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Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

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Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Donnerstag, 12.10.17, 17:42

Hallo,

ich schreibe hier, weil ich gerade dabei bin, meine Neuroleptika zu reduzieren. Ich bin manisch-depressiv erkrankt, hatte schon einige ernsthafte Depressionen, ein paar Hypomanien und habe viele Brüche im Lebenslauf. So habe ich mit 29 Jahren auch gerade mal einen Philosophiebachelor und kaum Berufserfahrung, aber egal, das nur kurz zu mir, damit man weiß, wer ich bin. Immerhin lebe ich in einer jahrelangen stabilen Beziehung und habe auch einen Teilzeitjob.

Über fünf Jahren habe ich Seroquel (atypisches Neuroleptikum) in einer Dosis von 200mg genommen. Außer etwas Somnolenz zu Tagesbeginn, die sich durch Koffein kompensieren ließ, hatte ich zunächst kaum Nebenwirkungen. Die beabsichtige Stimmungsstabilisierung ist eingetreten. Zudem hat sich die histaminerge Wirkung positiv auf meine Atemwege ausgewirkt. Bei meinem Studium hat mir das Neuroleptikum denke ich auch durchaus geholfen, einfach um durchzuhalten und durch das verschulte System zu kommen.

Nun bemerke ich aber, dass ich in meinem Denken stumpf werde und nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher. Ich habe das Gefühl sukzessive zu verblöden und langsamer zu werden. Ich bin bei Videospielen teilweise trotz Sucht nur noch arg mittelmäßig. Ich kann auch keine kreativen Texte mehr schreiben, obwohl ich im Deutsch-Leistungskurs damals immer sehr gut war.

Da ich eine Metaanalyse zur Hirnatrophie durch FGA und SGA gelesen habe, die ich aufgrund der Datenmasse und Methodik sehr überzeugend fand, möchte ich die Neuroleptika so weit wie möglich reduzieren, denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Atrophie mit kognitiven Einbüßungen in Verbindung steht. Ich bin lieber unausgeglichen, als dement und ich hoffe, dass ich durch Ausdauersport und Lebensumstände einiges tun kann, um Probleme abzumildern.

Ich bin nun von 200mg (Retard) über mehrere Wochen 175mg (150mg Retard + 25mg unretardierd) auf 150mg (Retard) gegangen. Nach anfänglicher Euphorie bin ich momentan in einer schweren Depression, die mir auch Angst macht und bei der ich darüber nachdenke, die Medikamente wieder zu erhöhen. Ich möchte das aber noch nicht tun, weil ich mich über jeden Entzugsschritt freue. Je mehr sich mein Körper wieder an Zustände ohne Neuroleptika gewöhnt, um so besser. Und solange ich nicht wenigstens einige Wochen auf einer niedrigeren Dosis bin, kann ich ja auch nicht wissen, ob Probleme Absetzerscheinungen sind oder zur Grunderkrankung gehören.

Gibt es eine Möglichkeit, die Symptome zu lindern? Würdet ihr die 150mg beibehalten und warten, bis sich der Körper anpasst, oder wieder erhöhen?

Viele Grüße
WN
Zuletzt geändert von WittgensteinsNeffe am Donnerstag, 12.10.17, 18:35, insgesamt 4-mal geändert.
Diagnose: Bipolare Störung Typ II, Panikstörung

Medikamente
2009 - 2013 150 mg Seroquel Prolong (Atypisches Neuroleptikum), Fluoxetin (SSRI) variabel
2013 - Mitte 2017 200mg Seroquel Prolong, Fluoxetin variabel
Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

Seit September 2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert
Seit Mitte Oktober 150 mg Seroquel Prolong
Seit 12.10.2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert (Summe 175mg, Grund der Erhöhung: Absetzprobleme)
Aufgrund von Problemen wieder hoch auf 200 mg
Seit Januar 2018 Lithium (therapeutischer Spiegel inzwischen erreicht)
Seit Anfang Februar 2018 Seroquel Prolong auf 150 mg reduziert

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Re: Absetzprobleme

Beitrag von padma » Donnerstag, 12.10.17, 18:15

hallo WittgensteinsNeffe, :)

willkommen im ADFD.
Nun bemerke ich aber, dass ich in meinem Denken stumpf werde und nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher. Ich habe das Gefühl sukzessive zu verblöden und langsamer zu werden.
Ja, das kann durchaus am Seroquel liegen.
Da ich eine Metaanalyse zur Hirnatrophie durch FGA und SGA gelesen habe, die ich aufgrund der Datenmasse und Methodik sehr überzeugend fand, möchte ich die Neuroleptika so weit wie möglich reduzieren, denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Atrophie mit kognitiven Einbüßungen in Verbindung steht.
Deine Einschätzung der Risiken der NL teilen wir hier im Forum. Infos dazu findest du in unseren Hintergrundinformationen.
Ich bin lieber unausgeglichen, als dement und ich hoffe, dass ich durch Ausdauersport und Lebensumstände einiges tun kann, um Probleme abzumildern.
Eine Langzeiteinnahme eines NL sollte aufgrund der NW und Risiken wirklich die allerletzte Option sein.
Nach anfänglicher Euphorie bin ich momentan in einer schweren Depression, die mir auch Angst macht und bei der ich darüber nachdenke, die Medikamente wieder zu erhöhen.
Du hast vemutlich zu schnell reduziert. Wir empfehlen Reduktionen von höchstens 10 % der letzten Dosis alle 4 - 6 Wochen.
Ich würde auf 175 mg zurückgehen und schauen, ob du dich darauf stabilisieren kannst.
Je mehr sich mein Körper wieder an Zustände ohne Neuroleptika gewöhnt, um so besser. Und solange ich nicht wenigstens einige Wochen auf einer niedrigen Dosis bin, kann ich ja auch nicht wissen, ob Probleme Absetzerscheinungen sind oder zur Grunderkrankung gehören.
Dein Körper und dein ZNS können sich am besten durch ganz langsames Ausschleichen anpassen. Absetzsymptome können durchaus länger als einige Wochen andauern. Abwarten gibt dir keine Klarheit, ob es sich um Entzugssymptome oder deine Grundproblematik handelt.

Lies dich bitte zunächst hier in unsere Grundlageninfos ein viewtopic.php?f=32&t=12884
Gibt es eine Möglichkeit, die Symptome zu lindern?
Am besten ist wirklich vorübergehend wieder etwas höher zu gehen.
Was für Symptome hast du?

Erstell bitte auch noch eine Signatur über deinen genauen Absetzverlauf

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Donnerstag, 12.10.17, 21:25

Danke für die Antwort. Ja, vermutlich ist 175mg bis Ende Oktober erst einmal gut. Ich gehe auf 175. Und dann versuche ich nochmal runter auf 150mg.

Zu meinen Symptomen - die ich unter den Neuroleptika nicht hatte, und deshalb als Absetzerscheinung interpretiere - gehören: Depressivität im Allgemeinen, Starke Schlafprobleme, Suizidgedanken (die aber nicht ernst sind, dann würde ich mich sofort selbst einweisen), Hoffnungslosigkeit, spezielle Konzentrationsprobleme, wenn mich eine Sache nicht interessiert, Gereiztheit, Aggressivität (richtet sich nicht nach außen), Hustenreiz
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 12.10.17, 21:41

Hallo WittgensteinsNeffe,

wie gings Dir denn mit den 175mg? Wichtig ist, dass Du Dich auf der jeweiligen Absetz-Stufe so lange aufhältst, bis Dein Körper sich an die verringerte Dosis wirklich angepasst hat. Das heißt bis die Absetzsymptome ganz oder zumindest größtenteils weg sind. Sonst summiert sich das Ganze und wird beim nächsten Schritt schlimmer.

Wenn Du neue Symptome wahrnimmst, die Du bislang so nicht hattest, ist es - wie Du selbst schon schreibst -wahrscheinlich, dass es sich um Absetzerscheinungen handelt. Die sollten sich dann bei der Erhöhung der Dosis auch entsprechend wieder bessern.

Herzlich Willkommen von mir und viele Grüße Gwen
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von padma » Donnerstag, 12.10.17, 22:21

hallo WittgensteinsNeffe, :)
. Ich gehe auf 175. Und dann versuche ich nochmal runter auf 150mg.
Der nächste Schritt in frühestens 4 Wochen wäre besser auf 158 mg. Das entspricht den 10 %.

Solche Dosierungen kannst du mit der Wasserlösemethode aus der unretardierten Tablette herstellen.
viewtopic.php?f=16&t=10923

liebe Grüsse,
padma
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Freitag, 13.10.17, 7:59

Hallo,

mit den 175mg ging's mir einigermaßen gut, wenn man von Schlafproblemen absieht. Teilweise war ich auch etwas hochgestimmt, aber es ist bei mir auch normal, dass ich (auch in kürzeren Zeiträumen) Stimmungsschwankungen habe.

Diese Nacht habe ich wieder 175mg genommen und prompt geht es mir heute schon besser. Ich bin konzentrierter und nicht depressiv.

Die Wassermethode für die unretardierte Form klingt gut, ich werde mir eine Spritze besorgen.

LG
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Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von micha68 » Freitag, 13.10.17, 11:33

Hallo WittgensteinsNeffe,

zunächst auch von mir Herzliches Willkommen!

Es freut mich, dass es Dir heute besser geht!

Für Deine weitere Vorgehensweise, würde ich auch erst das unretardierte um 10% reduzieren, wie Padma schon schreibt, und dann, wenn Du Dich auf 158mg stabilisiert hast, musst Du langsam wieder retardiertes in unretardiertes Quetiapin umstellen. Beim Umstellen würde ich nicht parallel reduzieren- sondern nur umstellen (mich hat nur das Umstellen schon 2-3 Tage zurückgeworfen, deshalb mein Hinweis, wie Du es dann machst, ist natürlich Deine Sache). Nachdem ich nur noch unretardiertes Quetiapin genommen habe, hatte ich erstmal wieder Durchschlafprobleme, diese habe ich mit einem Baldrian-Hopfen- Präparat wieder gut in den Griff bekommen. Gibt hier im Bereich Gesundheit viele gute Tipps fürs Schlafen, vllt hilft Dir auch etwas davon...

Wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg!
Micha
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 13.10.17, 13:54

padma hat geschrieben:hallo WittgensteinsNeffe, :)
. Ich gehe auf 175. Und dann versuche ich nochmal runter auf 150mg.
Der nächste Schritt in frühestens 4 Wochen wäre besser auf 158 mg. Das entspricht den 10 %.

Solche Dosierungen kannst du mit der Wasserlösemethode aus der unretardierten Tablette herstellen.
viewtopic.php?f=16&t=10923

liebe Grüsse,
padma

Du könntest einen Teil der Medikation entweder durch unretardiertes Seroquel ersetzen ODER lagsam ausschleichen bis 50 mg Prolong ( kleinste im Handel erhältliche Dosis) und dann damit auch umsteigen auf unretardiertes 25mg Quetiapin .
die Tablettre selbst ist Mini und lässt sich auch mit einem Tablettenschneider schlecht teilen., da ist die Wasserlösemethode am besten, wie Padma schon beschrieb.
Ich selbst habe von 800 mg Quetiapin abgesetzt, viewtopic.php?t=10634 hier mein Absetzbericht.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Montag, 16.10.17, 20:05

Obwohl ich auf 175mg hochgegangen bin, hatte ich immer wieder Probleme. Dazu gehörten Suizidgedanken, Konzentrationsprobleme im neuen Job und heute nachmittag hatte ich so eine langsame Zeitwahrnehmung, eine komische Farbwahrnehmung und Panik, dass ich aus der Angst heraus, eine Absetzpsychose zu bekommen, 225 mg Seroquel genommen habe. Jetzt gerade geht es etwas. Die komische Wahrnehmung ist weg, dafür Müdigkeit. Ich denke ich gehe wieder auf die 200mg Prolong, die ich über Jahre genommen habe und erkläre diesen Absetzversuch für beendet. VIelleicht verdumme ich dann stetig, aber was soll's. Sich selbst in die nächste Klinik zu schießen, ist auch nicht das Wahre.

Dieses Jahr war s :censored: e. Trotz Studienabschluss.

Ich hatte dieses Jahr
- Panikattacken, die einzeln auch über viele Stunden angehalten habe.
- schwere Depressionen mit Konzentrationsstörungen und Suizidgedanken.
- beinahe eine Absetzpsychose.

Ich glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, wie sch :censored: davon Einiges war. Ich bin fertig. Ich habe das Gefühl, von einem Trauma ins nächste gekickt zu werden.
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 16.10.17, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitte Kraftausdrücke mit Smiley versehen
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Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

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Seit September 2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Jamie » Montag, 16.10.17, 21:30

Hallo WittgensteinsNeffe, :)

das ist natürlich blöd, dass du so eine Bruchlandung hingelegt hast. Tut mir leid :(.
Es war richtig wieder aufzudosieren und ich hoffe, dass du dich bei 200mg einpendeln kannst.
VIelleicht verdumme ich dann stetig, aber was soll's.
Vielleicht solltest du das Thema für dieses Jahr erst mal abhaken und irgendwann nächstes Jahr noch mal einen neuen Versuch starten?
Möglicherweise gehörst du zu denjenigen, die wirklich nur sehr kleine Mengen absetzen können; dann wird Ausschleichen perspektivisch ein Mehrjahresprojekt oder vielleicht sogar ein Jahrzehntprojekt :schnecke: .
Das mag sich erst mal abschreckend anhören, aber es gäbe auch einen großen gesundheitlichen Mehrwert.
Wir sind im Forum nämlich schon davon überzeugt, dass es etwas bringt, längerfristig vielleicht nur auf 130mg statt auf 200mg "festzuhängen".
Jedes Milligramm weniger an Neuroleptikum ist was wert!
Insofern ist es auch ein wenig Einstellungssache, wie man da ran geht.

Ich setze seit fast 4 Jahren mein Magenmittel (PPI) Esomeprazol ab. Das Zeug macht auch abhängig.
Es ist einfach nur noch nervtötend. Jetzt, nachdem ich mich seit bald 4 Jahren von 40mg auf 5mg runtergekämpft habe, ist Ende Gelände. Körper streikt, respektive Magen. Ich bin schon sehr gefrustet, weil ich nämlich über die letzten Jahre gesehen gesundheitliche Verbesserungen bemerkt habe. Ich kann wieder besser verdauen und mehr Lebensmittel essen. Aber bei den 5mg ist anscheinend meine Grenze. Ich werde überlegen müssen, ob ich weiter abdosiere und neue Versuche wage oder mich damit zufriedengebe, für den Rest des Lebens auf 5mg "festzuhängen", aber auch dann sind 5mg doch zehnmal besser als 40mg, oder?

Grüße
Jamie
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 18.10.17, 12:59

Hallo WittgensteinsNeffe,
Sich selbst in die nächste Klinik zu schießen, ist auch nicht das Wahre.
Bestimmt nicht!! Manchmal muss man auch erkennen, dass das Vorgehen oder der Zeitpunkt gerade nicht richtig sind. Und mit neuem Job Studienabschluss etc war auch viel los in deinem Leben.

Stabilität hat definitiv Vorrang. Auch wenn ich deinen Frust verstehen kann. Ich wünsch Dir, dass Du jetzt erst Mal mit den 200mg gut klar kommst.

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Beitrag von WittgensteinsNeffe » Sonntag, 22.10.17, 0:58

Danke für die Antworten. Ich habe mich einigermaßen stabilisiert. Wobei ich jetzt mitunter Blutdruckprobleme habe, die mir dann auch wieder Sorgen machen. Ich hoffe, ich kann irgendwann mit Hilfe von Psychotherapie und Stressreduktion wirklich etwas reduzieren. Momentan sind 200 mg wohl leider nötig.
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 22.10.17, 10:56

Hallo WittgensteinsNeffe, :)

gut, dass du dich einigermaßen stabilisieren konntest, das sollte jetzt auch erstmal absoluten Vorrang haben.

Welcher Art sind deine Blutdruckprobleme ?
Wenn es ein eher niedriger Blutdruck ist, fühlt sich das zwar oft sehr unangenehm an, ist aber nicht gefährlich, solange man nicht umkippt und sich dabei den Kopf anschlägt, oder so. :shock:

Sicher wirst auch du irgendwann das Medikament zumindest etwas reduzieren können.
Jetzt war vielleicht einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt.
Wichtig ist, dass es dir jetzt erstmal wieder besser geht.
:hug:

LG Ute
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Donnerstag, 08.02.18, 17:38

Hallo Leute,

ich wollte mich nochmal melden, weil sich Einiges verändert hat. Mit einer schweren Depression bin ich ein Monat stationär gewesen. Dabei habe ich Lithium eingeschlichen. Nun habe ich das Seroquel innerhalb kürzester Zeit reduzieren können (konnte sogar die 10% Regel alle vier Wochen ignorieren), vermutlich, da mich das Lithium stabilisiert. Für alle, die bipolar sind, ist Lithium definitiv eine Alternative zu Quetiapin. Während bezüglich Neuroleptika ein paar kontroverse Studien zu blöden Spätfolgen umhergeistern, gibt es vergleichbares für Lithium nicht. Man weiß zwar nicht genau, wie Lithium wirkt, aber vermutlich hauptsächlich über das serotonerge und das noradrenerge System. Insofern habe ich da weniger Angst vor Hirnvolumenminderungen. Klar, es gibt auch Nebenwirkungen, etwa was die Niere und die Schilddrüse anbelangt, und die therapeutische Dosis ist von der toxischen nicht weit entfernt, aber mir ist es wesentlich symphatischer als Quetiapin. Zudem gibt es auch studientechnisch eine Tendenz, dass Lithium langfristig überlegen ist. Es wirkt auch antisuizidal und beugt Demenz vor. Außerdem scheint es den Hippocampus und die Amygdala positiv zu beeinflussen. Letztendlich ist es noch eine individuelle Sache, so reagieren etwa 30% aller Bipolaren exzellent auf Lithium (keine Phasen mehr), etwa 60-90% sind Responder, manche sind leider Non-Responder, aber da gehöre ich wohl nicht zu.

LG
WN
Diagnose: Bipolare Störung Typ II, Panikstörung

Medikamente
2009 - 2013 150 mg Seroquel Prolong (Atypisches Neuroleptikum), Fluoxetin (SSRI) variabel
2013 - Mitte 2017 200mg Seroquel Prolong, Fluoxetin variabel
Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

Seit September 2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert
Seit Mitte Oktober 150 mg Seroquel Prolong
Seit 12.10.2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert (Summe 175mg, Grund der Erhöhung: Absetzprobleme)
Aufgrund von Problemen wieder hoch auf 200 mg
Seit Januar 2018 Lithium (therapeutischer Spiegel inzwischen erreicht)
Seit Anfang Februar 2018 Seroquel Prolong auf 150 mg reduziert

padma
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von padma » Freitag, 09.02.18, 12:54

hallo WN, :)

danke für dein Update und das Teilen deiner Erfahrung.

Möchtest du Seroquel weiter reduzieren?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
8.03.2018: 0,35 mg :schnecke:


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WittgensteinsNeffe
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Freitag, 09.02.18, 17:24

gerne, ich werde jetzt erst mal mindestens 2 Wochen bei 150 mg bleiben und schauen, was passiert. Habe aber vor, weiter zu reduzieren. Am liebsten möchte ich ohne Neuroleptika leben. Das Lithium werde ich dann vermutlich ein Leben lang nehmen bzw. bis meine Niere sich weigert.
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Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von padma » Freitag, 09.02.18, 18:16

hallo WN, :)
ich werde jetzt erst mal mindestens 2 Wochen bei 150 mg bleiben und schauen, was passiert
Ich würde jetzt mindestens 4 besser 6 Wochen dabei bleiben. Du hattest in den letzten Monaten viel rauf und runter, und der Schritt von 200 auf 150 mg war sehr gross.

Vielleicht merkst du aufgrund des Litiums Absetzsymptome nicht so stark, aber dennoch braucht das ZNS die Zeit um sich anzupassen.
Das Lithium werde ich dann vermutlich ein Leben lang nehmen bzw. bis meine Niere sich weigert.
Du brauchst dich ja nicht gleich für lebenslänglich entscheiden.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von Bachplaetschern » Samstag, 10.02.18, 20:33

Hallo Wittgensteinneffe,

willkommen zurück hier im Forum.

Ich bin grad dabei von 150mg Seroquel retard runter zu reduzieren. Nehme zur Zeit 100mg Seroquel retard und 50mg unretardiert.

Die ersten Wochen habe ich es schon mit nur 25mg unretardiert probiert, da ging mir aber nach 2, 5 Wochen extrem schlecht.

Freue mich von deinen Erfahrungen zu hören.

Viele Grüße

Bachplätschern
Meine Diagnosen: Depression, frühkindliches Bindungstrauma, Traumafolgestörung, Tinnitus

Symptomatik: geringe Belastbarkeit, geringe Stresstoleranz (bin ziemlich schnell gestresst), Reizüberflutung (visuell und akustisch), teilweise schlechte Stimmung, negativisitische Gedanken + Hoffnungslosigkeit, Anspannung (vorallem wenn ich allein bin), manchmal emotional instabil (fühle mich dann meistens sehr vulnerabel)



Mediktion z. Zt.: morgens:112,5 mg Velafaxin, 150mg Elotril, 5 Tr. Escitalopram / abends: 100mg Seroquel retard + 50mg Seroquel unretardiert

Dezember 2017 kurzzeitig versucht Venlafaxin auszuschleichen. Es war mir dann allerdings wichtiger, anzufangen, das Seroquel zu reduzieren, da ich ausprobieren möchte, ob sich meine Belastbarkeit dadurch verbessert.

2012: 450mg Seroquel retard, 60mg Duloxetin, Mirtazapin, Valdoxan (über die Jahre reduziert bzw. abgesetzt)

Seit 2016 : 150mg Seroquel retard, 7 Tr. Escitalopram (dadurch starke Unruhe, deshalb abgesetzt)

2017: Umstellung auf 112,5 mg Venlafaxin, für 2-3 Monate 200mg Seroquel retard, danach wieder auf Ursprungsdosis 150mg Seroquel retard

AKTUELLE REDUKTION:

8.1.18- 11.1.18 : 100mg Seroquel retard+ 50mg unretardiert
12.1.18-29.1.18: 100mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
30.1.18-03.2.18: 150mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
04.02.18- ? : 100mg Seroquel retard+ 50mg Seroquel unretadiert

Weitere Reduktion im :schnecke: Tempo.


Im Bedarf habe ich Promethazin, theoretisch auch Tavor. ( Nehme aber absolut selten Bedarf)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Sonstige Einnahmen:

Seit ca. November 2017 : Vitamin D Tropfen hochdosiert (5000 i. E.)
Alle paar Tage: 400mg Magnesiumcitrat

22.1.18-26.1.18 : 800mg Rhodiola Rosea (hat zu mehr Schlafstörung geführt, deshalb reduziert)
seit 27.1.18 : 400mg Rhodiola Rosea


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Vielen Dank für euer Interesse! :)

Ich freue mich sehr, hier mit euch Erfahrungen uvm. auszutauschen! :pillowtalk:

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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Freitag, 16.02.18, 18:28

Mir geht's momentan nicht sehr gut. Ich habe zwar Antrieb und würde mich nicht als schwer depressiv bezeichnen, aber ich habe manchmal so ein bedrückendes Gefühl, Konzentratiosnprobleme und diffuse Ängste. Vielleicht muss ich wirklich erst mal bei der Dosis bleiben :/. Ich habe Angst davor, dass ich es trotz Lithium nicht schaffe, Quetiapin zu reduzieren. Mein Psychiater meint auch, dass er mit einer Reduktion vorsichtig wäre, dass ich aber selbst entscheiden soll, was ich will (bezüglich der Dosis). Ich denke, ich bleibe so lange bei 150, bis ich mich damit halbwegs sicher fühle. Wer weiß, vll. ist es in ein paar Wochen schon besser.
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Re: Absetzprobleme (Seroquel Prolong / Quetiapin Retard)

Beitrag von padma » Samstag, 17.02.18, 18:51

hallo WN, :)
aber ich habe manchmal so ein bedrückendes Gefühl, Konzentratiosnprobleme und diffuse Ängste.
Das können Absetzsymptome von Quetiapin sein. Es ist wirklich fraglich, ob Lithium das abfangen kann, das ist ja eine komplett andere Substanz.
Ich habe Angst davor, dass ich es trotz Lithium nicht schaffe, Quetiapin zu reduzieren.
Der Punkt ist, Quetiapin wirklich sehr langsam zu reduzieren.
. Ich denke, ich bleibe so lange bei 150, bis ich mich damit halbwegs sicher fühle.
Ja, das ist vernünftig.

liebe Grüsse,
padma
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