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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
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willgesundwerden
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Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von willgesundwerden » Dienstag, 19.12.17, 9:25

Hallo alle zusammen,
(habe mich gerade registriert)

ich möchte die Neuroleptika die ich zurzeit nehme langsam ausschleichen.
Ich möchte das mit meinem Nervenarzt zusammen machen, aber möchte
hier trotzdem eine Zweitmeinung einholen.

Ich nehme momentan 100mg Xeplion(Depotspritze) und 20mg Zyprexa(Olanzapin) am Abend.

Welches von beiden Medikamenten soll ich zuerst ausschleichen?

Vielen Dank schon im Voraus :)
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 19.12.17, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Wirkstoffnamen ergänzt

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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von padma » Dienstag, 19.12.17, 10:21

hallo Willgesundwerden, :)

willkommen im ADFD.

Du nimmst ja nicht gerade wenig, da tust du deiner Gesundheit einen grossen Gefallen, wenn du die beiden Medikamente ausschleichst.

Wir bräuchten noch mehr Infos:
Warum nimmst du die NL?
Wie lange jeweils?
Leidest du unter NW?
Macht dir eines der beiden besondere Probleme?

Bitte erstelle dafür gleich eine Signatur ucp.php?i=ucp_profile&mode=signature

Ärzte reduzieren zumeist viel zu schnell, was das Risiko von Absetzsymptomen und Entzugspsychosen erhöht.
Lies dich bitte schon mal hier ein viewtopic.php?f=32&t=12884

liebe Grüsse,
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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von willgesundwerden » Dienstag, 19.12.17, 11:14

Ich war 2011 das erste mal in der Psychiatrie.
Seitdem war ich noch fünf mal in der Psychatrie.

Bei mir wurde eine paranoide Schizophrenie festgestellt.

Ich weiß nicht mehr welche Medikamente und wie viel ich von dene genommen habe.
Es ist schon lange her und Arztberichte habe ich auch nicht.
Ich kann nur sagen, dass ich seit Januar 2017 Xeplion,Zyprexa und Haldol bekommen habe.
(Ich war von Januar 2017 bis Mai 2017 das letzte mal im Krankenhaus).
Nur nebenbei, ich habe unter Haldol auch zu Hause, wo ich mich sicher fühle Stimmen gehört.
Dann habe ich Haldol selbständig abgesetzt und die Stimmen haben aufgehört.
Seitdem her höre ich keine Stimmen.

Ich leide unter Libidoverlust(Nebenwirkung von Zyprexa, denke ich).

Ich möchte früher oder später beide Medikamente ausschleichen.
Wann das genau sein wird weiß ich noch nicht.

Deswegen meine Frage, welche von beiden Medikamenten soll ich zuerst ausschleichen?

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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 19.12.17, 11:46

Hallo!

Kannst Du Dich mit der Diagnose paranoide Schizophrenie identifizieren? Bei solchen Wahrnehmungszuständen ist es definitiv wichtig, langsam auszuschleichen. Bitte lies auch diese sehr empfehlenswerte Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie zum Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika mit vielen hilfreichen Infos.

Bitte leg noch eine Signatur an, hier kannst Du direkt alle wichtigen Infos eintragen, soweit Du Dich eben erinnerst: ucp.php?i=ucp_profile&mode=signature

Würde Dich Dein Arzt denn unterstützen beim ausschleichen? Bei Depotspritzen müsste der Arzt z.B. die Dosis verringern bzw. auf eine orale Einnahme umstellen und die Tabletten dann Schritt für Schritt reduzieren.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von willgesundwerden » Dienstag, 19.12.17, 12:29

Ich habe schonmal diese Broschüre durchgelesen.
Danke trotzdem.

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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von willgesundwerden » Dienstag, 19.12.17, 12:33

Ich habe meinen Arzt mal daraufhin angesprochen, dass ich die Medikamente ausschleichen will. Er hat aber nichts davon gehalten.
Ich hingegen glaube, dass ich auch ohne Medikamente leben könnte.

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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von Gwen » Dienstag, 19.12.17, 12:43

Hallo,
Du brauchst auf jeden Fall eine Arzt, der das Absetzen unterstützt. Da Du eine Depotspritze bekommst, hast Du wie Murmeline auch schon schrieb ja selbst sonst keinen Einfluss auf die Dosierungen.

Ich möchte Dich noch auf die Nettiquette hier im Forum hinweisen. Bitte beginne Deine Beiträge mit einem Hallo und ende mit einem Gruß. So liest es sich gleich viel netter! Danke

Viele Grüße Gwen
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Re: Xeplion und Zyprexa

Beitrag von padma » Dienstag, 19.12.17, 13:51

hallo Willgesundwerden, :)

NL sind in der Langzeitanwendung sehr problematisch, daher wäre es sicher gut, wenn du sie zumindest reduzieren könntest.
Vielleicht hast du mehr Erfolg bei deinem Arzt, wenn du sagst, du möchtest versuchen, die Dosis vorsichtig nach unten anzupassen.

Waren Psychosen der Grund für die Klinikaufenthalte? Dann solltest du wirklich sehr, sehr langsam reduzieren.

Bei den Xeplion Depotspritzen ist das Problem, dass damit Xeplion sehr lange im Körper verbleibt, es kann mehrere Monate dauern, bis ein Depot abgebaut ist. Wenn Nebenwirkungen auftreten, hat man ein grosses Problem.
Unter Xeplion wird über extreme Gefühlsabstumpfung berichtet.

Die Tabletten mit Paliperidon heissen Invega.

Xeplion Depotspritzen gibt es in kleineren Dosierungen: 25 mg, 50 mg, 75 mg. Dein Arzt könnte , falls er einer Umstellung auf Tabletten nicht zustimmt, die Dosierungen in der Spritze reduzieren.

Zyprexa hat zumeist eine sehr starke Gewichtszunahme zur Folge, was zu weiteren Gesundheitsproblemen führen kann (metabolisches Syndrom).

Wenn du mit dem Reduzieren von Zyprexa beginnen möchtest, könntest du als ersten Schritt, 1 mg weniger nehmen, also 19 mg.

Mit welchem Medikament du beginnst ist letzlich egal. Wichtig ist, dass du wirklich sehr langsam ausschleichst und dich gut beobachtest.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 19.12.17, 16:07

Hallo willgesundwrden,
Murmeline hat geschrieben:Kannst Du Dich mit der Diagnose paranoide Schizophrenie identifizieren?
diese Frage ist sehr wichtig. Was genau ist passiert, weshlb man gemeint hat, deine Hirnfunktionen mit Neuroleptika runterfahren zu müssen?
Du berichtest über Stimmen.
Gab es noch mehr : Wahnvorstellungen?
Hast du Drogenerfahrung in der Vergangenheit?
willgesundwerden hat geschrieben:Ich leide unter Libidoverlust(Nebenwirkung von Zyprexa, denke ich).

Ich möchte früher oder später beide Medikamente ausschleichen.
Wann das genau sein wird weiß ich noch nicht.

Deswegen meine Frage, welche von beiden Medikamenten soll ich zuerst ausschleichen?
willgesundwerden hat geschrieben:Ich habe meinen Arzt mal daraufhin angesprochen, dass ich die Medikamente ausschleichen will. Er hat aber nichts davon gehalten.
Ich hingegen glaube, dass ich auch ohne Medikamente leben könnte.
Das kannst du bestimmt. Es ist allerdings mit Arbeit verbunden. Zuerst könntest du hinsehen, welche Situationen und Anlässe psychotsche Symptome triggern.
padma hat geschrieben:Die Tabletten mit Paliperidon heissen Invega.
Und Invega muss - auch wenn das nicht alle wissen - wieder von den KK bezahlt werden!
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... atten.html

ich selbst habe damals Invega nicht mehr bezahlt bekommen und musste auf Risperdal umgestellt werden, ich bekam so schlimme psychotische Symptome durch die Umstellung, dass ich wieder ins KH musste.
Lass dich nicht davon überzeugen, wenn man dir sagt,
Invega und Risperdal sind chemisch eh fast gleich,
wenn du Symptome bekommst, sagen sie dann gleich, dass ist ein Rückfall.... :frust:
padma hat geschrieben:Wenn du mit dem Reduzieren von Zyprexa beginnen möchtest, könntest du als ersten Schritt, 1 mg weniger nehmen, also 19 mg.

Mit welchem Medikament du beginnst ist letzlich egal. Wichtig ist, dass du wirklich sehr langsam ausschleichst und dich gut beobachtest.
Da du Depotspritze bekommst und darauf zunächst keinen Einfluss hast, würde ich selbst mit Olanzapin beginnen - so wie Padma sagt.
Du hättest immer noch die Rezeptorstellenblockierung vom Xeplion.
Es ist möglich, dass du daher keinen Unterschied merkst,
aber es ist u überlegen, ob du so kurz vor Weihnachten mit einer Reduzierung anfängst. Um diese Zeit sind kaum Ärzte da und die Notaufnahmen voll, falls es dir doch nicht gut geht.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von willgesundwerden » Dienstag, 19.12.17, 17:46

Hallo,

nein ich kann mich nicht mit der Diagnose paranoide Schizophrenie identifizieren. Denn wenn ich zurückblicke, dann weiß ich das ich jedesmal wieder psychotisch geworden bin, weil ich die Medikamente auf einmal abgesetzt habe.

Ja ich hatte Wahnvorstellungen.

Ich hatte das letzte Mal im Sommer 2011 Gras geraucht. Insgesamt waren es dreimal, das letzte Mal eben im Sommer 2011.

Danke Arianrhod für die Info über Invega.

Was ich noch sagen möchte ist, das ich teilweise nicht weiß wie ich mit dem Ausschleichen vorgehen soll.
Der Arzt und meine Mutter meinen, dass ich die Medikamente nehmen soll. Mein Vater macht mir Mut und sagt, dass ich auch ohne Medikamente klarkommen kann. Ich selber will die Medikamente ausschleichen bin mir aber noch nicht ganz sicher ob das richtig wäre. Na ja.

Danke euch für die Antworten

grüße
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Re: Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von Ululu 69 » Dienstag, 19.12.17, 18:03

Hallo Willgesundwerden, :)

du hast zwei Stunden lang die Möglichkeit, deine Nachricht über die Ändern Funktion zu korrigieren.
(Das Symbol mit dem Stift rechts oben in der Nachricht).

Diese Funktion soll nur für Korrekturen genutzt werden oder wenn du ein edit anfügen willst, oder so.

Dein Anliegen von eben hab ich jetzt schon erledigt.

LG Ute
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Re: Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von padma » Dienstag, 19.12.17, 18:33

hallo Willgesundwerden, :)
Ich hatte das letzte Mal im Sommer 2011 Gras geraucht. Insgesamt waren es dreimal, das letzte Mal eben im Sommer 2011.
Und daraufhin hattest du zum ersten Mal Wahnvorstellungen?
Dann finde ich die Diagnose paranoide Schizophrenie auch nicht angemessen. Du hattest Cannabis induzierte Wahnvorstellungen, das ist nicht so selten.
Wenn du nun ein absolut drogenfreies Leben führst, sind deine Chancen sehr gut, dauerhaft von den Medikamenten weg zu kommen.
Denn wenn ich zurückblicke, dann weiß ich das ich jedesmal wieder psychotisch geworden bin, weil ich die Medikamente auf einmal abgesetzt habe.
Das waren dann Entzugspsychosen. Wenn du jeweils einen kalten Entzug gemacht hast, ist das auch nicht weiter erstaunlich.

Da durch all dies, dein ZNS nun sehr sensibilisiert ist, würde ich es zunächst mit sehr kleinen Reduktionsschriten versuchen und schauen, wie du darauf reagierst. Auch wenn du in der Dosis noch sehr hoch bist, würde ich es zunächst mit nur 5 % weniger versuchen. Wenn das gut klappt, kannst du dann zu
10 % Schritten wechseln.
Ich selber will die Medikamente ausschleichen bin mir aber noch nicht ganz sicher ob das richtig wäre.
Du musst keine endgültige Entscheidung treffen. Du kannst es ganz vorsichtig mit kleinen Reduktionen austesten und dann immer wieder neu entscheiden, ob du weiter reduzieren möchtest.

Ich denke, dass deine Mutter sich einfach Sorgen macht und daher auf den Arzt hört. Ärzte wissen sehr wenig über das Reduzieren/Ausschleichen von Psychopharmaka. Sie lernen nur, wie man welche ansetzt und sind dann zufrieden, wenn die "psychotischen" Symptome weg sind. Wieviel Lebensqualität der Patient unter den Medikamenten hat und was für Spätfolgen er bekommt, ist für sie weniger relevant.

Dass dein Vater dein Wunsch versteht und dir es auch zutraut, ist viel wert.

Jetzt, wo ich etwas mehr über deine Geschichte weiss, möchte ich dich ermutigen, es mit vorsichtigem Reduzieren zu versuchen.

Aber ganz wichtig: Es ist alleine deine Entscheidung, nicht die deines Arztes oder deiner Mutter oder von sonst jemandem!

liebe Grüsse,
padma
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27.12.2017: 0,425 mg es wird weiter ge :schnecke: t


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Re: Xeplion (Paliperidon) und Zyprexa (Olanzapin)

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 19.12.17, 20:37

Hallo Willgesundwerden,

schließe mich in allem Padma an, sehe es ganz genauso.

liebe Grüße Arian
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