Vorsicht bei Medikamenten als Lösung

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
inandout
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Vorsicht bei Medikamenten als Lösung

Beitragvon inandout » Montag, 19.06.17, 14:52

Liebe Leidgeplagte,

(liebe Mods: dieses Thema wäre was nicht nur für "Neuroleptika absetzen", es betrifft im Prinzip alle Psychopharmaka als Lösung; ich wußte nur nicht wohin sonst damit, könnt Ihr es verschieben?)

ich nehme seit einer Weile einen Teil meines Medikaments als Lösung ein. Dabei habe ich das in kleinen Fläschen gemischt mit Wasser immer dabei, also vorgesorgt für mehr als eine Woche.

Seit ein paar Tagen sind mir aber Bedenken gekommen:

1. Auf der Lösung steht "Nach Anbruch 2 Monate haltbar" und
2. "Nicht über 25° lagern." (bei den aktuellen Temperaturen durchaus relevant!)

Ich habe in der Apotheke gefragt, wie ernst das zu nehmen ist. In der Apotheke hier um die Ecke arbeitet ein sehr engagierter Apotheker, der einem Freund von mir schon mal kein Aspirin komplex herausgegeben hat, weil er meinte, mein Freund gehöre ins Bett und Aspirin komplex sei nur so eine Art Dopingmittel (das ist zwar etwas übergriffig, aber ich finde im Grunde schon etwas sehr Sympathisches daran - im Gegensatz zu Apotheken, die versuchen einem möglichst viele Substanzen zu verkaufen).

1. Dieser Apotheker hat sich die Hilfsstoffe meiner Lösung angeschaut (Amisulprid als Lösung). Hilfsstoff ist unter anderem Wasser. Und da meinte er, wäre das mit den 2 Monaten schon ernstzunehmen, weil über Wasserentzug aus der Lösung auch die Wirkung nachlassen könnte, wenn ich ihn richtig verstanden habe.

2. Bei aktuellen sommerlichen Temperaturen gehts schnell mal über 25° und ich trage wie gesagt die Lösung vorgemischt mit mir herum. Der Tip des Apothekers: Entweder eine Brotdose mit Kühlakku, oder von zu Hause gekühlt mitnehmen, so 7-8 Stunden wäre das draußen auch bei über 25° in Ordnung.

Vielleicht sind ja unter uns Menschen, die sich mit Chemie besser auskennen und diese Infos gut beurteilen können.

Mein Fazit vorerst: Die Lösung ist doch nicht so unkompliziert, wie ich am Anfang dachte und lässt sich nicht beliebig herumspazieren. Auf die Haltbarkeit nach Anbruch könnte man immerhin noch reagieren, in dem man das mit einem Arzt bespricht und sich rechtzeitig neue Rezepte holt und dann die längst noch nicht aufgebrauchte alte Lösung entsorgt (Nachteil: man muss viel öfter die 5 Euro Zuzahlung leisten, was für uns als Chroniker aber ja in der Regel gedeckelt ist)
Ausgangsmedikation (im größten Teil des Verlaufs wusste ich noch nichts von ADFD). Das ist leider nur eine nicht ganz genaue Rekonstruktion:

Mit Psychiatern:

Juli 2009: 800 mg Amisulprid (Klinikentlassung)
Okt. 2011: 400 mg Amisulprid
März 2012: 200 mg Amisulprid
Anfang 2013: 150 mg Amisulprid
Juli 2013: 50 mg Amisulprid
August 2013: 100 mg Amisulprid
Anfang 2014: 75 mg Amisulprid
September 2015: 50 mg Amisulprid
Anfang 2016: 100 mg Amisulprid
Juli 2016: 75 mg Amisulprid

Auf eigene Faust:

Januar 2017: Kaltentzug Alkohol (vorher über Jahre fast jeden Abend zwei Bier)

8. März 2017: 50 mg Amisulprid
zwischenzeitlich 62,5 mg Amisulprid, außerdem ca. 8. - 24. März jede Nacht 20 mg Oxazepam, dann kalt entzogen
7. April 2017: 75 mg Amisulprid
16. April 2017: 50 mg Amisulprid (wg. paradoxer Effekte)
seit ca. 23. April: 75 mg Amisulprid (weil die Entzugssymptome nicht auszuhalten waren)
27. April: 70 mg Amisulprid (Wasserlösmethode)
28. April: 70 mg Amisulprid (ab jetzt Feinwaage, scheint mir genauer), Symptome: belastende innere Bilder, Fantasien, Schlafstörungen
29. April: 70 mg Amisulprid, Symptome: Unwirklichkeitsgefühle, abends "Fluten" oder "Schwimmen" im Kopf
2. Mai: Umstieg auf 50 mg Amisulprid + 20 mg Lösung, damit die Dosis exakt ist (meine Feinwaage war mir zu ungenau)
4. Mai: weiterhin 70mg Amisulprid, Symptome: Schlafstörungen anhaltend, belastende Fantasien
11. Mai: weiterhin 70mg Amisulprid, damit immerhin 14 Tage geschafft, ohne dass etwas Schlimmes passiert ist. Symptome: Schlafstörungen, belastende Bilder/ Fantasien, teilweise Hoffnungslosigkeit, im schlaf starkes schwitzen
12. Mai: Schlaf etwas besser (6 Stunden am Stück), Sprechen im Schlaf, dafür tagsüber heftige innere Bilder
13. Mai: Schlaf etwas kürzer (5 Stunden am Stück), dafür Besserung der Bilder/Fantasien
14. Mai: weiterhin 70 mg Amisulprid, zusätzlich 3x 450 mg Baldrian, beim Einschlafen ein recht deutliches erschreckendes Bild

Langfristiger Absetzplan: Alle 6 Wochen 5% (mit individuell hergestellten Kapseln; den Einnahmezeitpunkt hatte ich schon schrittweise auf 10 Uhr morgens verschoben)
14. Juli 2017: Beginn mit 66,5 mg Amisulprid

dragon4277
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Re: Vorsicht bei Medikamenten als Lösung

Beitragvon dragon4277 » Dienstag, 20.06.17, 23:56

Hallo inandout,

ja Lösungen können probleme sein. Ist zwar praktisch, aber nahezu alle Lösungen enthalten Ethanol. Einerseits ist Ethanol genussmittel, andererseits verflüchtigt sich ethanol auch nach einiger Zeit.
Wodurch zwar der Wirkstoff nicht beinflusst wird. Aber die konzentration.

Naja im Endeffekt sind 2 Monate nach anbrechen sowieso eine sehr lange zeit. Kannst ja uch nicht 2 Monate Brot lagern, obwohl da viel chemie drin ist die es haltbar machen sollte.

LG Dragon
2003 Diagnose reine Paranoia
- Zyprexa 5-10mg
J01/2005 Zyprexa abgesetzt auf anraten des Docs ohne auschleichen rückfall+ verschlimmerung ->
03/2005 Diagnose Schizophrenie
-Zyprexa 5mg
2009 Zyprexa 5mg abgesetzt neu Risperdal 2mg ->(schwere Depressionen)
03/2011 Risperdal abgesetzt 15mg abilify -> Entzug
04/2011 wieder Risperdal 2mg
03/2012 Risperdal 2mg Seroquel Prolong 600mg (noch schwerere Depression gewichtzunahme)
09/2012 kalter Entzug von Risperdal und Seroquel Prolong (hat 3 Monate gedauert) mit unterstützung von Amisulprid 200mg
10/2013 Amisulprid 300mg
10/2014 amisulprid 200mg
11/2015 amisulprid 150mg
06/2016 Pantoprazol von 40mg auf 20mg
04/2017 Pantoprazol 0mg
04/2017 amisulprid 200mg um Absetztpsychose bei Pantoprazol absetzung zu verhindern bald wieder auf 150mg

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Re: Vorsicht bei Medikamenten als Lösung

Beitragvon padma » Mittwoch, 21.06.17, 19:00

hallo zusammen, :)

die Lösung sollte möglichst gekühlt werden, wir empfehlen daher auch die Aufbewahrung im Kühlschrank. Für unterwegs finde ich die Idee des Apothekers mit den Kühlakkus gut.

Und da meinte er, wäre das mit den 2 Monaten schon ernstzunehmen, weil über Wasserentzug aus der Lösung auch die Wirkung nachlassen könnte, wenn ich ihn richtig verstanden habe.

Dieses Verdunstungsproblem wurde hier auch schon irgendwo diskutiert. Da jedoch die Flasche immer nur sehr kurz geöffnet wird und ja auch gekühlt ist, sollte es eigentlich kein Problem sein.

So ich habs gefunden :D , hier die Erläuterung von Jamie :) : viewtopic.php?p=159079#p159079

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Vorsicht bei Medikamenten als Lösung

Beitragvon Hunk89 » Freitag, 23.06.17, 5:33

Ich persönlich finde es besser, mit einer Waage zu arbeiten, die 0,001 wiegen kann. Einfach mal googeln "Waage" und "0,001 g"

Das, ein gutes Messer und Kapseln. Da hat man auch keine Probleme mit Haltbarkeit.

Viel Erfolg.
Medikament dosis morgens-dosis mittags-dosis abends-dosis nachts
Quetiapin Prolong 300-0-0-0
Quetiapin 0-0-50-600
Olanzapin 2,5-0-7,5-10
Venlafaxin 0-0-0-37,5
Trazodon 50-0-0-0

Maximum 25mg Olanzapin
22,5mg Olanzapin ab 7.12.16
21,25mg Olanzapin ab 2.2.17
20mg Olanzapin ab 3.4.17
Maximum 75mg Trazodon
67,5mg Trazodon ab 5.5.17
60,8mg Trazodon ab 9.6.17
54,7mg Trazodon ab 9.7.17
50mg Trazodon ab 28.8.17
45mg Trazodon ab 11.10.17


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