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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Amisulprid, Olanzapin und Sertralin absetzen

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Donnerstag, 07.09.17, 19:37

Hallo padma,

danke für deine aufmunternden Worte.
padma hat geschrieben: Nein, das kann man mit aller Berufserfahrung nicht. Die Reaktionen auf Psychopharmaka und das Reduzieren sind so unterschiedlich, da lässt sich nichts sicher einschätzen.
Ja, ein bisschen bin ich auch enttäuscht, dass der bei Jameda so gut bewertete Psychiater mir ein so schnelles gleichzeitiges Reduzieren vorgeschlagen hat. Trotzdem bin ich froh, dass er mich erst mal beim Absetzen unterstützt und auch glaubt, dass meine Probleme Nebenwirkungen von den Medikamenten sind und keine Negativsymptomatik.
padma hat geschrieben:
Ansonsten habe ich ein ziemlich großes Problem mit meiner Motivation. Hat da jemand Tipps? Hatte heute und gestern vormittags Termine und bin dann ab mittags zuhause und unmotiviert Mathe zu lernen.
Das ist unter der Medikation einfach schwierig. Vielleicht kannst du dir jewels für vormittags und nachmittags etwas Überschaubares vornehmen.
Und erkenne das wirklich an, was du geschafft hast.

Ich denke, es wird besser werden, je weiter du mit der Dosis runter kommst
Vormittags verschlafe ich meist, aber nachmittags sollte ich mir wirklich etwas Konkretes vornehmen. Das mache ich direkt ab morgen!
Irgendwie denke ich, dass ich so unmotiviert bin, weil ich befürchte, dass ich sowieso eine neue Psychose vor der Prüfung bekomme oder irgendwas anderes schiefgeht und die Prüfung dann gar nicht stattfinden wird. Also ich hab zu wenig (Selbst-)Vertrauen, dass alles gut geht...

Heute hat ein Freund vorgeschlagen, zusammen in der Bib zu lernen. Das mache ich ab übernächster Woche und das hilft bestimmt beim Lernen. :-) Ich weiß nur jetzt schon, wie schnell mir dann bei mehreren gemeinsamen Mittagessen die Themen ausgehen werden :-(

Mittlerweile verdächtige ich aber auch mehr das Olanzapin für Interessenlosigkeit, Spracharmut und Antriebslosikeit verantwortlich zu sein. Laut Studien soll das Amisulprid in niedriger Dosis ja auch dagegen helfen. Also hoffentlich bekomme ich bald wieder meine Tage, damit ich dann als Nächstes Olanzapin reduzieren kann.

Lieben Gruß
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Donnerstag, 14.09.17, 16:34

Hallo zusammen,

gibt es noch jemanden hier, der Spracharmut hat oder hatte? Ist sie bei euch weggegangen, wenn ja, nach welcher Zeit und hing das Ganze mit Medikamenten(reduktion) oder Gefühlsarmut zusammen?

Ich finde es wirklich schrecklich, so wenig eloquent zu sein. Ich habe mich beworben und nächste Woche einen Auswahltag für den Job - ich weiß nicht, wie ich da überzeugen soll. :(

Viele Grüße
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 14.09.17, 21:20

Hallo Lolina,

zum Suchbegriff Spracharmut gibt es im Forum nur wenige Treffer: search.php?keywords=Spracharmut+
Frühlings Mutter war davon betroffen, und es hat sich mit der Reduktion wieder reguliert.
Ich finde es wirklich schrecklich, so wenig eloquent zu sein. Ich habe mich beworben und nächste Woche einen Auswahltag für den Job - ich weiß nicht, wie ich da überzeugen soll.
Ich bereite mir bei sowas immer drei, vier Sätze oder Fragen vor, die man im Zweifel anbringen kann und auf die ich zurückgreifen könnte, wenn ich es zum Beispiel vor Aufregung nicht schaffe, spontan zu sein.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Freitag, 15.09.17, 13:55

Hallo Murmeline,

ja, ich glaube, viele nennen das einfach nicht "Spracharmut". Redsixer schrieb zum Beispiel auch, dass ihm wieder "Gesprächsstoff" einfallen würde. Irgendwie hängt die Spracharmut mit der Leere in mir zusammen und ich glaube, dieses Leeregefühl haben andere hier ja auch schon beschrieben.. Ich hab Angst, dass ich so alle sozialen Kontakte verliere. :(
Murmeline hat geschrieben: Ich bereite mir bei sowas immer drei, vier Sätze oder Fragen vor, die man im Zweifel anbringen kann und auf die ich zurückgreifen könnte, wenn ich es zum Beispiel vor Aufregung nicht schaffe, spontan zu sein.
Das ist ein guter Tipp. Das Problem is nur, dass ich mich auch vorher schon so leer fühle, dass mir selbst zur Vorbereitung keine solchen Sätze einfallen. Aber ich werde versuchen, nochmal lange über ein paar Sätze nachzudenken.

Eben war ich bei meiner Psychologin. Sie sprach mich auf meinem starren Blick an - noch so etwas Unangenehmes. :(

Am liebsten würde ich gerade einfach alle Psychopharmaka weglassen. Nur was, wenn es ohne Psychopharmaka auch nicht besser wird..

Lieben Gruß
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 15.09.17, 16:05

Lolina hat geschrieben:Eben war ich bei meiner Psychologin. Sie sprach mich auf meinem starren Blick an - noch so etwas Unangenehmes.

Am liebsten würde ich gerade einfach alle Psychopharmaka weglassen. Nur was, wenn es ohne Psychopharmaka auch nicht besser wird..
liebe Lolina-
Doch, alles wird besser werden. Der starre Blick, die Gedanken- und Gefühlsleere und die Spracharmut, manchmal auch Bewegungsarmut - das sind direkte Folgen des Dopaminmangels durch Dopaminantagonisten (Dopaminblocker) = Neuroleptika.
.
Dopaminmangel
Dopaminmangel kann sich aufgrund der zahlreichen Einsatzgebiete des Hormons ebenfalls sehr vielfältig auswirken. Zu den häufigsten Erscheinungen infolge von Dopaminmangel zählt mangelnde Reaktionsfähigkeit, da die notwendigen Impulse nicht mehr ausreichend übertragen werden.
Auch beim Stoffwechsel macht sich ein Dopaminmangel bemerkbar: so führt er zur Gewichtszunahme, allgemein verminderter körperlicher Energie, Lustlosigkeit und im Ernstfall zu Depressionen. Auch die Gedächtnisleistung wird beeinträchtigt, was sich vor allem bei Parkinson-Patienten äußert, denen das Hormon besonders stark fehlt. Auch das mit Parkinson einhergehende Zittern, die Muskelzuckungen und die abnehmende Sprechfähigkeit hängt mit dem Mangel an Dopamin zusammen.
Quelle

Im Gegensatz zum Parkinson sind bei Neurolpeptika die Symptome reversibel. Je mehr du ausschleichst (aber nicht übers Knie brechen, damit gefährdest du den Erfolg!)
desto besser wird es dir geistig gehen.

Alles Gute beim Vorstellungsgespräch, liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Katja
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Samstag, 16.09.17, 15:25

Liebe Arian,

es ist einfach so schwer geduldig zu sein. Jetzt reduziere ich schon seit über 3 Monaten und merke trotzdem noch keine Besserung. Ich hatte ja auch schon überlegt, das Vorstellungsgespräch auf in drei Monaten zu verschieben, in der Hoffnung, dass ich dann wieder leistungsfähiger bin. Einziger Vorteil des Medikamenteneinflusses ist, dass ich kaum aufgeregt oder nervös bin. Weil ich mich ja sowieso so gleichgültig fühle.

Mein Freund hat mir einen Heiratsantrag gemacht und ich habe ja gesagt. Trotz Gefühlsarmut. Es ist doch seltsam, jetzt müssen wir eigentlich auch warten mit dem Heiraten bis die Gefühle wiederkommen.

Sch*** Medikamente. Ich würde so gerne jetzt wieder leben statt abzuwarten und das Leben wieder lebenswert finden.

Also wenn sich doch noch jemand anderes mit einer (geheilten) Spracharmut hier findet, würde ich mich freuen..

Ein schönes Wochenende!
Lieben Gruß
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 16.09.17, 16:43

Hallo Lolina,

herzlichen Glückwunsch zum Heiratsantrag.

:party2:

Schön, dass jemand auch in diesen schweren Zeiten zu dir hält.
Das ist ja so leider nicht immer der Fall, eigentlich ist es sogar eher die Ausnahme.

LG Ute
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Montag, 18.09.17, 16:40

Hallo Ute,

danke schön! :)
Leider ist das mit dem Heiraten auch recht kompliziert, weil wir nicht unbedingt die gleichen Vorstellungen haben. Mein Freund will nur zu zweit heiraten.
Vor allem auch, weil unsere Familien sich nicht so gut verstehen, nach dem, was letztes Jahr passiert ist. Da gab es im Zuge unserer gemeinsamen Wohnungsauflösung (mein Freund und ich waren ja zwischenzeitlich getrennt letztes Jahr) eine nicht so freundliche E-Mail von seinen Eltern an meine Eltern.
Meine Mutter wäre aber sehr enttäuscht, wenn sie bei der Hochzeit nicht dabei wäre.
Jetzt planen wir ein Treffen zum Aussprechen zwischen unseren Eltern und dann mal abwarten, ob wir uns danach eine gemeinsame Hochzeitsfeier vorstellen können. Wenn nicht, keine Ahnung, ob wir dann heiraten..

Liebe Grüße
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 20.09.17, 20:38

Hallo zusammen,

ich überlege jetzt doch als Nächstes das Olanzapin zu reduzieren, weil ich es so leid bin über 12 Stunden am Tag zu schlafen. Und ich erhoffe mir eine Verbesserung der Emotionslosigkeit, beim Amisulprid-Reduzieren merke ich ja da noch keinen Unterschied.
Ich habe gerade gesehen, dass es Olanzapin auch als Lösung mit 5mg/ml gibt: https://www.medizinfuchs.de/preisvergle ... 87602.html

Hat jemand von euch Erfahrung damit? Das wäre ja noch einfacher als die Wasserlösmethode.

Lieben Gruß
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 22.09.17, 16:45

liebe Lolina, :)

herzlichen Dank für den Hinweis, ich schreibe es in unsere Liste.

Mir fällt niemand ein, der es damit probiert hat
Bei manchen Flüssigpräparaten gibt es teure Zuzahlungen, das müsstest du herausfinden.
Manche Betroffene vertragen die Umstellung auf Tropfen nicht, das müsstest du vorsichtig testen.

Wenn du es verträgst, wäre es mit der Dosisherstellung sehr unkompliziert.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Freitag, 22.09.17, 18:46

Liebe padma,

danke für die Antwort!! Ich hab noch zufällig gesehen, dass Hunk auch mit den Olanzapin-Tropfen reduziert, also klappt es zumindest bei einem gut.

Gestern hatte ich den Auswahltag und ich habe tatsächlich am Ende ein Jobangebot bekommen. Nur wie es so ist dank der lieben Medikamente: Freuen konnte ich mich nicht darüber. :(

Dann habe ich mit meiner Mutter telefoniert und sie liest jetzt "Das kleine Buch von der Seele" von einem Psychiatrie-Professor. Das Buch wird ihr bestimmt vermitteln, wie essentiell wichtig Psychopharmaka bei einer Psychose sind. :(

Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 27.09.17, 11:09

Guten Morgen,

ich dachte, ich melde mich heute mal wieder: Heute ist endlich wieder ein Reduktionsschritt dran. Bin jetzt auf 200mg Amisulprid, also die Hälfte von meinen ursprünglichen 400mg Amisulprid. :party2:

Bisher merke ich von der Reduktion noch rein gar nichts. Deswegen wollte ich ja eigentlich auch Olanzapin als Nächstes reduzieren, aber ich habe jetzt doch nicht so schnell die Lösung verschrieben bekommen und meine Schmelztabletten lösen sich nicht in Wasser auf. In 3 Wochen habe ich meinen nächsten Psychiater-Termin, dann kann ich endlich mit der Lösung weitermachen. Also noch 3 Wochen diese Gefühlslosigkeit und Leere...

Leider muss ich bis zum 5.10. schon entscheiden, ob ich das Jobangebot annehme. Schwierig so ohne Gefühle. Es wäre erst ab 1.1. und die ersten zwei Monate wäre ein Programmiertraining. Also etwas, was mir vor der Psychose Spaß gemacht hätte, mich jetzt aber nicht interessiert (wie ja auch nichts anderes mich interessiert und irgendeinen Job muss ich ja machen). Nach den ersten zwei Monaten wäre ich Unternehmensberaterin in der IT. Also Projektarbeit und eventuell unter der Woche im Hotel. Was meint ihr, klingt das zu stressig?

Lieben Gruß
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 27.09.17, 14:07

Hallo Lolina,

schön, dass du schon so viel geschafft hast, das freut mich für dich.
Wenn du das Amisulpirid weiter reduzierst, würde ich als nächstes aber kleinere Absetzschritt wählen.

Ich kenne diese Gefühlsabflachung aus eigener Erfahrung und bei mir ist sie leider auch immer noch da. Ich kann nachvollziehen, dass es da schwierig ist eine so weit reichende Entscheidung zu treffen.

Aber da du ja, wie du ja auchbselbst sagst, irgendeinen Job machen musst, kommt es vielleicht auf einen Versuch an.
Du musst das ja nicht für immer machen, sammelst aber immerhin etwas praktische Berufserfahrung.

LG Ute
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 27.09.17, 15:14

Hallo Ute,
Ululu 69 hat geschrieben:schön, dass du schon so viel geschafft hast, das freut mich für dich.
Wenn du das Amisulpirid weiter reduzierst, würde ich als nächstes aber kleinere Absetzschritt wählen.
danke für deine Antwort und fürs Mitfreuen! Als Nächstes will ich ja das Olanzapin von 5mg auf 4mg reduzieren. Beim Amisulprid fühle ich mich erst mal so stabil, dass ich da wohl erst mal bei den 50mg-Schritten bleiben würde. Spätestens ab einer Dosis von 50mg würde ich kleinschrittiger vorgehen.
Ululu 69 hat geschrieben: Ich kenne diese Gefühlsabflachung aus eigener Erfahrung und bei mir ist sie leider auch immer noch da. Ich kann nachvollziehen, dass es da schwierig ist eine so weit reichende Entscheidung zu treffen.
Wie kommst du denn damit klar? Fühlt sich für dich das Leben dadurch auch so unlebenswert an? Glaubst du, dass deine Gefühlsverflachung durch deine Medikamente oder durch deine Depression kommt?
Ululu 69 hat geschrieben:Aber da du ja, wie du ja auchbselbst sagst, irgendeinen Job machen musst, kommt es vielleicht auf einen Versuch an.
Du musst das ja nicht für immer machen, sammelst aber immerhin etwas praktische Berufserfahrung.
Ich habe mich auch noch bei zwei Schulen als Mathelehrerin beworben, da sind die Vorstellungsgespräche aber erst Mitte Oktober. Andererseits läuft mir die Lehreroption nicht weg, da ich wegen meiner Schwerbehinderung noch bis mindestens 45 Jahre verbeamtet werden kann. Vielleicht sollte ich also wirklich zumindest das zweimonatige Training ausprobieren.

Liebe Grüße
Lolina
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 27.09.17, 15:22

Hallo Lolina,
Lolina hat geschrieben:Wie kommst du denn damit klar? Fühlt sich für dich das Leben dadurch auch so unlebenswert an? Glaubst du, dass die Gefühlsverflachung durch die Medikamente oder durch deine Depression kommt?
Ja, das tut es, ganz eindeutig. Ich muss mich zu allem aufraffen und freue mich sehr selten auf irgend etwas. Ich bin am liebsten zu Hause und Menschen gehen mir sehr schnell auf den Keks. Das alles war früher bei mir anders.

Meine Depression hat sich aber noch viel schlimmer angefühlt, da war ich ja wirklich zu gar nichts mehr in der Lage. Ich wollte nicht mal mehr trinken, weil ich nicht wusste wie ich dann den unvermeidlichen Toilettengang schaffen soll.

Jetzt ist es mehr so, dass ich zwar weiß, dass etwas gut oder schlecht ist, es aber irgendwie nicht richtig an mich herankommt. Es erscheint mir alles unwichtig.

Schwer zu beschreiben.

LG Ute
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von padma » Mittwoch, 27.09.17, 18:08

liebe Lolina, :)
Ich habe mich auch noch bei zwei Schulen als Mathelehrerin beworben, da sind die Vorstellungsgespräche aber erst Mitte Oktober. Andererseits läuft mir die Lehreroption nicht weg, da ich wegen meiner Schwerbehinderung noch bis mindestens 45 Jahre verbeamtet werden kann.
Lehrerin in einer Schule ist, denke ich, sehr stressig. Und du müsstest dich dich da ja auch erst einarbeiten.
Es wäre erst ab 1.1. und die ersten zwei Monate wäre ein Programmiertraining. Also etwas, was mir vor der Psychose Spaß gemacht hätte, mich jetzt aber nicht interessiert (wie ja auch nichts anderes mich interessiert und irgendeinen Job muss ich ja machen). Nach den ersten zwei Monaten wäre ich Unternehmensberaterin in der IT. Also Projektarbeit und eventuell unter der Woche im Hotel. Was meint ihr, klingt das zu stressig?
Da es dir vor deiner Psychose Spass gemacht hätte, ist die Chance ja gut, dass es dir Spass machen wird, wenn deine Gefühle zurück sind. Ein Programmiertraining ist sicherlich auch nützlich. Was ich nicht einschätzen kann, ist, ob der Job nicht zu anstrengend ist, wenn dafür Hotelübernachtungen erforderlich sind. Ist es für deine Stabilität wichtig, deinen geregelten Tagesablauf und die Ruhe zuhause zu haben?

liebe Grüsse,
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 27.09.17, 19:14

Hallo Ute,
Ululu 69 hat geschrieben: Ja, das tut es, ganz eindeutig. Ich muss mich zu allem aufraffen und freue mich sehr selten auf irgend etwas. Ich bin am liebsten zu Hause und Menschen gehen mir sehr schnell auf den Keks. Das alles war früher bei mir anders.

Meine Depression hat sich aber noch viel schlimmer angefühlt, da war ich ja wirklich zu gar nichts mehr in der Lage. Ich wollte nicht mal mehr trinken, weil ich nicht wusste wie ich dann den unvermeidlichen Toilettengang schaffen soll.

Jetzt ist es mehr so, dass ich zwar weiß, dass etwas gut oder schlecht ist, es aber irgendwie nicht richtig an mich herankommt. Es erscheint mir alles unwichtig.
das klingt aber wirklich nach einer schweren Depression. Gut, dass das besser geworden ist.
Mir ist auch alles ziemlich egal, da scheint es uns ja ähnlich zu gehen. Wobei ich das in Gesprächen versuche zu verstecken, also zB "Wo möchtest du etwas essen gehen?" würde ich versuchen nicht zu indifferent zu beantworten.
Dann drücke ich dir auch mal die Daumen, dass es mit der Reduktion auch bei dir besser wird und deine Gefühle zurückkommen.

Lieben Gruß
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 27.09.17, 19:59

Hallo Lolina, :)

die Menschen sind so verschieden wie jede Schneeflocke auf dieser Welt ein einzigartiges Unikat ist.
Also für mich klingt ein Job mit häufigen Hotelaufenthalten schrecklich, aber das ist nur mein Empfinden.
Vielleicht ist das ja gerade etwas, was du reizvoll oder interessant findest?

Ich kann von mir berichten, dass ich seelische Stabilität von einem stabilen Umfeld beziehe und dazu gehören untrennbar meine eigenen vier Wände; das ist meine sichere Burg, mein Rückzugsort, meine (auch seelische) Heimat. Ich bin kreuzunglücklich, wenn ich nicht daheim sein kann, deswegen würde ich niemals einem solchen Job zustimmen, aber das ist wie gesagt nur mein Gefühl dazu, du hast vielleicht völlig andere Bedürfnisse und Ansprüche?

Ich würde das an deiner Stelle einfach mal in Ruhe durch- und bedenken. :group:

Grüße
Jamie
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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 27.09.17, 20:29

Liebe padma,
danke dir auch für deine Meinung.
padma hat geschrieben: Lehrerin in einer Schule ist, denke ich, sehr stressig. Und du müsstest dich dich da ja auch erst einarbeiten.
Einen Vorteil gäbe es noch neben der Tatsache, dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren könnte: Ich könnte an der Schule vermutlich auch halbtags arbeiten. Wobei ich auch glaube, dass viel von meiner Freizeit dann fürs Einarbeiten draufgehen würde.
padma hat geschrieben: Da es dir vor deiner Psychose Spass gemacht hätte, ist die Chance ja gut, dass es dir Spass machen wird, wenn deine Gefühle zurück sind. Ein Programmiertraining ist sicherlich auch nützlich. Was ich nicht einschätzen kann, ist, ob der Job nicht zu anstrengend ist, wenn dafür Hotelübernachtungen erforderlich sind. Ist es für deine Stabilität wichtig, deinen geregelten Tagesablauf und die Ruhe zuhause zu haben?
Ja, das wäre auch meine Hoffnung, dass meine alten Gefühle mit den nächsten Olanzapin-Reduktionen wiederkommen würden und am besten auch bis zum 1.1...
Ich bin im Moment schon jede 2. Woche im Hotel bei meinem Freund, der auch Unternehmensberater ist, und das finde ich zumindest nicht anstrengend. Von März-Juni hatte ich ja auch einen Vollzeitjob in einer Versicherung und das war auch nicht anstrengend. Von daher glaube ich, dass ich das zweimonatige Programmiertraining auf jeden Fall schaffen würde. Aber bei dem Projekt nach den 2 Monaten gibt es so viele unbekannte Parameter, dass ich mir das nicht so recht zutraue.

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Re: Olanzapin und Amisulprid absetzen

Beitrag von Katja » Mittwoch, 27.09.17, 22:01

Hallo Jamie,
Jamie hat geschrieben: die Menschen sind so verschieden wie jede Schneeflocke auf dieser Welt ein einzigartiges Unikat ist.
Also für mich klingt ein Job mit häufigen Hotelaufenthalten schrecklich, aber das ist nur mein Empfinden.
Vielleicht ist das ja gerade etwas, was du reizvoll oder interessant findest?

Ich kann von mir berichten, dass ich seelische Stabilität von einem stabilen Umfeld beziehe und dazu gehören untrennbar meine eigenen vier Wände; das ist meine sichere Burg, mein Rückzugsort, meine (auch seelische) Heimat. Ich bin kreuzunglücklich, wenn ich nicht daheim sein kann, deswegen würde ich niemals einem solchen Job zustimmen, aber das ist wie gesagt nur mein Gefühl dazu, du hast vielleicht völlig andere Bedürfnisse und Ansprüche?

Ich würde das an deiner Stelle einfach mal in Ruhe durch- und bedenken.
danke dir auch für deine Antwort.
Interessant finde ich einen solchen Job auch nicht, aber auch allein schon nicht, weil ich so emotionslos bin.
Das Problem ist, dass es nach einem theoretischen Mathestudium nicht so viele Einstiegsjobs gibt. In einer Versicherung war ich ja schon von März-Juni und das war wirklich uninteressant (also das hätte ich da auch schon vor meiner Psychose uninteressant gefunden). Deswegen bleiben fast nur der Lehrerjob oder Unternehmensberatung als Möglichkeiten.

Vielleicht muss ich es wirklich einfach ausprobieren. Und gut auf mich selbst achten, damit ich keine neue Psychose bekomme.

Lieben Gruß
Lolina
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Arianrhod
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