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ChristophK
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Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Sonntag, 13.11.16, 21:17

Hallo Leute,

ich hatte im Frühjahr 2007 eine Psychose und nehme seitdem (bis auf ein Jahr Pause zwischendrin) Medikamente. Die letzten Jahre ist es das Quetiapin / Seroquel Prolong (ca. 150-200mg), mit dem ich soweit relativ gut klar komme. Bis Ende 2013 hatte ich einen genialen Psychiater, der mir auch mal empfahl, "mit Alkohol zu experimentieren", um die Wechselwirkung mit dem Quetiapin zu beobachten. Am liebsten erzähle ich diese Geschichte, wenn ich den Leuten direkt in die Augen sehen kann, weil mich der fassungslose Gesichtsausdruck immer wieder fasziniert :D . Ja, es gibt vereinzelt richtig gute Psychiater. Leider hat er den Aufgabenbereich gewechselt und kann mich nicht mehr behandeln.

Bei meinem aktuellen Psychiater hole ich mir nur noch die Medikamente nach meinen Dosierungswünschen ab. Auf das Thema Reduktion / Absetzen der Medikamente angesprochen fing er an, Schauergeschichten von anderen Patienten zu erzählen und seitdem habe ich das Thema nicht mehr erwähnt. Seit zwei Wochen habe ich das Quetiapin von 200 mg auf 150 mg reduziert und kämpfe seitdem mit mehr oder weniger starken Symptomen, die ich aber schon von vorherigen Reduktionsversuchen kenne.

Meinen aktuellen Reduktionsversuch unterstütze ich durch Yoga und Ayurvedische Ernährung, z.T. auch durch tantrische Texte, die sehr interessante Beschreibungen von Energien beinhalten (Stichworte "Tejas, Ojas, Prana"). Dort sind Auswirkungen bei Ungleichgewicht dieser Energien und Anleitungen zum balancieren angegeben, das geht teilweise über Ernährung, Meditation aber auch diverse andere geistige Verhaltensmuster. Ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren intensiv mit Spiritualität und hole mir aus diesem Bereich Inspiration für meine Selbstbehandlung.

Heute sprach mich ein Freund mit dem "Standardsatz" an: "Aber das machst Du in Absprache mit dem Arzt, oder?" "Nö. Aber etwas Hilfe könnte ich trotzdem gebrauchen." "Versuchs doch mal im Internet!" Naja, eigentlich für mich als IT- und Internet-affinen Mensch alles andere als ein genialer Tipp, aber ich brauchte wohl mal einen Anstoß :roll:

Und nu bin ich hier!

Vielen Dank schon mal für's Betreiben der Seite und die vielen genialen Beiträge. Ist genau das, was ich gesucht habe <3

Viele Grüße
Christoph
(in und aus Hamburg)
Zuletzt geändert von Murmeline am Sonntag, 13.11.16, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Wirkstoff ergänzt
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Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Und der nächste Versuch :-)

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 13.11.16, 21:30

Hi Christoph,
Heute sprach mich ein Freund mit dem "Standardsatz" an: "Aber das machst Du in Absprache mit dem Arzt, oder?" "Nö. Aber etwas Hilfe könnte ich trotzdem gebrauchen." "Versuchs doch mal im Internet!" Naja, eigentlich für mich als IT- und Internet-affinen Mensch alles andere als ein genialer Tipp, aber ich brauchte wohl mal einen Anstoß :roll: Und nu bin ich hier!
willkommen hier und einen guten Austausch!
ich hatte im Frühjahr 2007 eine Psychose und nehme seitdem (bis auf ein Jahr Pause zwischendrin) Medikamente.
Weisst Du, was die Psychose ausgelöst hat?
Die letzten Jahre ist es das Quetiapin / Seroquel Prolong (ca. 150-200mg), mit dem ich soweit relativ gut klar komme. Bis Ende 2013 hatte ich einen genialen Psychiater, der mir auch mal empfahl, "mit Alkohol zu experimentieren", um die Wechselwirkung mit dem Quetiapin zu beobachten. Am liebsten erzähle ich diese Geschichte, wenn ich den Leuten direkt in die Augen sehen kann, weil mich der fassungslose Gesichtsausdruck immer wieder fasziniert :D . Ja, es gibt vereinzelt richtig gute Psychiater. Leider hat er den Aufgabenbereich gewechselt und kann mich nicht mehr behandeln.
Ich bin nicht ganz sicher, ob das ein wirkliches "Gütesiegel" für einen Psychiater ist :o :roll: Wie waren denn die Experimente?
Bei meinem aktuellen Psychiater hole ich mir nur noch die Medikamente nach meinen Dosierungswünschen ab. Auf das Thema Reduktion / Absetzen der Medikamente angesprochen fing er an, Schauergeschichten von anderen Patienten zu erzählen und seitdem habe ich das Thema nicht mehr erwähnt.
Leider passiert das viel zu oft. Hat er auch Supersensivitätspsychosen erwähnt? In dieser allgemein Interessanten Broschüre zum Absetzen gibt es dazu Infos: viewtopic.php?f=32&t=8997
Seit zwei Wochen habe ich das Quetiapin von 200 mg auf 150 mg reduziert und kämpfe seitdem mit mehr oder weniger starken Symptomen, die ich aber schon von vorherigen Reduktionsversuchen kenne.
Wir empfehlen hier es grundsätzlich von Anfang an langsamer angehen zu lassen. Hast Du Quetiapin umretardiert oder retardiert? Wie entwickelt sich die Symptome gerade? Ggf. kommst Du mit diesem Schritt diesmal hin, es wäre aber empfehlenswert, jetzt eine längere Pause zu machen und dann kleinteiliger weiter.
Meinen aktuellen Reduktionsversuch unterstütze ich durch Yoga und Ayurvedische Ernährung, z.T. auch durch tantrische Texte, die sehr interessante Beschreibungen von Energien beinhalten (Stichworte "Tejas, Ojas, Prana"). Dort sind Auswirkungen bei Ungleichgewicht dieser Energien und Anleitungen zum balancieren angegeben, das geht teilweise über Ernährung, Meditation aber auch diverse andere geistige Verhaltensmuster. Ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren intensiv mit Spiritualität und hole mir aus diesem Bereich Inspiration für meine Selbstbehandlung.
Das ist prima, wenn man stabilisierende Elemente für sich gefunden hat!

Es gibt hier viel zu entdecken, stöbern einfach mal ein bisschen quer. Hier zum Beispiel ein Erfahrungsbericht von Arianrhod zum Absetzen von Quetiapin: viewtopic.php?f=51&t=10634

Murmeline
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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Lisamarie » Montag, 14.11.16, 12:04

Hallo Christoph,

Willkommen im ADFD.

Dein Psychater war ja genial :o genau das was niemals geraten wird Experimente mit Alkohol und Psychopharmka :shock:


Wir hier im Forum setzen alle vier bis sechs Wochen zwischen 5 und 10% ab, kann sein das dir jetzt einmalig der Sprung von 200 mg auf 150 mg gelungen ist. Aber ratsam ist das nicht. Beobachte mal was du alles an Absetzproblematiken hast, wenn es zuviele werden dann eventuell wieder etwas erhöhen, b.s.w 160 mg.

Ich schick dir mal Infos mit
viewtopic.php?f=19&t=9913

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=32&t=8997
Lg Petra
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2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
.

Arianrhod
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Arianrhod » Montag, 14.11.16, 13:11

Hallo Christoph,

auch wenn man das Quetiapin gar nicht mehr so dolle bemerkt, weil man sich an die Sedierung gewöhnt - OHNE ist einfach viel besser. Dass du dein Leben in Richtung Gesundheit umstellst, hilft dir bestimmt. Nur Vorsicht mit den Energien, vergiss nicht, dich zu erden. Mach viel Körperbetontes,
egal ob Sport oder Tai Chi oder Töpfern. Auch das hilft, "überhitzte Energien" - das ist kein Fachbegriff, aber ich habe es immer so empfunden, abzuleiten.
Ich habe vor 3 Jahren Quetiapin ausgeschlichen, allerdings schneckenmäßig langsam. Selbst Leute, die noch nie eine Psychose hatten, könnten eine sogenannte Supersensitivitätspsychose bekommen, weil das Gehirn unter Neuroleptika vermehrt Dopaminandockstellen ausbildet . Ich habe das einmal erlebt, weil ich auf 0 abgesetzt habe und das war so schlimm, dass ich das nie wieder erleben möchte.
Aber wie gesagt, der Entzug ist möglich und drücke dir die Daumen.
liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

ChristophK
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Re: Und der nächste Versuch :-)

Beitrag von ChristophK » Montag, 14.11.16, 17:10

Wow,
vielen Dank erstmal für die vielen Wilkommensnachrichten.
Murmeline hat geschrieben:Hi Christoph,
Weisst Du, was die Psychose ausgelöst hat?
Noch nicht genau. Keine Drogen oder so. Ich vermute, dass exzessiver Liebeskummer ein Einflussfaktor war.
Murmeline hat geschrieben:Hi Christoph,
Bis Ende 2013 hatte ich einen genialen Psychiater, der mir auch mal empfahl, "mit Alkohol zu experimentieren", um die Wechselwirkung mit dem Quetiapin zu beobachten.
Ich bin nicht ganz sicher, ob das ein wirkliches "Gütesiegel" für einen Psychiater ist :o :roll: Wie waren denn die Experimente?
Muss im Kontext gesehen werden. Da ich ein hohes Maß an Selbstreflektion gepaart mit Verantwortungsbewusstsein mitgebracht habe, war diese diese Aussage mehr als wissenschaftliches Experiment in einem relativ sicheren Rahmen gemeint. Ich glaube ich hatte ihm damals auch vorher schon erzählt, dass ich beobachtet hatte, dass Alkohol mich doch einige Tage aus den Socken haut - deutlich mehr als ohne Medikamente.

Die Experimente waren wenig spannend. Etwas Alkohol trinken, für 2-3 Tage Tage deutlich geringere Leistungsfähigkeit. Seitdem lasse ich Alkohol praktisch weg bzw. wenn dann trinke ich in sehr geringen Mengen - max 2 cl und nur sehr guten Whisky :D

Interessant ist, dass ich mir Silvester 2015/2016 einige Gläser Rotwein deutlich über meiner üblichen Schwelle gegönnt habe. Allerdings war das auch eine Runde mit sehr engen Freunden, einer Atmosphäre des Vertrauens und die Stimmung war auch ohne Alkohol schon gut und entspannt. Mein Bauchgefühl sagte mir, ich könne das mal probieren und am nächsten Tag war ich dezent high und bis ca. 17 Uhr ging es mir total super. Danach kamen die üblichen zwei Tage etwas weniger gute Stimmung, aber alles in allem ein überraschend gutes Resultat für die Menge.

Murmeline hat geschrieben:
Bei meinem aktuellen Psychiater hole ich mir nur noch die Medikamente nach meinen Dosierungswünschen ab. Auf das Thema Reduktion / Absetzen der Medikamente angesprochen fing er an, Schauergeschichten von anderen Patienten zu erzählen und seitdem habe ich das Thema nicht mehr erwähnt.
Leider passiert das viel zu oft. Hat er auch Supersensivitätspsychosen erwähnt?
Nee. Nur ich solle einmal im Jahr zum EKG, die qtc? Werte prüfen lassen.

Murmeline hat geschrieben:
Seit zwei Wochen habe ich das Quetiapin von 200 mg auf 150 mg reduziert und kämpfe seitdem mit mehr oder weniger starken Symptomen, die ich aber schon von vorherigen Reduktionsversuchen kenne.
Wir empfehlen hier es grundsätzlich von Anfang an langsamer angehen zu lassen. Hast Du Quetiapin umretardiert oder retardiert? Wie entwickelt sich die Symptome gerade? Ggf. kommst Du mit diesem Schritt diesmal hin, es wäre aber empfehlenswert, jetzt eine längere Pause zu machen und dann kleinteiliger weiter.
Ich nehme retardiert. Mein aktueller Kenntnisstand ist, dass 50 mg die kleinstmöglichen Schritte mit diesem Medikament sind. Gibt es da Möglichkeiten für kleinere Schritte?

Erfahrungsgemäß ist mein Problem auch gar nicht das Reduzieren an sich (also kurzfristig), sondern wie sich die Stimmung in den folgenden Wochen und Monaten entwickelt. Na gut, letzten Samstag habe ich schon 'nen ziemlich heftigen Schwall an fiesen Emotionen usw. abgekriegt, aber habe mich nicht reinziehen lassen und nach 4-6 Stunden war wieder alles im erträglichen Rahmen.

Einer der Hauptgründe, mich hier anzumelden, ist, die Absetzerscheinungen von möglichen Vorboten einer erneuten Psychose zu unterscheiden. Ich finde das extrem schwer zu trennen.
Murmeline hat geschrieben: Es gibt hier viel zu entdecken, stöbern einfach mal ein bisschen quer. Hier zum Beispiel ein Erfahrungsbericht von Arianrhod zum Absetzen von Quetiapin: viewtopic.php?f=51&t=10634
Habe gestern schon stundenlang gestöbert ;-)

Danke für die Links!
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von padma » Montag, 14.11.16, 18:18

hallo Christoph, :)

auch von mir noch willkommen
Ich nehme retardiert. Mein aktueller Kenntnisstand ist, dass 50 mg die kleinstmöglichen Schritte mit diesem Medikament sind. Gibt es da Möglichkeiten für kleinere Schritte?
Das Beste ist, dann auf unretardiertes Quetiapin umzustellen, kleinste Stärke ist 25 mg. Die kannst du dann mithilfe der Wasserlösemethode http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936 noch feiner dosieren.
Erfahrungsgemäß ist mein Problem auch gar nicht das Reduzieren an sich (also kurzfristig), sondern wie sich die Stimmung in den folgenden Wochen und Monaten entwickelt.
Entzugssymptome treten gerne zeitverzögert auf, Wochen später, manchmal auch erst nach Monaten.
Einer der Hauptgründe, mich hier anzumelden, ist, die Absetzerscheinungen von möglichen Vorboten einer erneuten Psychose zu unterscheiden. Ich finde das extrem schwer zu trennen.
Das lässt sich kaum sicher unterscheiden, da es wie bereits geschrieben auch zu Hypersensivitätspsychosen kommen kann. Diese sind dann dem Entzug zuzuordnen.

Am besten ist wirklich, so langsam auszuschleichen, dass es zu keinen oder nur geringen Entzugssymptomen kommt.

In der von Petra :) bereits verlinkten Broschüre findest du weitere Hinweise dazu.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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8.03.2018: 0,35 mg :schnecke:


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Plan und Protokoll: Seroquel Prolong (Quetiapin retardiert) absetzen

Beitrag von ChristophK » Montag, 14.11.16, 20:03

Hallo Leute,

hier also ein paar mehr Details zu meinem aktuellen Absetzversuch mit Seroquel Prolong / Quetiapin retardiert (siehe auch: viewtopic.php?f=35&t=12406)
Ich war bisher bei 200 mg und habe am 30.10. mit 150 mg angefangen.

Der letzte Versuch liegt etwa 1,5 Jahre zurück. Damals habe ich einfach von 200 mg auf 150 mg reduziert und nach einigen Monaten weiter auf 100 mg. Es gab zwar kurzfristige Symptome, die haben jedoch nie ernsthaft Schwierigkeiten gemacht.

Bei mir war bisher das Problem, dass sich meine Stimmung sehr langsam kontinuierlich verschlechtert hat. Ich habe nach und nach die Lebenslust verloren, wurde gereizt und in Gedanken sehr agressiv, bekam Tinnitus und die allgemeine Leistungsfähigkeit ging langsam den Bach runter. Interessanterweise habe ich dieselben Symptome nach meiner Indienreise im Oktober 2015 bemerkt, obwohl ich mit der Medikation konstant bei 200 mg geblieben bin. Und dieses Jahr wieder im September das gleiche Problem. Anscheinend sind manche Symptome gar nicht durch die Medikamente bedingt, wie ich bisher dachte.

Ich beobachte meinen Körper und Geist seit Jahren und mir ist aufgefallen, dass gewisse körperliche Symptome gleichzeitig mit geistigen Problemen oder Denkmustern auftreten. Daher vermute ich, dass es eine bzw. mehrere gemeinsame Ursachen gibt, die ich seitdem gesucht habe. Dafür war mein Plan, alle Symptome zu protokollieren, um Zusammenhänge zu finden. Leider hat das oft nicht geklappt, weil meine Energie dafür nicht gereicht hat, so dass ich das Protokollieren teilweise über Wochen vernachlässigt habe. Dadurch sind die Daten leider sehr lückenhaft ... aber so wie es aussieht, habe ich jetzt ein Ansatz:

Meine neue Yogalehrerin, die auch Heilpraktikerin ist, gab mir nach der Beschreibung von nur 3 Symptomen gleich eine Diagnose: Dein Vata ist durcheinander, das ist zu dieser Jahreszeit ganz normal. Lustigerweise hatte ich schon einige Monate vorher ein Buch "Das Yoga-Gesundheitsbuch - Mit Yoga und Ayurveda gezielt Beschwerden heilen" von Anna Trökes Detlef Grunert gekauft, in dem die Grundlagen von Ayurveda (sehr altes, indisches Gesundheitssystem) in Verbindung mit Yoga beschrieben sind. Ayurveda liefert bzw. ist ein solches System, wie ich es gesucht habe. Als ich meine Symptome alle beisammen genommen hatte, ergab sich plötzlich ein klares Bild und mir fiel es wie Schuppen von den Augen.

Yoga und Ayurveda spielen bei meiner Absetzaktion folglich eine wesentliche Rolle. Ich ernähre mich seit ca. einem Jahr auch deutlich gesünder als früher. Des Weiteren nehme ich mir für viele Dinge mehr Zeit, gönne mir mehr Ruhe und lasse immer mehr Regelmäßigkeit in mein Leben einkehren. Beispielsweise gehe ich jeden Tag zwischen 22 und 23 ins Bett. Alles andere ist Gift für mich. Viele meiner Bekannten habe da nur eingeschränkt Verständnis für, aber so ist das ja oft bei psychischen Erkrankungen.

Seit dem 30.10. nehme ich nur noch 150 mg. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass das hier im Forum als (zu) großer Schritt betrachtet wird, aber da ich in der Vergangenheit mehrfach meine Dosierung selbstständig um "große Schritte" verändert habe, empfinde ich das nicht als problematisch, mein Körper ist das gewohnt ;-)

Beispielsweise hatte ich eines der ersten Medikamente (weiß nicht mehr genau, welches) im Jahr 2008 innerhalb von 2 Wochen ausgeschlichen (Zitat Hausarzt: "Das ist viel zu schnell!") und kam über ein Jahr ohne Medikamente klar. Ich habe damals geglaubt, dass das eine realistische Zeit sei und es hat geklappt (der Glaube kann Medikamente absetzen! :wink: ).

Jetzt das Seroquel Prolong. Da ich es in der Vergangenheit mit dem Ausschleichen mehrfach eher langsam probiert habe und dabei keinen Erfolg hatte, möchte ich es jetzt "etwas zügiger" probieren. Ziel: 1. Juli 2017: 0 mg. Früher habe ich mir bei kleineren Symptomen oft Sorgen gemacht, die nicht hätten sein müssen und deswegen nicht weiter reduziert. Jetzt möchte ich lieber einen konkreten Plan machen und etwas "mehr riskieren" - auch wenn das eine harte Nummer werden kann. Im Umkehrschluss ist es für mich vermutlich deutlich einfacher, wenn ich ein klares Ziel in Sichtweite habe.

Dafür gibt es folgende, wichtige Punkte, die jetzt besser sind als bei den letzten Versuchen:
* Deutlich gesündere Ernährung: Viele Früchte, Gemüse, Tee, usw.
* Zweimal pro Woche zum Yoga: Beruhigt den Geist und sorgt für eine gute Erdung
* Täglich am Abend Meditation und Atemübungen: Erleichtert das Einschlafen
* Ich kann meinen Arbeitgeber einbinden, dort würde man mich unterstützen
* Ich nehme mir jetzt mehr Zeit und Ruhe für mich selbst, nichts ist dringender als meine Gesundheit
* Gleichzeitige Behandlung auf Ayurvedische Art - scheint vielversprechend
* Keine erzwungene Erwartung, dass das Absetzen funktionieren wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es möglich ist!
* Eine erhöhte Schmerztoleranz bzw. die Fähigkeit unangenehme Situationen zu ertragen
* Das ADFD-Forum, in dem ich Unterstützung bekomme :wink:

Ok, so weit erstmal. Der grobe Plan steht. Die nächsten Tage werde ich weiter berichten, die ersten zwei Wochen habe ich ja schon geschafft.

Viele Grüße
Christoph
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Annanas » Montag, 14.11.16, 20:36

Hallo Christoph :) ,
auch von mir noch ein herzliches Willkommen im ADFD!

Habe deinen letzten Beitrag in deinen ursprünglichen Thread verschoben, sonst wird es
zu unübersichtlich!

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen
28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 15.11.16, 13:41

hallo Christoph, :)
Yoga und Ayurveda spielen bei meiner Absetzaktion folglich eine wesentliche Rolle.
ich finde es gut, dass du Methoden gefunden hast, die dich unterstützen. Bei Ayurveda sei bitte zurückhaltend mit Ausleitungen, das wird im Entzug oft nicht gut vertragen.

Auch wenn beides dich gut unterstützt, kannst du dennoch damit nicht schneller ausschleichen. Das Ausschleichen erfordert neuroadaptive Prozesse im Gehirn und die lassen sich nicht beschleunigen.
Beispielsweise hatte ich eines der ersten Medikamente (weiß nicht mehr genau, welches) im Jahr 2008 innerhalb von 2 Wochen ausgeschlichen (Zitat Hausarzt: "Das ist viel zu schnell!") und kam über ein Jahr ohne Medikamente klar.
Hier stellt sich mir die Frage, ob du nicht, wenn du langsam ausgeschlichen hättest, dauerhaft von dem Medikament weg gekommen wärst.
Jetzt das Seroquel Prolong. Da ich es in der Vergangenheit mit dem Ausschleichen mehrfach eher langsam probiert habe und dabei keinen Erfolg hatte, möchte ich es jetzt "etwas zügiger" probieren.
Unserer Erfahrung nach, wird es umso schwieriger je mehr Entzüge man hinter sich hat. Bei den Benzos gibt es dafür den Begriff "kindling effekt". Ich halte es für keine gute Idee, es jetzt schneller zu versuchen.
Jetzt möchte ich lieber einen konkreten Plan machen und etwas "mehr riskieren" - auch wenn das eine harte Nummer werden kann.
Es ist nicht eine Frage, wieviel man aushalten kann. Symptome zeigen an, dass das ZNS sich so schnell nicht anpassen kann.

Ich empfehle dir wirklich, nach der hier empfohlenen Methode langsam auszuschleichen. Da du nun für dich hilfreiche Methoden hast und deinen Lebensstil entsprechend angepasst hast, hast du gute Chancen, dass es diesmal damit klappt.

liebe Grüsse,
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 15.11.16, 14:01

Hallo Christoph
ChristophK hat geschrieben:Bei mir war bisher das Problem, dass sich meine Stimmung sehr langsam kontinuierlich verschlechtert hat
Seroquel wird nicht nur gegen Psychosen eingesetzt, sondern auch bei Depressionen. Es wirkt antidepressiv. Auch bei mir war es so, dass ich ab einer Grenze von 100 mg Prolong sehr depressiv wurde, das ist bei mir das Haupt- Absetzsymptom gewesen.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Dienstag, 15.11.16, 17:52

Erfahrungsbericht 15.11.2016

Die letzten 10 Tag habe ich relativ viel Energie und meine Konzentration ist gut, die Stimmung auch. Nur am letzten Samstag gab es einen relativ heftigen Einbruch, den ich aber gut überstanden habe. Ich habe für einen Freund, der bei JustMusic einen Schlagzeug-Workshop gegeben hat, Fotos gemacht. Nachdem ein Mitarbeiter sich am Vorabend schon einen dummen Spruch geleistet hatte (wie viel ich denn zahlen würde, um dort Fotos zu machen - hallo? Normalerweise bekomme ich für sowas ordentlich Kohle), wies mich ein zweiter Mitarbeiter etwas unsanft zurecht, ich solle nicht immer so vor dem Künster herum turnen (bei einem Publikum von ca. 20 Leuten), denn das würde "die Show stören". Mal davon abgesehen, dass er vielleicht in Ansätzen nicht Unrecht hat, bekomme ich nur "durch's Herumturnen" gute Fotos, die JustMusic kostenlos veröffentlichen und für eigene Werbung nutzen darf. Meine Leistung ist dort nicht wertgeschätzt worden und zusammen mit dem Vorwurf, den ich mir doch ein wenig zu Herzen genommen habe, war ich ziemlich mies drauf. Früher habe ich mich von so etwas dann gern runter ziehen lassen und mich diversen mehr oder minder agressiven Gedankengängen hingegeben, wogegen ich dieses Mal erfolgreich gekämpft habe. Die Wut bzw. Traurigkeit bzw. was auch immer "einfach" zur Kenntnis nehmen, aber nicht den destruktiven Impulsen nachgeben. Zwischendrin einfach mal bewusst lächeln. Diese Technik habe ich auf meinem spirituellen Weg gelernt, die wichtigsten Lektionen kamen von Gangaji (englisch): https://www.youtube.com/results?search_query=gangaji

Am Nachmittag dann noch ein ähnlicher Anflug zu einem anderen Thema, den ich auf die gleiche Weise überstanden habe. Die Technik funktioniert nur bei guter Konzentration und ausreichender Energie, ist also leider nicht in jeder Situation anwendbar.

Mit meinem relativ hohen Energieniveau geht einher, dass ich nachts schlecht durchschlafe, also relativ oft aufwache. Früher hatte ich auch beim Einschlafen Probleme, allerding habe ich das im Moment relativ gut im Griff. Ich gehe einfach regelmäßig ins Bett, auch wenn mein Verstand mir Dinge sagt wie "ich bin viel zu wach zum Einschlafen". Im Zweifel bleibe ich erstmal 'ne Stunde liegen und akzeptiere, dass ich nicht schlafe. Aber in der Regel schlafe ich überraschend schnell ein. Obwohl ich schlecht durchschlafe, habe ich aktuell keine Probleme mit dem Austehen und fühle mich tagsüber auch ausreichend erholt. Das kenne ich auch komplett anders. Die Ursache liegt vermutlich entweder darin, dass meine Energie im Moment allgemein hoch ist und ich wenig Schlaf benötige oder dass ich mir jetzt - im Gegensatz zu früher - auch Tagsüber deutlich mehr Ruhe gönne und Dinge allgemein etwas entspannter angehe.

Heute habe ich meinen Absetzversuch meinen Chefs mitgeteilt. Da ich zu den beiden ein gutes Verhältnis und Vertrauen habe, kann ich auch im Beruflichen Umfeld auf Unterstützung und Verständnis für evtl. auftretende Schwierigkeiten / Symptome hoffen. Glücklicherweise bin ich auch in der Lage, dass die Firma mich braucht, hatte also von Anfang an keine Angst, in Schwierigkeiten zu geraten. In einem pessimistischem Szenario hätten sie auch sagen können: "oh, dann suchen wir uns lieber jemand gesunden". Das Gegenteil war der Fall: "Das sehe ich überhaupt nicht als Grund für 'ne Kündigung, ich habe in der Vergangenheit schon Mitarbeiter bei ähnlichen Geschichten unterstützt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen". Des Weiteren hat man mir Unterstützung in vielerlei Hinsicht zugesichert, sei es bei der Suche nach professioneller (ärztlicher) Unterstützung, als auch Feedback zu geben, falls ich mich auffällig verhalte.

Eine Frage, die bei der Besprechung auftauchte: Ob ich die Ursache meiner Psychose kennen würde. Zum Teil ist sie erblich Bedingt, meine Mutter hatte zweimal eine Psychose. Ansonsten kann ich bis heute keine konkreten Ursachen benennen, auch wenn ich gewissen Denk- und Verhaltensmuster im Nachhinein als "Psychose-begünstigend" einordne. Wie ist Eure Erfahrung? Gibt es für jede Psychose eine klare Ursache? Ist das Auffinden der Ursache für eine Heilung erforderlich?

Heute sind mir die ersten Anzeichen innerer Unruhe aufgefallen. Ich habe weniger Lust konzentriert eine Aufgabe zu lösen und beginne, häufiger das Thema zu wechseln. Die "Energie" bzw. das Gefühl ist das gleiche wie früher, als ich während der Einnahme von Aripripazol nicht in der Lage war, ruhig zu sizen. Ich musste mich dann immer bewegen. Das nervige an diesem Symptom ist, dass ich innerlich weglaufe. Mein Geist versucht, die vorhandene innere Anspannung (sehr unangenehm) durch Abbrechen der aktuellen Tätigkeit zu überwinden. Das funktioniert aber höchstens kurz, wenn die neue Tätigkeit interessant ist. Im Extrem würde ich nur noch umher springen und gar nichts mehr zu Ende bringen.

Im Ayurveda wird dieses Unstete übrigens einem Vata-Ungleichgewicht bzw. -überschuss zugeschrieben. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen sind Regelmäßigkeit im Handeln (was ich ja bereits beherzige), viel Ruhe sowie fast alle Yoga-Übungen (will ich morgen füh wieder hin) und eine Vata-ausgleichende Ernähung. Also esse ich viele Bananen, Datteln, Kokusnuss und Mandeln. Außerdem ist viel Wärme vorteilhaft, z.B. in die Sauna gehen, warm baden / duschen, auch menschliche Wärme (Kuscheln) und warmes Essen / gut gekochtes Gemüse. Also bin ich die letzten Wochen sehr oft beim Inder oder Asiaten zum Abendessen :-)

Liebe Grüße
Christoph
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Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 16.11.16, 13:25

ChristophK hat geschrieben:Eine Frage, die bei der Besprechung auftauchte: Ob ich die Ursache meiner Psychose kennen würde. Zum Teil ist sie erblich Bedingt, meine Mutter hatte zweimal eine Psychose. Ansonsten kann ich bis heute keine konkreten Ursachen benennen, auch wenn ich gewissen Denk- und Verhaltensmuster im Nachhinein als "Psychose-begünstigend" einordne. Wie ist Eure Erfahrung? Gibt es für jede Psychose eine klare Ursache? Ist das Auffinden der Ursache für eine Heilung erforderlich?
Jein. Du musst nicht direkt die Ursache kennen, manchmal ist das bei frühkindlichen Traumata oder genetischen Komponenten auch gar nicht möglich. Wichtiger ist, zu erkennen, welche Verhaltensmuster oder Situationen Psychosen bei dir "triggern".
Bei unerträglichen Situationen fällt es manchen Leuten sehr leicht, in die Psychose zu fliehen. ( Andere würden gern, können aber nicht. Denn - ich schreibe das jetzt von mir - manchmal ist es der einfachste Weg, einfach abzudrehen. Keiner will mehr was, keiner erwartet was von dir - und man ist erstmal raus aus der ganzen Sch.... Nur - dieser Weg ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "Irrweg", der einen immer weiter wegführt von einem selbstbestimmten Leben. Leider wurden bei mir diese Mechanismen in der Psychiatrie unterstützt, nicht aufgedeckt oder gar durch weniger schädliches ersetzt..... :roll: )
Also wie gesagt, ich denke deine aktuelle Situation zu verändern wie du es gerade tust, ist der richtige Weg. Wenn du merkst, das genügt dir nicht, dann kannst du auch noch eine Psychotherapie machen.

liebe Grüße Arian
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Meinen Absetzbericht findet man hier:
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Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Sonntag, 20.11.16, 9:46

padma hat geschrieben:
ChristophK hat geschrieben: Einer der Hauptgründe, mich hier anzumelden, ist, die Absetzerscheinungen von möglichen Vorboten einer erneuten Psychose zu unterscheiden. Ich finde das extrem schwer zu trennen.
Das lässt sich kaum sicher unterscheiden, da es wie bereits geschrieben auch zu Hypersensivitätspsychosen kommen kann. Diese sind dann dem Entzug zuzuordnen.
Dazu steht auf http://rxisk.org/doctor-experiences-ant ... ithdrawal/:
On RxISK we have a teminator algorithm for symptoms and difficulties that emerge on stopping treatment (SoS – symptoms on stopping). There are simple ways to distinguish between dependence and withdrawal and other problems
Auf Deutsch:
Auf RxISK haben wir einen "Teminator Algorithmus" für Symptome und Schwierigkeitem, die beim Absetzen von Medikamenten auftreten.
Es gibt einfache Wege, um zwischen Abhängigkeits- und Entzugssymptomen bzw. anderen Problemen zu unterscheiden.
Begriffserklärung "Terminator Algorithmus": https://de.wikipedia.org/wiki/Terminiertheit

Auf den Absatz bin ich eben erst aufmerksam geworden, den Algorithmus selbt habe ich noch nicht gefunden.

LG Christoph
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Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

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24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
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04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Sonntag, 20.11.16, 15:32

Hallo Padma,
hier nochmal meine Kommentare zu Deinen Anmerkungen von oben:

padma hat geschrieben: Auch wenn [Yoga und Ayurveda] dich gut unterstützt, kannst du dennoch damit nicht schneller ausschleichen. Das Ausschleichen erfordert neuroadaptive Prozesse im Gehirn und die lassen sich nicht beschleunigen.
Ich bezweifel, dass Du mit dieser Aussage richtig liegst. Fast alles lässt sich beschleunigen oder verlangsamen, wenn man nur die richtigen Hebel bzw. Einflussfaktoren kennt. Jeder Lernprozess ist eine neuroadaptive Anpassung, trotzden lernen manche Menschen bestimmte Dinge in zwei Wochen, für die andere 2 Jahre benötigen. Bei den meisten ist es sehr hilfreich, einen Lehrer daneben zu stellen, der den "neuroadaptiven Anpassungsprozess" erheblich beschleunigt, während enige wenige besser ohne (menschlichen) Lehrer durch eigene Experimente lernen.

padma hat geschrieben: Unserer Erfahrung nach, wird es umso schwieriger je mehr Entzüge man hinter sich hat. Bei den Benzos gibt es dafür den Begriff "kindling effekt". Ich halte es für keine gute Idee, es jetzt schneller zu versuchen.
Auch hier sehe ich eher die positive Seite der Medaille. Durch die vorhergehenden Versuche weiß ich, welche Symptome ich zu erwarten habe und kann mich entsprechend vorbereiten. Ich betrachte meine gescheiterten Versuche sogar als überaus hilfreich und nutze die Möglichkeit, daraus zu lernen, anstatt mich entmutigen zu lassen.

Bezüglich des Absetztempos glaube ich, dass das auch eine individuelle Sache ist, bei der sehr viele Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Ich habe durchaus von Fällen gehört, in denen - nach gewissenhafter Abwähung vorliegender Fakten - ein kalter Entzug einem langsamen vorgezogen wird, z.B. wenn die erforderliche Disziplin fehlt, um über Monate den ausgemachten Plan durchzuziehen.

padma hat geschrieben: Es ist nicht eine Frage, wieviel man aushalten kann. Symptome zeigen an, dass das ZNS sich so schnell nicht anpassen kann.
Auch diese Aussage hält einer näheren Beleuchtung nicht stand, denn:

1. Zunächst einmal ist es erforderlich, die durch's Absetzen auftretenden Symptome von anderen Problemen unterscheiden zu können. Wie ich weiter oben geschrieben habe, ist mir in der Vergangenheit der Fehler unterlaufen, aufgetretene Probleme, die nichts mit den Medikamenten zu tun haben, als Absetzsymptome zu interpretieren. Wenn ich also die Symptome bzw. Probleme nicht einmal klar zuordnen kann, wie soll ich daraus auf die Anpassung meines ZNS schließen?

2. Ich bezweifel auch folgenden Zusammenhang: "Symptome zeigen an, dass das ZNS sich so schnell nicht anpassen kann". Diese Aussage impliziert, dass Symptome ein Problem darstellen, das vermieden werden sollte, um die Anpassungsprozesse möglichst ungehindert ablaufen zu lassen. Diese Denkweise erinnert mich stark an eine "klassisch schulmedizinische" Weltsicht, von der ich abgerückt bin. Meine Erfahrung und Lebenseinstellung gehen eher in die Richtung, die Symptome als Teil der Anpassung und des Gesamtprozesses zu betrachten, so wie z.B. Schmerzen bei Zahnen von Kindern, die "schwierige Zeit" während der Pubertät, etc. Natürlich sehe auch ich die Fälle, wo die Anpassung des ZNS nicht (so schnell) funktioniert, was in der Folge zu heftigen Symptomen führt, die eine andere (nicht unbedingt langsamere) Herangehensweise nahelegen.

3. Bist Du ernsthaft der Meinung, dass die Fähigkeit, Symptome wie Schmerzen, starkes Verlangen, etc. zu ertragen nicht zur Heilung beitragen können? Ich habe einen Bekannten, der diese Fähigkeit nicht hat und in der Vergangenheit immer wieder in eine Psychose gerutscht ist, weil er nicht die Disziplin hatte, rechtzeitig ins Bett zu gehen. Weil er nicht davon ablassen konnte, zu Feiern zu gehen, die regelmäßig bis in den frühen Morgen verliefen. Weil er nicht den Schmerz (von Einsamkeit?, was auch immer?) ertragen wollte und stattdessen dem Verlangen nach Alkohol und anderen bewusstseinsveränderten Substanzen nachgab.

Ich habe mittlerweile einige dieser fiesen Phasen ("harte Nummern") hinter mir und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass die o.g. Fähigkeiten beim Absetzen von Neuroleptika immens hilfreich sind.

padma hat geschrieben: Ich empfehle dir wirklich, nach der hier empfohlenen Methode langsam auszuschleichen.
Das habe ich wirklich ;-) zur Kenntnis genommen und werde meine Reduktion mit kleineren als von mir zunächst angedachten Schritten vornehmen. Da ich mit ausreichend 50er, 150er und 200er Tabletten versorgt bin, kann ich mir Zwischenschritte von 125, 100, 75, 50 und 25 mg zurechtbasteln. Ob ich zum Schluss hin mit noch kleineren Schritten arbeite, kann ich mir ja später überlegen. Habe ja noch etwas Zeit bis dahin ...

LG Christoph
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29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 20.11.16, 16:31

Hallo Christoph,

wir beraten hier ehrenamtlich mit der Erfahrung vieler Jahre.
Du kannst das, was du für hilfreich erachtest, annehmen und das, was dir nicht passt, ablehnen.
Das obliegt dir und ist deine Entscheidung. Es ist auch dein Weg.

Ich zumindest habe keine Kraft und Lust für Grundsatzdiskussionen. :roll:
Wenn dir eh schon alles klar ist und du deinen Masterplan hast, dann ist ja alles schön und gut.

Symptome können nur bis zu einem gewissen Grad ausgesessen und ausgehalten werden.
Mir schmeckt diese Richtung überhaupt nicht, denn du unterstellst denjenigen, die das nicht können - aus was für Gründen auch immer - eigentlich eine Schwäche.
Dein Bekannter ist auch kein gutes Beispiel, denn hier geht es um selbstschädigendes Verhalten und vielleicht auch Disziplinlosigkeit, auf jeden Fall aber mangelnde Einsicht.

Ich habe viel mit sog. aufgeklärten Menschen zu tun; Leuten, die sich für sehr spirituell halten usw. - ihnen allen ist gemein (mich nicht ausgeschlossen), dass sie ein sehr eingefahrenes Bild haben wie etwas sein zu haben soll und daneben können sie oft wenig Anderes gelten lassen.
Man denkt, man hat es jetzt raus und weiß, wie das Leben und die Dinge funktionieren - Fakt ist, wenn etwas funktioniert, dann immer erst einmal für einen selbst. Und das ist ja auch nicht selten ein mühsam erarbeiteter Weg mit vielen Lernprozessen.
Also: Gehe deinen Weg und schau, was passiert. :) :fly:

PS. Das ADFD ist voll und ganz der Meinung, dass Heilung ganzheitliche Aspekte umschließt, oft sind diese sogar vorrangig über allem anderen.
Wir haben massig Threads zu diesen Themen, du kannst gerne stöbern.

Grüße
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Sonntag, 20.11.16, 17:02

Erfahrungsbericht vom Sonntag, den 20.11.2016

Bis zu meinem letzten Erfahrungsbericht vom Dienstag war meine Stimmung sehr gut bis übertrieben gut. Kurz darauf ging es dann steil bergab. Am Mittwoch und Donnerstag fühlte ich mich auf Arbeit ziemlich unwohl, die Konzentration war schlecht und ich hatte wieder den Drang "wegzulaufen" und früher nach Hause zu gehen. Das wurde vermutlich auch dadurch begünstigt, dass ich keine konkrete, leicht zu erledigenden Aufgabe hatte. Es ist immer viel einfacher für mich, wenn nach einer absehbaren Zeitspanne Erfolgserlebnisse kommen. Das war leider nicht der Fall. Ich arbeite in der Entwicklung, wo ich aktuell an einer Aufgabe arbeite, die zwar immens wichtig ist, aber nicht sehr dringend erledigt werden muss. Leider ist sie weder klar definiert, noch kommt sie direkt von Chef bzw. wird von diesem auch nicht als wichtig angesehen. Das führt zu mehreren Problemen: Erstens finde ich es schwierig, alles alleine zu entscheiden. Zweitens fehlt mir der Input von den Kollegen, die das Ergebnis am Ende benutzen sollen. Drittens habe ich auch immer ein wenig das Gefühl, die vom Chef gesetzte Prioritätenliste zu missachten, die leider aber auch alles andere als optimal durchdacht ist. Nach einigen Tagen Entwicklung stellte sich heraus, dass ich das gewählte Ziel auf diesem Weg leider nicht erreichen kann, so dass aktuell nur zwei Wege offen stehen: Ein "sehr uneleganter" Weg und ein "zeitlich ungewisser" Weg. Beides keine Optionen, die meine Motivation steigern. Ich werde diesem Projekt wohl mal etwas mehr Raum verschaffen ...

Ein weiteres Symptom war eine grunsätzliche Unsicherheit: Wenn ich aus dem Haus ging, hatte ich fast jeden Morgen das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Beim Schreiben von E-Mails war ich sehr zögerhaft beim Abschicken. Habe ich noch etwas vergessen, falsch formuliert oder vielleicht etwas blödes geschrieben, mit dem ich irgendwo anecken könnte? Am Mittwoch Abend habe ich dann erstmal online zwei Bücher gekauft und viel gegessen. Beides Ersazubefriedigungen, zu denen ich neige, wenn ich mit anderen Dingen nicht zufrieden bin.

Am Mittwoch früh gegen 5 Uhr bin ich mit einem unangenehmen Gefühl in der Brust aufgewacht. So ein leeres Brennen, das auch stark an meiner Stimmung zieht. Ich fühle mich komplett unausgeschlafen und mies. Habe mich dann unter meine warme Decke gekuschelt und einige Minuten bewusst die Wärme wahrgenommen (ich schlafe im Moment mit zwei Decken, das ist richtig warm) und in meiner Brust wurde es besser. Dann hatte ich einen Traum: Ich bin in einem Zimmer, dort steht ein Regal. Ganz oben auf einem Brett sitzt eine alte Frau mit einem riesigen Buch. Sie ist eine art Hexe und Heilerin. Sie sucht nach einem Medikament für mich und reicht mir dann eine blaue Decke, die wie eine Yoga-Matte zusammengerollt ist. Lustigerweise ist das genau die zusätzliche Decke, unter der ich schlafe und die es so schön warm macht :-)

Am Donnerstag bin ich relativ früh von der Arbeit weg. Glücklicherweise waren meine Haare mal wieder zu lang, so dass ich meine Zeit sinnvoll nutzen konnte und zum Friseur bin. Danach - ohne was Wichtiges zu tun - kommt wieder der Hang zu Ersatzbefriedigungen ... ich versuche, im Moment zu bleiben. Ja, im Moment is nicht so doll, aber alles Andere macht es mittelfristig nur schlimmer. Das hat am Donnerstag gut funktioniert.

Am Freitag früh war ich zwar wach zum Yoga, aber nicht richtig ausgeschlafen. Die Entscheidungen stand an: Zum Yoga oder ins Bett. Das Kernproblem an dieser Situation: Wenn ich im Bett bleibe, vernachlässige ich meine Pflichten. Nach zwei Tagen mieser Stimmung wäre das ein weitereres übles Zeichen auf meinem Weg. Wenn ich zum Yoga gehe, überfordere ich mich für mein aktuelles Energielevel. Zum Glück gibt es auch am Samstag früh einen Yoga-Kurs. Also habe ich mich nochmal hingelegt und mich ausgeruht. Den Rest des Tages ging es mir dann überraschend gut. Ein solides, gewöhnliches gut ohne euphorische Elemente. Als wäre nix gewesen die Tage vorher. Ich hatte schon befürchtet, dass es jetzt schneller als üblich bergab ging, aber das waren nur zwei Tage. Am Samstag bin ich dann zum Yoga. Pflich erfüllt. :D

Das mit den Pflichten klappt die letzten Wochen allgemein recht gut. Seit etwa einem Monat trinke ich jeden Morgen ein Glas "Zitronenwasser". Das hat mir ein Astrologe in Indien empfohlen, um meinen Magen und Darm zu reinigen. Die Zubereitung erfordert eine gewisse Zeit, deswegen muss ich öfter früh aufstehen. Ist vielleicht sogar hilfreich für mich im Moment. Dann spüle ich relativ regelmäßig mein Geschirr, das in der Vergangenheit auch gern mal lange Zeit ungespült herumlag. Hier finde ich es hilfreich, in kleineren Etappen zu arbeiten, wenn mir die Gesamte Aufgabe zu groß erscheint. Erst alle Teller und Gläser abwaschen, der Rest kommt später.

Heute Morgen am Sonntag kommen mir schon diverse Ideen, während ich noch im Bett liege. Auf Arbeit werde ich das so und so machen, das andere mache ich so, usw. Eine Woche zuvor hatte ich noch einen sehr ruhigen Geist, der einfach nur im Moment war. Außerdem singe ich ständig im Kopf irgendwelche Texte von irgendwelchen Liedern. Ohrwürmer. Mein Geist ist offenbar sehr unruhig. Diese geistige Unruhe tritt meist zusammen mit Spannungen im Nackenbereich auf, meine Halsmuskeln sind geschwollen und mein Hals bekommt erste Anzeichen einer Entzündung, die erfahrungsgemäß aber erst in mehreren Wochen richtig ausbrechen wird. Nach so einer Entzündung wird mein Geist wieder ruhig. Vielleicht kann ich das dieses Mal auf dem sanften Weg in Ordnung bringen.

LG Christoph
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 20.11.16, 21:19

Hallo Christoph,
Auf den Absatz bin ich eben erst aufmerksam geworden, den Algorithmus selbt habe ich noch nicht gefunden.
ich glaube, den haben Sie auf RXISK auch nicht veröffentlich. Sie nutzen ihn wohl, um diese Reports auszuwerten:
http://rxisk.org/report-a-drug-side-effect-2/

Bei SSRI gibt es die DESS-Liste, die helfen soll, Symptome dem Entzug oder der "Grunderkrankung" zuzuordnen.
viewtopic.php?p=102839#p102839

Volkmar Aderhold, ein Psychiater, der sehr am Absetzen von NL interessiert ist, erklärt zum Thema Absatzpsychose:
Reboundpsychosen und Absetzpsychosen sind für Clozapin, Quetiapin, Olanzapin beschrieben. Es könnte auch eine neue Psychose auftauchen . Typisch für die ersten beiden ist, dass sie sehr schnell nach dem Reduizieren kommen.
viewtopic.php?f=32&t=12380

Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

ChristophK
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Montag, 26.12.16, 20:44

Status-Update & Erfahrungsbericht vom Montag, den 26.12.2016

Hallo Leute, frohe Weihnachten von mir. Bei mir war Weihnachten (bis auf den üblichen Stress) tatsächlich relativ froh, siehe weiter unten.

Die letzten Wochen gab es nicht sooo viel Interessantes zu berichten, außerdem war mein Energielevel etwas niedriger, daher erst jetzt ein Bericht von mir.

Ca. drei Wochen nach der Reduktion auf 150 mg wurden die meisten Auffälligkeiten, die ich mit der Reduktion in Verbindung bringe, weniger. Was mir jedoch zu schaffen machte, war ein starker Einruch beim Antrieb und eine ruhigere bis schlafbedürftigere Stimmung. Auch fiel es mir immer öfter schwer, mich an bestimmte Worte zu erinnern. Ich war außerdem recht "dünnhäutig" geworden, was laute oder plötzliche Geräusche betrifft. Morgens kam ich immer schlechter aus dem Bett. Das alles kannte ich bereits vom letzten Jahr ohne Medikamentenreduktion, so dass es für diese Symptome eine andere Ursache geben musste. In Verdacht kamen das Wetter und die Jahreszeit.

Kurze Zeit später (vor ca. 2 Wochen) wies eine Freundin mich darauf hin, dass sie im Winter immer Vitamin D3 nimmt und es ihr dadurch erheblich besser geht. Also schnell auf Amazon nach Vitamin D3 gestöbert. In den Bewertungen wiesen viele Leute darauf hin, dass Vitatmin B12 auch sehr wichtig sei. Beides bestellt, war 20. Dezember bei mir und wurde sofort (am Nachmittag) eingeworfen. Der Effekt hätte deutlicher nicht sein können. Bereits am selben Abend merkte ich bzw. bildete ich mir ein, dass sich meine Situation besserte. Am nächsten Tag lebte ich in einer anderen Welt. Keine Übertriebene Anspannung, ich habe plötzlich Energie, usw. Spätestens in dem Moment war ich vom Gefühl her 100%ig sicher, dass ich mit den Vitaminen einen Volltreffer gelandet hatte.

Die Medikamente wollte ich ursprünglich schon anfang Dezember reduzieren, mein Gefühl sagte mir damals aber, dass die Zeit noch nicht gekommen war. Dieses Gefühl hat sich sofort nach dem "Einschlag" der Vitamine geändert. Allerdings wollte ich eine Woche warten, um sicher zu gehen. Muss ja auch nicht mit maximalem Tempo sein, eine Woche ganz entspannt mit guter Laune hab ich mir gegönnt :-)

Die Woche ist rum und mein Befinden hat sich weiter gebessert. Deswegen heute die Reduktion. Allerdings direkt von 150 auf 100 mg. Ich weiß, die Standardprozedur hier ist deutlich langsamer, aber ich hatte ja bereit ein höheres Tempo angekündigt. Bitte spart Euch weitere Hinweise diesbezüglich. Mein aktueller Wunschtermin für die nächste Reduktion auf 50 mg ist Ende Januar oder Ende Februar. Der tatsächliche Termin ergibt sich aber ausschließlich aus meinem Gefühl, wann der richtige Zeitpunkt ist.

Vielen Dank für Eure Unterstützung und viele Grüße
Christoph
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Arianrhodpadma
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

lunetta
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von lunetta » Dienstag, 27.12.16, 12:12

Hallo!

Ich habe bis jetzt nur still mitgelesen....

Ich erspare dir natürlich den Tipp nicht so große Reduktionsschritte zu machen, aber ich befürchte für dich wirklich dass du damit eine Bruchlandung machst....
Du bist nicht so stabil wie du schreibst, denke ich.

Wünsche dir aber alles Gute! LG
► Text zeigen
.

ChristophK
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Re: Und der nächste Versuch :-) / Quetiapin absetzen

Beitrag von ChristophK » Montag, 02.01.17, 19:41

lunetta hat geschrieben: Du bist nicht so stabil wie du schreibst, denke ich.
Woher nimmst Du diese Gedanken? Pessimistisches Gemüt? Oder konkrete Hinweise aus meinem Text?
lunetta hat geschrieben:Wünsche dir aber alles Gute! LG
Danke!
Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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