Super Beitrag, kann Deine Worte nur unterstreichen. :hug:

Audrey, es kommt leider vor, dass Verläufe über Jahre dauern - mit Höhen und Tiefen. Die Foren sind ja voll davon. Und die Frage, ob all das nach all der Zeit noch Entzug sein könne, ist eine der meistgestellten. Darauf ist Seventh ja auch schon eingegangen.

Es scheint ja auch alles unglaublich, was auch an der relativen Neuartigkeit dieser Symptomatik liegt - in den letzten 20 Jahren ist die Verschreibungskurve von AD ja steil nach oben gegangen. Schwere Fälle infolgedessen häufen sich. Bislang haben überhaupt nur ganz ganz wenige Mediziner weltweit überhaupt einen Blick dafür, in der Öffentlichkeit ist die Problematik kaum bis gar nicht bekannt, man kann es nicht einordnen. Wäre das anders, würden auch Betroffene eher klar sehen.

Ich nehme an, Dein Leben liegt auch nicht auf Eis, Du erfüllst weiter tägliche Anforderungen - und so ganz "nebenbei" ein stark in Mitleidenschaft gezogenenes Nervensystem, das sich wieder regulieren muss und die Schädigungen durch die Medikamente in Ordnung bringen. Das heißt, Dein Körper leistet Schwerstarbeit, auch so ganz "nebenbei" - und muss noch Kraft für das übliche Tagesgeschäft aufbringen. Eine Mammutaufgabe, keine Krankheit, Audrey.

Die Aufgabe, der man sich währenddessen immer wieder stellen muss, ist, Geduld aufzubringen, wieder und wieder. Und die vorübergehenden Einschränkungen anzunehmen, auch wieder und wieder. Auch das ist Arbeit (diesmal für die Seele), anstrengend und kostet Kraft.

Es wird wieder besser, lass Deinen Körper machen. Er weiß, was zu tun ist. :hug:

Liebe Grüße
Carlotta
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"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

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