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Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

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Jamie
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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon Jamie » Dienstag, 10.10.17, 15:18

Hallo Mango, :)

es tut mir leid zu lesen, dass es dir nicht gut geht :(.
Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob man das so anstehen lassen kann (?)
Du nimmst aktuell gar nichts an Psychopharmaka, oder?
Was könnte denn für dein Dafürhalten ein Weg sein / ein nächster Schritt sein? An was denkst du?

Grüße
:group:
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon Mango » Mittwoch, 11.10.17, 9:07

Hallo Jamie!
Danke für deinen Beitrag!
Ich bin ziemlich ratlos und weiß es selbst nicht. Ich habe so massive Ängste und Depressionen dass ich nicht weiß wie es jemals wieder besser werden sollte. Leider glaube ich dass Psychopharmaka keine Option mehr darstellen. Zum einen wegen der Nebenwirkungen (Neuroleptika haben mich über Jahre in einen interesselosen Zombie verwandelt)
Das gleiche leider mit ADs. Der letzte Versuch vom Sommer mit Escitalopram hat mir 3 Monate ohne Schlaf, Brennende Füße und 10 kg Gewichtszunahme in kürzester Zeit beschert. Was ich kurz überlegt hatte eine minimaldosis von Escitalopram wieder einzudosieren. Allerdings ist die letzte Einnahme schon 3 Monate her. Ich denke dass wird wohl auch nicht viel Sinn machen.
Seid Ihr im Entzug Arbeiten gegangen? Ich habe das Gefühl die Arbeit tut mir auch garnicht gut. Da ich hier jeden Tag vor Augen geführt bekomme wie schlecht ich zurecht komme (ich bin in Besprechungen nur in Gedankenkreisen gefangen)
2003-2004 Trevilor ; Solian (hohe Dosis)
2004-2005: Citalopram , Risperidon (auch in gefühlter hoher Dosis)
ab Ende 2005 : 400 mg Quetiapin , 40 mg Fluoxetin mit Symptombesserung
ab 2006 : 300 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2007 : 200 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2009 : 100 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2010 : 50 mg Quetiapin 40 mg Fluoxetin
2010 : nach anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit Aufenthalt in der Schlafklinik : Diagnose Narkolepsie
ab 2010 : 50 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin, 100 mg Modafinil
ab 2011 : 50 mg Quetiapin, 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2013 : 25 mg Quetiapin 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2014 : 25 mg Quetiapin, 200 mg Modafinil
Fluoxetin erfolgreich abgesetzt : Absetzsymptome -> u.a. Verstärkung Depressivität und Anspannung , Stromschläge , Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit, Verbesserung der Absatzsymptome nach ca. 8 Wochen
Ab 2015 : 25 mg Seroquel, 200 mg Modafinil , Nahrungsergänzungsmittel : 5HTP
Mitte 2015 : Vergessen von Seroquel im Urlaub (hatte nur die halbe dosis dabei) Jeden zweiten Tag 1 Tablette.
Begeistert vom Gefühl ohne Seroquel : Absetzen der 25 mg über die nächsten Wochen (in einer ganz ganz dummen Lebenssituation ->Tod eines Familienmitglieds, Ende der Borderlinebeziehung und Bewegung am Belastungslimit)
Seit November 2015 : wieder 25 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp
Seit Dezember 2015 : zusätzlich 10000 IE Vitamin D3+Vitamin K2
Seit Januar 2016 : Reduktion auf 18,75 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp, Vitamin D3+Vitamin K2
Anfang März von 18.75 mg auf 15 mg Seroquel
Anfang April von 15 mg auf 13.5 mg Seroquel
Mitte April : von 13.5 mg auf 12.5 mg Seroquel
Mai : 18,75 mg Seroquel
Juni : 25 mg Seroquel
Dezember : 25 mg Seroquel + 2.5 mg Abilify
Januar 2017 : Abilify 2.5 mg
März 2017 : Abtausch von von Abilify gegen 20 mg Escitalopram (in 1 Monat aufdosiert)
Juni 2017 : kein weiteres Verschreiben von Escitalopram wegen massiver Nebenwirkungen (3 Monate max. 3h Schlaf/Nacht; massives Brennen der Fusssohlen) ; Daraufhin verordnen einen neuen ADs; dieses habe ich nicht mehr bei der Apotheke abgeholt; das Medikamente auf/ab muss jetzt ein Ende finden

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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon padma » Mittwoch, 11.10.17, 17:58

hallo Mango, :)


es tut mir leid zu hören, dass es dir so schlecht geht.
Was ich kurz überlegt hatte eine minimaldosis von Escitalopram wieder einzudosieren. Allerdings ist die letzte Einnahme schon 3 Monate her. Ich denke dass wird wohl auch nicht viel Sinn machen.

Es könnte ein Versuch wert sein. Vorausgesetzt du verträgst es noch, könnte es dir etwas Erleichterung verschaffen.
Ich würde es mit höchstens 0,5 mg versuchen.

Seid Ihr im Entzug Arbeiten gegangen? Ich habe das Gefühl die Arbeit tut mir auch garnicht gut. Da ich hier jeden Tag vor Augen geführt bekomme wie schlecht ich zurecht komme (ich bin in Besprechungen nur in Gedankenkreisen gefangen)

Das ist individuell ganz verschieden.Manchen tut es gut zu arbeiten und dadurch Stuktur und Ablenkung zu haben. Andere können nicht arbeiten. Wenn du den Eindruck hast, dass es dir nicht gut, würde ich versuchen eine längere Krankschreibung zu bekommen.

Du hast ein sehr grosses Medikamentendurcheinander hinter dir, da kann es leider dauern, bis das ZNS sich erholt.
Da du schreibst, dass es dir bereits vor dem Absetzen nicht gut ging, lässt es sich aktuell ganz schwer sagen, wieviel absetzbedingt ist und ob deine Grundproblematik sich wieder zeigt.

Ich habe damals Jahre gebraucht bis es sich gebessert hatte ,und ich weiß nicht wie ich das nochmal durchstehen soll.

Was hatte dir damals denn geholfen?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon Mango » Dienstag, 14.11.17, 23:08

Danke für deine Antwort und entschuldige die späte Rückmail!
Ich war die letzten Wochen für rein garnichts zu gebrauchen und bin jetzt auch krank geschrieben.
Damals hatte es mir geholfen Seroquel zu nehmen. Das hat mich wieder mobilisiert und meine zergrübelten Gedanken ein wenig geordnet. (dadurch dass es auch relativ anxiolytisch war) Dadurch hab ich recht gut den Ausstieg aus meinem "Kopfgefängnis" geschafft und den Kopf wieder mit anderen Inhalten gefüllt. (Musik machen ; ein neues Studium abgeschlossen; in eine andere Stadt gezogen) Da hatte ich mein Selbstbewusstsein wieder recht gut aufgebaut.
Ich habe jetzt letzte Woche ausnahmsweise einmal eine Tavor genommen, und es hat das Grübeln relativ gleich beseitigt.
Ich denke dieser Grübelzwang ist einfach sehr Angstbehaftet. Das ständige um mich selber kreisen nervt nur noch (und ich sehe ja wie unsinnig diese Grübelgedanken sind)
Manchmal habe ich den Ausstieg ganz gut geschafft, aber wenn starke Emotionen kommen (Angst nicht mehr Gesund zu werden, Angst in sozialen Situationen, Angst die Grübelkontrolle zu verlieren) , fliegen die Gedanken durcheinander und es wird sich gesorgt und gegrübelt.
Also wenn die Situation Emotionsbehafet ist findet sich der weg aus der Grübelei nur schwerlich wieder raus.
Das ist sehr quälend, und ich hoffe ich finde einen weg wieder gelassen unter Freunden und anderen zu sein.

Des weiterem (und das hatte ich davor nie) wache ich jeden morgen mit einem unglaublichen Angstgefühl auf. Von Herzrasen, bis Zittern ist da alles dabei. Ausserdem habe ich extrem viele Missempfindungen im Körper. Als wär ich an zwei Stromquellen angeschlossen und dieser Strom fliesst durch alle Zellen. Fühlt sich ein bisschen an wie eine chronische Übererregung. (vielleicht ist das aber auch ein Symptom der PTBS; da ich ja zuvor dissoziiert war hatte ich fast keine Körperempfindungen mehr wahrgenommen)

Ich versuch einfach trozdem dran zu glauben dass das alles nochmal was wird. Ich setze auf jedem Fall alles daran dass es nochmal besser wird.
Vielen dank für deine Mühe mir zu antworten. Wenn es mir besser geht möchte ich mich auch mehr im Forum beteiligen. Ich muss momentan nur etwas aufpassen, da sich in meinem Kopf eh schon zuviel um das Thema Therapie, Psyche und und und dreht und auch Inhalt vom Grübelzwang ist. Das unsinnige suchen nach Lösungen im kopf :)

Ganz liebe Grüße
2003-2004 Trevilor ; Solian (hohe Dosis)
2004-2005: Citalopram , Risperidon (auch in gefühlter hoher Dosis)
ab Ende 2005 : 400 mg Quetiapin , 40 mg Fluoxetin mit Symptombesserung
ab 2006 : 300 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2007 : 200 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2009 : 100 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2010 : 50 mg Quetiapin 40 mg Fluoxetin
2010 : nach anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit Aufenthalt in der Schlafklinik : Diagnose Narkolepsie
ab 2010 : 50 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin, 100 mg Modafinil
ab 2011 : 50 mg Quetiapin, 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2013 : 25 mg Quetiapin 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2014 : 25 mg Quetiapin, 200 mg Modafinil
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Begeistert vom Gefühl ohne Seroquel : Absetzen der 25 mg über die nächsten Wochen (in einer ganz ganz dummen Lebenssituation ->Tod eines Familienmitglieds, Ende der Borderlinebeziehung und Bewegung am Belastungslimit)
Seit November 2015 : wieder 25 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp
Seit Dezember 2015 : zusätzlich 10000 IE Vitamin D3+Vitamin K2
Seit Januar 2016 : Reduktion auf 18,75 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp, Vitamin D3+Vitamin K2
Anfang März von 18.75 mg auf 15 mg Seroquel
Anfang April von 15 mg auf 13.5 mg Seroquel
Mitte April : von 13.5 mg auf 12.5 mg Seroquel
Mai : 18,75 mg Seroquel
Juni : 25 mg Seroquel
Dezember : 25 mg Seroquel + 2.5 mg Abilify
Januar 2017 : Abilify 2.5 mg
März 2017 : Abtausch von von Abilify gegen 20 mg Escitalopram (in 1 Monat aufdosiert)
Juni 2017 : kein weiteres Verschreiben von Escitalopram wegen massiver Nebenwirkungen (3 Monate max. 3h Schlaf/Nacht; massives Brennen der Fusssohlen) ; Daraufhin verordnen einen neuen ADs; dieses habe ich nicht mehr bei der Apotheke abgeholt; das Medikamente auf/ab muss jetzt ein Ende finden

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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon padma » Mittwoch, 15.11.17, 18:37

hallo Mango, :)

was du beschreibst sind alles typische Symptome eines gereizten ZNS durch das viele Hin- und Her mit den Medikamenten.
Grübelgedanken/Grübelzwang ist auch ein mögliches Symptom. Wir haben hier einen thread dazu
viewtopic.php?f=50&t=10801

Manchmal habe ich den Ausstieg ganz gut geschafft, aber wenn starke Emotionen kommen (Angst nicht mehr Gesund zu werden, Angst in sozialen Situationen, Angst die Grübelkontrolle zu verlieren) , fliegen die Gedanken durcheinander und es wird sich gesorgt und gegrübelt.

Das ist doch schon mal gut. Dass es bei starken Emotionen/Ängsten noch nicht so gut klappt, ist sehr verständlich.

Als wär ich an zwei Stromquellen angeschlossen und dieser Strom fliesst durch alle Zellen. Fühlt sich ein bisschen an wie eine chronische Übererregung.

Auch das ist ein typisches Entzugssymptom.

Ich versuch einfach trozdem dran zu glauben dass das alles nochmal was wird. Ich setze auf jedem Fall alles daran dass es nochmal besser wird.

Ja, ich denke auch, dass es sich bessern wird. Leider kann es dauern.

Wenn es mir besser geht möchte ich mich auch mehr im Forum beteiligen. Ich muss momentan nur etwas aufpassen, da sich in meinem Kopf eh schon zuviel um das Thema Therapie, Psyche und und und dreht und auch Inhalt vom Grübelzwang ist.

Ja, pass da wirklich auf dich auf.

Schau, was dir gut tut.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon ChristophK » Donnerstag, 16.11.17, 0:36

Hallo Mango,

da Du der Spiritualität zugeneigt bist - hast Du es mal mit Yoga probiert?

Ashwaganda aus dem Ayurveda hast Du ja bereits genommen. Laut Ayurveda ist alles, was Du beschreibst, ein Vata-Problem. Jetzt wird es Winter - und wieder kalt und windig, d.h. Vata-Jahreszeit, die Deine Probleme verstärkt. Du könntest auch mal zu einem Ayurveda-Arzt gehen und Dir seinen Rat holen.

Ich habe mit Pranayama sehr gute Erfahrungen gemacht, diese habe ich z. T. hier beschrieben: viewtopic.php?f=32&t=12406&p=216233#p216233

Mango hat geschrieben:Es sind richtige Angst und Panikgedanken wie "jetzt bist du wieder an dem Punkt weswegen du vor 15 Jahren damit angefangen hast" , "du verlierst die Kontrolle" , "nichts geht mehr"...


Du stehst jetzt (vielleicht) vor der gleichen Situation wie vor 15 Jahren, hast aber komplett andere Bewältigungsmöglichkeiten bzw. einen "neuen Werkzeugkasten". Du hast erheblich mehr Wissen um die Neuroleptika und bist nicht mehr auf das gefährliche Halbwissen der Ärzte angewiesen. Kompetente Unterstützung bekommst Du hier im Forum.

Mango hat geschrieben:Leider glaube ich dass Psychopharmaka keine Option mehr darstellen. Zum einen wegen der Nebenwirkungen (Neuroleptika haben mich über Jahre in einen interesselosen Zombie verwandelt) ...


Ich an Deiner Stelle würde vermutlich wieder ein Neuroleptikum testweise einnehmen, um zu sehen, ob die massiven Beschwerden dann weniger werden. Das Abilify hat doch ganz gut geholfen, oder? (Edit: Sehe grad, dass Du selbst schon eins vorgeschlagen hast, war wohl gestern Abend schon etwas spät für mich ;-) ) Insofern würde ich die Neuroleptika nicht komplett verteufeln, sondern einfach mal probieren, ob eine geringe Dosis ein Besserung bewirkt. Vielleicht bist Du noch nicht so weit, komplett ohne Neuroleptika leben zu können?

Du hast es ja bereits einmal geschafft, die Medikamente abzusetzen, dann wirst Du das in Zukunft auch nochmal schaffen. Und im Moment steckst Du - wenn ich Deine Situation richtig einschätze - ziemlich im Schlamassel. Und - korrigiere mich, wenn ich falsch liege - Du hast keinen vernünftigen (Alternativ-)Plan, wie Du da raus kommst, oder?

Mango hat geschrieben:Ich habe ziemlich Angst :( Ich habe damals Jahre gebraucht bis es sich gebessert hatte ,und ich weiß nicht wie ich das nochmal durchstehen soll.


Ich bin davon überzeugt, dass Du das alles *nicht* nochmal durchstehen musst (siehe oben, "neuer Werkzeugkasten"). Allerdings sehe ich im Moment bei Dir die Gefahr, dass Du Dich gewaltsam an die Medikamentenfreiheit klammerst und damit nicht klar kommst.

Edit: Es kann natürlich sein, dass Deine Probleme Absetzsymptome sind; das halte ich aber aus einem einfachen Grund für unwahrscheinlich: Als Du die Probleme vor 15 Jahren das erste Mal hattest, waren es keine Absetzsymptome, denn Du hattest vorher keine Medikamente genommen. Ich glaube eher, dass Du schon vor der Einnahme von Medikamenten ein Problem hattest, das bis heute nicht gelöst ist. Und das kommt jetzt ohne die Medikamente wieder hoch.

Gute Besserung!
Christoph


PS: Jetzt muss ich aber ab ins Bett ;-) :bettzeit:
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 17.11.17, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: link korrigiert
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon ChristophK » Donnerstag, 16.11.17, 17:51

Hey Mango,

ein anderes wichtiges Thema, das mir noch eingefallen ist: Wie ernährst Du Dich?

Da Du das Stichwort Darmfäulnis erwähnt hattest, ist das eine sehr wichtige Frage. Unser Darm bzw. die Verdauung ist quasi die Grundlage für alle weiteren Lebensvorgänge. Wenn wichtige Nährstoffe nicht aufgenommen werden können, weil die Verdauung spinnt, dann können weder Körper noch Geist gesund werden. Ich habe vor ca. 3 Jahre mal meinen Stuhl untersuchen lassen, dabei wurde ein Mangel an bestimmten Bakterien festgestellt, woraufhin der Arzt mir eine Behandlung mit Probiotika empfohlen hat. Diese habe ich dann auch gemacht.

Insbesondere beim Thema Ernährung empfehle ich, das Ayurveda-System als Grundlage zu verwenden. Viele meiner Freunde und Bekannten meinten, ich solle mich "gesund" ernähren. Mittlerweile bin ich der Auffassung, dass es allgemein "gesunde Ernährung" bzw. Lebensmittel nicht gibt, es gibt nur angemessene Ernährung. Angemessen heißt, dass insbesondere der eigene Konstitutionstyp, die Jahreszeit, aber auch aktuelle gesundheitliche Umstände (und noch viele andere Einflussfaktoren) berücksichtigt werden. Mein Ayurveda-Arzt hat mir empfohlen, keinen Salat zu essen, obwohl dieser allgemein als "gesund" gilt. Auch Hafer soll ich meiden, um nur zwei Beispiele zu nennen.

In den letzten 10 Jahren habe ich meine Ernährung komplett umgestellt. Früher habe ich viel Chips gegessen, Cola getrunken, bei McDonalds gegessen usw. Davon lasse ich schon seit Jahren komplett die Finger. Mittlerweile esse ich als Indien-Begeisterter hauptsächlich indisch :-) Das tut mir und meiner Verdauung jedenfalls sehr gut. Auch höre ich sehr genau auf meinen Körper, was dieser braucht. Das hat am Anfang ein bisschen Übung erfordert, jetzt funktioniert es meist super.


Zum Thema Arbeit: Ja, ich bin arbeiten gegangen. Es gab gute und schlechte Zeiten. Manchmal saß sich tagelang gefühlt nur vor'm Bildschirm und hab wenig bis fast gar nix gebacken bekommen. Zum Glück hat mein Arbeitgeber davon nicht so viel mitbekommen und das Klima wir insgesamt auch recht angenehm und bis Anfang 2017 auch wenig stressig. Den entscheidenden Schub haben mit Ende 2016 Vitamin D3 und B12 gegeben, damit komme ich deutlich besser klar. Auch das Johanniskraut-Extrakt, das ich seit einem halben Jahr nehme, hat die Situation deutlich verbessert.

LG Christoph
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Verzweifelt am Seroquel (Quetiapin)

Beitragvon padma » Freitag, 17.11.17, 18:11

Off Topic
hallo Christoph, :)

ich habe an deinem link oben gesehen, dass du über eine nicht aktuelle Adresse ins Forum gehst. Bitte benutze die adfd.org Adresse, das ist besonders für die links wichtig.
Deinen link oben habe ich entsprechend ausgetauscht.

lg padma


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