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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika (DGSP)

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
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edgar
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Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika (DGSP)

Beitrag von edgar » Freitag, 17.10.14, 21:08

Hallo liebe Foris,

ich möchte Euch gern auf eine sehr empfehlenswerte Broschüre von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP e.V.) aufmerksam machen:

http://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_fi ... 14_web.pdf

Die Broschüre steht als Download bereit, kann aber auch gegen eine Schutzgebühr von 2 € zzgl. Porto bestellt werden.

Ihr werdet dort viele Infos finden, die ihr auch bei uns im Forum findet (inkl. der Reduktionsempfehlungen), was unsere Arbeit hier bestärken sollte, da neben Betroffenen und Angehörigen eben auch Psychiater, Sozialpädagogen und Psychologen diese Broschüre geschrieben haben - eben gemeinsam, was am sinnvollsten ist. So zeigt es doch, dass wir hier im Forum Empfehlungen aussprechen, die auch von professioneller Seite geteilt werden.

Es stecken aber auch viele Infos drin, die weniger bekannt sein dürften.

Liebe Grüße an alle.

edgar
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Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

Lisamarie
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Re: Neue Broschüre zum Reduzieren und Absetzen von Neurolept

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 17.10.14, 21:47

Hallo Edgar, tolle Broschüre, werd sie mir die nächsten Tage zu Gemüte führten. Vielen Dank dafür.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
.

Timo88
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Re: Neue Broschüre zum Reduzieren und Absetzen von Neurolept

Beitrag von Timo88 » Montag, 22.12.14, 13:34

Sehr hilfreich. Und auch für mich neue Informationen, darüber dass das Gehirn gegen die Neuroleptika regelt in dem es neue Zellen bildet.
Diagnosen:
12/2005 Psychovegetativer Erschöpfungszustand
03/2006 Dysthymia
10/2008 Psychose
12/2008 Paranoide Schizophrenie
06/2009 Akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie
04/2013 Paranoide Schizophrenie

10/2008 - 03/2009 Psychiatrieaufenthalt

- Lorazepam 3 mg
- Haloperidol
- Citalopram 20 mg
+ jede Menge anderer Neuroleptika

08/2010 - 04/2013 Medikamentenfreie Zeit
- Beschwerdefrei, Symptomfrei, Rückblickend eine geile, glückliche Zeit

04/2013 Ambulante Therapie
- Citalopram 15 mg (machte mich erst richtig unruhig, euphorisch, manisch und psychotisch)
- Quetiapin 50 mg
- Prothipendyl 100 mg
- Lorazepam 0,5 mg

Quetiapin mit Psychiaterin ganz abgesetzt. Dann:

05/2013 - 06/2013 Psychiatrieaufenthalt

- Citalopram 10 -> 5 -> 0 mg
- Quetiapin 50 -> 300 mg
- Lorazepam 0,5 -> 3 -> 2,75 mg
- Paliperidon 6 mg
- Paliperidon 150 mg (Spritze)
- Risperidon 2 mg
- Chlorprothixen 50 mg

06/2013 - 06/2014 Tagesklinik + Ambulante Reduzierung
- Quetiapin 300 -> 200 -> 150 -> 100 -> 50 -> 25 -> 0 mg
- Lorazepam 2,75 -> 2,5 -> 2,25 -> 2 -> 1,75 -> 1,5 -> 1,25 -> 1 -> 0,75 -> 0,5 -> 0,25 -> 0 mg
- Paliperidon 6 -> 3 -> 0 mg
- Paliperidon 150 -> 125 -> 100 mg (Spritze)
- Risperidon 2 -> 1 -> 0 mg
- Biperiden Retard 4 mg
- Chlorprothixen 50 -> 0 mg
- Citalopram 10 -> 5 -> 7,5 mg
- Promethazin 25 -> 10 -> 5 -> 0 Tr.
15.06.2014
- Paliperidon 100 mg -> 85 mg
- Biperiden Retard 4 mg
- Citalopram 7,5 -> 5 -> 0 mg
15.07.2014
- Paliperidon 75 mg
- Biperiden Retard 4 mg
01.08.2014
- Paliperidon 75 mg
- Biperiden Retard 4 mg -> Biperiden 2 mg
12.08.2014
- Paliperidon 50 mg
- Biperiden 2 mg
29.08.2014
- Paliperidon 50 mg
- Biperiden 1 mg
09.09.2014
- Paliperidon 25 mg
- Biperiden 1 mg
18.09.2014
- Paliperidon 25 mg
07.10.2014
- Paliperidon 12,5 mg
04.11.2014
- Paliperidon 0 mg

Kaulquappe 411
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Re: Neue Broschüre zum Reduzieren und Absetzen von Neurolept

Beitrag von Kaulquappe 411 » Dienstag, 06.01.15, 15:30

Vielen Dank für diesen tollen Tipp. Habe einiges hilfreiche für mich und meinen Freund daraus holen können. Sollte Pflichtlektüre für jeden Psychiater werden!!!
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, vermutlich Autoimmunthyreoiditis
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!

LinLina
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Re: Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika (DGSP)

Beitrag von LinLina » Samstag, 09.04.16, 10:52

Hallo :-)

Eine Anmerkung: Die Broschüre der DGSP empfiehlt unter anderem auch die Reduktion durch tageweises Auslassen der Einnahme ("extended dosing"):
Auch die Einnahme der Neuroleptika in einem verlängerten Einnahmeintervall („extended dosing“) – nur noch jeden 2. oder 3. Tag – kann sinnvoll sein, um dem Stoffwechsel des Gehirns eine Anpassung zu ermöglichen. Dabei sollte mit einem zunächst zweitägigen Abstand begonnen und nach drei Monaten und bei Stabilität dreitägigen Abstand vorgegangen werden. Dies wurde bisher in zwei Pilotstudien, allerdings nur über 6 Monate als erfolgreich untersucht (Remington et al. 2005, 2010, 2011). Bisher gibt es keine Studie, die das „extended dosing“ bis zum vollständigen Absetzen eines Medikaments durchgeführt hat. Bitte beachten: Clozapin und Olanzapin sind aufgrund ihrer Rezeptorbindungszeit für ein solches Vorgehen nicht geeignet.
Diese Methode empfehlen wir meist nicht, da es zu größeren Dosisschwankungen kommen kann und das ZNS dadurch evtl. unnötig irritiert wird.

Um kleinere Dosierungen für die tägliche Einnahme zu zubereiten, ist oft die Wasserlösemethode oder die Verwendung einer Feinwaage zu empfehlen (nicht bei Retard-Präparaten).


lg Lina
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padmaMurmeline
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.12.2017: 0.25 mg Mirtazapin

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: / Mein Thread
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