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Rezeptorenbelegung bei NL

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Arianrhod
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Arianrhod » Montag, 12.02.18, 16:31

Flummi hat geschrieben:
Montag, 12.02.18, 9:27
Hallo,
Wäre es eine Idee, diesen Beitrag anzupinnen, da er eher allgemein ist? Hier könnte man von anderen NL noch die Rezeptorenbelegung posten.

Liebe Grüsse,
Claudia
Schließe mich an, denn ich möchte das öfter verlinken - und finde dann den thread nicht mehr, liebe Grüße Arian
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von LinLina » Montag, 12.02.18, 16:37

Hallo ihr beiden :-)

ich habs angepinnt, gute Idee :-)

Liebe Grüße
Lina
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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Dienstag, 20.02.18, 22:33

Hallo Neverthelessw11


persönlich finde ich PubMed super


https://www.ncbi.nlm.nih.gov


Relativ wissenschaftlich, aber wenn man sich etwas mit der Materie auskennt, kriegt man dort gute, spannende & fundierte Infos. Aber ja...

Was die Rezeptorbelegung bei Quetiapin angeht, mag ja stimmen. Aber gerade die tiefe Rezeptorbelegung von Quetiapin zeigt doch, dass Dopamin2-Rezeptoren vermutlich nur indirekt bei Schizophrenien und Psychosen beiteiligt sind...

Eher kristalisiert sich heraus, dass auf neurobiologischer Ebene ganz viele andere Mechanismen während einer Psychose abspielen...

- Glutamat Überfunktion (Glutamat ist doch der Stresstransmittor ohnehin)
- Unter-/Übermethylation (schlechte Verwertung von Nährstoffen oder Probleme mit der Entgiftung)
- Glutamat-Rezeptor (NR2B) Unterfunktion

- Entzündliche Prozesse (ganz wichtig meiner Meinung nach)
- die ganzen endokrinen Funktionen (Cortisol, Schildrüsenhormome, Testosteron, Östrogen...)


also mit

- 5-HT2a Antagonismus (Serotonin-Blockade) & partiellem 5-HT1a Agonismus
- D2 Antagonismus (Dopamin-Blockade)

machen es sich die Hersteller schon relativ einfach!



Die Mechanismen zu untersuchen in allen Ehren, finde ich auch wichtig und legtim, aber um Milliarden mit den Ängsten der Leute zu machen, damit die mit Ferraris rumfahren können... skandalös!


Also ich finde wenn Medikamente helfen können, dass es dir besser geht und du sie nachher auch wieder absetzen kannst, ok warum nicht.


Aber zum Beispiel Risperidon hat doch so einen dramatischen Effekt auf das Gehirn, ohne nachhaltigen Beweis würde ich so etwas niemals verschreiben (haben Psychiater kein schlechtes Gewissen...?!) !!! Anfangs behaupteten die ja voll, das könnte nicht abhängig machen.


Ich könnte mal paar intresssante Publikationen raussuchen, falls es dich etwas spezielles intressiert.


VG
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Methylphenidat abgesetzt
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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Dienstag, 20.02.18, 23:26

Neverthelessw11 hat geschrieben:
Dienstag, 16.01.18, 19:44
Hallo ihr Lieben,

da ich den Beitrag nicht mehr bearbeiten kann: Ein kleiner Nachtrag.

Da man oben den "interessanten" Low Dose-Bereich nicht wirklich schön sieht, hab ich den nochmal rausgezoomt. Falls jemand weiß, wie man mit Excel diese Exponentialfunktion plotten kann, sagt Bescheid! Bis dahin die stückweise lineare Auftragung. Natürlich sind die einzelnen "Zwischenstücke" nicht linear und die Funktion müsste differenzierbar (knickfrei) sein - aber daran bin ich gerade gescheitert. Falls sich jemand mit Excel besser auskennt, sagt Bescheid - ich kann euch meine Excelsheet schicken mit allen Daten

LG Never

Hallo Nevertheless11,

und mit unretardiertem Quetiapin variert auch die D2-Rezeptor Belegung im Tagesverlauf...

Es gibt ja kein Patentrezept, aber um das Absetzen zu erleichtern, frage ich mich, ob Apotheker auch retardiertes Quetiapin in kleinen Dosierungen herstellen könnten.

Wäre intressant sich zu erkundigen... wenn es das Absetzen erleichtert, warum nicht.
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Neverthelessw11
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Neverthelessw11 » Dienstag, 20.02.18, 23:36

Guten Abend

Ich vermute dass es sich im Falle des Unretardiertes Quetiapins zum Mittelwerte handelt. Da ich die Daten aber lediglich aus obiger Studie entnommen kann ich dazu nichts sagen. Wenn dich das interessiert ließ doch mal die Originalstudie

Soweit ich weiß gibt es die Möglichkeit auf Rezept Individualrezepturen zu erhalten. Das geht aber ins Geld befürchte ich. Dazu können andere dir sicher nochmal mehr Infos geben

LG Never
Medikamente: Seroquel (Quetiapin retardiert) 150 mg + Seroquel (Quetiapin unretardiert) 25 mg abends bei Bedarf

Grund der Medikamenteneinnahme: Somatisierungsstörung, Angststörung + (daraus resultierende Verzweiflung aka) Depressionen

Psychiatrieaufenthalte:
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Absetzgründe:
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Absetzverlauf: :schnecke:-Tempo von Beginn an
Beginn des Absetzens am 24.11.2017 bei 150 mg Seroquel Retardiert
Aktueller Stand des Absetzens: Retardiert: 0 - 0 - 100 + Unretardiert: 0 - 0 - 0
Zwischenstufen (Immer Anpassung an Klausuren und Uniplanung):
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Experimente mit NEM: Keine Aktiven.
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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Dienstag, 20.02.18, 23:52

Tja... ich frage mich manchmal ob man sich nicht nur auf die Rezeptorbelegung konzentrieren soll. Vielleicht hilft es bei Quetiapin, von Anfang an die HPA Achse tief zu halten. Das Absetzen von Quetiapin führt zum Beispiel zu einem starken Rebound von Cortisol.

Ich bin auch nicht sicher, ob dieses Forum der geeignete Ort ist um sowas zu diskutieren, weil die Menschen hier bereits in Absetzprozessen sind und mit einem überreiztem ZNS zu kämpfen haben und andere Probleme haben.

Ausserdem weiss ich gar nicht ob die Möglichkeiten in Deutschland vorhanden sind so flankierende Massnahmen zu bieten. Was mich erstaunt hat, ist wie wenig von der gesetztlichen Versicherung bezahlt wird.

Zum Beispiel wird Alternativmedizin in der Schweiz von der Grundversicherung vergütet. Daher ist das ganze auch eine Kostenfrage, da hast du absolut recht.
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 21.02.18, 8:37

Hallo Joseph,
Mit hilft das mit der Rezeptorbelegung ganz gut. So weiss ich, dass ich jetzt langsam in der kritischeren Phase bin.
Auch hilft mir das bei meiner Psychiaterin, da einige hier berichteten, dass ihre verschreibende Ärzte gar nicht recht glauben konnten, dass die Mini-Dosen so wirksam sein können.
Oder hatte ich Dich jetzt komplett missverstanden mit dem, was Du meinst?

Liebe Grüsse,
Claudia
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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Mittwoch, 21.02.18, 18:50

Flummi hat geschrieben:
Mittwoch, 21.02.18, 8:37
Hallo Joseph,
Mit hilft das mit der Rezeptorbelegung ganz gut. So weiss ich, dass ich jetzt langsam in der kritischeren Phase bin.
Auch hilft mir das bei meiner Psychiaterin, da einige hier berichteten, dass ihre verschreibende Ärzte gar nicht recht glauben konnten, dass die Mini-Dosen so wirksam sein können.
Oder hatte ich Dich jetzt komplett missverstanden mit dem, was Du meinst?

Liebe Grüsse,
Claudia

Hallo,


ok was ich gemeint habe: Da die D2-Rezeptor Blockade bei Quetiapin unretardiert, zwischen den Dosen fast auf Null fällt, während die Serontonin 2a-Blockade, auch bei tiefen Dosen relativ konstant hoch bleibt.


Das war theoretisch gemeint, in dem Sinne das D2-Blockade vermutlich wohl kaum der Grund ist warum, psychotische Symptome weggehen, sondern eher die starke Dämpfung der Stressachse (und das Wegknallen der Gefühle).


Aber fürs Absetzen ist das total irrelevant, wenn das für dich so stimmt und es auch klappt, hoffe ich, dass du das Zeugs möglichst schnell los bist. Da ist nix beizufügen. Was hier im Forum geschrieben wird mit den 10% alle 4 Wochen als Richtwert, finde ich absolut richtig.

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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von WittgensteinsNeffe » Donnerstag, 22.02.18, 12:47

Einen großen Einfluss dürfte auch die antihistaminerge Wirkung von Quetiapin haben. Viele Antihistamika kommen als Beruhigungsmittel zum Einsatz, entsprechend führt ein Absetzen höchstwahrscheinlich zum gegenteiligen Effekt: Unruhe / Stress. Im Rezeptorbindungsprofil sieht man,
dass dies einer der Hauptangriffspunkte der Substanz ist: (https://psychiatrietogo.de/2012/01/26/r ... nen-blick/).
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2009 - 2013 150 mg Seroquel Prolong (Atypisches Neuroleptikum), Fluoxetin (SSRI) variabel
2013 - Mitte 2017 200mg Seroquel Prolong, Fluoxetin variabel
Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

Seit September 2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert
Seit Mitte Oktober 150 mg Seroquel Prolong
Seit 12.10.2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert (Summe 175mg, Grund der Erhöhung: Absetzprobleme)
Aufgrund von Problemen wieder hoch auf 200 mg
Seit Januar 2018 Lithium (therapeutischer Spiegel inzwischen erreicht)
Seit Anfang Februar 2018 Seroquel Prolong auf 150 mg reduziert

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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Neverthelessw11 » Donnerstag, 22.02.18, 17:34

Hallöchen,

falls jemand zu den übrigen Rezeptoren Daten oder Kurven (zB gegen die Plasmakonzentration) findet, plotte ich die sehr gerne! Leider habe ich die ausschließlich für D2 gefunden, daher diese Kurve

Never
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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Donnerstag, 22.02.18, 20:28

WittgensteinsNeffe hat geschrieben:
Donnerstag, 22.02.18, 12:47
Einen großen Einfluss dürfte auch die antihistaminerge Wirkung von Quetiapin haben. Viele Antihistamika kommen als Beruhigungsmittel zum Einsatz, entsprechend führt ein Absetzen höchstwahrscheinlich zum gegenteiligen Effekt: Unruhe / Stress. Im Rezeptorbindungsprofil sieht man,
dass dies einer der Hauptangriffspunkte der Substanz ist: (https://psychiatrietogo.de/2012/01/26/r ... nen-blick/).

Absolut, ich müsste mich selber einlesen, aber wenn man Antihistaminika oder Anticholingergika stoppt, kommt es doch zu einem Rebound. Daher ist ein langsames Absetzen wichtig,

10% pro Schritt finde ich einen guten Richtwert.
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph » Donnerstag, 22.02.18, 20:30

Ich bin hier auch schon gebeten worden, mich etwas zurück zu halten, was absolut verständlich ist.

Aber ich würde es schön finden, gäbe es ein Ashton-Manual für atypische Antipsychotika :)
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