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Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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jonasw
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Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon jonasw » Samstag, 12.08.17, 22:58

Hallo liebe Forengemeinde,

ich hatte mit 17 eine schwere Krise: Depressionen, soziale Angst und starker Alkoholmissbrauch entwickelten sich. Zusätzlich zu einer psychoanalytischen Therapie erhielt ich Mirtazapin. Das wechselte über die Jahre dann zu Fluoxetin, Sertralin, Venlafaxin und Bupropion in dieser Reihenfolge.

Mit der Hilfe der Medikamente krempelte ich mein Leben komplett um: Ich wiederholte freiwillig die elfte Klasse und machte ein recht gutes Abi. Ich machte ein Jahr ein Orientierungsstudium, ging danach für ein Jahr ins Ausland (Neuseeland) und fing dann den Studiengang Elektrotechnik in Dresden an. Da mir das alleine leben in einer fremden Stadt und die Stadt selbst nicht gefielen, ging ich zurück nach Berlin und fing ein Jahr später wieder Elektrotechnik an. Ich war mit meiner Entwicklung ziemlich zufrieden.

Mir halfen vor Allem die antriebssteigernden Medikamente Venlafaxin und Bupropion, da ich eher antriebsschwach bin. Die Medikamente gaben mir die Fähigkeit, handlungsfähig zu sein. Ich konnte Termine wahrnehmen, mein Studium planen und vor Allem waren meine Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit sehr gut. Auch meine Gedächtnisleistung war sehr gut.

Mit der Zeit häuften sich bei mir die Nebenwirkungen: Gewichtszunahme, Herzrythmusstörungen und hohe Herzfrequenz (Bupropion), Mundtrockenheit. Ich hatte immer mehr das Gefühl, die Medikamente seien mehr Belastung als dass sie mir nützen würden und habe in Absprache mit meinem Arzt mein Medikament abgesetzt. Das Absetzen selbst ging ziemlich locker. Entzugserscheinungen waren gelegentliche Brain Zaps, aber nichts Dramatisches. Mein Gewicht reduziert sich, die Mundtrockenheit ist besser geworden und die Emotionen kehren zurück. Auch mein Herzschlag ist wieder optimal. Auf körperlicher Ebene ist alles wieder in Ordnung und depressiver als ohne bin ich auch nicht.

Aber: Meine Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung nehmen ab. Ich bin schnell ermüdet und kann mich nicht fokussieren. Mein Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht gut. Multitasking wird schlechter. Ich kann Dinge nicht mehr gut "zwischenmerken" während ich mich kurz auf etwas Anderes konzentriere. Ich bin ständig müde. Der jetzige Zustand ist inakzeptabel. Ich schreibe bald eine Matheklausur und muss bis dahin wieder fit sein. Wenn sich das nicht bessert, bin ich gezwungen mir wieder Medikamente verschreiben zu lassen.

Meine Frage an euch ist: Glaubt ihr, dass sich das bessern kann? Ist es wahrscheinlich, dass das Entzugserscheinungen sind, oder ist das mein Gehirn im Normalzustand? Brauche ich Medikamente als "Brain-Booster" um die Komplexität im Studium zu meistern? Kennt jemand von euch diese Dinge?
Kennt jemand einen guten Psychiater in Berlin, der WIRKLICH Ahnung hat und viele Tests macht? Wie z.B. Brainscan, Untersuchung von Hormonspiegeln. Untersuchung auf Fatigue-Syndrom. Ich habe nicht das Gefühl bei meinem Arzt in guten Händen zu sein.

Ich freue mich über jede Antwort. LG Jonas

Anikke
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Anikke » Samstag, 12.08.17, 23:47

hallo Jonas
Willkommen im forum. wann hast du die Medikamente denn abgesetzt und wie?
da die meisten Psychiater sich mit dem absetzen und absetzerscheinungen nicht auskennen, raten sie häufig zu viel zu schnellem absetzen.
es könnte deshalb sein dass du an absetzerscheinungen leidest.
eventuell verbessern sich deine Symptome wenn du eine ganz geringe Dosis wieder eindosierst, aber dazu wäre es gut zu wissen wann du die letzte Dosis genommen hast.
ich kenne leider keinen guten Psychiater in Berlin..
erst einmal gute Nacht ;-)
Liebe grüße anikke
01.03. bis 21.06. täglich 15 mg Mirtazapin
seit 21.06. 2017 täglich ca 11 mg Mirtazapin
seit 06.07.2017 12 mg
seit 03.08.2017 10 mg
seit 09.09.2017 9 mg
seit 08.10.2017 8 mg
seit 27.10.2017 7,5 mg
seit 24.11.2017. 6,7 mg

jonasw
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon jonasw » Sonntag, 13.08.17, 0:37

Wechsel von Venlafaxin auf Bupropion war ca. am 26.5. Da Venlafaxin auch Serotonin hemmt und Bupropion nicht, war das quasi der Zeitpunkt des Serotoninentzugs. Ich hatte 150mg Bupropion bin aber von mir aus runtergegangen, weil mich das Medikament sehr aggressiv gemacht hat und meine Angst verstärkt hat. Ich war dann sicher für einen Monat bei 75, dann zwei Wochen 37,5 und seit dem 26.7. auf 0. Also bin ich seit 2 einhalb Wochen ohne Medikament.
Ich war vielleicht etwas zu ungeduldig, aber jetzt ist es passiert und wie gesagt waren meine Entzugserscheinungen gar nicht schlimm. Nur die beschriebenen Symptome sind jetzt da, die mich nur sehr verunsichern und ein Problem wären, wenn es so bleibt.

Und danke für die schnelle Antwort :)

sybsilon
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon sybsilon » Sonntag, 13.08.17, 9:08

Hallo Jonas,

willkommen im Forum.
Leider hast du zu schnell abgesetzt. Wir empfehlen hier alle 4-6 Wochen 5-10% der Dosis zu reduzieren um alltagskompatibel zu bleiben.

Dein ZNS kommt bei diesem Tempo nicht mit, somit können die Absetzsymptome auch erst zeitverzögert auftreten. Das heißt auch erst nach 2-3 Wochen oder sogar Monaten. So War es leider bei mir.

Ich würde wieder eine kleine Menge eindosieren, und nach einer Stabilisierung ganz langsam nach unseren Empfehlungen ausschleichen.

Warte auf eine Antwort vom Team, die können dir noch präzisere Angaben machen.

Alles Gute Sybsilon
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.

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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Anikke » Sonntag, 13.08.17, 10:40

guten morgen Jonas,
ojeee das absetzen war wirklich zu schnell.
ich würde dir auch raten, eine kleine Dosis wieder einzudosieren, aber welches Medikament und wieviel rät dir sicher noch jmd aus dem Team, die kennen sich besser aus.
ich bin mir sicher, dass du wieder so leistungsfähig bist wie vorher, wenn sich dein ZNS beruhigt hast, evtl braucht es etwas Zeit..
alles gute dir.
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon jonasw » Sonntag, 13.08.17, 19:05

Hallo Sybsilon und Anikke,

ich danke euch für eure Antworten. Ich werde jetzt wieder eine kleine Dosis einnehmen. Und zwar werde ich die Kügelchenmethode anwenden, die ja hier im Forum oft beschrieben wird. Ich wollte diesmal das Duloxetin ausprobieren. Das Venlafaxin hatte damals die beste psychische Wirkung, allerdings auch unangenehme Nebenwirkungen. Deswegen wollte ich ein Medikament aus der selben Wirkstoffgruppe ausprobieren. Mein Arzt meinte, dass obwohl die selben Neurotransmitter angesprochen werden, die Medikamente ein unterschiedliches Nebenwirkungsprofil haben können.
Ich werde dann berichten, wie das verläuft.

Noch eine Frage: Hat jemand von euch seine Medikamente erfolgreich abgesetzt ohne Abstriche in seinen geistigen Fähigkeiten machen zu müssen?

Liebe Grüße, Jonas

Jamie
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Jamie » Sonntag, 13.08.17, 19:53

Kein Duloxetin bitte.
Ich erkläre das gerne später.
Wenn Wiedereinnahme, dann am ehesten Venlafaxin in niedriger (zB 5-10mg) Dosis.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon jonasw » Montag, 14.08.17, 7:43

Leider zu spät. Nehme jetzt 2mg Duloxetin (20 Kügelchen) und es scheint seine gewünschte Wirkung zu erfüllen, was ich sehr erstaunlich finde bei dieser Mini-Dosis . Warum rätst du von diesem Medikament ab?

LG Jonas

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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Jamie » Montag, 14.08.17, 9:36

Hallo jonas, :)

willkommen im Forum.

Was du machst ist Medikamentenhopping und fliegende Wechsel.
Das kann sich irgendwann sehr rächen, denn damit reizt man sein ZNS sehr.

Dass das Medikament sofort am ersten Tag wirkt, ist ein deutliches Zeichen, dass du an Absetzsymptomen leidest, die aktuell anscheinend gerade vom Duloxetin aufgefangen werden.
Kein AD wirkt innerhalb von Stunden! im Sinne von Grunderkrankungsbekämpfung, es sei denn, man kompensiert damit Absetzsymptome.

Und Absetzsymptome sollten eigentlich mit dem gelindert werden, was die Symptome ausgelöst hat - und da tippe ich bei dir, dass das das Venlafaxin war.
Deswegen habe ich gestern geraten, lieber zum Venlafaxin zurückzukehren.
Es ist kritisch Symptome mit einem neuen AD auffangen zu wollen. Das Deckeln kann klappen, aber auch schief gehen.

Wir im ADFD sind medikamentenkritisch.
Du scheinst mir bislang ehrlich gesagt eine ziemlich unkritische Haltung an den Tag zu legen; wir informieren dich gerne über die Risiken diese Medikamente, aber Empfehlungen welches AD "gut" oder "besser" ist, wirst du hier nicht bekommen.

Ich werde mich da jetzt auch nicht einmischen, wie du weitermachen sollst.
Das musst du entscheiden.

Es war auf jeden Fall schon mal gut, dass du nur 2mg genommen hast. Da diese Stoffe in niedrigen Dosierungen sehr potent sind und du vermutlich deine Absetzsymptome deckelst, ist es dann auch nicht verwunderlich, dass du so schnell Effekte hast.

Entscheide, ob du mit dem Duloxetin oder dem Venlafaxin weitermachst.
Nach einem Tag könnte man auch wieder zurückwechseln, zB auf 2mg Venlafaxin.
Die beiden sind sich vom Wirkspektrum sehr ähnlich.

Was macht das Zeug in deinem Kopf? SSRI und insbesondere SNRI wie Duloxetin und Venlafaxin haben amphetaminähnliche Wirkungen und in Teilen eine den Amphetaminen ähnliche chem. Struktur.
Sozusagen legales Dope auf Rezept. Du hast dich, deinen Körper und das Gehirn an das Funktionieren mit diesem Aufputscher gewöhnt und da du nicht richtig ausgeschlichen hast, macht sich das jetzt vermutlich über die von dir beschrieben kognitiven Einbußen bemerkbar.

Vorsicht ist geboten! Das macht der Körper mal eine Weile mit, aber irgendwann kann das auch mächtig Probleme machen, zB wegen Nebenwirkungen und beginnendem poop out (Wirkverlust).
Durch diese Mittel wirst du permanent künstlich angeregt und gepusht; das ist ein zutiefst unnatürlicher Zustand. Er mag helfen aus schwersten Krisen und Depressionen mit starker Antriebsschwäche herauszufinden, also in der Kurzzeiteinnahme, in der Langzeitanwendung werden SSRI und SNRI problematisch.

Grüße
Jamie

Im Anhang eine Übersetzung von Prof Gotzsche, Leiter des renommierten Nordic Cochrane Instituts:

10 Mythen über Antidepressiva

Autor: Prof. Peter Christian Gøtzsche, Internist und dänischer Medizinforscher und Direktor des Nordic Cochrane Centers am Rigshospitalet in Kopenhagen, Dänemark.

10 Mythen über Depression und Psychopharmakologie

Mythos 1: Die Erkrankung wird durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn hervorgerufen.
Mythos 2: Es ist kein Problem, eine Antidepressiva-Behandlung zu beenden.
Mythos 3: Psychopharmaka sind zur Behandlung psychischer Störungen so notwendig wie Insulin bei Diabetes
Mythos 4: Psychopharmaka reduzieren die Anzahl chronisch kranker Menschen.
Mythos 5: Antidepressiva lösen keinen Suizid in Jugendlichen und Erwachsenen aus
Mythos 6: Antidepressiva haben keine Nebenwirkungen
Mythos 7: Antidepressiva machen nicht abhängig.
Mythos 8: Die Verbreitung von Depressionen ist angestiegen
Mythos 9: Das Hauptproblem ist nicht die Überbehandlung, sondern die zu geringe Behandlung
Mythos 10: Neuroleptika verhindern Gehirnschaden

Es gibt zu jedem Mythos noch eine ausführliche Erklärung, das sollte nach und nach übersetzt werden.

Quelle: http://davidhealy.org/psychiatry-gone-astray/

Einleitung:
Am Nordic Cochrane Zentrum haben wir Antidepressiva mehrere Jahre erforscht und ich habe mich schon lange gefragt, warum führende Professoren der Psychiatrie ihre Arbeitspraxis auf eine Reihe von fehlerhaften Mythen aufbauen. Diese Mythen sind schädlich für die Patienten. Viele Psychiater sind sich bewusst, dass die Mythen nicht mehr gehalten werden können und haben mir das auch so gesagt, aber sie trauen sich nicht von den offiziellen Positionen abzuweichen, um ihre Karriere nicht zu gefährden.

Als Spezialist für Innere Medizin riskiere ich es nicht, meine Karriere zu ruinieren, indem ich den Zorn der Professoren auf mich ziehe und ich werde hier versuchen, zur Rettung der vielen gewissenhaften, aber unterdrückten Psychiatern und Patienten beizutragen, indem ich die schlimmsten Mythen aufliste und erkläre, warum Antidepressiva schädlich sind.


Mythos 1: Die Erkrankung wird durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn hervorgerufen.
Den meisten Patienten wird das erzählt, aber es ist völlig falsch. Wir haben keine Ahnung vom Zusammenspiel psychosozialer Bedingungen, biochemischer Prozesse, Rezeptoren und Nervenbahnen, die zu psychischen Störungen führen und die Theorien, dass Patienten mit Depressionen Serotonin fehlt und dass Patienten mit Schizophrenie zu viel Dopamin hätten sind längst widerlegt. Die Wahrheit ist genau das Gegenteil. Es gibt kein chemisches Ungleichgewicht zu Beginn, aber bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen mit Medikamenten erschafft man ein chemisches Ungleichgewicht, einen künstlichen Zustand, dem das Gehirn versucht, entgegenzuwirken.

Das bedeutet, es geht einem noch schlechter, wenn man versucht, das Medikament nicht mehr zu nehmen. Ein Alkoholiker geht es auch noch schlimmer, wenn er keinen Alkohol mehr trinkt, aber das bedeutet nicht, dass seinem Gehirn Alkohol gefehlt hat, als er begann zu trinken.

Die überwiegende Mehrheit der Ärzte schadet ihren Patienten weiter, indem sie ihnen sagen, dass die Entzugssymptome ein Zeichen wären, dass sie immer noch krank sind und weiter Medikamente benötigen. Auf diese Weise verwandeln die Ärzte die Menschen in chronischen Patienten, darunter diejenigen, für die gar keine pharmakologische Behandlung notwendig gewesen wäre. Dies ist einer der Hauptgründe, dass die Zahl der Patienten mit psychischen Erkrankungen steigt, und dass die Zahl der Patienten, die nicht wieder in den Arbeitsmarkt kommen, zunimmt. Dies ist weitestgehend den Medikamenten geschuldet und nicht der Krankheit.

Mythos 2: Es ist kein Problem, eine Antidepressiva-Behandlung zu beenden.
Ein dänischer Professor für Psychiatrie sagte dies kürzlich bei einem Treffen von Psychiatern, kurz nachdem ich erklärt habe wie schwer es für Menschen sein kann, Antidepressiva abzusetzen. Glücklicherweise haben ihm zwei weitere, ausländische Professoren auf dem Meeting widersprochen. Einer hat eine Untersuchung mit Menschen mit Panikstörung und Platzangst durchgeführt und die Hälfte fand es schwer, die Medikamente abzusetzen, obwohl sie schon langsam ausgeschlichen haben. Es ist nicht möglich, dass bei diesen Menschen das Absetzen so schwer ist, weil die Depression zurück kommt, denn sie waren vorher nicht depressiv. Die Symptome kommen vom Entzug der Antidepressiva und nicht von der Erkrankung.

Mythos 3: Psychopharmaka sind zur Behandlung psychischer Störungen so notwendig wie Insulin bei Diabetes
Die meisten Patienten mit Depression oder Schizophrenie haben diese Lüge gehört, immer und immer wieder, fast wie ein Mantra, in TV, Radio und Zeitungen. Wenn man Insulin an einen Patienten mit Diabetes gibt, dann gibt man ihm etwas, das dem Patienten fehlt, nämlich Insulin. Da wir noch nie in der Lage gewesen sind, zu zeigen, dass einem Patient mit einer psychischen Störung etwas fehlt etwas, das Menschen, die nicht krank sind nicht fehlt, ist es völlig falsch, diese Analogie zu verwenden.

Patienten mit Depressionen mangelt es nicht an Serotonin, und es gibt sogar Medikamente, die bei Depressionen helfen, obwohl sie Serotonin senken. Darüber hinaus, im Gegensatz zu Insulin, das etwas ersetzt, was der Mensch nicht hat und sonst nichts anderes tut, haben psychotrope Medikamente ein sehr breites Wirkungsspektrum im ganzen Körper, von denen viele Wirkungen schädlich sind. Also auch aus diesem Grund ist die Insulin-Analogie sehr irreführend.

Mythos 4: Psychopharmaka reduzieren die Anzahl chronisch kranker Menschen.
Dies ist wahrscheinlich der schlechteste Mythos von allen. US-Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker demonstriert überzeugend in seinem Buch "Anatomy of an Epidemic", dass die zunehmende Verwendung von Psychopharmaka nicht nur Patienten in die Krankenrolle steckt, sondern auch viele Probleme chronifiziert, die ansonsten nur eine flüchtige Erscheinung gewesen wären.

Hätte es eine Wahrheit im Insulin-Mythos gegeben, hätten wir erwartet, weniger Patienten, die nicht für sich selbst sorgen können, zu sehen. Allerdings ist nun das Gegenteil der Fall. Der deutlichste Beweis dafür ist auch der tragischste, nämlich das Schicksal unserer Kinder, nachdem wir begonnen haben, diese mit Psychopharmaka zu behandeln. In den Vereinigten Staaten erhalten Psychiater mehr Geld von Pharmaunternehmen, als die Ärzte in einem anderen Fachgebiet und diejenigen, die am meisten Geld nehmen, neigen dazu, Antipsychotika an Kinder am häufigsten zu verschreiben. Dies wirft eine Korruptionsverdacht über das akademischen Urteil auf.

Die Folgen sind vernichtend. Im Jahr 1987, kurz bevor die neueren Antidepressiva (SSRI oder Glückspillen) auf den Markt kamen, waren sehr wenige Kinder in den Vereinigten Staaten psychisch krank. Zwanzig Jahre später war es mehr als 500.000, was eine 35-fache Steigerung darstellt. Die Zahl der psychisch Kranken ist in allen westlichen Ländern explodierte. Eine der schlimmsten Folgen ist, dass die Behandlung mit ADHS Medikamente und Antidepressiva eine völlig neue Krankheit in etwa 10% der Behandelten hervorruft - und zwar bipolaren Störung - was wir früher als manisch-depressive Erkrankung kannten.

Führende Psychiater haben behauptet, dass es "sehr selten" ist, dass Patienten, die Antidepressiva nehmen, bipolar werden. Das stimmt nicht. Die Anzahl der Kinder mit bipolaren Störungen ist um das 35-fache in den Vereinigten Staaten gestiegen seit Neuroleptika verschrieben werden, dies ist eine ernsthafte Entwicklung. Neuroleptika sind sehr gefährlich und einer der Hauptgründe, warum Patienten mit Schizophrenie 20 Jahre kürzer als andere leben. Ich habe in meinem Buch "Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität" geschätzt, dass nur eines der vielen Präparate (Zyprexa - Olanzapin) weltweit 200.000 Patienten getötet hat.

Mythos 5: Antidepressiva lösen keinen Suizid in Jugendlichen und Erwachsenen aus
Einige Professoren sind bereit zuzugeben, dass Antidepressiva die Häufigkeit von Suizidverhalten erhöhen, während sie gleichzeitig leugnen, dass dies zwangsläufig zu mehr Selbstmorde führt, obwohl es gut dokumentiert ist, dass die beiden Aspekte eng miteinander verbunden sind. Ulf Wiinberg, CEO Lundbeck, ging sogar noch weiter in einem Radio-Programm im Jahr 2011, als er behauptete, dass Antidepressiva die Selbstmordrate bei Kindern und Jugendlichen reduziere. Als der fassungslose Reporter ihn fragte, warum es eine Warnung vor diesem suizidalen Verhalten auf der Packungsbeilagen gäbe, antwortete er, dass er erwarte, dass diese Informationen von den Behörden in naher Zukunft geändert werden würden!

Selbstmorde bei gesunden Menschen, von Antidepressiva ausgelöst, wurden ebenfalls berichtet. Die Unternehmen und die Psychiater haben immer wieder die Krankheit beschuldigt, wenn Patienten Selbstmord begehen. Es ist wahr, dass die Depression das Risiko von Selbstmord erhöht, aber Antidepressiva erhöhen es noch mehr, zumindest bis zu einem Alter von ca. 40 Jahren, entsprechend einer Meta-Analyse von 100.000 Patienten in randomisierten Studien, durchgeführt von der US Food and Drug Administration.

Mythos 6: Antidepressiva haben keine Nebenwirkungen
Auf einer internationalen Psychiatrie-Tagung im Jahr 2008 kritisierte ich Psychiater dafür, viele gesunde Menschen auf Depressionen überprüfen zu wollen. Die empfohlenen Screening-Tests sind so mangelhaft, dass einer von drei gesunden Menschen fälschlicherweise als depressiv diagnostiziert werden wird . Ein Professor antwortete, das spiele keine Rolle, dass auch gesunde Menschen wurden behandelt, denn Antidepressiva hätten keine Nebenwirkungen!

Antidepressiva haben viele Nebenwirkungen. Sie beseitigen Emotionen, was sich nach Aussagen einiger Patienten anfühlt wie das Leben unter einer Käseglocke. Patienten kümmern sich weniger über die Folgen ihres Handelns, sie verlieren Empathie gegenüber anderen und sie können sehr aggressiv werden. In Schießereien in Schulen in den Vereinigten Staaten und anderswo sind auffallend viele Menschen auf Antidepressiva gewesen.

Die Unternehmen sagen uns, dass nur 5% der sexuellen Probleme mit Antidepressiva zusammenhängen, aber das ist nicht wahr. In einer Studie, die dieses Problem genau untersuchte, zeigten sich sexuelle Störungen bei 59% von 1.022 Patienten, und sie alle hatten ein normales Sexualleben, bevor sie ein Antidepressivum genommen haben. Zu den Symptomen gehören verminderte Libido, verzögerter oder kein Orgasmus sowie Ejakulation- und Erektionsstörungen, alles in allem eine hohe Rate und mit einer geringen Toleranz (unter 40% der Patienten). Antidepressiva sollten daher nicht für Depressionen vermarktet werden, wo ihr Effekt sowieso eher klein ist, sondern als Pillen, die das Sexualleben zerstören.Mythos 7: Antidepressiva machen nicht abhängig.
Natürlich machen sie abhängig und das verwundert nicht, denn sie sind chemisch verwandt mit Amphetaminen und verhalten sich auch so. Antidepressiva sind wie Rauschmittel auf Rezept
. Das schlechteste Argument, dass ich in Bezug auf den Mythos, dass Antidepressiva nicht abhängig machen würden, gehört habe, ist, dass Patienten keine höhere Dosis benötigen würden. Sollen wir daher auch glauben, dass Zigaretten nicht abhängig machen? Die Mehrzahl der Raucher konsumiert die gleiche Zigarettenanzahl über Jahre.

Mythos 8: Die Verbreitung von Depressionen ist angestiegen
Ein Professor argumentiert in einer TV-Debatte, dass die hohen Verschreibungszahlen von Antidepressiva nicht problematisch seien, da Depressionen in den letzten 50 Jahren häufiger auftreten würden. Ich habe ihm geantwortet, man könne so etwas nicht behaupten ohne Bezug auf die Diagnosekriterien zu nehmen, die in dieser zeit immer weiter heruntergesetzt wurden. Wenn man alle Elefanten in Afrika zählen möchte, dann verändert man nicht die Kriterien für das, was einen Elefanten ausmacht, und zählt schlussendlich auch alle Gnus zu Elefanten.

Mythos 9: Das Hauptproblem ist nicht die Überbehandlung, sondern die zu geringe Behandlung
Wieder einmal haben führende Psychiater den Bezug zur Realität verloren. In einer Studie aus 2007 sagten 51% von 108 Psychiatern aus, sie würden zu viel Psychopharmaka verschreiben und nur 4 % sagten, sie würden zuwenig verschrieben. Zwischen 2001 und 2003 haben 20% der US-Amerikaner zwischen 18 und 54 medikamentöse Behandlungen wegen emotionalen Problemen erhalten, und die Verschreibungszahlen von Antidepressiva in Dänemark sind so hoch, dass wir alle 6 Jahre lang damit behandelt werden könnten. Das ist doch irgendwie krank.

Mythos 10: Neuroleptika verhindern Gehirnschaden
Einige Professoren sagen, dass Schizophrenie Hirnschäden verursacht und dass es daher wichtig sei, Antipsychotika zu verwenden. Jedoch führen Antipsychotika zu einer Schrumpfung des Gehirns, und dieser Effekt ist direkt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung verbunden. Es gibt andere gute Hinweise darauf, dass man Antipsychotika so wenig wie möglich verwenden sollte, da es den Patienten dann besser ergeht langfristig. In der Tat sollte man Antipsychotika bei den meisten Patienten mit Schizophrenie ganz vermeiden, da dies die Chancen, dass die Patienten wieder gesund werden, erhöht und es würde auch die Lebenserwartung erhöhen, denn Neuroleptika töten viele Patienten durch Langzeitschäden.

Wie sollten Psychopharmaka eingesetzt werden?
Ich bin nicht gegen den Einsatz dieser Medikamente, solange sichergestellt ist, dass man weiß, was man tut und diese nur in Situationen einsetzt, in denen sie mehr Nutzen als Schaden bringen. Psychopharmaka können manchmal für einige Patienten nützlich sein, besonders als Kurzzeittherapie und in Akutsituationen. Aber meine Studien in diesem Bereich bringen mich zu einer ungemütlichen Schlussfolgerung:

Unsere Mitbürger wären besser dran, wenn wir alle Psychopharmaka vom Markt nehmen, da die Ärzte unfähig sind, mit ihnen richtig umzugehen. Es ist unausweichlich, dass ihre Verfügbarkeit mehr Schaden als Nutzen mit sich bringt. Psychiater sollten daher alles versuchen, um Menschen so wenig wie möglich, so kurz wie nötig oder am Besten gar nicht mit Psychopharmaka zu behandeln.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Que
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jonasw
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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon jonasw » Donnerstag, 17.08.17, 11:35

Liebe Jamie, danke für deine Antwort.

Ich denke auch, dass es Absetzsymptome sind.

Mein letztes Medikament war das Bupropion, aber vielleicht hast du Recht, dass das Venlafaxin immernoch seinen Teil zu den Absetzsymptomen beiträgt.

Ich bin auch medikamentenkritisch, auch wenn du das vielleicht nicht erkennen kannst. Allerdings waren die Medikamente für mich in einer Zeit in der ich viel an Suizid denken musste eine Erlösung. Sie haben mir sehr geholfen. Vielleicht hast du diese Erfahrung nie gemacht und hast daher eine sehr negative Sicht auf die Medikamente (In deinem Text stand, dass du nicht depressiv, sondern verzweifelt warst). Vielleicht hast du nie die Erfahrung gemacht wie innerhalb kürzester Zeit aus diesem Sturm in deinem Kopf glatte Wogen werden und endlich das Gefühl vergeht dich selbst verletzen und umbringen zu wollen.

Nichtsdestotrotz ist mein Traum eines Tages ohne Medikamente leben zu können. Ich nehme viele Nebenwirkungen in kauf, die sehr unangenehm sind. Und ich weiß auch, dass die Medikamente einen schweren Eingriff in das Neurotransmittersystem darstellen, welches wir kaum verstehen. Ich weiß, dass die Langzeitwirkungen unklar sind. Ich weiß, dass die Medikamente Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Ich weiß, dass sie Herzrythmusprobleme verursachen. Ich weiß, dass sie in einigen Fällen zu Suizidalität und Aggressivität führen. Ich weiß das alles. Aber gleichzeitig ist das immernoch besser als sich selbst umzubringen, denkst du nicht?

Ich muss nicht überzeugt werden, dass man diese Medikamente nicht leichtfertig einnehmen sollte. Aber das tue ich gewiss nicht. Deswegen bin ich ja hier und schreibe mit dir. Aber ich möchte auch nicht mein Studium abbrechen müssen oder die Kontrolle über mein Leben verlieren.

Mein Plan ist jetzt folgender:

Ich nehme zur Zeit 5mg Duloxetin und möchte diese Dosis einnehmen bis ich mich stabil fühle. Dann möchte ich pro Woche 1 Pellet weniger einnehmen (0,1mg), was bedeutet, dass ich 50 Wochen ausschleiche (das ist fast ein ganzes Jahr). Ist das so in Ordnung oder vielleicht sogar zu langsam?

LG Jonas

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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Anikke » Freitag, 18.08.17, 8:58

guten morgen Jonas,
schön dass die Symptome sich bessern konnten. ich bin immer wieder erstaunt, was für geringe Dosen für eine Wirkung haben.
trotzdem du das Medikament wechseltest, gehe ich davon aus, dass es sich um entzugssymptome handelte, die nun beruhigt werden konnten.
das klingt doch gut. ich bin keine Expertin, aber ich glaube, zu langsam gibt es nicht.
aber mich interessiert, warum du so langsam vorgehen möchtest.
du hast sehr schwere Zeiten durchgemacht.
und sicher haben die Medikamente dir zu Beginn sehr geholfen. das war bestimmt erlösend für dich.
ich glaube aber dass mindestens zu 70%, wenn nicht mehr, du selbst zur Besserung deiner Symptome beigetragen hast. du hast Hilfe angenommen und Therapie gemacht, hast dir ziele gesetzt und dich entwickelt. die media haben etwas unterstützt, aber in ihrer Wirkung auch wieder nachgelassen. deshalb ist es gut, sie wieder loszulassen, denn sie sind nicht für deine gute Entwicklung verantwortlich sondern du selbst.
liebe grüße anikke
01.03. bis 21.06. täglich 15 mg Mirtazapin
seit 21.06. 2017 täglich ca 11 mg Mirtazapin
seit 06.07.2017 12 mg
seit 03.08.2017 10 mg
seit 09.09.2017 9 mg
seit 08.10.2017 8 mg
seit 27.10.2017 7,5 mg
seit 24.11.2017. 6,7 mg

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Re: Konzentrationsschwäche und Gedankenarmut nach Absetzen

Beitragvon Murmeline » Freitag, 18.08.17, 9:00

Hallo Jonas,

willkommen! Könntest Du bitte als erstes eine Signatur anlegen?!
Rechts oben auf deinen Namen, persönlicher Bereich, Profil, Signatur ändern und Ausgangsproblematik eintragen, mit halbwegs genauen Daten dazu, wieviel wann von was genommen und wie reduziert/gewechselt wurde. Die Signatur ist eine Kurzfassung, um sich einen Überblick zu verschaffen, sie ist ggf. auch Absetzdokumentation und ohne geht es hier jedenfalls auf Dauer nicht :) app.php/rules#signatur-erstellen Dankeschön!

Ich lese, dass Du Medikamente zu einem Zeitpunkt Deines Lebens als hilfreich empfunden hast, gleichzeitig aber auch berechtigterweise nachdenklich bzgl. nebenwirkungen, Risiken, Folgewirkungen bist. ich wünsche Dir, das Du den apssenden Weg für Dich findest. Ein Blick in unsere Hintergrundinformationen kann sich lohnen, da ist auch der ein oder andere Artikel interessant, zum Beispiel: Psychopharmaka können die Symptome psychischer Störungen nicht dauerhaft lindern viewtopic.php?f=6&t=12081

Ich nehme zur Zeit 5mg Duloxetin und möchte diese Dosis einnehmen bis ich mich stabil fühle. Dann möchte ich pro Woche 1 Pellet weniger einnehmen (0,1mg), was bedeutet, dass ich 50 Wochen ausschleiche (das ist fast ein ganzes Jahr). Ist das so in Ordnung oder vielleicht sogar zu langsam?

Hier gibt es allgemeine Infos zum Thema AD absetzen: viewtopic.php?f=18&t=12880. Schau mal rein und lies auch die verlinkten beiträge quer.

Der Plan, den Du Dir gemacht hast, könnte womöglich auch funktionieren, es wäre eine Art Mikrotapering. Leider weiß man nie genau im Voraus, wer wie reagiert, teilweise muss man vorsichtig testen und insgesamt muss man schauen, wie der Absetzverlauf sich gestaltet und dnan ggf. das Vorgehen anpassen.

Ich hoffe, Du findest Deiren Stabilität bald wieder. Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier


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