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Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

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robotnik
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Samstag, 13.01.18, 17:51

Hallo Katja, schön zu hören dass du dich normaler fühlst mit dem Reduzieren der Medikation!

Ja, die Depression war mit Abstand die schlimmste Zeit, viel schlimmer als die psychotische.

Danke für den Link. Merkst du auch eine Besserung in Antrieb und Interesse?

schöne grüße
robotnik
März 2017 erste Psychose mit Wahn und starker Ich-Bezogenheit- ca. 2 Wochen stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie
April 2017 Tagesklinik
Mai 2017 zweiter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie: schwere postpsychotische Depression
Juni-Sept 2017 teilstationärer Aufenthalt Psychiatrie

Medikation:
März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
September 2017: Absetzen Akineton
Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

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Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Samstag, 13.01.18, 18:33

Hallo Robotnik,

das ist schwer zu beantworten: Im Moment (das heißt allerdings schon seit Monaten) lerne ich halt hauptsächlich für eine wichtige Prüfung und das macht mir gar keinen Spaß. Dementsprechend habe ich da auch kaum Motivation/Antrieb und ich quäle mich so durch die Tage. Meine Psychologin sagt deswegen immer, dass sie glaubt, dass meine Minussymptome an der ungünstigen Situation liegen. Also weil ich nur lerne und sonst nichts erlebe, habe ich laut ihr auch die Spracharmut - weil es einfach nichts Neues zu erzählen gibt.
Bzgl. Interessen habe ich ja wenigstens wieder angefangen eine Sprache mit der Duolingo App zu erlernen. Aber wenn ich das damit vergleiche, wie vielseitig interessiert (und motiviert) ich vor der Psychose war, ist da zwar eine kleine Besserung zu bemerken seit Absetzen der Medikamente, aber immer noch ein Riesenunterschied zu vorher. Sport interessiert mich auch gar nicht.

Bei mir schwebt da immer eine kleine Angst mit: Dass ich eh wieder eine Psychose bekomme und dann eh wieder bei 0 anfangen muss. Oder gar für immer geisteskrank werde und mein Leben lang in die Psychiatrie/eine soziale Einrichtung muss - dass Sprachen lernen also keinen Sinn ergibt.

Liebe Grüße
Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Samstag, 13.01.18, 19:07

Danke für deine Antwort Katja,


da hab ich ein schönes lied für dich, vielleicht gefällts: https://www.youtube.com/watch?v=lYBUnj7bLRM

Es ist echt schwierig in dieser Situation, nicht zu wissen ob es wieder passiert mit der Psychose...doch denke ich dass es der beste Weg ist, langsam die Medikation zu reduzieren und parallel bei der Psychotherapie an Stabilität zu gewinnen.

Was glaubst du welche Faktoren bei dir eine Rolle gespielt haben, um diese Psychose auszulösen. Deine Ärzte meinen ja das es wegen der MS ist. Du hast auch von schlaflosen Nächten berichtet...

lg
Robotnik
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Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Samstag, 13.01.18, 23:28

Hallo Robotnik,
robotnik hat geschrieben:
Samstag, 13.01.18, 19:07
da hab ich ein schönes lied für dich, vielleicht gefällts: https://www.youtube.com/watch?v=lYBUnj7bLRM
sehr nett, so alte Musik :) Optimismus ist mir seit der Psychose echt viel zu fremd geworden, ich hoffe echt, das kommt zurück. Glaube auch, dass das die beste Medizin ist!
robotnik hat geschrieben:
Samstag, 13.01.18, 19:07
Was glaubst du welche Faktoren bei dir eine Rolle gespielt haben, um diese Psychose auszulösen. Deine Ärzte meinen ja das es wegen der MS ist. Du hast auch von schlaflosen Nächten berichtet...
Ja, zwei schlaflose Nächte hatte ich schon 2015 vor lauter Sorgen um die MS-Diagnose. Dann hat die MS durch einschlafende Hände Schlafstörungen verursacht und dann kam noch Grübeln über meine Kindheit hinzu. In der Psychiatrie meinte ein anderer Mitpatient mal, dass er sich kurz vor seiner Psychose zu sehr in eine Selbstanalyse abgetaucht war. War das bei dir vielleicht auch so? Jedenfalls kamen zu den Schlafstörungen noch Arbeitslosigkeit und familiäre Probleme - vielleicht war das alles zusammen einfach zu viel.. Jedenfalls hatte ich mich 2016 schon um einen Termin bei einer Psychotherapeutin gekümmert, aber dann kam da der Psychatrieaufenthalt dazwischen.

Liebe Grüße
Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Jofab » Sonntag, 14.01.18, 10:01

Hallo robotnik,

ich habe eben bei dir reingelesen und bin so froh, einen Beitrag gefunden zu haben !
Auch, was Katja beschreibt, sind genau meine Erfahrungen. Diese totale Leere im Kopf bei einem Gespräch, überhaupt ein Thema zu finden. Das macht sich auch beim Schreiben hier im Forum extrem bemerkbar.
Das war vor Wochen noch anders.
Am allerschlimmsten aber finde ich die absolute Interessenlosigkeit, die du auch beschreibst. Ich sterbe vor Langeweile,
weil ich mich durch nichts ablenken kann. Der Tag ist endlos. Mich interessieren keine Bücher, keine Filme - gar nichts !
Ich konnte das bisher gar nicht deuten.
Wenn ich mich vor den Fernseher setze, mus ich nach kurzer Zeit wieder damit aufhören, weil es mich nervt.
Beim Telefonieren ist es auch ganz schlimm. Ich kann gar nicht abwarten, das Gespräch zu beenden.
Das geht bis hin zu suizidalen Gedanken, weil der Tag so endlos ist und meine Gedanken immer nur um diesen Zustand kreisen.

Ich habe Fluoxetin (ein SSRI) leider im Mai kalt abgesetzt und versucht, mich nach 3 Monaten wieder einzuschleichen.
Scheint nicht funktioniert zu haben. Konnte mich nicht stabilisieren. Bin nur bei 0,9 mg.
Jetzt habe ich mich entschieden, langsam abzudosieren.

Und kann nur inständig beten, dass es sich mit dem Reduzieren bessert.

Liebe Grüsse
Ilse
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rosi71
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von rosi71 » Sonntag, 04.02.18, 14:47

Bei mir sind es nun schon 14einhalb Monate her, seit ich als gesunde, stillende Mutter die 2 hohen Starter-dosen von Xeplion bekommen habe. Mein Kind wurde mir dann weggenommen, als es mir schlecht ging. Es ist kein bisschen besser geworden. Ich habe keinen Antrieb mehr und keine tiefen Gefühle. Keine Minute. Was soll ich bloß tun, ich liebe mein Kind so sehr?!
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Neurokognition und Neuroleptika(Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Mittwoch, 30.05.18, 16:39

Hallo werte Leute,

nehme seit April 2017 das Präparat Invega(Paliperidon), anfangs die höchste Dosis(12 mg), nun bin ich seit ca. 2 Monaten auf der niedrigsten(3 mg).
Wie bereits im Forum beschrieben, litt ich unter Interessenlosigkeit. Diese ist mit Reduktion langsam weniger geworden.

Zur Fragestellung wäre es noch wichtig zu erwähnen, dass ich zwei zusätzliche Präparate einnehme, welche ich gerade auszuschleichen versuche: Die jetzige Dosis lautet so:

Invega (3mg)
Sertralin (100mg)
Mirtazapin (15 mg)


Ich bemerke das mein Denken stark eingeschränkt ist. Zusammenhängendes/komplexes Denken ist so gut wie unmöglich.
Früher habe ich mich stark für Philosophie, Mathematik, Politik und anderes interessiert. Habe grundsätzlich sehr viel gedacht.

Hat hier jemand auch des Gefühl eingeschränkt im Denken zu sein?
Habe versucht über das Thema Neurokognition und Neuroleptika zu recherchieren, doch fällt es schwer Evidenz zu finden, dass Neuroleptika das Denken negativ beeinflussen bzw. unterdrücken. Macht Sinn, dass "pharmaindustriefinanzierte" Studien wenig über diesen Effekt publizieren möchten.
Kann es sein, dass Mirtazapin sich auch negativ auf das Denkvermögen auswirkt?

Nun bin ich soweit mein Masterstudium abzubrechen, und in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Doch war es mein Ziel eines Tages eine interessante und "komplexe" Tätigkeit auszuüben. Doch derzeit sieht es danach aus, dass ich nur in der Lage bin, "einfache" Aufgaben zu erledigen.

Des weiteren würde mich interessieren, wielange ihr Neuroleptika zur Rezidivprophylaxe einnimmt? Die Fachliteratur ist ja unterschiedlicher Meinung: Viele sagen mind 1. Jahr bei erster Pschose, andere sagen mind. 1-2 Jahre Einnahmedauer.


(Kleine Anmerkung: hatte bisher nur eine Psychose, darauf folgte eine kurze aber sehr intensive postpsychotische Depression)

Würde mich über jeden Beitrag sehr freuen

Beste Grüße
robotnik
Zuletzt geändert von robotnik am Mittwoch, 30.05.18, 18:25, insgesamt 2-mal geändert.
März 2017 erste Psychose mit Wahn und starker Ich-Bezogenheit- ca. 2 Wochen stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie
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März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
September 2017: Absetzen Akineton
Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

Aktuelle Medikation: Paliperidon(3 mg)/Sertralin(50 mg)/Mirtazapin(15 mg)

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 30.05.18, 16:54

Bitte schrieb immer in deinem Beitrag weiter. Thread zusammengefügt.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von padma » Mittwoch, 30.05.18, 18:18

hallo Robotnick, :)

NL schränken das Denkvermögen ein, sie verlangsamen und dämpfen ja mentale und emotionale Vorgänge.
Auch AD können das Denkvermögen einschränken, bei NL ist diese NW jedoch besonders ausgeprägt.
Doch war es mein Ziel eines Tages eine interessante und "komplexe" Tätigkeit auszuüben. Doch derzeit sieht es danach aus, dass ich nur in der Lage bin, "einfache" Aufgaben zu erledigen.
Das ist eines der Probleme der NL, dass zumeist aufgrund der NW nur sehr einfache Tätigkeiten möglich sind.
Des weiteren würde mich interessieren, wielange ihr Neuroleptika zur Rezidivprophylaxe einnimmt? Die Fachliteratur ist ja unterschiedlicher Meinung: Viele sagen mind 1. Jahr bei erster Pschose, andere sagen mind. 1-2 Jahre Einnahmedauer.
Diese Empfehlungen werden durch neuere Studien immer mehr in Frage gestellt. Nach der Akutbehandlung und dem Abklingen der Symptome kann man über eine Ausschleichen nachdenken.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Neurokognition und Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Donnerstag, 31.05.18, 16:20

Hallo Padma,

Vielen Dank für deine Antwort,
sind dir konkrete Studien dazu bekannt, die das untermaueren, dass die Rezidivprophylaxe durchaus kürzer als 1-2 Jahre sein kann, bzw. gar nicht nötig ist.

Wäre nett, diese zu sehen. Mein Facharzt meinte, ich sollte zumindest 2 Jahre, wenn nicht sogar 3 Jahre das Neuroleptikum nehmen.

Doch wie gesagt, fühle ich mich im Denken sehr stark eingeschränkt, was das Studium/Arbeit(die ich gerne ausüben würde) unmöglich macht.

Beste Grüße

robotnik
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Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 31.05.18, 22:04

Hallo Robotnik,
robotnik hat geschrieben:
Mittwoch, 30.05.18, 16:39
Habe versucht über das Thema Neurokognition und Neuroleptika zu recherchieren, doch fällt es schwer Evidenz zu finden, dass Neuroleptika das Denken negativ beeinflussen bzw. unterdrücken. Macht Sinn, dass "pharmaindustriefinanzierte" Studien wenig über diesen Effekt publizieren möchten.
robotnik hat geschrieben:
Donnerstag, 31.05.18, 16:20
sind dir konkrete Studien dazu bekannt, die das untermaueren, dass die Rezidivprophylaxe durchaus kürzer als 1-2 Jahre sein kann, bzw. gar nicht nötig ist.
Tatsächlich ist dieses Forum hier eine Fundgrube des Wissens - danke für deine Fragen, so kam ich auch mal dazu, ältere Sachen zu lesen, die ansonsten unter der Fülle der neuen Beiträge für mich untergegangen sind.
Hier nur für den Anfang:

viewtopic.php?f=6&t=14720
viewtopic.php?f=6&t=13055
viewtopic.php?f=6&t=12771
viewtopic.php?f=6&t=12760
viewtopic.php?f=6&t=9796

über die Suchfunktion findet sich bestimmt noch mehr,
liebe Grüße Arian
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Black » Sonntag, 03.06.18, 21:43

Mit der Negativsymptomatik durch Neuros kann ich auch ein Lied singen. Mir ging es mit weniger Solian deutlich besser bis die Absetzungserscheinungen kamen.

Weiß jemand zufällig ob man Prolaktin Hemmer/Senker nehmen kann ohne das die Wirkung vom Amisulprid beeinträchtigt wird?
Pyschose mit 18 Jahren
Abgesetzte Medikamente
Risperdal, Zyprexa, Zopiclon

Seit 2010 erfolgreich auf Amisulprid umgestellt
2015 Prolaktin Werte zu hoch, immernoch unbehandelt

Medikamenten-Plan:
Seit 2011 Amisulprid 2x 450 = 900 mg täglich
23 Mai 100 mg Amisulprid abgesetzt
3 Jahre Abilify 5 mg - Seit dem 23. Mai 2018 abgesetzt

Seit Juni zurück zur alten Dosis Amisulprid und Abilify
Pantoprazol 40 mg
Lorazepam 4 x 0,5
Seroquel 75 mg zum schlafen

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Jamie » Sonntag, 03.06.18, 22:04

Hallo Black :),

klassische Prolactinhemmer wie zB Bromocriptin können u.U. schwere psychiatrische Störungen auslösen.
Von Halluzinationen über Psychosen und Depressionen ist alles dabei
http://www.abz.de/index.php?eID=dumpFil ... 93da0355cd

Da ist absolute Vorsicht geboten, erst recht bei psychischen Vorerkrankungen.

Meines Wissens nach ist die Therapie der ersten Wahl bei zu hohem Prolaktinspiegel verursacht durch Psychopharmaka das Ausschleichen des Präparats, das diesen Anstieg verursacht.

Viele Grüße
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:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Sonntag, 03.06.18, 22:47

hallo black,

weis leider nicht viel darüber. Mir ist nur bekannt das erhöhte Prolaktinwerte zu Osteoporose führen kann.

Grüße
robotnik
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Re: Neurokognition und Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Montag, 04.06.18, 17:03

Hallo liebe Leute,

wielang nimmt ihr ca. Neuroleptika ein? Was sind die Empfehlungen von euren Fachärzten?

Würde mich stark interessieren, da ich überlege wegen der Nebenwirkungen(eingeschränktes Denkvermögen) abzusetzen.

schöne Grüße

robotnik
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Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

Aktuelle Medikation: Paliperidon(3 mg)/Sertralin(50 mg)/Mirtazapin(15 mg)

Arianrhod
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Re: Neurokognition und Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Arianrhod » Montag, 04.06.18, 17:55

robotnik hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 17:03
Hallo liebe Leute,

wielang nimmt ihr ca. Neuroleptika ein? Was sind die Empfehlungen von euren Fachärzten?

Würde mich stark interessieren, da ich überlege wegen der Nebenwirkungen(eingeschränktes Denkvermögen) abzusetzen.

schöne Grüße

robotnik
Hallo Robotnik,
mein Psychiater hatte da sein Schema: "Nach der ersten"Psychose" ein Jahr, nach der zweiten "Psychose" drei Jahre, nach der dritten "Psychose" lebenslänglich....."
Die Gänsefüßchen setze ich, weil imho keine unzutreffende Diagnose gestellt wurde. Und natürlich ist dieses Schema viel zu starr und zu stur, geht überhaupt nicht auf den Einzelfall ein.
Ich war schon bei "lebenslänglich", hätte ich auf menen damaligen Facharzt gehört, würde ich sie immer noch nehmen.
Der Konflikt um die Medikamenteneinnahme eskalierte dermaßen , dass mir nichts anderes übrig blieb, als den Psychiater zu wechseln. Da gibt es große Unterschiede. Mein neuer Psychiater war viel flexibler und einzelfallbezogener, und im Allgemeinen dosierte er die Medikamente wesentlich niedriger als sein Vorgänger. Da er guten Kontakt zu meiner Soziotherapeutin und Psychotherapeutin hielt ( mein voriger Psychiater hatte das als verlorene Zeit abgelehnt :vomit: ) unterstützte er mich letztendlich auch beim Absetzen.
Vor zweieinhalb Jahren bin ich umgezogen, und habe mir am neuen Wohnort keinen Facharzt mehr gesucht.

Wenn du absetzen möchtest, bekommst du hier alle Information, die du brauchen kannst....

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Neurokognition und Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Montag, 04.06.18, 18:33

Danke für deinen Beitrag Arianrhod,

schön dass du ohne Neuroleptikum auskommst. Hast du auch das Gefühl gehabt, eingeschränkt im Denken zu sein während der Einnahme des Antipsychotikums? Beziehungsweise allgemein kognitive Defizite gehabt?

Habe im Januar einen Job gehabt, diesen konnte ich leider nur 2 Tage ausüben, da meine Merkfähigkeit und Konzentration stark vermindert war. Damals war ich noch sehr hoch dosiert. Möglicherweise würde es nun besser laufen, bin gerade wieder am Job suchen. Doch traue ich mir sehr wenig zu zurzeit. Wie gesagt, das Denken ist so gut wie nicht vorhanden. Zusammenhängende oder komplexe Themen, damit kann ich gar nichts mehr anfangen. Was mir früher großen Spaß bereitet hat.

Deshalb möchte ich absetzen, um hoffentlich wieder frei denken zu können. Und vielleicht etwas mehr Antrieb und Motivation zu erlangen. Zwar betreibe ich Sport, mach was für die Uni, aber die Motivation von früher habe ich noch lange nicht: mein Ehrgeiz ist völlig verschwunden.

Was sagst du dazu, fühlst du dich ohne NL freier im Denken?

Beste Grüße
robotnik
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Juni-Sept 2017 teilstationärer Aufenthalt Psychiatrie

Medikation:
März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
September 2017: Absetzen Akineton
Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Arianrhod » Montag, 04.06.18, 20:00

Hallo Robotnik,
robotnik hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 18:33
schön dass du ohne Neuroleptikum auskommst. Hast du auch das Gefühl gehabt, eingeschränkt im Denken zu sein während der Einnahme des Antipsychotikums? Beziehungsweise allgemein kognitive Defizite gehabt?
ich hatte sozusagen das ganze Programm:
- ich konnte keine Texte nicht lesen, keine Bücher, nichts
- auch keine Filme sehen, habe alle Personen miteinander verwechselt und konnte der Handlung nicht folgen
- Kurzzeitgedächnis 0 ( Dinge, die ich früher gelernt hatte, konnte ich aber noch)
- eine Ergotherapeutin hat mich getestet - nach diesem Test war ich unterdurchschnittlich intelligent - ich meine, ich habe mein Studium mit einer 1,0 abgeschlossen, .... Ich war nur noch am Weinen nach diesem Ergebnis....
- ich hatte Angst, nicht mehr nach hause zu finden oder mit der EC- Karte zu bezahlen ( weil ich natürlich die Geheimzahl nicht behalten konnte),
das nennt sich Pseudodemenz....
robotnik hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 18:33
Was sagst du dazu, fühlst du dich ohne NL freier im Denken?
Das meiste ist nach wenigen Monaten bis ein Jahr zurückgekommen. Ich sage das meiste, denn ich bin auch 10 Jahre älter. Was immer noch mies ist, ist mein Zahlen- und Namengedächnis. Aber ich lese mittlerweile wieder ziemlich viel und habe PC- mäßig ein paar neue Sachen gelernt - also das hat sich gebessert.
robotnik hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 18:33
Deshalb möchte ich absetzen, um hoffentlich wieder frei denken zu können. Und vielleicht etwas mehr Antrieb und Motivation zu erlangen. Zwar betreibe ich Sport, mach was für die Uni, aber die Motivation von früher habe ich noch lange nicht: mein Ehrgeiz ist völlig verschwunden.
NL sind ja Dopaminantagonisten. Wenn du die Rolle von Dopamin in deinem ZNS kennst, weisst du eigentlich, was alles blockiert wird:
positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“)....
i m Vergleich zu Serotonin bewirkt Dopamin aber eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung...
..
https://www.netdoktor.de/medikamente/dopamin/

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Neurokognition und Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Donnerstag, 07.06.18, 14:44

Werte Forum-Mitglieder,

heute habe ich ein Vorstellungsgespräch, für eine Position im Rechnungswesen und Controlling. Eigentlich interessiert mich dieses Fach eher wenig. Da ich Volkswirtschaft studiere, kann ich mich eher für gesamtwirtschaftliche Prozesse begeistern. Die Kosten eines Unternehmens zu optimieren, darin sehe ich wenig Sinn. Weil jedoch das Masterstudium in VWL mir zurzeit sehr schwer fällt, vernetztes Denken unmöglich ist, habe ich vor in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Ich könnte mir vorstellen, dass ich in der Lage bin, Tätigkeiten im oben erwähnten Feld erledigen zu können. Da ich auch bereits Berufserfahrung im Rechnungswesen habe. Doch kann es auch problematisch werden: Im Januar habe ich nur 2 Tage im Rechnungswesen gearbeitet, da ich mir nichts merken konnte und eine schlechte Konzentration hatte.

Ich bin sehr unentschlossen: Auf der einen Seite würde ich gerne in der VWL bleiben, zumindest den Master abschließen, doch auf der anderen fehlt mir einfach das Interesse und die nötige kognitive Fähigkeit, dies zu schaffen.

Seit Dezember 2017 bin ich am Reduzieren der Medikation: Wie im Forum weit verbreitet, konnte ich mich an die 10 Prozent-Regel nicht halten, da das Präparat, welches ich einnehme, nur in 3, 6, und 9 mg am Markt ist. Hatte gar keine Probleme mit dem Absetzen. Zuerst von 12 auf 9, dann auf 6 und nun auf der niedrigsten Dosis, nämlich 3 mg. Mit der Zeit wurde die Konzentration besser, auch das Interesse an gewissen Themen hat sich erhöht. Die Emotionslosigkeit hat sich auch gebessert. Mit jedem Reduktionsschritt habe ich eine Verbesserung erkennen können. Auch benötige ich "nur" mehr 10 h Schlaf, wo ich mit 12/9/6 mg mind. 14 Stunden täglich schlief.

Nun stehe ich vor einer wichtigen Entscheidung: Wie soll ich absetzen? und Wann?Viellecht zuerst jeden 2. Tag die 3 mg einnehmen und nach einer stabilen Periode auf jeden 3. Tag wechseln? Die Tabletten sind nicht teilbar, und haben die "wunderbare" OROS-Technologie. Wie bereits im Forum erwähnt, meinte mein Facharzt, ich solle zumindest 2 Jahre wenn nicht sogar 3 Jahre das Neuroleptikum einnehmen.
Mein Punkt ist folgender: Ich fühle mich nicht leistungsfähig, kann das Studium nicht fortsetzen und Probleme im Job werde ich möglicherweise auch haben.

Hat jemand hier Erfahrung mit dem Einnehmen jeden 2./3. Tag? Ist das nicht anstrengend für das zentrale Nervensystem? Doch sehe ich keine Alternative dazu. Ich könnte direkt von 3 auf 0 gehen, doch möchte ich keine Absetzpsychose auslösen.

Grüße
robotnik
März 2017 erste Psychose mit Wahn und starker Ich-Bezogenheit- ca. 2 Wochen stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie
April 2017 Tagesklinik
Mai 2017 zweiter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie: schwere postpsychotische Depression
Juni-Sept 2017 teilstationärer Aufenthalt Psychiatrie

Medikation:
März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
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Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

Aktuelle Medikation: Paliperidon(3 mg)/Sertralin(50 mg)/Mirtazapin(15 mg)

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 07.06.18, 17:10

Hallo Robotnik,
robotnik hat geschrieben:
Donnerstag, 07.06.18, 14:44
Nun stehe ich vor einer wichtigen Entscheidung: Wie soll ich absetzen? und Wann?Viellecht zuerst jeden 2. Tag die 3 mg einnehmen und nach einer stabilen Periode auf jeden 3. Tag wechseln? Die Tabletten sind nicht teilbar, und haben die "wunderbare" OROS-Technologie. Wie bereits im Forum erwähnt, meinte mein Facharzt, ich solle zumindest 2 Jahre wenn nicht sogar 3 Jahre das Neuroleptikum einnehmen.
Du mimmst Paliperidon , oder ? Hier wird das alternatierende Einnehmen nicht empfohlen, weil dass das ZNS noch mehr irritiert wird - einen Tag Dröhnung, einen Tag nichts etc.....
Manchmal wird der Wechsel auf Risperidon empfohlen, weil das chemisch sehr ähnlich ist https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Paliperidon.html und Risperidon liegt als Lösung vor https://www.apotheken-umschau.de/Medika ... 31192.html . Ich kann leider die Einfachkeit des Wechsels nicht bestätigen, als die KK 2008 Invega (Paliperidon ) nicht mehr bezahlen wollten, bekam ich stattdessen Risperdal - und wurde dermaßen krank , dass ich in die Klinik kam, besonders Panikattacken.


Ich bin gerade am Durchlesen aller Infos - was für ein infames Medikament, das nicht mal die Chance einer Umstellung lässt. Ich hoffe, es kann dir noch ein besser raten.

liebe Grüße Arian
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