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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
RobertusAction
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Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Sonntag, 12.05.13, 18:59

Ich nehme seit drei Jahren Seroquel, seit etwa 9 Jahren Solian, seit etwa vier Jahren EffectinER, das sind meine Psychopillen erstmal.

Ich hatte die Idee dass ich von Solian auf Seroquel umsteige, was aber ordentlich schief ging und schlussendlich habe ich jetzt zwei solche Neuroleptika die ich nicht mehr loswerde.
Angefangen hat alles weil ich jahrelang gekifft habe und durch eine zweimalige Drogenpilzerfahrung wochenlang psychotisch wurde.
Aber das war 2000 oder 2001, also das ist schon eine Weile her, und mein damaliger Arzt in der Drogenberatungsstelle sagte ich bräuchte nur mal eben zwei Wochen Risperdal nehmen dann könnte ich diese wieder absetzen, da ich heute hier bin und ich hier schreibe war das Ganze nicht so einfach wie er es behauptet hat.

Ich habe etwa 6 Jahre Cipralex genommen weil ich bald einmal Depressionen bekam von dem Solian.

Ich wurde von Risperdal richtig fett und träge, ich bin den ganzen Tag auf der Couch gelegen und habe nicht mal Radio oder fernsehen gehört oder geschaut,
Solian hat mich ein bisschen aktiver gemacht, aber depressiver als davor, ich bekam Cipralex, das half ca. 6 Jahre, doch dann bekam ich noch eine stärkere Depression und es half nicht mehr, ich bekam in der Klinik Venlafaxin (EffectinER), das ich seitdem nehme, mittlerweile in einer recht hohen Dosis von 300mg.

Ich wiege mittlerweile über 135kg und ich brauche durch das Seroquel ziehmlich viel Schlaf, ca. 12-14 Stunden am Tag.

Warum ich hier schreibe ist weil ich jedesmal wenn ich das Seroquel (Quetiapin) um nur 25mg herabsetze totale Depressionszustände bekomme und sogar an Suizid denke die ganze Zeit.
Sicher man könnte jetzt als Arzt sagen dass meine Depressionen eben diesen Tablettenmix brauchen um nicht psychotisch oder depressiv zu sein, aber das ist nicht wirklich eine Dauerlösung mit der es sich leben lässt weil ich immer dicker werde, mein Lungenarzt meinte es wäre eine Katastrophe wie schlecht mein Schlaf ist ich müsste unbedingt abnehmen(Er hat mir ein Testgerät mitgegeben über Nacht), also das ist mein Leiden, vielleicht kennt sich ja wer aus damit.
Sogar mein Psychiater sagt er wäre nicht glücklich dass ich so viel Medizin brauche, aber er weiß auch nicht mehr wirklich eine Lösung für das Problem.

Jamie
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 12.05.13, 23:41

Hallo Robertus,

willkommen im adfd.

Bei Neuroleptika haben die meisten von uns nicht so viel Erfahrung, aber der ein- oder andere wird sicher antworten; es kann nur evtl. ein wenig dauern.
Für heute Abend kann ich dir folgende Recherche von mir anbieten:
http://psycho-alex.de/psychopharmaka/seroquel

Da sind viele Erfahrungsberichte, die sich mit dem decken, was du schreibst.
Du siehst also, du bist nicht allein mit deinen Problemen und es gibt einem immer etwas Halt, wenn man merkt, dass auch andere betroffen sind.

Zum Thema Abdosieren und andere Infos werde ich mich die Tage nochmal melden, bzw. andere User tun das vielleicht auch.
Auf jeden Fall ist es so, wie es jetzt ist, ja wirklich unbefriedigend für dich und zudem echt eine Hammerbelastung für die Gesundheit (Lunge!)

Leider gehört Gewichtszunahme zu den allerhäufigsten Nebenwirkungen; viele von uns müssen dagegen ankämpfen, und das ist teils echt aussichtslos :(
Aber alles kein Grund aufzugeben!

ich hoffe, wir können dich unterstützen.
Gruß
Jamie :group:
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RobertusAction
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Montag, 13.05.13, 11:40

Vielen Dank für die nette Begrüßung.
Gestern habe ich schon geschlafen als du geschrieben hast, ich muss um ca. 22 Uhr spätestens ins Bett wenn ich am nächsten Tag nachmittag was tun will, klingt komisch, ist aber so.

Ich setzte mich jetzt mal auf Diet und da ich ca. 1-2 Liter Kaffee trinke und sonst immer Milch dazu getan habe ist es schon mal ein wenig besser wenn ich den Kaffee schwarz trinke.

Ich werde mir mal die ganzen Beiträge von dem link den du netterweise recherchiert hast durchlesen.

Ich bin pensioniert, was auch nicht wirklich das Wahre ist wenn man noch jung ist und am normalen Leben teilhaben will.

Danke
2000drogeninduzierte Psychose, völliger Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, keine Möglichkeit am Leben teilzunehmen
Von der Psychiatrie Risperdal bekommen in einer Dosis von 3mg täglich genommen, nach einem halben Jahr wieder abgestzt
2001…….Symptomevölliger Rückzug von der Umwelt, Gefühl beobachtet zu werden, Antrieb gleich null, starkes Übergewicht
…………...Diagnose Schizophrenie
…………...MedizinAmisulpirid 50mg 1-1-1-1…..seit 2001 nehme ich Amisulpirid ein…
2008 ……wirklicher Absetzversuch mit Ärzten-daraufhin schwerste Psychose die ich bisher erlebt habe

2001 bis jetztAmisulpirid Anfangs 150mg mittlerweile 550, Höchstdosis in der Psychiatrie 1600mg, Höchstdosis zuhause wegen privaten Problemen 800mg
………………………….runterdosiert in 50mg Schritten
2008 bis jetztVenlafaxin Anfangs 225mg, mittlerweile wegen Trauerfall und Verschlechterung der Depression 300mg
2009 bis jetztQuetiapin Wollte Amisulpirid loswerden wegen erhöhtem Prolaktinspiegel, Versuch scheiterte, jetzt 375mg Quetiapin zusätzlich
2017Quetiapin leider schon eine längere Zeit 475mg
Solian Gott sei Dank mittlerweile nur noch 350mg täglich, Solian wurde in 50mg Schritten reduziert, jeweils ein halbes Jahr gewartet und dann wieder weniger, jetzt eben auf dem Stand
Dezember 2017Solian 350mg
Seroquel 400mg
EffectinER 300mg

carlotta
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von carlotta » Montag, 13.05.13, 13:00

Hallo Robertus,

da hast Du ja in Sachen Medikation schon einiges hinter Dir. :wacko:

Bitte leg doch eine Signatur an, in der Du auflistest, was Du in welchem Zeitraum nimmst/genommen hast. Dann ist es einfacher für uns, schnell einen Überblick zu bekommen. Mehr Infos hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=12&t=204

Leider wirken AD, aber auch Neuroleptika nicht ewig, sondern lassen in der Wirkung mit der Zeit nach, so dass man immer höher dosieren muss, um noch die gleiche Wirkung zu erhalten. Damit potenzieren sich aber auch häufig die Nebenwirkungen. Und irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, die gewünschte Wirkung kann auch mit Höchstdosen nicht erzielt werden.

Meines Wissens müssen auch Neuroleptika - genauso wie AD - ganz langsam ausgeschlichen werden, um keine üblen Absetzwirkungen zu erleiden. Die Depressionszustände, die Du beim Herabsetzen bekommst, sprechen sehr für Absetzsymptome.

Du schreibst, Du hast 25 mg Seroquel reduziert, von welcher Gesamtdosis? (Das sollte auch in der Signatur stehen, siehe oben.) :?:

Man sollte nie mehr als 10 Prozent der Ausgangsdosis alle 4 bis 6 Wochen reduzieren; manche Patienten können auch nur 5 Prozent reduzieren. Ziel ist es, Absetzsymptome möglichst zu vermeiden bzw. in einem erträglichen Rahmen zu halten. - Ich könnte mir vorstellen, dass Du einfach zu schnell reduziert hast.

Ich finde es auf jeden Fall gut, dass Du das mit dem Reduzieren angehst, v. a. bei all diesen furchtbaren Nebenwirkungen. Nur sollte das - wie gesagt - langsam und vorsichtig vonstatten gehen, um den Körper nicht zu überfordern. Der braucht nämlich Zeit, um sich auf niedrigere Dosen einzustellen.
RobertusAction hat geschrieben:Sogar mein Psychiater sagt er wäre nicht glücklich dass ich so viel Medizin brauche, aber er weiß auch nicht mehr wirklich eine Lösung für das Problem.
Leider wissen die meisten Ärzte nicht viel von der Absetzproblematik bzw. empfehlen viel zu große Reduktionsschritte. Wenn Betroffene dann Probleme bekommen, sind die Ärzte meist ratlos und rechnen die Beschwerden der sog. Ursprungserkrankung zu. Das ist aber ein Trugschluss; bei schnellem Absetzen treten nämlich in vielen Fällen Beschwerden auf. :?

Liebe Grüße
Carlotta :group:
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


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marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Dienstag, 14.05.13, 19:28

Hallo Robertus


Oh je, deine Situation ist wirklich nicht zu beneiden. :-)

Vielleicht kann dir ja mal meine Geschichte erzählen.

Ich habe ADS + eine Zwangstörung, die aber von allen 5 vorherigen Psychiatern nicht richtig diagnostiziert wurde.

Jetzt bei ich bei einem absoluten Spezialisten (er hat 13 Jahre lang eine Psychiatrische Klinik geleitet); der hat jetzt mit einer ehemaligen Psychiatrie-Professorin und ehemaligen Leiterin des Burghölzli, der grössten Psychiatrischen Klinik in der Schweiz eine Praxis.

Ich habe mit 15 Jahren ein paar mal Drogen ausprobiert und hat seit dem Derealisationstörungen (vermutlich eine Drogenpsychose) und Depressionen und besonders schlimm Zwangsstörungen und Schlafstörungen.

Als ich vor 4 Jahren dann doch zu einem Psychiater gegangen war, war die Diagnose innerhalb von von 30min gestellt:

Schizotype Störung

Also wurde ich fälschlicher Weise mit Neuroleptikas (das Gegenteil das man jemandem mit ADS) behandelt und nahm zusätzlich ein Benzo dazu nämlich und ein Antidpressivum:

Seroquel 750mg
Nozinan 50mg
Sinquan 150mg
Tranxilium 20mg

insbesonders das Nozinan (das am stärksten sedierede Neuroleptikum) hat mich völlig umgehauen. Ich fühlte mich nur noch wie ein Zombie, konnte meine Freunde nicht mehr treffen war die ganze müde und schlief jeden 12 Stunden, meistens so bis 14 Uhr nachmittags. Das Studium kriegte ich nur noch mit sehr schlechten Noten hin. Einfach schlimm.

Ausserdem nahm ich 25kg in 3 Jahren zu.

Erst seit dem ich Modasomil nehme geht es mir wieder viel besser, denn endlich werde ich richtig behandelt, schlafe nur noch 8 Stunden am Tag und stehe nie nach 10 Uhr spätestens auf. Ich habe wieder Lust Freunde zu treffen und bin wieder Genussfähig.

Ich habe angefangen die Neuroleptikas zu reduzieren, was aber sehr schwierig ist, von wegen die machen nicht abhängig.

Bezüglich Neuroleptikas bin ich jetzt bei:

600 Seroquel
37 Nozinan/Neurocil (ich reduziere jede Woche 1 Tropfen und habe immer noch krasse Entzugsbeschwerden)

Immerhin habe ich schon 13mg geschafft :-)

Um meine NL-Entzugsbeschwerden ein bisschen abzufangen nehme ein Benzo, werden die NL-Entzugsbeschwerden zu schlimm erhöhe ich das Benzo ein bisschen, mit hilft das

Klar Benzos können Entzugsbeschwerden auslösen, aber sorry, ich finde die Entzugsbeschwerden von den Antidepressivas und Neuroleptikas genau so schlimm.

Und Benzos lösen zwar leichte kognitive Störungen aus, aber Neuroleptikas können anhaltende Zuckungen der Gesichtsmuskulatur auslösen sogenannte Spätdysniesien und Stumpfen dich total ab.


Wieviel nimmst du jetzt von welchem medikament? Hast du das Gefühl, dass sie dir helfen?

Ich bin kein Arzt!! aber NL WÜRDE ICH NUR NEHMEH WENN DU OHNE WIRKLICH PSYCHOTISCH WIRST. Hast du das Gefühl, immer noch unter den Symptomen der Drogenpsychose zu leiden? was hast du sonst noch für Symptome? wie geht es mit deinem Sozialleben?

LG Marco (du kannst mir auch ein PN schicken wenn du möchtest)

marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Dienstag, 14.05.13, 19:47

Und vor allem brauchst du einen sehr kompententen Psychiater, wenn du Suizidgedanken kriegst... Ich hoffe deiner ist es!

carlotta
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 15.05.13, 10:56

Hallo Robertus,

danke für die Signatur, leider werde ich nicht ganz schlau draus.

Du hast geschrieben:
Ich nehme seit drei Jahren Seroquel, seit etwa 9 Jahren Solian, seit etwa vier Jahren EffectinER, das sind meine Psychopillen erstmal.
Heißt das, das sind aktuell ALLE MEDIKAMENTE, die Du nimmst, nichts anderes? In welcher Dosierung? Wenn Du eines davon reduziert hast, welches? In welchen Dosisschritten über welchen Zeitraum? :?:

Das sind wesentliche Infos, die man braucht, um Dir etwas raten zu können. Wenn Du kannst, dann ergänze das doch bitte, damit man einen Überblick über die aktuelle Situation hat.

Mach es einfach, wenn Du es schaffst. :)

Liebe Grüße :group:
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RobertusAction
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Mittwoch, 15.05.13, 15:25

Wegen ziehmlichen Übergewicht durch Medikamente und extrem erhöhtem Schlafbedürfnis und Antriebslosigkeit habe ich mittlerweile Bluthochdruck der aber behandelt wird mit ………………………...zwei Blutdrucksenkern, erhöhte Cholesterin und Harnsäurewerte die behandelt werden mit zwei verschiedenen Pillen
Ich habe einen gering ausgeprägten Tinnitus, der mich meistens nicht belastet, ausser manchmal wenn es leise ist und ich eigentlich meine Ruhe will seit 2008
Soziales Leben:Wohne bei den Eltern, habe eine gute Freundin die ich jede Woche meistens mehrmals sehe, habe ein paar Bekannte die ich jederzeit besuchen könnte, die aber schon im Seniorenalter sind(Ich aber erst Anfang 30, deshalb besuche ich sie nicht besonders gerne, sonst keine wirklichen brauchbaren Freunde
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………………………….runterdosiert in 50mg Schritten
2008 bis jetztVenlafaxin Anfangs 225mg, mittlerweile wegen Trauerfall und Verschlechterung der Depression 300mg
2009 bis jetztQuetiapin Wollte Amisulpirid loswerden wegen erhöhtem Prolaktinspiegel, Versuch scheiterte, jetzt 375mg Quetiapin zusätzlich
2017Quetiapin leider schon eine längere Zeit 475mg
Solian Gott sei Dank mittlerweile nur noch 350mg täglich, Solian wurde in 50mg Schritten reduziert, jeweils ein halbes Jahr gewartet und dann wieder weniger, jetzt eben auf dem Stand
Dezember 2017Solian 350mg
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carlotta
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 16.05.13, 12:26

Hallo Robertus,

danke für die Aktualisierung in der Signatur. :)

Musste mir erst mal einen Überblick verschaffen wegen der unterschiedlichen Handelsnamen. Quetiapin ist Seroquel, richtig?

Du möchstest als erstes das Seroquel loswerden, habe ich Dich da richtig verstanden? Und Du nimmst aktuell 375 mg. Eine 10-Prozent-Reduktion läge bei 37,5 mg, aber Du schreibst weiter oben, dass die Symptome bei 25-mg-Reduktionen nicht aushaltbar sind.

Du reagierst also sehr sensibel aufs Reduzieren. Schließlich musste Deine Neurochemie auch schon einiges aushalten, bei den ganzen Präparaten. Und von Cipralex wurde relativ schnell auf Venlafaxin umgestellt, wenn ich richtig verstanden habe. Das war natürlich auch nicht ideal. Viele Menschen haben mit so einer schnellen Umstellung enorme Probleme.

Vor diesem Hintergrund würde ich es an Deiner Stelle mit kleineren Reduktionsschritten versuchen. Du könntest - statt um 25 mg zu reduzieren - es mal mit der Hälfte probieren, also 12,5 mg und schauen, wie Du damit zurechtkommst.

Welche Tabletten-Einheiten nimmst Du? Könntest Du selbst eine Reduktion von 12,5 mg vornehmen? Wenn Du eine retadierte Form bzw. ein Präparat mit vielen Kügelchen in einer Kapsel nimmst, dann kann man eine entsprechende Anzahl an Kügelchen weglassen.

Liebe Grüße :group:
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Donnerstag, 16.05.13, 13:29

Ja, von Cipralex (Escitalopram) wurde von einem Tag auf den anderen EffectinER (Venlafaxin) umgestellt, das hat bei mir aber kaum etwas ausgemacht, da habe ich keine Probleme gehabt.
Seroquel ist ein übles Zeug wenn es darum geht dass man davon abhängig wird. (Quetiapin)
Seroquel(Quetiapn):Ich habe schon mal auf 75mg erfolgreich runterdosiert, dann gab es eben diesen Trauerfall der mich so mitgenommen hat dass ich nicht mehr klar kam.
Ich nehme 100mg Tabletten und 25mg Tabletten, die 25iger lassen sich teilen, mit ein bisschen Geschick und einem Tablettenschneider kriegt man da zwei gleiche Teile hin.
Werde das mal angehen.
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 16.05.13, 18:31

Hallo Robertus,
RobertusAction hat geschrieben:Ja, von Cipralex (Escitalopram) wurde von einem Tag auf den anderen EffectinER (Venlafaxin) umgestellt, das hat bei mir aber kaum etwas ausgemacht, da habe ich keine Probleme gehabt.
Da hast Du echt Glück gehabt, bei vielen geht das nicht so glimpflich ab!
RobertusAction hat geschrieben:Seroquel ist ein übles Zeug wenn es darum geht dass man davon abhängig wird. (Quetiapin)
Ja, das stimmt. Leider haben auch die anderen Medikamente ein Abhängigkeitspotenzial. Daher sollte man sie alle langsam reduzieren, in kleinen Schritten.
RobertusAction hat geschrieben:Seroquel(Quetiapn):Ich habe schon mal auf 75mg erfolgreich runterdosiert, dann gab es eben diesen Trauerfall der mich so mitgenommen hat dass ich nicht mehr klar kam.
Hat Dir das Seroquel denn dann geholfen? In welchen Schritten hast Du damals reduziert?
RobertusAction hat geschrieben:Ich nehme 100mg Tabletten und 25mg Tabletten, die 25iger lassen sich teilen, mit ein bisschen Geschick und einem Tablettenschneider kriegt man da zwei gleiche Teile hin.
Werde das mal angehen.
Ja, mach das! Ist ein guter Plan, denke ich. :)

Wünsche Dir viel Erfolg beim ersten Schritt! Halte uns mal auf dem Laufenden. :)

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Donnerstag, 16.05.13, 20:11

carlotta hat geschrieben:Hallo Robertus,

RobertusAction hat geschrieben:Seroquel(Quetiapn):Ich habe schon mal auf 75mg erfolgreich runterdosiert, dann gab es eben diesen Trauerfall der mich so mitgenommen hat dass ich nicht mehr klar kam.
Hat Dir das Seroquel denn dann geholfen? In welchen Schritten hast Du damals reduziert?

Wünsche Dir viel Erfolg beim ersten Schritt! Halte uns mal auf dem Laufenden. :)

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Ich glaube damals hatte ich das in 50mg Schritten geschafft.
Ja, dieses Seroquel hat mir geholfen weniger zu fühlen, ein bisschen gleichgültiger zu werden

Ich habe gerade erfahren dass ich starke Schlafapnoe habe und ein Gerät im Schlaflabor auf mich eingestellt werden soll.
Muss glaube ich vorerst alles beim alten belassen, kann mir jetzt keine risiken leisten weil ich in ein paar wochen schon drankommen soll

Danke für die Unterstützung
Viele liebe Grüße
Robertus
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von Jamie » Freitag, 17.05.13, 0:50

Starke Schlafapnoe und dann noch diese hammer-sedierenden Medikamente? :o
Es wundert mich nicht, dass du mit übelster Erschöpfung herumläufst.

Die Schlafmaske braucht Gewöhnungszeit; meine Stiefmutter muss auch eine benutzen.
Erst muss man sie richtig an dich und deine Atmung anpassen und dann wirst du "üben" müssen mit ihr zu schlafen - das werden in der Tat anstrengende Wochen und ich kann verstehen, wenn du erstmal nichts mit deinen Medikamenten ändern möchtest.
Leider ist Übergewicht bei Schlafapnoe auch gar nicht gut; die Ärzte werden dir auch dringlich raten abzunehmen, was wiederum schwierig wird bei diesen Medikamenten... :oops:

Also, wenn du Hilfe brauchst, das Forum wird versuchen dich zu unterstützen :hug: . aber an deiner Stelle würde ich im INet auch schon mal Recherchen bezüglich der Schlafapnoe und der Atemmaske betreiben und dir evtl. schon mal ein Forum raussuchen, dass dir später dann bei Problemen mit der Atemmaske helfen kann.

Gruß
Jamie
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marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Samstag, 18.05.13, 17:32

hi robertus

dass mit dem sozialleben kenne ich nur zu gut, wenn du dich voll wegdröhnt fühlst, wie möchtest du dich dann auch aktiv mit anderen unterhalten. ^^

aber ich hätte es nie gedacht, seit ich richtig behandelt werde, bin wieder genussfähig, kann freunde einladen etc. aber es geht... also dran bleiben

du sagst du möchtest du amisulpirid durch seroquel ersetzten. Das finde ich ein vernüftige Idee, weil amisulprid spätdyskinesien auslösen kann, seroquel nicht.

warum hat es dann mit dem absetzten von amisulpirid nicht geklappt? wenn du gleichzeitig seroquel einnimmst solltest du nicht psychotisch werden.

Ich denke eher dass es die Absetzerscheinungen sind, weil du hast Solian immer 12 jahre lang eingenommen, da gewöhnt sich der Körper und passt sich dementsprechend an (Rezeptorendichte von Dopamin verändert sich) und der Körper braucht auch dementsprechend Zeit sich an der Minderangebot von der Substanz sich zu gewöhnen.

Wieviel mg Solian nimmst du denn noch und eben warum hat es nicht geklappt? In welchen Schritten hast du abgesetzt?

p.s. ich habe mal ne halbe Tablette Solian probiert, das war gar nichts für mich :-S


bezüglich venlafaxin kann mich nur an die tipps von der ehemaligen Moderatorin dem "kleinen Runden" halten.

Entweder du reduzierst in ganz kleinen Schritten oder

vielleicht solltest das Venlafaxin durch ein tryziklisches AD, wie amitryptilin oder doxepin ersetzen um Entzugsbeschwerden abzufangen (amitryptilin ist serotonerger als doxepin also wohl eher für den versuch geignet), aber IN ABSPRACHE VON DEINEM ARZT BITTE.

Die alten TZA lösen viel seltener entzugsbeschwerden aus als die SSRI/SNRI/Remeron (Moderne AD). Danach kannst du versuchen das TZA aus zu schleichen.

RobertusAction
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Montag, 20.05.13, 11:06

@marco:
Nein, ich will nicht mehr das Solian durch das Seroquel ersetzen, das habe ich ja schon versucht, das klappt bei mir aber nicht weil ich vom Seroquel allein psychotisch werde, es ist nicht so dass jedes Neuroleptika gleich gut bei jedem wirkt, Seroquel hilft bei mir nicht gegen psychotische Zustände, das Solian sehr wohl. Und Spätdyskenesien kann man von jedem atypischen Neuroleptika kriegen, hat mein Arzt mir bestätigt und habe ich auch schon im Internet recherchiert.

Die Sache ist die dass ich Seroquel wegbringen will weil ich durch dieses medi sehr viel zugenommen habe und auch richtig Hunger kriege, zusätzlich macht es mich müde und jede Einzeldosis über 50mg macht mich komplett benebelt, deshalb nehme ich auch zum Schlafen das meiste ein.
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…………...MedizinAmisulpirid 50mg 1-1-1-1…..seit 2001 nehme ich Amisulpirid ein…
2008 ……wirklicher Absetzversuch mit Ärzten-daraufhin schwerste Psychose die ich bisher erlebt habe

2001 bis jetztAmisulpirid Anfangs 150mg mittlerweile 550, Höchstdosis in der Psychiatrie 1600mg, Höchstdosis zuhause wegen privaten Problemen 800mg
………………………….runterdosiert in 50mg Schritten
2008 bis jetztVenlafaxin Anfangs 225mg, mittlerweile wegen Trauerfall und Verschlechterung der Depression 300mg
2009 bis jetztQuetiapin Wollte Amisulpirid loswerden wegen erhöhtem Prolaktinspiegel, Versuch scheiterte, jetzt 375mg Quetiapin zusätzlich
2017Quetiapin leider schon eine längere Zeit 475mg
Solian Gott sei Dank mittlerweile nur noch 350mg täglich, Solian wurde in 50mg Schritten reduziert, jeweils ein halbes Jahr gewartet und dann wieder weniger, jetzt eben auf dem Stand
Dezember 2017Solian 350mg
Seroquel 400mg
EffectinER 300mg

carlotta
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von carlotta » Montag, 20.05.13, 11:25

Hallo Robertus,

wenn Du momentan allzu viel Stress hast wegen der Sache mit der Schlafmaske, dann verschieb den ersten Reduktionsschritt ruhig ein wenig. Es ist nicht empfehlenswert, aus einer Stresssituation heraus zu reduzieren; es sei denn, die Nebenwirkungen sind gar nicht mehr tolerierbar. Aber das kannst nur Du selbst einschätzen und entscheiden.

Wenn Du das Gefühl hast, es ist der richtige Zeitpunkt, würde ich einen vorsichtigen, geringen Reduktionsschritt wagen.
marco1980 hat geschrieben:vielleicht solltest das Venlafaxin durch ein tryziklisches AD, wie amitryptilin oder doxepin ersetzen um Entzugsbeschwerden abzufangen (amitryptilin ist serotonerger als doxepin also wohl eher für den versuch geignet), aber IN ABSPRACHE VON DEINEM ARZT BITTE.
Achtung, man kann Venlafaxin nicht einfach so durch ein TZA (trizyklisches AD) ersetzen, man MUSS ES AUSSCHLEICHEN! Man kann bei verstärkten Absetzbeschwerden höchstens zusätzlich auf ein TZA zur Unterstützung zurückgreifen. Besser wäre es aber, so vorsichtig auszuschleichen, dass eine zusätzliche Medikation gar nicht nötig ist. Denn manche Patienten haben Verträglichkeitsprobleme bezüglich weiterer Medikamente, wenn sie mitten im Entzug stecken. - Leider raten die Ärzte in vielen Fällen dazu, schnell von einem Präparat auf ein anderes umzusteigen, weil sich die meisten gar nicht mit der Absetzproblematik auskennen. :evil: Aber Venlafaxin steht bei Dir, Robertus, ja gerade gar nicht zur Debatte, Du möchtest erst einmal das Seroquel loswerden (was ich gut verstehen kann). Und zwei Mittel auf einmal zu reduzieren, ist nicht ratsam.

Liebe Grüße und schöne Pfingsten :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine"(Monica Cassani)

marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Dienstag, 21.05.13, 8:38

hi robertus
carlotta hat geschrieben:Du möchtest erst einmal das Seroquel loswerden (was ich gut verstehen kann). Und zwei Mittel auf einmal zu reduzieren, ist nicht ratsam.
Da bin ich gleicher Meinung!

a)

Du sprichst von starker Müdigkeit nach der Seroquel Einnahme. Das kenne ich nur zu gut. Vor allem 1-2 Stunden nach der Einnahme ist es ganz schlimm.
RobertusAction hat geschrieben:Seroquel hilft bei mir nicht gegen psychotische Zustände, das Solian sehr wohl
Ok, dann bleib beim Amisulpirid.

Ich habe noch eine Idee. Ich nehme jetzt abends die Seroquel XR (Seroquel Prolong in Deutschland, retardformulierung). Man fühlt sich viel weniger müde, weil es diese "Peaks" 1-2 Std. nach der Einnahme nicht gibt. Ein weiterer Vorteil ist die 1-mal am Tag Einnahme.

Du nimmst 375mg...
Davon könntest 350mg Seroquel XR umstellen und die restlichen 25mg auf gewöhnliches Seroquel
dann reduzierst du auf 350 mg Seroquel XR, 12.5mg Seroquel
=> 350mg Seroquel XR
=> 300mg Seroquel XR +37.5mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR + 25mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR + 12.5mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR
=> 250mg Seroquel XR + 37.5mg Seroquel etc.

b) Du hast ziemlich an Gewicht zugenommen. Liegt das nur am Seroquel oder auch am Solian?

Eigentlich ist das hier ein Absetzforum. Doch möchte ich dir noch folgendes mitteilen. Auch ich habe durch Seroquel 25kg zugenommen :( :( :(
Mein Arzt verschreibt das Stimulans Modafinil u.a. gegen die Müdigkeit der Neuroleptika und Freudlosigkeit bei Menschen mit Depressionen oder Psychosen.

Modafinil wird bei Menschen mit Psychosen relativ gut vertragen (mein Arzt sagt das und auch ich hatte neben dem ADS eine Drogenpsychose). Modafinil ist kein klassisches Amphetaminähnliches Stimulanz im Gegensatz zu Ritalin oder D-Amphetamin die "klassischen" Stimulanzien.

Seit dem ich Modafinil nehme (Vigil in Deutschland, Modasomil in der Schweiz), schlafe ich nur noch 8 Std. anstatt 12 Std. und kann wieder am sozialen Leben teilnehmen. Ausserdem habe ich seit Oktober 2012 (Beginn der Einnahme, also 7 Monate bis jetzt), 13kg abgnommen (obwohl ich immer noch 600mg Seroquel XR nehme). Gewichtsabnahme ist oft eine (in diesem Fall positive) Nebenwirkung von Stimulanzien.

In einer amerikanischen Studie verschlimmerten sich die psychotischen Symptome nach Einahme von Ritalin oder D-Amphetamin bei 75% der Teilnehmer.

Bei Modafinil soll das Risiko viel kleiner sein (gemäss Arzt und Studien, auf die durch Internetrecherche gekommen bin), doch ein Restrisiko zur Verschlimmerung der Psychose bleibt bestehen.

Eigentlich nimmst du schon 3 Medikamente und jetzt noch weiteres dazu. Ist vielleicht nicht die Beste Idee ein weiteres zu nehmen, aber 135kg und 14 Std. Schlaf können es doch auch nicht sein.

Ich kenne das (ich war 2 Jahre lang zu 75% krankgeschrieben, also nur noch 25% arbeitsfähig). Inzwischen bin nur noch 25% krankgeschrieben und 75% Arbeitsfähig. Mein Arzt meint das ich nach Absetzen vom Nozinan/Neurocil (killer-müde machendes NL) wieder 100% arbeitsfähig sein werde. Ich hoffe mal auf das Beste.

LG Marco
Zuletzt geändert von marco1980 am Dienstag, 21.05.13, 9:33, insgesamt 4-mal geändert.

marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Dienstag, 21.05.13, 9:22

RobertusAction hat geschrieben:Sogar mein Psychiater sagt er wäre nicht glücklich dass ich so viel Medizin brauche, aber er weiß auch nicht mehr wirklich eine Lösung für das Problem.
Leider haben viele Psychiater zu wenig Erfahrung oder wenden das, was sie an der Uni gelernt haben an ohne selber weiter zu denken.

In der Schweiz verweisen Psychiater, die nicht mehr weiter wissen ihre Patienten oft an die ehemalige Leiterin der grössten psychiatrischen Klinik Burghölzli in der Schweiz. Sie hat jetzt eine Praxis zu dritt in Zürich. Bei ihrem Arbeitskollegen bin ich jetzt in Behandlung.

In der Schweiz gibt es das Buch "Psychopharmaka" von Otto Benkert, Standardstoff an der Uni. Ich habs mal durchgeblättert.
Gegen die meisten Beschwerden wird empfohlen die "neuen so gut verträglichen" SSRI zu verwenden.

Kommt mir eher wie eine Werbebrochüre der Pharmaindustrie vor. Und dass lernen dann unsere zukünftigen Psychiater.

Lg Marco

marco1980

Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von marco1980 » Dienstag, 21.05.13, 9:58

carlotta hat geschrieben:

marco1980 hat geschrieben:vielleicht solltest das Venlafaxin durch ein tryziklisches AD, wie amitryptilin oder doxepin ersetzen um Entzugsbeschwerden abzufangen (amitryptilin ist serotonerger als doxepin also wohl eher für den versuch geignet), aber IN ABSPRACHE VON DEINEM ARZT BITTE.

Achtung, man kann Venlafaxin nicht einfach so durch ein TZA (trizyklisches AD) ersetzen, man MUSS ES AUSSCHLEICHEN!
Ich meinte eine langsame überlappende Umstellung.

Ich selber habe Fluvoxamin gegen die Zwangsstörung verschrieben bekommen, habe es 4 Wochen eingenommen, Übelkeit pur, immer schlimmer werdende Verspannungen der Kaumuskulatur bei Erhöhung der Dosis. Ich wollte es dann absetzten, aber ich hatte bereits Entzugserscheinungen.

Ich habe dann Fluvoxamin durch Amitriptylin ersetzt und dann Amitriptylin durch Doxepin.

Auch Doxepin hilft gut gegen meine Zwangsstörungen und hat bei weitem nicht so viele Nebenwirkungen wie das SSRI.

Lg Marco

RobertusAction
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Re: Seroquel absetzen -- Drogenpsychose ---Depressionen

Beitrag von RobertusAction » Dienstag, 21.05.13, 10:47

marco1980 hat geschrieben:hi robertus
carlotta hat geschrieben:Du möchtest erst einmal das Seroquel loswerden (was ich gut verstehen kann). Und zwei Mittel auf einmal zu reduzieren, ist nicht ratsam.
Da bin ich gleicher Meinung!

a)

Du sprichst von starker Müdigkeit nach der Seroquel Einnahme. Das kenne ich nur zu gut. Vor allem 1-2 Stunden nach der Einnahme ist es ganz schlimm.
RobertusAction hat geschrieben:Seroquel hilft bei mir nicht gegen psychotische Zustände, das Solian sehr wohl
Ok, dann bleib beim Amisulpirid.

Ich habe noch eine Idee. Ich nehme jetzt abends die Seroquel XR (Seroquel Prolong in Deutschland, retardformulierung). Man fühlt sich viel weniger müde, weil es diese "Peaks" 1-2 Std. nach der Einnahme nicht gibt. Ein weiterer Vorteil ist die 1-mal am Tag Einnahme.

Du nimmst 375mg...
Davon könntest 350mg Seroquel XR umstellen und die restlichen 25mg auf gewöhnliches Seroquel
dann reduzierst du auf 350 mg Seroquel XR, 12.5mg Seroquel
=> 350mg Seroquel XR
=> 300mg Seroquel XR +37.5mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR + 25mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR + 12.5mg Seroquel
=> 300mg Seroquel XR
=> 250mg Seroquel XR + 37.5mg Seroquel etc.

b) Du hast ziemlich an Gewicht zugenommen. Liegt das nur am Seroquel oder auch am Solian?

Eigentlich ist das hier ein Absetzforum. Doch möchte ich dir noch folgendes mitteilen. Auch ich habe durch Seroquel 25kg zugenommen :( :( :(
Mein Arzt verschreibt das Stimulans Modafinil u.a. gegen die Müdigkeit der Neuroleptika und Freudlosigkeit bei Menschen mit Depressionen oder Psychosen.

Modafinil wird bei Menschen mit Psychosen relativ gut vertragen (mein Arzt sagt das und auch ich hatte neben dem ADS eine Drogenpsychose). Modafinil ist kein klassisches Amphetaminähnliches Stimulanz im Gegensatz zu Ritalin oder D-Amphetamin die "klassischen" Stimulanzien.

Seit dem ich Modafinil nehme (Vigil in Deutschland, Modasomil in der Schweiz), schlafe ich nur noch 8 Std. anstatt 12 Std. und kann wieder am sozialen Leben teilnehmen. Ausserdem habe ich seit Oktober 2012 (Beginn der Einnahme, also 7 Monate bis jetzt), 13kg abgnommen (obwohl ich immer noch 600mg Seroquel XR nehme). Gewichtsabnahme ist oft eine (in diesem Fall positive) Nebenwirkung von Stimulanzien.

In einer amerikanischen Studie verschlimmerten sich die psychotischen Symptome nach Einahme von Ritalin oder D-Amphetamin bei 75% der Teilnehmer.

Bei Modafinil soll das Risiko viel kleiner sein (gemäss Arzt und Studien, auf die durch Internetrecherche gekommen bin), doch ein Restrisiko zur Verschlimmerung der Psychose bleibt bestehen.

Eigentlich nimmst du schon 3 Medikamente und jetzt noch weiteres dazu. Ist vielleicht nicht die Beste Idee ein weiteres zu nehmen, aber 135kg und 14 Std. Schlaf können es doch auch nicht sein.

Ich kenne das (ich war 2 Jahre lang zu 75% krankgeschrieben, also nur noch 25% arbeitsfähig). Inzwischen bin nur noch 25% krankgeschrieben und 75% Arbeitsfähig. Mein Arzt meint das ich nach Absetzen vom Nozinan/Neurocil (killer-müde machendes NL) wieder 100% arbeitsfähig sein werde. Ich hoffe mal auf das Beste.

LG Marco
Hallo Marco!
Ich habe dieses SeroquelXR oder wie man es sonst noch nennt schon probiert und es hat bei mir verschiedene Verschlechterungen gebracht, ich war den ganzen Tag irgendwie drauf, die Halbwertszeit von Seroquel soll bei acht Stunden liegen, weshalb man dann am nächsten Tag nicht mehr ganz so benebelt ist, aufjedenfall ist es für mich keine Option mehr, es hat noch mehr schlechte Zustände gemacht.
Venlafaxin ist ja auch fast so was ähnliches wie ein Amphetamin, steht auf Wikipedia, daher sehe ich keinen wirklichen Grund auf das Modafinil umzusteigen.
Aber überlegen kann ich es mir ja mal, werde mich darüber informieren.
2000drogeninduzierte Psychose, völliger Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, keine Möglichkeit am Leben teilzunehmen
Von der Psychiatrie Risperdal bekommen in einer Dosis von 3mg täglich genommen, nach einem halben Jahr wieder abgestzt
2001…….Symptomevölliger Rückzug von der Umwelt, Gefühl beobachtet zu werden, Antrieb gleich null, starkes Übergewicht
…………...Diagnose Schizophrenie
…………...MedizinAmisulpirid 50mg 1-1-1-1…..seit 2001 nehme ich Amisulpirid ein…
2008 ……wirklicher Absetzversuch mit Ärzten-daraufhin schwerste Psychose die ich bisher erlebt habe

2001 bis jetztAmisulpirid Anfangs 150mg mittlerweile 550, Höchstdosis in der Psychiatrie 1600mg, Höchstdosis zuhause wegen privaten Problemen 800mg
………………………….runterdosiert in 50mg Schritten
2008 bis jetztVenlafaxin Anfangs 225mg, mittlerweile wegen Trauerfall und Verschlechterung der Depression 300mg
2009 bis jetztQuetiapin Wollte Amisulpirid loswerden wegen erhöhtem Prolaktinspiegel, Versuch scheiterte, jetzt 375mg Quetiapin zusätzlich
2017Quetiapin leider schon eine längere Zeit 475mg
Solian Gott sei Dank mittlerweile nur noch 350mg täglich, Solian wurde in 50mg Schritten reduziert, jeweils ein halbes Jahr gewartet und dann wieder weniger, jetzt eben auf dem Stand
Dezember 2017Solian 350mg
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EffectinER 300mg

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