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Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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John65
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Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon John65 » Donnerstag, 07.12.17, 14:22

Hallo zusammen,

ich bin 52 Jahre alt und erhalten seit 4 Jahren die volle Erwerbsminderungsrente(seit 2017 dauerhaft)
In die Rente "zwangen" mich 2 heftige Burnouts mit den Diagnosen:

- mittelgradige bis schwere Depression (in Schüben)
- mittelgradige bis schwere Erschöpfungszustände mit starker Antriebslosigkeit
- organische Angststörung
- narzistische Persöhnlickeitsstörung

Nachdem ich mich jahrelang gegen den Einsatz von Antidepressiva gewehrt hatte, willigte ich schließlich, aufgrund der oben genannten Diagnosen im Oktober 2015 in eine medikamentöse Therapie ein.

Um es kurz zu machen: ...nachdem keine AD´s angschlugen, kam ich schließlich zu Venlafaxin.
Ich steigerte langsam und musste leider bis 300 mg (alles ambulant) gehen um eine Wirkung und Linderung zu erfahren.
Meine Beschwerden besserten sich enorm und mir ging es so gut wie schon lange nicht mehr. Die Krankheit war wie weggeblasen.
Nebenwirkungen hatte ich (außer Schwitzen) keine. Ich konnte auch Alkohol ohne Probleme konsumieren.

In der Zeit vor den AD´s hatte ich teilw. schwere depressive Schübe und so nahm mein Interesse an sexuellen Aktivitäten immer mehr ab, bis es gänzlich verschwand. Auch aufgrund dieser Tatsache trennte sich mein Frau letzten Sommer von mir.
Ungeachtet des Trennungsschmerzes befand ich mich nun rel. erfolgreich auf Partnersuche, bis es dann schließlich zum Sex kommen sollte...
Es ging nix mehr. Er ließ mich vollkommen im Stich. Ich war erstmal geschockt, ratlos und griff nach eingehender Recherche zu den Viagras und setzte Venlafaxin parallel langsam ab.
Die PD5 Hemmer zeigten kaum Wirkung.

Ich ging mit Venlafaxin auf Anraten des Arztes auf Null - leider viel zu schnell wie ich "erleiden" musste. 1-2 Wochen heftige Entzugserscheinungen, aber dann waren sie draußen...
Anmerkung: Ich habe die 300 mg auf ca. 5-6 Monate abgesetzt und erst als ich die 37,2 mg wegließ kamen nach ca. 1 - 2 Tagen die Entzugserscheinungen.

In meinen Recherchen über die PD5 Hemmer stieß ich auch auf einen Artikel bei dem es um Testosteron ging und den Fakt, dass die PD5 nicht richtig wirken können wenn ein Testosteronmangel vorliegt. Welche Erkenntnis !
Ab zum Arzt und Spiegel messen--> Diagnose: massiver Testosteronmangel (Androgenindex lag bei 10 ! - wie ein 90 Jähriger)
Testogel geschmiert und PD5 Hemmer und alles war wieder bestens !
Ganz nebenbei gesagt hatte ich auch kaum Depressive Schübe, wenn dann nur kleine Stimmungstiefs.
Im Zeitraffer: Partnerin im Jannuar gefunden-zusammengezogen und ab Juni ging es stetig bergab mit mir. Vielleicht lag es an dem schnellen Zusammenziehen in Verbindung mit meiner NPS, ich weiß es nicht.
Aktuelle Situation: mittelgradige Depression, starke Antriebsschwäche und teilw. kommt auch wieder die Angststörung durch.

Ich bin mittlerweile schon wieder soweit und "liebäugle" erneut mit dem Venlafaxin in der Hoffnung es nicht so hoch dosieren zu müssen und zusammen mit einem vernünftigen Testowert und den PD5 Hemmern alles in den "Griff" zu bekommen.

Ich bin mal wieder ratlos und wirklich für jede Hilfe (auch für kritische Stimmen) dankbar !

LG John
Zuletzt geändert von Annanas am Donnerstag, 07.12.17, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze wegen besserer Lesbarkeit eingefügt
Leider weiß ich es nicht mehr genau, wann ich mit Venlafaxin begonnen habe...
- erste Einnahme ca. Febr/März 2016
- Aufdosierung auf 300mg/tgl. bis Sommer 2016
- Testosteronsubstitution seit ca. Nov/Dez 2016 ca. 3 Monate lang, dann Pause (Testogel)
- Absetzen von Venlafaxin bis Mitte Dezember 2016
- 2017 wurden keine AD eingenommen
- nach Testogel-Pause erneute Einnahme seit ca. September 2017
- aktueller TestosteronBlutTest zeigt wieder Normalwerte an(jedoch alle im unterem Bereich)
- Testosteronspritze (Quartalsspritze wird vom Arzt vorgeschlagen)

Annanas
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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon Annanas » Donnerstag, 07.12.17, 15:55

Hallo John :) , herzlich willkommen im ADFD!
John65 hat geschrieben:Nachdem ich mich jahrelang gegen den Einsatz von Antidepressiva gewehrt hatte, willigte ich schließlich, aufgrund der oben genannten Diagnosen im Oktober 2015 in eine medikamentöse Therapie ein.

Hattest du nur die medikamentöse Therapie oder wurde dir auch eine Psychotherapie angeboten?
Psychopharmaka heilen nicht, im besten Fall deckeln sie nur die Symptome, deshalb war deine Abwehrhaltung schon berechtigt.
John65 hat geschrieben:Um es kurz zu machen: ...nachdem keine AD´s angschlugen, kam ich schließlich zu Venlafaxin.
Ich steigerte langsam und musste leider bis 300 mg (alles ambulant) gehen um eine Wirkung und Linderung zu erfahren.

MWn dürfen im ambulanten Bereich diese hohen Dosen gar nicht verschrieben werden, selbst bei einem stationären Aufenthalt sollten das Einzelfallentscheidungen sein u. nur bei dringender Indikation verabreicht werden.
U.U. können in dieser hohen Dosierung psychotische Reaktionen erfolgen.
John65 hat geschrieben:In der Zeit vor den AD´s hatte ich teilw. schwere depressive Schübe und so nahm mein Interesse an sexuellen Aktivitäten immer mehr ab, bis es gänzlich verschwand. Auch aufgrund dieser Tatsache trennte sich mein Frau letzten Sommer von mir.

Das tut mir leid - in einer depressiven Stimmungslage schaltet einfach das Lustzentrum ab - das ist körperlich so geregelt.
John65 hat geschrieben:Ungeachtet des Trennungsschmerzes befand ich mich nun rel. erfolgreich auf Partnersuche, bis es dann schließlich zum Sex kommen sollte...
Es ging nix mehr. Er ließ mich vollkommen im Stich. Ich war erstmal geschockt, ratlos und griff nach eingehender Recherche zu den Viagras und setzte Venlafaxin parallel langsam ab.
Die PD5 Hemmer zeigten kaum Wirkung.

Sexuelle Funktionsstörungen gehören bei Antidepressiva u. auch anderen Psychopharmaka zu den häufigsten Nebenwirkungen!
John65 hat geschrieben:Ich ging mit Venlafaxin auf Anraten des Arztes auf Null - leider viel zu schnell wie ich "erleiden" musste. 1-2 Wochen heftige Entzugserscheinungen, aber dann waren sie draußen...
Anmerkung: Ich habe die 300 mg auf ca. 5-6 Monate abgesetzt und erst als ich die 37,2 mg wegließ kamen nach ca. 1 - 2 Tagen die Entzugserscheinungen.

Kannst du bitte in einer Signatur (rechts oben auf deinen Nickname, persönlicher Bereich, Profil, Signatur ändern) dokumentieren, seit wann du Venlafaxin nimmst, die Dosis dazu u. vor allem die Absetzschritte mit Datum u. Dosis!
Dann könne wir uns ein besseres Bild machen.

Davon abgesehen, kann ich dir jetzt schon sagen, daß du viel zu schnell u. großschrittig abgesetzt hast.
Wir empfehlen hier eine Dosisverringerung von 5 - 10%, alle 4 - 6 Wochen, um eine Absetzsymptomatik möglichst gering zu halten.
Ich lasse dir mal unseren Einführungsthread zum Absetzen von AD hier:
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Lies dir bitte alles genau u. in Ruhe durch, er enthält viele wichtige Informationen.
John65 hat geschrieben:In meinen Recherchen über die PD5 Hemmer stieß ich auch auf einen Artikel bei dem es um Testosteron ging und den Fakt, dass die PD5 nicht richtig wirken können wenn ein Testosteronmangel vorliegt. Welche Erkenntnis !
Ab zum Arzt und Spiegel messen--> Diagnose: massiver Testosteronmangel (Androgenindex lag bei 10 ! - wie ein 90 Jähriger)
Testogel geschmiert und PD5 Hemmer und alles war wieder bestens !

Antidepressiva greifen auch massiv in die Hormonregelkreisläufe ein - daß der Testosteronspiegel niedrig ist, kommt häufiger vor.
Vllt hattest du das sogar schon vor der Einnahme des AD - Stress verringert den Testospiegel einerseits u. andererseits kann ein niedriger Testosteronspiegel auch die Ursache für eine niedrige Belastungsgrenze, Erschöpfung u. depressive Stimmungslage sein.
John65 hat geschrieben: und ab Juni ging es stetig bergab mit mir. Vielleicht lag es an dem schnellen Zusammenziehen in Verbindung mit meiner NPS, ich weiß es nicht.
Aktuelle Situation: mittelgradige Depression, starke Antriebsschwäche und teilw. kommt auch wieder die Angststörung durch.

Ich befürchte, daß es sich um verzögerte Absetzsymptome durch das schnelle Absetzen handelt - diese Symptome können wirklich manchmal erst monatelang später auftreten - das ist das Vertrackte! :(

John65 hat geschrieben:Ich bin mittlerweile schon wieder soweit und "liebäugle" erneut mit dem Venlafaxin in der Hoffnung es nicht so hoch dosieren zu müssen und zusammen mit einem vernünftigen Testowert und den PD5 Hemmern alles in den "Griff" zu bekommen.

Wenn du die Signatur erstellt hast, können wir gemeinsam schauen, wie es jetzt am besten weitergehen soll bzw welche Möglichkeiten bestehen!

Das fürs Erste von mir,
liebe Grüße, Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

05.12.2017 27. Red. um 1 mg auf 9,5 mg (9%)


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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon Ululu 69 » Donnerstag, 07.12.17, 15:59

Hallo John,

herzlich willkommen hier im Forum.

Eins vorab, bei dem adfd handelt es sich um ein pharmakritisches Forum.
Psychopharmaka können keine Krankheit heilen, schon gar nicht eine Persönlichkeitsstörung.
Sie deckeln im besten Fall Symptome und das bei oft massiven Nebenwirkungen, wie zum Beispiel langanhaltende Potenzstörungen.

Kannst du bitte in deinem persönlichen Bereich eine Signatur anlegen, in der du einträgst, in welchem Zeitraum du das Venla und auch die Testosteronpräparate genommen hast, vielen Dank dafür.

LG Ute

Überschnitten mit Annanas :)
Schwindel, Angst und Depression immer mal wieder auftretend aber nach ein paar Monaten immer wieder Besserung
Atenolol (Betablocker) 25 mg täglich
2011 Überweisung zum Psychiater, Versuche mit Sulpirid (6 Monate genommen), Amitryptillin (nicht vertragen) und Buspiron, 3 Monate genommen


2012 stationärer Aufenthalt in Psychiatrie nach einjährigem Dauerschwindel. Diagnose :generalisierte Angststörung und schwere Depression.
Alle Medikamente wurden sofort abgesetzt. Lorazepam 1mg 3 mal täglich, nach zwei Wochen ausgeschlichen, Gesamteinnahmedauer sechs Wochen

Seitdem Mirtazapin 30 mg zur Nacht.
Cymbalta 90 mg
Seroquel prolong abends 150 mg

Ein Jahr später Reduzierung Mirtazapin auf 15 mg ohne Probleme. Darunter schwere Schlafstörungen. Daher weiter 15 mg.

2014 zusätzliche Diagnose Schlaf Apnoe Syndrom. Behandlung mit Atemmaske.

Insgesamt über 30 kg Gewichtszunahme.
Gefühlsverflachung und Tagesmüdigkeit.

Ende 2016 Reduzierung Seroquel prolong auf 100 mg.
Am 30.04. Reduzierung Seroquel prolong auf 50 mg.
Seit Juni 2017 Mönchspfeffer gegen Zyklusstörungen
Und Jaborandi Globuli bei Bedarf gegen Schwitzen mit mäßigem Erfolg

21.08.2017 Duloxetin auf 75 mg
18.10.2017 Duloxetin auf 67.5 mg
13.11.2017 Duloxetin auf 60,0 mg

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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon John65 » Donnerstag, 07.12.17, 17:00

Vielen lieben Dank für die freundliche Begrüßung !
Ich habe meine Signatur erstellt, soweit ich mich noch daran erinnern kann...
Ich hoffe Ihr könnt daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen ?

Ich hatte auch jahrelang Psychotherapie in Anspruch genommen und wurde insgesamt sicher 16 Wochen stationär behandelt.

Der Testosteronspiegel (nur meine Vermutung) ist vermutlich bereits vor Einnahme der AD´s im Minus gewesen, da
ich enormen Stresssituationen über bestimmt 15 Jahre ausgesetzt war - deshalb auch das Burnout !

Verzögerte Absetzsymptome: Die letzte Einnahme von Venlafaxin ist ja schon fast ein Jahr her, kann denn da noch immer was nachwirken, aber was heißt das nun für mich ?

Herzliche Grüße und vielen Dank nochmal, John
Leider weiß ich es nicht mehr genau, wann ich mit Venlafaxin begonnen habe...
- erste Einnahme ca. Febr/März 2016
- Aufdosierung auf 300mg/tgl. bis Sommer 2016
- Testosteronsubstitution seit ca. Nov/Dez 2016 ca. 3 Monate lang, dann Pause (Testogel)
- Absetzen von Venlafaxin bis Mitte Dezember 2016
- 2017 wurden keine AD eingenommen
- nach Testogel-Pause erneute Einnahme seit ca. September 2017
- aktueller TestosteronBlutTest zeigt wieder Normalwerte an(jedoch alle im unterem Bereich)
- Testosteronspritze (Quartalsspritze wird vom Arzt vorgeschlagen)

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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon Annanas » Donnerstag, 07.12.17, 17:41

Hallo John :) ,
das ist jetzt echt schwierig - nach einem Jahr ohne Venlafaxin würde ich dann doch nicht mehr an plötzlich
auftretende Absetzsymptome denken.
Dann habe ich das falsch herausgelesen - ich dachte, du hättest diesen Sommer abgesetzt.

Konntest du denn aus den Psychotherapien etwas für dich mitnehmen, habt ihr die Gründe für den Burn-out u. deine Reaktionsmuster herausarbeiten können?

In dem Zusammenhang auch noch eine Frage:
Was ist eine organische Angststörung - wie hat der Arzt denn diese Diagnose erklärt???

John, ich bin keine Psychologin, aber ich könnte mir vorstellen, daß du evtl in alte Verhaltensmuster zurückgefallen bist,
die Trennung von deiner Frau nicht wirklich verarbeiten konntest u. daß ggf. das Zusammenziehen mit der neuen Partnerin bei dir auch Stress erzeugt hat, was diese Beschwerden jetzt verursacht.

Von außen kann man das ganz schlecht beurteilen - du müßtest da wirklich in dich gehen, ganz in Ruhe nachdenken, warum dir jetzt gerade in dieser Situation so unbehaglich ist, Ängste zum Vorschein kommen - ich würde denken, irgendetwas in deinem Leben ist momentan nicht stimmig!
Deshalb reagiert dein Körper mit Symptomen - das sind wirklich Signale, genauer hinzuschauen.

Zur erneuten Einnahme des Venlafaxins kann ich dir absolut nicht raten, erstmal, weil wir generell psychopharmakakritisch aufgestellt sind, wie dir Ute :) schon geschrieben hat - die Gründe dafür kannst du erkennen, wenn du im Forum rumstöberst, ggf. die Hintergrundinfos bzw Berichte Betroffener, liest.

Zweitens, bist du mit dem Absetzen des Venlafaxins sehr gut weggekommen, wenn du keine größere Symptomatik hattest - das muß aber nicht bedeuten, daß es beim nächsten Mal auch so glimpflich abgeht.
Ich selbst z.B. setze auch Venlafaxin ab (ursprünglich von 225 mg) - bin damit jetzt Ende des 2. Jahres bei 9,5 mg angekommen u. kann wirklich nur in kleinen Schritten reduzieren, weil die Absetzsymptome sonst mit voller Kraft zuschlagen!

Zudem kann es auch passieren, daß du Venlafaxin nicht mehr verträgst bzw paradox darauf reagierst.

Nur als kleine Warnungen, alles nochmal zu überdenken!
Entscheiden mußt du natürlich selbst.

Liebe Grüße von Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon Cashi » Donnerstag, 07.12.17, 21:51

Hallo von mir. Um Gottes Willen wieviel mg hast du genommen? 300? Mich haben 75 schon weg geladen. Es tut mir leid was du durchmachen mustest. LG Cashi
1996 erstmals wegen Panikattacken 75 mg Venlafaxin
Wie lange kann ich nicht mehr genau sagen
2000 wegen Panik und generalisierter Angststörung 75 mg Trevilor angefangen ohne einzuschleichen. Massive Nebenwirkungen über 3 Wochen. Dann stabil.
2001 innerhalb zwei Wochen abgesetzt. Erst keine Probleme. Dann Zwangsgedanken Angstzustände Selbstmordgedanken. Gesundheitsängste
2002 wieder aufdosiert auf 75 mg. Viele Nebenwirkungen. Mit 60 mg besser. Gedanken und Angst weg. Alles normal.
2010 langsam Kügelchen reduzieren aber wohl doch zu schnell
August 2010 ganz weg von Trevilor
Januar 2011 Operation. .
März 2011 Panikattacken mit fahrt ins Krankenhaus. Ausschläge. Wirre Angst und Zwangsgedanken. Herzrasen Tags und nachts. Heulen. Angst vor psychose.Flimmern vor Augen. Gefühl wie auf Watte. Kopfschmerzen. ANGST.
Juli 2011 mit Trevilor wieder angefangen. Besserung. Beschwerden weg. Nur paar Nebenwirkungen
Ende 2013 auf 37.5
Zwangsgedanken. Angst vor Psychose. Müdigkeit. Heulen. Flimmern vor Augen. Wirre seltsame Gedanken die Angst machen.
Seit März 2015 wieder auf 75 mg. Besserung aller Beschwerden. Magen Darm Probleme machnmal. Gähnen. Herzklopfen. Herzangst. Aber stabil
1. Oktober ...5 % reduziert d.h. 71,4 mg Venla
seit 09.10.15 verstopfte Nase, Erkaltung, Schwindel ab und zu, rempel ständig gegen Türrahmen, Fressattacken :shock: ist aber auszuhalten
25.11.15...wieder 5 % d.h. 67,8 mg Venla
30.11. Wieder Erkältung
20.01. Wieder 5 % weniger. D.h. 64.5 mg venla
23.01.16 wie der Erkältung, Husten und keine Stimme mehr, gibts das wirklich?
16.03.16. 61.5 mg Venla. Fühle mich oft erschöpft. Muskulatur erschöpft. Manchmal Herzklopfen
Zusätzlich mehme ich seit einem Jahr Vitamin D 20.000 I.E. Woche. Aktueller Blutwert bei 46. Zusätzlich seit 4 Wochen Vitamin B von Dr. Loges. Blutwert im oberen Bereich. Zusätzlich noch Spirulina 20 Stück am Tag seit 3 Wochen
12.05.16..wieder 5 %weniger..d.h. 58.5 mg Venla. unverändert wie oben
25.06.16 wieder 5% weniger. D.h. 55,8 mg Venla. unverändert
..dazu kommt dieser Schwindel und taumelig..wackliger Gang. Gefühl nicht geradeaus laufen zu können. Angst
Seit 21.08.16 auf 53.4 mg Venla...Schwindel, taumelig, Magen-Darm-Probleme.
04.09.16 Panikattacke
seit 05.09.16 Zwangsgedanken, Angst verrückt zu werden, Angst Psychose zu haben, wirre Gedanken, Anst Schizophren zu sein.
09.09.16 Aufdosiert 5 Kügelchen
Auf Anraten Frorum Vitamin B weg gelassen seit 11.09.16, Spirulina seit mehreren Wochen weg
22.11.2016 reduziert auf 51,3 mg
01.12.16 einmal wöchentlich 20.000 I.E Vitamin D, täglich Vitamin B-Loges, Zink
10.12.16 wieder Erkältung
13.12.16 reduziert auf 48,6 mg Trevilor
15.01.17 reduziert auf 46,17 mg Trevilor
12.02.17 reduziert auf 43,50 mg Trevilor
28.02.17 wieder Erkältung mit Bronchitis trotz Einnahme von allem möglichen. .Zink vitamin C usw
13.03.17 reduziert auf 41,40 mg Trevilor
11.04.17 reduziert auf 39 mg Trevilor
01.05.17 reduziert auf 37,5 mg Trevilor. ...Halbzeit :party2:
20.06.17 Blasenentzündung
11.07.17 reduziert um 5 %.
28.08.17 reduziert auf 33.75 mg Trevilor
25.09.17 reduziert auf 31.25 mg Trevilor
10.10.17 Angstzustände Zwangsgedanken derealisation Angst vor Schizophrenie und Psychose
19.10.17 aufdosiert auf 32.5 mg Venlafaxin

carlotta
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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon carlotta » Donnerstag, 07.12.17, 21:53

Hallo John,

auch von mir herzlich willkommen! :)

Annanas hat geschrieben:nach einem Jahr ohne Venlafaxin würde ich dann doch nicht mehr an plötzlich auftretende Absetzsymptome denken.

Doch, das ist durchaus möglich. Experte Dr. Shipko geht davon aus, dass bis zu rund einem Jahr nach null zeitverzögerte Entzugssymptome auftreten können. Ich kenne mindestens einen Fall, wo die Symptome sogar erst etwas nach über einem Jahr mit voller Wucht zuschlugen.

Außerdem schreibst Du, dass es Dir seit Juni schlechter ginge - das wäre ja bereits ein halbes Jahr nach null. Und dieser Zeitraum kommt bei verzögerten Entzügen häufiger vor.

Zudem ist aus Studien bekannt, dass sich nach dem Absetzen von SSRI/SNRI die Intervalle zwischen "Rückfällen" verkürzen. Was in Studien oft als "Rückfall" bezeichnet wird, ist nicht selten eine Entzugssymptomatik.

Natürlich können auch noch belastende Faktoren aus dem Umfeld hinzukommen, auf die man reagiert - Stress an sich triggert aber eben auch Entzugssymptome. AD erhöhen definitiv die Sensitivität der Neurochemie bzw. hinterlassen Spuren im Gehirn. So oder so betrachtet haben sie sehr wahrscheinlich ihre Finger mit im Spiel bei Deinem derzeitigen Zustand. Die Frage ist eher, zu welchem Anteil?

Wie dem auch sei, eine Wiedereinnahme nach einem Jahr ist heikel. Da sich Deine Symptome noch vergleichsweise moderat zeigen (womit ich sie keinesfalls kleinreden will, nur gemeint bezüglich der möglichen Ausprägung eines Entzugssyndroms) wäre ich mit einem Versuch - auch angesichts Deiner üblen NW-Problematik - eher zurückhaltend, da bin ich ganz bei Anna :) .

Falls es schlimmer werden sollte (was nicht sein muss), könntest Du u. U. eine Wiedereindosierung mit der kleinstmöglichen Menge (sprich einem Minipellet, sollte je nach Hersteller um die 0,3 mg beinhalten) versuchen. Allerdings kann es sein, dass es paradox wirkt. Ich würde da erst mal zuwarten.

Gut wäre es für den Moment, wenn Du Dich weitgehend schonen kannst und gesund ernährst und dabei auf etwaige Unverträglichkeiten achtest. Und möglichst auf Medikamente (wenn nicht unabdingbar) verzichten, damit sich die Neurochemie wieder selbstständig regulieren kann. Die Frage ist, inwieweit der Körper nun mit hormonellen Eingriffen klarkommt oder ob sie auch Symptome triggern können. Sollte man zumindest im Hinterkopf behalten.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

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Re: Venlafaxin - erneute Einnahme ?

Beitragvon John65 » Freitag, 08.12.17, 13:08

Vielen Dank für eure Meinungen !
@Cashi: Ja es waren 300 mg. Musste so weit aufdosieren, bis ich eine ausreichende Wirkung gespürt habe. Vermutlich war aber auch mein Suchtpotential das ich wg. meiner narz. PS habe etwas daran "schuld". Alkohol, Nikotin und auch Cannabis waren auch bei 300mg kein Problem.
Gottseidank habe ich Alkohol und Cannabis wieder aufgegeben - es hat nix gelindert, es wurde nur noch schlimmer.

Ich denke dass ich von einer erneuten Einnahme nochmal absehen werden und bemühe mich erneut um eine ambulante Psychotherapie (bereits mit Erfolg)
Bei mir gibt es da, meistens 1 Stunde nach dem Aufstehen so einen Zeitpunkt, wo ich entweder wieder erschöpft in die Couch zurücksinke, oder aktiv werden, z.B. in den Kraftraum gehe. Ich versuche in diesem kleinen Zeitfenster, in dem ich noch einigermaßen Herr meiner Entscheidung bin, die Initiative zu ergreifen um in Bewegung zu bleiben.

Ich muss unterscheiden zwischen der depressiven Erschöpfung und der körperlichen Müdigkeit, z.B. nach dem Sport. Beim Zweiteren hat mir das Testosteron sehr geholfen, denn die früheren Erschöpfungszustände nach körperlicher Anstrengung sind weitestgehend, durch den normalen T-Spiegel, verschwunden.
Wenn die depressive Erschöpfung eintritt, dann hilf natürliche auch kein Testosteron und da muss ich sagen haben mir damals die Venlafaxin sehr geholfen. Interessant dabei war, dass auch während der VenlafaxinEinnahme(300mg) die körperlichen Erschöpfungen nach dem Sport massiv waren.
Es lag also(so vermute ich) tatsächlich an dem sehr niedrigen Testosteronspiegel.

...und auch die massiven Symptome der NPS waren auf Venlafaxin (aber erst bei 300mg) nahezu wie weggeblasen.
Aber dies hat leider auch immer eine Kehrseite!
Leider weiß ich es nicht mehr genau, wann ich mit Venlafaxin begonnen habe...
- erste Einnahme ca. Febr/März 2016
- Aufdosierung auf 300mg/tgl. bis Sommer 2016
- Testosteronsubstitution seit ca. Nov/Dez 2016 ca. 3 Monate lang, dann Pause (Testogel)
- Absetzen von Venlafaxin bis Mitte Dezember 2016
- 2017 wurden keine AD eingenommen
- nach Testogel-Pause erneute Einnahme seit ca. September 2017
- aktueller TestosteronBlutTest zeigt wieder Normalwerte an(jedoch alle im unterem Bereich)
- Testosteronspritze (Quartalsspritze wird vom Arzt vorgeschlagen)


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