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200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

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Lucky90
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200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Lucky90 » Sonntag, 27.05.18, 19:57

Hallo Leute =)

Ich nehme seit ungefähr 1,5-2 Jahren Quentiapin 200 mg Abends. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit mir und allem wie es läuft aber die Langzeitnebenwirkungen von Neuroleptikan macht mir irgendwie Angst.

Über mein sexual Trieb kann ich nicht klagen, er ist auf normalem Level und ich habe auch gute Orgasmen aber bei meiner Lebensweise (viel Sport, sehr gesunde Ernährung, viel frische Luft und guter aktiver Freundeskreis) würde ich mir etwas mehr erwarten.

Bekommen tue ich das Quentipin aufgrund 2 Psychosen die ich hatte. Diese waren Inhaltlich komplett anders aber laut Psychater hatte es die gleiche Ursache. nach meiner ersten Psychose bekam ich Seroquel, das war auch okay, dann hab ich das auf ärztlichen Rat abgesetzt und hatte 6 Monate später wieder eine Psychose. Dazu muss ich aber auch sagen dass ich in der Zeit viel allein war, wenig Freunde, kaum Sport und berufliche Sorgen, also die umweltumstände waren grauenhaft und haben die Psychose halt befeuert/ermöglicht.

In meinem anderen Forum habe ich schon meine Geschichte etwas geschrieben, wer mich beraten möchte sollte sie wohl gelesen haben auch wenn sie etwas lang ist:

Heute habe ich mich dazu entschlossen mal etwas aus meinem Leben zu erzählen. Der ein oder andere befindet sich vielleicht in einer ähnlichen Situation wie ich mich befand und das Thema Angst ist ja für jeden interessant.

Meine erste Begegnung mit wirklicher Angst, man kann sagen psychischem Terror hatte ich während beziehungsweise nach meinem zweiten Marijuana-Konsum mit 23 Jahren. (Ärzten erzähle ich zur Simplifizierung es sei mein erster Gewesen, bei meinem ersten Konsum ist in Wirklichkeit aber wortwörtlich nichts mit mir passiert)

Während des Trips hatte ich einen mir bis heute unerklärlichen Zustand. Obwohl es heißt dass THC ja gegen Epilepsie helfen soll ist es für mich genau das was ich mir unter einem Epileptischen Anfall vorstelle. Wobei ich mich eh an fast nichts erinnern kann. In meiner ersten Erinnerung nach völligem Farben und Gedankenchaos ist dass ich mit etwas zu essen im Mund auf meinem Bett sitze, vermutlich von meinen Freunden mit in den Mund geschoben als ich ohnmächtig war.

Ich hatte natürlich ein paar Fragen aber die anderen waren so geschockt und dachten sogar teilweise ich hätte das gespielt dass ich keine Antworten bekam. Kurze Zeit später war ich wieder völlig weggetreten aber Angst hatte ich keine.

Mit der Angst bekam ich es zutun als ich meinen ersten Flashback ein paar Tage später hatte. Bzw das was ich einen Flashback nennen würde. Ich war und bin in der Materie nie tief drinne gewesen. Meine erste Panikattacke hatte ich dann in der Badewanne ohne zu wissen dass es eine solche war. Danach war ich völlig verstört und ängstlich was im laufe des Tages immer schlimmer wurde.

Solche völlig überzogenen Angstzustände hatte ich in meinem Leben bis dahin nicht erlebt. Man könnte fast sagen ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben noch nie >wirklich< Angst.

Meine Mutter ging mit mir zu unserem Hausarzt, der überwies mich in eine psychatrische Klinik. Allerdings wurde dort erst nach 3 Tagen ein Bett frei. Der mangelnde Erfahrung mit Krankenhäusern und Ärzten zu diesem Zeitpunkt war es geschuldet dass ich diese 3 Tage auch wirklich zu Hause blieb, ohne Medikamente jeglicher Art. Dass dies die absolute Hölle war mit ständigen Panikattacken und anhaltender Angst muss ich nicht erwähnen.

Die erste Nacht musste sogar meine Mutter in meinem Zimmer schlafen (als 23 jähriger junger Mann) weil ich einfach nicht zur Ruhe kam. Wenn meine Mutter meine Hand gehalten hat hab ich mich wenigstens etwas berühigen können aber manchmal war ich auch total eingekauert und hab nur gestammelt:"Es ist so schlimm... es ist so schlimm... es ist so schlimm." Die Belastung auf meiner Mutter zu der Zeit kann ich mir auch nur vorstellen.

Nach drei Tagen war ich dann also in der Klinik. Tavor rein, Affe tot. Selbst abgehärtete Medikamentennehmer sagen meist dass Tavor bei ihnen "noch" wirkt aber mich hat das Zeug zu nem absoluten Zombie gemacht, was auch notwendig war zu diesem Zeitpunkt.

Nachdem ich mich eingelebt hatte wurde es aber wieder abegesetzt. Auch nicht angenehm psychisch aber ich kam ja gerade aus der Hölle da macht der Grill einem nicht mehr viel aus.

Jetzt kam die Frage der Diagnose. Ziemlich schnell lief es auf zwei Sachen hinaus. Panikstörung oder Psychose. Heute weiß ich dass es eine Psychose war, weil iich Jahre später noch eine haben sollte aber dazu nacher. Zu diesem Zeitpunkt war Psychose allerdings nur die differenzial Diagnose, die Hauptdiagnose war Panikstörung.

Den Fehler kann ich nicht übel nehmen, weil meine Psychose mir unglaubliche Angst gemacht hat und ich hatte vor allem und jedem Angst. Also kam ich nach 2 Wochen Akutstation auf die Angststation. Sehr viel angenehmeres Klima, fast wie Urlaub.

Gelernt hat man auf dieser Station leider 90% Schwachsinn und 10% Hilfsmittel. Warum Schwachsinn? Genau wie in der Schule kann dir dich ein Psychologe nicht wirklich an die Hand nehmen bzw dich ins kalte Wasser schubsen. In privater Behandlung geht das schon eher aber in einem Krankenhaus wirst du stabil gemacht und rausgeworfen auf gut Deutsch.

Eine Waffe hatte ich allerdings: Beruhigungstabletten. Die konnte ich nach Bedarf nehmen und am Anfang hab ich sie auch immer wieder mal genommen. Ein Dauerzustand war das natürlich nicht.

Damit fing meine persönliche Rehabilation an, um die es eigentlich in diesem Post gehen soll:

Arbeiten war ich natürlich nicht. Den Anschluss meiner Ausbildung hatte ich verpasst und etwas neues habe ich nicht angefangen. Dafür war ich psychisch viel zu labil. Ich war also den ganzen Tag zu Hause, habe gezockt oder ferngesehen mich von dem Chaos erholt und habe langsam wieder Hobbies aufgebaut. Zumindest kam das als ich mich wieder aus dem Haus getraut habe.

Meine erste Feuerprobe kam wieder unbeabsichtigt. Meine Familie ist in der Urlaub geflogen und ich konnte mitkommen oder zu Hause bleiben. Urlaub mit meinem labilen Geist kam natürlich nicht in Frage also blieb ich zu Hause, aber eben allein. Mal nen halben Tag alleine sein das war ich gewohnt und meine Eltern waren ja auch immer telefonisch erreichbar wenn was sein sollte aber wenn sie in der Türkei sind geht das natürlich nicht.

Ich war also alleine, für zwei Wochen. Das nehmen der Beruhigungstabletten hatte ich mir weitgehens schon abgewöhnt also war auch mein Zeil in dieser Zeit keinen dieser Dinger zu nehmen. Etliche Folgen Simpsons ist es auch zu Danken dass ich es geschafft habe. Ich war einmal echt kurz davor irgendwen anzurufen und so eine Tablette zu nehmen aber ich hab mir immer wieder gedacht: "Nur noch die eine Folge zu Ende." und das immer wieder bis die zwei Wochen um waren.

Wenn man es mit Angst zutun hat dann ist jeder Erfolg ein absoluter Rausch und gestärkt durch diesen Erfolg ging meine Offensive natürlich weiter. Da ich davor auch schon Kampfsport gemacht hatte und ich den ganzen Tag Zeit hatte meldete ich mich wieder bei einem Kampfsportverein an zu dem ich täglich unter der Woche auch hin ging. Fünf mal die Woche. In meiner Tasche (auch während des Trainings in der Jogginghose) natürlich immer meine Beruhigungstabletten. "Für den Fall der Fälle" der für diesen Zeitpunkt immer noch sehr present war für mich. Ohne die Tabletten, auch wenn ich sie Wochen nicht genommen hatte, wäre ich nicht mal 5 Minuten um das Haus gelaufen.

Die Zeit verging und ich wurde wieder normal. Die Tabletten zwar noch in der Tasche aber mir merkte keiner irgendetwas an. Mein Drang mich immer ein Stückchen mehr zu pushen stelle mich vor die nächste Herausforderung: Ich wollte das Haus ohne meine Tabletten verlassen. Natürlich nur kurz für den Anfang. Das Ziel war ein 600 Meter weg hier um die Häuser. Laut Google dauert der Weg 8 Minuten. Schon ein ganz schönes Stück wenn man wie Badman in Dark Knight Rises das Seil weglässt.

Die ersten 300 Meter waren geprägt von absoluter Anspannung und Angst, einer grauenvollen Erwartungshaltung und schwerem Atmen. Zur Als ich die ersten 300 Meter hinter mir hatte viel mir ein riesen Stein vom Herzen. Ich konnte jetzt eh nicht mehr "zurück" weil der Weg nach Hause ja genauso lang war wie zurück also hatte ich es praktisch schon geschafft. Das beflügelte mich so sehr dass dieser Teil ein Klacks war. Zu Hause angekommen habe ich mich Unsterblich gefühlt. Nicht wortwörtlich aber einfach unglaublich gut.

Ich hatte mich in der Zeit ein bisschen mit Pick-Up beschäftigt (was man halt so macht wenn man ohne Hobbies zu Hause sitzt) und dachte mir: Hey du siehst gut aus, du bist durchtrainiert jetzt kannst du das Zeug auch mal ausprobieren und "feiern" gehen. Mit Tabletten natürlich.

Ausgesucht hatte ich mir einen kostenfreien Salsakurs in einer Bar hier in der Nähe. Ein Auto hatte ich ja. Ich kam zu meinem erstaunen sehr gut bei den Frauen an, meine Angst merkte man mir anscheinend überhaupt nicht an. Die Situation war auch relativ locker. Ich kannte ja meine 600 Meter und mein 10 Minuten-Time-Frame so dass ich mich jeder Zeit verabschieden könnte und gehen ohne mich zu blamieren oder so.

Nach dem dritten Salsakurs wollte ich dem ganzen noch einen drauf setzen: Heute Abend gehe ich ohne Tabletten feiern. Naja nicht ganz ohne, sie liegen im Auto. Aber vom Auto zur Bar, in der Bar sich verabschieden, alles im allem bestimmt 20 Minuten im worst-case. Dazu war mein Spaziergang eine Solonummer - das hier war unter Menschen - unter Frauen! Wenn ich eine soziale Angst sehr gut nachvollziehen kann dann ist es sein Gesicht zu verlieren also das war eine absolut tötliche Überwindung.

So kam es dann auch: Kaum 100 Meter von meinem Auto weg blieb ich wie angewurzelt stehen. Bist du denn völlig wahnsinnig? Was ist wenn du ohnmächtig wirst, durchdrehst, etc... Schon da auf dem Bürgersteig hatte ich eine Angst wie ich sie lang nicht mehr hatte. Ich weiß nicht wieviel gefehlt hat dass ich wirklich umgedreht wäre aber ich habe mir gedacht entweder du schaffst das jetzt oder dein Leben ist eh sinnlos also Augen zu und durch.

In der Bar angekommen hatte ich Herzklopfen aber ich fühlte mich auch gut. Es lagen ja nur Erfolge hinter mir. Verbracht hab ich einen wunder schönen Abend mit einem sehr hübschen Mädchen die wahrscheinlich auch mit mir nach Hause gegangen wäre. Ist sie natürlich nicht. Weil ich vorher weg bin. Ich hab mich natürlich verabschiedet und alles was sie etwas verwundert hat aber mir war es genug für den Abend und ich hatte schon einen riesen Erfolg.

Die nächste Station war also mein Kampfsport. Wieder eine Nummer größer. Hier galt nicht nur das sowieso harte Trainingsklima, ich hatte außerdem schon ein gewissen Rang und Status in der Gruppe aufgebaut, weil ich ja einfach jeden Tag am Start war. Plus das Ansehens meines Trainers der hart aber herzlich war.

Selbes Spiel wie bei der Bar, es ging natürlich auch alles gut. Bei jedem dieser Überwindungen war es für mich als würde ich wortwörtlich dem Tot ins Auge blicken. Die letzte Eskalation, die Nacht des Drogenkonsums endete ja so für mich. Den Schritt, vorallem den vor der Bar, über seinen Schatten zu springen und weiter zu machen hieß für mich alles zu riskieren. Wieso alles? Weil wenn es schief gegangen wäre hätte ich mich nicht nur blamiert und die anderen harmlosen Ängste. Ich wäre ja wieder in den Zustand völligen Terrors verfallen den ich in den 3 Tagen vor meinem Klinikaufenthalt hatte.

Zumindest in meiner Vorstellung. Ich wusste ja nichts über Angst. Die zwei Sachen die ich aus der Klink mitgenommen hatte war "gleichmäßig Atmen" und "die Angst will dir was sagen.".

Das Atmen ist sinnvoll. Allgemein habe ich gelernt dass Angst mindestens 50% aus dem anspannen von Muskeln hervorgeht, wenn nicht sogar mehr. Wer seinen Körper entspannt "kann" gar keine richtige Angst spüren.

Desweiteren verhält sich Angst meist wie eine Welle, das heißt es fängt mittel an, wird dann stärker und wird dann wieder mittel bis schwach bis nicht vorhanden. Je nach Typ ist dieser Prozess 10 bis 30 Minuten.

Die letzte Überwindung kam dann etwas später. Als ich ein Date mit einer Frau hatte. Ich dachte mir ich kann keine Frau daten wenn ich noch diese Beruhigungstabletten habe und habe sie alle weggeschmissen. Es war der letzte Schritt und relativ leicht im Vergleich. Ich war bis dahin sehr selbstbewusst geworden.

GANZ WICHTIG: Es gibt nur den Sieg oder Tod. Es klingt extrem aber man darf sich von irrationalen Ängsten nichts gefallen lassen, absolut 0. Die Angst kam für mich immer und immer wieder. Im Restaurant, beim Friseur, überall. Das kurze gehen auf die Toilette zähle ich schon als Niederlage. So etwas gab es bei mir nicht. Wenn es absolut nicht ging dann musste ich einen anderen Grund finden um zu gehen um das gehen sozusagen wegrationalisieren zu können, aber auch nur wenn es wirklich überzeugend ist.

Heute habe ich gar keine Angst mehr. Also, ungesunde Angst. Ich bin metal wieder auf dem Level wie ich vor dem Drogenkosum war. Natürlich nicht angstfrei, das ist niemand, aber aus der Sicht von jemandem mit Angst oder Panikstörung definitiv 100% geheilt.

Ich schreibe das alles weil es wie gesagt noch andere gibt für die das Thema sein könnte.

Außerdem hatten wir letztens im TuS hier das Thema ob gespieltes Selbstbewusstsein echtes Selbstbewusstsein ist. Ein Spruch heißt: "Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Überwindung der Angst". So würde ich das auch mit dem Selbstbewusstsein sehen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, aber wenn man Selbstbewusst ist, oder es wenigstens spielt, dann ist das Ziel auch schon erreicht. Egal ob man es wirklich ist oder nicht, spätestens nach den Erfolgen wird es zur Realität. So wie bei mir mein Mut zu einer meiner größten Stärken geworden ist.

Also, ich hoffe euch hat mein kleiner Einblick in mein Leben gefallen. Ich freue mich über Kommentare und toll wenn Ihr wirklich alles gelesen habt. =)


In dem Text bin ich nicht auf meine Psychosen direkt eingegangen, aber ich hatte eben so Wahnvorstellung dass zB die AfD ein neues Reich ausrufen würde etc, dachte meine Familie wär jüdisch und ... und ... und ...

Mein Psychater meinte ich muss das Quentipin mindestens 5 Jahre nehmen, danach könnte ich es absetzen aber die Gefahr wieder eine Psychose zu bekommen wäre halt immer da, solange ich kein Neuroleptika nehme. Eine andere Psychaterin meinte zu mir schon dass man es möglicherweise etwas runterfahren könnte wenn alles gut läuft.

Klar sobald es den Leuten wieder gut geht dann setzten sie die Medikamente ab und das Spiel geht von vorne los. Das will ich natürlich auch nicht.

Was haltet ihr von meiner Lange, könnt ihr etwas dazu schreiben?

Vielen Dank aufjedenfall!
Zuletzt geändert von LinLina am Sonntag, 27.05.18, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Medikamentenname korrigiert
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Re: 200 mg Quentiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Jamie » Sonntag, 27.05.18, 20:02

Hallo, :)

bitte suche dir erst einmal einen neuen Nutzernamen aus.
Medikamentennamen als Nicknamen sind hier nicht erwünscht und es steht auch ausdrücklich in den Anmeldeinfos.
Der Name muss neutral sein, darf keine Marken beinhalten und eben keine Medikamente.

Du kannst das hier in deinen Thread reinschreiben, wie du umbenannt werden willst; die Moderatoren ändern das dann ab.

Zu Inhaltlichem gibt es auch noch Feedback.

Viele Grüße und willkommen im Forum

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Re: 200 mg Quentiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Lucky90 » Sonntag, 27.05.18, 20:06

Oh, sorry hab ich nicht genau gelesen weil ich dachte es sind die "Standard" Regeln.

Ehm, dann macht doch bitte einfach Lucky90 oder Lucky1990 und wenn das auch weg ist irgenwelche Zahlen wie auch immer.
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Re: 200 mg Quentiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von LinLina » Sonntag, 27.05.18, 21:38

Hallo Lucky :-)

dein Nutzername wurde abgeändert.

Ich schaffe es gerade nicht, deinen langen Text zu lesen, aber möchte dich bitten gleich eine Signatur anzulegen wo du deine Medikamentengeschichte zusammenfasst :? das würde schonmal sehr helfen, um einen Überblick zu bekommen.

Unter diesem Link findest du die Anleitung dazu viewtopic.php?f=32&t=12884 und auch viele weitere Infos zum Absetzen von Neuroleptika, es ist gut wenn du diese sorgfältig liest bevor du ggf. beginnst.

Liebe Grüße und willkommen im Forum :-)

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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Lucky90 » Sonntag, 27.05.18, 22:04

Vielen Dank für deine Antwort Indigo.

Ja vor dieser 3ten Psychose hab ich schon Angst. Aber muss man dann zwingend wieder Medikamente nehmen? Bei mir ist das dann 2-3 Tage richtig krass und dann komm ich eigentlich wieder runter. Bis ich mich in so ne Psychose vertieft habe dauert es auch Wochen und ich denke nicht dass das bei meinem jetztigen Umfeld möglich wäre.

Vor Entzugserscheinungen in Richtung Panik, Angst Unwohlsein oder sonst was hab ich gar keine Angst. Ich bin ja schon mehrfach durch die Hölle und schrecke da vor nichts zurück. Eine "Entzugspsychose" wo ich halt den Bezug zur Realität verliere wär halt richtig scheiße, klar.

Dabei bin ich mir selbst noch nicht so klar wieviel ist denn Stoffwechselkrankheit und wieviel ist Umwelt wenn es um eine Psychose geht? Ich war zum Glück immer jemand mit dem man noch "normal" reden konnte, ich hab dann eingesehen dass ich rumspinne aber die Gedanken waren halt trotzdem da.

Zum Teil auch ganz selten mal so agressive Stimmen wie es Shizophrene beschreiben aber damit kommt man doch auch klar wenn man viel Sport macht, meditiert sich in Achtsamkeit übt und auf sich aufpasst.

Ich denke halt ich komm mit allem klar wenn ich Achtsam bin aber ich weiß auch nicht ob ich da den chemisch/biologischen Teil der Krankheit unterschätze.
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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Gwen » Sonntag, 27.05.18, 22:19

Hallo Lucky,

herzlich Willkommen auch von mir hier im Forum!

Kennst du schon di Broschüre zum Absetzen von Neuroleptika von der DGSP? Du kannst sie Dir auf deren Website kostenlos runterladen. Vielleicht sind da ja auch hilfreiche Infos für Dich dabei.
https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_f ... 14_web.pdf

Bitte präzisier Deine Signatur noch ein wenig. Schau Dir da bitte Mal die Anleitung an (Link in den Grundlageninfos)
Unter anderem fehlt, wievielel Seroquel Du genommen hast Du genommen hast. Und wie es abgesetzt wurde.
Und hast Du bzw nimmst Du noch weitere Medikamente? Um so genauer DeineInfos sind um so passender werden die Antworten ausfallen.
Viele Grüße Gwen
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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Lucky90 » Sonntag, 27.05.18, 22:36

Hey Gwen.

Ich mache das noch ausführlicher dafür muss ich aber in meine Unterlagen schauen. Ich weiß gar nicht mehr wieviel Seroquel das waren... 50 oder 60mg? Kann das sein? Da muss ich eben nochmal schauen. Dann schreibe ich auch Jahreszahlen dazu.

Andere Medikamente nehme ich nicht und hab ich auch noch nie. Außer die angesprochenen Beruhigungstabletten für den Notfall aber kA mehr was das war. Irgenwas schwaches aber. KEIN Tavor.
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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von padma » Montag, 28.05.18, 14:14

hallo Lucky, :)

auch von mir willkommen.

Danke für deinen ausführlichen Bericht, wie du deine Angst bewältigt hast. Mein Respekt dafür.

Dein erster "Zustand" (ob das nun eine echte Psychose oder einfach ein bad tripp war, sei mal dahin gestellt) war Marihuna induziert, das ist gar nicht so selten.
nach meiner ersten Psychose bekam ich Seroquel, das war auch okay, dann hab ich das auf ärztlichen Rat abgesetzt und hatte 6 Monate später wieder eine Psychose.
Ich vermute mal, dass Seroquel zu schnell abgesetzt wurde und du eine sogenannte Absetzpsychose hattest.

Beides war substanzindiziert (auch ein Absetzpsychose ist substanzinduziert) und daher sehe ich bei dir eine sehr gute Prognose. Entscheidend ist allerdings totale Abstinenz von allen Drogen und auch Alkohol, und ein nun wirklich langsames Ausschleichen.
Mein Psychater meinte ich muss das Quentipin mindestens 5 Jahre nehmen, danach könnte ich es absetzen aber die Gefahr wieder eine Psychose zu bekommen wäre halt immer da, solange ich kein Neuroleptika nehme.
Nun, ich denke, er schätzt deine Situation falsch ein.
Aber selbst bei nicht-substanzinduzierten Psychosen wird auch von einigen Fachleuten diese langen
Einnahmezeiten zunehmend kritisch gesehen.

Natürlich musst du es selbst entscheiden, ich sehe keinen Grund, warum du nicht jetzt mit dem Ausschleichen beginnen könntest.
Ich würde dir allerdings zu nur 5 % Reduktionsschritten raten.

Und es ist sehr wichtig, dass du gut auf dich und deine Reaktionen achtest. Ausschleichen braucht nicht nur Entschlusskraft und Durchhaltevermögen (das hast du ja zweifellos beides), sondern auch ein gewisses Feingefühl.

liebe Grüsse,
padma
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Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Lucky90 » Dienstag, 29.05.18, 13:34

Vielen Dank für eure Beiträge besonderen Dank an Padma!

Mit 10% im 4 Wochenrythmus wäre ich ziemlich genau an meinem 29 Geburtstag clean...
Aber naja es macht schon Sinn es vielleicht in 5% Schritten zu tun.

Ich hab in 4 Wochen ein Termin mit meiner Psychaterin, mal schauen was sie dazu sagt. Runterfahren will ich aber definitiv.

Wie läuft das dann eigentlich? Derzeit nehm ich eine 200mg Tablette wie bekomm ich da denn 10% oder 5% weg von der Pille?
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Re: 200 mg Quetiapin absetzen, runterfahren oder belassen?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 29.05.18, 17:44

Hallo lucky :),
Wie läuft das dann eigentlich? Derzeit nehm ich eine 200mg Tablette wie bekomm ich da denn 10% oder 5% weg von der Pille?
entweder Feinwaage kaufen und Dosis zusammenbröseln (dann muss es aber unretardiert sein) oder in Wasser auflösen (--> Wasserlösemethode)

Infos hier in der Spalte "Praktische Hinweise und Tipps":
viewtopic.php?f=18&t=12880


Grüße
Jamie
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