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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
Chaoskim
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möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Mittwoch, 06.07.16, 19:06

Hallo alle zusammen.

Habe jetzt schon 6 Wochen hier und auch in anderen Bereichen des inets geschaut. Ich habe mich dann am Freitag eingetragen und nun wage ich einfach mal

Zu mir: ich bin 53 Jahre alt, weiblich und blicke auf 25 Jahre leidvolle Psychiatrieerfahrung zurück.

Angefangen hat es 1991 im Herbst mit Depressionen. Da landete ich das erste mal wegen suizidgefährdung in einer Klinik.
Doch man legt viel Wert auf Psychopillen. Kurzum, bis 2006 war ich jedes Jahr mindestens 4 mal in der Psychiatrie.
Die Diagnosen wechselten und die Medikamente auch. Psych kg, geschlossene Stationen, zwangsmedikamentation.

Nun lebe ich seit 2013 erstmals wieder auf, nahm von 130kg auf 60kg ab, verringerte Anfang diesen Jahres amisulprid von 600 auf 400 und duloxetin von 90 auf 60. Lamotrigin behielt ich bei 200 mg. Ich habe als enddiagnose bipolare Störung mit shizoaffektiven Komponenten.
Daher diese Medikantenzusammenstellung.

Nun habe ich Montag mit meinem Psychiater gesprochen und ihn um Tropfen zwecks besseren abdosierens gebeten. Nun, er will in 50mg Schritten runterdosieren und die 10% Regel sei Kinderkram.
Puh, wenn Blicke töten könnten, wäre ich wohl tot.
Naja, habe dann Montag 200 - 150 - 0 - 0 mg genommen und bin Dienstag gleich zu meinem Psychologen gefahren, der genialerweise auch praktischer Arzt ist. Ich erzählte ihm alles und er verschrieb mir solian (amisulprid) Tropfen.

Gestern also 200 - 160 - 0 - 0 mg, heute auch. Nun, geht das so wohl ok? Bisher merke ich noch nichts.
Die anderen Medis möchte ich erst danach abdosieren, da man ja sonst gar nicht weiss, was was verursacht. Also erst amisulprid, dann duloxetin und dann lamotrigin .
Ich habe nur furchtbare Angst, wieder in die Psychiatrie zu wandern. Aber ich möchte es versuchen. Ach ja, schlafen tue ich ca 2 - 3Stunden pro Nacht, was ich zur intensiven Recherche im inet nutze. Versuche nun mit 3g Baldrianwurzel und 2 Tassen Schlaf und Nerventee auf mehr Schlaf zu kommen, aber mein Körper kennt nur diese Psychodrogen und Benzos, die ich aber eben kaum nehme, da sie ja abhängig machen.
Bei allen anderen Medis sagte man mir, aber nein, die machen nicht abhängig, grmbls.

So, genug fürs erste, habe echt lange mit mir gekämpft, überhaupt zu schreiben. Sorry für das Chaos, aber: thats me.
Zuletzt geändert von Jamie am Mittwoch, 06.07.16, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze für die bessere Lesbarkeit eingefügt

Sunnyrose
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Sunnyrose » Mittwoch, 06.07.16, 20:17

Hallo liebe Chaoskim

Herzlich willkommen hier bei uns :)

Ich bin sehr glücklich darüber, dass du hierher gefunden hast. Wir begleiten und unterstützen dich gerne, so gut wir können.

Es ist sehr traurig wie aus einer Depression, durch Medikamente weitere Diagnosen entstehen und weitere Medikamente obendrauf gegeben werden. Das gleiche ist mir auch geschehen. Und geschieht oft.

Ich finde es ganz toll, dass du Absetzen möchtest. Paychopharmaka decken höchstens ne kurze Zeit die Symptome, sie heilen nie und bringen unsere ganze Persönlichkeit, unser Gehirn und Zentralnervensystem komplett durcheinander. Sich zu befreien ist machbar, langsam und behutsam.
Chaoskim hat geschrieben:Gestern also 200 - 160 - 0 - 0 mg, heute auch. Nun, geht das so wohl ok? Bisher merke ich noch nichts.
Die anderen Medis möchte ich erst danach abdosieren, da man ja sonst gar nicht weiss, was was verursacht.
Du machst das genau richtig. :)
Ein Medikament nach dem Anderen und in 10% Schritten alle 4 bis 6 Wochen. Nach jedem Reduktionsschritt stabilisieren, das heisst die Dosis halten bis man sich zu 95% beschwerdefrei fühlt. Dann den nächsten Schritt von max. 10 %.
Chaoskim hat geschrieben:Nun habe ich Montag mit meinem Psychiater gesprochen und ihn um Tropfen zwecks besseren abdosierens gebeten. Nun, er will in 50mg Schritten runterdosieren und die 10% Regel sei Kinderkram.
Leider, leider sind solche Aussagen die Regel und nicht die Ausnahme. Ärzte verstehen vom Absetzen und von der Absetzproblematik sehr wenig bis nichts.

Gut, dass du einen verständnisvollen Psychologen hast :)
Chaoskim hat geschrieben:Versuche nun mit 3g Baldrianwurzel und 2 Tassen Schlaf und Nerventee auf mehr Schlaf zu kommen, aber mein Körper kennt nur diese Psychodrogen und Benzos, die ich aber eben kaum nehme, da sie ja abhängig machen.
Versuche es bitte weiter. Diese sanften dennoch starken Mittel wirken langsam. Mir helfen sie sehr gut. Und ja, Benzodiazepine sind brandgefährlich. Besser ganz die Finger davon lassen.

Falls du Fragen hast, dann bitte frage einfach.
Liebe Grüsse
Deria
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2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Kimeta » Mittwoch, 06.07.16, 20:28

Liebe Kim,

herzlich willkommen im ADFD!

Zu Deiner Medikamentation kann ich leider nichts sagen, aber ich wollte Dir folgendes mitteilen: Dein Beitrag wirkt überhaupt nicht wie Chaos. Alles gut verständlich und chronologisch.

Alles Gute und viele Grüße,
Kimeta
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  • Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
  • Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
  • Derzeitiger Stand seit 23.10.2017: 2,5 mg
Hintergründe und Absetzverlauf:
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Donnerstag, 07.07.16, 5:21

Hallo ihr lieben.
Danke für die ermutigenden Antworten.

Ich habe seit langer Zeit mal endlich 4 1/2 h geschlafen. Toll!!!!

Interessant: bei meinem Psychiater habe ich in 10 Wochen einen Termin, mein Psychologe möchte mich aber schon in 2 Wochen wieder sehen. Na, er HAT Erfahrung mit Alkohoö und Benzoabhängigen und will mich bei diesem "interessanten Experiment" (O-Ton er) nach besten Kräften unterstützen

Lese gerade das Buch Psychopharmaka absetzen von Peter Lehmann.
Mein Psychologe hats interessiert angelesen, mein Psychiater hats noch nicht einmal angefasst. War aber schöööön, es in seinem Wartezimmer (rammelvoll mit Psychodrogenzombies) zu lesen :haha:

Die durchweg positiven Absetzversuche haben mich zusätzlich ermutugt, aber vor allem dieses Forum hat es mir gezeigt, wo die Stärke des Austausches unereinander liegt.

Habe allerdings seit dem Aufwachen Hitze/Kälteempfinden abwechselnd. Da ich das aber schon häufiger hatte, weiss ich nicht, inwiefern das mit der Dosierung zusammen hängt.

Ach ja, seit 2 Wochen habe ich verstärkt Juckreiz am ganzen Körper, aber überwiegend an Gesicht und Beinen. Kratze ich mich, juckts kurze Zeit darauf noch schlimmer und wenn ich weiter kratze, entstehen an den Kratzstellen blaue Flecken. Soll ich mir mal Dimentinden (Fenistil) besorgen?? Macht mich echt wahnsinnig, da ich ja nicht kratzen darf und es auch nix bringt.

So, erstmal Danke für eure Nachrichten und am liebsten würde ich das Amisulprid weiter reduzieren, lasse es aber lieber sein, ihr habt da mehr Erfahrung.

Liebe Grüße, Kim.
Nov 1991 erster Psychiatrie Aufenthalt Depressionen.
Bis 2006 div Aufenthalte in div Anstalten.
Enddiagnose 2001: bipolar mit schizoaffektiven Komponenten. Optische Halluzinationen.
So viele NL s und antidepressiva, weiss kaum noch, was ich nicht bekommen habe.

Jetzt seit 3 Jahren
Amisulprid 400 - 200 - 0 - 0 mg
Lamotrigin 200 mg abends
Duloxetin 60 - 30 mg
Seit Februar 2016
Amisulprid 200 - 200... Mg
Duloxetin 60mg
Lamotrigin 200 mg abends

Seit 04.07.16
Amisulprid ausschleichversuch
200 - 160 mg.
09.07.16 Schlaf hat sich normalisiert. Leichte Paranoia. Sonst stabil.
Seit 13.07.16 vermehrter Tagschlaf, Reizüberflutung, Infragestellung von Beziehungen, NOCH abwendbar.
15.07.16 keine Paranoia mehr, sehe klarer, Schlaf weiterhin gut. Kontaktaufnahme zu Betreuern.
seit 23.07.16 Schlaf wieder schlecht, ansonsten keine Probleme.
01.08.16 nächster Reduktionsschritt Amisulprid
200- 120 mg
04.08.16 Schlaf wieder gut, leider Übelkeit und Erbrechen.
06.08.16 alles wieder gut, keine Symptome.

Weiterhin alles ok, allerdings lautet meine Diagnose seit 2013 völlig anders: paranoide Schizophrenie. Bin ich n i c h t mit einverstanden!

Wollte heute (22.08.16) weiter reduzieren, Forum sei dank, denn ich warte noch bis nächste Woche <3
22.08.16 bombastischer Schlaf nach täglichen 6h laufen und überhaupt keine absetzsymptome.
29.08.16 weitere Reduktion der Mittagsdosis auf 80mg also gesamt 200 - 80 - 0 UND überhaupt keine Probleme bisher.

Seit 01.12.17 nur noch 25mg Amisulprid
Lamotrigin seit April 17 abgesetzt ohne Probleme.
Bleiben 60mg Duloxetin morgens.

Sunnyrose
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Sunnyrose » Donnerstag, 07.07.16, 7:07

Guten morgen Kim

Das ist ja toll, dass du besser schlafen konntest :party2:
Chaoskim hat geschrieben:War aber schöööön, es in seinem Wartezimmer (rammelvoll mit Psychodrogenzombies) zu lesen
:D gut so. Solche Bücher sollten eigentlich jeden interessieren, der sie verschreibt :evil:
Chaoskim hat geschrieben:Habe allerdings seit dem Aufwachen Hitze/Kälteempfinden abwechselnd. Da ich das aber schon häufiger hatte, weiss ich nicht, inwiefern das mit der Dosierung zusammen hängt.

Ach ja, seit 2 Wochen habe ich verstärkt Juckreiz am ganzen Körper, aber überwiegend an Gesicht und Beinen. Kratze ich mich, juckts kurze Zeit darauf noch schlimmer und wenn ich weiter kratze, entstehen an den Kratzstellen blaue Flecken. Soll ich mir mal Dimentinden (Fenistil) besorgen?? Macht mich echt wahnsinnig, da ich ja nicht kratzen darf und es auch nix bringt.
Da du es schon vorher hattest denke ich es sind die Nebenwirkungen der Medikamente. Die kommen ja im Laufe der Zeit immer mehr zum Vorschein.

Obwohl beides auch verstärkt als Absetzsymptom sehr üblich ist. Bei mir nützt bei Juckreiz Massageöl ganz gut, da meine Haut sehr trocken geworden ist. Ich wärme das Öl vorher leicht. Fenistil ist ein Antihistaminikum und würde ich, wenn dann nur als Gel antesten. Innerlich, darf man das, soviel ich weiss, nicht zusammen mit AD nehmen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dimetinden
Chaoskim hat geschrieben:am liebsten würde ich das Amisulprid weiter reduzieren, lasse es aber lieber sein, ihr habt da mehr Erfahrung.
Diesen Impuls haben wir alle, nur leider ist das echt gar nicht zu empfehlen. Langsam und geduldig ist die Beste Devise :roll:

Liebe Grüsse
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Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 07.07.16, 10:27

Hallo Chaoskim,

willkommen im Forum :-)

Zu deinen Medikamenten, du nimmst ja ein Antidepressivum, ein Neuroleptikum, und einen Stimmungsstabilisierer (Lamotrigin).

Nun lese ich, dass du insgesamt sehr wenig schläfst. Es gibt die Empfehlung, zunächst das Antriebssteigernde Mittel, meist das Antidepressivum (in deinem Fall Duloxetin) auszuschleichen, weil möglichst viel Schlaf und Ruhe sehr wichtig sind für die Stabilität und die Heilung.

du möchtest nun zu erst das Neuroleptikum loswerden, was ich auch verstehen kann weil diese Medikamente ja viele Nebenwirkungen haben.

Vielleicht wäre es aber eine Alternative, auf einer kleineren Dosis Amisulprid zu bleiben, und zunächst das Duloxetin los zu werden, manchen fällt das leichter als anders herum.

Aber das ist eine sehr persönliche, individuelle Sache, ich wollte dir nur diesen Gedanken mitgeben.

Beim Reduzieren ist es wichtig, die persönlichen Grenzen zu kennen, und möglichst nicht darüber zu gehen - also nicht zu viel auszuhalten. Das muss ich immer noch lernen, obwohl ich schon seit fast 2 Jahren beim Absetzen bin. Aber wenn ich zurück denke, habe ich mich oft sehr gequält, und das, um maximal ein paar Wochen oder wenige Monate Zeit zu gewinnen.

Natürlich will ich immer noch meine Medikamente so schnell wie möglich los werden, aber inzwischen nehme ich nicht mehr ganz so schlimme Symptome in Kauf, und merke wie es mir mein Körper dankt, mit weniger Erschöpfung und weniger Verzweiflung.

Wahrscheinlich habe ich auch einfach wieder eine bessere Selbstwahrnehmung bei der kleineren Dosis, es ist nicht mehr alles so weit weg und fremd.

Wegen des Juckreizes: Ich würde beobachten, ob es bei gleich bleibender Dosis wieder abklingt. Bleib doch jetzt erstmal 6 Wochen auf deiner Dosis, und schau mal. Ich würde so lange der Juckreiz so stark ist noch nicht weiter absetzen, ich denke er weist darauf hin dass dein Körper irgendwo noch ziemlich zu kämpfen/sich zu regulieren hat.

Liebe Grüße,
Lina
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Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.12.2017: 0.25 mg Mirtazapin

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: / Mein Thread
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Donnerstag, 07.07.16, 17:07

Hallo ihr zwei.
Also habe ich mir das Zeugs nicht gekauft und nehme nun calendula salbe fürs Gesicht. Meine besten Therapeuten (2 süße alte Katerchen die mich seit 15 Jahren begleiten) bekommen die auch bei allen möglichen Verletzungen.
Was denen hilft und ihnen nicht schadet, dürfte auch mir helfen. Der Juckreiz kommt mir vor wie eine Allergie gegen mich selbst.

Gut, dass ich VOR dem Einkauf noch hier reingeschaut habe. Mache jeden Tag mindestens einen Gang nach draußen, lasse ich es schludern, dann komme ich kaum noch raus. Generalisierte Angststörung, pah
Von wegen, da helfen nur Benzos, konsequentes Training jeden Tag, auch an schlechten Tagen, das bringt viel mehr und es hat als Nw nur eins: stolz sein und wieder Freude am Leben zu haben. Das Training hat mir mein Psychologe gezeigt, leider schmeißt er auch mit Benzos um sich.
Aber er warnt und will wirklich, dass ich es nur dann benutze, wenn ich einen dringenden Termin habe, aber ich habe bisher in 10 Jahren exakt einmal davon Gebrauch gemacht. Neee danke, nix für mich.
Ich kann allerdings nicht verstehen, daß er sie immer noch verschreibt. Er hat viele unglückliche süchtige Patienten. Ich schätze aber, die sind in ihrer Not zu ihm gekommen nachdem ein gewissenloser Arzt sie abhängig gemacht hat und ihnen dann nichts mehr verschreiben wollte.
Hmnja, aufgrund des 11 Juli werde ich mal mutig sein und ihn beim nächsten Termin drauf ansprechen denn zumindest mich hat er vor Benzos gewarnt, verschreibt nur N1 Packungen und möchte nur, dass ich auch super wichtige Termine (zb Sozialamt) nicht absagen muss.

Aber das Angsttraining ist 1000mal effektiver :D


Zu Lina: Ufff, das könnte stimmen, allerdings ist auch das NL ein antriebsteigerndes, ich darf (würg) es nur morgens und mittags nehmen. Da ich oft sehr versunken war, schien dem blöden Psychiater das wohl stimmig. Jetzt weiss ich nicht wie ich es weiter machen soll.
Amisulprid erstmal bis auf 200 runter (soll ja die Erhaltungsdosis sein) und dann duloxetin ausschleichen? Aber da ist eh ein Problem, das ist ne Kapsel, wie kriege ich es denn damit hin. Bin motorisch sehr eingeschränkt und weiss nicht, wie ich die Kapsel auf und wieder zu bekomme. Mir fällt bestimmt der gesamte Inhalt auf den Boden, örks.
Wie erwähnt, beides, AD und NL sind antriebsteigernd. Die duloxetin wollte ich allerdings eh als nächstes dann ausschleichen.

Schlaf: da ich leider mein erfolgreiches Studium und auch meine Umschulung abbrechen musste, frührentnerin bin und keine kniffligen Sachen lösen muss ist mir Schlaf zur Zeit egal. Ich beschäftige mich nachts und tagsüber habe ich feste Zeiten der Beschäftigung. Morgens stehe ich immer um 6 Uhr auf und abends gehe ich vor 24 Uhr ins Bett. Nur um einen geregelten Tag und Nacht Rhythmus zu haben.
Den brauche ich irgendwie. Meine Katerchen verlangen auch ihr Recht und sind es gewohnt, um 6 Uhr das erste Futter zu bekommen.
Jou, wie ich darauf kam, weiss ich auch nicht so genau, aber in den Tag hineinleben kann ich schlecht es bekommt mir nicht.
Und schlafen ok, wenn es geht, dann bitte nur Nachts oder auf ein Stündchen nach dem Mittagessen.
Das klappt bei mir sehr gut und ich brauche auch anscheinend gar nicht so viel Schlaf. Ist es möglich, dass es sogar gibt? Menschen, die mit 2 bis 4 h Schlaf auskommen?

Gut, nun wirds chaotisch, sorry,aber es tut gut, mal mit Menschen zu kommunizieren, die den gleichen Leidensweg gehen. Ok, danke noch mal für eure Anregungen und dass ich vor dem Antihistaminikum gewarnt würde. Nehme die Familiensalbe :roll:

Liebe Grüße und für alle EM begeisterten: möge die bessere Mannschaft gewinnen.

Kim.
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Nov 1991 erster Psychiatrie Aufenthalt Depressionen.
Bis 2006 div Aufenthalte in div Anstalten.
Enddiagnose 2001: bipolar mit schizoaffektiven Komponenten. Optische Halluzinationen.
So viele NL s und antidepressiva, weiss kaum noch, was ich nicht bekommen habe.

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09.07.16 Schlaf hat sich normalisiert. Leichte Paranoia. Sonst stabil.
Seit 13.07.16 vermehrter Tagschlaf, Reizüberflutung, Infragestellung von Beziehungen, NOCH abwendbar.
15.07.16 keine Paranoia mehr, sehe klarer, Schlaf weiterhin gut. Kontaktaufnahme zu Betreuern.
seit 23.07.16 Schlaf wieder schlecht, ansonsten keine Probleme.
01.08.16 nächster Reduktionsschritt Amisulprid
200- 120 mg
04.08.16 Schlaf wieder gut, leider Übelkeit und Erbrechen.
06.08.16 alles wieder gut, keine Symptome.

Weiterhin alles ok, allerdings lautet meine Diagnose seit 2013 völlig anders: paranoide Schizophrenie. Bin ich n i c h t mit einverstanden!

Wollte heute (22.08.16) weiter reduzieren, Forum sei dank, denn ich warte noch bis nächste Woche <3
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29.08.16 weitere Reduktion der Mittagsdosis auf 80mg also gesamt 200 - 80 - 0 UND überhaupt keine Probleme bisher.

Seit 01.12.17 nur noch 25mg Amisulprid
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 07.07.16, 17:32

hallo Kim, :)

mich beschäftigt auch die Frage, welches Medikament du am besten als erstes ausschleicht.

Du hast ja geschrieben, dass du zunächst "nur" Depressionen hattest. Später bereits unter Medikamenten hast du die Diagnose bipolar bekommen.
Der Punkt ist, dass SSRI/SNRI eine Manie auslösen können, deshalb sind sie bei einer "bipolaren Störung" eigentlich kontraindiziert(bzw. Anwendungsbeschränkung).

Denkst du selbst, dass du eine manische Phase hattest und welches Psychopharmakon hast du da bereits genommen?

Das ist wichtig, weil wenn Duloxetin bei dir möglicherweise als NW eine manische oder hypomanische Phase auslösen kann, wäre es gefährlich, erst Amisulprid abzusetzen.
Jetzt weiss ich nicht wie ich es weiter machen soll.
Amisulprid erstmal bis auf 200 runter (soll ja die Erhaltungsdosis sein) und dann duloxetin ausschleichen?
Das hört sich nach einem guten Plan an.
Aber da ist eh ein Problem, das ist ne Kapsel, wie kriege ich es denn damit hin. Bin motorisch sehr eingeschränkt und weiss nicht, wie ich die Kapsel auf und wieder zu bekomme. Mir fällt bestimmt der gesamte Inhalt auf den Boden, örks.
Hmm, das ist ein Problem. Könntest du die Kapsel über einer Schüssel öffnen, so dass ggfs alles in die Schüssel fallen würde?

Wenn dein Arzt dich prinzipiell unterstützt, könntest du ihn auch um ein Rezept für eine Individualrezeptur bitten
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=1030
und wenn ich weiter kratze, entstehen an den Kratzstellen blaue Flecken.
Wenn dies neu ist, dass du durch Kratzen blaue Flecken bekommst,wäre es gut, das mal durch ein Blutbild abklären zu lassen. Wahrscheinlich hat es nichts zu bedeuten, bei mir ist das auch so, aber einmal abklären lassen ist besser.

liebe Grüsse,
padma
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Freitag, 08.07.16, 7:01

Hallo padma Hallo AT all.
Also, vorher bekam ich mehr beruhigende AD weil ich ein nervöses Hemd bin. Ich würde als selbstdiagnose eher auf bipolar (ich habe echt dieses Hin und Her zwischen Depressionen und manischen Episoden) .
und ptbs aufgrund von den menschenwürdigen Behandlungen in den Anstalten tippen.

Alle anderen Diagnosen sind mM nach falsch. Die letzte depressive Phase war Januar/Februar diesen Jahres.
Allerdings war sie verständlich da am 13.01.16 meine gute Freundin an Krebs verstarb. Ich habe sehr darunter gelitten sie verloren zu haben und noch nicht mal weinen zu können. Habe aber wenigstens Abschied nehmen können.
Dann folgte im März eine hypomanische Phase und irgendwie bin ich darin hängen geblieben. Hoffentlich bleibt mir die Manie erspart.

Habe heute Blutabnahme beim HA und Montag Gespräch. Da werde ich nach einem erweiterten Blutbild fragen. Zur Not zahle ich.
Dank der ach so tollen Psychopillen habe ich mir 2007 Adipositas per magma zugezogen plus Diabetes Typ II. Kriegte zunächst metformin. Durch konsequente Ernährungsumstellung und Bewegung seit 2014 nicht mehr. Habe zwar Immer Hunger aber muss das aushalten.

Ok, werde es wie folgt machen: runterdosieren des amisulprid auf 200 dann ausschleichen des duloxetin. Das mit der Schüssel ist ne gute Idee. Werde das dann so machen.
Möchte auf keinen Fall manisch werden. Dann mache ich viel Unsinn und zb Schulden, beziehungsabbrüche, riskante Unternehmungen.

So, meint ihr, damit wäre ich dann auf der sicheren Seite? Unterstützung vom Psychologen bekomme ich ja schon, aber er wird mir sicher nicht mit einer Extrarezeptur helfen. Nur kann ich von ihm vielleicht wenigstens auch die 30ger duloxetin bekommen.

Muss Schluss machen, muss gleich los. Ach ja: weiss jetzt nicht, ob am baldrian liegt oder am reduzieren. Habe heute Nacht glatte 5 1/2 h geschlafen, am Stück. Nur bin ich mit starken Kopfschmerzen aufgewacht.

Liebe grüße an euch.... Kim.
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06.08.16 alles wieder gut, keine Symptome.

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Wollte heute (22.08.16) weiter reduzieren, Forum sei dank, denn ich warte noch bis nächste Woche <3
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29.08.16 weitere Reduktion der Mittagsdosis auf 80mg also gesamt 200 - 80 - 0 UND überhaupt keine Probleme bisher.

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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Jamie » Freitag, 08.07.16, 10:50

Hallo Kim,

der sicherste Weg keine Absetzpsychosen zu bekommen oder zwischen den Phasen hin- und her zu kippen, ist das laaaaangsame und schonende und kleinschrittige Ausschleichen.
Nicht umsonst haben wir hier ein Schneckensymbol :) ... :schnecke: .... :schnecke: .. :schnecke:
Gerade Menschen wie du, die aufgrund der Prädisposition evtl. zu emotionaler Instabilität neigen, müssen bedächtig ausschleichen; also werde nicht übermütig, sondern setze als erstes max. 10% von deinem Amisulprid ab und dabei beobachtest du dich.

Viele Grüße und nachträglich willkommen im Forum :)
Jamie
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von LinLina » Freitag, 08.07.16, 16:39

Hallo Kim :-)

Wenn deine größte Sorge derzeit ist, wieder eine Manie zu bekommen, dann ist es denke ich wirklich am besten als erstes das Duloxetin ganz langsam abzusetzen, nach einer Stabilisierungspause.

Dass du deine Freundin verloren hast, tut mir sehr leid :hug: Erstmal nicht weinen zu können ist gar nicht so selten. Ich finde es wird oft viel zu wenig Raum gelassen, um langsam die Trauer spüren zu können.

Bei mir hat die akute Trauer nach einem nahen Verlust ca. 1-2 Jahre angedauert, und hat langsam nachgelassen. Auch im Nachhinein empfinde ich das nicht als "krank" oder unangemessen und würde es für mich nicht als Depression einordnen.

Liebe Grüße,
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Samstag, 09.07.16, 17:01

Hallo ihr lieben.

Hmm, bisher habe ich nur eine positive Wirkung nach der ersten Reduktion gemerkt.
Ich kann wieder völlig normal schlafen :o
Habe heute Nacht von 23Uhr bis 6:30 geschlafen. Mit kurzen Aufwachzeiten aber ich konnte jedesmal sofort wieder einschlafen.

Kann das sein, daß man zuerst positive Abdosiersympthome hat???

Nehme nur 3g Baldrianwurzel und den Schlaf und Nerventee. Sonst NIX!!!!

Aber ich werde es wohl so machen, das ich bei 200mg dann anhalte und erst das Duloxetin ausschleiche.

Achje, DOCH: ein wohl eher negatives Sympthom liegt doch vor: Gestern abend hatte die Nachbarschaft eine Gartenfete und ich dachte allen ernstes, dass sie beratschlagen, wie sie es schaffen könnten, mich aus meiner Wohnung zu kriegen. Leichter Anflug von Paranoia.
Habe IMMER Angst, meine Wohnung zu verlieren, vor allem, seit ich endlich richtig Ordnung in das Chaos meiner Wohnung bekommen habe und mich nun sauwohl hier fühle.

Hatte vor ca 2 Wochen das erste Mal Dauerhusten, Tag und Nacht, und dachte, es läge am rauchen (leider komme ich vom Glimmstengel noch nicht los) doch war wohl eher ne Bronchities... nun geht es mir seit drei Tagen besser und ich habe gestern echt befürchtet, alle wären gegen mich, weil ich ständig laut gehustet habe.

Aber das hatte mich nur kurz beunruhigt. Habe dann schnell logisch gedacht und meine Ängste überprüft.

Kann also weitergehen.

Bis bald und danke, dass ihr mir hier so Denkanstöße gebt.
Kim
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15.07.16 keine Paranoia mehr, sehe klarer, Schlaf weiterhin gut. Kontaktaufnahme zu Betreuern.
seit 23.07.16 Schlaf wieder schlecht, ansonsten keine Probleme.
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04.08.16 Schlaf wieder gut, leider Übelkeit und Erbrechen.
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 10.07.16, 16:39

Hallo Kim,

Genieß es am besten einfach, dass du gut schlafen kannst. Wenn das ein positive erste Veränderung durch das reduzieren ist, dann ist das doch akzeptabel :)

Auch schön, dass du eine Wohnung hast, Inder du dich wohlfühlen. Dass du leichte Anflüge von Paranoia selbst gut abfangen kannst, ist sicher hilfreich. Ein langsames Absetzen sollte dazu beitragen, dass diese Wahrnehmungen nicht so stark werden, dass du damit nicht mehr umgehen kannst. Hatte dir eigentlich schon jemand diese Broschüre zum Reduzieren von Neuroleptika verlinkt? Da gibt es auch ganz gute Informationen und Tipps.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=32&t=8997

Viele Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Donnerstag, 14.07.16, 16:14

Hallo Murmeline, Hallo at all ;)

Der Link ist in der Tat sehr hilfreich, zumal die ersten Probleme auftauchen...
Habe ihn mir sehr genau durchgelesen und vor allem Hilfe bei Auftreten manischer Phasen gesucht. Und gefunden.

Zur Zeit ist der Schlaf ZU gut... leider schlafe ich nun auch tagsüber manchmal ein. Schlafe dann ein bis zwei Stunden und kann dennoch auch nachts schlafen... schade um die verlorene Zeit am Tag, aber die Müdigkeit ist zu groß.

Bin nun sehr schnell agressiv und vor allem hyper gereizt... habe eine an sich eh wertlose Bekanntschaft gestern abend beendet. Ob das nun der erste Schritt in den Abgrund ist, weiss ich nicht.
Überlege sogar, meine Betreuung vom Fachdienst betreutes Wohnen zu kündigen. DAS werde ich aber NICHT tun. Es ist nur so, dass mich dieser unzuverlässige Verein ank :censored: . Wird mein Bezugsbetreuer krank, habe ich keinen, der dessen Aufgaben übernimmt. So musste ich Montag 2 Stunden Hinfahrt zu einem Arzt in Kauf nehmen, weil keiner sich zuständig fühlte. Dabei sind solche Arztbesuche allerdings ohne Begleitung sehr, sehr schwierig für mich und mit dem Auto dauerts zudem auch nur knapp 20 Minuten dahin. Blöde Busse und Bahnen.
However, ich warte, bis mein Bezugsbetreuer wieder da ist und dann schilder ich meine Gedanken dazu. Er hat mir immerhin versprochen, es mir zu sagen, wenn ich wieder auf der falschen Spur bin.

Dann Ärger mit Grundsicherung ;( habe nun gestern noch eine Mail an den Bundestagsabgeordneten geschickt, der für meine Stadt verantwortlich ist. Bin KEIN Opferlamm, was alles mit sich machen lässt.
Wird zwar nicht viel bringen, aber ich plane eine Unterschriftenaktion, warum, würde nun den Rahmen sprengen.

Juckreiz leider immer noch vorhanden, fast ausschliesslich im Gesicht. Dazu rissige, trockene Haut unter der Unterlippe. Aber ich tue da nix weiter gegen. Denn da würde ich ja noch mehr Chemie zu mir nehmen.

Jetzt bin ich sogar genervt, wenn einer meiner Katerchen mal seufzt oder so. Ich könnte ihn dann so anschreien, machs aber nicht. Jede Geräuschquelle nervt, selbst das Vogelgezwitscher. Oder die Autos, die an mir vorbeifahren, wenn ich mein Angsttraining mache. Bin völlig reizüberflutet, befürchte ich.

Liegt das schon an 40mg weniger Amisulprid??? Oder ist das alles normal und medikamentenunabhängig?

Bin da eher ratlos. Und diese Paranoia bzgl der Nachbarn besteht auch noch.

Und Entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich war ständig mit irgendwelchem Kram beschäftigt, wenn ich nicht gerade geschlafen habe.

Liebe Grüße, Kim.

Soll ich die Baldrianwurzel auch lieber reduzieren? Und vor allem: soll ich lieber anderen gegenüber (Familie, Freunde, Bekannte) still sein, bevor ich weitere Kontaktabbrüche riskiere? Oh Backe, das ist ein Albtraum.
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 14.07.16, 17:55

hallo Kim, :)
Bin nun sehr schnell agressiv und vor allem hyper gereizt... habe eine an sich eh wertlose Bekanntschaft gestern abend beendet. Ob das nun der erste Schritt in den Abgrund ist, weiss ich nicht.
Aggressivität ist ein Absetzsymptom. Ich halte deinen letzten Reduktionsschritt von 40 mg für zu gross. Bevor du weitere Beziehungen riskierst, würde ich nochmals etwas höher gehen. Vielleicht zunächst auf 170 mg. Evtl. brauchst du noch mehr, aber da würde ich kleinschrittig vorgehen.
Überlege sogar, meine Betreuung vom Fachdienst betreutes Wohnen zu kündigen. DAS werde ich aber NICHT tun.
Solche Entscheidungen solltest du jetzt wirklich nicht treffen. Dass es keine Krankheitsvertretung für deine Bezugsperson gibt, ist natürlich nicht gut, da verstehe ich deinen Ärger.
Dann Ärger mit Grundsicherung ;( habe nun gestern noch eine Mail an den Bundestagsabgeordneten geschickt, der für meine Stadt verantwortlich ist. Bin KEIN Opferlamm, was alles mit sich machen lässt.
Ohja, das kann einen den letzten Nerv rauben. Ich finde es gut, dass du dich wehrst.
Jetzt bin ich sogar genervt, wenn einer meiner Katerchen mal seufzt oder so. Ich könnte ihn dann so anschreien, machs aber nicht.
Das ist natürlich wirklich heftig. :shock:
Jede Geräuschquelle nervt, selbst das Vogelgezwitscher. Oder die Autos, die an mir vorbeifahren, wenn ich mein Angsttraining mache. Bin völlig reizüberflutet, befürchte ich.
Ja, das hört sich so an. Es gibt Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, vielleicht wäre das hilfreich.
Soll ich die Baldrianwurzel auch lieber reduzieren?
Hast du den Eindruck, dass es dir nicht bekommt? Du könntest austesten, wie es dir mit weniger geht.
Und vor allem: soll ich lieber anderen gegenüber (Familie, Freunde, Bekannte) still sein, bevor ich weitere Kontaktabbrüche riskiere?
Kannst du mit ihnen darüber sprechen, dass du dich zurzeit nicht so unter Kontrolle hast und dass das aber nichts mit ihnen zu tun hat? Und um Nachsicht bitten?
Bevor es eskaliert, würde ich die Situation verlassen. Mit einer Erklärung wie z.B.:"Es geht mir gerade gar nicht gut, ich gehe jetzt besser".

Pass auf dich auf.
liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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27.12.2017: 0,425 mg es wird weiter ge :schnecke: t


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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 14.07.16, 18:08

Hallo Kim,

aus eigener leidvoller Erfahrung schließe ich mich denen an, die sagen, besonders Amisulprid muss langsam runter. Ich habe es damals 2008 einfach weggelassen ( von 100 mg) und an den Folgen noch jahrelang zu tragen. Dein Arzt scheint ja mitzuziehen, bitte bestehe auf dem langsamen Ausschleichen.

liebe Grüße Arianrhod
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Chaoskim
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Freitag, 15.07.16, 10:55

padma hat geschrieben:hallo Kim, :)

Hallo Padma.
Bin nun sehr schnell agressiv und vor allem hyper gereizt... habe eine an sich eh wertlose Bekanntschaft gestern abend beendet. Ob das nun der erste Schritt in den Abgrund ist, weiss ich nicht.
Aggressivität ist ein Absetzsymptom. Ich halte deinen letzten Reduktionsschritt von 40 mg für zu gross. Bevor du weitere Beziehungen riskierst, würde ich nochmals etwas höher gehen. Vielleicht zunächst auf 170 mg. Evtl. brauchst du noch mehr, aber da würde ich kleinschrittig vorgehen.

Habe am Dienstag nächste Woche einen Termin bei meinem Psychologen. Da werde ich das alles schildern. Da er schon Erfahrungen hat und mich seit 15 Jahren kennt, weiss er sicher Rat. Heute habe ich mich das erste Mal wieder auf den Balkon getraut. Paranoia ist weg!!!

Überlege sogar, meine Betreuung vom Fachdienst betreutes Wohnen zu kündigen. DAS werde ich aber NICHT tun.
Solche Entscheidungen solltest du jetzt wirklich nicht treffen. Dass es keine Krankheitsvertretung für deine Bezugsperson gibt, ist natürlich nicht gut, da verstehe ich deinen Ärger.

Nun, das mache ich bestimmt nicht. Wie gesagt, erst mal mit dem Betreuer reden, wenn er wieder gesund ist.
Dann Ärger mit Grundsicherung ;( habe nun gestern noch eine Mail an den Bundestagsabgeordneten geschickt, der für meine Stadt verantwortlich ist. Bin KEIN Opferlamm, was alles mit sich machen lässt.
Ohja, das kann einen den letzten Nerv rauben. Ich finde es gut, dass du dich wehrst.

Ohja! Da lebt man unverschuldet schon am Existenzminimum und dann wird einem das Geld aufgrund einer Gesetzeslücke noch gekürzt. Soll ich denn nur noch hungern?

Jetzt bin ich sogar genervt, wenn einer meiner Katerchen mal seufzt oder so. Ich könnte ihn dann so anschreien, machs aber nicht.
Das ist natürlich wirklich heftig. :shock:

Heute geht's wieder. Das war vor allem gestern und vorgestern schlimm. Doch ich passe da auf. Die armen können ja nix dafür.
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Ja, das hört sich so an. Es gibt Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, vielleicht wäre das hilfreich.

Wo bekomme ich solche Kopfhörer? Musik mag ich momentan nämlich auch nicht hören. Sollten nur nicht soviel kosten...

Soll ich die Baldrianwurzel auch lieber reduzieren?
Hast du den Eindruck, dass es dir nicht bekommt? Du könntest austesten, wie es dir mit weniger geht.

Dachte nur, weil ich soviel schlafe, dass das vielleicht an der Baldrianwurzel liegt. Dosiere es heute mal runter auf 2g.

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Kannst du mit ihnen darüber sprechen, dass du dich zurzeit nicht so unter Kontrolle hast und dass das aber nichts mit ihnen zu tun hat? Und um Nachsicht bitten?
Bevor es eskaliert, würde ich die Situation verlassen. Mit einer Erklärung wie z.B.:"Es geht mir gerade gar nicht gut, ich gehe jetzt besser".

Danke für diese Hinweise. So werde ich es machen. Auch bei den Betreuern. Aber irgendwie bin ich heute endlich wieder viel gelassener. Kann aber daran liegen, dass ich gestern lange gewalkt bin und heute den Balkon wieder in Ordnung gebracht habe. Habe mir auch vorgenommen, heute nachmittag wenigstens eine Stunde lang dort zu sitzen. Egal, was kommt.


Pass auf dich auf.

Ohja, das werde ich. Danke für deine hilfreichen Zeilen.
liebe Grüsse,
padma
Ebenfalls liebe grüße an dich.
Kim.
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Seit 13.07.16 vermehrter Tagschlaf, Reizüberflutung, Infragestellung von Beziehungen, NOCH abwendbar.
15.07.16 keine Paranoia mehr, sehe klarer, Schlaf weiterhin gut. Kontaktaufnahme zu Betreuern.
seit 23.07.16 Schlaf wieder schlecht, ansonsten keine Probleme.
01.08.16 nächster Reduktionsschritt Amisulprid
200- 120 mg
04.08.16 Schlaf wieder gut, leider Übelkeit und Erbrechen.
06.08.16 alles wieder gut, keine Symptome.

Weiterhin alles ok, allerdings lautet meine Diagnose seit 2013 völlig anders: paranoide Schizophrenie. Bin ich n i c h t mit einverstanden!

Wollte heute (22.08.16) weiter reduzieren, Forum sei dank, denn ich warte noch bis nächste Woche <3
22.08.16 bombastischer Schlaf nach täglichen 6h laufen und überhaupt keine absetzsymptome.
29.08.16 weitere Reduktion der Mittagsdosis auf 80mg also gesamt 200 - 80 - 0 UND überhaupt keine Probleme bisher.

Seit 01.12.17 nur noch 25mg Amisulprid
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Chaoskim » Freitag, 15.07.16, 11:10

Arianrhod hat geschrieben:Hallo Kim,

aus eigener leidvoller Erfahrung schließe ich mich denen an, die sagen, besonders Amisulprid muss langsam runter. Ich habe es damals 2008 einfach weggelassen ( von 100 mg) und an den Folgen noch jahrelang zu tragen. Dein Arzt scheint ja mitzuziehen, bitte bestehe auf dem langsamen Ausschleichen.

liebe Grüße Arianrhod
Hallo arianrhod.

Hmm, ich habe das schon oft gehört /gelesen. Was mich nur wundert ist, dass ich im Februar so mühelos gleich 200mg runterdosieren konnte. Ohne Absetzsymptome. Und nun bei 40 mg so ein Chaos. Aber wie ich schon Padma schrieb, heute sieht alles besser aus. Nun, wer weiß schon, ob da nicht auch Die Tagesform eine Rolle spielt. Schlaf war gut und ich habe energiegeladen einiges tun können. Werde auch heute wieder walken gehen. Da habe ich das Angsttraining ja gleich mit erledigt. Steht ja auch im link, den murmeline mir geschickt hat. Sport suchen, der einem Spaß macht und umsetzen. Vor allem ist walken ja alleine machbar. Mein Umfeld ist leider sehr faul und bewegt sich gar nicht gern.
Würde auch gerne wieder Tischtennis spielen, aber das geht allein ja nicht....
Nun, ich werde weiterhin beobachten und reflektieren. Dienstag bin ich ja bei meinem Psychologen. Schreibe Dank murmeline's link nun auch tagebuch. Das nehm ich dann mit. Also, ich hoffe sehr dass diese Absetzerscheinungen nicht wiederkommen. Aber danke für die Warnung. Das Amisulprid ist schon echt ein mistzeug. Und keiner hatte mich damals gewarnt. Und der Psychiater will großzügig absetzen. Gut, dass ich meinen Psychologen habe, der auch Medikamente verschreiben darf.

Danke dir.

Liebe grüße, Kim.
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Wollte heute (22.08.16) weiter reduzieren, Forum sei dank, denn ich warte noch bis nächste Woche <3
22.08.16 bombastischer Schlaf nach täglichen 6h laufen und überhaupt keine absetzsymptome.
29.08.16 weitere Reduktion der Mittagsdosis auf 80mg also gesamt 200 - 80 - 0 UND überhaupt keine Probleme bisher.

Seit 01.12.17 nur noch 25mg Amisulprid
Lamotrigin seit April 17 abgesetzt ohne Probleme.
Bleiben 60mg Duloxetin morgens.

Sunnyrose
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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Sunnyrose » Freitag, 15.07.16, 11:27

Liebe Kim
Hmm, ich habe das schon oft gehört /gelesen. Was mich nur wundert ist, dass ich im Februar so mühelos gleich 200mg runterdosieren konnte. Ohne Absetzsymptome. Und nun bei 40 mg so ein Chaos
Dazu möchte ich dir folgende Erklärung geben.

Unser Zentralnervensystem wird mit jeder Substanz die wir einnehmen und dann auch wieder entziehen gereizter und geschwächter. Das Gehirn muss sich dauernd neu orientieren, umbauen, zurückbauen um schlussendlich wieder in seinen natürlichen Zustand gelangen.

Das ganze Zentralnervensystem ist betroffen und somit unser ganzer Körper. Rundum.

Oft gelingen die ersten Entzüge, oder der eine oder andere Entzug einfacher und symptomärmer (eigene Erfahrung). Je mehr umbauende Substanzen und rückbauende Entzüge im Laufe der Zeit dazu kommen umso mehr Arbeit bedeutet dies für unser Gehirn und demzufolge ZNS, das schon ziemlich gereizt und geschwächt ist. Im Grunde kumuliert sich alles. Vergleichbar mit einer Maschine, an der immer wieder der gleiche Fehler gemacht wird, der wieder repariert wird und wieder beschädigt wird und wieder repariert wird. Irgendwann wird die Substanz und die Ausgangskraft geringer. Erscheint logisch, nicht? :roll: :hug:

Wir haben das grosse Glück, dass wir uns wieder vollständig erholen können.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Zuversicht.
Liebe Grüsse
Deria
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2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

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Re: möchte amisulprid, lamotrigin und duloxetin ausschleichen

Beitrag von Jamie » Freitag, 15.07.16, 12:09

Hallo Kim :),

ich möchte auch noch ergänzen, dass im oberen Dosisbereich oft größere Schritte möglich sind, weil das mit der Rezeptorenbelegung zu tun hat.
Für SSRI ist das mittlerweile erwiesen (aber den Ärzten leider nicht bekannt); da sieht man anhand der Kurven in den Graphen, dass irgendwann keine Wirkung mehr zu erwarten ist, weil alle relevanten Serotonintransporter mehr oder weniger ausgelastet sind - und dann bringt auch eine Dosissteigerung nichts, außer Nebenwirkungen.
Ein fiktives Beispiel: Angenommen man nimmt 300mg Venlafaxin. Und geht in einem Schlag auf 200mg. Und nix ändert sich. Dann liegt das daran, dass bei 200mg bereits alle -bildlich gesprochen- Schlüssellöcher mit einem Schlüssel versehen waren und bei 300mg sowieso; das heißt dann aber auch im Umkehrschluss, dass sich für den Körper nicht viel ändert.
Aber sobald eine kritische Schwelle erreicht wird (mittlerer bis unterer Dosisbereich), dann fällt es auf einmal ins Gewicht, ob man nur noch 150mg Venlafaxin nimmt oder 125mg.

Zu diesen Mechanismen kommen auch die von Deria genannten Prozesse, die absolut nicht unbedeutend sind!

Wenn du hier gucken magst und mal scrollst, siehst du, dass bei den SSRI ab einer gewissen Höhe keine Mehr-Belegung an Serotonintransportern mehr möglich ist: viewtopic.php?f=19&t=8829


Grüße
Jamie
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