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Xeplion absetzen

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Quecksilver
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Xeplion absetzen

Beitrag von Quecksilver » Montag, 11.06.18, 18:39

Hei, ich bin neu hier und habe eine Frage.

Bei mir schaut es so aus, dass ich permanent innerlich psychotische Gedanken habe, diese treten aber nur in extremen Situationen nach außen. Sprich bisher zwei mal. Und auch nur kurz also im Prinzip zwei mal etwa 3 Tage. Ansonsten durchweg Gedanken ohne große psychotische Handlungen. Jetzt nehme ich seit 4 Monaten Xeplion. Das hilft mir überhaupt nicht. Habe genauso die Gedanken und dazu noch Nebenwirkungen. Am schlimmsten ist die Antriebslosigkeit gefolgt von der Impotenz und das mit 23... Psychisch macht mich mein Medikament mehr fertig als meine Krankheit.
Jetzt will ich absetzen und habe Sorge, dass die Potenz nicht wieder kommt... auch nach dem Absetzen... hat da jemand Erfahrung?

Da ich mit Medikament weniger in der Lage bin mein Leben zu leben sehe ich es einfach nicht ein es zu nehmen...
Was passiert wenn ich mich das nächste mal beim Psychiater freundlich weigere? Er ist doch nur in akutsituationen berechtigt gegen mich vorzugehen oder?
(Hab vorm absetzen nicht so Angst, hatte mal Benzos und das über 5 Wochen, ohne Probleme abgesetzt.)

Katharina
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Re: Xeplion absetzen

Beitrag von Katharina » Montag, 11.06.18, 19:19

Guten Abend Quecksilber !

Willkommen im Forum,
hast Du ein wenig quer gelesen?

Zu Deinen Fragen gibt es Threads, leider kann ich von dem Handy aus nicht verlinken.

Kein Arzt kann zu Medikamenteneinnahme zwingen, meine ich.

Bleib wei5er interessiert informiert, Du wirst Deinen Weg finden.

Liebe Grüße,
Katharina
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Quecksilver
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Re: Xeplion absetzen

Beitrag von Quecksilver » Montag, 11.06.18, 20:01

Hey Katharina,
danke für deine nette Antwort. Ein bisschen ja viel nein. Ich habe nichts dazu gefunden ob die Potenz voll wieder kommt. Das ist eigentlich meine Hauptbefürchtung.
Zur zweiten Frage weiß ich eigentlich bescheid aber mich hat etwas verunsichert. Mein Psychiater wollte das Medikament umstellen, dann bin ich zu den Angestellten und habe gesagt: Für nächstes mal keine Spritze mehr. Die haben mich angeschaut wie ein Auto. Das hat mir zu denken gegeben. Anscheinend ist es dort sehr unüblich, dass jemand keine Medis mehr bekommt. Und ich sehe es nicht ein, wegen ein par Akutsituationen ( bin nie gewalttätig geworden oder sonsitges. Habe max. lautstark meine Meinung geäußert, mit evtl. psychotischem Inhalt. ohne "gefährlich" zu sein.) dauerhaft Medis zu nehmen. Eigentlich wollte ich mich nur nochmal rückversichern um nicht iwo zu landen wo ich nicht sein will.
Nochmal vielen Dank Dir für die schnelle und nette Antwort!
Best,
Quecksilver
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Re: Xeplion absetzen

Beitrag von Gwen » Montag, 11.06.18, 20:10

Hallo Quecksilver,

nach vier Monaten solltest Du das Xeplion nicht kalt absetzen, das führt im schlimmsten Fall durch den Entzug zu einer Supersensivitätspsychose.
Bitte lies Dich Mal hier in die Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: viewtopic.php?f=32&t=12884

Viele Grüße Gwen
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Re: Xeplion absetzen

Beitrag von Katharina » Montag, 11.06.18, 23:34

Hallo Quecksilber,

Du hast das Beste gemacht, langsam hier zu lesen.
Sonst könnte es einem zu viel werden, oder Unruhe erzeugen, so viel kann man nicht gut Verdauung, und das www ist morgen auch da.

Ich war Wissenshungrig, aber durcheinander, müde;
vieles habe ich quasi umsonst gelesen, jedoch war es ein dicker Trost:
allein hiermit bin ich nun nicht mehr.

Also in Ruhe, Quicksilver.

Die Ärzte verordnen schnell.
Die Verantwortung haben wir, ich weiss nicht in welchem Maße die Ärzte was ' müssen '.
Sie dürfen jedoch nicht zwingen.

Ich bin froh dass Gwen Dir den langsamen achtsamen Ausschleich Schritt nahe gelegt hat.
Bisher ist es so am bekömmlochsten gewesen.
Da die Rückanpassung Zeit benötigt.
Schnelle Sprünge schaffen Durcheinander.

Ich habe die Erfahrung gemacht, den Arzt teilhaben zu lassen,
ich beschrieb wie unglücklich ich bin mit diesen Medikamenten bin,
habe ihm einen Reduzierplan ausgedruckt, als gemeinsame (!) Überlegung vorgelegt und bin dort zu Anbeginn dessen zwei Mal wöchentlich vorstellig geworden,
jedes Mal mit genauer Beschreibung, wo ich stehe, wie es mir geht.

Es war mir immens wichtig sein Vertrauen für einen unbekannten Weg zu erlangen,
der des Forums hier,
um das Gefälle nicht schwer zu gestalten.

Ich bin Patient - er Arzt theoretisch der Führende
und ich komme da hinein mit meinem, nicht seinem Plan.

Das die Menschen viel mehr Eigenwissen mit bringen können seit dem www
ist vielen willkommen, manche Ärtze vertragen dies (noch) nicht,
deshalb ist ein entgegenkommendes Miteinander unabkömmlich -

Ich mache mich bewusst gut und frisch zurecht,
höre gut zu,
beiß' mir auf die innere Zunge: nicht unterbrechen -

Wahrhaftigkeit, keinen Blumenstrauß, keine falsche Demut, Überzeugung.
Klar knapp informiert:
Bitte geben sie mir diese Chance, wir wählen selbstverständlich wöchentlich /,14tägig / monatlich gemeinsam neu ab.

Eventuell hinzufügen, ich schaue mich nach Selbsthilfe Gruppen vor Ort um. etwas wohin ich enorm profitiert habe, nicht nur informell sondern viele tiefe Freundschaften haben jahrelang Bestand.

Auch mein Hausarzt hat den Absetzplan,
Offenheit hilft mir sehr und gibt mir das Selbstverständnis zurück.

Gute Nacht,

Katharina




Inzwischen ist viel Zeit vergangen, ich habe viel aus dem Wartezimmer heraus mitbekommen, zb dem Arzt liegen Vorschriften vor, inzwischen in den Medien zu verfolgen.

Umso wichtiger das er bedingungslos von mir entlastet wird, sodass ich bekomme was ich benötige, um meinen Weg der nicht dem Arztschema entspricht, ermöglicht zu bekommen und es klappt.
Ich gehe also mindestens jetzt einmal im Quartal hin , ( einmal wöchentlich wurde dann zu alle 14 Tage, Erwartungen einverstanden. )
ich habe verstanden das es dann am besten abläuft.

Ich habe ihm versichert das ich mich privat kontinuierlich bespreche, über diese komplizierten Medikamente, sodass Fehler nicht möglich sind.
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Jamie
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Re: Xeplion absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 12.06.18, 7:31

Hallo Quecksilver :),

Xeplion bildet ein Depot, verweigere das nächste Mal die Injektion, aber gut begründet.
Nicht rumzicken, sondern sachlich begründen und du hast gute Gründe.
--> Es wirkt nicht gegen deine psychot. Gedanken, es macht impotent und andere Nebenwirkungen (NW)

Man könnte deinen Arzt bitten dir stattdessen Tabletten zu verordnen.
Xeplion (Paliperidon) in seiner Tablettenform heißt Invega.
Lass dir wenn, dann die niedrigste Dosis verordnen, das sind 3mg Retard-Tabl.

Leider ist es sehr schwer Xeplion / Invega auszuschleichen, da es die Tabletten nur retardiert gibt und man die nicht teilen kann. Im Prinzip kann man damit dann auch kaum ausschleichen.
Richtig blöd für die Patienten :(

Eine andere Möglichkeit wäre, wieviel mg hat denn deine Depotspritze?, auf eine niedrigere Dosis umzustellen und damit die Dosis abflachen zu lassen. Es gibt Spritzen zu 25, 50, 75, 100 und mehr mg.

Zur Impotenz. Viele Psychopharmaka haben diese NW. Bei SSRI gibt es Hinweise, dass bei manch Betroffenen diese schwere NW womöglich nicht mehr weg geht, dort heißt das Phänomen PSSD.
Für Neuroleptika ist das nicht nachgewiesen.
Wir gehen davon aus, dass sich die Sexualstörungen mit dem Absetzen bzw auf Null irgendwann bessern und verschwinden.

Grüße
Jamie
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