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Informationen zu Antidepressiva absetzen

Das Ausschleichen von Antidepressiva, Benzodiazepinen und anderen Psychopharmaka kann schwierig und langwierig sein. Hier findet ihr Artikel, die die jahrelange Erfahrung der Teilnehmer widerspiegeln.
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Das-kleine-Runde

Informationen zu Antidepressiva absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 21.07.11, 12:56

Hallo und herzlich Willkommen :) !

Hier findest Du die wichtigsten Infos zum Absetzen von AD auf einen Blick und hast alles Wichtige zur Hand, auch wenn keine erfahrenen Mitglieder online sind. :)

http://www.adfd.org/wissen/Problematik_ ... depressiva

http://www.antidepressiva-absetzen.de/
:arrow: (Achtung: die allg. Infos sind richtig, aber der Plan (Absetztempo) ist veraltet! Das Tempo ist zu schnell, wir empfehlen mittlerweile nun folgendes (nach Dr. Peter Breggin) :!: :

:arrow: Erfahrungsgemäß sind die angegebenen Schritte für sensible Betroffene immer noch zu groß, für sie empfehlen sich 10% - 5%- Schritte im Abstand mehrerer (4-6) Wochen.(Dr. Peter Breggin)

Ergänzung Murmeline (16.06.15) siehe hierzu auch diese Beiträge zu Breggin
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 67#p102467
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 41#p102841

Edit Murmeline:
Diverse Informationen zu häufig gestellte Fragen gibt es hier: viewtopic.php?f=19&t=9913

Besonders im unteren Dosisbereich ist langsames Vorgehen geboten, sodaß der letzte Absetzschritt mehrere Monate in Anspruch nehmen darf.
Ergänzung Murmeline (16.06.15): Eine mögliche Erklärung hierfür ist die Serotonintransporterbelegung: viewtopic.php?f=19&t=8829

Absetzbeschwerden sind ein Alarmsignal, daß man zu schnell vorgeht.
Für das langsame Absetzen ist die Kügelchen-Methode hifreich. Sie ist geeignet für Präparate wie z.B. Trevilor (Venlafaxin), die in Kapsel-Form angeboten werden. Wichtig ist, falls man ein Generikum benutzt, daß die Kapseln möglichst kleine Kügelchen enthalten. Positive Erfahrungswerte liegen für das Original-Trevilor vor.
Mit Cymbalta/Duloxetin kann man ähnlich vorgehen.

Man öffnet die Kapsel, entnimmt im Lauf der Absetzphase immer ein paar Kügelchen mehr, verschließt sie so fest wie nur möglich wieder und nimmt sie dann ein. So bleibt die Retardierung erhalten, was bei Mitteln mit kurzer HWZ zu schonendem Vorgehen führt. (siehe auch Kügelchenmethode http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=8897 Ergänzung padma)

Andere Präparate gibt es in Flüssigform und man kann somit fein dosieren.
Hier eine Liste: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=5523
Citalopram kann man meistens durch Cipralex-Tropfen ersetzen, 10mg Citalopram = 5 mg Cipralex

Das Umstellen auf flüssiges Fluoxetin wurde relativ selten gemacht. Es ist keine Option, wenn bereits heftige Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, denn es käme zu einer weiteren Irritation des Organismus. Außerdem ist das Umstellen von einem Ad auf ein anderes bei sensiblen Betroffenen häufig problematisch.

Ergänzung Murmeline (16.06.15):
Einige User haben gute Erfahrungen mit der Wasserlösmethode gemacht. Möglich bei Benzos, die geeignet sind zum Auflösen im Wasser (bitte Packungsbeilage genau durchlesen). Außerdem im Forum von Mitgliedern erfolgreich angewendet bei Citalopram und Mirtazapin.
Weitere Infos hier, bitte genau durchlesen: viewtopic.php?f=16&t=7936

Ergänzung (03.05.2012): Da die Frage immer wieder gestellt wird und die Antwort dazu anscheinend in der Informationsfülle gerne übersehen wird: Die Einnahme eines AD alle 2 oder 3 etc. Tage ist kontraproduktiv. Das hat mit Ausschleichen nichts zu tun, sondern irritiert das ZNS wohl stärker als apruptes Absetzen.

Hier eine Liste mit Dingen, die in der Absetzphase erfahrungsgemäß kontraproduktiv sind:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442

Zum Absetzsyndrom:
http://www.adfd.org/wissen/SSRI-Absetzsyndrom

Die Frage, ob man ein typisches Absetzsymptom hat, wird in diesen Listen schnell geklärt:
http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
http://www.adfd.org/wissen/SSRI-Absetzsyndrom siehe "Klinisches Bild"
http://www.adfd.org/wissen/Infopaket_zu ... depressiva siehe "Absetzsymptome
Ergänzung Murmeline (16.06.15): viewtopic.php?p=104330#p104330 - Artikel von Fava et.al., Withdrawal Symptoms after Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Discontinuation, Januar 2015, aus der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics zu Entzugssymptomen

Aktualisierte Liste mit Symptomen beim Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen: viewtopic.php?f=18&t=12534

Hier wird gut erläutert, wie man Absetzbeschwerden von einer Grunderkrankung unterscheiden kann:
viewtopic.php?f=19&t=9345


Immer wieder entstehen ängstliche Fragen nach Dauerschäden durch AD, da von einigen Betroffenen gelegentlich davon gesprochen wird.
Aller Erfahrung nach heilt der Körper auch nach einem heftigen Absetzsyndrom wieder, wenn auch bei einzelnen Betroffenen extrem langsam.
Wie lange Absetzbeschwerden auftreten, kann man nicht vorhersagen. Extrem schwere Verläufe sind zum Glück selten.
Man sollte sich deshalb keine Angst machen lassen von schlimmen Berichten, die man auch hier lesen kann und daran denken, das Foren wie dieses, besonders lang und intensiv von Betroffenen mit großen Problemen genutzt werden.

Wichtig ist zur Genesung alle sanften Wege zur Heilung zu nutzen, die nicht in den Organismus eingreifen, z.B. Entspannungstechniken, alle Dinge tun, die einem Freude machen, Meditation... Infos und Austausch dazu findest Du hier: http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=4

Leidet man unter psychischen Absetzbeschwerden,i st psychotherapeutische Hilfe oft der Schlüssel zur Heilung, letztendlich ist es dafür nicht so wichtig, ob es sich um eine Absetzdepression handelt oder eine Grundproblematik, sondern es geht um Heilung.

Weitere Informationen:
Ergänzung Murmeline (16.06.15): Video und Artikel mit Basisinformationen: 10 Informationen die den Entzg erleichtern: viewtopic.php?f=18&t=9874

Ergänzung Murmeline (16.06.15): Video und Artikel "Entzugssyndrom, Heilungsprozesse und Neuroplastizität http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=9855

Ergänzung Murmeline (16.06.15): Absetzhinweise aus dem amerikanischen Forum http://www.survingantigdepressants.org/ gibt es in diesem beitrag übersetzt: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 49#p102849

Infopakt: Absetzplan nach Dr. Healy
http://www.adfd.org/wissen/Infopaket_zu ... depressiva (Achtung: Dr. Healy Absetzplan ist ebenfalls veraltet. Zu riskantes Absetztempo :!: )

Ich wünsche Euch

Alles Gute :group:

Das-kleine-Runde

Das-kleine-Runde

Re: AD-Absetz-Information (nicht nur) für neue Mitglieder

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 12.03.12, 8:54

Hallo Ihr Lieben :) ,

ich möchte hier ein paar Übungen erwähnen, die hilfreich sein können, um ein wenig ins Gleichgewicht zu kommen und zur Ruhe zu finden:

Achtsamkeitsübungen:
http://www.seelenschmerz-forum.de/index ... ntent1List
und

Imaginationsübungen:
http://www.seelenschmerz-forum.de/index ... ntent1List


Liebe Grüße
Rundi :group:

Das-kleine-Runde

Re: AD-Absetz-Information (nicht nur) für neue Mitglieder

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 19.04.12, 15:11

Hallo Ihr Lieben :) ,

hier die Links zu zwei hilfreichen englischsprachigen Absetzforen:

[Anmerkung von Oliver Juni 2015: http://www.paxilprogress.org wurde leider geschlossen und komplett entfernt]
http://survivingantidepressants.org/index.php?/index

Alles Liebe :group: :group:
Rundi

Das-kleine-Runde

Re: AD-Absetz-Information (nicht nur) für neue Mitglieder

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 03.05.12, 8:27

Hallo Ihr Lieben :) ,

ich habe im ersten Text gerade noch folgendes ergänzt:
Da die Frage immer wieder gestellt wird und die Antwort dazu anscheinend in der Informationsfülle gerne übersehen wird: Die Einnahme eines AD alle 2 oder 3 etc. Tage ist kontraproduktiv. Das hat mit Ausschleichen nichts zu tun, sondern irritiert das ZNS wohl oder stärker als apruptes Absetzen.
Liebe Grüße :group:
Rundi

Das-kleine-Runde

Re: AD-Absetz-Information (nicht nur) für neue Mitglieder

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 23.07.12, 10:22

Hallo Ihr Lieben :) ,

heute habe ich noch eine Ergänzung zugefügt.

Symptomlisten sind jetzt separat aufrufbar.

Liebe Grüße :group:
Rundi

Oliver
Gründer
Beiträge: 8282
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: AD-Absetz-Information

Beitrag von Oliver » Mittwoch, 20.05.15, 21:49

importiert aus ADFD.wissen

Autor: CloneX
Erstveröffentlichung: 5.12.2006
Letzte Bearbeitung: 6.12.2006

Wie kann ich einen Rückfall von Entzugssymptomen unterscheiden ?
Einen Rückfall, und damit das Auftreten von Symptomen der ursprünglichen Erkrankung, von Entzugssymptomen zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Es gibt jedoch ein paar Hilfsmittel, die die Unterscheidung unterstützen können. Bitte beachten Sie jedoch, dass auch diese Aussagen keine Allgemeingültigkeit besitzen:
* Wurde das Antidepressivum über einen längeren Zeitraum eingenommen und die ursprüngliche Erkrankung ist abgeklungen, so ist nicht davon auszugehen, dass es während oder nach dem Absetzen zu einem schnellen Rückfall innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen kommt. Tritt eine schnelle Verschlechterung ein und es treten stärkere Symptome auf, so ist dies eher als Beweis für das Auftreten von Entzugssymptomen zu bewerten.
* Treten Symptome auf, die eindeutig dem Entzug zuzuordnen sind, oder die eindeutig nicht mit der Ursprungserkrankung in Zusammenhang stehen (z.B. typische Entzugssymptome wie starke Benommenheit, Gefühl wie bei elektrischen Schlägen (Zaps), Übelkeit, starke Unruhe, usw.), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch andere Symptome noch entzugsbedingt sind. Es lässt sich in diesem Fall zumindest noch keine verlässliche Aussage treffen, ob eine Rückkehr der Ursprungserkrankung eingetreten ist.
* Verbessern sich die Symptome bei erneuter Einnahme oder erneuter Erhöhung des Medikaments relativ schnell, so ist das ein sehr starker Hinweis darauf, dass es sich bei der Symptomatik um Entzugssymptome handelt.
* Manche Entzugssymptome treten nur in Schüben oder in abwechselnden Phasen auf (z.B. eine Woche Kopfschmerzen, zwei Wochen Übelkeit mit emotionaler Verzweiflung, usw). Auch hier ist ein Hinweis auf eine Entzugsproblematik gegeben.

Oft ist es eine Entscheidung, die jeder Betroffene für sich selbst abwägen muss. Viele emotionale und psychische Veränderungen sind für außenstehende Personen und Behandler nicht zu unterscheiden.

Wie lange halten Entzugssymptome an ?
Die Frage nach der Dauer der Entzugssymptome nach oder bei dem Absetzen eines Antidepressivums (wie den SSRI), ist sicher eine der meistgestellten Fragen von Menschen, die dieser Problematik ausgesetzt sind. Jedes Leid lässt sich ertragen, wenn man nur weiß, dass es zu einem Ende kommt - und wann genau das ist.

Leider gibt es keine eindeutige Antwort. Die Dauer der Entzugssymptome hängt vor allem von drei Faktoren ab:

* Dauer der Einnahme: Je länger das Medikament eingenommen wurde, desto größer die Gefahr, dass Entzugssymptome auftreten und diese länger anhalten.
* Höhe der eingenommen Dosis: Je größer die eingenommene Dosis, desto größer die Gefahr von Entzugssymptomen.
* Der eigene Körper: Dies ist ein wesentlicher Punkt. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf diese Medikamente und dementsprechend kann es beim Absetzen auch zu sehr unterschiedlichen Intensitäten des Entzugs kommen.

Eine für alle Menschen gültige Regel kann es deshalb nicht geben. Um ein extremes Beispiel zu nennen: Es kann einen Menschen geben, der ein SSRI Antidepressivum über 2 Jahre lang einnimmt und beim Reduzieren nur zwei wochen leichte Symptome verspürt. Es kann aber genau so einen Menschen geben, der ein Antidepressivum nur 2 Monate einnimmt und für viele Monate oder sogar Jahre unter den Folgen leidet.

Generell lässt sich nur sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, noch an Entzugssymptomen zu leiden, mit der Dauer abnimmt. Wenige Wochen sollten also den Normalfall darstellen. Berichte und Erfahrungen von vielen Betroffenen zeigen aber, dass auch Monate und sogar Jahre keine Seltenheit sind. In so einem Fall wird auch von chronic withdrawal syndrom (chronischem Entzugssyndrom) gesprochen.

Festhalten lässt sich jedoch (bis auf ganz wenige Ausnahmen): Es wird mit der Zeit besser !

Category:Informationen

Murmeline
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Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: AD-Absetz-Information

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 16.06.15, 14:23

Texte wurde ergänzt und korrigiert :)
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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