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AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Monalinde
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Monalinde » Sonntag, 15.03.15, 12:41

Re: Tolle Doku: Schizophrenie und nicht-medikamentöse Behand

Beitragvon Monalinde » Sonntag, 15.03.15, 11:12
Vielleicht kannich ein bisschen Mut machen. Ich habe im Laufe meines langen Lebens insgesamt drei sehr schwere Depressionen erlebt, wobei es dafür immer schwerwiegende triftige Gründe gab. Ich war damals durch die lebensbedrohliche Erkrankung meiner damals kleinen Kinder, (vorübergehende Impfschäden Pockenschutzimpfung) vollkommen überfordert mit dem Leben und fühlte mich auch den kleinsten Anforderungen nicht mehr gewachsen. Es gab aber auch niemanden, der mir beigestanden hätte. "Ach, das kann doch alles nicht so schlimm sein !"
Von den ersten beiden Depressionen, die zweite, kam Jahrzehnte später, hing ebenfalls mit Überforderung zusammen (Demenz der Mutter, Tod des Vaters, Stress im Beruf) habe ich mich zwar nur sehr langsam aber doch auch vollständig erholt, soweit ich das beurteilen kann.

Ich denke schon, dass an Hand meiner Lebensgeschichte somit vieles für für die Neuroplastizität des Gehirns spricht, selbst wenn meine Thera immer noch von Narben auf der Seele redet.

Und nun schlussendlich die dritte Depression, die längste und nachhaltigste bisher. Was Ängste und Stimmungen anbelangt, kann ich spüren, dass ich immer mehr zu der Person werde, die ich früher einmal war, allerdings um die Erfahrung der Depression reicher. Und dies, nachdem ich mittlerweile 72 Jahre alt geworden bin.

Ich muss noch immer mit vielen körperlichen Symptomen, zahlreichen Entzugserscheinungen aufgrund der langen Zeit der Medikamenteneinnahme und insgesamt einer nicht leichten Lebenssituation kämpfen,
und trotzdem geht es nicht mehr abwärts. Besserung kommt manchmal kaum merklich angeschlichen, ohne großes Zutun, meistens, wenn man damit nicht mehr rechnet. Aber über den Berg bin ich noch nicht und ich weiss auch nicht, ob es so bleiben wird. Ich habe gelernt zu warten und für jede Stunde, in der es mir gut geht, zu danken. Ich glaube, dass es um so besser wird, je mehr ich wieder am Leben teilnehmen kann, und mich nicht mehr ausschließlich um mich selbst drehe. Vielleicht ist das aber auch nur eine Folge der Besserung und nicht mehr.

Was ich damit sagen will? Wenn noch in meinem Alter nach einer so langen Depressionskarriere und Medikamenteneinnahmezeit eine Erholung möglich ist, trotz vielleicht auch veränderter Gehirnstrukturen, dann sollte das das um so mehr für Menschen gelten, die noch am Anfang ihres Lebens oder in der Lebensmitte stehen und noch nicht so viele Depressionen durchgemacht haben wie ich.

Und wenn selbst eine Schizophrenie manchmal noch zu heilen ist, dann stehen die Chancen nicht ganz so schlecht für uns, oder?

Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.

Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
mehr, Schüttelfrost

susali
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon susali » Mittwoch, 20.05.15, 14:20

Ich wollte unbedingt hier lassen, dass es ein Leben nach den Medikamenten gibt!!!!!

Auch wenn ich es damals nicht mehr geglaubt hatte, dass es mir jemals wieder richtig gut gehen wird: doch es geht mir richtig gut! Ich habe diese schwere Zeit des Absetzens überstanden und wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch!

Ich kann keine genauen Dosisangaben mehr machen (das habe ich erfolgreich verdrängt - die Absetzzeit war schlimm), aber ich habe es wie hier empfohlen worden ist, die Dosis nochmal kurz erhöht und dann ganz, ganz, ganz langsam über fast ein Jahr verteilt abgesetzt.
Ich habe versucht, in der Zeit sehr Rücksichtsvoll und Nachsichtig mit mir zu sein, mir gutes zu tun und habe mir immer mal wieder eine Freude gemacht (ein gutes Buch gekauft, wandern gegangen, an den See gefahren, mich mit einer Freundin getroffen, eine superleckere Tafel schoki gefuttert......). Ich habe ein Positiv-Tagebuch angefangen und jeden Abend versucht drei Momente aufzuschreiben, die mir gut getan haben oder in denen ich an diesem Tag glücklich war.
Und was für mich am entscheidensten war: ich habe mir einen -guten- Hausarzt gesucht und mit diesem Zusammen aufgedeckt, dass ich scheinbar schon jahrelang unter starken Nährstoffmängeln gelitten habe. Jeder dieser Mängel kann Symptome von Depressionen, Schlafproblemen, Antriebsschwäche, Konzentrationsschwäche usw. haben. Ich hatte: Zink, Vitamin B6, Vitamin B12, Eisen/ Ferritin, Vitamin D, Selen und Magnesium-Mangel. Es hat sehr, sehr lange gedauert das wieder auszugleichen. Bei manchen Sachen rutsche ich schneller wieder in einen Mangel (Eisen, Magnesium), warum weis keiner, aber ich sättige jetzt immer mal wieder auf, wenn ich das Gefühl habe, dass ich aus dem Gleichgewicht komme.
Noch ein sehr wichtiger Punkt (besonders unter den Frauen): meine Gynäkologin hat bei mir einen Hormonmangel festgestellt: Progesteronmangel. Dieser Mangel war wohl bei mir die Ursache, für die schlimmen Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, von denen ich im ersten Posting geschrieben habe. Dieser Hormonmangel kann auch zu Depressionen führen und sehr viele Frauen leiden daruntern in Form von PMS.

Wichtig bei mir war: ich hatte mir die Ärzte neu gesucht und nichts von meiner Depressions-Vergangenheit erzählt. Ich musste nämlich leider die Erfahrung machen, dass dann immer als Argument kommt: das (-was auch immer-) ist psychischer Ursache. So hatte ich nur von meinen Symptomen erzählt und wurde ausgiebig diagnostiziert.

Ich habe auch immer selbst viel nachgelesen und recherchiert und mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht. Ich habe niemals mehr einem Arzt einfach so blind vertraut und immer kritisch mitgedacht.

Mein Tipp an Euch: seid geduldig mit Euch und lasst euch auf etwaige Mängel testen!

Ganz liebe Grüße & alles Gute!

Edit: Wahrscheinlich waren meine Depressionen verursacht aus nicht erkannten chronischen Mängeln. Die Medikamente wären eventuell und ganz sicher nicht in solch einer hohen Dosis, nötig gewesen.
2008 Depressionen >Behandelt mit Opipramol (gegen Schlafstörungen) und Citalopram gegen Antriebsschwäche usw., Opipramol wurde dann gegen Mirtazapin ausgetauscht (insgesamt 3 Monate genommen, dann radikales Absetzen)
2009 Depressionen > Behandelt mit Citalopram bis Höchstdosis
2009-2012 Einnahme von Citalopram, als es nicht mehr wirkte Cipralex, zwischendurch wegen Verdacht auf Ads (Konzentrationsstörungen) Elontril (nach 10 Tagen Einnahme wegen schlimmsten Depressionen wieder Abgesetzt)
2012 ganz langsames Ausschleichen nach der empfohlenen Forumsmethode
2015 mir geht es gut! Keine Medis mehr, seit Ende 2012 und auch keine Depressionen!

paula13
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon paula13 » Sonntag, 31.05.15, 17:14

Liebe Leute,

ich möchte euch gerne kurz von meinen Erlebnissen mit Mirtazapin erzählen.
Aufgrund von Panikattacken und Depressionen wurde mir 2010 Mirtazapin verschrieben (vom Psychiater, gleichzeitig war in Therapie). Ich begann mit 15mg, war bald bei 45mg. Die Panickattacken ließen nach (nicht komplett, kamen nur noch gelegentlich) und ich konnte meinen Alltag wieder vernünftig leben. Dann habe ich langsam auf 15 mg gesenkt, alles ohne Probleme. Bei diesen 15 mg blieb es aber, bis Sommer 2014. Ich habe mich ohne einfach nicht getraut.

Irgendwann sind mir viele Symptome an mir aufgefallen, die ich so nicht kannte, ich war vorher körperlich immer völlig gesund. Ob diese Dinge mit dem Mirtazapin in Verbindung stehen, kann mir natürlich keiner sagen, aber es kam schon recht viel zusammen in dieser kurzen Zeit:
- natürlich Gewichtszunahme (10kg) und Heißhunger
- ständig Gelenkschmerzen (Knie und Hüfte)
- Rückenschmerzen
- Teilnahmslosigkeit
- Zahnwurzelentzündung
- Schilddrüsenunterfunktion
- Haarausfall
- Hautekzeme

nunja, vorher hatte ich nie körperliche Probleme, ich bin Anfang 30. Also fiel die Entscheidung das Mirtazapin abzusetzten. Im August habe ich begonnen, habe es recht schnell abgesetzt, innerhalb von 7 Wochen. Dabei hatte ich kaum Probleme, habe etwas schlechter geschlafen, hatte trockene Augen und war ein wenig nervöser als sonst. Seitdem geht es mir gut. Ich hatte keinen Rückfall, eigentlich merke ich kaum einen Unterschied, außer das ich mich deutlich lebendiger fühle und Freude wieder stärker empfinden kann. Ich werde niemals mehr ein AD nehmen!!

Einige Symptome sind besser geworden. Die Gelenkschmerzen sind komplett verschwunden, die 10 extra Kilo sind wieder weg und der furchtbare Heißhunger auch! Übrigens ging die Gewichtsabnahme fast von selbst. Nur die Schilddrüsenunterfunktion habe ich wohl dauerhaft und meine Haut macht mir auch noch Probleme.
Ansonsten fühle ich mich deutlich besser, freier und gesünder. Ich bin wieder glücklich!
Ich wünsche euch allen, das es bei euch auch besser wird. Es kann auf jeden Fall funktionieren :) Das sehe ich nun an mir.
liebe Grüße!

Murmeline
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Murmeline » Montag, 01.06.15, 10:33

Hallo Paula,

danke für Deine Rückmeldung! Es ist super, dass Du Dich besser fühlst ohne AD, ich wünsche Dir alles Gute!
Wegen Deiner Hautprobleme findet Du hier ggf. eine Anregung:
viewtopic.php?f=8&t=9299&p=103044&hilit=hautprobleme#p103044

Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Pammy
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Pammy » Dienstag, 16.06.15, 23:42

Hallo Ihr Lieben,

mehr als ein Jahr ist vergangen, als ich das letzte Mal hier war...

...und mir geht es heute viel besser!

Nachdem ich in EU-Rente gegangen bin, vor diesem Schritt hatte ich so viel Angst damals, kann ich sagen: es war die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren getroffen habe! Danke auch nochmal allen, die mir hier auch mit Mut gemacht haben zu diesem Schritt!

Und das beste: Ich bin seit nun knapp 1 Jahr nicht mehr 'rückfällig' geworden, was das Mirtazapin oder auch jegliches andere Psychopharmaka angeht.

Ich habe zwar immernoch immense Schlafstörungen, die mich aber nicht mehr so arg stören - ich verzweifel nicht mehr daran. Kann damit umgehen. Ich habe mir einen Minijob gesucht und gefunden, der es mir möglich macht, nur an drei Tagen und dann für jeweils drei Stunden am Nachmittag arbeiten zu gehen. Und so funktioniert es wunderbar! Mehr geht allerdings nicht, denn dann bekomm ich Stress und der wirkt sich tatsächlich schnell auf mein körperliches und auch seelisches Befinden dann aus. Aber, ich habe gelernt, auf mich aufzupassen und mache einfach pünktlich Feierabend

Und ich bin - auch dank meinem Therapeuten, meinen mehr als geduldigen Freunden und ganz vielen neuen Bekannten und auch ein paar neuen Freunden und meiner Familie fast wieder zu dem Menschen geworden, der ich einmal VOR Einnahme eines Psychopharmakas war. Optimistisch, oft auch wieder fröhlich, manchmal auch ängstlich und leer innerlich, aber dann auch wieder voller Lebensfreude und Elan. Soweit es mich meine Schmerzen, die auch nach wie vor da sind, aber erträglich (sofern kein Stress!) sein lassen.

Ich werde in meinem Leben nie wieder bewusst eine dieser Psychopillen in meinen Körper hineinlassen! Überhaupt reagiere ich auf Medikamente überempfindlich und das Einzige, was ich mir vielleicht mal 'gönne' ist ne Paracetamol bei Kopfschmerzen. Das kommt so 2-3 mal im Jahr vor

Was übrig geblieben ist, von dem Mirtazapin (m.E.), ist ein auf Stress insbesondere immernoch sehr gereizter Darm und häufig der Blähbauch. Aber auch hier gibt es immer wieder auch Phasen, wo es mir besser geht. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich ein wenig mehr auf meine Ernährung achte. Und vor allem Käseprodukte meide. Das geht seit Mirtazapin nämlich gar nicht mehr. Aber ob es tatsächlich alles nur am Mirta liegt oder möglicherweise auch daran, dass ich in den Wechseljahren bin, das weiß der Kuckuck...vielleicht

Ich möchte allen, die hier wie ich vor zwei/drei Jahren verzweifelt den Schritt gewagt haben, die Psychopharmaka auszuschleichen, Mut mit meiner Nachricht machen. Es ist zu schaffen, es geht!!!

Was mir sehr geholfen hat, waren wirklich die Menschen um mich herum. Die mich - zeitweise auch er- - tragen haben, mit all meinen Sorgen, meinem Gejammer, meiner Angst, meiner Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, die ich zu Zeiten, wo es mir extrem schlecht ging, auch geäußert habe. Auch hier im Forum. Und ich bin dankbar dafür, dass ich dieses soziale Umfeld hatte.

Mittlerweile ist es größer als je zuvor - ich 'expandiere' quasi, weil ich die neugewonnene Lebensfreude auch mit lieben Menschen teilen möchte. Und ich genieße das Leben wieder. Mit all seinen Höhen und Tiefen. Denn die gibt es in jedem Leben - auch ohne Psychopharmaka

Aber ich lebe und ich bin froh und dankbar über und für jeden Tag.

Bitte seid zuversichtlich, habt den Mut, euch anzuvertrauen. In Eurem Leid und Schmerz - ob seelisch oder körperlich. Nehmt alle Chancen war, die Euch geboten werden, seid tapfer und lasst auch Eure Ängste zu - es ist 'normal', solche Gefühle zu erleben. Auch, wenn sie unter dem Einfluss von Phsychopharmaka noch eine ganze Ecke intensiver sein können. Aber irgendwann öffnet sich der 'Schleier' wieder...ihr bekommt es eigentlich gar nicht so wirklich mit. Im Laufe der Zeit stellt ihr vielleicht dann auch fest, nach einem oder zwei Jahren 'ohne': es geht mir gut...

Ich wünsche es jedem Einzelnen hier von Euch sehr!!!

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Mut und Kraft und Zuversicht!
Pammy
- 12/2011 Beginn Mirtazapin 7,5 mg
Aufgrund div. NW wie Wassereinlagerungen, starke Muskel- und Gliederschmerzen, morgens Benommenheit, Kraftlosigkeit, erhöhter Augeninnendruck u.a.
- 06/2012 runter auf 3,75 mg heftiges Anschwellen der Nasenschleimhaut, wieder auf 7,5mg erhöht
17. 11.2012 in Klinik Mirta 7,5 komplett abgesetzt auf 0 mg.
Nach kurzer Zeit folgende Symptome: starke Durchfälle, grünlicher Stuhl, Ekel vorm Essen, starke Rückenschmerzen insbesondere LWS-Bereich, starke Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen mit Wutausbrüchen, Heulkrämpfen, extreme Angstzustände
9. 1.2013 aus Klinik entlassen.
5.3.2013 Rauchstopp von 20 Zig. auf 0.
02/2013 1Woche KH: Magen- und Darmspiegelung, Diagnose: chron. Antrum Gastritis, Reflux-Ösophagitis
15., 16. + 17.05.2013 jeweils 3,75 mg Mirta abends eingenommen aus Verzweiflung wegen extremer Magen- und Blähbauch-Probleme sowie Schlaflosigkeit. Symptome fast weg, allerdings
18.05.13 morgens mit entzündetem, eitrigen Zahnfleisch aufgewacht, musste von Zahnarzt im Notdienst behandelt werden. Verdachtsdiagnose: NW AD Mirta.
seit 06/2013 extreme Schlafstörungen/Schlaflosigkeit, starke (Nerven-)Muskel- und Gelenk-Schmerzen und ZNS-Irritationen, Gefühl von Schüben (aus Brustkorb in Hals/Nacken-Bereich aufsteigend, sehr heftiges Gefühl, tw. Todesangst auslösend); Schlaflosigkeit; Paradoxe Reaktionen auf Osteopathie, seit Korrektur Beckenschiefstand ständig Kiefer- und Augenmuskel-schmerzen, Nackenkrämpfe,Krampfgefühl auch im Kopf und in Gliedmaßen; Brennen/Schmerzen LWS, Füße, Unterschenkel, Arme bleischwer und ziehender Schmerz im Liegen, linkes Knie Druckschmerz hinten-innen; Haarausfall, juckende Ekzeme auf Kopf, auch Gesicht, Blähbauch/Meteorismus, Verdacht auf HIT; Absetzsymptome und Wechseljahresbeschwerden mischen bzw. triggern sich gegenseitig. Außerdem oft Angst- und Panikattacken (besonders morgens noch nach dem Aufwachen), tagsüber je nach körperlicher Verfassung und Schlaf oft Weinkrämpfe und Verzweiflung.
seit 08/2016: mehrfach Vorhofflimmern, deshalb Einnahme von Betablocker, nach divers. Unverträglichkeiten bei Beloc Zok herz gelandet, morgens und abends jeweils 23,75 mg,
Seitdem öfters Herzstolpern, Verschlimmerung Neurodermitis, depressive Episoden /zeitweise schwere, alle anderen Probleme weiterhin bestehend, insbesondere chron. Gastritis, Sodbrennen/Speiseröhrenentzündung, Verdacht auf stiller Reflux
03/2017 Diagnose: gespaltener Zahn mit Eiterzyste an Wurzel - wurde gezogen, dadurch einige Schmerzsymptome besser (endlich wieder Spazierengehen ohne heftigste Schmerzen linke Körperhälfte möglich!)
seit 09/2017 Diagnose 'Grüner Star' aufgrund einmaliger Augeninnendruckwerte von 29/27 (vorher zwar auch erhöht, aber immer so um 21-24 max.), Augenarzt verschrieb zusätzlichen Betablocker fürs Auge (Augentropfen), die ich aber nicht genommen habe bis heute, da ich bereits einen sehr niedrigen Puls und Blutdruck oftmals durch meinen 'normalen' Betablocker habe und da wären diese Tropfen kontraindiziert. Ich hatte hierzu die Augenklinik angerufen, da es WE war und mein Augenarzt nicht zu erreichen war; habe mittlerweile den Augenarzt gewechselt und werde dort zur Zeit intensiver untersucht bzw. engmaschiger überprüft bez. Augeninnendruck (Stand 10/2017)

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon padma » Mittwoch, 17.06.15, 13:47

liebe Pammy, :)

ich freue mich so für dich. :party2: :party2: :party2:

Ganz lieben Dank für diesen mutmachenden Beitrag.

alles Liebe,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Monalinde » Mittwoch, 17.06.15, 14:35

Hallo Pammy,

das ist ja ganz toll, wie es dir jetzt geht. Ich habe deine Beiträge u.a als Mirtazipinabsetzerin immer mit großem Interesse verfolgt, da ich ähnliche ungewöhnlichere Symptome hatte, wie du sie auch hattest durch das Absetzen.
Die Refluxösophagitis und Nebenhöhlenentzündungen sind die wirklich nicht mehr vorhanden, oder hast du zumindest keine Beschwerden in dieser Hinsicht mehr? Ich leide noch darunter, aber nicht mehr so heftig und auch die Schlafstörungen sind erheblich besser geworden, wenn auch noch nicht ganz weg.
Ich freue mich für dich, denn du hast seinerzeit ganz schön in den Seilen gehangen und ja, danke, dass du dich gemeldet hast. Du glaubst gar nicht, wie du damit andere wieder aufrichten kannst, zumindest mich.

Liebe Grüße, Monalinde
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.

Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Oliver » Freitag, 26.06.15, 13:01

kev307 hat erfolgreich Cipralex abgesetzt: Cipralex 5mg

Nachtrag:
Beitrag von kev0307 » Samstag, 23.04.16, 16:45
Hallo Ihr, mir war es ein großes Anliegen, mich nochmals zu melden! Jetzt ist es ca. ein Jahr her, dass ich meine Tabletten abgesetzt habe und mir geht es wirklich bestens! Die Nebenwirkungen vom Absetzten haben noch ca. bis Oktober 2015 gedauert, ab da war alles weg und ich bin wieder der alte! Ich kann und will euch Mut machen, für jene, wo es zu spät ist, und das Ausschleichen zu schnell war! Es kann wirklich wieder werden! Es war im Nachhinein eine richtig richtig harte Zeit und mir ging es zeitweise überhaupt nicht gut, aber wie gesagt, der Körper erholt sich anscheinend doch wieder!!! Ich kann im Nachhinein sagen, ich würde es so wie es war nie mehr wieder machen und hoffe auch, dass es mir in meinem Leben nie mehr wieder so schlecht geht, dass ich noch einmal AD nehmen muss! Ich wünsche euch allen viel Kraft und alles Gute auf eurem Weg!!!
lg kev
Zuletzt geändert von padma am Samstag, 23.04.16, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag eingefügt

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon sunshine_26 » Freitag, 26.06.15, 19:02

klasse :) :party2:

danke oliver für die verlinkung :hug:
- Erkrankung: Angst- und Panik, Depression mittelgradig
- knapp über 11 Jahre AD genommen (1 Jahr Paroxetin; 10 Jahre Venlafaxin; dazwischen 1 Jahr Medikamentenfrei
- noch weitere AD im Anschluss probiert, es hat keines mehr gewirkt

- seit 23.06.2015 = 0 mg AD

- seit 23.08.2016 ohne Antihistaminika und jegliche NEM

- Histaminintoleranz, Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz

vermute ganz stark auch Salicyintolerant zu sein weil ich auf ASS und Ibo getestet wurde mit positivem Ergebnis und LM nicht vertrage die Salicyl enthalten


- Versuch mit Trimipramin die Symptome zu deckeln, was nicht geklappt hat
15.12.2016 = 1 Tropfen
16.12.2016 = 2 Tropfen


Mein fester Wunsch und Wille ist es, Antidepressiva nicht mehr anzurühren. Ich will und werde es schaffen.

Ein neues Leben kannst du nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag! - Henry David Thoreau

Nillo
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Nillo » Samstag, 18.07.15, 11:54

Auch ich habe mit den Absetzerscheinungen abgeschlossen und bin nach fast 1 Jahr kampf wieder gesund.
Ohne Medikamente!

Haltet durch!
Meine ganze Geschichte gibt es dann hier: Mianserin absetzen.
► Text zeigen

18.07.2015: Abschluss, Ende, Aus, Vorbei! Geschafft!
10.01.2017: Einnahme von einer Tablette Levofloxacin, alles wieder von vorne!
21.03.2017: nach mehreren Zahnbehandlungen weitere Verschlechterung aller Symptome
31.05.2017: Zustand weiterhin sehr schlecht, Augenprobleme massiv, körperliche Leistungsfähigkeit fast bei 0
07.08.2017: zwischenzeitlich mal etwas besser in der Psychosom. Klinik, danach nach Sonnenbad so schlecht wie am Anfang...
22.08.2017: Augen wieder deutlich schlechter. Unruhe besser. Aber bei kleinster körperlicher Anstrengung massiv Druck in Brust
17.10.2017: leichte Besserung, körperlich etwas besser aber bei kleinster Anstrengung massiv Druck in Brust, Hochstimmung bei kleinster Anstrengung und Freude
14.11.2017: massive Verschlechterung, Depersonalisation, Derealisation so schlimm wie nie, körperlich zu nichts fähig.

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Lisamarie » Samstag, 18.07.15, 12:22

Klasse Nillo, nochmals herzlichen Glückwunsch :party2: :party2:
Und alles gute für deinen weiteren Lebensweg.
Lg Petra

Schlumpf
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Schlumpf » Sonntag, 16.08.15, 16:56

Hallo,

nun möchte ich endlich auch hier schreiben. Ich habe anfangs parallel (Fehlversuch) und dann nacheinander erst Citalopram und dann Mirtazapin abgesetzt. Nun ist es ein halbes Jahr her, dass ich mit dem Mirtazapin auf Null bin. Detaillierte Informationen über den Absetzverlauf gibt es in meinem Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=8667#p78201

Ingesamt habe ich mich stabilisieren können. Hier mal eine Zusammenfassung, wie die Zeit nach dem Absetzen war. Ich hoffe, ich denke an alles.

1. Die ersten Tage
Ich bin von ca. 2 mg Mirtazapin auf Null gegangen. Nach ein paar Tagen ging es mir miserabel. Ich war müde, konnte kaum stehen, mir war übel und ich hatte Kreislaufprobleme. Schlaf ging noch. Dafür war ich ständig schweißgebadet und total kaputt. Ich habe ein paar Tage bei der Arbeit gefehlt, weil es einfach nicht ging. Außerdem hatte ich viel mit Migräne und Übelkeit zu tun. Fühlte sich insgesamt an wie eine fiese Grippe ohne Fieber. Ich habe mich dann wieder zur Arbeit gequält, aber es war unglaublich anstrengend. Vor allem das Auto fahren war ein Problem, denn ich konnte mich schlecht konzentrieren und hatte ab und zu diese Brain Zaps.

2. Die ersten Wochen
Das Schwitzen wurde besser. Meine Magenprobleme sind geblieben. Ich habe dann einen Rucksackurlaub in Asien gemacht, der mir nicht gut getan hat. Ich habe drei Wochen lang nur gekämpft mit Übelkeit, Schlafproblemen und totaler Erschöpfung. Irgendwie war alles zuviel. Die meiste Zeit habe ich gefühlt auf dem Bett liegend verbracht. Sowieso war Schlaf in der Zeit mein großes Thema. Oft habe ich mehrere Nächte am Stück kaum geschlafen, hatte am Tag Schüttelfrost und war einfach nur völlig fertig. Baldrian hat nach einer Weile etwas geholfen. Außerdem sind meine Schilddrüsenwerte (hab Hashimoto, eine Autoimmunkrankheit) durcheinander geraten. Nachdem sie erst zu niedrig waren, sind sie auf einmal durch die Decke geschossen und ließen sich in diesem Zickzack kaum einstellen. Ich war unglaublich weinerlich wegen jeder Kleinigkeit und reizbar. Außerdem habe ich heftig Wutanfälle bekommen und habe gemerkt, dass ich sehr dünnhäutig bin und mich schlecht gegen Stress und Reize von außen abgrenzen konnte. Ängste sind aufgetreten, ich hatte teilweise irre Panikattacken, was ich seit Jahren so nicht kannte. Manchmal war es eine Überwindung, mir etwas zu essen im Supermarkt zu kaufen. Zum Glück habe ich es geschafft, meinen Zustand auf der Arbeit soweit zu tarnen, dass ich keinen Probleme bekommen habe (was ich auch im Nachhinein noch an ein Wunder grenzend finde). Zudem sind auch die weiblichen Hormone durcheinander geraten. Ich hatte verkürzte Zyklen und alle zwei, drei Wochen meine Regel und davor rund eine Woche lang PMS. Langsam fing ich an, Gewicht zu verlieren. Auch das ging rauf und runter. Zudem hatte ich heftigste Albträume, in denen ich zum Beispiel mehrmals pro Nacht verfolgt und ermordet wurde. Meinem Magen ging es wieder gut. Irgendwann pendelte sich dann dieses Muster von Wellen und Fenstern ein. Mal war es mies, dann wurde es wieder leichter, um dann wieder mies zu werden. Insgesamt wurde es über die Zeit betrachtet aber ganz langsam besser.

3. Der Zustand jetzt nach sechs Monaten
Aus dem Gröbsten bin ich raus. Der Schlaf ist nicht gut, aber hat sich auf einem einigermaßen stabilen Level eingependet. Ich habe seit vier Wochen plötzlich heftige Magenprobleme und immer wieder Durchfall, finde aber nicht heraus, was ich womöglich nicht vertrage. Meine Schilddrüse ist inzwischen gut eingestellt. Die Zyklusprobleme sind grundsätzlich noch da, aber haben sich etwas abgemildet. Ich bin immer noch reizbar, aber ich glaube, dass sich das auf ein ganz gutes Level eingependelt hat. Ich neige deutlich mehr zu Migräne als in der Mirtazapinzeit. Außerdem habe ich Probleme mit niedrigem Blutdruck. Ich tippe auf Stress, denn eigenartigerweise scheint der bei mir vor allem dann abzusacken. Insgesamt habe ich inzwischen rund acht Kilo abgenommen, ohne bewusst etwas geändert zu haben oder weniger zu essen. Ich habe das Gefühl, Dinge wieder intensiver wahrzunehmen, was Vor- und Nachteile hat. Die Panikattacken kommen manchmal noch, aber insgesamt habe ich sie im Griff. Mehr als vorher neige ich dazu, mir im Kopf Katastrophenketten auszumalen, um ja auf alles vorbereitet zu sein. Ich merke aber auch, dass ich wieder etwas lebendiger bin und mehr Dinge als früher einfach mal ausprobiere. Nun setze ich langsam das Baldrian ab. Was ich außer Levothyroxin noch nehme ist Mönchspfeffer in der Hoffnung, PMS und Zyklus zu regulieren. Nach wie vor gibt es Wellen und Fenster, aber die Abstände werden größer.


Vielen Dank für die kompetente und wohlwollende Hilfe und Unterstützung im Forum. Ich habe hier unglaublich viel gelernt und wusste, dass ich mich immer auf euch und eure Erfahrung verlassen kann. Ich möchte allen Mut machen, die noch beim Absetzen sind. Es ist viel zu oft ein mühsamer Weg, der einem manchmal alle Energie raubt, aber es ist machbar!

Ich schaue sicher immer wieder mal vorbei. Für heute möchte ich mich verabschieden. Macht es gut! :)
1. Symptome: Schlafstörung, Erschöpfung, Depression, Angepanntsein, häufige Migräne, Weinkrämpfe, sozialer Rückzug - zog sich alles schleichend über Jahre und wurde immer schlimmer; Diagnose: Depression
2. Seit 2008: 30mg Mirtazapin; 2012 auf 15mg reduziert, dafür 20mg Citalopram eingeschlichen
3. Euthyrox 75 seit ca. 2000 (wegen Hashimoto/Unterfunktion der Schilddrüse). Musste während des Absetzens im August auf 100 erhöhen, im November weitere Erhöhung auf 125. Im März Reduktion auf 112,5. Nächste Kontrolle im Mai.
4. Absetzen: Citalpram in mehreren Schritten von 20mg ausdosiert, letzte Einnahme am 22. Juli, Mirtazapin seit Ende Oktober bei 7,5mg. Ich habe mich zum langsamen Absetzen durch Mikrotapering entschlossen.

15.12. ca. 6mg Mirtazapin
4.1. ca. 3,75mg Mirtazapin
Seit dem 4. Februar: Vier Tage lang immer ein Krümelchen abgeschabt, mal gucken, wie mir das bekommt.
Seit dem 14. Februar 2015: 0mg. Ich bin gespannt, wie es mir bekommt.

Seit Februar 2015 keine Psychopharmaka mehr. Aktuell L-Thyrox 112 wegen Hashimoto, Mönchspfeffer wegen Zyklusproblemen und seit Dezember Baldran zum besseren Schlafen.

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Jamie » Sonntag, 16.08.15, 17:36

Hallo schlumpf,

vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast so detailliert zu berichten. :group: Das ist für uns extrem wichtig!
Man liest heraus, dass du ein großes Stück des Weges schon gegangen bist, aber dass noch "Reststrecke" da ist :hug: .

Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass es von Monat zu Monat jetzt weiter aufwärts geht und der Trend nach oben zeigt.
Jeder, der ein AD abgesetzt hat, hat es verdient, endlich mal etwas durchschnaufen zu dürfen und die Früchte seiner Arbeit zu ernten. :party2:

Alles Liebe und Gute für dich und nochmals danke
Jamie
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Lisamarie » Sonntag, 16.08.15, 17:48

Hallo Schlumpf, schön das du dich gemeldet hast und ich freue mich für dich das du es geschafft hast . Auch wenn du noch mit dem einen oder anderen zu kämpfen hast.
Alles Liebe wünscht dir Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Ottti » Freitag, 28.08.15, 9:48

Auch ich möchte euch Mut machen und sagen, dass man den Absprung von den Medikamenten schaffen kann :-)

Bei mir ist es seit fast 2 Wochen endlich geschafft und bislang (vielleicht auch aufgrund des bei mir kurzen Einnahmezeitraums) habe ich bis auf ein leichtes Drücken im Kopf, das immer mal wieder auftaucht, keine Probleme.
Die Angst ist wieder etwas vermehrt da, aber ich denke und hoffe, das legt sich auch noch.

Und ijr werdet es auch schaffen! Geht einfach nach den Regeln des Forums vor und habt Mut und vertrauen in eure Möglichkeiten ;-)
- 3. Juni 2015: 1 1/2 Wochen Aufenthalt in Psychatrischer Klinik; 100mg Sertralin und 10mg Olanzapin aufgrund von panischer Hiv-Angst nach Risikokontakt - meiner Meinung nach viel zu schnell verabreicht, Neuroleptika wäre nicht nötig gewesen!
- nach Verlassen der Psychatrie: 100mg Sertralin und 5mg Olanzapin -> Aufdosierung auf 150mg in PIA
- erhöhen des Sertralin auf 200mg - nicht vertragen, wieder runterdosiert auf 150mg nach ein paar Tagen
- 7. Juli 2015: Olanzapin nach 5 Wochen abrupt abgesetzt aufgrund von MNS - starke Absetzerscheinungen sofort nach Absetzen: extreme Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Muskelzuckungen und Kribbeln in den Beinen und Füßen, Herzrasen und hoher Puls, Durchfall
- 13. Juli 2015: Sertralin von 150mg auf 125mg - hoffe es treten keine zusätzlichen Beschwerden ein
- 12. August 2015: Sertralin komplett ausgeschlichen und endlich medikamentenfrei!!! - Absetzerscheinungen: ab und zu ein leichtes Drücken im Kopf, Angst scheint etwas verstärkt wieder da zu sein; ansonsten froh von nichts mehr "abhängig" zu sein

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Susanne26 » Samstag, 12.09.15, 19:50

Mein Entzug von Venlafaxin hat - fast auf den Tag genau - 2 Jahre gedauert. Es ist ein langer Weg, den ich Dank dieses Forums gut überstanden habe.

Ich habe während meiner Zeit im Forum eine Art "Ausschleich-Tagebuch" geführt. Hier kann man alle Höhen und Tiefen nachlesen: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 844#p64568

Ich wünsche Euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Viel Gesundheit und alles erdenklich Gute.

Macht´s gut!!!
Seit August 2010 Venlafaxin 75mg zur Therapie einer Überlastungsdepression.
1. Entzugsversuch (Oktober 2011) bereits abgebrochen.
2. Entzugsversuch (Juli 2013) wegen "Kaltem Entzug" abgebrochen.
Seit dem Stabilisierung auf 37,5mg und danach
3. Seit August 2013 langsames Ausschleichen gemäss 10%-Regel nach Dr. Breggin:
2013-07-20 auf 37,5 mg
2013-08-31 auf 33,75 mg
2013-10-28 auf 30,0 mg
2014-01-06 auf 26,25 mg
2014-03-02 auf 22,50 mg
2014-04-26 auf 18,75 mg
2014-05-25 auf 15,00 mg
2014-06-30 auf 11,25 mg
2014-07-20 auf 7,5 mg
2014-10-04 auf 3,75 mg (11 perlen)
2014-11-01 auf 3,07 mg (härtester Schrift; 9 perlen)
2015-02-23 auf 2,73 mg (8 perlen)
2015-03-16 auf 2,39 mg (7 perlen)
2015-04-06 auf 1,70 mg (5 perlen)
2015-04-27 auf 1,02 mg (3 perlen)
2015-06-21 auf 0,34 mg (1 perle)
2015-07-19 auf 0,00 mg (keine Perle)

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Lisamarie » Samstag, 12.09.15, 19:56

Hallo Susanne , herzlichen Glückwunsch zur 0, tolle Leistung. :party2: :party2: :party2: :party2: :party2:

Vielen lieben Dank das du dich gemeldet hast und uns allen wieder Hoffnung gibst es auch zu schaffen.
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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon CloneX » Freitag, 18.09.15, 15:57

Hallo zusammen,

der ein oder andere "alte Hase" kennt mich hier vielleicht noch. Ich habe mich schon länger nicht mehr blicken lassen. Aber ich habe gerade diesen Thread entdeckt und weiß wie gut es beim Entzug tut, zu wissen, dass andere es auch geschafft haben.

Ich habe auf Grund von Depression für 2 Jahre Remergil (Mirtazapin) genommen - das ist jetzt schon viele Jahre her. Beim Absetzen ( relativ "schnell", 30, 15, 7.5.mg) und danach bin ich durch die Hölle gegangen. Das ganze lässt sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen. Ich habe damals einen zig Seiten langen Bericht geschrieben, konnte mich aber noch nicht durchringen, diesen online zu stellen.

Mein Entzug hat ca. 3 Jahre gedauert bis das gröbste überstanden war - ich zähle damit sicherlich zu den schlimmeren Fällen. Ich musste damals mein Studium pausieren und habe mich gefragt, ob ich jemals wieder "lebensfähig" sein werde. Ich kann die Symptome gar nicht mehr alle aufzählen - Benommenheit war anfangs sicher eines der stärksten Symptome. Oder das Gefühl im Hirn benebelt zu sein. Aber auch das ganze Nervensystem war im Eimer. Ängste, Adrenalin das durch den Körper strömte ohne Grund. Geräuschempfindlichkeit. Überhaupt Empfindlichkeit. Und so manches mehr. Und natürlich immer die Frage: Vielleicht bewege ich mich doch auf einen Rückfall zu? Aber einige Symptome wie die Benommenheit zeigten mir, dass das nicht meine ursprüngliche Depression war.

Der Entzug verläuft nicht linear. Es wird nicht jeden Tag ein Stück besser. Es verläuft viel mehr in Wellen. Genaugenommen wurde es bei mir nach einem Jahr sogar erst noch schlechter. Es hat richtig geknallt. Mein Nervensystem war auf einmal so im Eimer, dass ich abends beim Schlafen Furcht verspürt habe - ja, ich nenne es Furcht. Diese Form von Angst kannte ich bis dahin nicht. Dazu Furcht, dass es so bleiben würde - oder sich sogar noch verschlimmert. Ein Blick in die Hölle. Und kein Arzt, der einem helfen kann - weil kein Arzt die Antidepressiva Problematik ernst nahm. Sobald ich im Bett zur Ruhe kam fingen meine Beine an zu zittern. Selbst Fernseh schauen und die schnellen Bilder überforderten mich. Ich war ein Wrack.

Aber warum erzähle ich solche Horrorgeschichten? Nach diesem Knall, diesem "Höhepunkt", wurde es schrittweise besser. Es wurde besser, wieder schlechter, besser, schlechter. Trotz dieses Wellenverlaufes war nun ein Trend zu erkennen: Es wurde besser! Und in den schlechteren Phasen klammerte ich mich an die Erinnerungen an die besseren Phasen.

Nach der Auszeit von 3 Jahren habe ich mein Studium wieder aufgenommen und ein paar Jahre später mit sehr gut abgeschlossen. Ich bin heute fest im Berufsleben und auch auf der Karriereleiter geht es voran. Symptome, die mich an die Zeit erinnern habe ich quasi keine mehr. Ab und zu gibt es noch mal Tage, wo man sich fragt: Ist das noch was von früher? Oder ist das normal?

Medikamente nehme ich keine mehr. Und brauche sie auch nicht. *auf Holz klopf* Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, merke ich, wie die Erinnerungen an die Zeit damals verblassen. Auch wenn eine Narbe mich sicher immer begleiten wird.

Ihr könnt das auch schaffen - in hoffentlich kürzerer Zeit :)

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon Oliver » Freitag, 18.09.15, 16:04

Hey Clone!!! Toll von dir zu hören :party2:

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Re: AD abgesetzt und wieder GESUND - Sammelthread

Beitragvon CloneX » Freitag, 18.09.15, 16:06

Toll, dass es das Forum immer noch gibt :)


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