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Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

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Walter
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Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Dienstag, 14.11.17, 17:02

Liebe Lesende, Liebes Forum,

ich leide derzeit unter einer postpsychotischen Depression/Negativsymptomen.

Ich bin dabei Seroquel auszuschleichen, eine Reduktion in 25mg Schritten. Ausgangsdosis war 300mg. Mittlerweile bin ich bei 75mg.

Mich würde interessieren, ob es Erfahrungsberichte dazu gibt und ob andere auch so stark unter einer Gefühlsverflachung, depressiven Grundstimmung und wenig Gefühlsintensität leiden und ob sich das möglicherweise mit der Reduktion von Seroquel bessert.

Vielen Dank für Antworten.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von padma » Dienstag, 14.11.17, 17:33

hallo Walter, :)

willkommen im ADFD.

Es tut mir leid zu hören, dass du eine Psychose erlitten hast.

Zu deiner Frage: Gefühlsverflachung und depressive Grundstimmung sind sehr typische NW bei Neuroleptika. Lies mal ein wenig in den threads im NL Bereichhttp://adfd.org/austausch/viewforum.php?f=32, da beschreibt das so ziemlich jede/r.

Und ja, die Chancen sind sehr gut, dass es sich mit der Reduktion bzw. mit dem Absetzen wieder bessert.

Berichte von Betroffenen, die NL abgesetzt haben und denen es wieder gut geht, findest du hier: viewtopic.php?f=32&t=9603

In welchen Abständen hast du reduziert? IEs ist wichtig nicht zu schnell vorzugehen. Es wäre gut, wenn du deine Reduktionsschritte jetzt verkleinern würdest.
Hier unsere Infos viewtopic.php?f=32&t=12884 zum Einlesen.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Katja » Dienstag, 14.11.17, 17:51

Hallo Walter,

ich leide auch sehr unter Affektverflachung und Gefühlsarmut. Das Leben fühlt sich so sinnlos und leer an, wenn einem fast alles egal ist. Genauso schlimm ist es, dass ich fast keine Freude an Musik, Fernsehen, Lesen und anderen Hobbys empfinde, diese sogenannte Anhedonie.

Deswegen kann ich auch kaum jeden neuen Reduktionsschritt erwarten, in der Hoffnung, dass dann die Gefühle zurückkommen. Bestimmt meldet sich noch Arianrhod hier, ich meine, sie hat auch genau Quetiapin abgesetzt und dadurch Gefühle und Interessen wiederbekommen :)

Ich bin zufällig eben noch auf einen Artikel gestoßen, nach dem Folsäure (2mg/Tag) + Vitamin B12 (400 Mikrogramm/Tag) einigen bei Negativsymptomen geholfen hat - das werde ich auf jeden Fall ausprobieren, die Hoffnung stirbt zuletzt.
http://www.mind-and-brain-blog.de/1194/ ... ophrenien/
Dummerweise hab ich mir genau heute Blut abnehmen lassen ohne Folsäure zu bestimmen..

Viele Grüße
Katja

Nachtrag: Gegen meine Negativsymptome habe ich mir vor einem Jahr das Antidepressivum Sertralin verschreiben lassen, das hat aber gar nichts gebracht. Also komm besser nicht auch auf die Idee, noch mehr Psychopharmaka dagegen auszuprobieren.. Meine depressive Grundstimmung ist als Einziges etwas besser geworden - ich glaube, seitdem ich diesen Sommer Amisulprid angefangen habe zu reduzieren.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Dienstag, 14.11.17, 18:41

Danke für die Antworten.

@padma: ich habe ca. alle sechs Wochen um 25mg reduziert. Habe hier im Forum schon gesehen, dass viele empfehlen die mg-Schritte kleiner zu halten. Bisher bin ich jedoch davon ausgegangen weiter um jeweils 25mg zu reduzieren. Werde das mal mit meinem Psychiater besprechen.

Hatte auch schon darüber nachgedacht nach einem AD zu fragen - aber ich würde es gerne ohne versuchen, auch wenn es manchmal schwer aushaltbar ist.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von padma » Dienstag, 14.11.17, 18:55

hallo Walter, :)

ob dein Psychiater langsames Ausschleichen unterstützt ist fraglich. Viele Betroffene gehen auf eigene Faust langsam vor. Aber vielleicht ist dein Psychiater ja einsichtig.

Von einem AD würde ich dir auch abraten. Du würdest ja versuchen, die NW von einem Medikament mit einem anderen zu deckeln, das ebenfalls Probleme machen kann und abhängig macht.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Mittwoch, 15.11.17, 8:24

Danke Padma. Werde mal mit meinem Psychiater sprechen.

Ich habe noch nicht so richtig verstanden, welche Reduktionsschritte hier von Betroffenen empfohlen werden, und wie ich diese kleineren mg Schritte umsetzen kann - da es die Tabletten soweit ich weiß nur in 25mg Stärke gibt.

Ich leide nun schon über 10 Monaten an den Negativsymptomen und habe Sorge, dass es gar nicht mit den Medikamenten zusammen hängt sondern Teil der Erkrankung ist, und man dagegen nichts machen kann.

Es ist sehr frustrierend.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 15.11.17, 8:56

Hallo Walter,

vielleicht magst Du Mal bei Arian reinlesen, sie hat Quetiapin angesetzt:

viewtopic.php?t=10634

Zu den Dosisschritten: Seroquel gibt es retardiert und unretardiert. Falls Du derzeit retardiertes Seroquel (Seroquel prolong) nimmst, könntest Du überlegen, auf das unretardiertes umzusteigen. Die unretardierten Tabletten kann man in Wasser auflösen und dann mit einer Spritze entsprechend dosieren
viewtopic.php?f=16&t=10923

Viele Grüße Gwen
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 15.11.17, 13:29

Hallo Walter,
Ich habe noch nicht so richtig verstanden, welche Reduktionsschritte hier von Betroffenen empfohlen werden, und wie ich diese kleineren mg Schritte umsetzen kann - da es die Tabletten soweit ich weiß nur in 25mg Stärke gibt.
ein verspätetes willkommen von mir im Forum :).

Die Absetzempfehlung ist 10% weniger alle 4-6 Wochen.
Das ist risikominmierendes Ausschleichen.
Bei 75mg sind das 7,5mg weniger, also eine Dosisherabsetzung auf ca. 68mg. Und das dann 4-6 Wochen halten.

Da retardierte Präparate nicht "bearbeitet" werden dürfen, müsstest du auf unretardiert umstellen oder teilumstellen; die dürfen dann nämlich "bearbeitet" werden.
Man könnte es zB so machen: 50 mg retardiert (2 mal 25mg) nehmen und die restlichen knapp 18mg mit unreatrdiertem Quetiapin ergänzen, zB durch Auflösen oder Zusammenbröseln auf der Feinwaage.

Ich möchte es dir sehr ans Herz legen, ab jetzt nur noch behutsam auszuschleichen, auch wenn eine unangenehme Negativsymptomatik überwiegt.
Patienten mit Psychose in der Vorgeschichte sind bei zu schnellem Absetzen besonders gefährdet "rückfällig" zu werden bzw. eine Absetzpsychose oder Supersensitivitätspsychose zu entwickeln!
Sich langsam zu entwöhnen ist wie eine kleine Gesundheits-Versicherung.
Klar, wir können nichts versprechen, aber kleine Schritte sind unserer Erfahrung nach wirklich am sichersten.

Grüße
Jamie
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Mittwoch, 15.11.17, 13:41

Danke für die Antworten und Infos.
Ich nehme nicht retardiertes Seroquel.
Ich halte diese Negativsymptomatik nur noch schwer aus. Warum dauert das nur so lange bis sich eine Besserung zeigt?
Zum weiteren Medikamente Reduzieren:
Werde mal mit meinem Psychiater sprechen und wenn er es anders vorschlägt trotzdem mal überlegen, ob ich die Reduktion so wie hier vorgeschlagen durchführe.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Freitag, 17.11.17, 18:40

Liebe Lesende, liebes Forum,
Ich habe immer noch sehr viele Fragen: ich habe in einigen Beiträgen gelesen, dass Seroquel auch zum Teil antidepressiv wirkt. Wäre es daher auch denkbar, dass ich deshalb das Gefühl habe stärker unter der Negativsymptomatik zu leiden seitdem ich Seroquel reduziere.
Sollte ich mit einer Reduktion eher abwarten bis sich die depressive Grundstimmung bessert? Andererseits habe ich Sorge, dass das zulange dauert und ich es nicht mehr aushalte - gerne vorher schon einen Reduktionsschritt wagen möchte um zu sehen ob sich zumindest an den Gefühlen/der Intensität etwas ändert?

Ich überlege ob ich von 75mg direkt auf 50mg gehen könnte - und ab dann kleinere Schritte so wie hier empfohlen.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Jamie » Freitag, 17.11.17, 18:49

Hallo Walter, :)

Quetiapin kann u.U. antidepressiv wirken und genauso gut kann es überhaupt erst Depressionen auslösen oder auch vorhandene verstärken. :o
Alles möglich!

Eine Negativsymptomatik kann mit der Grunderkrankung zu tun haben, kann aber auch durch Medikamente wie Seroquel verstärkt werden, weil diese quasi auch genau dieselben Nebenwirkungen (wie eine Negativsymptomatik) haben.

Es ist daher nicht nur für dich als Betroffener verwirrend, sondern auch für uns Beratende ist das nicht völlig klar und auch vermutlich nicht bis ins Detail aufschlüsselbar.

Der einzige Weg herauszufinden, ob man eher seinen Schaff mit seiner Grunderkrankung hat oder mit Nebenwirkungen zu tun hat, ist das Reduzieren.
Wenn beim Reduzieren Symptome besser werden, dann leidest du definitiv unter Nebenwirkungen!

Dennoch sollte das Ausschleichen langsam geschehen,
a) um das Risiko einer Absetzpsychose zu minimieren
und b) um das ZNS nicht so zu überreizen, dass man ggf. positive Veränderungen gar nicht wahrnehmen kann, weil man gleich so viel abgesetzt hast, dass das ZNS nur noch am Aufstöhnen ist.

Grüße
Jamie
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Montag, 20.11.17, 11:41

Danke für die Antwort.

Ich habe mit meinem Psychiater nun vereinbart, dass ich jeden Tag abwechselnd 75mg und 50mg nehme - also insgesamt an drei Tagen die Woche 50mg und an vier Tagen 75mg, sodass sich darüber die Dosis reduziert.
Von einem AD hat er abgeraten.
Ich hoffe wirklich sehr auf eine Verbesserung der Gesamtgrundstimmung. Verliere langsam die Geduld diese Negativsymptomatik weiter auszuhalten.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Katja » Montag, 20.11.17, 12:00

Hallo Walter,

von solchen abwechselnden Dosierungen wird hier abgeraten, weil diese das ZNS zusätzlich stressen.
Besser ist es durch Auflösen im Wasser oder Mithilfe von einer Feinwaage 5-10% deiner 75mg Tablette abzumessen und die restlichen 90-95% einzunehmen.

Leider bleibt uns nichts als geduldig sein und hoffen, dass diese Negativsymptomatik mit der Reduzierung weg geht. :( Gut, dass dein Arzt von einem AD abgeraten hast, weil es nichts bringt außer mehr potenzielle Nebenwirkungen... Was hat er denn noch zur Negativsymptomatik gesagt?

Viele Grüße
Katja
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Montag, 20.11.17, 12:09

Danke für die Antwort.
Ich werde es trotzdem jetzt mal so mit der abwechselnden Dosis ausprobieren und falls ich merke dass das nicht gut klappt eine Feinwaage anschaffen.
Er sagte, dass es sehr gut sein kann, dass die Negativsymptome Teil der Grunderkrankung sind und nichts mit den Medikamenten zu tun haben - Und dass es vermutlich irgendwann weg geht, nur dass er auch nicht sagen kann wann.

Es ist sehr frustrierend.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Clarissa » Montag, 20.11.17, 12:38

Hallo Walter,

ich habe Seroquääääl u.a. NL sozusagen off topic im Zolpidem-Entzug bekommen, ich war nie psychotisch. Und mit den NL kamen die Negativsymptome einer Psychose. Hammer. Es hat gedauert, bis ich das rausgekriegt und abgesetzt habe. Die Ärzte haben es sowieso bestritten.

Ich habe mich bis heute, über drei Jahre, nicht komplett davon erholt und empfinde es immer noch als Körperverletzung.

Alles Gute für Dich!

VG von Clarissa.
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von carlotta » Montag, 20.11.17, 13:24

Hallo Walter,

ich kann Dir von abwechselnden Dosierungen nur DRINGEND abraten! Das ist der SCHLIMMSTE Fehler beim Reduzieren, den man machen kann, schlimmer als ein Kaltentzug! Das ZNS braucht stabile Dosierungen. Dein Arzt hat (wie so viele leider :frust: ) überhaupt keine Ahnung. Zumindest hat er Dir zu keinem weiteren PP geraten, immerhin.

Hast Du retardiertes oder unretardiertes Quetiapin? Wenn Du unretardiertes hast, kannst Du die Wasserlösemethode anwenden, wie Katja :) schon erklärt hat.

Wenn Du Deinem ZNS ordentlich Zunder geben willst, dann mach es so. Dann wundere Dich aber nicht, sollten sich Nebenwirkungen potenzieren. Man kann bei dieser Vorgehensweise wegen des enormen zusätzlichen Stresses fürs ZNS sowieso nicht unterscheiden, was oder ob etwas davon zu Deiner Grundproblematik zählt. Das könnte man u. U. ansatzweise, wenn das ZNS sich an eine stabile geringere Dosis längere Zeit gewöhnt hat. So provozierst Du geradezu Entzugssymptome.

Immer wieder haarsträubend, was Behandler so von sich geben (die übrigens in ihrer Ausbildung nichts übers Absetzen lernen). :x

Liebe Grüße :group:
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Jamie » Montag, 20.11.17, 14:03

Hallo Walter,

wir warnen hier einmal, vielleicht auch zwei Mal, und was du dann machst, ist dein Ding.
Diese wechselnden Dosierungen sind absolutes Gift für dein ZNS, wie bereits von Katja :) und carlotta :) angedeutet.
Es tut mir leid, dass dein Arzt sowas vorschlägt, aber das ist wirklich kein guter Vorschlag.
Tausende Erfahrungsberichte irren da nicht.

Man sollte sowas nur machen, wenn man sich etwas mit Biophysiologie auskennt und weiß, was auf einen zukommen kann.

Schwankende Dosierungen geben dem Gehirn Signale seine Rezeptoren rauf - bzw. runterzufahren.
Was glaubst du, ist da oben in deinem Oberstübchen los, wenn es montags 75mg kriegt, dienstags 50mg und mittwochs wieder 75mg?
Ich versuche das mal sehr vereinfacht darzustellen.
Dienstags denkt es sich, ach ich muss meine Rezeptoren rauffahren, damit mehr andocken kann, ich hab ja nur noch 50mg zur Verfügung und mittwochs registriert dein Hirn ein Überangebot (25mg mehr als dienstags) und denkt sich "Hä? Wieso ist jetzt so viel davon da? Dann muss ich meine Rezeptoren ja wieder runterregulieren".

Da das alles auch nicht in Echtzeit innerhalb weniger Minuten in deinem Organismus passiert, sondern ganze Kaskaden angeschmissen werden, passieren all diese Prozesse nachgeordnet und zeitverzögert, sodass irgendwann nur noch Chaos herrscht, weil sich in dieser Zeit schon gefühlte x-mal die Dosis veränderte.

In Wahrheit ist das Ganze noch viel komplexer und extrem diffizil, teilweise vermutlich noch nicht einmal annähernd entschlüsselt, gerade was Psychopharmaka betrifft.

Auch ist der Wechsel auf 75mg - 50mg gleich ein viel zu großer Abdosierschritt.
Aber du musst selbst wissen, was du tust.

Grüße
Jamie

hier noch Infos zu upregulation / downregulation: https://en.wikipedia.org/wiki/Downregul ... regulation
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Arianrhod » Montag, 20.11.17, 15:06

Hallo Walter,

die anderen haben dir schon so viel geschrieben - und NEIN, dein Psychiater hatte mit dem abwechselnd geben keine gute Idee. Ich vermute, dass er denkt, 75 bzw. 50 mg sind sooo kleine Dosierungen, da kann man ungestraft damit herumspielen, leider stimmt das nicht. Das System deines Gehirns mit den Neurotransmittern ist ein hochspezialisiertes, äußerst sensibles System. Du nimmst ja auch keinen Hammer zur Hand, wenn dein PC abstürzt....
also: Alles was hier gesagt wird, ist korrekt.
Ich verstehe, dass es schwierig ist, einem Psychiater zu widersprechen. Ärzte können sehr heftig reagieren, wenn sie meinen, man kritisiert ihre Kompetenz. Daher würde ich auch zu einer Notlüge greifen. Sag ihm, der Wechsel mit den 75 mg und 50 mg macht dich sehr müde - ob es keinen anderen Weg gibt, oder so etwas ähnliches. Du musst nicht auf Konfrontation gehen, wenn du nicht möchtest.

Gwen hat meinen Absetzbericht schon verlinkt - danke hierfür - drücke dir nun die Daumen.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von Walter » Montag, 20.11.17, 15:20

Danke für Eure Antworten und die Warnung, die mich nun verunsichert hat - nachdenklich gemacht hat. Aber es leuchtet mir ein, dass es für das ZNS stressig sein könnte.
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November/Dezember 2017: 65mg Quetiapin

carlotta
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Re: Fragen zu Seroquel/Quetiapin - Gefühle - Negativsymptomatik

Beitrag von carlotta » Montag, 20.11.17, 16:35

Hallo Arian,
Arianrhod hat geschrieben:Das System deines Gehirns mit den Neurotransmittern ist ein hochspezialisiertes, äußerst sensibles System. Du nimmst ja auch keinen Hammer zur Hand, wenn dein PC abstürzt....
Was für ein Super-Vergleich, total treffend! :D Danke für dieses Bild. 8-)


Hallo Walter,

ist Dein Präparat unretardiert? Davon hängt ab, ob man zerteilen/auflösen darf (gilt für die Wasserlösemethode UND die Feinwaage).

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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WalterArianrhod
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

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