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Liebe ADFDler,

seit alle technischen Probleme behoben sind, hat das Forum wieder täglich Neuanmeldungen. Das Team steht gern unterstützend zur Seite, kann aber aufgrund der wachsenden Teilnehmerzahl oft nicht mehr zeitnah antworten.

Daher freuen wir uns über alle, die im Sinne der Selbsthilfe andere unterstützen, sie zum Beispiel auf relevante Infothreads aufmerksam machen oder die mit ihren persönlichen Erfahrungen in den Austausch untereinander gehen. Ein Schwerpunkt des Forums ist die gegeseitige Unterstützung und Begleitung, dazu kann jeder seinen Teil beitragen!

Falls noch nicht geschehen, lest euch bitte die wichtigsten Absetz-Informationen gründlich durch und verlinkt sie gerne auch an neue Teilnehmer:

Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Viele Grüße vom Team

Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

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Ladylady8787
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Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon Ladylady8787 » Mittwoch, 12.07.17, 22:16

Hi

Ich hoffe dass ich hier richtig bin .

Mein Freund hat seit 5 Monaten eine Koordinationsstörung ,Gangstörung (Ataxie).
Er kann sein Gleichgewicht nicht halten und hat ein merkwürdiges Gangbild. Er sagt es fühle sich so an als laufe er auf zwei Stücken und kann nicht richtig koordinieren.

Da bei meinem Freund nicht feststellbar ist woher die gangstörung kommt, habe ich mal im beipackzettel von dem neuroleptika geschaut , er nimmt olanzapin und das verursacht Bewegungsstörungen ( im beipackzettel unwillkürliche Bewegungen)

Zudem bekam er mal zuclopenthixol

In Depotsspritze hochdosiert.nach dem beipackzettel kommen auch Gangstörungen vor , da stand auch was von ataxie.

Naja Ärzte sagen ne das ist es nicht aber wenn die nix feststellen was soll das sein?bin nun echt verzweifelt er ist nun schon 3 Wochen in Reha,läuft viel , macht auch krankengymnastik manchmal glaub ich ist es für die Katz ...

Bin momentan nicht so optimistisch man ja nicht mal sagen : jetzt wird es etwas besser

Olanzapin nimmt er noch dieses zuclopenthixol seit 5 Monaten nicht mehr. Er bekam das zweimal.

An den kann man sich noch wenden ?

Bin nun echt verzweifelt:-(

LinLina
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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon LinLina » Mittwoch, 12.07.17, 23:02

Hallo lady :-)

willkommen bei uns im Forum.

Es ist derzeit viel los und das Team ist eingeschränkt aktiv, aber du bekommst sicher noch andere Einschätzungen.

Zunächst einmal wäre es aber wichtig zu wissen, wie lange dein Freund schon Neuroleptika einnimmt/verabreicht bekommt und warum. Wie lange nimmt er schon Olanzapin?

Wir sind hier ein Pychopharmaka-kritisches Forum da die meisten unserer Mitglieder die Erfahrung gemacht haben, dass Medikamente nicht so hilfreich sind und mehr Nebenwirkungen haben, als gemeinhin angenommen wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gangstörung durch das zuclopenthixol ausgelöst wurde und evtl. durch das Olanzapin verstärkt/aufrecht erhalten wird. 5 Monate sind leider bei Depotspritzen noch keine Zeit, erfahrungsgemäß halten die Wirkungen und Nebenwirkungen bei einigen Menschen viele Monate an. Es kann also durchaus sein, dass er immer noch unter Nebenwirkungen leidet, die sich aber wahrscheinlich wieder bessern sollten, sobald das Medikament vollständig abgebaut ist. Allerdings kann eben auch das Olanzapin eine Rolle spielen.

Wie geht es im denn derzeit, ist er seelisch stabil?

Könnte er sich vielleicht eine ganz vorsichtige Dosisreduktion des Olanzapins vorstellen, wenn er wieder zu Hause ist?

Wir haben hier viele Informationen zum Absetzen und Unterstützen uns gegenseitig beim achtsamen Reduzieren.

Lies dir gerne schonmal die Basisinfos durch:

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Liebe Grüße
Lina
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Seit 2014 chronische Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle) und OP wegen Tumorverdacht

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr heftig) und seit 8.2.2015 komplett abgesetzt :-)

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: :
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Ladylady8787
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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon Ladylady8787 » Donnerstag, 13.07.17, 1:27

Hi Lina

Danke für deine Antwort.
Mein Freund hatte eine schlimme Psychose gehabt, er hatte seine damalige Medikation von heut auf morgen abgesetzt und eine Rückfallpsychose bekommen.. .Durch das zuclopenthixol und olanzapin ist er wieder zum Glück stabil geworden, aber seit dem hat er diese Gangstörung
..alles seit Januar.
Er wurde von Kopf bis Fuß durchgecheckt und die Ärzte haben nichts gefunden und sind überfragt woher die Gangstörung kommt.

Ich habe mir auch überlegt , ob die Spritze durch das olanzapin nicht richtig abgebaut werden kann ?
Also ich denke das liegt bestimmt an den Medikamenten ...er macht Reha und sein gangbild wird nicht besser...

Aber die Ärzte haben sich darauf eingelassen die Konzentration von olanzapin um Blut zu bestimmen...ich denke eine Reduzierung wäre sinnvoll aber alleine würde ich mich erstmal nicht trauen da er eine schlimme Psychose hatte....

stabil ist er zurzeit...
Nur die gangstörung macht ihn zu schaffen er sagt immer seine Beine machen Was sie wollen er kann sie nicht kontrollieren :-(

Ladylady8787
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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon Ladylady8787 » Donnerstag, 13.07.17, 1:29

Achja er hatte im Januar 300mg gespritzt bekommen 2 Wochen später nochmal 300mg zuclopenthixol innerhalb von 14 Tagen .

Wie lange dauert es bis die Depot Spritze abgebaut ist ?

padma
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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon padma » Donnerstag, 13.07.17, 17:29

hallo Lady, :)

auch von mir willkommen.

Da die Gangstörungen im zeitlichen Zusammenhang mit den NL aufgetreten sind und andere Ursachen nicht gefunden wurden, kannst du wirklich davon ausgehen, dass es sich um NW handelt.

Zuclopenthixol hat Gangstörungen als häufige NW https://www.die-apotheke-liefert.de/ima ... 8_de_o.pdf

Wie lange es dauert bis eine Depotspritze abgebaut ist, kann man leider nicht sagen. Es kann auf jeden Fall Monate dauern.
Da beide NL diese NW haben, kann sich das gegenseitig verstärken.

Auch dann, wenn die Substanz abgebaut ist, kann es noch dauern, bis die NW nachlassen.

Mein Freund hatte eine schlimme Psychose gehabt, er hatte seine damalige Medikation von heut auf morgen abgesetzt und eine Rückfallpsychose bekommen..

Das abrupte Weglassen war ein schwerwiegender Fehler. :shock: Er hatte keinen Rückfall sondern eine sogenannte Entzugspsychose.

Wieviel Olanzapin nimmt er denn?

Aber die Ärzte haben sich darauf eingelassen die Konzentration von olanzapin um Blut zu bestimmen..

Das ist nicht so aussagekräftig. Es kommt ja auf dem Spiegel im Gehirn an und den kann man nicht mal einfach so messen.

Wenn er stabil ist, würde ich die Dosis ganz langsam reduzieren. Damit minimiert man das Risiko einer Entzugspsychose, und die Gangstörungen werden sich hoffentlich bessern.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon Ladylady8787 » Sonntag, 16.07.17, 22:19

Und um wieviel soll der Arzt reduzieren um eine entzugspsychose zu vermeiden ?

Aktuell nimmt er 15mg olanzapin.

Dann um 5mg oder ist es zu viel ?

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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon padma » Montag, 17.07.17, 14:02

hallo Lady, :)

wir empfehlen Reduktionen von 10 %.
Allerdings ist er in der Dosis noch recht hoch und hat diese schwere NW.

Daher wäre zu überlegen, ob es nicht besser wäre, zunächst einen grösseren Schritt zu machen.
5 mg finde ich sehr viel, ich würde zu 2,5 mg tendieren. Und wenn das gut klappt in 4 Wochen nochmal 2,5 mg weniger. Und dann schauen, wie es sich entwickelt.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Durch Olanzapin Koordination/Gangstörung ?

Beitragvon Arianrhod » Dienstag, 18.07.17, 19:52

Ladylady8787 hat geschrieben:
Aber die Ärzte haben sich darauf eingelassen die Konzentration von olanzapin um Blut zu bestimmen...ich denke eine Reduzierung wäre sinnvoll aber alleine würde ich mich erstmal nicht trauen da er eine schlimme Psychose hatte....


padma hat geschrieben:Das ist nicht so aussagekräftig. Es kommt ja auf dem Spiegel im Gehirn an und den kann man nicht mal einfach so messen.


Mir hat ein Krankenpfleger damals in der Klinik erzählt, diese Messung macht man auch gar nicht, um den richtigen Spiegel des NL zu bestimmen, das geht nämlich nicht, sondern nur wenn man den Verdacht hat, der Patient lässt das NL weg oder nimmt es nicht regelmäßig. Also keine medizinische, sondern eine Konrollfunktion. :roll:

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)


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