Amisulprid absetzen

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
Udo
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Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Dienstag, 10.10.17, 10:35

Hallo,
ich bin neu im Forum. Ich leide unter einer chronischen Psychose und habe mein Amisulprid dieses Jahr von 300mg auf jetzt 100mg reduziert.
Ich würde gerne 2018 mein Amisulprid langsam reduzieren und absetzen. Problematisch dabei ist aktuell, dass mein Facharzt sowie meine Frau dagegen sind. Frühere Reduzierungen führten regelmäßig zu einer Verschlechterung meiner Erkrankung und zu Klinikaufenthalten. Teilweise habe ich sicherlich zu schnell reduziert oder es kamen belastende Lebensereignisse, die eine erneute Höherdosierung erforderlich machten.

Meine Fragen an das Forum sind: Wie kann ich Arzt und Partnerin überzeugen? Ist ein Jahr ausreichend um auszuschleichen und wie gehe ich konkret vor (Plan)?

Viele Grüße
Udo
Diagnose: Paranoide Schizophrenie, ausgelöst durch Schlaflosigkeit und berufliche Überforderung; Trennung der Eltern im Alter von 12 Jahren

1988: 1. Klinikaufenthalt von 5 Wochen im Alter von 21 Jahren; Medikamente Haldol und andere typische Neuroleptika,
die nach 9 Monaten ausgeschlichen werden konnten; enormer beruflicher Stress
1992: Kleinere Krise, die vorübergehend medikamentös behandelt wurde, dann wieder medikamentenfrei
2000: Familiäre Krise mit längerer Einnahme von Schlafmittel Stilnox, Betablocker beloc zok mite
2004: Schwerer, beruflich bedingter Burnout, Einnahme Neuroleptikum Sulpirid; Tod meines Vaters
2005: 2. Klinikaufenthalt von 2 Monaten im Alter von 39 Jahren; Medikamente Haldol und Amisulprid; große Schwierigkeiten mit Bruder
2007: 3. Klinikaufenthalt von 5 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikament Amisulprid
2009: Diagnose Diabetes Typ 2, Behandlung mit Metformin; schwere psychische Krise ohne Klinik, aber hochdosiertem
Amisulprid
2012: Volle Berentung
2013: 4. Klinikaufenthalt von 10 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikamente Haldol, Zeldox, Quetiapin

Seit 2004 nehme ich durchgehend Neuroleptika in wechselnden Dosierungen, u.a. auch Risperidon, Aripiprazol, zuletzt wieder Amisulprid.
Seit Oktober 2017 Amisulprid 100mg.

Murmeline
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 10.10.17, 10:39

Moin Udo,

Glückwunsch zur Reduzierung bisher, Du hast ja einiges geschafft schon. Wie geht es Dir damit?
Ich finde es prima, dass Du Dir für das letzte drittel weiter zeit lassen willst und gut vorbereitet sein möchtest.
Hier findest Du sicher weitere Unterstützung und Austausch.

Kennst Du die Broschüre von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP e.V.) Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika?
Das wäre sicher ein wichtiges Puzzlestück zur weiteren Vorbereitung, für Dich, die Familie und auch den Arzt:
viewtopic.php?f=32&t=8997

Erste Grüße von Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Dienstag, 10.10.17, 11:07

Hallo Murmeline,
mit der Reduzierung geht es mir soweit gut. Bisher war es immer so, dass wenn ich unter 100mg reduziert habe irgendwann eine Verschlechterung eintrat und ich wieder auf 300mg hoch gehen musste. Deshalb will ich künftig sanfter reduzieren. Die Broschüre habe ich und ich werde sie nochmals durchlesen. Das Forum finde ich echt klasse, ich habe mich schon etwas eingelesen. Allerdings ist jede Reduzierung individuell und jeder Körper reagiert anders. Das macht es für mich so schwierig. Ich will auch nicht auf eigene Faust weiter reduzieren. Den Arzt und meine Partnerin mit ins Boot zu nehmen wäre mir im Vorfeld immens wichtig. Wie kann ich da gute Überzeugungsarbeit leisten?
Erstmal vielen Dank und viele Grüße von Udo
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Arianrhod
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Arianrhod » Dienstag, 10.10.17, 11:59

hallo lieber Udo,

du hast recht mit den letzten 100 mg von Amisulprid. Da das Medikament in niedrigen Dosen auch irgendwie noch antidepressiv wirkt, gibt es beim Absetzen oft heftige Depressionen, Panik und eventuell auch psychotische Symptome, ohne das das eine Verschlechterung der Krankheit bedeutet. Es sind eindeutig Absetzsymptome. ( Ich weiss das, weil ich eine Fehldiagnose hatte, Amisulprid bekam - und ich hatte diese Symptome dann AUCH.)
1.) Deine Schritte sind auch bisher ziemlich groß, das kann aber gutgegangen sein, weil vermutlich deine Rezeptoren schon alle besetzt waren. Wenn
das so ist, gibt es keine Steigerung der Wirkung mehr. Kritisch wird es, wenn die Rezeptoren sich wieder umgewöhnen müssen, nicht ständig von einem Neuroleptkum blockiert zu sein.
2) Der einfachste Weg wäre es, wenn dein Arzt dir Amisulprid in Tropfenform verordnen würde, dann kannst du tropfenweise runterdosieren; dauert zar lange, doch du bist auf der sicheren Seite.
Wie lange nimmst du Amisulprid schon? Wenn du es Jahre nimmst, kann das Ausschleichen auch Monate- Jahre dauern. Geh von 10% Reduzierung alle 6 Wochen aus.
Die Tropfen gibt es nur vom Original - Solian http://www.apotheken-umschau.de/Medikam ... 49052.html kann also sein, dass dein Doc aus Kostengründen nicht begeistert ist.
3)
Udo hat geschrieben:ch will auch nicht auf eigene Faust weiter reduzieren. Den Arzt und meine Partnerin mit ins Boot zu nehmen wäre mir im Vorfeld immens wichtig. Wie kann ich da gute Überzeugungsarbeit leisten?


Du schreibst, du hättest eine chronische Psychose. Leider schreibst du nicht genau, wie sie sich äußert und wie lange du sie hast (wäre nett, wenn du eine Signatur anlegst und da deine Medikamentengeschichte reinschreibst.) Wenn sie chronisch ist, halte ich dich für einen erfahrenen Patienten, der sich selbst gut kennt.
Was sind die Nebenwirkungen, die dich stören bei Amisulprid? Wie verschlechtern sie deine Lebensqualität ? Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du diese Nebenwirkungen nicht hättest?
Beispiel: " Wenn ich nicht immer so müde wäre, würde ich zweimal die Woche zum Sport gehen."
Überleg dir im Vorfeld, was triggert bei dir Psychose? . Wann tritt sie auf? Eventuell auch : Warum? Wie möchtest du Situationen, beispielsweise Stress, vermeiden, die psychotische Symptome verursachen ? Oft ist es so, dass ein Psychotherapeut hilfreich ist, möchtet du eine Psychotherapie beginnen?
Oft ist hier Reduzieren ein gutes Argument. Wenn du sehr abgeschossen bist durch Medikamente, kommst du an deine Gefühle nicht ran und kannst in der Therapie nicht gut an dir arbeiten.
Wichtig ist, dem Arzt zu zeigen , dass du kein Medikamentengegner bist. ( da stehen sie nicht drauf).
Versichere, du wärst jederzeit wieder bereit, Neuroleptika zu nehmen, falls Frühwarnsymptome auftreten. Eventuell kann der Arzt dich engmaschig sehen .

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Dienstag, 10.10.17, 14:38

Liebe Arian,
zunächst herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort und Gratulation zu Deinem Weg in die Medikamentenfreiheit! Wie geht es Dir heute?

Meine Psychose äußert sich, wohl auch bedingt durch Medikamente, vornehmlich mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, teilweise auch Schlafproblemen. Eine schwere Nebenwirkung der Medikamente ist mein seit 2009 diagnostizierter Diabetes Typ 2, den ich nur schwer akzeptieren kann. Ich bin überzeugt, dass es sich um einen medikamenteninduzierten Diabetes handelt.
Wenn diese Nebenwirkungen weg wären, hätte ich wieder eine deutlich bessere Lebensqualität. Dann könnte ich mir auch ein Ehrenamt oder einen Nebenjob vorstellen.
Ich nehme Amisulprid mit Unterbrechungen (andere Medis) schon seit 2005. Insofern will ich mir mit dem Reduzieren der restlichen 100mg 1-1,5 Jahre Zeit nehmen. Die 10%-Regel alle 6 Wochen finde ich gut. Gibt es auch die Möglichkeit, auf ärztliches Rezept individuelle Tablettendosen (z.B. 10mg) in der Apotheke herzustellen? Dann könnte man auch kleinschrittiger reduzieren.

Ich habe auch vor, parallel eine Psychotherapie zu machen. Ich habe einige Baustellen in meiner Lebensgeschichte, die ich aufarbeiten will und muss.

Ich bin am Überlegen, ob ich meinem Arzt vorschlage, ihn privat zu bezahlen und mir dadurch eine engmaschigere Begleitung erkaufe.

Wie hast Du beim Reduzieren und Absetzen Deinen Partner überzeugt? Du hattest ja auch Rückschläge zu verkraften und die Angehörigen leiden ja dadurch auch, wie bei mir.

Meinem Eindruck nach hast Du sehr viel Erfahrung mit Deiner Erkrankung und einen unglaublichen Durchhaltewillen auf Deinem steinigen Weg zur Genesung.

Ich freue mich auf weiteren Austausch.

Viele Grüße Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Jamie » Dienstag, 10.10.17, 15:15

Hallo Udo,

Gibt es auch die Möglichkeit, auf ärztliches Rezept individuelle Tablettendosen (z.B. 10mg) in der Apotheke herzustellen? Dann könnte man auch kleinschrittiger reduzieren.


Ja das ist möglich.
Nennt sich Individualrezeptur und ist in jeder beliebigen Dosierung möglich.
Allerdings ist das im Vergleich zur normalen Substanzverordnung teuer und nicht jeder Arzt wird sich aufgrund der Budget-Belastung darauf einlassen.
Ein Kompromiss wäre es daher vielleicht, wenn du Privatrezepte akzeptieren würdest?
Ich würde trortzdem mal beim Arzt nett anfragen; fragen kostet ja nichts.

Willkommen im Forum :)

Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Dienstag, 10.10.17, 15:47

Hallo Jamie,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde den Arzt darauf ansprechen. Mal sehen, ob ich mir das privat leisten könnte. Aber der Wirkstoff wird auch als Generika hergestellt und ist somit günstiger als das Original. Die Herstellung in der Apotheke ist wahrscheinlich recht teuer wegen der Arbeitszeit. Aber ich werde mich erkundigen. Wenn ich damit sanfter reduzieren kann, dann wäre mir es das wert.

Viele Grüße Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon padma » Dienstag, 10.10.17, 17:56

hallo Udo, :)

auch von mir noch willkommen.

Die Herstellung in der Apotheke ist wahrscheinlich recht teuer wegen der Arbeitszeit. Aber ich werde mich erkundigen.

es lohnt sich in verschiedenen Apotheken nachzufragen, die Preise können stark variieren.

Meine Psychose äußert sich, wohl auch bedingt durch Medikamente, vornehmlich mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, teilweise auch Schlafproblemen.

Das kann wirklich an den Medikamenten liegen und es ist fraglich, ob das wirklich Psychosesymptome sind.

Eine schwere Nebenwirkung der Medikamente ist mein seit 2009 diagnostizierter Diabetes Typ 2, den ich nur schwer akzeptieren kann. Ich bin überzeugt, dass es sich um einen medikamenteninduzierten Diabetes handelt.

Das ist ziemlich wahrscheinlich.

Wenn diese Nebenwirkungen weg wären, hätte ich wieder eine deutlich bessere Lebensqualität. Dann könnte ich mir auch ein Ehrenamt oder einen Nebenjob vorstellen.

Das ist ein sehr gewichtiges Argument.

Dieses Video von Dr. Weimann könnte für dich auch hilfreich sein, da findest du auch noch Argumente
viewtopic.php?f=6&t=12730

Ich habe auch vor, parallel eine Psychotherapie zu machen. Ich habe einige Baustellen in meiner Lebensgeschichte, die ich aufarbeiten will und muss.

Eine Psychotherapie ist dann sicherlich sinnvoll. Allerdings solltest du darauf achten, wie das paralell zum ausschleichen klappt, es sollte möglichst nichts aufgewühlt werden.

Die 10%-Regel alle 6 Wochen finde ich gut.

Ich würde evtl. sogar nur in 5 % Schritten reduzieren. Lieber langsam aber nachhaltig.

liebe Grüsse,
padma

Nachtrag: Vielleicht ist diese Recovery package auch interessant http://www.pflege-in-der-psychiatrie.eu ... ry-neu.htm
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Dienstag, 10.10.17, 20:11

Hallo Padma,
vielen Dank für die Tipps und das Video!

Viele Grüße Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Arianrhod » Mittwoch, 11.10.17, 19:38

Hallo Udo,
ich schreibe mal, wie ich das sehe, ich weiss nicht, ob es richtig ist:
Du hattest als junger Mensch eine psychische Krise. JEDER Mensch kann psychotische Symptome entwickeln, wenn er einem gewissen Druck ausgesetzt ist, der eine halt früher, der andere später. Das bedeutet, du bist sehr sensibel, es bedeutet NICHT, du bist lebenslänglich krank oder grundsätzlich anders als andere Menschen , aber genau das sagt so eine Diagnose wie "Paranoide Schizophrenie".
Du hast dich erholt, ab und zu mal Einbrüche und bist dann in der Dauermedikation gelandet.
Udo hat geschrieben:Meine Psychose äußert sich, wohl auch bedingt durch Medikamente, vornehmlich mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, teilweise auch Schlafproblemen.

Das ist keine Psychose, denn die Leitsymptome "Halluzinationen" und "Wahn" fehlen, formal denkgestört kommt mir deine Schreibe auch nicht vor, kurz und gut, es ist SEHR wahrscheinlich, dass du nur noch Nebenwirkungen von den Neuroleptika hast , eventuell auch eine durch Neuroleptika verursachte Depression.
Udo hat geschrieben:Eine schwere Nebenwirkung der Medikamente ist mein seit 2009 diagnostizierter Diabetes Typ 2, den ich nur schwer akzeptieren kann. Ich bin überzeugt, dass es sich um einen medikamenteninduzierten Diabetes handelt.

Das ist auch sehr wahrscheinlich. Bei vielen Menschen entgleist der Stoffwechsel: Diabetes, Adipositas sind keine Seltenheit.
Udo hat geschrieben:ch bin am Überlegen, ob ich meinem Arzt vorschlage, ihn privat zu bezahlen und mir dadurch eine engmaschigere Begleitung erkaufe.

Das könntest du machen; wenn du allerdings die Möglichkeit hast, als Privatpatient zu einem Psychotherapeuten zu gehen - noch besser. Du sparst dir die Wartezeit, arbeitest aktiv an deinen Problemen - und dein Arzt erkennt, dass es dir ernst ist, da du dich sogar in Unkosten stürzt.
Udo hat geschrieben:Wie hast Du beim Reduzieren und Absetzen Deinen Partner überzeugt? Du hattest ja auch Rückschläge zu verkraften und die Angehörigen leiden ja dadurch auch, wie bei mir.

Mein Mann war Zeuge, als mich die Ärzte beim "Aufklärungsgespräch" belogen haben. Grundsätzlich wusste er also, dass ich Recht hatte. Ihm fiel allerdings auch nicht ein, wie er mir den Entzug leichter machen konnte. Er war eher froh, als ich endlich auf Leute traf, die mir zeigen konnten, wie man "richtig" absetzt - er konnte es leider nicht.
Dass ich unter der Medikation litt, war ihm klar. Aus seiner quirligen, witzigen, dünnen ehefrau war in kürzester Zeit ein sehr dicker trauriger Mensch geworden, der nur noch auf dem Sofa saß und nicht mehr lachte - er verstand, dass ich so nicht mehr weiterleben wollte. Deinen Angehörigen muss der Grad deiner Verzweiflung klar sein.
Meine Eltern beispielsweise verstanden nicht, warum ich absetzen wollte. Für sie war das alles irgendwie "gottgegeben" ,und Ärzte irren sich nie. :roll:
Sie habe ich rausgehalten, so bvel Verständnislosigkeit half mir nicht weiter.
Udo hat geschrieben:Ich freue mich auf weiteren Austausch.

Danke, ich auch :)
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Donnerstag, 12.10.17, 11:10

Hallo Arian,
vielen Dank, dass Du so detailliert auf meinen Beitrag eingehst, das ist mir eine große Hilfe.

Mein Hauptproblem zur Zeit ist, meine Partnerin und meinen Facharzt von einer weiteren Reduzierung zu überzeugen. Meine Frau hat Angst, weil sie mich schon in einem jämmerlichen Zustand gesehen hat und mich bei einem Klinikaufenthalt begleitet hat. Das will ich ihr und auch mir nicht mehr zumuten. Mein Arzt ist sehr vorsichtig und befürchtet eine Verschlechterung meiner Erkrankung. Ich hatte durch starke Reduzierungen zwei Klinikaufenthalte und immer wieder Krisen mit Höherdosierung. Das wissen meine Frau und mein Arzt. Wie soll ich sie überzeugen, dass es gerade diesmal klappen soll?

Alternativ könnte ich mich mit den 100mg abfinden. Was wären die Folgen? Die beschriebenen Nebenwirkungen mit der eingeschränkten Lebensqualität wären weiterhin da. Mein Diabetes würde bald insulinpflichtig werden und langsam meinen Körper zerstören. Das kann ich nur schwer akzeptieren. Ich war schon nahe dran aufzugeben und alles zu akzeptieren. Aber irgendetwas treibt mich an, nicht aufzugeben. Ich denke, es ist der unbedingte Wunsch und Wille, die Krankheit zu überwinden und wieder ein lebenswertes Leben zu leben.

Viele Grüße Udo
Diagnose: Paranoide Schizophrenie, ausgelöst durch Schlaflosigkeit und berufliche Überforderung; Trennung der Eltern im Alter von 12 Jahren

1988: 1. Klinikaufenthalt von 5 Wochen im Alter von 21 Jahren; Medikamente Haldol und andere typische Neuroleptika,
die nach 9 Monaten ausgeschlichen werden konnten; enormer beruflicher Stress
1992: Kleinere Krise, die vorübergehend medikamentös behandelt wurde, dann wieder medikamentenfrei
2000: Familiäre Krise mit längerer Einnahme von Schlafmittel Stilnox, Betablocker beloc zok mite
2004: Schwerer, beruflich bedingter Burnout, Einnahme Neuroleptikum Sulpirid; Tod meines Vaters
2005: 2. Klinikaufenthalt von 2 Monaten im Alter von 39 Jahren; Medikamente Haldol und Amisulprid; große Schwierigkeiten mit Bruder
2007: 3. Klinikaufenthalt von 5 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikament Amisulprid
2009: Diagnose Diabetes Typ 2, Behandlung mit Metformin; schwere psychische Krise ohne Klinik, aber hochdosiertem
Amisulprid
2012: Volle Berentung
2013: 4. Klinikaufenthalt von 10 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikamente Haldol, Zeldox, Quetiapin

Seit 2004 nehme ich durchgehend Neuroleptika in wechselnden Dosierungen, u.a. auch Risperidon, Aripiprazol, zuletzt wieder Amisulprid.
Seit Oktober 2017 Amisulprid 100mg.

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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Arianrhod » Donnerstag, 12.10.17, 13:36

Hallo Udo,

Udo hat geschrieben:Mein Hauptproblem zur Zeit ist, meine Partnerin und meinen Facharzt von einer weiteren Reduzierung zu überzeugen. Meine Frau hat Angst, weil sie mich schon in einem jämmerlichen Zustand gesehen hat und mich bei einem Klinikaufenthalt begleitet hat. Das will ich ihr und auch mir nicht mehr zumuten. Mein Arzt ist sehr vorsichtig und befürchtet eine Verschlechterung meiner Erkrankung. Ich hatte durch starke Reduzierungen zwei Klinikaufenthalte und immer wieder Krisen mit Höherdosierung. Das wissen meine Frau und mein Arzt. Wie soll ich sie überzeugen, dass es gerade diesmal klappen soll?


Du reagierst auf die Medikamente offensichtlich empfindlich. Das bedeutet, der jetzige Versuch müsste NOCH langsamer, NOCH engmaschiger vor sich gehen, auch in Dosen, die nicht so im Handel erhältlich sind. Bitte deinen Psychiater, dass du einen Ausschleichversuch mit den Tropfen machen darfst. Hier findest du Rat, und auch nette Leute, die so etwas ausrechnen.
Ich kenne dich nur von der Signatur und von hier, doch ein wenig zeichnet sich ab, dass deine psychischen Krisen sehr mit deiner Herkunftsfamilie zu tun haben. Auf dieses Thema musst du achten; du könntest deinem Arzt und deiner Frau versichern, dass du im Falle eines familienbezogenen Ereigniisses wieder etwas nimmst.
Man kann flexibel sein. Auch wenn du 1 Woche bis 6 Wochen wieder ein Psychopharmakon brauchst, das ist nicht für immer; und es ist KEIN Rückschlag, sondern du zeigst damit, dass du deine Erkrankung eigenverantwortlich managst.

Udo hat geschrieben:Mein Diabetes würde bald insulinpflichtig werden und langsam meinen Körper zerstören.

Leider gibt es keine 100% ige Garantie, dass der Diabetes wieder weggeht. Es ist eine Chance. Bei mir wurde ein Prädiabetes diagnostiziert, als ich noch NL nahm - und der ging komplett wieder weg.

Udo hat geschrieben:ch denke, es ist der unbedingte Wunsch und Wille, die Krankheit zu überwinden und wieder ein lebenswertes Leben zu leben.

Und ich denke, du kannst es wirklich schaffen. :hug:
Andere hier haben es auch. Es gibt hier übrigens einen "Schneckenclub" :schnecke: der besonders langsamen Absetzer. :D

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Murmeline » Freitag, 13.10.17, 0:01

Hallo Udo,

Matthias Seibt vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) biete Seminare zum Thema Ver-rücktheiten selbst steuern an (auch im Hinblick auf Psychopharmaka). Hier die nächsten Termine http://www.psychopharmaka-und-verrueckt ... e/Seminare, auf der Website gibt es auch mehr Infos zum Seminar. Ggf. wäre das was, um mehr Sicherheit in der Argumentation zu bekommen?

Es kann auch helfen, nicht von einem Absetzwunsch zu sprechen, sondern von weiteren vorsichtigen Dosisoptimierungen nach unten, um zunächst einmal eine noch geringere Dosis zu finden, bei der „ausreichend“ Wirkung ohne allzuviele Nebenwirkungen auftreten. Dann kann man immer noch weitersehen.

Grüsse, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Udo
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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Udo » Montag, 16.10.17, 12:36

Hallo Arian,
vielen Dank fürs Mutmachen!
Du hast sicher recht, dass meine Herkunftsfamilie der Knackpunkt für meine "psychische Karriere" ist. Da brauche ich sicherlich noch Seelsorge/Therapie.
Momentan macht mir mein Zucker wieder sehr Probleme. Mit Bewegung und Ernährung alleine schaffe ich es nicht. Ich brauche das Metformin in höherer Dosierung. Das enttäuscht mich einfach.
Bezüglich einer weiteren Reduzierung des Amisulprid habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Ich weiss noch nicht, wie ich meine Frau und meinen Arzt überzeugen kann. Das wäre mir sehr wichtig dabei. Ich schwanke manchmal etwas, ob ich weiter reduzieren soll. Die Angst schwingt mit.

Viele Grüße Udo

Hallo Murmeline,
vielen Dank für die Tipps!

Viele Grüße Udo
Diagnose: Paranoide Schizophrenie, ausgelöst durch Schlaflosigkeit und berufliche Überforderung; Trennung der Eltern im Alter von 12 Jahren

1988: 1. Klinikaufenthalt von 5 Wochen im Alter von 21 Jahren; Medikamente Haldol und andere typische Neuroleptika,
die nach 9 Monaten ausgeschlichen werden konnten; enormer beruflicher Stress
1992: Kleinere Krise, die vorübergehend medikamentös behandelt wurde, dann wieder medikamentenfrei
2000: Familiäre Krise mit längerer Einnahme von Schlafmittel Stilnox, Betablocker beloc zok mite
2004: Schwerer, beruflich bedingter Burnout, Einnahme Neuroleptikum Sulpirid; Tod meines Vaters
2005: 2. Klinikaufenthalt von 2 Monaten im Alter von 39 Jahren; Medikamente Haldol und Amisulprid; große Schwierigkeiten mit Bruder
2007: 3. Klinikaufenthalt von 5 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikament Amisulprid
2009: Diagnose Diabetes Typ 2, Behandlung mit Metformin; schwere psychische Krise ohne Klinik, aber hochdosiertem
Amisulprid
2012: Volle Berentung
2013: 4. Klinikaufenthalt von 10 Wochen; Medikamente zu stark reduziert; Medikamente Haldol, Zeldox, Quetiapin

Seit 2004 nehme ich durchgehend Neuroleptika in wechselnden Dosierungen, u.a. auch Risperidon, Aripiprazol, zuletzt wieder Amisulprid.
Seit Oktober 2017 Amisulprid 100mg.

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Re: Amisulprid absetzen

Beitragvon Arianrhod » Montag, 16.10.17, 14:25

Hallo Udo,
das ist eine gewichtige Entscheidung zum Nachdenken. Hier im Forum drängt dich auch keiner, aber du wirst unterstützt und beraten. Lass Dir Zeit.
Für deinen Diabetes kannst du nichts, das ist eine Stoffwechselentgleisung als Nebenwirkung eines Medikamentes, sei bitte nicht enttäuscht von dir selbst.
Alles Liebe Arianrhod
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)


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