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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Amisulprid, Olanzapin und Sertralin absetzen

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Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Donnerstag, 07.12.17, 11:26

Hallo Claudia,

ja. Das Buch "Fermats letzter Satz" ist tatsächlich sehr motivierend, das habe ich das letzte Mal vor 8 Jahren gelesen. Schön, wenn dein Mann dadurch motiviert sein Studium wieder aufnehmen möchte.
Wenn ich hier so im Forum die Leidensgeschichten anderer Mitglieder lese, denke ich, dass es mir doch gut geht. Mir fehlt hauptsächlich "nur" Lebensfreude, Optimismus... Und ich glaube, dass ich durch die MS und die Psychopharmaka an grauer Gehirnsubstanz und damit Intelligenz verloren habe. Ich habe Angst, dass ich meine Doktorarbeit und den neuen Job in 2018 nicht schaffe und schließlich dauerhaft arbeitslos werde.
Bist du eigentlich am Arbeiten?

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von claudiaef » Donnerstag, 07.12.17, 15:46

Hallo Katja,
Ja ich arbeite 20 h als Sekretärin an der Uni, bzw. Die nächsten drei Monate 30 . Hab heute unterschrieben. Mir geht es glaub ich auch besser als meinem Mann, bei dem ich auch nicht richtig weiss, was es eigentlich genau ist. Ob er von dem Lithium so einen verschobenen tagesrhythmus hat (schlaf zwischen 3 und 12 uhr), ob ihm arbeit statt Studium helfen würde, ob das von der Schilddrüse kommt, obwohl er eigentlich thyroxyn nimmt. Mit geht's schon relativ gut würde ich sagen.
mal schauen, wie das beim weiteren absetzen wird.
Die alles Gute. Gestern erst hab ich ihm den Hinweis zur Gaußschen osterberechnung gegeben. Das fand er sehr schön solche Seiten der mathematikgeschichte. Gut, jetzt ist erst mal Weihnachten, nicht Ostern :)
Alles Gute!
Claudia
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von padma » Donnerstag, 07.12.17, 17:02

liebe Katja, :)

ich möchte dir gerne Mut machen. :hug:
Und ich glaube, dass ich durch die MS und die Psychopharmaka an grauer Gehirnsubstanz und damit Intelligenz verloren habe.
Du nimmst die Psychopharmaka ja noch nicht so lange, ich denke nicht, dass da ein irreversibler Schaden enstanden ist. Ich glaube viel mehr, dass es die NW sind, die dich so einschränken, du nimmst ja noch einiges.
Mir fehlt hauptsächlich "nur" Lebensfreude, Optimismus...
Das wird hoffentlich wieder kommen.

Du bist auf einem guten Weg, kommst mit dem Ausschleichen voran. Leider dauert es halt und wir alle müssen uns in Geduld üben :schnecke:

liebe Grüsse,
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Freitag, 08.12.17, 15:37

Liebe padma,

danke, dass du mir Mut machen möchtest. Die Psychiatrie-Erfahrung letztes Jahr war wirklich traumatisch, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Patienten in der Psychiatrie gesünder werden. Sicher können da gerade akute Psychosen behandelt werden, aber wer sagt denn, dass das nicht auch in einem ambulanten Umfeld passieren könnte?
Ich habe auf jeden Fall große Angst, nochmal eine Psychose zu bekommen und schlimmstenfalls als Drehtürpatientin zu enden.
Im Studium hatte ich viele Freunde, aber irgendwie sind davon nicht mehr so viele übriggeblieben und ich fühle mich allein.
Entschuldige, dass ich so jammere, aber irgendwie kommt mir das alles so schwierig vor.

Allen ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 08.12.17, 19:09

liebe Katja, :)

es ist eine sehr schwierige Situation und ich verstehe, dass du Angst vor einer erneuten Psychose hast. :hug:

Dass die Psychatrieerfahrung traumatisch war, kann ich mir gut vorstellen. Ich selbst war "nur" auf einer psychosomatischen Station und selbst davon fühle ich mich durch einiges traumatisiert. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es auf einer Akutstation sein muss.
Im Studium hatte ich viele Freunde, aber irgendwie sind davon nicht mehr so viele übriggeblieben und ich fühle mich allein.
Das ist wohl leider bei vielen so, die eine länger andauernde Erkrankung haben.
Es können sich wieder neue Freundschaften entwickeln, wenn es dir wieder besser geht.

liebe Grüsse und ein schönes Wochenende,
padma
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von claudiaef » Freitag, 08.12.17, 19:58

Hallo Katja,
das kenne ich auch, dass man durch seine Krisen Freunde verliert. Einige sind geblieben. Ich bin dann wieder in die Stadt meiner Jugend gezogen und hab hier meinen jetzigen Mann kennengelernt. Hier habe ich auch neue Freunde gefunden und alte wiedergefunden.
Alles Gute, auch mit Mathe, dem Biest :D
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Murmeline » Samstag, 09.12.17, 13:30

Hallo Katja,

vielleicht hilft Dir diese Publikation weiter, um dich zu stärken? Es nennt sich Handbuch zu Planung von Recovery.

viewtopic.php?t=11934

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Montag, 11.12.17, 17:03

Hallo ihr drei,

danke für eure Antworten. So einen Recovery-Plan hab ich letztes Jahr in der Psychiatrie ausgefüllt, mir hilft das aber recht wenig. Ich mag aber auch allgemein Pläne machen nicht so gern, das fängt schon mit einer Einkaufsliste an...

In die Stadt meiner Jugend ziehen hätte ich dieses Jahr auch tun sollen. Stattdessen bin ich für einen Job in die Nachbarsstadt gezogen und fahre alle 2 Wochen heim. Jetzt habe ich den Job nicht mehr, aber auch nicht die Muße nochmal Umzugsstress auf mich zu nehmen.

Ich war letztes Jahr zwei Mal in der Geschlossenen. Einmal, als ich psychotisch war, und einmal nach der Psychose für eine Nacht, bevor ich auf eine Offene gekommen bin. Beim 1. Mal war ich trotz Psychose geschockt, zum Beispiel weil da Leute waren, die sichtbar versucht hatten sich selbst umzubringen. Und beim 2. Mal war es umso seltsamer mitzubekommen, wie Leute in einer Psychose drauf sind. Ich hoffe wirklich, dass ich das nie wieder erleben muss. Vielleicht habe ich ja ein bisschen mehr die Chance, durchs Absetzen nicht wieder eine Psychose zu bekommen, weil ich schon bei Beginn der Antipsychotika-Einnahme nicht mehr psychotisch war.

Morgen habe ich einen Termin bei meinem Psychiater. Hoffentlich vergesse ich den nicht zu fragen, wie es bei einem MS-Schub mit der Hochdosis-Cortisongabe trotz Psychoserisiko aussieht. Meine Neurologin habe ich letztes Mal vergessen zu fragen, aber da ist der nächste Termin auch schon wieder im Januar..

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Dienstag, 12.12.17, 12:41

Hallo zusammen,

ich war gerade bei meinem Psychiater und habe ihn zur MS-Schub-Therapie mit Hochdosis-Cortison und Psychose-Risiko befragt. Er meinte, dass ich abhängig vom MS-Schub Hochdosis-Cortison nehmen müsste und zusätzlich gegen das Psychose-Risiko dann mit meiner Antipsychotika-Dosis hochgehen sollte. :(
Also hoffe ich mal, dass ich keinen Schub bekomme, damit ich nicht voll mit Medikamenten zugedröhnt werde...

Ansonsten kann ich netterweise Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Prolaktin und Schilddrüsenhormone im Januar bei ihm testen lassen.

Liebe Grüße
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 12.12.17, 15:28

Katja hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich war gerade bei meinem Psychiater und habe ihn zur MS-Schub-Therapie mit Hochdosis-Cortison und Psychose-Risiko befragt. Er meinte, dass ich abhängig vom MS-Schub Hochdosis-Cortison nehmen müsste und zusätzlich gegen das Psychose-Risiko dann mit meiner Antipsychotika-Dosis hochgehen sollte.
Also hoffe ich mal, dass ich keinen Schub bekomme, damit ich nicht voll mit Medikamenten zugedröhnt werde...
Nun ja, das würde bedeuten, die Psychose-Prophylaxe durch Neuroleptika würde tatsächlich wirken ( wovon die meisten Psychiater überzeugt sind!),
das ziehe ich persönlich in Zweifel.
Ich kenne durchaus Leute, die bei den ersten Symptomen hohe Dosen NL genommen haben - dadurch dass höhere Gehirnfunktionen lahmgelegt werden, trifft man vielleicht damit auch die Gehirnfunktionen, die gerade eine Psychose generieren - und es hat funktioniert,
aber ist es sinnvoll, dass vorher zu tun?

Wenn du MS- Schubtherapie mit Cortison machst, achte bitte auf Reizabschirmng und ein geregeltes Leben - damit meine ich sogar Krankschreibung, wenn du anfängst, dich unwohl zu fühlen.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Dienstag, 12.12.17, 16:55

Liebe Arian,
Arianrhod hat geschrieben: Ich kenne durchaus Leute, die bei den ersten Symptomen hohe Dosen NL genommen haben - dadurch dass höhere Gehirnfunktionen lahmgelegt werden, trifft man vielleicht damit auch die Gehirnfunktionen, die gerade eine Psychose generieren - und es hat funktioniert,
aber ist es sinnvoll, dass vorher zu tun?
bei meiner bisher einzigen 3tägigen Hochdosis-Cortisongabe (ein 3/4 Jahr vor der Psychose) war ich allerdings so euphorisch, dass da jetzt mit dem Psychose-Risiko die Abgrenzung zur Manie wohl schwerfallen würde. Daher würde ich davon ausgehen, dass ich bei einer neuen Hochdosis-Cortisongabe "psychotische Symtome" bekommen würde und so vielleicht wirklich besser auch vorher schon die Antipsychotika-Dosen erhöhen sollte...

Aber ich werde mir auch bei einem MS-Schub jetzt drei Mal überlegen, ob ich den mit Cortison therapieren sollte.

Bleibt zu hoffen, dass ich einfach keinen Schub bekomme. :)

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 13.12.17, 10:51

Katja hat geschrieben:Liebe Arian,
Arianrhod hat geschrieben: Ich kenne durchaus Leute, die bei den ersten Symptomen hohe Dosen NL genommen haben - dadurch dass höhere Gehirnfunktionen lahmgelegt werden, trifft man vielleicht damit auch die Gehirnfunktionen, die gerade eine Psychose generieren - und es hat funktioniert,
aber ist es sinnvoll, dass vorher zu tun?
bei meiner bisher einzigen 3tägigen Hochdosis-Cortisongabe (ein 3/4 Jahr vor der Psychose) war ich allerdings so euphorisch, dass da jetzt mit dem Psychose-Risiko die Abgrenzung zur Manie wohl schwerfallen würde. Daher würde ich davon ausgehen, dass ich bei einer neuen Hochdosis-Cortisongabe "psychotische Symtome" bekommen würde und so vielleicht wirklich besser auch vorher schon die Antipsychotika-Dosen erhöhen sollte...

Aber ich werde mir auch bei einem MS-Schub jetzt drei Mal überlegen, ob ich den mit Cortison therapieren sollte.

Bleibt zu hoffen, dass ich einfach keinen Schub bekomme. :)

Liebe Grüße
Katja
Das wünsche ich dir natürlich auch. :hug:

und einen Plan B zu haben ist ja nie verkehrt. Am wichtigsten ist, dass du dich selbst sicherer fühlst.

liebe Grüße Arian
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Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
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Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
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Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 20.12.17, 15:39

Hallo zusammen,

ich habe heute wieder reduziert: von 200mg auf 150mg Amisulprid. Mir geht es sonst unverändert, also meine Laune ist stabil. Das Meiste ist mir weiterhin gleichgültig und ich wünsche mir immer noch, mich richtig freuen oder weinen zu können.
Ich habe neulich "unglücklich" gegoogelt und bin da direkt auf eine Seite gestoßen, die unter "unglücklich" alle möglichen meiner Symptome zusammenfasst: Antriebslosigkeit, keinen Spaß an seiner Arbeit, keine Ziele im Leben.
Vielleicht gibt es also eine ganz einfache Erklärung für meine "Negativsymtomatik": Vielleicht bin ich einfach nicht glücklich. Komisch, weil ich das noch nie für mich so formuliert habe. Nur wie komme ich da wieder raus? Ich kann mir ja leider gar keine Arbeit vorstellen, die ich machen kann und die mir Spaß macht. Und Freizeitbeschäftigungen, die mir früher Spaß gemacht haben, wie Freunde treffen oder Musik hören und tanzen, tun dies jetzt nicht mehr.
Also schon schwierig einen Ausweg zu finden. Hoffentlich ist dieses Gedämpfte und Gleichgültige also doch nur eine Nebenwirkung und geht somit "einfach" mit dem Reduzieren wieder weg.

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 20.12.17, 19:38

Hallo Katja,

Gefühlsabflachung ist eine sehr häufige Nebenwirkung von allen Psychopharmaka.
Ich glaube, es gibt fast niemanden hier im Forum, der das nicht kennt.

Es ist dir vielleicht kein Trost, aber mir geht es ganz genauso.
Ich muss mich zu Allem überwinden und empfinde Freud und Leid nur sehr gedämpft und eher so mit dem Verstand.

Das wird normalerweise besser, je weniger PP man nimmt. Ich vertraue da auch drauf. :?

Alles Liebe, Ute
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Donnerstag, 21.12.17, 11:28

Liebe Ute,

ich lese relativ selten, dass sich die Foristen hier über Gefühlsabflachung beschweren, körperliche Symptome wie Schwindel scheinen mir häufiger genannt zu werden... Vielleicht leidet man unter den körperlichen Symptomen auch nur noch mehr?

Ja, vielleicht ist die Gefühlsabflachung ja auch die Ursache fürs Unglücklichsein. Wie soll man denn damit auch nur Lebensfreude empfinden?

Kannst du dich denn auch oft nur schwer entscheiden, weil dir das Bauchgefühl fehlt? Ich denke bei mir, dass das von der Gefühlsabflachung kommt, aber Tanjaangelina hat das ja auch ohne Gefühlsabflachung...

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 21.12.17, 12:37

Hallo Katja, :)
ich lese relativ selten, dass sich die Foristen hier über Gefühlsabflachung beschweren, körperliche Symptome wie Schwindel scheinen mir häufiger genannt zu werden... Vielleicht leidet man unter den körperlichen Symptomen auch nur noch mehr?
als Moderator nimmt man das glaub ich etwas anders wahr als als Teilnehmer, weil man schon viele Monate oder gar Jahre Tag für Tag neue Teilnehmer begrüßt, die über ihre Symptome berichten.
In der Tat steht das Körperliche oft im Vordergrund, weil Einiges davon sich teilweise besorgniserregend "krank" anfühlt, aber das Psychische ist oft genauso relevant.

Die Gefühlsabflachung ist recht häufig, wobei sie besonders ausgeprägt bei den NL zu finden ist.
Benzos puffern auch Gefühle, was ja sogar explizit erwünscht ist; in der Langzeiteinnahme führen sie aber zB entweder zu der genannten emotionalen Verflachung oder aber in das Gegenteil, nämlich zu einer expliziten Hypererregbarkeit und Sensibilität, die selbst das Verarbeiten normaler Reize und Situationen und Gefühle verunmöglicht.

AD wirken da oft subtiler; abschirmender. Nicht ganz so keulenmäßig wie NL, aber immer noch für viele deutlich wahrnehmbar.

Jeder Mensch hat auch seine eigene Konstellation, welche Symptome stärker vorhanden sind und welche schwächer. Das ist so individuell wie unser Fingerabdruck. :)

Das Bauchgefühl kam / kommt bei mir erst wieder zurück, seitdem ich so gut wie PP-frei lebe.
Es war vorher völlig verdeckt oder nicht wahrnehmbar aufgrund der ganzen chemischen Interventionen durch die Medikamente und auch wegen meiner permanent eigenen inneren Übererregung.
Es trügt mich nur noch selten; ich versuche so gut es geht darauf zu "hören" und höre es GsD auch wieder :).

Grüße
Jamie
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 21.12.17, 12:37

Liebe Katja :-)

ich hatte die Gefühlsabflachung auch sehr stark unter meinem Medikament. Gerade bei Neuroleptika, aber auch bei Antidepressiva lese ich das sehr häufig. Ich denke, dass man sich mehr über körperliche Symptome beschwert liegt wohl daran dass sie akut erstmal schwerer auszuhalten sind, auf Dauer ist fü rmich aber die emotionale Einschränkung schlimmer.

Manche merken auch erst nach dem Absetzen, wie sehr sie betäubt waren durch die Medikamente.

Wenn du nach "abgestumpft" oder ähnlichem suchst, bekommst du auch viele Treffer.

Liebe Grüße
Lina
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Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.12.2017: 0.25 mg Mirtazapin

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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Neverthelessw11 » Donnerstag, 21.12.17, 14:44

Liebe Katja,
ich lese relativ selten, dass sich die Foristen hier über Gefühlsabflachung beschweren, körperliche Symptome wie Schwindel scheinen mir häufiger genannt zu werden... Vielleicht leidet man unter den körperlichen Symptomen auch nur noch mehr?
Also zunächst: Mir geht das auch wie dir, meine Emotionen sind in beiden Richtungen ziemlich eingeschränkt. Es kommt noch einiges durch, aber die Intensität ist stark eingeschränkt.

Ich könnte mir als Theorie auch vorstellen, dass viele halt auch unter körperlichen Symptomen leiden. Diese körperlichen Symptome drücken (berechtigterweise natürlich) die Stimmung extrem und schränken den Alltag ein (und damit auch die Möglichkeit glücklich-machende Sachen zu unternehmen). Daher fällt einem die Gefühlsabflachung vielleicht auch einfach erst dann auf, wenn man etwas unternimmt/erlebt, wo große Freude oder Trauer die "normale" Reaktion wäre. (ich denk mir dann immer "Ja, wenn mich x schon nicht glücklich macht, wie soll ich dann jemals wieder glücklich sein" :frust: )

Explizit befragt würden glaube ich sehr sehr viele Gefühlsabflachung auch als NW nennen. Ich kenne im realen Leben auch aus meiner Klinikzeit viele Menschen, die irgendwann NL genommen haben - und selbst von außen konnte ich beobachten, dass die Affekte eingeschränkt waren und beklagt wurde das auch oft. Oft auch erst, wenn die Medikamente wieder abgesetzt wurden - halt im Rückblick. Also du bist absolut nicht alleine! :hug:

Mir hilft es etwas, nicht von mir zu erwarten bei x glücklich zu sein, weil das setzt unter Druck und diesen "Druck" (keine Ahnung wie ich das nennen soll) muss ich sehr bewusst von Trauer/Unzufriedenheit abgrenzen.
Sicher nichts, was jedem hilft, mir schon: Ich gehe gerne mit meiner besten Freundin oder meiner Mama schick essen. Schönes Restaurant mit guter Deko, sehr nette Kellner, gute Auswahl und dazu ein guter Wein :whistle: ... Da bin ich auch nicht glücklich im Allgemeinen, aber ich habe das Gefühl, dass unterschwellige Reize (angenehmes Licht, viele leckere Optionen, der Geschmack und die angenehme Temperatur...) bei mir eher ankommen als bewusste Gefühle... das löst dann ein angenehmes, wohliges Gefühl aus, das mich positiv stimmt. Klar, das nimmt mir nicht das Gefühl total abgestumpft zu sein, aber ich fühl mich zumindest wohl. Gleiches erlebt meine beste Freundin auch bei einem Spaziergang oder beim Sport...

Du musst aber auch für dich schauen, ob du lediglich "abgestumpft" (NW) bist oder ob dich dein Leben wirklich unglücklich macht. Das was du beschreibst klingt in erster Linie nach Symptomen, aber ich kenne deine Lebensumstände nicht ausreichend. Ich habe vor einem Jahr mein Erststudium beendet und anschließend das Studium gewechselt - seit dem bin ich wirklich "nur" abgestumpft bzw. einfach taub. Vorher war ich im Grunde meines Herzens nicht zufrieden mit meinem Leben. Vielleicht gibt es bei dir auch solche Stellschrauben? Deine Gefühlsverflachung muss ja nicht entweder NW oder Unglück sein - die Wahrheit liegt dazwischen.

Mit besten Wünschen für ein schönes Weihnachtsfest und den Jahreswechsel,
Never
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Medikamente: Seroquel (Quetiapin retardiert) 150 mg + Seroquel (Quetiapin unretardiert) 25 mg abends bei Bedarf

Grund der Medikamenteneinnahme: Somatisierungsstörung, Angststörung + (daraus resultierende Verzweiflung aka) Depressionen

Psychiatrieaufenthalte:
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Absetzgründe:
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Absetzverlauf: :schnecke:-Tempo von Beginn an
Beginn des Absetzens am 24.11.2017 bei 150 mg Seroquel Retardiert
Aktueller Stand des Absetzens: Retardiert: 0 - 0 - 100 + Unretardiert: 0 - 0 - 25
Zwischenstufen (Immer Anpassung an Klausuren und Uniplanung):
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Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Donnerstag, 21.12.17, 17:49

Hallo ihr drei,

lieben Dank für eure Antworten! Dann bin ich also tatsächlich nicht allein mit dieser Affektverflachung.
Und es stimmt, zu dem Suchbegriff "abgestumpft" findet man direkt sehr viel mehr Treffer. Schrecklich, dass Ärzte millionenfach Psychopharmaka verschreiben und es trotz solcher Nebenwirkungen oft nicht verstehen, wenn man absetzen möchte.

Das klingt ja auch wirklich schön, wie du eure Restaurantbesuche beschreibst, Never. :) Das Traurige ist, dass ich mich noch nicht mals "wohl" fühlen würde beim Essen gehen mit Familie/Freunden. Ich habe immer Angst, dass Gesprächsthemen ausgehen (-> meine Spracharmut), oder frage mich zu sehr, was mein Gegenüber von mir denkt. Vielleicht bin ich entspannter und fühle mich wohler, wenn ich einen Film mit meinem Freund gucke. Aber es ist wirklich total schwer, irgendwas positiv zu bewerten/empfinden.

Ja, ich glaube, bei mir ist es auch das Studium/die Promotion, die sich nun schon viele Jahre in die Länge zieht, und die mir einfach keinen Spaß (mehr) macht. Wenn ich es irgendwie schaffen sollte, die wie geplant im Frühjahr 2018 abzuschließen, mache ich drei Kreuze.
Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass der neue Job ab Juni mich mit dieser Affektverflachung mehr interessieren wird. Und was die dazu sagen, falls ich meine Promotion nicht wie geplant schaffe, ist auch noch fraglich. Ich sehe mich ja schon immer auf Dauer arbeitslos werden und nie einen Sinn über Arbeit im Leben zu finden...
Aber ich hoffe auf das Wunder, dass meine Gefühle mit dem Absetzen zurückkommen und ich dann auch wieder Kinder haben möchte und spätestens darüber Lebensfreude zurückerhalte.

Ich wünsche euch auch schöne Weihnachtstage und einen guten Start in ein möglichst gesundes und glückliches neues Jahr!

Liebe Grüße
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 21.12.17, 19:31

Hallo Katja,
Katja hat geschrieben:lieben Dank für eure Antworten! Dann bin ich also tatsächlich nicht allein mit dieser Affektverflachung.
als ich das so heftig hatte, hätte ich auch wohl nicht den Weg ins Forum gefunden. Da saß ich wirklich nur auf dem Sofa und habe ins Leere gestarrt.
(vermutlich habe ich aiuch gesabbert).
Wenn man unter der Gefühlsabflachung leidet - da ist ja noch was, was leiden kann, was man vermisst. Heißt, unterm Beton wächst das grüne Gras.
Wenn der Beton erstmal weg ist , kommt das Grün wieder. Wörtlich heißt Neuroleptikum "Nerven- schlafmittel" und das Wort ist viel treffender als Antipsychotika.
LinLina hat geschrieben:Manche merken auch erst nach dem Absetzen, wie sehr sie betäubt waren durch die Medikamente.
Ja, ganz wichtig. Ohne Gefühle fällt auch das Denken schwerer.
Katja hat geschrieben:Ja, vielleicht ist die Gefühlsabflachung ja auch die Ursache fürs Unglücklichsein. Wie soll man denn damit auch nur Lebensfreude empfinden?
Nennt man im Psychiatersprech " Ahedonie" = Unfähigkeit Glück zu empfinden. Geht ja auch irgendwie schlecht, wenn man den dafür zuständigen
Neurotransmitter - Dopamin - mit seinem Antagonisten blockt..... :roll:
Während ganz oft Ahedonie zu den "Negativsymptomen" gezählt wird, also zu der Krankheit , beschreibt sie das Ärzteblatt zwar nebenbei doch sehr deutlich als NEBENWIRKUNG von NEUROLEPTIKA:
Die meisten Substanzen dieser Medikamentengruppe beeinflussen darüber hinaus zahlreiche weitere Neurotransmitter. Auch jenseits der hier diskutierten Hirnatrophie haben sie ernste unerwünschte Wirkungen, zum Beispiel in Form extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen, eines metabolischen Syndroms mit kardiovaskulären Folgen, Herzrhythmusstörungen, sexueller Dysfunktion, depressiver Syndrome und Anhedonie und Blutbildveränderungen.
https://www.akdae.de/Arzneimitteltherap ... /index.php

Das einzig gute: Sie ist reversibel, mit dem Reduzieren hast du gute Chance, dass dein Gefühlsreichtum wieder kommt.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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