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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Donnerstag, 28.12.17, 18:22

Hallo Ute ,

vielen Dank für die Antwort.

Ich habe so eine generelle Frage noch :

Ist denn ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik die auf Zwänge spezialisiert ist dringend notwendig bei vorhandenen Zwangsgedanken und -verhalten oder kriegt man das auch mittels ambulanter Behandlung auf die Reihe?
Es geht mir darum, ein stationärer Aufenthalt würde mein Studium eben komplett durcheinander bringen.

Beste Grüße
NoMedis
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Paroxetin 60mg Einnahmezeit 3 Monate.
Mein nächstes Ziel ist das Ausschleichen der 60mg Paroxetin.
Ich beginne heute (15.12.) mit 45mg Paroxetin.
15.12.17 - 9.01.18 45mg Paroxetin.
Seit 9.01.18: 30mg Paroxetin für 3 Wochen.


Symptome: Starke Stimmungsschwankungen. Seit Beginn der Einnahme von Paroxetin empfinde ich eine starke innere Unruhe und bin meist sehr angespannt. Starke Eifersucht und starke Wutausbrüche. Müdigkeit und morgens Probleme aufzustehen.

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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 28.12.17, 18:56

Hallo nomedis :) ,
NoMedis hat geschrieben:Ist denn ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik die auf Zwänge spezialisiert ist dringend notwendig bei vorhandenen Zwangsgedanken und -verhalten oder kriegt man das auch mittels ambulanter Behandlung auf die Reihe?
MWn muß man dazu nicht in eine Klinik - es gibt Verhaltenstherapien, die speziell auf eine Zwangsstörung ausgerichtet sind.
Hier lernen die Betroffenen den Umgang mit den Zwangsgedanken bzw Strategien dagegen.
Sehr oft wird auch innerhalb dieser Verhaltenstherapie mit einer Konfrontationstherapie gearbeitet, individuell angepaßt an die jeweilige Zwangsstörung, in der dann ein nicht zwanghaftes Verhalten geübt wird.

Ich würde direkt mal nachfragen, evtl bei der Krankenkasse, ob es in deiner Nähe Psychologen gibt, die eine, auf Zwangsstörungen bezogene, Verhaltenstherapie durchführen.
NoMedis hat geschrieben:Es geht mir darum, ein stationärer Aufenthalt würde mein Studium eben komplett durcheinander bringen.
Stationär würde ich auch nicht so empfehlen wollen (es sei denn, es handelt sich um Zwänge, die lebensbedrohlich für einen selbst oder für Andere sind) - denn selbst, wenn dort eine entsprechende Therapie angeboten wird, wird gleichzeitig meistens mit Psychopharmaka gearbeitet, leider!

Liebe Grüße von Anna
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Donnerstag, 28.12.17, 19:03

Hallo Anna,
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Mich würde einfach interessieren, ob ich die einmalige Chance verpasse meine zwänge(Nein sie sind nicht lebensbedrohlich) dann überwinde durch einen stationären Aufenthalt, bzw. Ob da So ein grosser Unterschied zur ambulanten Therapie herrscht.

Ich werde unter keinen Umständen mehr Medikamente nehmen, dann erübrigt sich ja die Frage nach einem stationären Aufenthalt oder ?

Beste grüße
NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 28.12.17, 19:22

Hallo NoMedis,
ob ich die einmalige Chance verpasse meine zwänge(Nein sie sind nicht lebensbedrohlich) dann überwinde durch einen stationären Aufenthalt, bzw. Ob da So ein grosser Unterschied zur ambulanten Therapie herrscht.
aus meiner Sicht ist es am wichtigsten, dass Du einen Therapeuten hast, der sich einerseits gut mit dem Thema auskennt, zu dem Du andererseits aber auch einen guten Draht hast!
Das kannst Du ambulant zumindest einigermaßen beeinflussen (ja, ich weiß, Plätze beim Psychotherapeuten sind schwer zu bekommen...). In der Klinik bist Du bei dem Therapeuten, der eben für die Station zuständig ist.
Um ehrlich zu sein weis ich nicht ob mich der Therapeut weiterbringt bzw mich ernst nimmt.
Lena hat Dir ja dazu auch schon einiges geschrieben. Hast Du Dir dazu noch Mal Gedanken gemacht?

Viele Grüße Gwen
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Angstmaus » Donnerstag, 28.12.17, 19:25

Hallo NoMedis,

Ich persönlich finde einen ambulanten Behandlungsweg von Zwängen - es sei denn sie sind lebensbedrohlich, wie Annanas oben geschrieben hat - sogar besser, da meiner Meinung nach im Alltag und unter Stress die Zwänge viel präsenter sind, als in einem geschützten Raum, weg vom Alltagsstress.
So erlernst du in einer Verhaltenstherapie ambulant mit deinen Zwängen während des (mal mehr oder mal weniger) stressigen Alltags umzugehen.

Liebe Grüße,
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Ersteinstellung 20mg Cipralex -> Wirkungslosigkeit nach ca. 2 Jahren
In einem Klinikaufenthalt Umstellung auf Venlafaxin 150 mg 1-1-0
-> Verbesserung aller Symptome
Ca. Ende 2014 leider zu schnelles Ausschleichen Venlafaxin in 37,5er Schritten bis 0
Februar 2015 nach 4 Monaten starker Rückfall mit Zwangsgedanken, Panikattacken schlimmer als die vorausgegangene Grunderkrankung
-> langsame Wiedereindosierung Venlafaxin bis 112,5 unter starken Nebenwirkungen ( es war die Hölle)
Dann wieder Stabilisierung
Wegen Kinderwunsch und Stabilität erneut zu schnelles Absetzen August 2017 von 112,5 Venlafaxin auf 75mg
Ab September 2 Wochen 37,5mg, dann seit Mitte September auf 0
-> 4 Wochen super gefühlt, dann schlimmer Rückfall mit Zwangsgedanken, Panikattacken auch zu Hause, Durchdrehgefühl, Verzweiflung,
-> Wiedereindosieren Venlafaxin 37,5 am 16.10
-> Verstärkung aller oben genannten Symptome
-> seit 23.10 75mg Venlafaxin morgens: immer noch Zwangsgedanken, depressive Symptome, Panikattacken , Verzweiflung, Weinkrämpfe, Hautbrennen, Schwitzen, Angst vor Psychose, Angst vor Schizophrenie
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30.12.17: 1. Reduktion auf 70 mg Venla unretardiert

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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Donnerstag, 28.12.17, 19:26

Hallo Gwen,

Ich habe mir Gedanken gemacht bzgl meines Therapeuten und es sogar angesprochen dass ich Zweifel habe bei ihm, er meinte man sollte das erst nach den ersten 12 Sitzungen entscheiden ob es Sinn Macht zu bleiben...
Ich bin mir sehr unsicher was ich machen soll. :/

Beste Grüße
NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Donnerstag, 28.12.17, 19:29

Hallo Angstmaus,

Das macht sehr viel Sinn was du sagst.
Ich persönlich würde auch lieber ambulant klarkommen und es im Alltag meistern, auch wenn man ja auch nur wenige Wochen in der Klinik bleiben kann/muss.

Hat jemand Erfahrungen mit Kliniken spezialisiert auf Zwänge?

Beste Grüsse
NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 28.12.17, 19:34

Hallo NoMedis,
erst nach den ersten 12 Sitzungen entscheiden ob es Sinn Macht zu bleiben...
das ist ja schon eine seltsame Aussage...
Aber ich finde es sehr gut, dass Du es angesprochen hast!

Viele Grüße Gwen
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von LenaLena » Freitag, 29.12.17, 13:25

Hallo nomedis,

diese Aussage deines Therapeuten ist komplett unprofessionell und kann nur dazu dienen, an dir vorher noch ordentlich Geld zu verdienen!

Mir haben alle 3 Therapeuten gesagt, dass man es nach der ersten Stunde, spätestens nach 3 Stunden merkt, ob die Chemie passt! Im Übrigen hab ich das auch in einer Psychologie-Zeitschrift gelesen.
Dafür sind ja auch diese 5 Probesitzungen da... frag dich bzw. den Therapeut mal, warum das 5 und nicht 12 sind... *kopfschüttel*.
Ich weiß nicht, wie das mit Kassenbewilligung bei euch in Deuschland ist, aber wenn du die Probesitzungen schon gemacht hast, ist das Wechseln vielleicht etwas mühsamer. Neubewilligung, Grund angeben und so was. Würd ich dir aber unbedingt raten.

Sowas macht mir unglaublich wütend. Leute über den Tisch zu ziehen, die Hilfe suchen.
Such dir nen neuen Therapeuten, auf welchem Weg auch immer... mehr kann ich dazu nicht sagen. Zwänge sind sehr gut therapierbar!

LG Lena
Zuletzt geändert von LenaLena am Freitag, 29.12.17, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Ab 2009: Paroxetin 10mg ohne Einschleichen (Hausarzt) wegen Angst- und Panikstörung.

Anfang 2011: 1. Absetzversuch. Viel zu schnell, starke Entzugssymptome (Bettlägrigkeit) nicht aushaltbar + mit Grunderkrankung verwechselt. Nach 3 Monaten: Erneute Paroxetin-Einnahme. Nach 2. Einnahmetag symptomlos!
*Therapiestunden (2010-2017), aber wenige+große Abstände, da ich sie selbst zahlen muss und mir nicht viele leisten kann (in Ö übernimmt das seltenst die Kasse).*
2013: Nach viel Aufarbeitung: 2. Absetzversuch. Selbe Symptome wie damals, nicht aushaltbar, komplettes Leben kommt zum Erliegen. Diesmal erst mit 20mg Paroxetin wieder "gut".
April 2014: Wegen starker NW möchte ich von den Tabletten weg und reduziere auf 10 mg => starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu ärztl. vermuteter Gallenkolik), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bleibe aber bei 10 mg. Keiner fühlt sich zuständig, mich über die Einnahme von SSRI aufzuklären.
Ende 2014: Reduzierung auf 5 mg => sehr schwere Symptome (Schwindel, Unfähigkeit zu gehen, Derealisierung, starke Angst, stärkste Lichtempfindlichkeit, depressiv (was ich vorher NIE war). Liege nur noch am Sofa. Aber: einige "Fenster".
Sept. 2015: Halte es nicht mehr aus, bin überzeugt dass ich einfach schwer krank bin, nehme wieder Paroxetin 10 mg => wirkt nicht. Dann 20 mg => wirkt kaum. Komplett verzweifelt. Neuer Hausarzt überweist mich (erstmals!) zu Psychiater => Paroxetin greife nicht mehr, sei sowieso ein "unsanftes Medikament", verschreibt mir Escitalopram, soll direkt wechseln.
Ab Dez. 2015: Fliegender Wechsel Paroxetin 20 mg zu Escitalopram 10 mg. Sehr starke Entzugssymptome (die ich mittlerweile schon kenne), aber ich schaffe es. Gut geht es mir aber nicht (wusste nicht, dass das so lang anhalten kann).
März 2016: Auf 20 mg Escitalopram hoch (Psychiater), da es mir noch immer nicht gut geht (Entzug vom Paroxetin, wie ich jetzt weiß). Nach Hochdosierungssymptomen geht es mir recht gut, aber fühle mich von Gefühlen abgekoppelt, kann keine Freude + Zufriedenheit mehr empfinden!
2017, März bis August: Langsame (aber doch zu schnelle) Reduktion von Escitalopram. Dank Therapeutin Tabletten sehr oft geteilt und bis in homöopatische Krümeldosen gegangen. Leider mangels Wissen ohne Wiegen o.ä.
9.8.2017: Erster Tag 0 mg! => 2-3 Wochen starke Symptome (erkannte sie als Entzug), dann etwas besser. Protokolliere jetzt genau mit.
Sept + Okt 2017: Viele schlechtere Phasen, einige starke Einbrüche, sehr starke, vielfältige körperliche Symptome, die ich nicht erklären kann. Kann mein Leben nicht normal weiterleben.
1. Nov 2017: Komplett-Zusammenbruch. Da ich nicht weiß, dass Entzug so lange dauern kann, bin ich komplett verzweifelt. Telefonat mit Psychiaterin => Ich sei (noch) nicht gesund, bitte sofort wieder Escitalopram nehmen, vermutlich lebenslang! Bin verzweifelt, suche im Internet und finde das ADFD-Forum!!Mir fällt es wie Schuppen von den Augen...
Da ich schon über 12 Wochen auf 0 mg bin, bleibe ich dabei, Eindosierung macht laut Forum wenig Sinn.
16.11.2017: Selbst initiierte Untersuchung Schilddrüse => Unterfunktion, SD-Hormone
Seit 9.8.2017: Protrahierter Entzug mit teilweise starken körperlichen und psychischen Symptomen, aber auch Fenstern.
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Freitag, 29.12.17, 13:28

Hallo Lena,

Danke für diese ehrliche Rückmeldung.
Ich werde mich darum kümmern!

Das heisst stationärer Aufenthalt ist nicht zwingend notwenig richtig ?

Beste Grüße
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von LenaLena » Freitag, 29.12.17, 13:34

Hi,

ich sehe keinerlei Veranlassung für einen stationären Aufenthalt.
Erstens wie schon oben beschrieben, wirst du schneller und besser gesund, wenn du die Tipps der Therapie sofort in deinen Alltag integrieren kannst. Zweitens wird man dir ziemlich sicher in der Klinik Medikamente geben. Darauf würde ich mich nicht einlassen.
Es ist sogar so, dass Therapien ins Leere laufen können, wenn Medikamente das Verhalten und Denken des Patienten verschleiern.

Du schaffst das mit der passenden Therapie, diese Zwänge loszuwerden, da bin ich sehr sicher :)
Alles, alles Gute!
LG Lena
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*Therapiestunden (2010-2017), aber wenige+große Abstände, da ich sie selbst zahlen muss und mir nicht viele leisten kann (in Ö übernimmt das seltenst die Kasse).*
2013: Nach viel Aufarbeitung: 2. Absetzversuch. Selbe Symptome wie damals, nicht aushaltbar, komplettes Leben kommt zum Erliegen. Diesmal erst mit 20mg Paroxetin wieder "gut".
April 2014: Wegen starker NW möchte ich von den Tabletten weg und reduziere auf 10 mg => starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu ärztl. vermuteter Gallenkolik), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bleibe aber bei 10 mg. Keiner fühlt sich zuständig, mich über die Einnahme von SSRI aufzuklären.
Ende 2014: Reduzierung auf 5 mg => sehr schwere Symptome (Schwindel, Unfähigkeit zu gehen, Derealisierung, starke Angst, stärkste Lichtempfindlichkeit, depressiv (was ich vorher NIE war). Liege nur noch am Sofa. Aber: einige "Fenster".
Sept. 2015: Halte es nicht mehr aus, bin überzeugt dass ich einfach schwer krank bin, nehme wieder Paroxetin 10 mg => wirkt nicht. Dann 20 mg => wirkt kaum. Komplett verzweifelt. Neuer Hausarzt überweist mich (erstmals!) zu Psychiater => Paroxetin greife nicht mehr, sei sowieso ein "unsanftes Medikament", verschreibt mir Escitalopram, soll direkt wechseln.
Ab Dez. 2015: Fliegender Wechsel Paroxetin 20 mg zu Escitalopram 10 mg. Sehr starke Entzugssymptome (die ich mittlerweile schon kenne), aber ich schaffe es. Gut geht es mir aber nicht (wusste nicht, dass das so lang anhalten kann).
März 2016: Auf 20 mg Escitalopram hoch (Psychiater), da es mir noch immer nicht gut geht (Entzug vom Paroxetin, wie ich jetzt weiß). Nach Hochdosierungssymptomen geht es mir recht gut, aber fühle mich von Gefühlen abgekoppelt, kann keine Freude + Zufriedenheit mehr empfinden!
2017, März bis August: Langsame (aber doch zu schnelle) Reduktion von Escitalopram. Dank Therapeutin Tabletten sehr oft geteilt und bis in homöopatische Krümeldosen gegangen. Leider mangels Wissen ohne Wiegen o.ä.
9.8.2017: Erster Tag 0 mg! => 2-3 Wochen starke Symptome (erkannte sie als Entzug), dann etwas besser. Protokolliere jetzt genau mit.
Sept + Okt 2017: Viele schlechtere Phasen, einige starke Einbrüche, sehr starke, vielfältige körperliche Symptome, die ich nicht erklären kann. Kann mein Leben nicht normal weiterleben.
1. Nov 2017: Komplett-Zusammenbruch. Da ich nicht weiß, dass Entzug so lange dauern kann, bin ich komplett verzweifelt. Telefonat mit Psychiaterin => Ich sei (noch) nicht gesund, bitte sofort wieder Escitalopram nehmen, vermutlich lebenslang! Bin verzweifelt, suche im Internet und finde das ADFD-Forum!!Mir fällt es wie Schuppen von den Augen...
Da ich schon über 12 Wochen auf 0 mg bin, bleibe ich dabei, Eindosierung macht laut Forum wenig Sinn.
16.11.2017: Selbst initiierte Untersuchung Schilddrüse => Unterfunktion, SD-Hormone
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Freitag, 29.12.17, 13:37

Vielen Dank Lena.
Das gibt mir wirklich Mut.

Ich werde mich wieder melden, sobald es Neuigkeiten gibt.

Kann man einen Therapeuten einfach so wechseln ?

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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von LenaLena » Freitag, 29.12.17, 13:44

Du darfst auch Mut haben, das wird wieder alles!

Wie das mit dem Wechseln ist, weiß ich leider nicht (ich bin aus Österreich). Vielleicht kann dir da jemand anders noch antworten.
Bei uns kriegt man Therapie grundsätzlich nicht auf Kasse (außer in extremen Notfällen oder beim Selbsteinweisen). Wir müssen das alles privat zahlen, daher konnte ich wechseln, wann und wohin ich wollte. Dieses Geld war aber bestens investiert, und wenn das mit dem Wechseln bei dir nicht klappen sollte, vielleicht ist es auch eine Möglichkeit (je nach Finanzen...), in ein paar private Therapiestunden zu investieren. Aus Erfahrung weiß ich, dass einige wenige passende Stunden sehr viel mehr bewirken als Jahre in einer unpassenden Therapie. Es gibt sogar Menschen, die sagen, du solltest in den ersten 3 Monaten Therapie eine Besserung merken (vorausgesetzt, du arbeitest mit und arbeitest an dir)... sonst wechseln.

LG Lena
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Anfang 2011: 1. Absetzversuch. Viel zu schnell, starke Entzugssymptome (Bettlägrigkeit) nicht aushaltbar + mit Grunderkrankung verwechselt. Nach 3 Monaten: Erneute Paroxetin-Einnahme. Nach 2. Einnahmetag symptomlos!
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April 2014: Wegen starker NW möchte ich von den Tabletten weg und reduziere auf 10 mg => starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu ärztl. vermuteter Gallenkolik), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bleibe aber bei 10 mg. Keiner fühlt sich zuständig, mich über die Einnahme von SSRI aufzuklären.
Ende 2014: Reduzierung auf 5 mg => sehr schwere Symptome (Schwindel, Unfähigkeit zu gehen, Derealisierung, starke Angst, stärkste Lichtempfindlichkeit, depressiv (was ich vorher NIE war). Liege nur noch am Sofa. Aber: einige "Fenster".
Sept. 2015: Halte es nicht mehr aus, bin überzeugt dass ich einfach schwer krank bin, nehme wieder Paroxetin 10 mg => wirkt nicht. Dann 20 mg => wirkt kaum. Komplett verzweifelt. Neuer Hausarzt überweist mich (erstmals!) zu Psychiater => Paroxetin greife nicht mehr, sei sowieso ein "unsanftes Medikament", verschreibt mir Escitalopram, soll direkt wechseln.
Ab Dez. 2015: Fliegender Wechsel Paroxetin 20 mg zu Escitalopram 10 mg. Sehr starke Entzugssymptome (die ich mittlerweile schon kenne), aber ich schaffe es. Gut geht es mir aber nicht (wusste nicht, dass das so lang anhalten kann).
März 2016: Auf 20 mg Escitalopram hoch (Psychiater), da es mir noch immer nicht gut geht (Entzug vom Paroxetin, wie ich jetzt weiß). Nach Hochdosierungssymptomen geht es mir recht gut, aber fühle mich von Gefühlen abgekoppelt, kann keine Freude + Zufriedenheit mehr empfinden!
2017, März bis August: Langsame (aber doch zu schnelle) Reduktion von Escitalopram. Dank Therapeutin Tabletten sehr oft geteilt und bis in homöopatische Krümeldosen gegangen. Leider mangels Wissen ohne Wiegen o.ä.
9.8.2017: Erster Tag 0 mg! => 2-3 Wochen starke Symptome (erkannte sie als Entzug), dann etwas besser. Protokolliere jetzt genau mit.
Sept + Okt 2017: Viele schlechtere Phasen, einige starke Einbrüche, sehr starke, vielfältige körperliche Symptome, die ich nicht erklären kann. Kann mein Leben nicht normal weiterleben.
1. Nov 2017: Komplett-Zusammenbruch. Da ich nicht weiß, dass Entzug so lange dauern kann, bin ich komplett verzweifelt. Telefonat mit Psychiaterin => Ich sei (noch) nicht gesund, bitte sofort wieder Escitalopram nehmen, vermutlich lebenslang! Bin verzweifelt, suche im Internet und finde das ADFD-Forum!!Mir fällt es wie Schuppen von den Augen...
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Luce » Sonntag, 31.12.17, 10:50

Hallo no Medis,

Nur ein kurzes hallo von mir :)

Ich kann mich den anderen nur anschließen. Ich glaube auch, dass man gerade bei Zwängen ambulant therapieren sollte. Immerhin baust du dir in deinem Alltag Zwänge auf um dich sicherer zu fühlen. Die Arbeit wird nun sein, dich langsam davon zu lösen und dabei zu lernen, dass du dir alleine genug Sicherheit bietest.
Es ist ein schöner weg wenn du das Ziel vorbei hast. Mit einem passenden Therapeut gelingt dir dieser Weg auch. Ich halte dir die Daumen dass du jemanden findest.

Zum paroxat. Bleib bei deinem Absetzplan. Paroxat verursacht in zu hohen Dosen eine Unruhe, es wird besser wenn du weniger nimmst. Aber Achtung es ist tückisch, da die Unruhe vorerst auch vom Absetzen kommen kann.
Alles Liebe,
Luce
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Achtung ich bin ungeplant schwanger - und versuche ab Nov. (SSW5) schneller abzusetzen als die 10% Regel!

Mein Absetzverlauf davor war innerhalb der 5 % - 10% Regel und hat großartig geklappt. Auch wenn :schnecke: .
Allerdings hätte das Vollzeitarbeiten inkl Überstunden und Doktorratstudium fertig machen nicht funktioniert.
Meine Medis, meiner Meinung nach fehldiagnostiziert. Saroten (Amitriptylin - max Dosis 40mg ) und Paroxetin (max Dosis 10 - 5 mg)

Absetzen Paroxetin

Ausgansdosis: ich schätze zwischen 4.5 - 5-5 mg Paroxat (keine Waage vorhanden vor Weihnachten 2016)

Meine üblichen Neben und Absetzsymptome:
Unruhe, wütend, Aggression, weinerlich, erhöhter Puls, Verdauungsstörungen

ab 23.12.16 4.1mg Paroxat zum Stabilisieren

7.2.17 3.9 mg
6.4.17 3.7 mg
25.4.17 3.6 mg
ZURÜCK da ab 4.5. Nebenwirkungen/Absetzerscheinungen (zuviel Stress und Unruhe im allgemeinen System - der Doktor muss fertig werden)
6.5. ca 3.7 - 3.6 mg
24.5 3.5 mg
(7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg)
8.7. 3.3 mg
6.8. 3.1 mg
9.9. 2.8 mg - 2.7 mg
9.10 2.4 - 2.3 mg
14.11 2 mg Paroxetin
26.11 1.8 mg Paroxetin ( 2 x die Woche 5 Globuli Paroxetin C30)
9.12. 1.5 mg Paroxetin
21.12. 1.1 - 1.2 mg Paroxetin

11.11.2017 positiver Schwangerschaftstest

14.11 2 mg Paroxetin
26.11 1.8 mg Paroxetin ( 2 x die Woche 5 Globuli Paroxetin C30)
9.12. 1.5 mg Paroxetin
21.12. 1.1 - 1.2 mg Paroxetin

Kurzschlussreaktion wegen positiven SS Test Reduktion von Amitriptylin (saroten)
11.11. 35 mg --> 25 mg
1.12 20 mg


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NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Samstag, 06.01.18, 13:25

Hallo Luce, Hallo alle Anderen,

Danke für deine Antwort Luce.
Frohes neues Jahr euch allen!
Im Moment bin ich noch bei meinem "alten" Therapeuten, bin aber immer noch unzufrieden und werde ab Montag andere anrufen.

Ich stehe nun vor der Entscheidung (3 Möglichkeiten) :

1) Ich mache mein kommendes 4. Semester regulär und kümmere mich um eine neue ambulante Verhaltenstherapie
2) Ich lege ein Urlaubssemester im 4. Semester ein und mache in dieser Zeit dann ein Praktikum und kümmere mich auch hier um eine neue ambulante VT
3) Ich lege ein Urlaubssemester im 4. Semester ein und mache einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik

Mir fällt die Entscheidung deshalb so schwer, weil ich mir denke, nach dem Studium werde ich diesen Aufenthalt nicht mehr machen können, ohne es im Lebenslauf stehen zu haben, beziehungsweise dann eine Arbeit habe, in der ich nicht einfach problemlos 8-10 Wochen fehlen kann. Das wäre eben jetzt im Studium noch einfacher.
Ich weis wirklich nicht, was das Richtige ist. Werde ich mich immer fragen, wie es wohl in einer psychosomatischen Klinik verlaufen wäre?
Ich weiß, ihr habt mir alle geraten zu einer ambulanten Therapie und das ist definitiv der Weg den ich einschlagen möchte, doch ich habe ständig Gedanken wie oben beschrieben.

Beste Grüße
NoMedis
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Paroxetin 60mg Einnahmezeit 3 Monate.
Mein nächstes Ziel ist das Ausschleichen der 60mg Paroxetin.
Ich beginne heute (15.12.) mit 45mg Paroxetin.
15.12.17 - 9.01.18 45mg Paroxetin.
Seit 9.01.18: 30mg Paroxetin für 3 Wochen.


Symptome: Starke Stimmungsschwankungen. Seit Beginn der Einnahme von Paroxetin empfinde ich eine starke innere Unruhe und bin meist sehr angespannt. Starke Eifersucht und starke Wutausbrüche. Müdigkeit und morgens Probleme aufzustehen.

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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Gwen » Samstag, 06.01.18, 21:25

Hallo NoMedis,

nur Mal so als Überlegung: wenn Du erst im 4. Semester bist, hast Du noch ein paar Semester vor Dir, oder? Dann würde ich mir nicht so viel Druck machen, dass Du Dich jetzt zeitnah und unbedingt zwischen ambulant und stationär entscheiden musst. Abgesehen davon hast Du natürlich auch die Möglichkeit, Dir auch parallel zur Suche eines neuen ambulanten Therapeuten zusätzlich Kliniken anzusehen.

Du musst aus Deinem Bauch heraus das Gefühl haben, dass das passt. Ohne die Therapeuten oder Kliniken angesehen zu haben, kann man das wahrscheinlich schwer entscheiden. Ich war auch, bevor ich das erste Mal in eine Klinik bin, erst zur Vorstellung in 2 verschiedenen Kliniken und mir war ziemlich schnell klar, dass die eine auf keinen Fall in Frage kommt. Genauso ist es ja auch ambulant. Auch da kann es ja sein, dass sich erst Mal nicht so schnell jemand findet, mit dem Du arbeiten willst/kannst. Und wenn dann noch die Wartezeiten dazu kommen...

Ich denke zwar, dass es aus meiner Sicht sinnvoller wäre so eine Therapie ambulant durchzuführen. Aber so strikt vorher entscheiden und Dir dadurch Druck machen lohnt finde ich nicht. Du kannst Dich übrigens in der Regel auch während des Semesters problemlos krank schreiben lassen. Das musst Du auch nicht im Vorfeld entscheiden. Schau einfach Mal, welche Therapeuten oder Kliniken in Frage kommen und Plätze haben.

Viele Grüße Gwen
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Donnerstag, 11.01.18, 21:06

Hallo Gwen,

vielen dank für deine Antwort.

Ich komme zurzeit morgens ganz schwer raus, obwohl die depressiven Gedanken etwas weniger geworden sind. Ich bin also sehr müde morgens noch und auch tagsüber. Kann sein, dass es ein Absetzsymptom ist, ich weiß es nicht.
Habt ihr Tipps, wie das besser klappt? Kann ja jetzt nicht kannenweise Kaffee trinken.

Beste Grüße
NoMedis
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Jamie » Freitag, 12.01.18, 0:05

Hallo nomedis, :)

ich fürchte da wird es keine schnellen Lösungen geben.
Lass mich das Thema mal umkreisen.
Ich schüttele jetzt noch den Kopf über diese 60mg Paroxetin :shock: :o .

Die modernen AD der Gruppe SSRI und SNRI haben teilweise eine gewisse Stoffähnlichkeit mit Amphetaminen. Es sind keine, um das klarzustellen, aber es besteht, mit unterschiedlicher Konnotation, teilweise eine chemische Verwandtschaft.

Bei 60mg Paroxetin ist dein Körper einem Dauergepushtsein ausgesetzt gewesen; du hast es vielleicht nicht so gemerkt, aber dein ZNS hat das ganz sicher nicht gerade positiv beeinflusst.

Es tut mir leid, aber bei 60mg Paroxetin denke ich an eine Kreuzung aus Duracell-Häschen und HB-Männchen auf Speed :o :wirbel: .

Dieses ständige Aktiviertwerden und Angetriebensein ist für den Körper hochgradig unnormal und unphysiologisch; ja es ist bei vielen geradezu erschöpfend.
Du gehst jetzt mit der Dosis runter und zum ersten Mal bemerkst du vielleicht eine Müdigkeit und Erschöpfung, die du nicht kanntest.
Ich würde das nicht nur als Absetzsymptom betrachten, sondern als Hinweis deines ZNS, dass es sich bei dieser Überdosis verausgabt hat und nun kommt das alles zum Tragen.

Bitte bekämpfe diese Müdigkeit nicht zu sehr und greife nicht mit zu vielen Substanzen von Außen an, dein Gehirn ist dabei sich umzubauen und will dafür einfach in Ruhe gelassen werden.
Schone dich, so gut es geht und mache bitte so oft wie möglich Pausen. Entschleunige dein Leben, wo immer möglich.

Und bitte nicht mit 10 Tassen Kaffee, Red Bull oder Koffeintabletten entgegenwirken zu versuchen, das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen.
Akzeptanz und sanft-zu-sich-sein wären zwei Begriffe, die dir jetzt gut täten :roll: .
Sieh die Müdigkeit nicht nur als negatives, sondern auch als positives Symptom.

Grüße
Jamie
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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von NoMedis » Freitag, 12.01.18, 10:39

Hallo Jamie,

vielen vielen Dank für deine Antwort.
Klingt als wärst du studierter Apotheker !

Was hältst du denn von meinem Absetzplan:
Da ich Paroxetin "nur" 3 Monate eingenommen habe,

bin ich die ersten drei Wochen des Absetzens auf 45mg,
dann befinde ich mich momentan in den drei Wochen auf 30mg,
danach möchte ich drei Wochen auf 15mg,
dann drei Wochen auf 7,5 mg,
Und danach auf 0mg.

Das mag für einige als sehr große Schritte gelten, aber aufgrund meiner nur kurzen Einnahmezeit könnte das klappen oder nicht ?

Beste Grüße
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Symptome: Starke Stimmungsschwankungen. Seit Beginn der Einnahme von Paroxetin empfinde ich eine starke innere Unruhe und bin meist sehr angespannt. Starke Eifersucht und starke Wutausbrüche. Müdigkeit und morgens Probleme aufzustehen.

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Re: Paroxetin (60mg) ausschleichen, wie genau?

Beitrag von Muryell » Freitag, 12.01.18, 10:59

Hallo NoMedis,

soviel ich weiß, hat Jamie :) tatsächlich eine Ausbildung in diesem Fach.
Das ganze Team kann Dir wertvolle Informationen und Erfahrungswerte vermitteln.
Du musst Dich aber selbst beobachten. Keiner kann sagen, wie Dein Körper auf die Reduzierung reagieren wird.
Dein Plan kann gut gehen, es kann aber sein, dass Du dazwischen eine längere Stabilisierungspause brauchst, wer weiß?
Ich selbst bin dabei, Paroxetin zügig zu reduzieren, weil die NW bei mir so stark sind. Bis jetzt läuft alles besser als erwartet. Ich kann aber nicht sagen, wie es weitergeht. Vor allem, weil die Absetzsymptome zeitverzögert auftreten können. Das Risiko ist groß, deshalb würde ich es niemandem empfehlen.
Warte, bis sich die erfahreneren Foris melden, und entscheide nach und nach, je nachdem wie Du Dich nach jedem Reduzierungsschritt reagierst.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Muryell
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